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dafür, daß Leoncavallo das Hauptgewicht auf das aus- | stellenweise etwas hugenottig, stellenweise an Viktor Hugosche gedehntere Werf legt.

Dramatik erinnernd. Von einem selbständigen DichterCrepusculum“ ist eine Trilogie und die Medici geist ist nichts zu spüren. Die einzige Gestalt, über welche nur das eine Drittel. Billiger als mit einer Trilogie eine gewisse Poesie" gegossen, ist die blaffe Simonetta, die fann es ein strammer, unbefangener und einigermaßen beim Auftreten etwas opheliamäßiges hat. Wagner erfonsequenter Wagnerfopist überhaupt nicht tun: denn scheint vorläufig wie die Weltesche Yggdrasil

, die ihre schon bei der trilogischen Form findet ein gewisser Ra- Wurzeln weiter und weiter verbreitet und wol gelegentlich batt gegen die Tetralogie des Urbildă statt. Die Medici einen winzigen schmächlichen Schößling, der rasch verdorren haben ferner mit Wagners Musikdramen das nationale wird, aber auch nicht den kleinsten anständigen SeitenMoment gemeinsam. Wie Richard Wagner ein deutsches trieb zeigt. Wer sich mit ihm vergleichen will, muß ein Kunstwert mit deutschem Stoff, schafft Leoncavallo ein Wort- und Tondichter" sein. Er muß nach des Meisters Kunjiwerf, das zwar nicht italienisch ist, aber einen Ausspruch eine Dichtung bieten, die aus dein Geiste der italienischen Stoff befißt und national sein möchte. Wenn Musit hinaus geboren ist, und davon ist bei dem LeonWagner einen Sagenstoff wählt, nimmt Leoncavallo frei- cavalloschen altstiligen Historiengemengjel feine Rede. Aber lich einen geschichtlichen. lind wenn Wagner philo- die Musik? sophischen Tiefsinn in seiner Dichtung zum Ausdruck Die Musik ist bei Leoncavallo von bestricfender Süße, bringt, die er so von harmlosen Dperntexten himmel von einem weichen Zauber, zuweilen kraftvoll, voll latenter weit unterscheidet, sucht Leoncavallo der üblichen Harm- Leidenschaft und — von gewissen typischen Schlüssen ablosigkeit durch historische Anmerkungen und Belegstellen gesehen niemals trivial. Aber es ist wagnersche vorzubeugen. Vielleicht ist das zugleich ein Zugeständnis Musik! Wagnersche Musik maffaronisirt.

Ohne die an den herrschenden Realismus, denn auch in den Ba- Meistersinger wären nicht zehn Takte dieser Oper jazzi versicherte der Dichterkomponist, daß sich alles wirk denn es ist doch nur eine Oper" so geschrieben lich und wahrhaftig einst begeben.

worden wie sie sind. Leoncavallo hat mit den ganzen Ein politisches Gespräch zwischen den medicäischen edlen Anstand und der Leichtigkeit, welches schöne EigenBrüdern eröffnet das Wert; theoretifirende Dialoge sind ichaften seiner jüdlichen Heimat sind, das wagnersche Orchester ja auch bei dem Nibelungendichter nichts ungebräuchliches. herübergenommen, wagnersche Melodik herübergenommen, Ungebräuchlich aber ist bei ihm eine so ausgesprochene wagneriche Themen herübergenommen, gelegentlich meyerUndramatik wie in diesem ganzen ersten Akt, wo niach | beersche Dfferten nicht abgelehnt und aus dem ganzen mehreren Gesängen über Dichtung, Liebe und Waldnacht mit heimischem Gewürz einen heimischen Risotto geschmort

. die Beteiligten sich entfernen, um zwei netten Mädchen Dabei erzielt er wunderbare Wollaute, sodaß sich den das Auftreten zu ermöglichen, von denen die eine, Simo- jüßen Weben seiner Orchestirung und dem seligen Auf netta, ein schwärmerisches und schwindsüchtiges Wesen ist, und Nieder seiner Stimmführung niemand entziehu fann während der anderen, Fioretta, ein energijcher begehr als ein Neider oder ein Griesgram -- oder ein Musifliches Herz im strammen Busen wohnt. Während rich historifer. Mir fiel der naive Ausspruch einer Russin Fioretta entfernt, versucht ein päpstlicher Capitano Simo: über einen deutschen Melodifer, Paul Geisler, eint. Seine nietta zu vergewaltigen, der jüngere Medicäer rettet sic Musik ist so wie die wagneriche“, jagte sie inir, blos unbewußt, der Capitano sieht jie bald in seinen Armen, viel schönner.“ Aud) Leoncavallos Musik ist viel schönner und dieses Motiv wird der Hebel zum Intergang der als die wagnerjche. Medici! Es ist, wenn man jolche Mätzchen schon für Yggdrasil breitet Zweige und Wurzeln nach allen eine historische Trilogie im großen Stil gelten lassen Richtungen aus. Die Hoffnungen, die auf der jüdlichen wollte, viel zu wenig herausgearbeitet, sodaß dieser Be Seite auftauchten, sind nicht erfüllt worden. Vielleicht weggrund für die Mördlust des Capitano höchst unglaub- sind die Aussichten auf der Nordjeite besser. Ich hörte würdig und abgeschmackt erscheint. Fioretta verliebt sich schon was knacken.

