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Das ist gewissermaßen die Duvertürc, der nun die im vollsten Sinne des Wortes, dieser stille Mann, der Komödie folgt. Der Vorhang rauscht neuerdings empor rastlos an seiner Bildung gearbeitet, bis endlich, im und wir sehen nun den prächtig ausgestatteten Festsaal, vorgerückten Alter schon, seine Glücsstunde schlug. Stunde die funkelnden Geschmeide an den goldgestickten Kostümen, in der Tat nur! Eine kurze Spanne Zeit, in der es wir hören die Klänge fröhlicher Weisen, das Aneinander- ihm beschieden war, in ungewöhnlich raschem Laufe eine klingen der Becher, und sehen zu unserem Staunen, wie Stufe nach der anderen zu erklimmen, um unmittelbar der ,,Gouverneur" (der ja in feiner Oper fehlen darf) vor dem Gipfel – abzustürzen. Wäre das Attentat auf dem Gegner von gestern, den gefangenen Häuptling der Alexander II misglückt, oder hätte der Verschwörer es feindlichen Schar, die goldene siente um den Hals nur um einen Tag hinausgeschoben, dann stünde es vielhängt. Mit diesem güldenen Settlein ist das Land für leicht heute im ganz Rußland anders und der Name künftige Zeiten gefesselt

. Das Blendwerk, der Wein, des Generals wäre unauslöschlich in den Geschichtstafeln die Orchesterflänge find dem Manne zu Kopf gestiegen, seines Landes eingegraben. - er, der noch vor wenigen Stunden als armseliger Es hat nicht so kommen sollen, und heute ruhen Steppenprinz hinterm Busch gelauert und die Seinen seine Gebeine in Vergessenheit in fremder Erde. „Loris: aufgefordert, den ungläubigen Hunden die Gurgel zu Melifows Glück und Ende" hätte der Autor das Kapitel durchschneiden, er ist berauscht, physisch umd moralisch benennen können, das er mit der schmerzlichen Betrachgefangen. Die Feuerschlünde haben gezeigt, was für tung schließt: „Chaque soir, en quelque coin de la terre, ein gewaltiger Herr der weiße Zar ist, - der heutige la nuit tombée sur un drame qu'il faudrait applaudir Pomp beweist, wie reich, wie großmütig, wie freigebig à genoux.“ er sein kann. In dieser Beziehung sind jene Kinder der Wildnis sehr zivilisationsfähig: sie begreifen im Nu die persönlichen Vorteile, die ihnen erwachsen, fie verstehen és, in zehn Minuten das Für und Wider abzuwägen, und fein einziger hat hier der Versuchung, zu widerstehen vermocht. So ist es Rußland bisher immer noch gelungen, mit Geld, Ordenssternen und Epauletten das

Li - w a. Wert auf friedliche Weise zu beenden, nachdem die Ein Gin chinesisches Sittenbild aus der Zeit der Thang - Dynastie. leitung eine blutige gewesen.

Von Selbstverständlich schmiedet man das Eisen so lange

ai-Hsing-Csien. es warm ist: der Häuptling nimmt dankend die Ein

Aus dem Chinesischen übersekt von Willy Hah n. ladung an, sich in Petersburg dem Oberherrn persönlich

(Sdluß.) vorzustellen, und dort ist er der Löwe im wahren Sinne des Wortes. Der „interessante" Mann wird von allen Liwa kaufte sich mit hundert Goldtaels los und mietete Seiten gefeiert, und die Huris des Nordens find fünf Häuser nordwärts für sich und Eiching eine Wohnung. auch reizender, als die heimatlichen Stalmücken- und Da wusch und pflegte sie seine Wunden und gab ihm Mongolen-Weiber, und sie verstehen es so vortrefflich, andere Kleider. Erst gab sie ihm nur Reissuppe, später einem solchen gebändigten Tiger 'um den Bart zu gehen! Milch und Eierspeisen, endlich nach zehn Tagen auch Fisch Berauscht 'kehrt er zurück als der eifrigsten einer im und Fleisch zu essen. Hut, Schuhe und Stiümpfe, alles Dienst des Oberherrit

, als der strengste Richter über die schaffte sie für ihn an, sowie Kleider nach der neuesten Seinen, wenn sie es wagen sollten, gegen ihre Bändiger Mode. Nach einigen Monden waren seine Wunden zu murren.

geheilt, doch ein ganzes Jahr verging, ehe er wieder Mittlerweile hat aber auch der Soldat seine Flinte hergestellt war. in die Ecke gelehnt und die Harmonika hervorgezogen; Eines Tages sprach Liwa zu ihm: „Mein Lieber, da sißt er dann in der Kibitka, in diesem fuchenförmigen dein Körper ist jeßt wieder geheilt und dein Herz geFilzzelte der Eingebornen, spielt und singt seine Weifen, sund. Ich habe bei mir im Stilen überlegt, könntest grinst den Lauschern gutmütig zu und hält ihnen Vor- du deine frühere Beschäftigung nicht wieder aufnehmen, träge, die sie nicht verstehen; aber sie spüren, daß er ein dich wieder dem Studium widmen?" guter Kerl ist, solange man ihn nicht reizt, und so geht Tiching dachte eine Weile nach, dann sagte er: „Zwei denn auch hier die Verbrüderung im Handumdrehen oder drei Zehntel werde ich wol noch behalten haben.“ vor sich

- Da befahl Liwa den Wagen anzuspannen um auszutDie Theaterkarren mit ihren Dekorationen und fahren. Tsching ritt an ihrer Seite "nebenher. Sie beKostümen und Flitter sind aber indes schon wieder weitergaben sich zu einem Buchhändler am Seitentor südlich gezogen, um dasselbe Stück in der nächsten Station und von Tschiting und ließen sich Bücher vorlegen. Die mit demselben guten Erfolge aufzuspielen.

