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Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Stuttgart, Berlin, Leipzig.

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Deutsöjen Geldjidite.

Kaiser - Saal.

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Belchichte der ventiduen koiler in Biographien
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Bruno Gebhardt.

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Bruno Gebhardt,

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lolitaricam 25 rierzemu.ästaci Ceferungen, 5012 cincinice, tüdtiges Werf gewijiendujter Beididusidhreibung Juic ili crunte chthilt 32 Siilen Tertid ? l'ollbilde" 311 bicton, das durchill: diin gegenwärtigen Stande der Wifenidait cruipridit Es liegt in der Hand, daß rin

Tos por!icaruide irrf bicict in 171131chendenem! foldics Werfuide aus einer sidor ilicijen tam, wenn alle portundlicher Tarhellung die piographien der deuih.'11 Ein'elgebicte den Vorzug gleid foni petenter Bearbeitung cr. Nianier von Karl dem Wrofen bis zur Begründung des fennen lassen jollen. So hat sich cine Neihe tüchriger Fach: neuen Delisiben Keid es ind itellt jich als im Ballt: bud männer zu der gestellten Auigabe vereinigt, welche ihnen cdcliter ut iur jede Deutide ŝanillo dar. vicle bemerfenswerte Geschichtsdaritellungen in cinem

m Schlui; des veerti: wird den bomenten cine Rahmen bieten. Wir glauben in vorliegenden Werfe. da: nidit nur die politische," jondern auch die geistige, rediilidio

hadi finitleriidem Entwuri bergcitellte Einband derfo und wirtschaftlidie Seite der Enwidclui ueros Volfos

311 mäßigem Preis zur Verfügung stehen darstellt, ein gediegenes, gchaltvolles Werf zu bringen, von

Tic met. Budihandlungen nichmen tauchungen gleich bemerkenswerter Bedeutung für die Wiñenichait, wie an; wo der Bezug rui picerija itörzi, wende man sich für den Vücherichaß der (Hebildeien.

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Verarith', olto lieuman hoofer, Ferlin, Perlag der Union Ieutsche Verlagsacicuíd aft, Berlin und ftuttgart. Gedrudit von der Budidruckerei im

L'udyhändlerhaus (iniher : R. 'Benid), Eerlin 70., Mauerstraße 80 u. Wilhelmstraße 47, Aufgang C. Ez pedulon: Sricdridistr. 207. Berlin 61.

für Sitteratur. *

1832 begründet

Union
Herausgegeben von Otto Heumanit - Foofer.
von

Deutsche Verlags-Gesellschaft Joseph Lehmann.

Berlin u. Stuttgart. Redaktion: Berlin W., Lützow: Afer 13. Erscheint jeden Sonnabend. Preis 4 Mart vierteljährlich. Bestellungen werden von jeder Buchhandlung, jedem Postamt (Nr. 3589 der Postzeitungsliste), sowie vom Verlage des Magazin" entgegengenommen. Anzeigen 40 pfg. die dreigespaltene petitzeile.

Prcig der Einzciummer: 40 Pig.

63. Jahrgang.
Berlin, den 27. Januar 1894.

Tīr. 4. Auszugsweiser Nachdruck sämtlicher Artikel, außer den novellistischen und dramatischen, unter genauer Quellenangabe gestattet.

Linuefugter Jacidruclt wird auf Grund der Gesetze und Verträge verfolg!. Inhalt: Litteratur, Wissensdaft und öffentliches Leben: Friedrich Nicßidhe: Ueber die Zukunft unserer Bildungs - Anitalten. Dritter

Vortr Sp. 97. - Sperans: Politisches Temperenzlertum. Sp. 103. Dtto Ernst: Verse 1893. III. Sp. 107. A. G. von
Suttner: Geschichtliche Zeitbilder. Sp. 112. Pai-jing-Tsien: Li-wa. (Schluß. Sp. 116. Ålfred Kerr: Mar

Stempels „Licht“ und Stió Siracs „Aife“. Sp. 119. Litterarische Chronil. Sp. 119.
Mufit: A. M.: Das lepte Philharmoniefonzert. Sp. 122. A. N.: Musikalische Chronik. Sp. 122.
Bildende Kunt: Mar, Schmid: Zur Abwehr. Sp. 123.
Litteratur-Tafel. Sp. 125. Anzeigen.