A. R. am Schluß des ersten Afts in Eile gleichfalls in den Medicäer, den hübschen Giuliano, und der Vorhang sinkt.

Im zweiten Aft wieder Staatsaftion: Verschwörerquartett. Die Brüder Medici erscheinen, sie werden als

K Dichter vom Volfe gefeiert, und nun, nach einem Reigentanz, hebt die dramatische Szene des Afts an: Simonetta singt und tanzt sich einen Blutsturz an den Hals. Fioretta gesteht dem Medicäer ihre Liebe, worüber er bestürzt ist. In dritten Akt wird die Kontrastpoesie fortgeseßt und

Georg Brandes. gesteigert. Fioretta hat mit Giuliano ein sinnliches Ver

Von hältnis, obgleich sein Herz der franken Simonetta gehört.

Paul Clemen. Die Verschwörer benußen den Raum zwischen den Häusern der beiden Mädchen, um in Verbindung mit diesen und

I. Giuliano, welcher bei Fioretta weilt, ein Septett zu Nach zwölfjähriger Pauje ist Georg Brandes mit schmettern.. Der Kapitano zeigt der Schwindsüchtigen den einem Bande nienter Essays, „Menschen und Werfe“, vor Geliebten in den Armen der Freundin. Simonetta stirbt das deutsche Publifum getreten, der wie die „Modernen daher, jedoch ohne dem Treulojen seine bevorstehende Er- Geister“ das Feinste und Stärkste aus seiner litterarischen mordung angedeutet zu haben.

Wiifjamfeit innerhalb des leßten Jahrzehnts vereinigt. Diese findet im leßten Aft in der Kirche statt. Aber Seinen Freunden ist kaum einer der Auffäße neu – neu nur Giuliano, der Mann mit den zwei Brauten, fält. ist nur die Form und das Gewand. Ein jo seltener Gast Lorenzo gewinnt das Volk und die Anwartschaft auf verlangt doppelte Aufmerksamfeit. Die einzelnen Ab. spätere Herrschaft. Der sterbende Giuliano empfiehlt ihm handlungen führen ihrer Entstehung nach bis zum Jahr Fioretta als seine Braut zu schwesterlicher Behandlung. 1881 urück - es ist ein großer Åbschnitt von Brandes

In dieser loceren, ziemlich zusammenhanglosen Hand- Lebensarbeit, aus dem hier Proben gesammelt sind, und lung, ist vom Wesen des Urbilds, Wagner, feine Spur dieser Abschnitt ist wieder ein bedeutsames Stück aus der inehr zu finden. Es ist eine unorganische Szenenreihe, | Geschichte des litterarischen Skandinaviens. Dem deut.

schen Bublifum möchte man zu dem furzin Vorwort, | fantastisches Traumleben, verquickt mit einer starken Dosis mit dem Brandes selbst sein Buch einleitet, eine zweite Mystizismus und einer noch stärkeren Dosis Langeweile Vorrede schreiben - dem deutschen Publikum, das jeßt hielt die dichterischen und schöpferischen Kräfte der Nation mehr als je geneigt ist, in ihm den litterarhistoriker zu gefesselt. Die Philosophie der drei skandinavischen Reiche sehen und ganz vergißt, daß er in erster Linie nicht war bis auf wenige Ausnahmen nur ein Abflatsch der Litteraturgeschichte, sondern Litteratur machen will

. Nicht | deutschen - aber ein Abflatsch von einer alten Platte, was er für Europa ist, sondern was er für die skandinavischen der erst genommeu ward, als das Original schon veraltet Reiche war, madyt seine Bedeutung aus.

war. Ein Hinterherhinfen auf der ganzen Linie. Der Fast drei Jahre sind vergangen, da fand in Hegelianismus ward, tro des frühen EinführungsverKopenhagen eine stürmische und aufgeregte Festfeier statt juches Heibergs, erst nach Hegels Tode populär, und in zu Ghren des fünfundzwanzigjährigen Schriftstellerjubiläums Schweden lebt noch immer der Boströmianismus, ein auf von Georg Brandes. In den Antworten auf die Be- Flaschen gezogener Junghegelianismus, dessen deutsche grüßungsreden Erik Skrams und Professor Höffdings Väter schon seit dreißig Jahren unter der Erde schlummern. nannte der Gefeierte felbst die beiden Worte, die sein Eiserne Klammern und Retten umschlangen die Indivi

Jugendtraum und sein Lebensziel gewesen: die Geistes- duialitäten: die Stimme Sören Kierkegaards, der mitten freiheit Dänemarfs' und die persönlide Freiheit der in der Biedermaierzeit als ein Prediger in der Wüste niach Individuen.