Rechnung betrug hundert Goldtaels. Sie nahmen die Bücher Das wäre auch vielleicht das System, das im gleich im Wagen mit sich nach Hause. Liwa gebot ihin, schwarzen Indien“, wie der Vicomte Afrika in seinem von nun an alle Gedanken an Vergnügungen aufzuleßen Kapitel benennt, durchgeführt werden sollte; dort geben und sich mit ganzer Seele dem Studium zu widwirkt ja schon ein blauer Frack und ein Zylinderhut oft men, auch die Nacht zum Tage zu machen und in Wunder, um wie viel mehr so eine Ausstattungsoper mit einem fort fleißig zu arbeiten. Beständig saß sie an all ihren glänzenden Apparaten. Freilich, Geld kostet feiner Seite. Erst im Mitternacht begaben sie sich zir die Geschichte, viel Geld, allein vielleicht nicht mehr, als Ruhe. Wenn er der Arbeit müde und überdrüssig war, die wiederholte Ausrüstung von Kriegsschiffen, wenn an dann bat sie ihn Lieder und Gedichte zu verfassen. Als irgend einer fernen afrikanischen Ecke eine Flagge von zwei Jahre vergangen waren, hatte er sich bedeutende einem der schwarzen Kanibalen „beschimpft“ wird. und reiche Kenntnisse erworben. Kein Buch gab es

Eine Studie darf ich nicht unterwähnt lassen, mit innerhalb der vier Meere, das er nicht gelesen hätte. welcher der Band erschöpft ist: „General Loris Melifow". Da sagte Tiching zur Liwa: „Ich will nich jeßt zur Ein trefflich gezeichnetes Lebensbild eines Mannes, der Prüfung melden?" Sie aber erwiderte: Sezt noch es mit der den Armeniern eigenen Zähigfeit erreicht hat, nicht!" und hieß ihn weiter arbeiten, damit er wie ein eine geschichtliche Rolle zu spielen. Ein self-made man Sieger in der Schlacht aus dem Examen hervorginge.

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er

Erst ein Jahr darauf gestattete sie ihm, sich zu melden. | Dsching zum Gouverneur von Tschengtufu und gleichzeitigem Da bestand er das Eramen als Schü-jenio) am besten. faiserlichen Residenten in Tsiennan ernannt war. Dieser

Von seinem Ruhm halte das Ministerium der Zeremo- war schon in Tsiennan angekommen, und hatte im Re nien und des Unterrichts wieder. Als der Prüfungskom- gierungsposthause vorläufiges Quartier genommen. Als missar seine Arbeit las, machte er in staunender Bewun- ihm Tschings Visitenkarte überbracht wurde, der sich bei derung davor seine Reverenz und wünschte, ein Freund ihm vorstellen wollte

, traute er seinen Augen nicht, als des Verfaffers werden zu dürfen. Aber dies ging nicht. darauf die Würden und Aemter und posthumen Denn Liwa sagte zu ihrem Geliebten: ,,Dazu ist jeßt Titel feines Vaters und Großvaters sah, und ließ ihn noch keine Zeit. Es giebt zwar genug Promovirte, die voller Erstaunen bitten einzutreten. Wie er ihn sah, legte da meinen: Wir haben unser Eramen bestanden und er den Arm um seinen Nacken und weinte bitterlich. werden schon ein hohes Amt bei Hofe erlangen und im Endlich nach langer Zeit sagte er: „Unser Verhältnis zit Reiche Ruhm und Ehre erwerben -; aber dein Lebens einander als Vater und Sohn soll wieder sein wie früher! wandel war schmußig und liederlich. Du kannst dich Als Tsching dann auf seine Frage erzählte, wie es ihm mit den anderen nicht vergleichen. Du mußt die Waffen ergangen, konnte er es faum begreifen. „Ist Liwa hier?" deines Geistes schärfen und stählen, um noch das dritte Sie hat mich bis hierher begleitet, aber sie will Eramen zu bestehen. Erst dann kannst du mit anderen wieder imkehren," lautete die Antwort des Sohnes. – „Das Gelehrten in näheren Verkehr treten, um ihnen ein geht nicht an," meinte der Vater. Am folgenden Tage Haupt und Führer zu sein. Da widmete er sich fuhr er mit seinem Sohne nach Tschengtusu voraus, noch fleißiger den Studien, und sein Name wurde noch während Liwa in einem neuerbauten Lusihaus, das er berühmter.

ihr zum Geschenk angeboten, in Tjiennan zurückblieb. In demselben Jahre fanden die Prüfungen im Nach einiger Zeit befahl er einem Heiratsvermittler13) Palaste des Kaisers statt

. Durch ein faiserliches Editt zu erforschen, ob die Heirat zwischen den beiden Familien wurden alle Gelehrten des Reiches aufgefordert, sich zu stattfinden dürfe und bereitete die sechs zeremoniellen meldent.

Hodizeitsgeschenke 14) vor, um Liwa zur Hochzeit zu laden, Tsching mußte eine Arbeit anfertigen, in der er mit damit sie ein Paar würden wie Ts'in und Zsin.16). aufrichtigen Worten Ratschläge an den Tron richtete. Lima erwiderte die Hochzeitsgeschenke. Er bestand das Eramen als erster.

Wenn das Jahr sich seinem Ende zu neigte, erfüllte Der Kaiser ernannte ihn darauf zum Tjanchün von sie ihre Pflichten als Schwiegertochter sehr gut. 10) Tschengtufu.11). Die drei höchsten Provinzialbeamten und Im Hause führte sie ein strenges Regiment. Alle alle niederen Beamten waren seine Freunde. Als er sich Verwante jahen ehrfurchtsvoll zu ihr empor. zu seinem Amtssiß begeben wollte, sagte Lima zu ihm: Als in späteren Jahren ihre Schwiegereltern geIeßt habe ich dich wieder zu dem gemacht, was du storben waren, erfüllte sie die Pflichteri der Pietät auf früher warst. Meine Schuld habe ich gesühnt. Ich will das allergenaueste. den Rest meiner Tage bei meiner alien Pflegemutter zu In dem Trauerhause wuchs ein heiliger Pilz17) bringen. Ein Mann aus deinem Stande fann nur in empor, an dem sich von einem Stengel aus drei Hüte eine hohe Familie hineinheiraten, um zahlreiche Nach- ausbreiteten. kommen zu erhalten. Erniedrige dich nicht dadurch, daß Von den lokalbeamten wurde dies dem Raiser bes Mitte und Rand12) einander heiraten. Zwinge deine Ge- richtet. danfen, auf dein Glück bedacht zu sein. Ich muß jeßt von dir scheiden."

