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verdunkeln und ihm die sonderbarsten Ideen über seine solche Feste wie die französisch-ruffischen VerbrüderungsLebensbedingungen und sein Verhältnis zu den andern Festé anordnen, die sich gegenseitig rühren durch Reden Völfern eingeben. Also gerade dank der Verbreitung ind patriotische Toaste. Ale diese Menschen handeln so des Budidrucks, der Bildung und der Verkehrsmittel

der Verkehrsmittei ohne Bewustsein, weil sie gezwungen find, so zu handeln, bedienen fich die Regirungen, die aller Orten ihre Helfers- weil ihre ganze Eristenz auf dieser Betörung beruht, und helfer haben, der lifafe, der Reden, der Schulen, der Presse, jie wüßten garnicht, was sie sonst tun sollten. Aber selbst um dem Volfe die merkwürdigsten und falschesten Ideen diese Handlingen werden wieder zur Ursache von Symvon seinem eignen Interesse, von den Beziehungen der pathie und Aufmunterung in der Sphäre, in der sie ges Völfer ziteinander, von ihrem Charakter und ihren Ab ichehen. Eng mit einander verbunden, rechtfertigt einer Fichten beizubringen. lind das Volf ist derart erschöpft den anderen stillschweigend und entschuldigt ihn: Die von der Arbeit

, Baß es weder Zeit noch Mittel hat, den Kaiser und die Könige entschuldigen und rechtfertigen, was Sinn der Gedanken, die man ihm eingibt, und der Be die Armee, die Geistlichkeit und die Gesamtheit der Bes fehle, denen es, wie man ihm sagt, um seiner Interessen amten tut, diese billigen und entschuldigen, was Kaiser willen ohne Murren gehorchen muß, zu begreifen und ihre und Könige tun. Die Volksmenge dagegen, besonders die Zwedmäßigkeit zu prüfen.

Menge in den Städten, die keinen vernünftigen Grund Die Männer aus dem Volke, die dahin gelangen, in alle dem erkennen fann, was diese Menschen tun, wird sich von der beständigen Arbeit frei zu machen, und die sich wider ihren Willen dahingebracht, ihren Handlungen eine Bilging verschaffen. und dadurch, wie man meinen könnte, besondere, beinahe übernatürliche Bedeutung beizulegen. befähigt wären, die Betörung, deren Opfer sie sind, zu Sieht die Menge z. B. Triumphbögen errichtet

, sieht sie begreifen, find solchen Anfeindungen ausgeseßt, sind der Feuerwerf abbrennen, hört sie Kanonenschüsse, GlockenGegenstand so verlockender Anerbietungen, unterliegen fo Geläute, fieht sie Menschen der Wachtparade nachlaufen, Tehr der Sitagestion der Regirung, daß fie bald auf ihre rieht sie Schriftstücke, Telegramme, reitende Boten, die dahin Seite übergehen. Sie nehmen die vorteilhaften Stellungen fliegen, so legt sie, da sie sich garnicht vorstellen kann, daß von Profefforen, Priestern, Offizieren und Beamten ein, all dies (wie es wirklich der Fall ist) geschehen könne und beginnen ihrerseits die Betörung 311 verbreiten, die ohne irgend einen vernünftigen Grund, dieser ganzen Bes ihre Brüder ins Verderben führt, als wäre an der Ein wegung eine geheimnißvolle Bedeutung bei; fie begrüßt gangspforte der Bildung ein Net ausgespannt, in dem alle diese Menschen mit Hurah oder mit einem andachtsfich alle fangen lassen, denen es geglückt ist, aus der unter pollen Schweigen. Diese Freudenrufe und dieser Respekt der Arbeit feuchenden Volfsmaffe zu entkommen.

aber bestärken nur mehr und mehr die ba oben in der Wenn man zum erstenmal das Entseßliche dieser Idee, aus der heraus sie alle diese Torheiten begehen. Betörung begreift," empört man sich unwiù fürlich gegen die, die um ihres Eigeninubes willen diesen Betrug

XVI. üben, der die Körper und die Seelen des Volfes zer Seit langer Zeit schon beruht die Autorität der Res stört, und man möchte ihnen die Larve vom Aniliß girungen nicht mehr auf der Gewalt, wie das ehemals reißen, diesen Betrügern. Aber bald sieht man: Cie der Fall war, als ein Volt das andere interwarf und es täuschen nicht aus Lüft an der Täuschung, sondern nur, durch die Gewalt der Waffen in Gehorsam hielt, oder als weil sie nicht anders können. Sie täuschen nicht wie inmitten eines Volfes ohne Waffen der Herrscher Macchiavelli, fic haben gar nicht das Bewustsein ihrer Janitscharen oder Garden hielt. Schon seit lange Handlungen, ja meist glänten sie gar eine gute und er itüßt sich die Autorität der Regirungen auf das, was Habene Idee zu vertreteit, und die Mitschuld ihrer ganzen man die öffentliche Meinung nennt. Es besteht eine Ilmgebung bestärkt sie unaufhörlich in dieser Ueberzeugung. öffentliche Meinung, nach welcher der Patriotismus ein Gewiß, sie werden in diese Torheit hineingezogen, erhabenes, moralisches Gefühl ist