Individualitäten schrie, verhallte. Brandes war einmal der bestgel;aßte Mann in Däne Wie ein Heerhornrufer sprang der junge Brandes mark, und unter den litteraten des Elcinen Landes ist er auf die Bühne des litterarischen Dänemarks. Er fam noch heute ler, der die meisten Feinde zählt – nicht nur aus dem Ausland, führte neute noch nicht erprobte in Dänemark -, aber auch die meisten Freunde in ganz Waffen, die noch nie gesehene Wunden schlugen; eine Europa dafür hat. Eine komplizirte Persönlichkeit, die kleine Schar sammelte sich in ihn, erst fielen vereinzelte Philosoph, Kritiker, Plesthetifer, Historiker, Soziolog zugleich Schüsse — dann hub ein Streiten und Schlachten an, ist und auf vier von diesen Gebieten in der ersten Reihe wie es der Norden seit dem Anfange des Jahrhunderts, steht, auf zweien als unbestrittener Führer, eine Natur, in Dänemark seit dem Auftreten Dehlenschlägers, in Nordie der Heimat ncch Dänemark, der Wifjamfeit nach wegen seit Wergeland, nicht gesehen. In den sechziger Skandinavien, dem Ursprung der Quellen ihrer Kraft nach Jahren war es noch zum großen Teil ein gelehrter Zwift Europa angehört, läßt sich nicht mit kargen schablonen Rudolph Schmidt nahm den Handschuh auf, den Brandes haften Worten unngrenzen. Aber als was er auch auftrat der Vermittlungsphilosophie in der Polemit zwischen

ein Hoherpriester des freieu Gedankens ist Brandes sein Glauben und Wissen, der Schule Nielsens hingeworfen Lebtag gewesen. Geistesfreiheit für Dänemark und per: hatte. Zur nationalen Angelegenheit ward der Kampf sönliche Freiheit für die Individuen stand auf den beiden erst gestempelt, als Brandes im Jahre 1871 jenen denfglänzenden Schwertern, die er gegen die grauen, schwer würdigen Zyklus von Vorlesungen über die Litteratur des fälligen Nebelriesen schwang, die die Südgrenze Dänemarks 19. Jahrhunderts eröffnete.*) Dian belagerte das Auditorium, schirmten, eifersüchtig ausschauend nach einem jeden kleinen stürmte die Türen, alles, was auf geistige Bedeutung in freien Gedanken, der von den großen séulturzentren Kopenhagen Anspruch machte, faß zu seinen Füßen; in Mittelcuropas fich nach dem Norden verirrt wollte. der ganzen Stadt sprach man nur von den neuen Ideen,

Denn wie ein Nebel hatte es über dem Lande gelegen, die dieser ungestüm kochende Vulkan wie glühende Lavaundurchdringlich, atembeflemmend, alle rosig und goldig ströme emporschleuderte — begeistert oder empört. lockenden Schönheitstöne in ein graues, modulationsun Brandes hatte seine Vorträge mit der Gruppe von fähiges, dünnmaschiges und doch enges, die Bewegung litterarischen Erscheinungen – meist französischen Werfen henimendes Gespinst wie in einen endlosen Schleier ein vom Ende des vorigen Jahrhunderts begonnen, die er wickelnd. Die empörten Sturmwellen, die die großen Ilm unter dem Namen Emigrantenlitteratur zusammenfaßte, wälzungen am Schlusse des Jahrhunderts in Frankreich und die sich um Rousseau, Constant und die Madame und Deutschland erzeugt hatten, schlugen nur abgeschwädjt de Stael scharten. Es waren nicht nur die verpönten und gebrochen an die dänischen Küsteni, gerade stark genug, und lange niedergehaltenen Gedanken von der Rüdfehr un die Führer des Volkes aufzuschrecken und ihnen die zu den Gefeßen der Natur, von der Freiheit des mensch. drohende Gefahr zit zeigen. Dann waren es nur noch lichen Gedankens, Freiheit von jeder kirchlichen Bevordie äußersten und verlorenfien Wellen, die den Strand er mundung und staatlichen Beeinflussung - Brandes zeichnete reichten und in dem floxigen Schaum ihrer Kämme 31 diese großen und genialen, warmherzigen Vollnaturen mit gleich all den von dem Mittelpunkt hinweggeschwemmten | ihrer Ünmittelbarkeit der Empfindung und ihrer ungetrübten Schmuß mit sich führten – endlich blieben auch die aus, Rechtschaffenheit im fittlichen Urteilen immer zugleich als und die See lag wieder ruhig da, die Oberfläche leisé Vorbilder für seine eigene Zeit: was seine Gegner am zitternd, der niedrige Horizont verschleiert und die Flut meisten verdroß, war, daß er die Kühnheit, die bislang mit ihrem trägen Wogenschlag ihr einlullendes Schlummer- unerhörte Kühnheit besaß, an dem unantastbaren Dogma lied an den fladieu, sandigen, farblosen Dünen singend. von der Höhe und Reinheit der einheimischen Litteratur Um so stärfer brandete aber dann die Unterströmung, die zu zweifeln; dieser Litteratur, die für die Männer der Gegenrevolution, die vierzigjährige Reaktion in Dänemarf. sechziger Jahre ebenso den Höhepunkt der zeitgenössischen

In diesem Kampfe erhob sich das ganze Land fast wie Geistesbewegung darstellte, wie für die Grundtvigianer ein Mann – es war ein Kampf gegen Windmühlenflügel: denn die freiheitlichen Bestrebungeit waren im eigenen *) Dieses berühmte Werk ist in seinen ersten fünf Teilen in Lande nicht über ein paar doktrinäre Programme hinaus einer billigen deutschen Volksausgabe (4. Aufl.) bei $. Barsdorf gekommen, mian gab Prohibitivmittelchen aus für den Fall, in Leipzig erschienen. Die Ueberseßung rührt von Adolf StrodtDaß doch einmal in Dänemark selbst der gleiche gefährliche Litteratur, 11.

