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Wenn der Tag fich abkühlt
Und die Schatten lang werden,
Dann wil ich zu meinem Myrrhenberg gehen,
Zur Wolgeruchshöhe.

Du bist so schön, meine Śreundin,
An deinem Körper ist kein Fleck.

Ein Garten mit Granatäpfeln,
Mit auserwählten Früditen,
Wo zusammen proffen
Jasmin und Narde,
Narde und Safran,
Zimmt und Stalmus,
lind alle Büsche,
Die Wolgeruch geben,
Myrrhen und Aloe,
Alle die besten
Wolgeruchskräuter,

Ein Quel in einem Garten,
Eine lebende Quelle,
Ein Libanon-Bach.

Eigentlich werden die Zähne mit schneeweißen Schafen verglichen, die alle Zwillinge tragen, und wovon feines unfruchtbar ist. Der Sinn ist, daß fie im Ober- und Unterkiefer gleich und vollzählig sind. Daß die Wange unter dem Schleier mit einem angejdinittenen Granatapfel verglichen wird, ist durch die eigentümliche Beschaffenheit des Schleiers erklärlich. Er bestand aus zwei Stücken; das eine verbarg den unteren Teil des Gefichtes ud fiel auf die Brust herab, das andre bedeckte die Stirn ind fiel auf den Hinterkopf zurück. So blieben nur die Augen und der obere Teil der Wangen sichtbar, und der konnte in jugendlicher Rotwangigkeit

Rotwangigkeit dem Schnitte eines Granatapfels gleichen. Daß der Myrrhenberg und der Weihrauchhügel Ausdrücke für die Beliebte find, braucht faum erwähnt zu werden.

Eine etwas dunkel beginnende Einleitung: Romm zu mir vom Libanon, meine Brant, fomm zu mir vom Libanon“, enthält nur eine Bitte an sie, von den Bergen aus nach ihm zu sehen, wo die Löwen wohnen und die Panter Höhlen haben, und scheint die Lual der Entbehrung während der Trennung ausdrücken zi1 sollen. Es werden die sentimentalsten Saiten angeschlagen:

pebe dich, Nordwind,
Komm Wind vom Süden,
Vlas in meinen Garten,
Daß fein Duft sich verbreite.

Sie geht auf seine Bildersprache ein und ruft ans:

Mein Geliebter fomnie in seinen Garten

lind speise von seinen erlesenen Früchten! Er antwortet unter steigender Efstaje:

Ich komme nach meinen Garten,
Meine Schwester, meine Braut,
ich pflücke meine Myrrhen,
lind meinen duftenden Balsam,
Speise meinen Honig,
Sauge seine Süßigkeit,
Trinke meinen Wein und meine Milch.

Du hast mein žerz geraubt,
Meine Schwester, meine Braut!
Du hast mein Herz geraubt
Mit einem einzigen Blick,
Mit einer der Ketten,
Die um deinen Hals liegen.

Speist meine Freunde,
Trinkt und berauscht euch in Liebe!

Wie deine Liebfojungen lebhaft sind,
Meine Schwester, meine Braut!
Wie deine Liebfosungen süß sind,
Süßer denn Wein!
Der Duft deines Wolgerudis
Ist süßer denn jeder andere Duft.

Diese lejzten Worte, die an die Umgebung gerichtet werden, kann man, wenn der Vortrag oder die Aufführung der Dichtung ein Glied der Hochzeitfestlichkeiten warcii, an den Chor der Brauiführer gerichtet denken.

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Von deinen Lippen, o meine Geliebte,
Träufelt Honig.
Milch nnd Honig
Fließt von deiner Zunge.
Der Duft deiner Kleider

Kunstgeschichtlidze Unterrichtslitteratur.*)
Ist wie Libanons Duft.

Von

mar Schmid. Und nun beginnt er seine Freude an ihr in Form einer doppelten Vergleichung auszudrücken. Sie

Sie wird bald mit einen Garten' verglichen

Mit vorstehendem langatmigen Titel möchte ich eine

- des Wolgeruchs Spezialität des Büchermarktes bezeichnen, die eigentlich halber, der ihr entströnt – bald mit einer Quelle oder

erst im zartesten Knabensalter sich befindet. Wenigstens, einem verschlossenen Brunnen, was in dem trockenen und joiveit jie auf die Anteilnahme weiterer Kreise als der heißen Palästina das Kostbarste war, die beste Zier eines

„Stunsiliebhaber“ spekulirt. Gartens.