, und nach der es ein weil sie unklar den Vorteil empfinden, den sie daraus Verdienst ift. sein Land als das beste in der Welt zu be. ziehen, aber sie üben sie nicht aus, um dem Volfe faliche trachten. Aus dieser Meinung spricht naturgemäß die Jdeen beizubringen, sondern um, wie sie glauben, sein andere: daß es schön und notwendig ist, seinen Militär. Wol 31 fördern. So die Kaiser, die Mönige und ihre dienst 311 leisten und sich der Mannszucht zu unterwerfen, , Minister, menn sie ihre Krönungen, ihre Feldübungen, der Regirung in der Form von Steuern die Frucht seiner ihre Musterungen abhalten, wenn sie einander Besuche

Sparsamkeit zu geben, sich der Entscheidung der Gerichte abstatten in prächtigen Ilniforinen, und wenn sie mit der zu fügen, und endlich ohne Beweis zu glauben, was die ernstesten Miene über die Mittel zur Aussöhnung feindlich offiziellen Persönlichkeiten als göttliche Wahrheit gesinnter Völker beratschlagen (wol bemerkt, den Völfern ausgeben. Es besteht eine öffentliche Meinung dieser Art, ist es nie eingefallen, einander anzugreifen), vollkommen und dank ihr, hat sich eine allgewaltige Autorität bedavon überzenigt, daß das, was sie fun, weise und nüß= festigt, die zu unserer Zeit über Milliarden, über eine lich ist.

weit verzweigte Regirungsmaschine, über Posten, TeleUnd ebenso find alle Minister, alle Diplomaten, alle graphen, Telephone, geschulte Heere, Gerichte, eine Polizei, Beamten, wenn sie ihre mit Sternen, Krenzen und Drdens eine gehorsame Geistlichkeit, Schulen und selbst über eine bändern geschmücte liniform anlegen, wenn sie mit höch Presse verfügt; und diese Macht erzeugt wiederum bei dem fter Sorgfalt auf gutem Papier ihre wirren, unflaren Volfe die öffentliche Meinung, die für die Befestigung Jdeen, die niemand anhören mag, ihre Berichte, ihre Be. der Autorität notwendig ist. fehle und ihre Entwürfe niederschreiben, aufs innigste Die Stärke der Regirungen beruht auf der öffentlichen überzeugt, daß ohne sie das Leben der Völfer stocken oder Meinung. Im Besite dieser Stärke können "fie stets, wenigstens leiden würde. Ebenso find die Militärs über dank ihren Werkzeugen, den Beamten, den Richtern, den zeugt, daß ihre Musteringen 311 Mord und Totíchlag für Lehrmeistern, der Geistlichkeit und der Presse, eine solche Gas Volt höchst nüblich und höchst wichtig sind.

öffentliche Meinung erzeugen, wie sie sie brauchen, um ilud ebenso die Geistlichkeit, die den Patriotismus fich zu behaupten. Die öffentliche Meinung erzeugt die predigt, und die Journalisten und alle die, die patriotische Macht, die Macht erzeugt die öffentliche Meinung. Es Verse oder Handbücher machen, für die sie schöne Hono- sieht aus, als gäbe es aus diesem Zirkel feinen Ausweg. rare bekommen, alle glauben sie dasselbe. Es giebt gars Es gäbe in der Tat feinen Ausweg aus einem feinen Zweifel hierüber, in der Seele aller derer, die solchen Zirkel, wenn die öffentliche Meinung etwas Stetiges,

luwandelbares wäre, und wenn die Regirungen genau | Flamme hindert, fich zu befreien; oder noch besser, ste ist die Schattirungen der öffentlichen Meinung schaffen fönntent, ein altersschwaches und welfes Gras, das sich überall die fie grade brauchten.

vorfindet, wo das neue Gras entsteht, und das dieses in Zum Glück steht es nicht so. Die öffentliche Meinung feinem Wachstum hindert. Die öffentliche Meinung ist im ist nicht stetig, unveränderlich; ganz im Gegenteil, sie beständigen Wandel begriffen. Wenn wir glauben, sie stehe wandelt sich unaufhörlich, gleich zeitig mit der Menschheit

. eine gewisse Zeit felt so liegt das nur daran, daß es Zu dem kann die öffentliche Meinung nicht blos nach immer Menichen giebt, die einem gewissen Moment der Belieben der Regirungen bestimmt werden, sie ist es auch öffentlichen Meinung ihre vorteilhafte Stellung verdanken, wieder, die die Regirungen schafft und ihnen ihre und die daher alles daran peßen, diesem Moment Dauer Stärke leiht. Sed

zu geben und die junge ind wahre öffentliche Meinung, Es könnte scheinen, als wäre die öffentliche Meinung | die sich noch nicht ausgesprochen hat, aber schon im Herzen unveränderlich und sei heute dieselbe, wie vor zehn Jahren; des Volkes lebt, nicht auffommen zu lassen. Diese es könnte ferner scheinen, als sei fie manchmal schwankend Menschen, die eine öffentliche Meinung festhalten, die ihre und machte Rüdschritte zur Vergangenheit, so zum Beie Zeit abgelebt hat, und die dem Freiwerden einer neuen spiel, wenn sie die Republik umstößt, im fie durch eine öffentlichen Meinung widerstreben, find tatsächlich die Monarchie zu erseßen und umgekehrt; aber das erscheint Mitglieder der Regirungen und der herrschenden Plaffen, uns nur so, wenn wir gewisse, besondere Fälle beobachten, die den Patriotismus predigen als eine unentbehrliche die uns zu nahe vor Ängen stehen. Beobachtet man da- Vorbedingung des Lebens der Menschhelt. gegen die öffentliche Meinung während einer langen Zeit. Die Werkzeuge, über die Tie verfügen, haben eine periode und nicht blos. mit bezug auf eine bestimmte ingeheure Macht; da aber die öffentliche Meinung ewig