Die romintische Schule in Deutschland, III. Die Re

mann her. Der Inhalt der Bände ist folgender: I. Dic Emigrantens Geist der Empörung wie im Kerzen Europas fuß fassen aktion in Frankreich, lv. Der Naturalismus in England, V. Die könnte. Die Litteratur hattefrch längst fast feindselig romantische Schule in Frankreich -. von der Gegenwart und den Stoffen und Aufgaben des

Der sediste Band des Werkes ist in dieser Volksausgabe nicht Flachen, nüchternen Werftagstreibens abgewant und sich in herrührt

, bei veit & Co. in Leipzig erschienen und umfaßt das

enthalten. Er ist in einer deutschen Version, die vom Verfasser selbst die heldenhafte Vorzeit geflüchtet. &in poetisches und junge Deutschland.

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*

Dänemark das auserlesene Land Bottes war. Die ganze taumel eflomm, die Verlegung des Schwerpunftes in der Presse des Landes, dieorthodoxe wie die ehemals oppositionelle, Richtung auf das Ausland von Westen nach Norden. lief Sturm gegen ihn – voran Dagbladet und Fädrelandet llnd geistiger Führer ist er für Norwegen und Dänemark Der edle Dichter Hauch hatte ihn noch auf seinem Toten geblieben bis jeßt. bette als seinen Nachfolger auf dem Lehrstuhl der Aesthetif an der fopenhagener Ilniversität bezeichnet und empfohlen

feine Stimme verflang ingehört. Man bewarf Brandes Als erster war Jakobsen zit seinen Fahnen geeilt: mit Schmuß so lange, bis der Geschmähte ingrimmig seine erste Novelle „Mogens" eröffnete schon ein Jahr ieinem Batcrlande den Rüden fehrte und wiederum im itach Brandes Vorlesungen die neute era in der Dichtung. Auslande sein Heim aufschlug. Mit unversöhnlicher Seine beiden Hauptwerke, „Marie Grubbe“ und „Niels tötlicher Feindschaft hat ihm die dänische Orthodorie Lyhne“ bezeichnen zugleich die beiden Höhepunkte dieser feine Angriffe gelohnt – den Haupttrumpf spielte ihre Richtung. Holger Drachmann jang feinevon Enthusias. fleinliche Erbärmlichkeit aus, als sie vor drei Jahren mus und Jugendlichkeit überichäumenden Freiheitslieder. dem verdienten Manne den Ehrensold, den ihm das Land | Björnson verließ die Baucrnnovelle und trat in ausseßen wollte, weigerte

einem Jahre mit zwei Stücken einer ganz neuen Gattung Åber seine Worte hatten schon gezündet. Wie eine dramatischer Werke hervor, dem Protestdrania, das die Feuersäule und eine Wetterwolfe schritt sein Geist durch nordische Anflage- und Problemlitteratiir einleitete: im die skandinavischen Lande als Führer in iingangbare, in- | Jahre 1874 erschienen sein „Fallissement“ und sein beschrittene Gefilde; Führer und Bahnbrecher zuigleid), der „Redakteur“. Jojen fehrte 311 den modernen Stoffen den Weg zeigte, das Ziel aufwies und mit der Art seiner zurüd, die er in seiner Jugend in der Komödie der Liebe unermüdlichen Beredsamfeit das Gestrüpp niederschlug, nur mit einem flüchtigen Flügelschlage seines Genius gedas den Pfad hemmte, und die Schlingpflanzen zerhieb, streift; die „Stüßen der Gesellichafi“ und „Nora“, die die sich von der einen der vermoserten hundertjährigen rasch aufeinander folgten, eröffneten einen ganzen Reigen Autoritätseichen zur anderen spannten. Er war der große von Bejellschaftsstücken. Sämann und er war der Gärtner, der die jungen Pflanz Brandes hatte den Namen eines englischen Philofophen chen aufzog und begoß, der große Ingenieur, der für das als Harole ausgegeben, wie er später den eines Deutschen abgelegene Inselreich das umfangreichste Stanalisirungs- verfündete: unter dem Namen John Stuart Mil zogen sysiem durchführte, einen Stanal nach Deutichland, einen eine Sendlinge aus, die subjection of women überfekte nach Frankreich und einen nach England grub: ingestüm er jelbst ins Dänische und stellte sie als Programm auf. wälzten sich dic lange aufgeftauten Fluten vorwärts imd Mit dieser Tat beginnt die große sfandinavische Frauenüberschwemmten Sfandinavien. Es war viel versäumt bewegung, weitaus die interessanteste und erfolgreichste worden, es war viel nachzuholen: die Portionen des neuen inter allen den sozialen Strömungen im Norden. Mit geistigen Nahrungsstoffes waren im Anfang etwas groß, idhwerfälligem Ernst wurden die Fragen aufgegriffen, die vielleicht zu groß beniessen. Man entdeckte plößlich, daß | Franfreid halb spielend als amüsante Bibelots behandelt Brandes unpatriotisd), iinnational war, schalt ihn der Aus- hatte, die in England eben erst in einigen eminent pratländerei. Warum? Weil er mehr war als ein Däne tischen Köpfen Wurzeln geschlagen hatten. Sie fielen auf ein Europäer. llnd ist das nicht dieselbe Anklage, die guten Boden, zumal in Norwegen. Hier hatte Frau gegen die Frau von Stael gerichtet ward: „Ihr Werf ist Collet schon längst alle Fäden gesammelt und all die genicht französisch" --? Warum? fragt hier Brandes. heimen verschleierten Leiden und die offenen dreienden „ Weil' du den tollkühnen Mut besessen hast