Von zwei Seiten wird auf die Notwendigkeit kunstImmer wieder werden in dem alten Teftamente geschichtlichen Iluterrichts heute hingewiesen. Von Seiten (Kohélet, der Prediger Salomo) die jungen Weiber mit der

der Historifer zunächst. Da man von diesen jeßt außer Zisterne verglichen. Der Besitzer verschloß sie zuweilen,

den üblichen Sdhlachten und Friedensichiüfsen plößlich wenn die Nachbarn sie benutzen wollten. Die Beliebte

„Kulturgcichichte" verlangt, so benußen die Herren meist ist der verschlossene Brunnen, weil sie alle andern abweist: Phidias und Raffael als" rettenden Strohhalm. Die ganz

Vorsichtigen greifen auch nach den solideren Pyramiden. Meine Schwester, meine Vraut

Parallel geht eine zweite, nicht minder fräftige Bewegung, Ist ein verschlossener Garten,

welche den Zeicheninterricht aus einem HandfertigkeitsEine verschlossene Quelle, Ein berfiegelter Springbrunn.

*) Der Revuen vierundzwanzigstes Stüd.

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unterrichte zu einem allgemein bildenden Lehrfache um unter deffen Werken die Zeichnungen so überaus wichtig gestalten will und Kunstlehre“ als sein letztes, höchstes sind, gar nicht berücksichtigt. Ziel ansieht

Vor allem aber" würde das Buch dann den logisch Beide Bewegungen haben eine gemeinsame Grund- notwendigen Aufang und Schluß erhalten. Ohne die lage: das Bedürfnis uferer Zeit, das nur litterarisch kurze Erwähnung der prähistorischen, sowie der ostasiazur Aunstanschauung erzogene, mehr ästhetisch spekumehr ästhetisch spekul- tischen Kunst

, vor allem aber ohne Berücsichtigung der sirende als fünstlerisch empfindeiide deutsche Volf auch in Kunst des neunzehnten Jahrhunderts ist eine moderne der Kunst mit anderen Völfern konkurrenzfähig zu machen. Kunstgeschichte für mich undenkbar.

Die llmwandlung des deutschen philosophisch-ästhe Der Verfasser teilt zwar auch noch die etwas vertischen Sanlus zum Kunstpaulus muß natürlich instematisch, altete Ansicht, daß eine eigentlich funstgeschichtliche Bes ab ovo, vorgenommen werden, hat also schon auf der handlung einer Periode erst von der Höhe eines JahrSchule zu beginnen.

hunderts herab möglich ist.“. Aber wie lange wird es Daß der Zeichenunterricht hierbei von wesentlicher denn noch währen, bis er diese erhabene Höhe erreicht Bedeittung sein kann, ist längst erfannt. Dazu ist in erster hat? Sollte es nicht möglich sein, diese wenigen Jahre Linie notwendig, daß die Zeichenlehrer die nötigen Vor- vorgreifend zu überwinden? Oder beginnt für ihn die fenntnisie mitbringen, und deshalb ist im Zeichenlehrer- Fähigkeit, Thorwaldsens, Cornelius oder Davids Werke eramen Kunstgeschichte als Prüfungsgegenstand vorgesehen. in einem Handbuch aufzuzählen, erst in der Sylvester

Auf Veranlasjung des Vorsißenden der Prüfungs- nacht 1900? Ich glaube, daß fein Urteil, das er sich kommission, des unermüdlich tätigen Geheimrats Jordan, hat über Rauch, Schwind, Meissonier, Gallait oder Piloty Dr. Goeler von Ravensburg, der zeitweilig den be heute gebildet hat, auch in fünf Jahren nicht so wesenttreffenden Unterricht an der berliner fgl. Kunstschule er lich anders lauten wird teilte, ein Lehrbuch geführieben, das fürzlich nach langem Und im übrigen würde ja eine Aufzählung ihrer Harren vollendet worden ist*) und das ursprünglich speziell für Lebensdaten und Werke ohnie” „Irteilsspruich auch geden Gebrauch an der Aunstschule bestinimt war, und nur nügt haben. den für diese Anstalt notwendigen Lehrstoff enthalten sollte. In diesen „llrteilen“, die jedem Meister und jeder

Im Lauf der Ali beit ist aber, trok möglichster Zusammen: Epoche beigegeben sind, liegt überhaupt eine Gefahr. drängung, troß der Abfürzungen im Šajzbaut und viel Wenn Herr von Goeler Raffael als den grösten Maler

", Druidseiten in Großoktav umfaficudes Buch entstanden, das mancher moderne Kulturhistoriker lächeln, von den monun in dieser erweiterten Fassung auch denjenigen, die dernen Malern ganz zu geschweigen. das Studium der Atur.stgeschichte mit einer gewissen, wissen Dies und anderes wäre also bei einer Neuauflage schaftlichen Gründlichkeit betreiben wollen", dienlich sein vielleicht beachtenswert. Von einer solchen Eventualität kann.