Frage, sondern mit bezug auf das ganze Leben der vorwärts rollt und wächst, sind diese Instrumente machtMenschheit – gleich überzeugt man sich, daß die öffent-los: die alten Jdeen sinken ins Grab, die jungen keimen liche Meinung, wie der Tag und die Jahreszeiten, feines und blühen auf. wegs unwandelbar ist, sondern unaufhörlich und siegreich Je länger man die öffentliche Meinung niederhält, vorwärts schreitet auf der Bahn, die die Menschheit jemehrnimmt sie an Kraft zit und desto gewaltsamer wandelt, ganz wie, allen Hindernissen zum Troß, der bricht sie hervor. Tag und der Frühling siegreich den Weg gehen, den ihnen Die Regirungen und die herrschenden Klaffen machen die Sonne vorzeichnet.

alle Anstrengungen, um die alte Meinung vom Patriotis. Beobachten wir den Wandel der öffentlichen Meinung mus aufrecht zit erhalten, weil ihre Macht auf ihm beseit einem Jahrhundert, fo bemerken wir, daß die öffent ruht, und gebeit fich gleichzeitig Mühe, das Entstehen einer liche Meinung der herrschenden Klassen von damals, die neuen, öffentlichen Meinung zu verhindern, das ihrer Meinung, die die Leibeigenschaft, die Folter, die körper- Autorität den leßten Stoß verseßen würde. Aber das gelichen Züchtigungen anerkannte, förmlich zur Legende ge lingt ihnen nur im geringen Maße: ein Damm leiftet worden ist; und daß dagegen, was die Menschen des nur bis zu einem gewissen Punfte dem ftrömenden Waffer vorigen Jahrhunderts wie eine Utopie betrachten, hent | Widerstand. landläufige Meinung geworden ist.

Trop der Anstrengungen, die die Regiriugen machen, Beobachten wir die Schwanfungen der öffentlichen um in den Herzen der Völfer diese öffentliche Meiniing Meinung, beispielsweise in betreff der Interdrückung der von ehedem zu erzenigen, nach der der Patriotismus ein Monarchie zit Gunsten der Republik, und umgekehrt fchönes, stolzes Gefühl ist, glauben die Menschen unserer in betreff der Kriege, der Versöhnungsversuche, darın

Versöhnungsversuche, dann Zeit nicht mehr an den Patriotismus, und mehr und wieder der neit ausbrechenden Striege -- so sehen wir, mehr glauben sie an die Zusammengehörigkeit und Brüderdaß diese Schwankungen nur scheinbare waren: die nente (ichkeit der Völfer. Der Patriotismus läßt nur in eine französische Republik und die nelie italienische Monarchie chreckliche Zukunft sehen; die Brüderlichkeit der Völker sind etwas ganz anderes, als die Regirungen gleichen ist ein Ideal, das mehr und mehr für die Menschheit Namens, die sich vor fünfzig Jahren auf die öffentliche erreichbar ist und von ihr ersehnt wird. Und notwendig Meinung stüßten; ebenso ist die Auffassung, die das Volf müssen daher die Menschen von der alten öffentlichen heute vom Ariege hat, eine ganz andere, als die vor Meinung, die ihre Zeit abgelebt hat, übergehen zit der fünfzig Jahren. Ganz wie vor fünfzig Jahren gibt es iteiten. Dieser Wandel ist eben so unvermeidlich, wie im heute Herrscher und Heere, gibt es Kriege, Steuern, Lurus Frühling der Fall der leßten welken Blätter und das und Elend, Religionen, wie den Katholizismus, die Wachstum des jungen Laubes, das aus den schwellenden griechische Orthodoxie, das Luthertum; aber die öffent- Mulospen hervorbricht. liche Meinung steht diesen Dingen verändert gegenüber Je länger dieser Fortschritt niedergehalten worden und verändert sich noch von Tag zu Tag.

ist, desto drängender wird er, desto mehr springt seine Diese Wellenbewegung der öffentlichen Meinung ent- Notwendigkeit in die Augen. geht uns oft, wie uns die Bewegung des Wassers in In der Tat, wir brauchen nur an unseren Glauben einem Strom entgeht, deffen Lauf wir verfolgen. Die 311 denken, als Christen und als Menschen unserer Seit, unmerklichen Aenderungen, aus denen diese Wellenbewegung wir brauchen nur an die grundlegenden Ideen zu denken, der öffentlichen Meinung besteht, vollziehen fich in die ins in inseren Beziehungen zur Gesellschaft, zu unseren uns selbst.

