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vor“, „die Kunst hat den Zwecf, den Dingen einen schönen | Weibes ist gleichfalls undramatisch, matt, nichts läßt Schein abzugewinnen“ 2c.

erkennen, daß der fiegreiche Erlöser vor ihr stehe. An In der Sezefsion befindet sich ferner Böcklins den alten, großen Uhde erinnert nur die mystisch-bleiche, „ Rreuzabnahme" (1876 gemalt), ein anbetungs von ersten Morgenrosen überhauchte Dämmerung, das würdiges Werf

, über das auch nur ein Wort des Lobes verschleierte, sanfte Tal – die Welt, – jene Stadt auf oder Ürteils zu sprechen töricht erscheinen muß. Ueber: dem Hügel mit erleuchteten Fenstern und späten Festen lassen wir es späteren Jahrhunderten diesem Bilde feinen die Kultur. Gänzlich mißraten ist dagegen der Plaß in der Reihe der erhabensten Meisterwerke zu be Versuch, den Firle (Glaspalast) in seinem Triptychon stimmen. Auch eine kleine landschaftliche Studie Der Glaube“ gewagt hat. Man merkt dem Gemälde Böclins hat sich eingefunden. Es ist hoch interessant an, daß Uhde als Vorbild gedient hat: um so schlimmer. daran zu studiren, wie dieser große Fantast und Träumer Man sieht, wie wenig es auf die „moderne Mache" ernst und unerbittlich der Erscheinungswelt auf den Leib ankommt. Wilhelm Völz (Sezeffion) sucht seine Vor. rücft, wie er impressionistisch vorarbeitet, wie er als bilder bei den alten Italienern, dennoch ist seine „Heilige ,,ouvrier beginnt und als Schöpfer endet. Im Cäcilie“ wahrer und moderner, als Firles geschraubte und Glaspalaste war man pietätslos genug, eine uralte, nach aufgeblasene Nüchternheit. Rubens Amazonenschlacht hingewischte, höchst unerfreuliche Auch Albert Seller (Sezesfion) brachte wieder DarFarbensfizze („, Teutonenkampf“) aufzuhängen, welche Stellungen aus mystischen Kreisen. Seine „Kreuzigung" zwar des Meisters Namen trägt, ihn aber doch absolut ist eines der merkwürdigsten Bilder unserer Zeit . So nichts mehr angeht.

absolut hat noch feiner unserer Künstler ,Jenseits von Hans Thoma (Sezeffion), geringer als Stilist Gut und Böse" gestanden. Es gehört eine ungehenere und als Techniker, mehr Märchenerzähler und Bukoliker poetische Rraft, ein phänomenales technisches Können dazu, („Märchenerzählerin“, Heilige Caecilie", ,,Joyle" aus einem Symbol für einen ganz bestimmten, durch alle „Stiller Bach“) hat in seinen Emotionen etwas Heim- chriftlichen Zeiten Feftliegender Gefühls- und Begriffsliches, etwas von der Glut müder Herdfeuer und schwer- kompler – denn das ist der Kalvarienberg – mit einem mütiger Winterabende, oft auch liedartige Stimmungen, Male die genau entgegengeseßten Stimmungen hervorSpinnsluben-Melodien und Hirtenschalmeien. Er ist, im Schweben zu lassen. Oder ist es nicht eine Umwertung Gegensaß_ zu dem antif-harmlosen Böcklin, ein kontempla aller Werte", den Heiland mit verglast nach der Höhe tiver Träumer, zuweilen ein mystischer Grübler und starrenden Augen, tot und einsam am Holze zit zeigen, Prediger. Er nähert sich am meisten dem deutschen daneben einen der Schächer, zu deffen Füßen ein Weib Mittelalter, ohne seine eigenen Qualitäten aufzugeben. - seine Mutter? – schluchzt – und die Welt, rot und Sein „Sämann“ symbolisirt sogar die Sphäre der Zolaschen grün, in gleichgiltiger Farbenstilisirung? Sein ,,la Terre" eindringlicher, als man diesem weichen ,,Mondschein" ist eine neue Variante ser berühmten Schwärmer zutrauen sollte. 3m Stil ist er nicht sicher. Martyrin“. – 'Langhammer und Höcker (Sezeffion) Ofi muß man sich mit der Manier begnügen.