, 311 einer Zeit, Misstände 311 einer großen erschütternden Frage zuwo die Nationaleitelkeit bis zum Wahnsinn berauscht ist, saminengeschlossen. Zuerst 1865 in ,Des AmtmannsTöchtern", diesem Volk ins Gesicht zu crflären, daß sein geistiges dann 1868 bis 1878 in den drei Bänden Sidste Blade, Leben verdorrt, daß seine Poesie schlecht und seine Philo- die fie über das Frauenproblem publizirte. Das Altsophie Welt ist, weil dii aus glühender Liebe zum Vater- jüngferliche, das allen nordischen Freiheitspredigerinnen lande, aus brennendem Eifer, es aus seiner geistigen Er anklebt und ihre Theorie gar zu oft zu einer Moral niedrigung zu erheben, ihm das tief verachtete Deutschland der Sipengebliebenen macht, "warð bei ihr gemildert durch als ein Land zeigst

, dessen Poesie seine eigene weit über den feineri mütterlichen Sinn -- aber die Frau, die ihr stralt, das verhaßte England als ein Land, das eine vorschwebte, war doch immer nur die der Bourgeoisie. ganz anders gesunde und echte Liebe zur Freiheit besißt, Die Frage war zuerst als ein rein soziales Problem aufund das sterbende Italien als ein Land, deljen Natürlich geworfen worden, als Ausdruck des Bestrebens, den feit in den Sitten und dessen gewaltige lleberlegenheit in Franen alle die Erziehungsinittel zu gewähren, nach denen der Kunst Muster sind, welche der Entwicklung neuere und lie Bedürfnis haben, und ihnen die Möglichkeiten und edlere Ziele stellen, als die, welche eine alberne Selbstver: Gebiete zur Betätigung ihrer Kräfte zu erschließen, in götterung und geistige Trägheit sich stellt, deshalb sollst denen sie sich dem Þanne überlegen zeigen oder in denen du als national gestempelt

, die Kofarde deines Vater- einige ihn gewachsen sind, ohne Zwang und ohne Courtepisie landes soll dir von der Stirn geriffen, deine Bücher sollen gegen jie, mur als Ausfluß der Gerechtigkeit und eines vernichtet

, deine Manuskripte verbrannt und du selbst mit meitschauenden sozialökonomischen Blides nach den Borten einer Meute von Angebern und Spionen auf deinen Fersen Mills: die Frauen befreien – das heißt die Kräfte des wie ein wildes Tier über die Grenze gejagt werden und menschlichen Geschlechts verdoppeln. Was Christiania binnen vierundzwanzig Stunden ins aus den Augen damals geleistet, indem es zuerst wirkliche praktische sein.“

Erperimente anstellte und die Frauen auf ihre VerwendDurch nunmehr fünfundzwanzig Jahre ist Vrandes barfeit hin prüfte, wird der Stadt in der Geschichte der der Vermittler zwischen nordischer und deutscher Geistes: Frauenbewegung unvergessen bleiben. Aber die soziale kultur gewesen – er hat die deutsche Philosophie und Frage trat bald zurüc gegen die Sittlichkeitsfrage. Mit die deui dhe Runst ebenso im Norden afklimatisirt, wie er einer echt skandinavischen Logit, richtig und hölzern, hatten umgekehrt der skandinavischen Litteratur in Deutschland , die Frauen für sich die gleiche Freiheit auf allen Gebieten eine Heimstätte schuf und damit den leşten großen Kursa gefordert oder von den Männern die gleichen Einwechsel vorbereitele, dessen Höhepunkt die litterarische Beschränkungen. Aus dein Lager der Orthodoxie fam scharfer wegung in Deutschland vor drei Jahren in deni Ibsen- ' verdammender Einspruch. Das Jahr 1883 hatte die

Şöhepunlte der Bewegung gebrachi: Björnjons and halb Jahre werfen, jo wird uns zwar eine große Tätig

chuh mit der naiven Svavaforderung und dem feit in die Augen fallen, aber wenig oder nichts, das sich Triumph der schwedischen Blaustrümpfamazonen. Aber mit blendendem Sonnenglanz in uns abspiegeln könnte