Familien, zit uns selbst seiten, und gleichzeitig an die Es ist eine Eigenheit der öffentlichen Meinung, daß Lage, in die uns der Patriotismus bringt – und sogleich sie unaufhörlich und unbesieglich vorwärtsschreitet. Daher iehen wir, wie groß der Widerspruch ist zwischen unserem kann es eigentlich keine öffentliche Meinung geben, die die (Hlauben und dem, was die ständigen Bemühungen der Grundlage für die Handlungen eines Menschen in einem Regirungen uns als die öffentliche Meinung unserer Zeit gewissen Zeitraum bilden fönnte. Das ist darum nicht aufdrängen wollen. möglich, weil die öffentliche Meinung nicht stille steht. Man braucht sich mir einen Augenblick die HandEine öffentliche Meinung, die, wie viele, die wir gesehen lungen ins Gedächtnis zit rufen, die der Patriotismus von haben, eine lange Zeit feststand, ist nicht echt; es ist die uns als einfach und natürlich verlangt, um zu sehen, Leiche einer öffentlichen Meinung, ihre Asche, die Asche, wie sehr diese Handlungen, die von uns gefordert werden, die fich überall findet, wo Feuer gewesen ist, und die gegen die Meinung verstoßen, die wir alle hent hegen.

Wir alle betrachten uns als freie, gebildete Menschen, ja Aber was ist denn so großes dabei: „Es lebe Frantals Christen. Andererseits ist unsere Lage für uns allereich" zu rufen, oder auch einem Kaiser, Mönig oder irgend derart, daß, wenn morgen Wilhelm ein Wort Alexanders einem Sieger „Hurrah" zuzuschreien? Oder auch: was übelnimmt, oder wenn nur Herr X einen kriegerischen kann viel daran liegen, wenn man einen Artikel schreibt, Artikel über die Orientfrage schreibt, oder wenn irgend der das französisch-russische Bündnis oder einen Zollkrieg ein Fürst die Bulgaren oder die Serben ausbeutet, oder verteidigt, oder einen, der die Deutschen, die Russen oder wenn irgend eine Königin oder Kaiserin durch dies oder die Engländer schmäht? Und ist es denn so schlimm, das sich beleidigt fühlt, daß wir alle, wir gebildete, wenn nian an einem patriotischen Feste teilnimmt, Toaste humane Christen, verpflichtet sind, ins Feld zu ziehen, ausbringt und an Leute, die man nicht liebt und mit um Menschen zu töten, die wir garnicht kennen und gegen denen man nichts zu tun hat, schmeichelhafte Worte richtet? die wir Gefühle der Freundschaft haben, wie gegen alle Oder gar: Hat es denn gleich so große Bedeutung, wenn Menschen. Wenn das Ereignis noch nicht eingetreten ist, man in der Unterhaltung erklärt, daß Verträge und Bünds danken wir das, wie man uns versichert, der Friedens: nisse nüßlich und woltätig sind, oder schweigt, wenn man liebe Alexanders III, oder der Tatsache, daß Nikolaj hört, wie ein Volk und eine Regirung bis in die Wolken Alexandrowitsch eine Enfelin der Königin Viktoria hei: erhoben wird, während man von den anderen Böses sagt; raten soll. Wenn aber ein anderer Aleranders Tron be oder wenn man es ruhig geschehen läßt, daß der Statholic steigt, oder er selbst seine Anschauungen ändert, oder wenn zismus, die orthodore Religion, das Luthertum gepriesen Nikolai Alexandrowitsch Amalia und nicht Alice heiratet, werden, oder auch irgend ein Kriegsheld oder eine gedann wird man uns wie blutgierige Tiere übereinander schichtliche Persönlichkeit, wie Napoleon, Peter der Große herfallen und in unseren Eingeweiden wühlen sehen. und in unseren Tagen Boulanger und Skobelew? Das ist die angebliche öffentliche Meinung unserer Zeit Ales dies sieht wirklich gar nicht so schlimm aus. Diese Betrachtungen findet man in den gröften liberalen Und doch, wenn wir gerade diese Handlungen unterlassen, Blättern.

die uns jo iinwichtig scheinen, und nach dem Maße unserer Wenn wir, die wir seit Jahrtausenden Christen sind, Kraft die Torheit der Dinge klarlegen, die uns tõricht dünten, uns nicht gegenseitig abgeschlachtet haben, kommt das

dann werden wir unsere unsichtbare Macht wiederfinden, einzig daher, daß Alexander III. és uns nicht erlaubt.

die Gewalt, welche die wirkliche öffentliche Meinnng festÄber das ist schrecklich!

stellt, die in ihrem Fortschritt auch den Fortschritt der Menschheit herbeiführt.

Die Regirungen wissen das und zittern vor dieser XVII.