Ueber die Zukunft unserer Bildungs-Anstalten. geforderter liebungen mit dem bedenflichen Geiste unserer

journalistischen Deffentlichkeit alle dicje am deutschen Ecchs, im Auftrag der

ilnterricht wahrnehmbaren Phänomene gaben die traurige „Afademischen Gesellschaft“ in Bajet gehaltene, öffentliche Nieden.

Gewißheit, daß die heilsamsten vom klassischen Altertumie Von

į ausgehenden Sträfte noch nicht einmal in unseren Gymnasien Sriedridi skietzsche.

geahnt werden, jene Kräfte nämlich, welche zum Stampfe mit der Barbarei der Gegenwart vorbereiten, und welche

vielli idit noch einmal die" (Gimnasien in die Zeughäujer Dritter Vortrag.

und Werkstätten dieses Kampfes umwandeln werden. Gehalten am 27. Februar 1872.

Juzwischen schien es im Gegenteil, als ob recht Verehrte Anwesende! Das (Gespräch, dessen Zuhörer i grundsätzlich der (Heist des Altertuins bereits an der ich einst war und dessen Grundzüge ich hier vor Ihnen : Edwelle des Gymnasiums weggetrieben werden sollte und aus lebhafter Erinnerung nadizuzeichnen versuche, war an als ob man auch hier dem durch Schmeicheleien verdem Punfte, wo ich das leßte Mal meine Erzählung bez wöhnten Wejen: mmserer jeßigen angeblichen „deutschen schloß durch eine ernste und lange Pause unterbrochen Stultur“, die Tore so weit als möglich öffnen wollte. llnd worden. Der Philofoph sowol wie sein Begleiter saßen wenn es für unsere einsamen Ilnterreduier eine Hoffnung in trübsinniges Schweigen versunken da: jedem von ihnen zu geben schien, ļo war es die, daß es noch schlimmer lag der eben besprochene seltsame Notstand der wichtigsten kommen müsse, daß das, was von wenigen bisher erBildungsanstalt, des Gymnasiums, auf der Seele, als raten würde, bald vielen zudringlich deutlid) sein werde, eine Last, 311 deren Beseitigiiug der gutgesinnte Einzelne und daß dann die Zeit der Ehrlichen und der Entschlossenen zu schwach und die Masse nicht gutgesinnt genug ist. auch für das ernste Bereich der Volfserzichung nicht mehr

Zweierlei besonders betrübte umjere einsamen Denker: ferne sei. einmal die deutliche Einsicht, wie das, was mit Recht ,,Ilm jo fester halten wir,“ hatte der Philosoph ge,,klassische Bildung“ 211 niennen wäre, jetzt nur ein in jagt, „an dem deutschen Geist fest

, der sich in der deutschen freier Luft schwebendes Bildungsideal ist, das aus dem · Reformation und in der deutschen Musik offenbart hat und Boden unserer Erziehungsapparate garnicht hervorzinwachsen: der in der ungeheuren Tapferkeit und Strenge der deutschen vermöge, wie das hingegen, was mit einem landläufigen Philosophie ind in der neuerdings erprobten Treue des und nicht beanstandeten Euphemismus jeßt als „klassische deutschen Soldaten jene nachhaltige, allem Scheine abgeBildung“ bezeichnet wird, eben nur den Wert einer an- neigte Kraft bewiesen hat, von der wir auch einen Sieg über anspruchsvollen Illusion hat: deren beste Wirkung nod) | jenë modische Pseudofultur der „Jeştzeit“ erwarten dürfen. darin besteht, daß das Wort „klassische Bildung“ selbst doch In diesen Stampf die wahre Bildungsschule hineinzu11och weiter lebt und seinen pathetiichen Klang noch nicht ziehen und besonders im Gymnasium die heranwachsende verloren hat. An dem deutschen llnterricht sodann hatten neue Generation für das zu entzünden, was wahrhaft sich die ehrlichen Männer miteinander deutlich gemacht, deutsch ist, ist die von uns gehoffte Zukunftstätigkeit daß der richtige Ausgangspunkt für eine höhere, an den der Schule: in welcher auch endlich die sogenannte Pfeilern des Altertums aufzurichtende Bildung bis jeizt i klassische Bildung wieder ihren natürlichen Boden und nicht gefunden sei: die Verwilderung der sprachlichen ihren einzigen Ausgangspunkt erhalten wird. Eine Unterweisung, das Hereindringen gelehrtenhafter historischer wahre Erneuerung und Reinigung des Gymnasiums Richtungen an Stelle einer“ praktischen Zucht und Ge- wird nur aus einer tiefen und gewaltigen Erneuerung wöhnung, die Verknüpfung gewisser, in den Gymnasien und Reinigung des deutichen Geistes hervorgehen. Sehr