13) Wie schon ein Sprichwort sagt, fann ohne einen HeiratsWeinend sprach er darauf: „Wenn du mich beiseite vermittler eine rituelle Heirat nicht stattfinden. Derselbe hat auf wirfst, bleibt mir nur noch das Schwert um 31 sterben."

Grund der Ahnentafeln und der Stunde, des Tages Monats und Als er aber immer dringender bat ind flehte, fie möchte Jahres der Geburt der Heirats kandidaten zu entscheiden, ob der

Heirat nichts im Wege steht. ihn nicht verlassen, sagte sie: „Ich will dich bis zur Ueberfahrt über den Jangtse begleiten. Wenn wir nach

11) Zuerst tauschen die beiden Famlien zweiseitige Starten aus,

dic als Beweis der Verlobung gelten. Dieselben sind außen mit Tsiennan (Schwerttor) gekommen sind, dann laß mich

roter Seite überzogen, auf die ein Drache oder Phönix gemalt ist. zurücfehren!“

Auf den Innenseiten sind die Namen der Ahnen des Bräutigams Er willigte ein. Nach etwas über einen Monat und der Braut, sowie Stunde, Tag, Monat und Fahr ihrer Gefamen fie nach Pfiennan.

burt verzeichnet. Dann sendet der Bräutigam seiner Auserwählten: Noch ehe sie von Tschangan aufgebrochen waren, war

cin paar goldener oder silberner Armbänder und für ihre An

gehörigen: verschiedene Lebensmittel, wie Schweinefüße, Geflügel ein Edikt des Kaisers erschienen, durch das der Vater des und zivei Fische; die Braut erwidert die Geschenke durch liebersen

dung von Blumen und Stuchen. Der Vermittler sucht dann cinen 10) Heutzutage regeln sich die chinesischen Staatsprüfungen günstigen Tag für die Hochzeit aus. Hiernach schenkt der Bräutigam folgendermaßen. Nach einer Reihe von Vorprüfungen vor Ben Stoffe für die Brautkleider. Einen Monat vor dem Hochzeitstage Distriktsmagistraten meldet man sich zu der ersten Staatsprüfung, (chidt er eine Summe Geldes, fünf Arten Seide und Gewänder, die der Provinzial-Litteratur- Kanzler in jeder Präfektur alle zwei fünf Sorten getrockneter Früchte, verschiedene Stuchen, einen Hahn Jahre abhält. Die bestanden haben, heißen: Hsiu-tsai (wörilich und eine Şenne u. {. w. Fünf Tage vor der Hochzeit erwidert die

feines Talent“), Licentiat. Das zweite Eramen findet alle drei Familie der Braut diese Geschenke und sendet auch Lebensmittel, soJahre in der Provinzial-Hauptstadt statt

. Die Durchgekommenen wie adit Wachsfackeln, drei paar roter Kerzen, Feuerwerkskörper 2c. erhalten den Titel Schü-jen, „Promovirter“. Das dritte Eramen ist Zwei oder drei Tage vor der Hochzeit endlich läßt die Braut ihrem in Peking alle drei Jahre. Die, welche bestanden, heißen: Tschin-schih Bräutigam eine rote Visitenfarte überbringen, auf der ihre Mitgift (wörtlich „Unter die Gelchrten eingetreten“). Das zweite Eramen angegeben ist. als Schü-jen giebt die Berechtigung zum höheren Staatsdienst. Die

15) Ts'in und Tfin sind zwei Feudalstaaten des alten Chinas, <schin-schih treten entweder in die Kaiserliche Akademie (Han-lin-hüan) ein oder finden an bevorzugteren Stellen im Staatsdienst Vers

die zu einander in vielen Beziehungen standen. wendung. Zur Zeit der Changdynastie fand auch schon das zweite 16) Die Schwiegertochter sieht ihre Schwiegereltern nur selten, Eramen in der Hauptstadt, damals Tschangan, in der Prüfungshalle zu gewissen hohen Festen. des Li-pu (Ministeriums der Zeremonien und des Unterrichts) statt Die Zeit zwischen zweitem und drittem Examen war aud, wie oben

17) Es ist dies das taoistische Zeichen der Unsterblichkeit, das

auf Figuren, in den Händen der Genien 26. sehr häufig angebracht hervorgeht, viel fürzer als heutzutage.

ist. Wenn in einem Šause solch ein Pilz wächst, der ja nicht ges 11) In der heutigen Provinz Schechuan.

pflanzt wird, sondern von allein entsteht, so ist der allgemeine 12) Weil Tsching in der Mitte der Gesellschaft, fie aber außerhalb Glaube, daß in ihm ein ganz besonders tugendhaftes und vorihrer steht.

züglidjes Wesen wohne.

ML,L'.