Macht: sie befämpfen sie mit allen Mitteln, über die fie

verfügen. Damit im Leben der Menschheit die größten und Sie wissen, daß die Stärfe nicht in der körperlichen wichtigsten Veränderungen eintreten, braucht es keine großen Stärke, sondern im Gedanfen und seinem klaren Ausdruck Waffentaten. Es ist unnüß, Millionen von Menschen 311 beruht; jo fürchten sie einen unabhängigen Gedanken mehr bewaffnen, neue Maschinen zu bauen und neue Straßen als sie ein Heer fürchten; deshalb auch leßen fie Zensoren anzulegen, Ausstellungen in Szene zu seßen, Arbeiterbünde zu gründen, Revolutionen zu machen, Barrifaden zu bauen, Aufsicht über Kirche und Schule. Aber diese geistige Araft

,

ein, faufen sie die Zeitungen, bemächtigen sie sich der Bomben zu werfen oder den lenkbaren Luftballon zu ei

die die Welt regirt, entschlüpft ihnen: sie wohnt gar nicht finden – es genügt ganz einfach, daß die öffentliche in Büchern und Zeitungen; sie ist umfaßbar und immer Meinung sich ändere. Damit diese Aenderung eintrete, frei, fie lebt im Grunde des menschlichen Bewustseins. braucht es feiner Gedankenanstrengungen; wir haben Dieje almächtige, unfaßbare und freieftraft regt den Menschen nichts von dem, was besteht, zit verwerfen, noch etwas neues zu erfinden; wir brauchen blos jener schon toten öffent-imwillkürlich sein Denken der Frau," dem Bruder, einem

zum Nachdenken über die Weltereignisse an, läßt ihn dann lichen Meinung nicht länger zu gehorchen, die die Regirungen Freunde mitteilen, allen denen, die ihm nahe stehen, und uns fünstlich suggeriren: es genügt, daß jeder sage, was

gegen die er zu jündigen glauben würde, wenn er ihnen er wirklich denkt und fühlt, oder, zum wenigstent, nicht verbärge, was er für Wahrheit hält. Weder die Milliarden sage, was er nicht denkt

. Wenn nur eine kleine Anzahl von Ribeln, noch die Millionen Soldaten, noch Maßregeln von Menschen das täten, dann fähe man diese veraltet: irgend welcher Art, nicht Kriege und nicht Revolutionen öffentliche Meinung von selbst ins Grab sinken und eine

werden jemals vermögen, was ein freier Mensch damit neue, die echte, erstehen. Nun, wenn sich einmal die

tut, wenn er nur einfach sagt, was er für recht hält, unöffentliche Meinung ändert, dann wird man sehen, wie

bekümmert um das, was besteht, und was man ihm einsich mit einem Schlage auch der ganze innere Zustand des flüstert. menschlichen Lebens ändert, die ganze gegenvärtige Or

Ein freier Mensch wird offen sein Denken und Fühlen ganisation, die uns peinigt und martert. Man kann mit

bekennen inmitten von Tausenden, deren Worte und Taten gutem Gewissen sagen, daß wenig genug dazu gehören das gerade Gegenteil vertreten. Es könnte scheinen, daß würde, um alle Menschen von dem Elend, das sie erdrückt,

nun der, der Yo aufrichtig seine Meinung sagt, allein zu befreien: es genügt, mit der Lüge zu brechen. Wenn

bleiben müßte: aber viel öfter geschieht es, daß alle oder die Menschen sich nicht länger der Lüge überlassen, die wenigstens die meisten seit lange den gleichen Gedanken man ihnen einflüstert, nicht mehr sagen, was sie nicht und dasselbe Gefühl hatten, nur, daß sie ihm noch nicht denken noch fühlen, dann wird zur Stunde in der ganzen Ausdruck gegeben haben. So wird, was gestern die Ordnung unseres Lebens eine Veränderung eintreten, wie fie die Revolutionäre auch nicht in Jahrhunderten herbei werden. Hat sie sich als solche aber einmal festgeseßt, so

Meinung eines einzigen war, balo die der Mehrheit führen könnten, selbst wenn sie über die Herrschergewalt wird sich auch das Verhalten der Menschen danach ändern. verfügten.

(Schluß folgt.) D, wenn die Menschen nur glauben wollten, Laß alle Macht nicht in der Gewalt, sondern in der Wahrheit liegt, wenn sie sich zu ihr hielten in Worten und Handlungen, wenn sie nicht sagten, was sie nicht (denken, nicht täten, was in ihren Äugen nicht gut ist.

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Der Nadtfalter.

fturz des Lügenbaus bricht die Katastrophe herein. Aber plump

wie die Intrigue selbst ist ihre Lösung. Die verarmte Verwante Von

meldet sich im lekten Aft mit dem erhebenden Bewustsein gänzlicher Christian Morgenstern.

Sinderlosigkeit einfach aber prompt zur Stelle. Das Gute und Ehrs

liche an dem Stück liegt gänzlich in dem Charakterdrama beschlossen. Mit leisem Atem hob sich

Mit feiner, geistreicher Detailmalerei des wiener KleinbürgerDer Busen der Frühlingsnacht,

tums sekte der erste Akt ein und troß schwerfälliger und ermüdender In ihre Träume wob sich

Exposition der Intrigue klang er hoffnungweđend aus. In dem Des Mondes weiche Pracht.

braven, ängstlichen Subalternbeamten und seiner verlogenen unfitt

lichen Frau, beide von Emanuel Reicher und Marie Meyer übers Durchs offne Fenster fandten

zeugend dargestellt, hat Richard Nordmann zwei so lebenswahre, Kastanien mildes Arom,

vollfaftige Charaktere geschaffen, daß Interesse und Stimmung sich Ihre bleichen Kerzen brannten

wie von selbst ergaben. Eine doppelte Perspektive eröffnete sich: beFantastisch zum Sternendom.