geheimnisvoll und schwer zit erfassen ist das Baud, i wie jeßt ein solcher Lehrer zumeist entsteht, wie er zu diesem welches wirklich zwischen dem innersten deutschen Wesen höheren Bildungslehrer wird, der wird sich über eine und dem griechischen Genius sich knüpft. Bevor aber solche Stellung nicht einmal wundern. Es existirt jeßt nicht das edelste Bedürfnis des echten deutschen Geistes fast überall eine so übertrieben große Anzahl von höheren nach der Hand dieses griechischen Genius, wie nach Bildungsanstalten, daß fortwährend unendlich viel mehr einer festen Stüße im Strome der Barbarei, hascht. Lehrer für dieselben gebraucht werden, als die Natur bevor aus diesem deutschen Geiste nicht eine verzehrende eines Volfes, auch bei reicher Anlage, zu erzeugen verSehnsucht nach den Griechen hervorbricht, bevor nicht inöchte, und so kommt ein Üebermaß von Unberufenen in die mühsam erringene Fernsicht in die griechische Heimat, diese Anstalten, die aber allmählich, durch ihre überwiegende an der Goethe und Schiller sich erlabteit

, zur Wallfahrts: Stopfzahl und mit dem Instinkt des „similis simili stätte der besten und begabtesten Menschen geworden ist, gaudet“, den Geist jener Anstalten bestimmen. Diewird das klassische Bildungsziel des Ghinnasiums haltlos jenigen mögen nur von den pädagogischen Dingen hoffin der Luft hin und her flattern; und diejenigen werden nungslos ferne bleiben, welche dernteinen, es ließe sich die wenigstens nicht zu tadeli sein, welche eine noch so be- angenscheinliche, in der Zahl bestehende libertät iinserer schränkte

kte Wissenschaftlichkeit und Gelehrsamkeit im Gym- Gymnasien und Lehrer Durch irgendwelche Gefeße und nasium heranziehen wollen, um doch ein wirkliches, festes Vorschriften in eine wirkliché ilbertät, in eine übertas und immerhin ideales Ziel im Auge zu haben und um ingenii, ohne Vermindering jener Zahl, berwandelit. ihre Schüler vor den Verführungen jenes gligernden Sondern darüber müssen wir einmütig sein, daß von der Phantoms zu retten, das sich jetzt" „Kultur“ und Natur selbst nur unendlich seltene Menschen zu einem ,,Bildung“ nennen läßt."

wahren Bildungsgange ausgeschickt werden, und daß zu Nach einiger Zeit schweigsamer lleberlegung wendete deren glücklicher Entfaltung auch eine weit geringere Airsich der Begleiter an den Philosophen und sagte ihnı: zahl von höheren Bildungsanstalten ausreicht, daß aber Sie wollteit mir Hoffnungen machen, mein Lehrer; in den gegenwärtigen, auf breite Maffen angelegten Bilaber Sie haben mir meine Einsicht, und dadurch meine dungsanstalten gerade diejenigen am wenigsten sich geAraft, meinen Mut vermehrt: wirklich sehe ich jet fördert fühlen müssen, für die etwas derartiges zii grünfühner auf das Rampffeld hin, wirklich misbillige ich den überhaupt erst einen Sinn hat. bereits meine allzu schnelle Flucht. Wir wollen ja „Das Gleiche gilt nun in Betreff der Lehrer. Gerade nichts für uns; und auch das darf uns nicht kümmerit, die besten, diejenigen, die überhaupt, nach einem höheren wieviele Individuien in diesen Stanipfe zu Grunde gehn, Maßstab, diesés Ehrennamens wert sind, eignen sich jeßt, und ob wir selbst etwa unter den ersten fallent. Gerade bei dem gegenwärtigen Stande des Gymnasiums, vielleicht weil wir es ernst nehmen, sollten wir unsere armen Int am wenigsten zur Erziehung dieser unausgelesenen zúdividuien nicht so ernst nehmen; im Augenblick

