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Ende März wird die Versammlung deutscher Historiker in Leipzig stattfinden. Auf der Tagesordnung stehen Beratungen über die Stellung der alten Geschichte im gelehrten Unterricht, über „Stand und Bedeutung der landesgeschichtlichen Studien“ und über „die Grundsätze, die bei der Herausgabe von Aktenstücken zur neueren Geschichte zu befolgen sind“. Vorträge haben übernommen Professor Schmoller (Berlin) über den „deutschen Beamtenstaat des 16. bis 18. Jahrhunderts“, und Dr. von Seidlitz (Dresden) über die „spätgotische Kunst im Königreich Sachsen“.

W. Sk
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In Leipzig starb der Schriftsteller Max Moltke. Den Sachsen Siebenbürgens hat er „Schutz- und Trutzlieder“ gesungen. Bekannter machte er sich durch eine volkstümliche Shakesspeareausgabe. Zuletzt war er als Bibliothekar der leipziger Handelskammer tätig.

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In Sprottau ehrt man die deutschen Meister. Seit zehn Jahren lant diese „dankbare Vaterstadt“ die Errichtung eines Denkmals r Heinrich Laube. Hähnel und Strakosch brachten schon einen kleinen Fonds zusammen. Aber die Väter der Stadt scheinen von ihrer höhern Warte die Sache nur sehr kühl angesehen zu haben und so ist von dem seit einem Dezennium projektirten Monument noch kein Stein gefügt. 9 d Gunnar Heiberg, Verfasser des seinerseit vielbesprochenen Dramas „König Midas“ hat nach mehrjähriger Pause zwei neue, diametral verschiedene Schauspiele auf einmal veröffentlicht: „Künstler“, Lustspiel in fünf Aufzügen und „Der Balkon“, Schauspiel in drei Aufzügen. Von den „Künstlern“ ausführlich zu sprechen, lohnt sich kaum. Das Stück, aus dem der Verfasser einen Akt in der Freien Litterarischen Gesellschaft zu Berlin vorgelesen hat, wurde zuerst am kopenhagener Hoftheater vorgeführt, fiel aber durch, und zwar, nach dem Buche zu urteilen mit vollen Recht. Man kann es höchstens mit Interesse lesen und zwar auch dann nur, wenn man viel unter Künstlern verkehrt hat und an charakterisierendem Detail Vergnügen findet. Ob aber der Held, der Dichter Peer Sommerfelt, der nach einer reichen Heirat nur noch Gutsbesitzer und Sportman sein will, sich zum Schreiben eines neuen Buches zwingen läßt oder nicht, das läßt uns ziemlich gleichgiltig. Das Interessante an diesem Vorwurf ist das Verhältnis zwischen Mann und Frau: die Frau will einen dichtenden Gatten und dieser Gatte hat keinen Trieb zum Schaffen mehr – dies ist aber nur flüchtig angedeutet. „Künstler“ mag von einem echten Dichter gedacht sein, – und mit etwas gutem Willen kann man

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bauten geforderten Mittel trotz der bescheidenen Summe nicht gewähren können. So dürfen wir denn nicht staunen, wenn uns mitgeteilt wird, daß einer der wenigen noch nicht in festen Händen befindlichen Orginalwerke Dürers von Leipzig aus der Sammlung Felix nach London in die National Gallery gewandert ist. Den Preis von ca (000 Pfund, den die englische Regierung dafür gezahlt, glaubte der Direktor unserer Gallerie nicht aufwenden zu dürfen. Es mag ihm schwer geworden sein, zu verzichten. Zieht man aber die Schwierigkeiten in Betracht, welche in letzter Zeit meist von Seiten ganz Inkompetenter unseren Sammlungsdirektoren bei Aufwendung größerer Summen gemacht wurden, so erscheint der Entschluß recht begreiflich.

Ueberdies ist das Bild recht unansehnlich, da es aus Dürers Jugendzeit (1493) stammt, vielfach retouchirt, von Pergament aus Leinwand übertragen ist, und dabei reichlich gelitten hat. Der frühen Entstehung gemäß ist es auch zeichnerisch noch ungelenk, etwas steif in der Haltung, kurz alles andere eher als ein „schönes Bild“.

Trotzdem, als wichtiges Dokument für die Frühzeit unseres grösten Künstlers, als jugendliches Selbstbildnis, als eines der wenigen noch käuflichen Gemälde dieses Künstlers hätte man es wol dem Auslande entreißen können, wenn nicht, wie immer, „die nötigen Fonds“ gefehlt hätten. Wann wird die Zeit kommen, unsere Kunstfonds zu erhöhen?

An der berliner Kunst at a dem ie soll, der Vossischen Zeitung zufolge, eine „Lehrstelle“ für „Marinemalerei“ errichtet werden. Sollte die gute Tante Voi; sich nicht ein Märchen haben erzählen lassen? Berlin als Zentrale der Marinemalerei! Was wird die altberühmte „Seestadt“ Leipzig zu dieser neuen Konkurrenz sagen? Vielleicht lesen wir morgen bereits weitere Mitteilungen, etwa der Art: Für die Herren Marinemalereistudenten, welche „ruhige See“ bevorzugen, werden „sturmfreie Buden“ in der Nähe der Akademie gesucht. Zur Beobachtung „bewegter See“ sucht man Quartier in der Nähe des Hafenplatzes. Uebrigens soll der „olle ehrliche Seemann“ sich bereits als Modellseher gemeldet haben.

NF. 3.

Sitterarische Gesellschaft zu Hamburg.

Am Diskussionsabend, welcher am Dienstag, den 16. Januar, stattfand, sprach Herr Karl Möller in kraft- und schwungvollem Vortrage über „Partei und Kunst mit besonderer Beruck sichtigung der freien Volksbühnen.“ Der Redner sah in dem Thema einen speziellen Hinweis auf die sozialistische Partei ganz besonders auch deshalb, weil sie mehr als alle andern starke Wurzeln im Volksleben geschlagen hat. Er machte interessante Betrachtungen über die Einflüsse des Zeitlebens auf die Kunst und bewies aus zahlreichen Quellen die Engherzigkeit und Verbohrtheit, mit welcher die „Partei“ der modernen Kunst gegenüberstehe. Dann berührte er die freien Volksbühnen, soweit sie mit seinem Thema in Zusammen hang standen und schloß mit dem Satze: Die Kunst dem Volfe, aber nicht der Partei. Der Redner vertrat in seinem Vortrag so normale und gesunde Standpunkte, daß sich Debatten über prinzipielle Fragen kaum entspinnen konnten. Trotzdem entwickelte sich eine Diskussion, in der man flüssig sprach und den Zweck erfüllte, das Publikum zu unterhalten. Ueber das durch Herrn Möller genügend aufgehellte Thema wurde weitere Klärung nicht verbreitet. - Der Vortragsabend am Montag, den 29. Januar war Theodor Fontane gewidmet Herr I)r. Paul Schl enth er aus Berlin sprach in feinsinniger, vornehm stilisirter Rede über den Altmeister und wußte ihn dem Herzen der Hörer so recht nahe zu bringen Es war ein überaus anschauliches und liebevolles Bild, das er von dem Dichter und Menschen Theodor Fontane entwarf.

An den Vortrag, der reichen Beifall fand, schloß sich eine Reihe Fontanescher Balladen und Gedichte, welche durch Herrn Otto Ernst und Georg Kleinicke den Hörern in sehr wirfungsvoller Weise vermittelt wurden.

§. G.

Wegen Raummangels fällt die Litteratur-Tafel aus.

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