kann man aber mit um so größerer Gewißheit sprechen, Ich fürchte, Herr v Goeler hat sich damit ein wenig als die Vorzüge des Buches ihm sicherlich seinen Weg zwischen zwei Stühle gesetzt. zit voluminös für den bahnen werden. Ein solches, ohne Lübfesche Redseligkeit Schulgebrauch, ist es nicht ausführlich genug für denjenigen, kurz und knapp gefaßtes, übersichtlich angelegtes, syste= der sich etwa mit einer einzelnen Periode eingehender be matisch geteiltes ind auber etikettirtes Buch haben sich schäftigen will.

schon Zahllose seit langem ersehnt. Das Goelersche Buch, Bei einer, wie ich glaube, in absehbarer Zeit not in sehr brauchbarem Format, handlich, sehr sorgfältig wendig werdenden zweiten Auflage würde der Verfasser forrigirt, gut gedruckt, kommt diesem Sehnen entgegen. wol darau tur:, die Sache in zwei Bände 311 zerlegen und Nur eineš hätte ich noch zu erbitten. Entweder gar dabei namentlich die lezten Jahrhunderte, die zum Teil feine Grundrisse und Aufrisse oder bessere. etwas zu furz gefommen sind, besonders in der Maler- nicht diese. geschichte, noch 311 eripeitern. In erster Linie fäme die Goeler von Ravensburgs Grundriß ist also ursprüngreichlichere Beibringung von Bilderdatirungen in Betracht. lich für den kunstgeschichtlichen Interricht an der KönigJe weniger es mir einfallen würde, sie" von Schülern lichen Kunstschule, dem berliner Zeichenlehrerseminar, beauswendig lernen zu lassen, um so erwünschter muß es stimmt gewesen. Er sollte die Summe deffen darstellen, sein, fie im Gebrauchsfalle aus dem Handbuch feststellen was die zukünftigen Zeichenlehrer auf der Anstalt ge zu fönnen Wenn 3. B. von den so zahlreichen Bildern lehrt wird, aber nicht so ausführlich in einem zweiiind Radirungen Rembrandts mur" sieben Jahreszahlen jährigen Kursus vorgetragen werden kann. angeführt werden, so steht das weder zu der großen Zahl nachweisbarer Daten noch zu der sonstigen Ausführlichkeit des Workes im richtigen Verhältnis.

Ueber die Anwendung dieser Kunstgeichichte im Ferner fönnte dann die oft zur bloßen Aufzählung Unterricht sind bisher keine ausführlichen Vorschriften herabsinkende Behandlung mancher Künstler-Oeuvres durch gegeben. Sie konnten auch nicht gegeben werden, da eine sorgsame Darlegung der historischen Entwicklung ersetzt hierüber bisher eine Feste Meinung sich noch gar nicht werden. Diese Bemerkung gilt ganz besonders für gebildet hat. Innerhalb der mir gestedten Grenzen suchte Rubens. Obmol der Verfafier über diesen Künstler ich in den Jahren, in denen ich selber diesen Pinterricht speziell gearbeitet, läßt er doch jede eingehendere Dar an der Kunstschule erteilte, ihn dadurch praktischer zu stellung des Entwicklungsganges nach der technischen machen, daß ich mit vollfler Zustimmung des Direktors, Seite hin vermissen und gibt dafür eine recht inüber- Professor Ewald, einerseits praktische Zeichenübungen der ichtliche nach dem Genre geordnete Zusamnienstellung der Schüler an der Wandtafel, andrerseits Erfurje über die Werke.

Technik (der Kunst wie des Kunstgewerbes) damit verAuch die wichtigsten Handzeichnungen könnten dann band. Das Runstgewerbe konnte ich aus Zeitmangel zu gebührend berüdjichtigt werden. Jeßt werden diese bei meinem Leidwesen nur gelegentlich streifen. Und doch Lionardo z. B. nur "flüchtig erwähnt, bei Rembrandt, gebührt ihm, wie ich glaube, iui Zeichenunterricht ein

Hauptplaß. Die Geschichte der Malerei und Plastik in *, Grundriß der Kunstgeschichte von Dr. Frhrn. Goeler von

Zeichenunterricht ausführlicher durch Vorträge und Vors Ravensburg. Berlin. 1894. 6. Duncer.

legen von Photographien zii behandeln, habe ich früher

lebhaft empfohlen. Mir scheint heute, nach dem, was ich würde ich als Schulrat dazu verdonnern, Leffings Laokon von den Leuten der Praxis höre, daß derartige Erperi- dreimal durchzulesen. mente doch nur gelegentlich, nebenher, nicht systematisch vorgenommen werden fönnen. Dagegen läßt fich Stillehre und Formenlehre viel leichter und ungezwungener