, wo wir sammengewürfelten Jugend, sondern müssen das beste, sinfen, wird wol ein anderer die Fahne fassen, an deren was sie geben könnten, gewissermaßen vor ihr geheim Ehrenzeichen wir glauben. Selbst darüber will ich nicht halten; und die ungeheure Mehrzahl der Lehrer fühlt sich nachdenken, ob ich kräftig genug zu einem solchen Stampfe wiederim, diesen Anstalten gegenüber, im Recht, weil ihre bin, ob ich lange widerstehen werde;, es mag wol selbst Begabungen zu dem niedrigen Fluge und der Dürftigkeit ein ehrenboller Tod fein, unter dem spöttischen Gelächter ihrer Schüler in einem gewissen harmonischen Verhältsolcher Feinde zu fallen, deren Ernsthaftigkeit uns' fo niffe ftehen. Von dieser Mehrzahl aus erschalt der Ruf häufig als etwas Lächerliches erschienen ist

. Denfe ich nach immer neuen Gründungen von Gymnasien und an die Art, wie sich meine Altersgenossen zu dem höheren Lehranstalten: wir leben in einer Zeit, die durch gleichen Berufe, wie ich, zu dem höchsten Lehrerberufe, diesen inmerfort und mit betäubendem Wechsel erschallenvorbereiteten, so weiß ich, wie oft wir gerade über das den Ruf allerdings den Eindruck erweckt, als ob ein itn. Entgegengeseşte lachten, über das Verschiedenste ernst geheures Bildungsbedürfnis in ihr nach Befriedigung wurden.“

Šürstete. Aber gerade hier muß man recht zu hören over„Nun, mein Freund“, unterbrach ihn lachend der stehen, gerade hier muß man, durch den tönenden Effeft Philosoph, du sprichst wie einer, der ins Wasser springen der Bildungsworte unbeirrt, denen ins Antlig sehen, die will, ohne schwimmen zu können, und, mehr als das so unermüdlich von dem Bildungsbedürfnisse ihrer Zeit Ertrinken, dabei fürchtet, nicht zu ertrinken und ausge- reden. Dann wird man eine sonderbare Enttäuschung erlacht zu werden. Das Ausgelachtwerden soll aber unsere leben, dieselbe, die wir, mein guter Freund, so oft erlebt leßte Befürchtung sein; denn wir sind hier auf einem haben: jene lauten Herolde des Bildungsbedürfnisses verGebiete, wo es soviel Wahrheiten zu sagen giebt, joviet wandeln fich plößlich, bei einer ernsten" Besichtigung aus erschreckliche, peinliche, unverzeihliche Wahrheiten, daß der der Nähe, in eifrige, ja fanatische Gegner der wahren aufrichtigste Haß uns nicht fehlen wird, und nur die Bildung, d. h. derjenigen, welche an der aristokratijchen Wut es hier und da einmal zu einem verlegenen Lachen Natur des Geistes festhält: denn im Grunde meinen sie, bringen möchte. Denfe dir nur einmal die inabsehbaren als ihr Ziel, die Emanzipation der Maffen von der Scharen der Lehrer, die im besten Glauben das bis- Herrschaft der großen Einzelnen; im Grunde ftreben sie herige Erziehungssystem in sich aufgenommen haben, darnach, die heiligste Ordnung im Reiche des Intellekts um es nun guten Muts und ohne ernstliche Bedenken umzustürzen: die Dienstbarkeit der Masse, ihren unterweiterzutragen.

würfigen Gehorsam, ihren Instinkt der Treue unter dem Wie meinst dit wol, daß es diesen vorkommen muß, Szepter des Genius. wenn sie von Plänen hören, von denien sie ausgeschlossen „Ich habe mich längst daran gewöhnt, alle diejenigen sind und zwar beneficio naturae, von Forderungen, die vorsichtig anzusehui, welche eifrig für die sogenannte weit über ihre mittleren Befähigungen hinausfliegen, von Volksbildung", wie sie gemeinhin verstanden wird, Hoffnungen, die in ihnen ohne Widerhall bleiben, von sprechen: denn zumeist wollen fie, bewust oder unbe Rämpfen, deren Schlachtruf sie nicht eininal verstehen und wujt, bei den allgemeinen Saturnalien der Barbarei, in denen sie nur als dumpfe widerstrebende bleierne Masse für sich selbst die fesselloje Freiheit, die ihnen jene in Betracht fommen. Das aber wird wol ohne lieber- heilige Naturordnung nie gewähren wird; sie sind zum treibung die notwendige Stellung der allermeisten Lehrer Dienen, zum Gehorchen geboren, und jeder Augenblick, an höheren Bildungsanstalten sein müssen: ja wer erwägt, in dem ihre kriedjenden oder stelzfüßigen oder flügellahmen