Außerdem hatten in den Balfen der Zimmerdecke Der Vertreter der Vergangenheit trägt Vatermörder, verschänkt Weißsich über zehn weiße Schwalben ihr Nest gebaut.18) Der bier und ist ehrlich; der Vertreter der Gegenwart ist nervös, spekulirt Himmelssohn bewunderte dies und ehrte Liwa durch kost und fennt keine Rücksichten; der Vertreter der Zukunft ist blind und bare Geschenke.

edel. Hier stock ich schon, wer hilft mir weiter fort? Der nedische Als aber die Trauerzeit 19) derflossen war, beförderte Stempel läßt die Idee eben nur durchbliken. er Tsching zu den höchsten Aemtern und Würden. Inner Vielleicht auch, wenn ich Stempeln recht verstand, wollte er das halb von zehn Jahren kam er in die verschiedensten Pro- | Leben im allgemeinen schildern. Deshalb zulegt vier Liebesleute, vinzial-Hauptstädte. Liwa aber wurde niit dem Titel: eine Leiche und eine Geburt. So wird das ewige Auf und Ab, GeFu-jen vom Lande Tjin belehnt.

burt und Grab, Liebe, She, Tod, Werden, Vergehen und so weiter Tsching und Liwa hatten vier Söhne, die alle hohe im schlichten Rahmen eines bürgerlichen Schauspiels vorgeführt. Beamte wurden. Der im Range niedrigste war Gouver Kommeude Stempel-Interpreten werden hierüber entscheiden. neur von Tai-hüan. Die Söhne heirateten in die höchsten Jedenfalls schrie ein Herr im Parkett plößlich „Þazill", als Familien hinein. Auch ihre näheren und entfernteren Stempels Drama an einem wesentlichen Punkt angelangt war. Und Verwanten befanden sich in glücklichen Verhältnissen, fo- da das weitaus der beste Wiß war, den das Publikum an diesem daß sich mit ihnen beiden niemand messen fonnte.

Abend hörte, lachte es von hier ab aus Dankbarkeit bis zum
Schluß. -

Am Vormittag war in demselben Theater , Der Affe" von Otto Oh! Wenn der Charakter und Lebenswandel einer

Sirack gespielt worden. Sympathisch ist die Tendenz, welche in dem Hetäre so ist, wie der der Liwa, die der Vorzeit be

Stück ausgeprägt werden soll: ein Aufbäumen gegen die Herrschaft rühinteste Frauen überragt, soll man da nicht mit Recht des Goldes. Die fiunst ist edel, das Gold ist gemein. Nur hätte in Erstaunen und Bewunderung geraten!

ich einige Kleinigkeiten einzuwenden. Wir legen erstens auf die Mein Großonkel war erst Gouverneur von Tschingischau, Tendenz überhaupt weniger Gewicht, als auf das Dichtenfönnen. Ilnd dann wurde er in das Finanzministerium verseßt und zweitens bringt Sirad die Tendenz, die er ausdrücken will, garnicht schließlich zum Gouverneur von Schui-lu ernanni. In

zum Ausdruck. Die Vertreter des Mammons und die Vertreter der diesen drei Aemtern war er der Nachfolger des Tsching Kunst werden einander gegenübergestellt. Aber das Verbrechen des und deshalb mit seinen Familienverhältnissen sehr ver Banfiers Göße besteht im wesentlichen darin, mit siebzehn Jahren traut.

ein Geschäft und ein Neitpferd gehabt zu haben. Der ideale Held Als ich einmal im Jahre 796 mit Li-kung-tso aus des Verfassers dagegen nähert sich dem Typus des Revolvermanns ; Lunghii auf die Fähigkeiten und den Charakter bedeuten

er ist sogar gemein genug, ein Bild auszustellen, durch das fein ander Frauen zu sprechen kan, da erzählte ich diese Geschichte gebetetes Mädchen mindestens ebenso kompromittirt wird, wie ihr als der Fu-jen vom Lande Tsin. Kung-tso klatschte Beifali Uffe dargestellter Präutigam,

Affe dargestellter Bräutigam, – eben dieser Bräutigam, an dem und hörte staunend zit und forderte mich auf, dies der

nachher die Erpressung verübt wird. Ein zweiter Vertreter des Nachwelt zit überliefern. Da ergriff ich den Pinsel, be

Künstlertums, ein Dr. Leyden, hat eine verheiratete Frau zur Genegte die Spiße und schrieb dies nieder zum Gedächtnis. liebten, was man ihm verzeihen tönnte; aber er spricht hiervon zu Im Herbst des Jahres Dichi-hai im Sten Monate. 20)

anderen und nennt den Namen der Frau, was man ihm nicht vers Pai-Hsing-Tsien aus Tai-jüan.

zeihen kann. „Du bist ein Satan“, sagt sein Freund. „Ich bin ein Philosoph“, sagt er selbst. „Er ist ein schmußiger Lump“, sagen wir einfach. Das sind die beiden Hauptvertreter der idealeren Såünstlerwelt. Herr Krack, Herr K'ract, was sind Sie für ein Anwalt,

Sie bringen Ihre Klienten ja ins llnglück!

Wenn Herr Stempel hie und da Stimmungen zu malen suchte

es lag allerdings immer ein Hauch von Paßenhofer Vier darüber verzichtet Krack fast ganz darauf. Einmal, als Leyden seinen

peffimistischen Speech gehalten hat, ist eine leise Ahnung davon vors Litterarische Chronit.

handen. Aber die Tragik der Geldknechtschaft fommt nirgends an

der Seele rüttelnd und gefühlsheiß überzeugend zum Ausdruck. Da „Lichtl“ von Mar Stempel. Der Affe“ von Otto

kenn ich ein anderes Stück voll Lachen und Weinen, vod Elend und Krac. (14. Januar, Neues Theater.)

Seligkeit, vou schlichten Künstlersehnens und trüben Humors, worin „Licht“ ist ein dreiaktiges bürgerliches Schauspiel, welches nach

vorher schon alles ausgedrückt war, was Sirack nachher nicht gemenschlichen Ermessen drei Afte zuviel besißt. Der Vorgänge sind mehrere in diesem Drama, nämlich zwei Verlobungen, ein Haus

Das ist Wolzogens wundervolle Stomödie vom Lumpengesindel. verkauf, eine Augenoperation, ein Todesfall und eine Geburt.