Dagegen könnte der Zeichenlehrer eine Aesthetit be. zur Grundlage des Lehrgange im Zeichenunterricht sonderer Art lehren, die freilich als solche von den philomachen. Bestrebungen derart find nun schon seit Jahr- sophischen Autoritäten noch nicht recht anerkannt ist, zehnten im Gange. Ich erinnere an französische Ver- nämlich die Aesthetik der häuslichen Kunst. fuiche und an das etwas weitgehende Programm des Kunst im Hause, was wird darunter heute nicht österreichischen Zeichenlehrervereins. Neuerdings hat der

Neuerdings hat der alles verstanden! Ich werde mich hüten es aufzuzählen. Zeichenlehrer Woytt in Koblenz recht beachtenswerte Wie viel könnte da reformirt werden! Es fäüt mir Vorschläge in dieser Richtung gemacht.*)

nicht ein, alle Dilettantenkünste zu verachten. Im Wer die betreffende Fachlitteratur nicht verfolgt, hat Mäffen dem Kunstintereffe zuzuführen. Ich hasse nicht

Gegenteil. In ihnen sehe ich das einzige Mittel, die faum eine Ahnung davon, wie energisch von der jüngeren Generation unserer Zeichenlehrer die Ausgestaltung ihres

eo ipso alle

Holzbrand- und Laubsägearbeiten, alle selbst= Unterrichtes erstrebt wird. Zunächst ist der Grundsatz ich hasse nur die geschmacklosen Produkte dieser Gattung.

gemalten Türfüllungen und gestickten Sofatifsen. zur Geltung gekommen, daß der alte Handfertigkeits- Wie ungeheure Verdienste könnte fich ein mit Geschmack Unterricht, der Vorlagendril, verwerflich sei, daß nur, wer mit Verständnis geistig arbeitend, an die zeichnerische derartige Fragen erörterte! Wenn er von der Auswahl

begabter Zeichenlehrer erwerben, wenn er im Unterricht Wiedergabe eines Originals geht, dauernd Vorteil davon

der Bilderrahmen, dem Aufhängen der Bilder, von haben wird. Alles Fabriziren von Bildchen, von sauber Teppichen und Gardinen, von Möbeln und Tapeten gestrichelten Landschaften, Tier- und antifen Götterföpfen, spräche! Da werden Tapetenmuster und Stuhlbeine, verblüffenden Hildebrandtschen Aquarellen u. dergl. m.,

Vaien und Guirlanden gezeichnet.' Warum sollten fich alles, womit die Schule Eltern und Schüler früher be- Belehrungen über häusliche Verwendung dieser Dinge trog, wurde aus den linterricht von Stuhlmann u. a.

nicht anschließen? Die Majorität unserer besseren verbannt. Aber allzu einseitig wurden dafür Ornament richtsgegenstand eingeführt

. Man bildete zwar das Auge, Lionardo mit ganz unzulänglichen Vorlagen sprechen. und geometrische Körper als fast ansichließlicher Unter: Zeichenlehrer wird über diese Dinge viel beredter, weil

viel kompetenter sein, als wenn sie über Rembrandt oder aber nicht den Geschmack. Hirth, in seinen Jdeen über

Ju jeder Schule sollte eine entsprechende Zeitschrift den Zeichenunterricht, betonte diesen Fehler. Aber ohne gehalten werden, die den Lehrer mit der Entwicklung des alle Rücksicht auf die natürlichen Grenzen des Schule Geschmackes wie der Technik auf dem Laufenden hält

, unterrichts empfahl er eine fünstlerische Unterrichts

denn nichts ist hier gefährlicher, als fossile Anschauungen. methode, die wol für die Akademien, aber nicht für

Neben den von Seidliß herausgegebenen LiebSchulen paßle.

haberkünsten (München, Didenbourg), neben den von Mit Recht betont daher Woytt, daß er auf Grund Hoffmann in Stuttgart herausgegebenen ,,Dekorativen seiner siebzehnjährigen Praxis über die Grenzen des Zu- Vorbildern“ wäre vor allem der „Zeitschrift für Innentässigen besser urteilen fönne, als ein Kunstgelehrter, dem dekoration“ zu gedenken, die jeßt bereits im fünften die Verhältnifie der Schule ferne liegen.