Gedanken in Tätigkeit sind, bestätigt, aus welchem | Ueberzahl von höheren Lehrern sagten; und gerade auf Tone die Natur fie formte und welches Fabrifzeichen diesem Gebiete habe ich Erfahrungen gesammelt, welche sie diesem Tone aufgebrannt hat. Also, nicht Bildung mir bezeugen, daß die Bildungstendenz des Gymnasiums der Maffe kann unser Ziel sein, sondern Bildung der fich geradezu nach dieser umgeheuren Majorität von Lehrern einzelnen, ausgelesenen, für große und bleibende Werke richten muß, welche, im Grunde, nichts mit der Bildung ausgerüsteten Menschen: wir wissen nun einmal, daß zu tun haben und nur durch jene Not auf diese Bahn eine gerechte Nachwelt den gesamten Bildungsstand und zu diesen Ansprüchen gekommen sind. Alle die eines Volkes nur und ganz allein nach jenen großen, Menschen, die in einem glänzenden Moment der Erleucheinsam schreitenden Helden einer Zeit beurteilen und je tung sich einmal von der Singularität und Unnahbarfeit nach der Art, wie dieselben erkannt, gefördert, geehrt, des hellenischen Altertums überzeugten und mit müh. oder sefretirt, mishandelt, zerstört worden sind, ihre famem Kampf vor fich selbst diese Ueberzeugung verteidigt Stimme abgeben wird. Dem, was man Volksbildung haben, alle diese wissen, wie der Zugang zu diesen Ers nennt, ist auf direktem Wege, etwa durch allseitig er- leuchtungen niemals vielen offen stehen wird und halten zivungenen Elementarunterricht, nur ganz äußerlich und es für eine absurde, ja umwürdige Manier, daß jemand roh beizukommen: die eigentlichen tieferen Regionen, in mit den Griechen gleichsam von berufswegen, zum Zwecke denen sich überhaupt die große Masse mit der Bildung des Broterwerbs, wie mit einem alltäglichen Handwerksberührt, dort, wo das Volk seine religiösen Instinkte zeuge verkehrt, und ohne Schen und mit Handwerker. hegt, wo es an seinen mythischen Bildern weiter dichtet, händen an diesen Heiligtümern herumtastet. Gerade in wo es seiner Sitte, seinem Recht, seinem Heimatsboden, dem Stande aber, aus dem der größte Teil der Gymnasialseiner Sprache Trene bewahrt, alle diese Regionen sind lehrer entnommen wird, in dem Stande der Philologen, auf direktem Wege faum und jedenfalls nur durch zer- ist diese rohe und respeftlose Empfindung das ganz Áll. störende Gewaltsamkeiten zu erreichen; und in diesen gemeine : weshalb nun auch wiederuin das Fortpflanzen ernsten Dingen die Volksbildung wahrhaft fördern, heißt und Weitertragen einer solchen Gesinnung an den Gymaber nur soviel, als diese zerstörenden Gewaltsamkeiten nasien nicht überraschen wird. . abzuwehren und jenes heilsame Unbewustsein, jenes „Man lehe sich nur eine junge Generation von PhiloSich-gesund-schlafen des Volkes zu unterhalten, ohne logen an; wie selten bemerkt man bei ihnen jenes bewelche Gegenwirkung, ohne welches Heilmittel keine schämte Gefühl,' daß wir, angesichts einer solchen Welt, Kultur, bei der aufzehrenden Spannung und Erregung wie die helenische ist, gar fein Recht zur Eristenz haben, ihrer Wirkungen, bestehen kann.