schritt Nordmann im weiteren Verlauf den Weg des Charakterdramas

und vertiefte er seine Charaftere, dann war ihm künstlerisches Hes Dic mitternächtige Weile

lingen ficher; verschwendete er seine fèraft auf die vorbereitete KataMit eherner Stimme sprach

strophe, so fonnte er besten Falls theatralische Effekte erzielen. Da schoß gleich einem Pfeile

Nordmann aber tat feins von beiden; er ließ die zwei Stücke Ein Falter ins Gemach.

bis zum Schluß nebeneinander bestehen. So war das Interesse

dauernd zwischen dem gefallenen Mädchen und ihrer gefährdeten Tochter Auf meine Lippen sticß er

geteilt. Und unter diejer Teilung der Sympathie litt auch der In taumelnd rasender Wucht,

änßere Erfolg. Ind, niederstürzend, ließ er

Schmetterlingartig flatterte der zweite Aft hin und her. Er Das Leben für seine Sucht.

spielte im Hause einer zweifelhaften oder vielmehr unzweifelhaften

„Gattin eines Buchhalters“, die ihrem Intimen ein Souperchen gab, Erschauernd blies ich vom Munde Den schwarzen Schwingenstaub

und die Oskar Blumenthal in allzu weichherziger Großmut mit

wahrhaft fürstlichen Rokokoräumen ausgestattet hatte. Und diese Draußen in nächtiger Runde

Verlogenheit der Dekoration wirkte wie ein Simbol: die Handlung Raschelte fröstelnd das Liub ...

mühsam fortzubewegen, erstand die bekannte Dumassche Figur, der Mir ist, als ob ich noch immir

edle Mann, der es sich zum Lebensberuf gemacht hat, ein gefallenes Den Staub wegwischen müßt:

Mädchen zu heiraten, und den der liebe (Gott, gerührt ob soviel Güte, Als hätt mir im einsamen Zimmer

init Reichtümern gnädig beschenft hat. Der Tod dic Lippen gefüßt.

Erst im dritten Akt kam die psychologische Säunst des Verfassers wieder zur Geltung. Aber sie wurde durch eine Fülle äußerer Spannungsmittel, die das Hereinbrechen der Katastrophe begleiteten und sich im Zeiger der Uhr verkörperten, arg beeinträchtigt. Und durch eine zufällige Wendung der Katastrophe kam das Charakters drama zum Austrag, wurde das Kind des gefallenen Mädchens auf

den Weg der Schande getrieben. Litterarische Chronik.

lind so ist Richard Nordmann seine Dichtung troß des viclen

Guten zu einem Bühnenstück zerronnen. Charakteristisch für die Leffingtheater, Sonnabend den 15. September: Gefallene

Halbheit seines fünstlerischen Schaffens war die Diktion seines Engel. Ein Stück aus dem Volfsleben in 3 Akten von Richard Dramas. Sie war verblüffend echt, aber sie ermangelte nüchtern Nordmann.

aller dichterischen Eigenheiten. Und nur hier und da funfelten die
Wenn ein Engel fällt, sagt man, dann weint der Himmel eine Pointen.
Träne. Die fällt ins Meer und eine Muschel nimmt sie auf. So Richard Nordmann hat allzusehr nach Brillanten gehascht.
wird die Träne zur Berle.

Darum ist ihm seine Träne nicht zur Berle geworden.
Aus einer Träne tiefen Mitfühlens mit dem Leid gefallener

Ernst Heilborn.
Mädchenseelen ist Richard Nordmann sein Drama von den gefallenen
Engeln erstanden. Und es sind Augen, die scharf in die charakte-
ristischen Eigenheiten des wiener Kleinbürgertums geblidt haben, die
diese Träne weinten, Augen geschärft an Ludwig Anzengrubers Feins

Le Drame norvégien par Ernest Tissot. Paris, Perrin

et Cie., 1893. malereien im „Vierten Gebot“. Aber zu einer Perle ist Richard Tissot beschränkt sich in seinem Buche auf eine Würdigung Nordmann seine Träne nicht geworden.

Jbsens und Björnsons.' von ihnen ist Ibsen seit einigen Jahren den Gefallene Engel“ hat: 'Nordmann sein Drama benannt und

pariser litterarischen Publikum bekannt; das „Théâtre libre führte „Fallende Engel“ hätte er es mit eben dem Rechte benennen können.

einige Stüde von ihm auf und veranlaßte dainit eine wahre Hochflut

von Rezensionen und Auffäßen über den „Magus des Nordens“. Denn es bestehen in dem Stück zwei Dramen, die zu scheinbarer Hjörnson dagegen war vor kurzem noch in Frankreich ganz unbekannt, Einheit verschmolzen sind. Ein Charakterdrama das eine: Die Tochter und erst in jüngster Zeit beginnt man, vielleicht schon durch Tissot eines gefallenen Mädchens wird auf den Weg gedrängt, den ihre

angeregt, sich mit ihn zu beschäftigen. Es war jo auf jeden Fall Mutter gegangen ist. Das andere eine Statastrophentragödie: die

pin verdienstliches linternehmen, die beiden nordischen Dichter dem

französischen Bublifum näher zu bringen, das Bild Ibsens zu bes unglüdliche Mutter lebt mit ihrem unehelichen Kinde im Hause ihrer richtigen und zu vervollständigen, Bjórnjons Eigenart neu zu vers Eltern. Seit siebzehn Jahren besteht das Verhältnis zu dem Vater mitteln. Die Aufgabe war nicht leicht; es tam für den französischen ihres Kindes, und ihre Mutter ist Mitwisserin ihrer “chuld und