Jahrgange bei Äler Roch in Darmstadt erscheint. Die Zweierlei verlangt Woytt, und mit ihm eine Reihe Zeitschrift empfiehlt sich für jeden, der Freude an einem anderer Schulmänner, zur Belebung des Ilnterrichtes. behaglich und geschmackvoll ausgestatteten Heim hat, ganz Zunächst Ausnutzung des Naturpflanzen - Zeichnens. besonders aber für jenen Schulzwec. Meurers tiefdurchdachtes System, die Anregungen, die Während im Terte alle oben angedeuteten Fragen Gerlachs Vorbilder geben, alles das sollte benußt behandelt werden, dient eine Fülle reicher, oft meisterwerden. Die Pflanze ist nach der Natur 311 studiren, licher Skizzen und Abbildungen zur Erläuterung. Eine schematisch zunächst darzustellen, von Quarta ab auch zur zweđinäßige Auswahl derselben wäre für den Unterricht Komposition einfacher Ornamente zu verwenden.

leicht zu treffen. Und wie fönnte die ewig herbeigesehnte Die einheimischen Pflanzen machen den Anfang, Beziehung zwischen Schule und Haus wirkungsvoller aber um die klassische Ornamentik verständlich zu machen, hergestellt werden, als durch solche Erörterungen werden auch Pflanzen des Südens, wie der Akanthus berücksichtigt. Nach den Körperzeichnen kann in Ober Wo bleibt dann aber die ,,Bekanntschaft mit Phidias fekunda auch das Zeichnen nach lebenden Pflanzen he und Raffael“, die nach dem Urteile so vieler Einsichtiger ginnen.

heute unbedingt schon auf der Schule gemacht werden Wie das Naturpflanzenzeichnen den linterricht belebt, muß ? so soll das Heranziehen der Kunstgeschichte ihii durch. Eine Antwort finden wir in M. Spieders kleiner geistigen. Woytt wil sie aber nur dulden, soweit jie Broschüre: „Unterricht in der Kunstgeschichte auf der Verbindung behält mit der Zeichenarbeit des Schülers. höheren Mädchenschule“*). Was darin gesagt ist, läßt Erft in der Prima will er gelegentliche kleine Vorträge sich mutatis mutandis auch auf die höhere Knabenschule des Lehrers aus diesem Gebiet einführen, und zwar über beziehen. Mit Liebrecht bezeichnet Spieder die KunstAesthetisdies, Kunstgeschichtliches und Kunsttechnische geschichte als die Spiße des Geschichtsunterrichts und Das leßtere sollte er in erster Linie niennen, denn es verlangt demgemäß, daß der Geschichtslehrer als historisches liegt ihin als Praktifer am nächsten. Das Runstgeschicht- Nebenfach Kunstgeschichte treibe. liche möchte ich durch das Stilgeschichtliche ersetzt wisjen. Es würde zu weit führen, Spieders Vorschläge im Aesthetische Erörterungen aber würde ich auf das sirengste einzelnen zu kritisiren. Jedenfalls sind sie gutgemeint, untersagen. Zeichenlehrer, die solches sich unterfingen, und wenn ich auch die Befürchtung nicht unterdrüden

kann, daß diese plößlich zu Aunsthistorikern umgeprägten

Schulmeister gemeinhin recht doktrinäre Kunstgeschichte Entwurf eines Lehrplanes für den Zeichenunterricht von G. Woytt. Leipzig. E. Pfeiffer. Dazu 22 Borhängetafeln.

*) Anklam, 1894. St. Borgmann.

*

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predigen werden, so kann man dagegen einwenden, besser gleich auf die zweite Klasse des Soldatenstandes gefaßt doktrinäre Kunstgeschichte als gar keine. Die Hauptsache machen. bleibt auch hier die Beschaffung der Vorbilder, damit Rasch gingen nun die beiden bis zur Schenke zurück. miehr der Anschauungsunterricht, als die Kunsttheorie Das Tanzvergnügen war noch im vollen Gange. Starwirksam wird.

line wollte nicht wieder mit hinein. Sie schämte sich und An Bemühungen in Lehrerkreisen, den kunstgeschicht- fürchtete den Spott, der sie umfehlbar begrüßen mußte, lichen Unterricht bereits in der Schule zu beginnen, fehlt wenn sie an der Seite ihres Füsiliers rich ießt blicken es fonach nicht. Die Zahl derer, die ihn der Schule ließ. Sie hielt sich unter den Kastanienbäumen an der gänzlich fern halten wollen, schmilzt immer mehr 311saminen. Kirche versteckt, bis er wieder herunter fäme. Lautes GeSache aller für künstlerische Bildung unseres Volkes : johle und rohes Gelächter drang durch die offenen Fenster Interessirten ist es, diesen Anschauungen so allgemeine des Tanzsaales an das Ohr der ängstlich Lauschenden. Geltung zu verschaffen, daß eine gesunde Entwickelung llud dann gab es einen heftigen Wortwechsel da oben, dieser Reime möglich wird.

aus dem sie die Stimme ihres Schaßes wol heraus hörte. Herrgott, wenn nur keine Schlägerei daraus entstünde! Einer gegen so viele! Sie hätten ihn gewiß ichreck

lich' 311gerichtet. Aber jeßt wurde es auf einen Augenblick 3

stille da oben und gleich darauf leßte die Musik wieder ein. Starline atmete erleichtert auf. Und jept sah sie auch ihren Gottlieb' mit einem Saße die zwei steinernen

Stufen vor der Schenkentür herunter springen und auf 4) faunenflucht.

fie zueilen. Von

Sie lief ihm entgegen und bemerkte sogleich, daß er Ernst von Holzogen.

seine Waffe nicht im hatte.