wie fühl und dreist dagegen baut jene junge Brut ihre „Wir wissen aber, was jene erstreben, die jenen elenden Nester mitten in den großartigsten Tempeln! Den heilenden Gesundheitsschlaf des Volkes unterbrechen allermeisten von denen, welche von ihrer Ilniversitätszeit wollen, die ihm fortwährend zurufen: „Sei wach, fei an so selbstgefällig und ohne Schen in den erstaunlichen bewust! Sei flug!". Wir wissen, wohin die zielen, welche Trümmern jener Welt herumwandern, sollte eigentlich durch eine außerordentliche Vermehrung aller Bildungs aus jedem Winkel eine mächtige Stimme entgegentönen : anstalten, durch einen dadurch erzeugten selbstbewusten Weg von hier, ilir Uneingeweihten, ihr niemals EinLehrerstand ein gewaltiges Bildungsbedürfnis zu be- zuweihenden, flüchtet schweigend aus diesem Heiligtum, friedigen vorgeben. Gerade diese und gerade mit diesen chweigend und beschämt! Äch, diese Stimme tönt verMitteln fämpfen sie gegen die natürliche Rangordnung gebens : denn man inuß schon etwas von griechischer Art im Reiche des Intellekts, zerstören sie die Wurzeln jener sein, um auch nur eine griechische Verwünschung und aus dem Unbewustsein des Volkes hervorbrechenden Bannsoimiel zu verstehen! Zene find aber jo barbarisch, , höchsten und edelsten Bildungskräfte, die im Gebären daß sie es sich nach ihrer Gewöhnung unter diesen des Genius und sodann in der richtigen Erziehung und Ruinen behaglich einrichten: alle ihre modernen BeqitemPflege desselben ihre mütterliche Bestimmung haben. lichkeiten und Liebhabereien bringen sie mit und verstecken Nur an dem Gleichnisse der Mutter werden wir die sie auch wol hinter antifen Säulen und Grabmonumenten: Bedeutung und die Verpflichtung begreifen, die die wahre wobei es dann großen Jubel giebt, wenn man das in ans Bildung eines Volkes in Hinsicht auf den Genius hat: tifer Ilmgebung wiederfindet, was man erst selbst vorher seine eigentliche Entstehung liegt nicht in ihr, er hat lifrig hineinpraktizirt hat. Der eine macht Verse und gleichsam nur einen nietaphysischen Ursprung, eine meta versteht im Lexikon des Hesychius nachzuschlagen: sofort phyfische Heimat. Aber daß er in die Erscheinung tritt, ist er überzeugt, daß er zum Nachdichter des Aeschylus daß er mitten aus einem Volke hervortaucht, daß er berufen sei und findet auch Gläubige, welche behaupten, gleichsam das zurüdgeworfene Bild, das gesättigte daß er dem Aeschylus „kongenial" sei

, er, der dichtende Farbenspiel aller eigentümlichen Kräfte dieses Volkes Schächer! Wieder ein anderer spürt mit dem argwöhnischen darstellt, daß er die höchste Bestimmung eines Volkes Auge eines Polizeimannes nach allen Widersprüchen, nach in dem gleichnisartigen Wesen eines Individuums und dem Schatten von Widersprüchen, deren sich Homer schuldig in einem ewigen Werke zu erkennen giebt, fein Volk gemacht hat: er vergendet sein Leben im Auseinanderjelbst damit an das Ewige anknüpfend und aus der reißen und Aneinandernähen homerischer Fetzen, die er wechjelnden Sphäre des Momentanen erlöfend – das selbst erst dem herrlichen Gewande abgestohlen hat. Einem alles vermag der Genius iur, wenn er im Mutterschoße dritten wird es bei allen den mysterienhafter und order Bildung eines Volkes gereift und genährt ist - giastischen Seiten des Altertums unbehaglich: er entschließt während er, ohne diese schirmende und wärmende Heimat, sich ein für allemal, nur den aufgeflärten Apollo gelten überhaupt nicht die Schwingen zu seinem ewigen Fluge zu lassen und im Athener einen heiteren verständigen, entfalten wird, sondern traurig, bei Zeiten, wie ein in doch etwas unmoralischen Apolliniker zu sehen. Wie winterliche Einöden derschlagener Fremdling, aus dem atniet er auf, wenn er wieder cinen dunklen Wiufel des unwirtbaren Lande davonschleicht.“