Alfred Kerr. Die leßtere steht mit den vorhergehenden Punkten nicht in ursächlichem Zusammenhang; und auch die vorhergehenden Punkte unter

Ehrenfels, der österreichische Revolver-ŝournalist, der aus den einander nicht, nur daß der Hausverkauf die Ursache des Todesfalls

Boulevardblättern Silvestres, Richepins und Prévosts Pikanterien wird. Der Dichter Stempel scheint aber neben der dramatischen

und Zötchen stahl und nach dem unsittlichen Sittlid)feitsparagraphen Feststellung dieser Tatsachen noch etwas im Auge gehabt zu haben:

des Preßgefeßes zu Gefängnis verurteilt wurde, ist in Frankreich cine mit Respekt zu sagen Idee. Es stehen einmal drei Männer auf der Bühne nebeneinander, von welchen der eine die

zum Märtyrer gekrönt worden. Silvestre hat Herzenstöne gefunden,

das Leid des Dulders zu verfünden. Und er hat mehr getan. Er Vergangenheit, der andere die Gegenwart, der dritte die Zukunft verförpern soll, das merkt ein Pjerd, wie Stempel sagen würde.

hat eine Sammlung veranstaltet, dem fühnen und unglüdlichen Pornologen die bittere Pille zu vergolden. Mit gutem Beispiel vors

angehend hat er selbst 100 Francs gezeichnet. Das ist die Geschichte 18) Rev. Î. Doolittle schreibt in seinem Social Life of the Chinese II. S. 329: „Bauen Schwalben an einem neuen Plaße,

von dem Rentier, der den Dieb in seinen Zimmer überraschte und sei es in ein Wohnhaus oder Magazin, ihre Nester, so wird dies sagte: Verzeihen Sie, darf ich die Leiter halten?" für ein Zeichen fünftigen Glückes und als ein glüdlicher Wandel in den Geschäften des Besißers des Grundstüds angesehen.“

Der Scheffelbund hat in Salzburg fürzlich seine Hauptver19) Die Trauerzeit dauert drei Jahre, während deren sich jeder sammlung abgehalten Er ernannte Ehrenmitglieder, empfing die Staatsbeamte vom Staatsdienst zurüdzichen muß.

üblichen Glüdwunjdschreiben in Poesie und Prosa und verlieh seinen 20) Das ist im Jahre 795 n. Chr.

Ehrenpreis.

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konnt hat.

Dieser Scheffelpreis beträgt 200 Sironen; davon trug ihn cin Herr Theodor Wodizka für jeinen Roman „Bellicosis".

inzwischen hat der Gang der Tatsachen Zola Recht gegeben. Dic Verhandlungen sind bereits soweit gedichen, daß in Petersburg ein Somité zur Beratung der Einzelheiten gewählt werden konnte. Und Deutsdiland? Der Handelsvertrag böte cine zwangloje Gelegens heit, den Nussen verständlid zu machen, daß auf litterarrechtlichem Gebiet uns, was den Franzosen recht ist, nur billig ist.

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Die „Vlaemsde Schauburg van Bruijel“, die wie die anderen flamischen Pühnen sich sonst nur von fremder Sost nähren muß, ist neulich mit cinem dem eigenen Boden entsprossenen Wert wieder eröffnet worden.

Man spielte: Roze Siate, het trueripel der Smeden (da: Trauerspiel der Schmiede) von Nestor de Tiire, in dem die Flamen, die mit Dramatikern nur spärlich gesegnet sind, einen ihrer Ersten verehren.

Das Stück ist eine Tragödie unter drei Brüdern Die beiden älteren, die schlimmen Brüder, ermorden ihre Mutter des Erbes wegen; der dritte gute Vruder, ihr Benjamin, wird der Tat verdächtigt. Seine Braut aber, die jene Schlimmen in Eifersucht verjetzt, bringt dic Wahrheit an den Tag.

Man fnüpft an diese erste Poritellung große Erwartungen und hofft, daß aus dieser Saat, von Tière gesät, ein reidher ilamischer Dramenfrühling auigchen wird.

Ter französische Schuhmacher und Poet Savinien Lapointe ist in Sens gestorben. Er ist sein Lebelang, trotz der dichterischen Tätigkeit, doch bei seinem Leisten geblieben." Er war ein alter Achtundvierziger, unter Louis-Philippe hat cr in Sainte-Pélagie gesessen. In der langen Gefangenschaft entstanden seine ersten Gedichte, die später in la Ruche populaire veröffentlicht wurden. Sie und die folgenden Werke: Echos de la Rue, la Baraque à Polichinelle, les Prolétariennes fanden überall freundliche Aufnahme nicht nur in den Volksfreisen sondern auch bei den Männern der Litteratu Victor Hugo, Veranger, Eugine Sue behandelien diesen Meistersinger, der wie Hans Sachs bei Pechdraht und Sinieriem dic Poesie konimandirte, durchaus als „confrère“.

Mit einem anderen nicht minder cigentümlichen „confrère- Victor Hugos beschäftigten sich jeßt die pariser Blätter, mit dem Dichtırfuticher Moore. Auch er blieb seiner Leine und icirier Peitsche treu, ja er konnte überhaupt nur produziren, wenn er auf dem Voc tronie und jeinen Pegasus durch die Straßen von Paris lenkte. Hugo hat sehr viel von ihm gehalten, er itellte ihn itets als collègue vor und glaubte, daß, wenn überhaupt in gimciienem bítande von ihm noch jemand in Vetrauit fäme, dies nur Moore jein könnte. Die ganze Berrlichkeit nahm aber nad) Hugos Tode ein schnödes Ende. Lodroy, der lachende Erbe, verschloß dem alter ego seines Schwiegervaters die Tür und der Kutscher rächte jich durch ein Nevolverattentat. Jeßt hat man ihn zu langer Zwangsarbeit verurteilt, aber Lodroy und andere reichen für ilin, iin Namen Victor Hugos, des Apoiiels der Nädistenliebe und der Bersöhnlichkeit, ein Gnadengesuch ein

*

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In Frankreich strebt alles nach Organisation. Auch dic Litteratur hat ihre Verfassung. Sie besitt in der Atademie ihr Nepräsentantenhaus, und von Zeit zu Zeit erwählt jie ihren Imperator. Diesmal aber ist der Puserwählte in England gefrönt worden. In London wurde Zola von Crawford als „imperator der französischen Litteratur“ gefeiert und die französische Presie hat der Ernennung zugejubelt. Sie spricht seit der Zeit nur nodi von der Eroberung Englands.