. nun erhoben sich die Jungen und Jüngsten. Wie Und hieraus möchte leicht durch die bekannte GeneraliKeulenschläge fielen die Werke der drei typischen Vertreter sation auf Grund unzulänglicher Beobachtungen ein der Christianabohême auf die gespannt lauschende Jugend; allzu ungünstiges Urteil über das neuere englische Schrifts Arne Garborgs, Hans Jägers, Christian Kroghs. Der tum entstehen. Aber „nicht jeder Wochentag“ soll unser Polizeispieß sollte die gefährdete norwegische Menschheit Ilrteil bestimmen. Es gehört dazu die Betrachtung eines retten: alle drei Verfasser nurden gemaßregelt, das hohe Lied längeren Zeitraums und eine Beobachtung nach allen der libertinage, die Christianiabohême – jo hieß Jägers

so hieß Jägers | Seiten hin llnd überdies, wie lange ist es her, daß wir Wert eingestampft. Aber in Schweden entstand un Tennyson verloren? Kaum ein Jahr. Wenn wir dann noch in August Strindberg der damals noch ein großer um wenige Jahre zurückgehen, jo finden wir Browning, Künstler war – ein fürchterlicher, der fürchterlichste Feind, Matthew Arnold noch frisch auf dem Plan, bis zu der mit seiner beißenden und unerbittliden Satire gegen ihrem Lebensende dichteriich schaffend. Werfen wir den die übermütig gewordenen Frauen 311 Felde 30g. Das Blick abermals um einige Jahre weiter zurück, jo treten ganze schief aufgebaute Sittlichfeitsproblem war nur eine uns eine Menge großer Gestalten aus der Dämmerung Entartung der Frauenfrage seine Prämissen konnten entgegen: Carlyle, George Eliot, Walter Savage nur von Aerzten fixirt werden. Es war das erste Zeichen Pandor, Darwin, Mill, Thackeray), Dickens, Charles für das ruhigere Stadium, in das der Streit eintrat, daß Ringslet). Noch leben John Ruskin, Allgernon Swinsich ein so flarer und hellsehender Kopf wie der Lunder burie, William Morris, Huxley, Herbert Spencer. Professor Seved Ribbing der Frage annahm. Gottlob, | Wahrlich, das viftorische Zeitalter hat keine IIrjache, sich daß wir sie los sind.

jeiner Tätigkeit und Tatkraft zu schämen. Aber nicht In all dieset käämpfen hat Brandes in der ersten | jeden Wochentag, bei Leibe nicht jedeit Wochentag soll man Linie gestanden, inerinüdlich auf erponirtem Posten. die Zeche machen! Wäre es auch nur gerecht? Giebt es Brandes war es, der Garborgó Künstlertum zuerst erkannte, es etwa viele Litteraturen, die uns alle zwei Jahre Brandes, der für das junge Norwegen in die Schranken Meisterwerke liefern? Bei denen nicht Perioden, ich will sprang, gegen die grauien Theoretifer, die alles Künstler- | nicht sagen der Verdüsterung, so doch des minderen tum in den Wind schlugen und die Dichter zu Predigern (Glanzes eintreten, wie das auch am gestirnien Himmel der Bürgermoral stempeln wollten. An den großen Ge- bei manchem Firsterne der Fall ist, der doch, nach einer stalten der Madame de Staël und George Sand, die Weile, wieder in höherem Lichte erglüht? "llud jollten Brandes heraufbeschworen, hatte sich das junge Norwegen vir uns nicht dieses höheren Lichtes dankbar oder freundberauscht, Garborgś Lieblingsfigur, Fanny Holmsen, ist | lich erinnerii

, auch während der Zeit, da es nicht voreine echte Tochter Brandes, - aber nur die Fami) in handen ist, und sein Wiedererscheinen erivarten? Man „Bei Mama“, nicht mehr die der „Müden Seelen“, die | inuß nur, wenn man an die Heimat Shakespears hermüde und zii Tode gehetzt ist wie die nordische Franen- antritt, nicht den Glauben verlieren und nicht der Ruhmess frage selbst. Die leßte Wendung, die diese Frage genommen, zeichen vergessen, welche dies Land seit so langen Jahr: die durch Brandes Vermittelung zwei Jahrzehnte lang im hunderten aufzuweisen hat Auch hier gilt ein Wort Norden durch alle Röpfe und alle sände ging, hat den Goethes: „Die stunst läßt sich ohne Enthusiasmus weder Schwerpunkt auf ein abseits liegendes Gebiet hinüberge- fasjen sich begreifen. Wer nicht mit Erstaunen und Bespielt und dadurch der Möglichkeit einer Befruchtung wunderung anfangen will, der findet nicht des Zugangs Deutschlands von dieser Seite wieder in den Hintergrund in das imere Heiligtum.“ Oder haben etwa jenie alten gerücft. England ist es heute, das im Vordertreffen Gewährsbriefe ihren Wert verloren? Sind sie verjährt kämpft und die grösten praktischen Erfolge auizuweisen und wertlos? hat. Franfreich hat keine Zeit hierfür der öffentlichen Nicht doch. Die Dinge stehen wesentlich noch ebenso Meinung, d. h. den Boulevardiers fehlt der sitttliche Ernst, wie früher. Wenn es wahr ist, was man mir schreibt, und die Soziologen stehen vor einem andern Schreckens es sei eine wol zu begreifende Tatsache, daß nach dem gespenst