Altertums auf die Höhe seiner eigenen Aufflärung ge„Mein Lehrer“, sagte hier der Begleiter, „Sie seßen bracht hat, wenn er z. B. im alten Pythagoras einen mich mit dieser Metaphysif des Genius in Erstaunen und wackeren Mitbruder in aufklärerischen politicis entdect nur ganz von ferne ahne ich das Richtige dieser Gleich hat. Ein anderer quält sich mit der Ueberlegung, warum nisse. Dagegen begreife ich vollständig, was Sie über Oedipus vom Schidsal zu fo abscheulichen Dingen verdie Ueberzahl der Gymnasien und dadurch veranlaßie I urteilt worden sei, seinen Vater töten, seine Mutter hei

raten zu müssen. Wo bleibt die Schuld! Wo die poe

Lokal

Hageldicht fausten die Schläge tische Gerechtigkeit! Plößlich weiß er es: Dedipus sei

der Säbel und (Gummischläuche der Polizisten

auf die Wehrlojen nieder doch eigentlich ein leidenschaftlicher Gesell gewesen, ohne

Aus Zeitungsberichten. alle christliche Milde: er gerate ja einmal sogar in eine ganz iinziemliche Hitze – als ihn Tiresias das Scheusal

Seit dem ersten Januar dieses Jahres giebt Herr und den Fluch des ganzen Landes nenne. Seid janft v. Egidy ein „Mittwochsblatt für unsere vaterländische mütig! wollte vielleicht Sophofles lehren: sonst müßt Gemeinsamkeit" als „Ergänzung für die Tageszeitungen ihr eure Mutter heiraten und euren Vater töten!

aller heitigen Parteien und Richtungen" heraus. Diese Wieder andere zählen ihr lebenlang an den Verjen Ergänzung heißt: Versöhnung! Ein gemanter Spötter griechischer und römischer Dichter herum und er:

fönnte bereits aus dem Titel eine reichlich lange freuen sich an der Proportion 7: 13 = 14: 26.

Plauderei über fonderbare Schwarmgedanken und Endlich verheißt wol einer gar die Lösung einer solchen Schwarmdenker ziehen. Aber ich mag nicht spotten, obFrage, wie die homerische "vom Standpunkt der Prä- wol mir bisher kein Gerichtsbeschluß eine „ ernste Lebenspositionen und glaubt mit érde und zuvcè die Wahrheit anschauung“ aufgenötigt hat, weshalb ich freilich auch aus dem Brunnen zu ziehn. Alle aber, bei den ver

nicht genötigt bin, gegen solches Erkenntnis bescheidener schiedensten Tendenzen graben und wühlen in dem

und chrlicher Weise Revision einzulegen. Ich mag nicht griechischen Boden mit einer Rastlosigkeit, einem täppischen ipotten, liegt doch in dieser entförperten, ins Wesenlose llngeichic, daß ein ernster Freund des Altertums geradezu lirisch verdiinstenden Humanitätssehnsucht eines fich frei ängstlich werden muß: und so möchte ich jeten begabten und „zufiuftsträchtig fühlenden Edelgeistes so viel des oder unbegabten Menschen, der eine gewisse berufs- Erwärmenden, Beruhigenden, Seelenlösenden. Das mäßige Neigung zu den Altertum hin ahnen läßt, an Zweclose heiligt die Mittel. Nicht atmet uns erhitzt die Hand nehmen und vor ihm in folgender Weise und üblen Hauches die nahe drängende Brutalität eines peroriren: Weißt du auch, was für Gefahren dir Erfüllung brünstig heischenden Zweckes entgegen; in reine, drohen, junger, mit einem mäßigen Schulwissen auf die in zerflatiernden Linien muistisch gleißende Ferne ruft Reise geschickter Mensch? Hast du gehört, daß es nach uns humanitäre Äolsharfenmusik. "Und weil kein stoffAristoteles ein untragischer Tod ist, von einer Bildsäule lich-roher, nasennaher Zweck uns im Gemeinen baunt, erschlagen zu werden Únd gerade dieser Tod droht' dir. darum ist uns auch das Mittel heilig, diese Traftate im Du winderst dich? So wisje denn, daß die Philologen gehobenenen Erbauungsstil ohne dringliche Wucht, ohne seit Jahrhunderten versuchen, die in die Erde versunfene farbige Bestimmtheit. Das Problem dér himmlischen iimgefallene Statue des griechischen Altertums wieder Liebe, ins Politische übertragen, die uranische Politik aufzurichten, bis jetzt immer mit unzureichenden Kräften: statt der vilgivagen! denit das ist ein Koloß, auf dem die einzelnen wie die Welt gut und vernünftig machen könne, ist ein alter Zwerge herumklettern. Ungeheure vereinte Mühe und alle Hebelfräfte moderner Kultur sind angewendet; immer (Glaube, an dem man immer noch hängt, weil er eben wieder, kaum vom Boden gehoben, fällt sie zurück und bislang nicht zur Gewißheit geworden ist. Eine tausendzertrümmert im Fall die Menschen unter ihr. Das mal getäuschte Hoffnung icheint mit jeder neuen Entmöchte noch angehn, denn jedes Wesen muß an etwas täuschung die Gewähr für endliche Erfüllung zu steigern. zlı Grunde gehen; wer aber steht dafür, daß bei diesen Wie viel träumende Idealisten, wie viel” wache Tata Versuchen die Natur selbst nicht in Stücke bricht! Die menichen haben an diesem vorausgesetzten Willen zur Philologen gehen an den Griechen z11 Grunde — das