Ach, Gottlieb,“ jammerte sie. „Han se dersch doch (Fortseßung.)

gemaust, die Bande, die gemeine ?"

Nä nä, halt mich nur nich uff,“ verseßte er hastig, Mit langsamen tiefen Schlägen, die weit in die fille indem er sie bei der Hand nahm und mit sich fortzog

. Nacht hinaushallten, verfündete die Turmuhr von Groß „Die Gameraden von der zweiten Gombanie han 's mit Bösleben die neunte Stunde. Da fuhr Gottlieb Lilia genommen. Da war eener, der de auch gedient hat, der ritich von seinem weichen Heulager empor, griff fich ai: hat mersch gesagt. Ich julle niir feste zulaufen, sie wär'ıı den Topf und fluchte leise vor sich hin.

erscht vor ener Värtelstunde fortgemacht. Ich gennte se Jeßt wühlte sich auch Karline mühsam hervor und gut noch einholen.“ fragte ångstlich: „Herrjemmersch, Gottliebchen, was is Ja ja, laufe nur, Gottliebchen," ermunterte sie ihi, ’enn, mußt 'enn jeßt heeme?" Ilnd sie legte müde den sich schwerfällig rieben ihm in Trab sekend,

Gomm Kopf an seine Brust .

nur mit bein Gute vorbei, da hast es’n näher" uff de Er lachte gezwungen. llnd während er ihr mit seinen Scharsee.“ plumpen Fingern das Heit aus dem fettglänzenden blon Sie feitchtei iteben einander her an der Rückseite der den Haar zupfte, erklärte er ihr, daß er schon längst hätte Stallungen und Scheunen des Rittergutes. lind dann aufbrechen müssen, daß er ohne Urlaub und noch dazıı kletterten sie mit leichter Mühe über eine niedrige Lehmbem Bann des Reviers entwichen sei. War es schon nid 1 malier, die den herrschaftlichen Stüchengarten abschloß. ungefährlich, des Nachmittags auf ein paar Stunden i sprangen über die Beete weg und den schmalen Weg durchzubrennen, so war ihm jeßt, wenn er um elf lihi zivischen den Stachelbeerbüschen entlang, bis zit einem uns nachts ohne IIrlaubsfarte die Nasernenwache passiren verschloffenen eisernen Pförtchen am anderit Ende. Dort mußte, schwere Strafe gewiß, zumal da er beim Haupt: machte Karline einen Augenblick Halt und wies auf ein mann so schlecht angeschrieben stand.

Fenster 311 ebener Erde auf der Rückseite des WirtschaftsSie begann ihn jammernd 311 bedauern und sich selbst gebäudes, die nach dem Küchengarten hinaus lay. anzuflagen, daß sie dies neie llugemach für ihn ver Siehst D'es, dort ist mei Fenster, da drinne schlaf schuldet habe. Er aber stellte sich ganz gelassen und be- ich mit den beiden Stallmägden“, stieß fie atemlos herhauptete, ihm sei nun schon alles einerlei. Ein paar lind dann zog sie ihn wieder weiter an der Hand Tage strengen Årrests verschlügen ihm nun auch nichte über den Hof, beruhigte den großen Schäferhund, der mehr, so gewohnt wie er die Schinderei doch schon ein bellend auf sie losgesprungen fan, und begleitete ihn auf mal sei. Nun er einen treuen Schatz in erreichbarer einer kurzen Pappelallee, die als Privatweg nach der Nähe habe, würde er schon seine drei Jahre aushalten, Landstraße führte, bis dorthin. Sie umarmten fich noch so oder so.

einmal flüchtig und er versprach wiederzukommen, sobald lind da sie ihn so gefaßt jah, wurde sie auch selbfi als es ihm möglich sei.

als es ihm möglich sei. Dann jeßte er sich wieder in wieder guten Muts. Er sprang auf die Füße und half Laufschriit und war bald im Schatten der Kirschbäume ihr auf von dem weichen Liebeslager und dann brachte nicht mehr zu erkennen. fie lustig fichernd den Heuhaufelt wieder in Ordmung, Rasdh atniend, die Linfe auf den wogenden Busen weil sie als ordentliches Mädchen gewohnt sei, immer erst gedrückt, stand fie da, bis sich das Trapsen seiner schweren hübsch das Bett zu machen, bevor sie die Schlaffammer Stiefeln in der Stille der Nacht verloren hatte. Dann verließ. und dann waren sie einander behilflich, das felirte sie langsam durch die Pappelallee nach dem Hofe Heu aus ihren Kleidern zu entfernen. Bei dieser (Se- zurück. legenheit ward Quaritsch erst gewahr, daß er sein Seiten