Zola – recht zeitgemäss hat man die Entdeckung gemacit, daß.301a" im Italienischen „Erde, Dreck“ bedeutet Zola hat seine Machtsphäre zunächst auf die Politif ausgedehnt. Junge Leute, die eine Audienz nachsuchen, um für ihre Laufbahn Rat zu holen, erhalten von ihm den Bescheid, sich der Politik zu widmen. „Der Sozialismus“ sagt er, „ ist der Sèern von allem.“ Er selbst erklärt sich bereit, später in die Deputirtenkammer einzutreten. Der Roman sei für lange Zeit geprägt, aber die soziale frage sci nod) „vierge." Noch immer? Dder glaubt Zola für die soziale Frage an eine „seconde virginite par l'amour?"

In seiner Eigenschaft als Litteraturs imperator hat sich Bola für den Hauptmann-lleberícizer M. Cohen bei dem Minister des Innern verwant. Aber er hat ihm seinen Schuß entzogeil, als der Minister ihm arg fomipromittirende anarchistische Schriftstücke vor legte, die man im Besiße 1. Cohens gefunden. Zola hat ver: schiedentlich betont, daß er die Präventiv-Mittel gegen den Anarchis. mus durchaus billige, ohne an ihre Wirkung recht 311 glauben. Ter Anarchismus jei jeinen Anhängern Religion par uns dagegen Not tuc, jei cin ncues ideal

Ferdinand Brunetière, der Akademiter und elegante (Bigner des Naturalismus, ist mit 50 gegen 23 Stimmen zum Berausgeber der Revue des deux mondes gewählt worden. Aber da er nid)t cben populär, und da nadı gut bürgerlicher Moral das sind -in diesem Falle die Revue des deux mondes durd, die Schuld des Vaters, des M. Vuloz, mit verfehnt ist, so wendet sich das Wublifum von seinem Organe ab. Die Firma Calman Lévi tritt idhnell entiihlorien in die Vreiche. Sie wird eine neue Revue unter dem alten berühmten Ramen der „Revue de Paris" herausgeben. Louis (Banderar und M. Darme steter werden das Blatt leiten. Da Fransreichs beste Schriititeller für das neue Unternehmen gewonnen sind, iit es nur allzu wahrscheinlich, daíz der junge Bogel Phönir die alte brave mütterliche Freundin, die Revue des deux mondes, arg bedrängen wird.

In der pariser Deputirtenfammer hat man auch über Hauptmanns „Einfame Monsch ent" debattirt.

Der Deputirte Signe crhob Einspruch gegen das Verbot der Aufführung. Man sprach viel für und wider, man sprach von der Internationalität der Siunst, man sprach von Cohen, von Ruhe und öffentlicher Sicherheit. lind da der Worte mun genug geschehen waren, ging man zu etwas anderem über. Die „Einsamen Menichen“ sind aber immer noch verboten.

Musikalische Chronik. im leßten philharmonischen Abonnementskonzert er: ichütterte der berühmte Sänger Scheidemantel den Saal durch jeiner Stimme Grundgewalt. Sein Baryton gehört zu den aus. giebigiten und wuchtigiten, er hat den aluitijden Sdwierigkeiten der Mailänder Skala getroßt, und erfüllte die weiten Räume der Phil. harmonie wic Crgelflang. Das Drchester unter 5 chudá brillanter Führung legte sich in Vollgefühl iciner cigenen Nrait und Meisters schait wenig Reserve auf; jeder Durchschnittsjänger wäre von diesen Tonfluten erdrüdt worden -- Scheidemantels Organ erhob sich um fo siegreicher, je gewaltiger os von den Tonfluten der Siapelle umbraust wurde. Neben den Fragmenten aus den Meistersingern, in denen der (5Jast die Partie des Hans Sadis innehatte, bildete die Serenade für Streichordhciter von R. if u dis die erirenlidiste Gabe des Abends. Der wiener sioni ponist verkündet keine Difenbarung, aber seine Bots schaft flingt liebenswürdig; aus den Kentiniszenzen des Autors list ein Tröpfchen Mozartschen Geistes in dieses Werf hinübergeflosjen

A. M.

Die Verbrüderungsjeier Rußlands und Franfreichs hat auf litterarischem Gebiete ein lustiges Nachípiel gefunden. Zola hat in seiner Eigenschaft als Präsident" der litterarisden (vejellschaft von neuem den Versuch gemacht, einen litterarischen Schutzvertrag zwischen Nubs land und Frankreich zustandezubringen. In cinem offenen Briefe im Temps hat er den Grafen Sieratry angegriñon, der" seiner Zeit die Berhandlungen in Petersburg führte, und hat ihm vorgeworfen, falsche Wege eingeschlagen zu haben. Der Graf hätte sich nicht an Höflinge wenden sollen, er hätte die Preise und die öffentliche Meinung zu gewinnen suchen müssen.

Darauf hat ihm der Graf sierairn gleichfaüs in einem offenen Briefe geantwortet, in Rußland gäbe es feine öffentliche Meinung und die Presse sei machtlos. Wenn aber etwas geeignet sei, die Verhandlungen aussichtslos zu machen, jo sei es der Name Zolas. Den Werfen, die seinen Namen tragen, das Land zu verschließen, sci cine der heiligsten Aufgaben rufficher Senioren.

Der Papst interessirt sich für Kirchenmusik, wie ja auch von anderen regierenden Berühmtheiten Europas der deutsche Maijer musikalische Interessen hat. Er schwärmit bekanntlich für Richard Wagner und Viktor Nejler, zwei Musifer, welche außer der Gunit Wilhelms des Zweiten feinerlei Berührungspunkte haben. Leo verbittet sich die Musik von Mozart und Haydn, und ebenjo die Frauen in den Chören. Mozart aus der Kirchenmusit auszumerzen wird nicht ohne Schwierigkeiten abgehn. Dagegen dürfte es innerhalb des fatholischen Klerus leicht sein, Männer mit hohen Stimmen zu züchten.

*

*

nur

Eugenio Pirani veröffentlicht in der Gazetta musicale di Wert“ des Bildes genommen werden könnte. Daß Bierbaum selbst Milano einen Aufsaß über die dramatische Wahrheit in der Oper.

von dieser Ansicht, wenigstens bei Abfassung seines Vorwortes nicht Er kommt zu dem Ergebnis, daß es die Sauptsache sei, „gute und

ganz frei war, geht aus jenem Vorwort hervor. Dieses „kritische schöne Musiť“ zu machen, daß aber die absolute dramatische Wahr

Mäntelchen“ wünschte ich ihm abzunehmen. Bierbaun selber wird

mir zugeben, daß, wenn schon die litterarische und besonders die heit in der Oper eine Unmöglichkeit darstelle. „Das weiß ich längst“ | Theaterkritik unter dem Eindringen Unberufener und mangelhaft fönnen wir ihm mit Schumann-Heine entgegensingen Pirani ges

Vorbereiteter zu dulden hat, die bildenden Künste noch weit härter hört zu den Leuten, welche die Unmöglichkeit eines Wirklichkeits

darunter leiden.

Ich fordere ihn auf, mir diejenigen modernen Kunstschriftsteller dramas daraus herleiten, daß doch die bekannte „vierte Wand"

zu nennen, die auf Grund eigener Erfahrungen, auf Grund wirts immer fehlen muß. Es ist wahrscheinlich kein Zufal, daß dieser licher Fachkenntnis, über bildende Kunst heute schreiben. Ihrer find Auffaß jest, nach dem Durchfall der Walküre, in Mailand erscheint. unglaublich wenige. Aber auch die Zahl derer ist gering, die ohne

längere eigene Praxis die nötige Achtung vor der Technit und die

nötige Bertrautheit mit ihren Bedingungen sich verschafft haben. Schumann wird im Ausland mehr und mehr gepflegt. In lind gerechtfertigt scheint mir daher meine Warnung, nicht über der Paris hat Harcourt mit der Faustmusik, die er unverfürzt in einem Begeisterung für die Psyche die' solide technische Grundlage zu verKonzert wiedergab, tiefe Wirkungen erzielt. Die ,,Euterpe" zu

gessen, die unsere deutsche Munst im Gegensaß zu Frankreich foeben Baris brachte gleichzeitig sein Adventlied zur Aufführung. Und in

erst mühsam fich gewonnen, und daher auch leichter wieder verlieren London spielten die Schüler des Royal college of music im Drury

könnte, diese „technische Grundlage“, ohne die doch schließlich auch

das geistvođste Bild seinen Wert verliert. Oder nicht? Lane die Genoveva. Dieselben Schüler hatten auch den Barbier Ich kann also nur wiederholen, daß wir Grund haben, uns zu von Bagdad des Peter Cornelius und die Bezähmte Widerspenstige

freuen, wenn Schriftsteller von Fach fich für moderne Malerei bes des früh verstorbenen Göß aufgeführt. In der Genoveva fand man

geistern. Aber andrerseits braucht man doch wahrhaftig keine an

maßliche Schulmeisterseele zu sein, wenn man in der Besprechung Mangel an dramatisch Badendem, aber nach dem Monthly musical von Werken dieser Richtung unter Zitiren der Stellen darauf hins Record drang der wundersame Reiz, der über allem liegt, was weist, daß die Geringschäßung der Technik höchst bedentlich erscheint, Schumann geschrieben, auch durch diese Monotonie durch und riß

doppelt bedentlich bei denjenigen, die eben doch ihre wesentliche Vors die Hörer hin. So macht er spät noch seine Reise um die Welt,

bildung zunächst einem anderen Fache" verdanten. Serrn Biers

baum auszustoßen aus dem „Ritterorden derer, die berechtigt sind, der zauberische Träumer, „le maître de Zwickau“, wie ihn der über Kunst zu schreiben“, dazu habe ich weder Macht noch Luft. Ich guide musical komischerweise nennt ...

Á. R. verlange nur gleiches Recht für alle das Recht, Herrn Bierbaums

litterarische Tätigkeit kritisch beleuchten zu dürfen, wie er sich das

Recht ninimt, anderer Künstler Werke zu fritisiren.
Chronik der bildenden Künste.

Ich kann nicht umhin, mich auch noch gegen die Ausführungen

von Franz Serváes zu wenden, der mir die unverdiente Kränkung Zur Abwehr! In Nr. 50 des Magazins hatte ich aus Anlaß einiger Schriften von 0. 3. Bierbäum Gelegenheit ge

zufügt, mich als einen „wissenschaftlichen“ Berufsfritiker hins

zustellen, d. h. als einen „von der Wissenschaft herkommenden, der nommen, auf die in jüngster Zeit auch von anderen mehrfach die werdende Kunst in historisch-kritische stästchen ordnet". konstatirte Tatsache hinzuweisen, daß die jungdeutschen Schriftsteller Herr Servaes scheint nicht zu wissen, daß ich, „von der Kunst sid) mit ganz besonderer Vorliebe an die moderne Malerei an herfommend“, erst später gelernt habe, das, was ich ursprünglich schließen. Ich hatte ausgesprochen, daß das insofern eine Gefahr „als empfängliche Seele“ fühlte, auch litterarisch zu äußern. für die Malerei bedeute, als diese Schriftsteller ihr Interesse und Er scheint nicht zu wissen, daß ich, obwol später in eine wissenschaftihre zuweilen etwas übertriebene Begeisterung für die Gedanken liche Berufstätigkeit übergehend, dennoch versuchte, auch praktisch den der Maler leicht als maßgebendes Ilrteil über Wert oder Unwert lebendigen Zusammenhang mit der „werdenden Kunst“ stetig zu bes der Bilder betrachten könnten. Ich hatte ferner darauf hingewiesen, wahren, und daß ich heute noch versuche, aus dem Verständnis daß die Gefahr vorliegt, eine Generation von Kunstschriftstellern

moderner Kunst heraus außer Zahlen und Daten auch etwas Seele heranwachsen zu sehen, die immer weniger Wert auf praktische und Geist in jené historischen Kästen zu paden. Wenn ich ein Recht Erfahrungen, auf Kenntnis der rein malerischen Vorgänge bei Ent zu haben glaube, meine Meinung über moderne Kunst auszusprechen, stehung eines Bildes legt, und die das Publikum wieder zum alten Glauben zurücführt, die „Psyche“ sei alles, die Malweise

so kann ich es einzig damit begründen, daß ich in ihr seit nunmehr

vierzehn Jahren theoretisch und praktisch stehe, daß ich auch die nichts. Ich fürchte, auch der kleine Kreis der Liebhaber, die heute moderne Kunst Münchens und des Auslandes aus eigener Anein Bild noch sowol nach seinem inhaltlichen, als auch nach schauung kenne, und daß schließlich, wie ich hoffe, die andauernde {einem , malerischen Werte“ beurteilen, wird vermindert zu gunsten Beschäftigung mit der alten Kunst zum mindesten meinen Horizont derer, die den „Geist des fèunstwerkes“, oder, wie man heute sagt

, nicht gänzlich verengt hat

. Titel und Stellung aber haben mit „die Psyche des Künstlers“ zum alleinigen Maßstab der Wert meiner Berechtigung, über Stuď und Uhde zu sprechen, schlechterschäßung machen.

dings nichts zu tun. Auch tue ich dies nirgends in amtlicher EigenDaß damit der Finger auf eine offene Wunde unserer neuesten schaft. Wozu also diese Anzapfung? Kunstschriftstellerei gelegt ist, beweist mir der zornige Eifer, mit Einen buch gelehrten Afterfritiker" mich zu schelten, dazu dem man mich nicht so sehr zu widerlegen, als vielmehr zu ärgern hat der Herr Dottor also doch fein Recht. Schade ist es ja es sucht*). Diesen ganz zwedlosen Versuchen, mich durch Anzüglichkeiten

wäre so schön gewesen, dies Bild! Hier der neue Nicolai, der auf meine persönlichen Verhältnisse zu kränken, werden noch einige Schulmeister Schmid, der die Kunst nur

aus dem kleinen derbe Grobheiten hinzugefügt. Vielleicht hätte Bierbaum sie doch Lübke kennt und mit dem Bakel droht, wenn die „gute alte Kunst“ zurücgehalten, wenn er nicht einige meiner Ausführungen misvers verachtet wird. Und dort der neue Bierbaum-Goethe, der geniale standen und als persönliche Beleidigungen aufgefaßt hätte, als die Vorkämpfer der freien Kunst. Behüt Dich Gott sie denn doch nicht gedacht waren. Im Eingang meiner Bierbaumkritik hatte ich, auf Grund „tat

Franz Servaes mag mich ganz gut leiden“. Besten Dank.

Das beruht auf Gegenseitigkeit. Aber, er sagt es ja selber, leider sächlicher Erlebnisse“ der Leichtfertigkeit gedacht, mit welcher zuweilen blieb unsere Bekanntschaft nur eine flüchtige. Hätte sie sich vertieft

, der liebergang zür „Šunstkritik“ stattfindet. Obwol dieser Passus wer weiß, ob er nicht, statt für Herrn Bierbaum ganz unnötige durch anderweite Erörterungen von der speziellen Besprechung der Bierbaumschen Arbeiten getrennt ist, hat ihn Bierbaum ganz un

Kastanien aus dem Feuer zu holen, ihn über mancheš Misvers

ständnis aufgeklärt håtte. Dann hätte er mich nicht zum Nicolai nötigerweise als in aden Punkten ausdrüdlich auf sich persönlich redivivus gestempelt, nicht aus mir das Schredbild eines „Bes bezüglich aufgefaßt. Nur so ist der seltsame Irrtum zu erklären, rufskritifers“ gemacht. als hätte ich Herrn Bierbaum geschäftliche, rein materielle Interessen bei seiner Berherrlichung moderner Künstler unterschieben wollen.

Aber ich habe mich überhaupt nicht, wie Servaes meint, unter

die Berufskritiker einbezogen. Nie habe ich aus der „Kritik“ einen Nimmt Herr Bierbaun aber die Einleitungsworte als das, was Lebensberuf gemacht, was nach meiner Auffassung die Bezeichnung sie sein sollen, als eine Satire auf die „äußersten Auswüchse“ der „Berufskritifer“ begründet. litterarischen Kunstkritif, zu denen ich doch offenbar feinen Anlaß Ganz fern lag es mir, unter Berufskritikern ,,amtlich beglaubigte hatte, ihn zu zählen, so wird er bei einigen guten Willen auch aus Kunsthistorifer“ zu verstehen. Noch ferner liegt mir, Kunstdein übrigen Herausfinden können, was ich gemeint habe: daß es historiker eo ipso als Berufne und Auserwählte zur Beurteilung erstens in der Tat bequemer sei, an der Hand der vom Maler vor moderner Kunst anzusehen. 'Wie Servaes bin ich davon überzeugt, gebildeten Gedanken einige anziehende Verse zu finden, und daß es daß weder der Titel. Doktor, noch Professor irgend jemand, also zweitens bedauerlich wäre, wenn die Möglichkeit, einige hübsche auch nicht den buchgelehrten Kunsthistoriker von amtswegen vor Berje über ein Bild zu schreiben, als Maßstab für den ,künstlerischen Irrtum 'chüßt. Wie er haffe ich nichts inniger, als angelernte

Weisheit, die nichts von tiefinnersten Empfinden weiß. Ich denke, *) Freie Bühne, Jahrg. V, Heft 1, p. 83. Kunstkritik und das in Schrift und Wort erwiesen zu haben. Berufskritik, von Franz Servaes. Vgl. auch die Notiz p. 102.

faz komis.

20.

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