Stritifer darauf an, sich und sein nationales Ich zurüdtreten zu lassen hat sie vor Jahren durch ihren Leichtsinn und ihr Obenhinauswollen

uud selbst- und vorurteilslos sich in den freniden Geist hinein zu

leben. Mit Recht schict Tissot seinen Ausführungen die schönen auf die abschüssige Bahn getrieben. Ihr Water aber ist ein rechtlicher,

Lichtworte des heiligen Augustin voraus: intellectum valde ama. braver Subalternbeamter. Ihn zu täuschen, haben die beiden Frauen Er gehört in der Kritik zur Gruppe der Taine, Bourget und Hennes ein Lügengewebe aufgebaut: das uneheliche Kind gilt als rechtmäßige

quin, er strebt eine wissenschaftlich objektive Kunstbetrachtung an. Tochter einer in der Ferne lebenden, verarmten Verwanten. Das

Die Aritit soll keine Kritit, kein lirteil, sondern eine objektive Er

kenntnis, eine Erklärung geben. Suche den Geist zu erfaffen und ades liegt vor dem Beginn des Stüdes, und mit dem Zusammen- darzustelien - das ist die Aufgabe der Kritit, besonders jener Kritit,

*

die eine fremde Litteratur betrachtet. Tissot hat sie mit Glück gelöst; Ibsen und Þjörnson stehen in seiner Darstellung klar und greifbar vor uns; die Charakteristik, die er von ihnen entwirft, macht den Eindruck innerer Wahrscheinlichkeit. Auch der deutsche Leser wird aus Tissots Buch Belehrung und Anregung schöpfen können.

Paul Remer.

Litteratur-Tafel.

Chronit der bildenden Künste. Die moderne Journalistik hat die bildenden Künste immer mehr und mehr in ihren Dienst gezogen. Bijonders in den legten Jahren ist durch die rapide Entwickelung des Farbendrucs der bildliche Charakter mancher unserer Wochen- und Monatsschriften verändert und der Schwerpunkt mehr oder weniger vom Tert nach der illustrativen Scite hin verlegt worden. Diesem Zuge der Zeit ist nun auch die Stuttgarter Monatssdrift „Vom Fels zum Meer“ gefolgt. Wir erwähnen diesen Ilmstand besonders, weil das erste Heft dieser Zeitid)rift die übrigens von nun an eine vierzehntägige wird in ihrer neuen Gestalt, die durd) Þaul Dobert geschaffen worden ist, uns eine besonders sorgfältige Vertretung der ungemein gefälligen Technik des Farbendrucs verspricht, noch dazu zu einem unerhört billigen Preise. Das neben vielen farbigen Illustrationen sechs Vollbilder in Folio und Halbfolio und drei Bogen Tert enthaltende Heft fostet nicht mehr als 75 Pfennigel Die Farbendrucke sind von vollendeter Technick, das Dedelbild: Der Eingang des Canale grande mit einer Gondel und der Piazetta im Hintergrunde, leuchtet. Der hauptjächlichste Wert dieser Journale beruht darin, daß sie die Kunstanschauung der Massen, in die jie dringen, beleben und heben. Sic pflegen in der Auswahl der zu reproduzirenden Bilder sich an bessero Originale zu halten, als die große Mehrzahl der in der Vanalität ihres illustrativen Teils noch trostloseren Familienblätter als in der ihres tertlichen Teils. Ein Mißgriff in dieser Hinsicht ist die Aufnahme der Hans Dahlschen Geist- und Talentlosigfeit „Dic drei Grazien“ in das vorliegende Heft von „Vom Fels zum Meer“. Derartige konventionelle Süßlichkeiten liegen offenbar nicht im Programm dieser Zeitschrift, die man beinah, wie sie jeßt vor uns liegt, als eine neue bezeichnen kann und die sich anschickt, die Führerschaft unter den wesentlich illustrativen Zeitschriften zu erstreben.

Jachträge: Erscheinungen, beltannt gegeben vom 2 ai big Septbr. 1894. Besprechung einzelner der aufgefüfrten Novitäten bleibt vor

behalten.

VIII. Seschichte. Aus dem Lebirt König Karls d. Rumänien. Aufzeichnungen e. Augenzeugen.

1. Ed. 3o. 421 6. Stuttgart, Cotta. Berliner, Dr. 2.: Geschichte der Juden in Rom von der åltesten Zeit bis zur

Gegenwart (2050 Jahre!. 3 Tle. in 20 Bdn. gr. 8. X, 119, V, 127 und

VII, 2:6 6. m. Abbildgn. Srankfurt a. M., J. Kauffmann in homm. Bibliothek deutscher Geschichte, hrsg. v. fo. v. Zwiedineck-Südenhorst. 89. – 93. ff.