, das im Hintergrunde lauert und die Bevölferung Stande der litterarischen Entwidelung auf beiden Seiten langsam auffrißt. Nicht unabhängige Frauen sind es, des Stanals – fast möchte man sagen in England und die Frankreich braucht, sondern Mütter und Kühe. Ilud Europa

Europa – der litterarische Draht zwischen uns und Eng Deutschland?', Deutschland liegt noch im Halbschlummer. land 'abgerissen ist“, – jo muß eine solche Tatsache tief Den Frauen verweigern heute drei Länder in Europa beklagt werden, und es ist hohe Zeit, jenen Draht wieder noch die geforderten Bildungsmittel: Ingarn, die Türkei anzuknüpfen. Ganz so groß ist das llebel aber nicht

. Es - und Deutschland.

Ein Schlußartifel folgt.) giebt immerhin eine beträchtliche Zahl Leute in Deutsch

land, die sid) mit englischer Litteratur beschäftigen, und entsprechend fehlt es and nicht an Engländern, welche sich Deutschland zuneigen, wie dies unsere Liste der lieberá jeungen erweisen wird, und wie es sich durch das

Blühen der englischen Goethe-Gesellschaft als TatDas englische Litteraturjahr.*)

fache zeigt.

Man hat den Engländern deutscherseits vorgeworfen, Von

daß Ibsent, Zola, Tolstoi bei ihnen fein Verständnis. Lugen Oswald.

feine Anerkennung gefunden hätten; ich füge an: feine I.

Nachahmung. Aber das ist tatsächlich nicht richtig. Ale

drei haben ihre Anhänger, ja Verehrer. Ibsen wird „Nicht jeden Wochentag macht Gott die Zeche“: ein mehr und mehr auf die Bühne gebracht und mit Beifal Wort Goethes, das wol zu beherzigen ist. Wenn wir einen aufgenommen. Zola hat bei seinem Besuche in London Blick auf die englische Litteratur etwa der leßten andert eine höchst lebhafte Dvation empfangen, durch Schriftsteller

und Journalisten, ja auch durch den leicht geweckten En*) Der Jahresrekueni elftes etï đ.

thusiasmus Tücher schwenkender Frauen, denen gewisse

Einzelheiten in la Terre entgangen waren. Wenn man

Wenn man | Bertret er seiner Nation fühlt,crfennt man wol an: diesen aber verlangt, es solle die englische Schriftstellerwelt von Liederit, von denen einige sehr populär geworden sind. diesen Autoren Realismus lernen, so kommt man damit Richard le Gallienne, ein junger Mann, der mit 211 spät, da England zu allen Zeiten die Heimat des den Genossen des interessanten Rhymer's-Club eine HinRealismus war.

neigung zu den französischen Décadents hatte, ist in Man hat sich nicht in die Bande dieses oder irgend eines I seinen neuen Band Gedichte dem Lager der Pessimisten anderen Schemas der Weltanschauung schließen lassen. Mit entlaufen und das Carpe diem scheint ihm ein verVoltaire hat man sich daran gehalten, daß tous les nünftig Gebot. genres sont bons hormis le genre ennuyeus,

und Lord de Tabley, ein älterer Mann, hat in Poems, vor allem läßt man sich die Ader des Humors nicht unter dramatic and lyrical eine Auswahl aus früheren binden. Es sei mir auch erlaubt, für das englische Bänden zusammengestellt

, auch nenes beigefügt. Mit VorSchrifttum den Charakter der Alseitigkeit in Anspruch liebe behandelt er Themen aus der griechischen Mythologie. 31. nehmen, und schließlich an Lessing in der Drama Augusté Webster hat ebenfalls Selections aus ihren turgie zu erinnern, der, im Ausdruck vielleicht etwas zu lyrischen Gedichten veröffentlicht. Beiden hat die Kritik unbedingt, im Wesen mit richtiger Anschauung uns das eine günstige Aufnahme gewährt. Sir Theodor Martin, Urteil hinterlassen: „Man hat keinen Geschmack, wenu ein jitgendfrischer alter Freund der deutschen Muse, hat man nur einen einseitigen Geidimack hat. Der wahre eine' schr anerfennenswerte Ueberseßung von Goethes röGeschmack ist der allgenreine, der sich über Schönheiten mischen Elegien geliefert, welche von der englischen Goethevon jeder Art verbreitet.