III. gewehr auf dem Tanzboden gelassen hatte. Da bekam er es doch mit der Angst. Wenn ihm die frechen Bauern Gegen vier Uhr am andern Morgen – es war schon burschen nun gar den Schur angetan hätten, ihm seine ganz hell draußen, obwol die Sonne noch nicht auf. Waffe zu entwenden, wenn er ,,ohne umgeschnallt“ mitten gegangen war fuhr Starline aus einem unruhigen in der Nacht von der Kasernenwache aufgegriffen wurde, Traunie empor. Die Erzählung ihres Schaßes von all dann war és vollends aus mit ihm, dann konnte er sich I den grausanien Quälereien, die er durchzumachen gehabt

vor.

hatte, von dem Puffen und Knuffen der IInteroffiziere, den Hof in den herrschaftlichen Part hinüber rennen. den Schlägen der Kameraden und ihrem mitleidlosen Hohn, Dort wären fie zu dieser Stunde ganz ficher, denn der ging ihr, alle Einzelheiten bis zum Furchtbaren gesteigert, Bärtner und die Schloßdienerschaft kämen vor sechs Uhr umsomehr im Kopfe herum, als ihr selber gestern Abend nicht zuin Vorschein. noch mit Schlägen und mit Hohn die Nachtruhe gesegnet Quaritsch tat, wie ihm geheißen, und gelangte unbe. worden war. Das Haus war schon verschloffen gewesen. merkt hinüber in den Schloßgarten. Karline folgte ihm Ter Inspektor selber bewahrte den Schlüssel und hatte nach. Iind dort unter dem breiten Wipfel einer alten ihr auf ihr Klopfen geöffnet. Ilnd kaum war er ihrer Linde auf einer Gartenbanfließen sie sich nieder und ansichtig geworden, als er wie ein Rasender über sie her wärmten einander in einer langen Umarmung. fiel und sie mit Maulschellen und Fauftschlägen auf Karline war die erste, die soweit wieder zur Bes Schultern und Rücken traftirte, weil sie versäumt hatte, finnung fam, um die naheliegende Frage zu tun, wie am Abend ihre Schweine 311 besorgen. llnd die beiden denn das zugehe, daß er sich so früh am Tage wieder bei Ruhmägde, welche die Schlaffammer mit ihr teilten, ihr einstellte." Und da erzählte er ihr, daß er gestern hatten statt Mitleid nur schadenfrohen Hohnt für sie ge Nacht trotz äußerster Anstrengung die fanieraden nicht gehabt. Daß fie mit einem Soldaten gegangen war, mehr einzuholen vermocht habe. Troßdem sei er bis wußten die natürlich auch schon. Da frieate fie den zum Kaiernentor gegangen, aber dort habe er gerade schöne Dinge zit hören. Zum Schluß ihres wüsten Trau feinen Feldwebel um die Manter biegen fehen auf seinem mes war ihr ihr Gottlieb crichienen, hatte fie bei der Heimwen, und da hätte er einen solchen Schreck gefriegt, Hand genommen und blos gesagt: „Romm of mit, mir daß er in der entgegengeseßten Richtung davongerannt sei, reißen aus.“ Und da wollte sie aufstehen und ihm folgen. so rasch ihn seine Beine nur tragen wolten. Und Sie mußte ja doch tun, was er wollte, das verstand sich nun habe er beschlossen, überhaupt nicht mehr zurüdja ganz von selbst, Aber sie fühlte sich im Bette festges zufehren. halten, wie mit Stricken angebunden und eine Zentner: „Ich ha'es 'en satt, ich mache nich mehr mit! Ich last auf ihrem Reibe. Sie schlug mit den dicken roten laß m'r nischt mehr gefallu’!" fnirschte er, die geballten Armen um sich und arbeitete sich mühsam ein wenig Fäuste schüttelnd, vor sich hin.

Fäuste schüttelnd, vor fich hin. „Mir is jeßt alles eingal. unter dem schweren Federbett hervor.

Wenn je miich fassen, niachen schmeißen se mich doch ins Und jebt war sie wach. Jn Schweiß gebadet lag fie Loch Obs 'r nune acht Tage mehr wär'n oder nich, das da und rieb sich die Augen. Von den beiden anderen is je doch mir Schnorß. llnd wenn ich 'rausgomm, Betten her ertönte das regelmäßige sanft raffelnde Ge nachen brenn ich wieder durch, bis daß je mich emal schnauf der Mägde und jett – mo fam denn das her? totichieße. Nachen wär'n fe wol zufrieden sein, die das hatte doch deutlich geklopft?

Hunne!" Rarline richtete fich halb auf, stüßte sich auf die „Aber nee, Gottlieb, wies de blos red'tft", rief Hände und starrte nach der Tür. Da klopfte es wieder; | Karline entsetzt.

Karline entsait. „Wo bist denn mur de Nacht gewäsen?" aber das kam nicht von der Tür, das fam vom Fenster „Nu, ich bin je doch gleich redur gemacht und hier her. Sie blickte ängstlich nach ihren Kameradinnen hint bein Dorfe da ha' ich ene Sandquhle gefunden. Da ha' über, und als sie jah, daß die noch fest schliefen und fich ich drinne geschlafen Un jeß will ich in Wald, weißte. nicht rührten, sprang fie aus dem Bette und schlich nach Da versteck" ich mich, daß je mich so leicht nich fafsen dem Fenster. Sie schlug das zerschliffene alte Rouleau sollen. Aber heere, Garline, was de de Hauptsade is ein wenig zurück – und wirklich, es war ihr Schat, du mußt m'r Zivilgleider verschaffen.“ der da draußen stand, das breite Gesicht zwischen zwei „Iche?" Sie rückte ein Stückchen von ihm weg und der eisernen Gitterstäbe gedrückt, welche vor dem Fenster sah ihn groß an. angebracht waren.

Nii freilich, wer 'enn sunste? In der Uniform derf Im ersten Augenblick war sie gar nicht einmal so ich mich je doch nirgends last blicke !" sehr erstaunt. Er war ihr ja die ganze Nacht im Traume „Hast 'eun Geld ?" nah gewesen, und daß er nun wirklich leibhaftig dastand, „Fimf Feninje ha' ich“, lachte er bitter. das war nur eine vernünftige Fortseßung des Traumes. von ganin

mann ich m'r nu gerade geen Sonntagsanzug Sie öffnete leise das Fenster und streckte ihm die Hand

gaufen." zur Begrüßung durch das Gitter entgegen. Sie dachte „Nu, ich ha' je doch auch nischt“, verseßte fie klein. gar nicht daran, daß sie alle ihre Herrlichkeiten seinen faut. Wie soll ich 'enn nachen Augen preisgab, wie sie so vornüber geneigt im bloßen „Äch was, bis of niche lo tumm! Wennste mich Hemde vor ihm stand. Und er schaute nur immer und richtich lieb hätt'st, nachen dähtste nich lange fragen. Was hielt ihre Hand fest und sprach fein Wort. Die fühle m'r nich gaufen fann, das muß m'r halt mause Morgenluft strich ihr über den heißen Körper, daß wemmersch doch so neet'ch hat.“ fie frostig zusammenschanerte. Da entzog sie ihm endlich Nee, Gottlieb, das duh ich nich. Gei Dieb bin ihre Hand und flüsterte: „Wennste nur i kleenes Augen: ich nich“ blickche willst warten, ich gamme gleich 'naus.“

„Na, da iš gutt, nachen läßt es halt bleiben. Atjeh, Sie drückte das Fenster vorsichtig wieder zu und Barline, machs gutt! Ich wär seh'n, daß ich 'nieber danın zog sie sich eilfertig an, sogar Strümpfe, denn einem gomm ins Weimersche. 'Š gibt er ja noch mehr MätSoldaten in llniform wollte fie sich doch nicht barfußchen auf d'r Welt, die de fich" draun für ihrn Schaß was präsentiren. Das Waschen versparte sie sich für später zi1 risgire!“ Und damit stand er seufzend auf und schritt aus Furcht, die beiden anderen aufzuwecken. Dann nahm davon. fie ihre Schuhe in die Hand und schlich sich hinaus. Der Sie lief ihm nach und umklammerte ängstlich seine Schlüssel steckte von imen in der Baustür.

Schultern. nich, Gottlieb, du wericht doch nich? Was Nun war sie draußen. Vorsichtig blickte fie ringsımm. bist 'enn glei so fucht'ch? Ich will Fähn,' daß ich d'r ES schien noch feine Menschenicele auf zu sein. Der was erwische gann. Wahrhaftjen Gott, was de mit mir Pferdeknecht vielleicht, aber der hatte ja im Stall zu tun. werd, das is m'r schon ganz eingal, wenn dich nur nich Da streifte sie beruhigt die Schuhe über die Füße und der Schandarm badi." rannte nach der eisernen Gartentür. Leise rief sie ihren Da drehte er sich rasch um, ergriff sie bein Ropfe Schaß beim Namen. llnd dann hieß sie ihn quer über | und drückte den zärtlich an seine Schulter. Eine lange

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