8. Ebenida. -: russischer Denkwürdigkeiten. Särsg. v. Prof. Dr. Thdr. Schiemann. 2. u. 3 .Bd.

8°. Ebenda. Biographie, allg. deut. 179.–181. Lig. Leipzig, Duncker & Sumblot. Dahn, Sel.: Die Könige der Germanen. Das Wesen des ältesten Königtums

der german. Stämme und seiue Geschichte bis zur Auflösung des karoling. Reiches, nach den Quellen dargestellt. 7. Bd. Die Sranken unter den Mero.

vingern. 1. Abt. 8o. 309 6. Leipzig, Breitkopf & Kårtel. Dronie', Joh. Gust.: Kleine Schriften zur alten Geschichte. 2. (Schluß-) Bd. 8.

152 6. Leipzig, Veit & Co. Saulmann, Prof. Karl: Im Reiche des Geistes. Jllustr. Geschichte der Ipiffen.

íchaften, anschaulich dargestellt. Mit 13 Tal., 30. Beilagen und 220 Tert.

Abbildgn. gr. 8'. XVI, 941 6. Wien, A. Sartleben. Sriedlander, n.: Zur Entstehungsgeschichte des Christentums. Ein Escurs don

der Septuaginta zum Evangelium. gr. 8°. III, 172 5. Wien, ú. Hoilder. Geisteshelden (Sührende Geister). Eine Sammlung von Biographien. Forsg. von

Dr Anton Bettelheim. 7., 10, u. 11. Bd. 8. Berlin, E. Esofmann & Co. Geschichte, allgemeine, in Einzeldarstellgn. farsg. v. Wilh. Oncken. 204. (Schluß.)

Liefrg. ramen: und Sachregiiier. 8. Berlin, G. Grote. Geschichtsschreiber, die, der deutichen Vorzeit. 2. Gesamtausg. 54. u. 55. Bd. 8o.

Leipzig, Dnk. Hafster, Dr. Ernst: Georg Jenatid. Ein Beitrag zur Geschichte der Bündner

Wirren. 8o. 571 5. Davos, fs. Richter. Isehn, Vict.: Reisebilder aus Italien und Srankreich. Sarsg. v. Thor. Schiemann.

80. XX, 372 6. Stuttgart, I. G. Cotta. Fellwalds, Sr. v.: Kulturbilder. Ierausg. d. Dr. Geo. Serm. Müller, I. 12°.

Ulm, is. Kerler. -: Amerika. Meue Ausg. 54.–61. Lfg. Leipzig, Schmidt & 6. Bérisson, Graf Maurice d.: Der kaiserl. Prinz (Napoleon IV.) Uutoris. Ausg.

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germanicarum medii aevi. (reue Quart: Ausgabe.) Legum sectio IV. Constitutiones et acta publica imperatorum et regum. Tom I. Inde ab a. DCCCOXI. usque

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idichte neubearb. u. bis zur Gegenwart fortgeführt v. DD. prof. Otto

Kaeinmel u. Konr. Sturmhoesel. 3. Aufl. 7. Bd. Leipzig, O. Spamer. Spruner, v. 4. W. Sieglin: Geschichtsatlas. 1. Abtlg. 3. Ifg. Ootha, J. Perthes. Torma, Sofie o.: ethnographische Analogien, Ein Beitrag zur Gestaltungs- und

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rerum

Starl Vinnen: „Noch mehr Künstler - Elend?" Zürich 1894. Verlags-Magazin.

Es gibt Krüppel, denen man anjicht, daß sie bei normaler Entwicklung ganz hübsche Menschen hätten werden können. Zu dieser Gattung von Geschöpfen gehört obige Flugschrift.

Verfasser knüpft an die richtige Bemerkung an, daß es wunderlid) sei, in diesen Tagen eine deutsche Akademie in Rom zu begründen, während doch in allen vorurteilsfreien Gehirnen die Ueberzeugung herandämmert, daß unsere modernen Akademien Brutanstalten der Talentlosigkeit, Altersversorgung anstalten für Kunstproletariat geworden sind, daß also eine Reform dringend Not tue.

Soweit folgt man den fachgemäßen Ausführungen mit Vergnügen, und nun erwartet man Nefornivorschläge! Aber statt den Kranken. zu furiren, schneidet Herr Vinnen ihm den Kopf ab, womit allerdin js alle Schmerzen gestiut sein sollen.

Nach Binnens Meinung sollen die Afademien auf die Zeichens flassen reduzirt werden. Wo und wie die Kunstbeflissenen dann noch malen lernen sollen, darüber wird nichts verraten. „Welche andere Disziplinen auf einer derartig reformirten Bildungsanstalt noch als nötig betrachtet werden müssen, ist eine Frage von „nebensächlicher Bedeutung“, so erklärt uns der Verfasser.

Da hat man sich den Kopf zerbrochen, wie zu reformiren sei, und man hätte es so einfach haben fönnen. Einfach „Kopf ab!“. War es dem Berfasser zu langweilig, die gut begonnene Broschüre sorgsam zu beenden, oder fiel ihm wirklich momentan nichts ein?

N.

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