bewegent fich auf benachbarten Gebieten, leßterer mit Es gehört der Unverstand fanalischer Schreihäljedem Mopfe eines abgeschiedenen Märtyrers ,,Superavit“). dazu, aus Friß von Uhde einen Naturalisten 311 ersierer mit einem Heiligen", der unter Assistenz zweier machen. Freilich war es nicht unbedenklich die Möglich-reizender Engelfinder den Versucher in die Fliegenkeit zuzugeben, daß ein Künstler die heiligen Legenden schwämme stößt. Franz Stick hat seinen aufetwa so empfinden könne, wie vihde sie darstellte: daß richtigen Verehrern, 311 denen ich mich rechne, eine also dieser Evangelienharmonie mindestens ebenso viel gelinde Enttäuschung bereitet. Die Riesenleinwand Realität inne wohne oder gar mehr? – als der Der Krieg" ist seiner nicht würdig. Stuc sollte zu ftaallich approbirten. Darum schien eine Fälschung nötig. viel Ehrfurcht vor seinem Talente haben, um es 311 Es war der Menge beizubringen, daß Uhde nur durch Sensationsstücken zu zwingen. Das Bild zeigt einen fünstlerische Impotenz zu dieser Manier gezwungen sei, dämonischen Reiter, der über ein Meer von blutenden daß er unfähig wäre zu „großer“, „edler“, „reiner“ Dar Leichen hinwegstampft. Der Klepper, der ihn trägt, stammt stellung, wie sie bei den alten Meistern zu finden ist. In aus dem Rethelichen Totentanze, der „Krieg“ selber ist der Wahrheit gab uhde in seinen Symbolen nichts, als was bekannte Stucche Idealmensch mit seinem schrechaften Geer groß, tart, heilig empfand, und seine einzigartige Fichtsausdrucke, der unter die Rubrik „hohles Pathos“ fällt, Größe beruht gerade darin, daß er für seine Emotionen feine Haltung ist eine genaue Kopie nach Herterichs „St. auch den Stil schuf: in jener Einheit von Enpfinden und Georg“, die blutige Klinge ist seit Böcklins „Furien“ unzählige Technik, die uns bei seinen Hauptwerken so tief erschüttert. Male, auch von Stuck jelbst verwendet worden, die land. Niemand war weiter entfernt von der Frivolität jenerschaftliche Stimmung hat der Künstler in seinem Herbstnachnazarenischen Protégés der Kirchenvorsteher und abend“ bereits viel" kräftiger wiedergegeben: bleiben als Pastoren, denen das Leben und Leiden Jesu gerade gut ,,neu" die Fischartig schillernden Leichenmassen. Das ist genug war, um es in konventioneller, unlauterer „Auf- für einen Franz Stuck nicht genug, wenn auch das fenfassung" dem Bourgeois mundgerecht zu machen. - Um ationsbedürftige Publikum tausendmal damit zufrieden so mehr ist es zu beklagen, daß Uhde in jüngster Zeit ist; ganz abgesehen davon, daß hier der Symbolismus jene ihn vor allen auszeichniende Einheit und Gemüts- aufhört und der Galimatias der Allegorie, die bildliche Größe zerfallen läßt. Sein auf der Sezessionisten-Aus- Darstellung von Brgriffen, anfängt. - Ludwig von stellung befindliches „Noli me tangere" ist ein schwäch Hofmanns Verlorenes Paradies" beweist, daß der liches Bild. Stofflich war es für Uhde überaus günstig. Künstler an seiner Technik fleißig verbessert. Er ist jedoch Der erstandene Heiland erscheint im Evangelium als im Jrrtume, wenn er glaubt, daß das irisirende FarbenGärtner: damit war für Uhde ja alles gegeben. