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viel mit Litteratur beschäftigt und alles gelesen, dessen er der Fortschritt bestehe in größerem Wolstande, dessen Besiß irgend habhaft werden konnte; eine besonders starke Wirkung größere Freiheit und größeres Selbstgefühl von selbst mit übte dabei I. P. Jacobsen auf ihn aus. Nun widmete fich bringe, und vollends beruhigt ihn die von anderer er sich auch dem Studinm der hervorragendsten fremden Seite, wo er gefürchtet hatte, wegen seiner Fahnenflucht Litteraturerzeugnisse. Sein Fachstudium wechselte er 1889 verspottet zu werden, empfangene Erklärung, daß derund begann Jus zu studiren. Infolge seiner Tätigkeit gleichen Träume eines vernünftigen und reifen Mannes als Theaterfritiker für ein Sèristianiaer Biatt wurde sein gar nicht würdig seien. Interesse auf das Theater gelenkt, für das er nun auch Im Grunde genommen sind die Grundzüge in Aages schriftstellerisch tätig zu werden begann mit seinen Dramen Wesen die des Decadenten. Er besißt jenen bohrenden ,,Loths Hustru“ („Lots Weib“, 1892, Olaf Norlis

1892, Olaf Norlis Zweifel an sich selbst, an seinen Meinungen, seiner Tat, er Verlag) und „En Sejerherre“ („Ein Sieger“, 1893, hat jene Feinfühligkeit, die am Kleinsten ihre Freude Aschehoug & Cie.). Er hatte bis dahin außer einigen empfindet und sich von allem Rohen und Derben, abgestoßen kleinen Versuchen, die er nicht veröffentlicht hat, nur einen fühlt. Er gelangt später zur Erkenntnis, daß das Glück Roman „En Frisindet" (1889), „Ein Freisinniger“, im Genusse des Augenblices, der augenblicklichen Freude, Bergen, E. Giertsens Verlag) und zwei Novellen, die liegt, und stellt sich die Frage, ob es nicht ein Unrecht ist, unter dem gemeinsamen Titel „Mat Blod" (1892, Olaf

Mat Blod“ (1892, Dlaf sich überhaupt ein Lebensziel zu stecken. Seine AnschauNorlis Verlag) erschienen, geschrieben. Seinen Dramen ungswelt mündet am Schlusse in eine Art Indifferentismus folgte dann mit kurzen Zwischenräumen sein „kritischer aus, da er zu der Erkenntnis gelangt, daß er nichts Grundriß" : „Junge Norweger“ und ganz neuerdings sein zur Förderung der Freisinnigkeit beitragen kann, weil seine Roman Bastarder“ (Kristiania, Aschehoug & Cie.). Sympathien eigentlich

Im Vers Nachdem er im Jahre 1892 sein Amtsexamen glänzend zichten auf sein Lebensziel sucht er zu vergessen, im Genuß bestanden hatte, widmete er sich vorzugsweise litterarischen und der Behaglichkeit sich zu betäuben. Arbeiten und kulturgeschichtlichen Studien, bis ihm im Der Band Mattes Blut“ enthält zwei Erzählungen: September 1893 ein Ruf an das Kristiania-Theater als Zum sommerlichen Zeitvertreib“ und „Maites Szeneninstruktor zu teil wurde, welche Stellung er noch Blut“. Die erstere bietet in dem blasirten, enttäuschien, gegenwärtig bekleidet.

müden Arild Muus den schattenhaften Uinriß des Defadenten ohne jede feinere píychologische Ausgestaltung.

Dagegen kommt es hier dem Verfasser darauf an, zit Nicht nur theoretisch sucht Christensen das Wesen der zeigen, wie auch eine derbe, für alles Sensible ziemlich Decadence zu ergründen, sondern noch viel mehr es durch unempfindliche Piatur eine Enttäuschung in Folge ihres künstlerische Gestaltung zit erklären. Ja, eigentlich ist unbewusten Aufgehens in einem starken Gefühl erleiden seine Abhandlung über die neue Kunst" nur ein Ertrakt, kann, welche die Grundlage für eine dekadente Lebensanein theoretisirender Auszug aus seinen Dichtungen und schauung zu schaffen geeignet ist. Es ist jene große Entzugleich ihr bester Kommentar. Schon seine erste Arbeit, täuschung, die auch in Christensens späteren Büchern so der Roman „Ein Freisinniger,“ könnte als eine Vorrede oft eine Rolle spielt. llnd in dem kokettirenden Fri. zu seinem Lebenswerke, der Erforschung der Decadence, Björnsen ist bereits die Vorstufe des Typus jenes suchenden betrachtet werden.

und nach Glück trachtenden Weibes vorgezeichnet, das auf Der Roman, der in der Studentenzeit Christensens be. der einen Seite täuscht, auf der andern getäuscht wird, gonnen wurde, charakterisirt nach der eigenen Erklärung nur in Folge ihrer unglücklichen Natur, die ganz erfüllt des Dichters sein damaliges Gedankenleben, das heißt, er sein will und nirgends dieses Ziel erreicht: bietet Selbsterlebtes in jenem weiteren Sinne, daß der In der kurzen, ganz in melancholische Stimmung Dichter sein Werf schreibt, um diese Gedanken los zu getauchten Novelle „Mattes Blut“ tritt der Dekadenzwerden, resp. mit sich selbst darüber ins Klare zu kommen. iypus bereits in flar umrissener Gestalt hervor, und zivar Was hier geboten wird, ist im Grunde genommen die wird hier sein Verhältnis zu dem andern Geschlecht bes Entwickelungsgeschichte einer Art von Decadenten. Es ist leichtet. Zusammen mit seinem Freunde hat Freiring um die Entwickelungsgeschichte eines Mannes (Lage), der her= ein Weib geworben, und sie wählte ihn, weil sie fühlte, daß vorgegangen ist aus einem in der alten Gesellschaftsmoral man auf ihn in jeder Lage banen fönne. Sie ist wie wurzelnden Familienheim mit innerer Dissonanz infolge Frl. Björnsen ganz Weib, sie will ganz erfüllt sein von des Anschauungsgegensaßes der beiden Eltern und der dem, dem sie angehört, und das vermag er nicht. Darum durch die Vereinigung mit einem scheinbar völlig gleich- | spielt sie mit der Gefahr, tändelt mit dem Freunde des gesinnten Frauencharakter veranlaßt wird, sich für einen Satteri, bis sie in dessen Abwesenheit in einem stimmungsVorfämpfer der modernen freisinnigen und volkstümlichen vollen Augenblick der Gefahr erliegt. Aber die Ernüch. Zeitideen zu halten. Aber eigentlich kommt er über eine terung folgt sogleich und mit ihr die Angst, den zu theoretische Anerkennung derselben nie hinaus, in der verlieren, dem sie doch angehört, und mit ihm ihr bisPraxis fühlt er sich bald durch die Kurzsichtigkeit, Un- heriges ruhiges Glück

. Und sie flüchtet zu ihm und offenbildung nnd mangelnde Feinfühligkeit seiner Kampfgea bart ihm die ganze Wahrheit - ohne Verteidigung, matt noffen und namentlich derer, für die hier gefämpft wird, und betrübt“. Und er verzeiht ihr wehmutsvoll resignirt

, abgestoßen, sodaß Tora, seine Frau, mit Recht erklären nicht allein wegen seiner großen Liebe oder wegen seiner kann, seine Geschmacksfeinheit bilde eine tiefere Grunds Selbsterkenntnis und seiner Vergangenheit, auch nicht nur lage seines Wesens, als seine Freisinnigkeit, während sie wegen seiner Toleranz, sondern wegen seiner Armut an Gedurch die Erziehung ihrer Kinder zu wahrhaft freisinnigen fühl, an Willen, an Lebenskraft er vermag nicht zornig, Menschen ihrem Lebensziel treu zu bleiben sucht. Lange er vermag nicht eifersüchtig zii sein; und er lächelt „weh. nachdem Aage bereits den Kampf für den Freisinn auf- müthig, ein wenig zweifelnd“, als sie versichert, daß es gegeben hat, hat er aber noch die Empfindung, einer „niemals mehr vorkommen könne“. Wie sanfie Mollakforde, Pflicht untreu geworden zu sein, bis er aus dem Munde voll Wehmut verhallend, flingt es aus dem Werke empor. eines andern Mannes, der ihm einst durch seine Ziel- Eine Lebensanschaung, bei welcher der Kampf aufhört bewustheit iniponirt hatte, hört, es genüge, wenn ein aber auch die Freude. jeder nur für die Förderung seines Wolstandes arbeite, Auch in seinem Lustspiele „lots Weib" begegnen Sa er damit auch dem allgemeinen Fortschritt diene, denn wir dem Dekadententypus. "Christensen behandelt hier das

alte Theina, wie ein flatterhafter Gatte durch die Eifersucht | spöttisches halb wehmütiges Lächeln eingeheimst hat, dem zu seiner Frau zurückgeführt wird, aber in einer reicheren der Genuß des Schönen in Natur und Kunst zun „Zweck Verwickelung, als es bisher geschehen ist, und in einer des Lebens“ gehört, und der entschlossen ist

. sein Menuet zu durch feine moderne Psychologie vertieften Form mit geist. Ende zu tanzen, wenn auch das Dach über seinem Haupte vollem, leicht hinfließenden Dialog und Gedanken, die brennt, der in leichtsinniger Toleranz seinen eigenen ncue Áus- und Einblicke geivähren." Dasselbe Spiel

, mit Feind am Bujen nährt – wird in Gegensatz gestedt zu dem Frau Elise Möller ihren Gatten sich zurüdführt, ge- dem Arbeitersohn und Sozialisten Johnsen, dem Mann winnt auch zugleich ihrem Vetter und Jugendfreunde Krog mit dem Sinn für das Praktische und Positive, der seine Frau zurück, die leßte Blume, an der Herr Möller naiv, aber auch rücksichtslos und brutal ist, weil er für zu naschen suchte, und enthüllt ihrem Manne die Tiefe einen großen Gedanken arbeitet, der sich „nicht behandeln“ ihres Wesens. In Elise hat Christensen wiederum jenen läßt, sondern unbeirrt sein Ziel verfolgt, ein Mann Typus verkörpert, der ihm als das moderne Weib er ohne Strupel und Zweifel, in einer Zeit, welche an scheint. Wie Tora verlangte, daß bei ihrem Manne Tat alem zweifelt, und dem daher die Zukunft gehört. Er und Theorie völlig ineinander aufgehen sollten, also etwas findet, es muß natürlich ein behagliches Gefühl sein, zu Ganzes von ihm forderte, wie Helene Feiring („Mattes den Auserwählten zu gehören, denen mit den gepacten Blut“) ganz von ihrem Manne erfüllt sein will, jo fann Koffern und den gefülten Brieftaschen“, aber er gehört sich auch Elije Möller nicht mit Surrogaten begnügen. zu diesen nicht und darum tritt er ein für eine Welt Als sie sieht, daß ihre volle Hingabe nicht ebenso er mit einem gleichmäßigeren (Glück für alle. Und zwischen widert wird, zieht sie sich ganz in sich zurück

, bis ihr beiden steht das moderne Weib, dessen großer Lebensges Gefühlsleben zu versteinern droht, aber sie ist ein hand. danke die Liebe gewesen ist; ihr will sie sich ganz und lungskräftiger Charakter, wie es Tora war, die in der ohne Vorbehalt hingeben, in fie zii erobern, hat sie geErziehung der Kinder Ersatz fand. Was sie nicht durch | sucht und kökettirt. Und endlich hat sie den Mann geWahrheit erringen kann, erkämpft sie durch List. Etwas funden, der mutig und stark ist, der etwas will und es Dekadentes liegt über Krog, ihrem Vetter. Troß seiner ausrichtet, der klardenfend ist und sich doch zu begeistern tiefen Liebe zu seiner Frau und' trozdem er fühlt, daß sie vermag. Ihre geistige Tendenz zieht sie zu dem Manne ihm immer weiter entgleitet

, wagi er um ihren Besitz der literklasse hin, wenn sie vielleicht auch mit dem nicht recht zu kämpfen: „Warum etwas wagen? Man

Warum etwas wagen? Man andern mehr zu sympathijiren vermag, denn es war von hat es eigentlich ganz giit. Das Neue könnte noch jeher die Bestimmung des Weibes, dem Starfent, dem schlimmer fein“. Er geht nicht aus eigenem Willen auf | Triumphator, Kränze zu winden, und für ihn ist sie beElisens Spiel ein, er wird gleichsam dazu erobert, reit, alles zu opfern. Aber dieser Mann ist brutal, es und freilich ist dieser Sieg ein so gründlicher, daß in der kitzelt seine Eitelkeit, daß er, der Barbar, den vornehmen Tat für ihn die Gefahr aufzudämmern beginnt, die er Hellenen besiegen, daß er, der sich nicht auf Schönheit fürchtete. Ausgeprägter tritt der Dekadenztypus aber in und Weiber versteht, ein Weib der Oberflaffe in seine dem zweiten Verehrer der Frau Elise zu Tage, dem Arme nehmen kann. Nachdem er aber seinen Willen Manne, der über alles nur gutmütig ironisch lächelt

. Er erreicht und gesehen hat, daß sie ihm faum eine Genoffin ist der Embryo desselben Charakters, den wir in dem bei seinem Lebenswerke sein kann, hat sie sein Interesse vers nächsten Drania ,,Der Sieger“ in ausgeprägtester Form loren, durch Sentimentalitäten läßt er sich nicht aufbegegnen.

halten, er schreitet über die Liebe, wie über die FreundBesonders reizen mußte es Christensen, seinen Deka- ichaft hinweg, wenn es sein leßtes Ziel gilt. Ünd fie, denztypiis in Gegensaß zu bringen zu dem brutalen Vor die sich von allen Vorurteilen freigemacht zu haben fämpfer einer Zukunftsidee, dem gläubigen Optimisten. meinte, die an das absolute Recht der Liebe glaubte, Als solcher erscheint ihm der Sozialist

. Schon im „Frei- fühlt sich gebrochen, empfindet es als eine Schande, gee sinnigen“ hatte er Aage sagen lassen: „Die Maffen lassen liebt zit haben, sodaß sie nicht mehr Mollmann ihre Hand sich nicht aufflären, bevor sie nicht Sozialisten werden“, z11 reichen vermag, der auf den Trümmrn seines Besißtums, und damit gewissermaßen ausgedrückt, daß nach seiner das ihm der andere im Dienste der Partei zum gröften Teile Meinung den Sozialisten die Zukunft gehört.

raubt, sich und seiner Liebe als echter Dekadent ein stilles Christensen ist politisch fonservativ, nicht aus Ileber- idyllisches Glück heraufzaubern möchte; das Weib mit der zeugung, denn er interessirt sich nicht für Politik, son- Vergangenheit, die gewesene Geliebte des Arbeitersohnes dern aus Instinkt. Er hat all 'die Neigungen und Ge kann nicht die Frau des Mannes der Oberklasse fein; schmadsbedürfnisse des den oberen Gesellschaftsklassen er würde einst aus seinem Idylentraum erwachen, und Entstammenden, und ihm, wie dem „freisinnigen“ Aage, dann wäre ihr Glück zerstört. Auch fie ist ein Kind erscheinen die Massen roh und ekelhaft. Die Unfein- ihrer zweifelnden Zeit. Man hat mit dem Alten geheit und Unbildung (wäre es auch nur eine äußere) brochen, ohne den Neuen zu vertrauen. Darum gilt es stößt ihn ab. Sie sind ihm die Barbaren, welche vor zł refigniren, zu warten, bis die Barbaren ihren Siegesden Toren Roms stehen, um die Herrlichkeit der antiken einzug feiern, felbst ein letzter Versuch der Gewalt hätte Welt in Trümmer zu schmettern, die alles verachten, keinen Sinn, man kann ihnen keine neue Geistesrichtung was er liebt. Mit ihrem Siege sinkt, nach seiner entgegenstellen, und die Vernichtung des einzelnien ist Meinung, das Zeitalter des frohen Lebensgenusfes, der zweďlos: „Es stehen zu viele hinter ihm. Machen wir freien Entfaltung des Individuums dahin. – In etwas ihn nicht noch zum Märtyrer!" abstrakter, aber eminent dramatischer Weise, da auf dem Hatte Christensen im „Sieger“ in einer Figur wie tiefen Gegensaß, zweier Weltanschauungen beruhend, in einem Reflektor 'möglichst zahlreiche Züge der Decastellt er im , Sieger“ die Vertreter der beiden Klassen dence aufgefangen und zu einem überaus nuancenreichen einander gegenüber und zwischen die beiden das, noderne Typus verdichtet, so wollte er in seinem Roman Weib“, wie es Christensen erscheint. Der Vertreter der Bastarde" in dem Umgangskreise eines Hauses ein „Oberklasse“, der frohe ,Hellene", Mollmann, der den Bild der verschiedenen Einzeltypen bieten, wie sie die Augenblic des Lebens zu genießen sucht, der an allem, Decadenceperioden hervorbringt, diese Culturbastarde, die selbst an seiner Daseinsberechtigung zweifelt, der nur an nicht wissen, was sie wollen, die ständig etwas Ganzes seine eigene Dhnmacht glaubt, der das Leben ausgekostet und Entscheidendes suchen, etwas, was das Leben erfüllt

, hat und als einziges Resultat ein zweideutiges, halb | und ständig merken, daß es das für sie nicht gibt. Ihr

Trachten nach Glück zerschelt, weil die Ueberkultur sie zu er rosige Hoffnungen auf eine Geistes-Renaissance seines start mitgenommen, weil sie ,,lachende Tote“, „trauternde Vaterlandes vor.

Vaterlandes vor. Das zu starf Infizirte muß freilich Genußmenschen“ sind.

zu Grunde gehen, aber das Lebensfähige kann vielleicht Im Mitfelpnnkt des Intereffes steht auch hier ein Surch körperliche Reitbelebung, durch eine moralische Weib, Frau Krohg, die „Schulreiterin des Lebens“. Sie Kräftigung an früher bewährten Prinzipien erhalten ist mit Ädele Dyring verwant, denn sie sucht das Ganze, werden und neue Lebenskräfte empfangen. Vielleicht gedas, was sie völlig erfüllt, aber sie ist auch zu sehr infizirt hört doch den „Modern-Stonservativen“ die Zukunft? von der Zeitkrankheit, etwas Faulendes wuchert in ihr, Christensen hat die Auskunft darüber, ob er sich fie ist leichtsinnig bis zur Liederlichkeit. Daher wird ihr selbst als Decadenten fühlt, verweigert, aber soviel ist Suchen misverstanden, ihr Leichtsinn benußt. Sie hei wol klar, daß sein Interesse für die Erkenntnis und Erratete, weil sie hoffte, ein frohes, genußreiches Leben bei Forschung dieser Geistesrichtung nur darum so stark ist, ihrem Manne finden zu können, aber er war nur ein weil er sich selbst von ihr infizirt fühlt und sich nur enttäuschter Sanguinifer, den die Enttäuschung zum Cy. über den Grad klar werden möchte. Daher wol das ilnnifer gemacht und dessen Blut sie vergiftet hat. Er kann sichere und Verwischte in seinem leßten Roman, er stand ihr kein Glück gewähren, nur sein Cynismus ‘überträgt seinem Thema z11 nahe, um es völlig zu überschauen. sich auf sie; anstatt sich vorwärts zu helfen, helfen sie Oder reichte seine dichterische Gestaltungskraft nicht ganz sich nur bergab. Seine Ausschweifungen machen sie böse für einen so großen Stoff aus? Künstlerisch gesehen iind rachsüchtig, sie sitzt bei ihm wie in einem Spinn sind ja seine Arbeiten überhaupt nicht so bedeutend, wie gewebe der Lüge, des Zweifels, des Widerspruches, ans vom Standpunkt der Kulturforschung. Seine Gestalten dem sie herauszukommen sucht. iind als er zu ihr zurück haben etwas zi1 Abstraktes, zu Theoretifirendes. Der kehren will, da ist es zu spät, da erscheint ihr sein Streben Forscher und Denker überwiegt den inspirirten Dichter. nach Glück nur noch als sentimentale Kinderei, da taugt Aber um so mehr dürfen wir annehmen, daß er über die fie dazu nicht mehr. Und bei ihrem Suchen findet sie Zeiterscheinung der Decadence noch nicht sein leztes Wort zuerst den frühreifen Sprößling der überreifen Kultur, gesprochen hat. dem die Arbeit' Thorheit und der Genuß unnütze Anstrengung ist, dessen Liebe in einem Genießen in der

Fantasie und im Traume besteht, der ihr Bedürfnis nach Lebeni, nach Freude nicht befriedigen kann. Sie könnte mit ihm trauern, weinen, aber nicht mit ihm leben. – Sie findet den „Apostel“, den Jüngling, der noch an die Zukunft glaubt, der eine Regeneration des Geschlechtes durch das Freiluftleben und die Körperübung, die Körpergesundheit und seelische Beherrschung gewähren, herbeiführen will. Eigentlich stößt sie ihn ab, aber er ist auch von der Krankheit der Zeit infizirt, das élément corrompu in ihr erregt seine Leidenschaft. Aber als sie ihn zu iin

Glückliche Mensden. besonnenen Daten hinreißen will, erstarkt seine Vernunft.

Ein Familienbild. Der schneidende Gegensaß zwischen der Zigeunernatur

Von in ihr und dem Philister in ihm mit der Sympathie für „alte Bildung und alten Wolstand“, zwischen der

Hugo Gerladj. selbstsüchtigen Genußstreberin und dem zielstrebenden Zeitreformator führt zum Bruche. Auch dazu taugt sie nicht

II. mehr, auch dazu ist die Verderbniš in ihr bereits zu starf. Und er kehrt zurück 311 jenem Mädchen, das ihm „Friß,“ rief er zu seinem Sohne hinüber, der in„stille und feine Harinonie, gute Tradition, feinen Ge- zwischen mit dem Klaque gespielt und alle seine merkschmack“ bieten und neben dem er in seinem Beruf aufe würdigen Eigenschaften eingehend studirt hatte. gehen und zu Ansehen gelangen kann. — Und fie flüchtet Der Snabe ging sofort zit ihm und legte die Hände schließlich zu dem kalten, gefühllosen Egoisten Wheeler, auf des Vaters Anie. einem Manne ohne alle Sentimentalität, der stets nur Wat denn, Vater?" erkundigte er sich. auf der Jagd nach neuem Genuß ist, bereit zu allem, Hast dı1 heute wieder am Fenster aufgepaßt, Bursche?" ohne Zagen und Bedenken. Die andern lockt sie von Jawoll, Vater; ick hab's Mutta’n immer jemeldet, ihrem Pfade, aus ihrer Wesenheit heraus, ihn fürchtet wenn eener jekommen is.“ fie, aber er ist ihr interessant, und Zuteresse ist Leben. Co aber sage mal: mich hast du nicht erkannt, Zu ihm zieht fie nicht Mitleid, nicht Liebe, vielleicht was?" nur Langweile. Er wird vielleicht ihre gröste Ent Der Junge stemmte posfirlich die Fäustchen in die täuschung, aber sie kann nicht anders, ihr bleibt nichts Hüften und sah den Vater kopfschüttelnd an. weiter übrig. Und neben ihr blühte eine zarte und „Nee,“ erklärte er mit drolligem Ernst, „det hab' ick reine Blume, ihre Schwester. Aber neben der pracht- nich; du sahst ja heute ooch zu anders aus.“ vollen Sumpfpflanze in dem Dunstfreise ihres Deca ,,Das ist aber schlimmi, Friß, daß du mich nicht erdentenheims gewahrte sie feiner dieser Männer, sie war fannt hast.“ ihnen zu gesund ihr fehlte das élément corrompu.

Warıım denn Vater?" Auch in diesem Roman tritt wieder Christensens Weil ich daran jehe, daß dir noch Scharfblick fehlt, Sympathie für das Alte, das „Konservative“ hervor, mein Sohn,“ erwiderte Friedrich ernst. Das ist sehr bejene Zeit, wo die Gebote der Tugend oder Ehre die Richt- trübend! Du bist sonst hoch talentirt für unsere Kunst, schnur des Lebens bildeten, nicht die der Toleranz oder aber der Scharfblick ist noch wenig ausgebildet." des Naturrechtes, jene Zeit, die er verstandesgemäß über Friß wurde feuerrot iind senfte beschämt und bewunden, der aber sein ästhetischer Sinn und seine Ge- trübt den Blick zu Boden, als wenn er heftig ausgescholten fühlsneigung gehört. Hatte er im „Sieger“ pessimistisch worden wäre. das drohende Gewölk der Zukunft enthüüt, hier gaitfelt Friedrich benierkte das und lächelte leise.

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Na aber es wird schon noch werden, Frißchen,' Was willst du denn mit dem Groschen machen, Friß ?" begütigte er, „du bist ja noch jung und wirst noch viel meinte Friedrich, während Frau Gertrud zustimmend mit lernen das willst di doch auch, nich wahr?“

dem Kopfe nicte. „Ja, det will ick ooch, Vater," beteuerte Friß wieder Der Knabe blickte erst Vater und Mutter verstohlen aufsehend, „und 'n jroßer Künstler will ich werden!“ ani, als wenn er sich orientiren wollte, ob die Eltern Na ja, mein Junge.“

feine Antwort wol übel aufnehmen würden. Und ick wer' doch ooch 'n jroßer Künstler werden, Derf ick det ooch sagen, Vater?" fragte er ein wenig nich, Vater?" fragte er in treuherzigem Tone, fich zu- zaghaft. traulich auf dessen Schos seßend.

„Na, sage mal offen die Wahrheit, mein Junge, es „Ša, Frißchen.“

geschieht dir nichts." Und heute jiebste mir doch ooch wieder Unterricht, ja ?" „Ick foofe mir 'nie Zijarre dafür,“ gestand Friß Ja, nach dem Essen, mein Junge.“

pfiffig, „for 'll Froschen eene: da giebt't schon 'ne feine!“

Was!“ fuhr Frau Gertrud erschrocken auf. ,,du derfst noch nicht' roochen! du bist noch zu jung!"

Verzeihe, wenn ich dir widerspreche, Trudchen,“ entDie Familie saß bei Tische und speiste zu Mittag. gegnete der Gatte mit sanftem Lächeln, „ich finde es so

Friedrich und seine Gatlin hatten auf dem Sopha gar erfreulich, wenn iinser Sohn, troß seiner FünfPlaß genommen, während Friß beiden gegenüber auf einem jährigkeit, schon Appetit auf eine Zigarre hat.“ Rohrstuhle saß. Der Tisch war mit einem sauberen „Na — det finde ich nich!“ erwiderte sie ein wenig weißen Tafeltuch bedeckt, und auf diesem standen die schmollend. Schüsseln und Keller.

Aber ich bitte dich, liebes Trudchen, darauf kommt Ja, und da wollte ick dir jleich noch bitten, Friedrich,“ es doch diesmal garnicht an," fuhr Friedrich mit höflichem plauderte Frau Gertrud, „sei doch so jut und laß dir keen Ernst fort. „Du weist doch so genait, was wir vor unserer Jeld mehr in unse Wohnung schicken, du hast ja deine Hochzeit ausgemacht haben, nicht wahr? Danach unter: apartige Wohnung, wo de dir's hinschicken lassen kannst, ja?“ steht mir auch die Erziehung der Knaben von dem Augen,,Gewiß. Trudchen, aber

blicke an, wo sie laufen können: Friß fann laufen!". Nee, siehste, unterbrach sie ihn, „du weeßt ja, det „Aber Friedrich.“ meinte sie einlenfend und beinahe ick mit deine Kunstsachen und allens, wat damit zusamm schon im bittenden Tone, „dem Jungen mußt ja iebel hängt, nischt zit dhun haben möchte. Ick will davon nischt wer'n, wenn er roocht." wissen, Friedrich, in du kannst mir det ja ooch nich übel Aber, Trudchen,“ behauptete er, ihren Ton scherznehmen."

haft nachahmend, „das ist ja die Folge jeder ersten Geniß, aber

Zigarre.“ Und wir haben det ja ooch ausjemacht vor unse In den Augen des Anaben leuchtete es in diesem Hochzeit, det ick mir um deine Kunst nich zu kümmern Moment auf, er lachte und ficherte und schien mit einem brauche und dir jeht de Wirtschaft nischt an. Aljo, da plößlichen Entschluß zu kämpfen. mußte ooch Wort halten. Siehste, det is unse Einrichtung ,,Vata," rief er leise, über den Tisch zu diesen hinta und dabei sind wa immer jlücklich jewesen, denn

gebeugt, „det is ja jarnich meine erste!“ ,,Aber, Trudchen, laß mich doch auch mal zu Worte Wie,“ rief die Mutter empört, „du haft schon mal kommen,“ durchschnitt er endlich ihren Redestrom. „Anjeroocht?“ unserer Einrichtung soll ja garnichts geändert werden; ich „Ja,“ erflärte er, sich vor Lachen schüttelnd, „ick weiß selbst nicht, wer mir das Geld in's Haus geschickt habe Vata’ı schon öfters Zijarren avis de Rocktasche "jehat und was ich damit soll. Ich habe niemand beaufmaust!" tragt, hierher Geld zu schicken. Ich bin ja volständig Friedrich hatte bisher sein leises, feines Lächeln beunschuldig daran, Frauchen.“

wahrt, und Friß sein munteres Anabenlachen nicht zurück„, Det is aber doch komisch. Friedrich!“

gehalten, jett aber blickte er furchtsam und erschreckt auf „Allerdings sonderbar.“

den Vater, dessen Gesicht plötzlich marmorernft wurde. Det is aber sehr komisch, Friedrich," wiederholte Eine Falte zeigte sich auf seiner Stirn und seine Augen Frau Gertrud, die sich nicht so leicht darüber beruhigen waren drohend auf den Knaben gerichtet. konnte. „Wer fann 'n det man fin', der det jeschickt hat." „Pfui!“ fuhr er auf, „schäme dich, Friß! Şabe ich

„Na — wir wollen uns nicht den Kopf darüber zer dir nicht schon hundertmal gesagt, daß man niemals einen brechen, Trudchen,“ erwiderte er, ein Stück Braten tran- Diebstahl begehen darf, und wenn 's auch nur der kleinste chirend.

wäre? Habe ich dir nicht das ausdrücklich verboten?!" Auch Frau Gertrud begab sich nun eifriger an das Friß wurde feuerrot und sah zu Boden. Effen und zerbrach sich nur im stillen den Kopf über die „Ist das die Frucht der Lehren, die ich dir gegeben Auflösung dieses Rätsels. So stockte das Gespräch eine habe ?" fuhr Friedrich Rorff streng fort, „habe ich mich Weile, bis Fritz mit einer Bemerkung das Schweigen darum bemüht, dir das Bewustsein von der Würde unseres unterbrach.

Standes beizubringen? Pfui, schäme dich!" ,,Vater,“ fragte er, warum biste denn jeßt wieder Dem Rinde fraten die Tränen in die Augen und zwee Tage lang nich zuhause jewesen?"

rannen ihm über die Baden in den Teller hinunter, „Ich war beschäftigt, Frißchen.“

Frau Gertrud bemühte fich, den Gatten verstohlen und Der Junge schwieg und löffelte gedankenvol in seiner durch Zeichen zu begütigen aber diesen rührte nichts Suppe herum.

in seinem Zorne. Wer' ick später, wenn ich jroß bin, ooch mal zwee „Ich werde mich mehr um deine Erziehung beTage lang wechbleiben dürfen?" erkundigte er sich dann fümmern einstweilen bekommst du zur Strafe nichts plößlich.

zu efjen," bestimmte er rauh. „Steh auf und warte in „Jewiß. Friße, wenn det nötig is im Interesse der der Küche, bis ich dich rufe!" Kunst.

Der Anabe stand sofort auf und verließ das Zimmer, Denn is jut, Mutta,“ lächelte er befriedigt, rind und nur sein Schluchzen und Weinen drang noch von du wolltest mir ooch noch ’n Jroschen schenken."

draußen herein.

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„Hm?"

„Laff'n doch weiter effen," bat Frau Gertrud, als Siehste: ick denke mir, det dir so 'ne feinen Freileins sich die Türe hinter ihrem Sohne geschlossen hatte. ooch besser jefallen müssen wie ick, wo ick nich mal richtig Nein!"

deutsch reden kann.“ Bitte, bitte, liebster, jut'ster Friedrich

Warum denn Trudchen?" „Nein,“ erwiderte der Erzürnte kopfschüttelnd und ,,Weil - weil e feiner sind wie ick." streng.

Sie gefallen mir aber nicht besser, Trudchen“, er„Friedrich,“ bat fie, ihn zärtlich umhalsend, ;bitte, widerte er mit seinein leisen Lächeln, das immer nur bitte, erloob 's ihm doch. Ja? du derfst mir nachher feine Hauchige Strichelchen um seine Mundwinkel spielen voch wat von deine Kunstsachen erzählen."

ließ. Das will ich gern tun.“

„Wieso denn, Friedrich“, fragte sie bittend, „sach doch Aber Friße darf essen?“

mal, sieh mal: sowat kann mir janz unglücklich machen. Er schwieg widerstrebend.

,,Torheit, Trudchen“, begütigte er mit leiser fronie, „Friedrich, hör doch, wie er naatscht.“

das ist ja alles nur Geschmacksache. Jene Damen sind für Na ja, aber erst in einer halben Stunde und dann mich Konfeft

mich Konfekt – das für mich gar nicht bestimmt ist.“ in der Küche in einer Ecke stehend."

So – Am Küchentisch und uff 'n Stuhle fikend“, parla Außerdem liebe ich gar keine Süßigkeiten“, vermentirte sie.

sicherte er, ,,ein schlichtes Butterbrot ist mir lieber als eine Nein, in der Ecke stehend“, erwiderte er, einstweilen Düte Konfekt.“ noch fest.

Sie blickte ihr groß an und schien darüber nachzuDa benigte sie sich zu ihm hinüber und lehnte den denken. Kopf an seine Brust; fie flüsterte ihm allerlei Schmeichel „Friedrich!" rief sie dann plößlich laut auf, „da vernamen zu und liebkoste ihn, und nach zwei Minuten war įleichste mir woll mit der Butterbrod?" der Küchentisch und der Stuhl bewilligt.

Mit dem, was mir das Liebste ist, Frauchen,“ erwiderte er.

„Und ick bin dir det Liebste, Friedrich? Ja ?" Das Mal war beendet und die Tischgeräte wieder Freilich, Trudchen," beteuerte er. abgeräumt, anstelle des weißen Tischtuches lag die gehäkelte Sie nickte geschmeichelt mit dem Kopfe und sah ihn Decke auf dem Tische, und auch die Schale stand wieder lächelnd an. Aber dann blißte plößlich in ihren Augen darauf. Frau Gertrud saß auf dem Sofa mit dem roten etwas auf, als wenn ihr ein schelmischer Einfall gekomPlüschbezug, und Friedrich saß neben ihr.

men wäre. Sie hatte ihren Arm um seinen Hals geschlungen „Friedrich ?" fragte sie etwas zaghaft und errötete und hörte ihm zu, wie er ihr erzählte von den Salons dabei. der vornehmen Welt, von Soiréen und Bällen, bei denen man auf Parfettfußböden tanze, die glänzen vor Glätte, Åber det Konfekt, Friedrich nasch'st du nich und von Grafen und Baronen, die Orden trügen mit manchmal ?" blißenden Edelsteinen.

Er lachte laut und herzlich auf und verschloß der Und dann erzählte er ihr von seiner eigenen Garçon- naiven Fragerin den Mund mit einem Ruß. Wohnung, die er in der Wilhelmstraße hätte, wie elegant So jaßen sie aneinandergelehnt eine Weile schweigend sie eingerichtet wäre, und was für schöne Dinge er dort da, und auch das Schluchzen des Knaben draußen in befäße. Auch ein kostbares Rollier mit Brillianten hätte der Rüche war verstummt. er darin gehabt, das allen seinen Freunden aufgefallen ,,Und sehn je dir denn in die Streise ooch for wäre und das er fürzlich einem von ihnen, einem Grafen, voll an, Friedrich?“ erkundigte sie sich von neutem. aus Gefälligkeit verkauft hätte.

Das ist doch gerade das Kunststüc, Trudchen Frau Gertrud hörte aufmerksam zu und unterbrach darin beruht ja meine Kunst. Ich bin Künstler von ihn selten mit einer Frage. Es waren ihr alles Wunder Gottes Gnaden!" dinge, von denen er ihr da erzählte, und aus seiner Er Sie sah ihn bewundernd an und saß wieder eine zählung selbst schlug ein Duft von Vornehmheit auf ihre Weile schweigend an seiner Seite. Sinne, der fie träumerisch und nachdenklich stimmite. Aber ,,Friedrich, flüsterte fie dann. dieser träumerische Zug verschwand plötzlich aus ihrem ,,Was denn, Trudchen?" frischen Gesicht und machte einem Ausdruck der Ver Wie lange bleibste denn jeßt bei mir, Friedrich ?" stimmung Plaß, als Friedrich nun auch von den Damen „Bis morgen früh, Trudchen." der großen Welt zu erzählen begann.

Sie sah ihn lächelnd und mit schelinischem Blicke an. „Trudchen, was fehlt dir denn auf einmal?" unterbrach er sich sofort in seiner Erzählung, als er diese Veränderung in ihren Zügen wahrnahm.

lind nun kann Frißze wieder essen, Friedrich, nich? Nischt, Friedrich“, erwiderte sie mit einem leisen Jezt is die halbe Stunde doch uim?" Seufzer.

„Ja, liebes Trudchen am Rüchentische darf cr Sprich doch, Trudchen.“

essen," antwortete er freundlich, worauf sich die Frau soAch“, meinte sie fopfichüttelnd und schien eist eine fort in die Rüche begab, die Verbindungstüre hinter sich Weile mit sich selbst 311 fämpfen.

halb geöffnet lassend. Friedrich erhob sich indessen und „Sach doch mal offen, Friedrich“, begam sie dann, trat vor den Spiegel, wo er sorgsam die Falten seines „du mußt dir doch janz unbehaglich fühlen hier bei Rockes wieder glättete und sauber strich.

Und wie er jo mir

am Spiegel stand, da hörte er, wie sein Sprößling draußen Aber Frauchen!“

in der Küche, laut mit den Lippen schmaßend, sein Mal Ja gewiß, Friedrich! Da biste mit Herrn „vons verzehrte. und Feine Leite und mit Sombtessen und allens sowat

„Friß,“ rief er laut. zusamm', lauter Leite, die alle janz anders redert und sich Wie der Bliß erschien der Knabe in der Türe. janz anders betragen können wie unsereener.“

Vatafin?“ fragte er, sich rasch mit einer weißen ,,Na - und was denn nun noch. Trudchen?" Serviette den Mund wischend.

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