Gesellschaft veröffentlicht wurde;*) es ist zum ersten Mal, daß diese merkwürdigen Gedichte der englischen Rejerwelt vorgeführt werden, und so ist dies auch ein Ereignis für

uns Deutsche. Die anmutige Dichterin, die wir zuerst Auf dem Gebiete der metrisdeni Dichtung ist, wie gewöhnlich, recht viel Unbedeutendes erschienen, welches, als Madame Darmesteter ihre zahlreichen Freunde durch

1878 als Mary F. Robinson begrüßten, hat nunmehr besten Faïes, den Freunden der Verfasser eine kleine Be- einen neuen Band Gedichte erfreut. William Watson friedigung gewährt, aber auch zwei oder drei bedeutendere hat nach langem Warten im leßten Jahre einen bedeutenLeistungen echter Poesie haben nicht gefehlt

. Wir lassen i den Namen errungen; aber kurz darauf verfiel er geistiger billigerweise den Vortritt einer Dame, die wir als unsere | Ilmnachtung. Landsmannin begrüßen dürfen. Mathilde Blind er

Die Stelle eines poeta laureatus, durch Tennysons scheint keinesweges zum ersten Male vor der englischen Tod erledigt, ist nicht — oder noch nicht wieder beLejewelt. In Mannheim geboren, ward sie in frühester setzt worden. Aus einem Hofamt ist sie, im Lauf der Jugend nach England verpflanzt und ist hier zu blüten- | Zeit

, z11 einer Auszeichnung geworden, deren Verleihung reicher Entwickelung gelangt. Schon 1867 erschien unter dem Pseudonym Claude Lake ihr erster Band Gedichte, als von der Königin oder den Ministern Ihrer Majestät.

tatsächlich mehr von der öffentlichen Meinung abhängt, welche sie Mazzini widmete, mit dem sie in freundlichen Swinburne, William Morris, Lewis Morris, Beziehungen stand. Seither hat sie viel in Versen und

Alfred Austin, Sir Edward Arnold, William Proja geliefert, auch ein wertvolles Leben George Eliots | Wation wurden als Kandidaten genannt. und eine Uebersegung von Straußens leßtem Buch: „Der beiden ersteren iind erklärte Republikaner. Die andern

Aber die alte und der neue Glaube“. Nun ist sie ein Liebling dürfen sich auch, und mit Recht, des Dichternamens der englischen Kritiker geworden. Aus ihrem neuesten rühmen, aber sie werden nicht von allen Seiten des Bande Songs and Sonnets stehe hier eine Probe:

höchsten Ranges würdig erachtet, wie dies bei Tennyson „Thou walkest with me as the spirit light

der Fall war. Indes ist die Stellung nicht amtlich abOf the hushed moon, high o’er a snowy hill,

geschafft, sondern nur bis auf bessere Zeiten suspendirt Walks with the homeless traveller all night,

worden.
When trees are tongueless and when mute the rill,
Moon of my soul, 0 phantom of delight
Thou walkest with me still.“

Ueber das Drama fönnen wir leicht hinweggehen.

Tennysons letztes Buchdrama Becket ist aus dem Papier Rudyard Kipling hatte bisher nur hier und da vor die Rampe geireten, und zwar, imter Jrvings Leiein paar metrische Zeilen in seine lebensnollen, wenn auch ! tung, mit glänzendem Erfolge. Veroientermaßen anderes nicht immer gleich kräftigen Schilderungen indischer Vor: Schidjal hatte die Dame, die seit einigen Jahren unter gänge und Zustände eingestreut. Mit seinen Barrack- dem Namen Michael Field unter dem Beifall der LeserRoom-Ballads hat er auch durch den Schwung seiner welt große historische Vorwürfe behandelt: Canute the Verse einen großen Erfolg erringen. Der durchschlagen de Great, Brutus alter, Rufus 1. s. w.; ihr leichteres Realismus dieser Soldatenlieder ist von des seligen Wil- Stück A Question of Memory fiel auf der Bühne helm Hauff in seinem „Morgenrot“ oder „Steh ich in durch. Charles Kingsleys prächtiger Roman Hystiller Mitternacht“ himmelweit enifernt. Schon hinsichtlich der patia wurde in ein Theaterstück verhunzt, das selbst der Sprache, die die afademische Reinheit weit hinter sich werfend, Glanz der Deforationen nicht in ein günstiges Licht großenteils sich in dem slang bewegt, der sich iinter der stellen, dem selbst die Schaustellung des Sklavenmarktes Soldateška entwickelt. Einigermaßent erinnern diese In- und die hübschen Waren der Tänzerinnen nicht auf die rischen Sänge an „Wallensteins Lager“, aber die solda- | Beine helfen konnten. Arthur Foneš, der in früheren tische Redeweise ist bei Kipling ungleich stärker. Auch Jahren einige sehr schlagende Stücke gebracht, in dem er finden sich Anklänge an Bret Hartes Manier, die sanfte die Lügen der Gesellschaft geißelte, hat diesmal eine Gemütsart unter rauher Hülle zu schildern. Den eigen nelie und langweilige Behandlung der Faustsage unter tümlichen Charakter des englischen Soldaten, der von dem Titel The Tempter gebracht. Im übrigen haben seinen festländischen Kameraden so verschieden, meistens die Bühnen viele, für den Augenblick anziehende Luftaus den untersten Ständen hervorgegangen, an das Lands- spiele gegeben, von denen doch wol nur Oscar Wildes knechttum erinnert, aber doch, namentlich im fremden Lande von wirflichem Patriotismus beseelt ist und sich als *) Bergl. Magazin 1893, Nr. 33.

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