Vernunft schon geknetet und gebildet, und die erhoffte warc ctwa 311 versdimerzent – aber das Altertum zer

Gemeinsamkeit ist immerdar unversöhnliche Vielgestaltigbricht durch die Philologen jilbst in Stüde! Dies über: feit geblieben. Niemals vielleicht hat ein Mensch fo fest lege dir, junger leichtsinniger Mensch, gehe zurück, falls und so realistisch

) an die Kraft der Verführung zur Verdii kein Bilderstürmer bist.“

nunft geglaubt wie der großindustriöse Philanthrop (Sdlus des dritten Vortrages in nächsten Oost)

Robert Owen. (Serade am ersten Tage dieses Jahrhunderts hatte er die Leitung der als sozialen Versuchsstation weltberühmt gewordenen Spinnerei zu New-Lanarf übernommen, und in verhältnismäßig furzer Zeit gefaltete er aus der Stätte des Elends und aller Laiter ein kleines Paradies der Arbeit. Es hatte zwar etlicher Mühe und mancher Separationen bedurft, bis sich endlidi die sompagnonschafi von der Möglichkeit überzeugte, daß auch eine siapitalverzinsung von 5 Prozent dem

Internehmer genügen könnte; aber das Werk gelang, Politisches Temperenzlertum.

Säufer wurden zit Wassertrinfern, Ausschweiflinge zu Die Summe dieser Gedanken zeitigt Asfeten, Faulenzer 311 Fanatiferi des Fleißes, überdas Bedürfnis nach Versöhnung Wir begreifen, duldete Bettler zu woliituirten, in geordneten, ieinlichen daß die Erimeinung, auf die wir zuschreiten, Verhältnissen lebenden Arbeitern. Seitdem glaubte er dann in ein Phantom sich verflüchtigt, wenn nur einer, oder nur einige, oder nur Gruppen,

feljenfest an sein Dogma, daß alle Bewohnheiten und oder nur Parteien, oder nur eine silaise, oder

Gefühle fich der Menschheit anerziehen lassen. Zur Zeit nur eine (Blaubensgemeinschaft sich ihr nähern. der Freiheitsfriege erschienen seine Abhandlungen: A new Nur wenn alle kommen, nur, wenn die Gemein

view of society; or essays on the principle of the forsamkeit als solche sich ihr naht; nur, wenn eine

mation of the human character and the application of in chrlidier Versöhnung, gereinigte Volksscele der Erscheinung Leben einhaucht --- dann nur the principle to practice. Ind wie verstand der Mann wird sie Wirklichkeit.“

es, die Nützlichkeit der Vernünftigkeit, die Rentabilität M. v. Egidy „Versöhnung“ 1. Jahrg. Nr. 1.

der Humanität den Leuten zu demonstriren! Die ArDie Versammlung der Urbeitslojen

beiter standen einfach auf den Maschinenfonto: je besser war von eliva 2000 Personen besucht, unter ihnen auch der bekannte Herr 1. Egidu) .

man mit diesen lebenden Maschinen umginge. um" so Die Anwesenden verlichen in gröfter Ruhe das reichlicher würde ihr Arbeitsertrag sein, so rechnete er

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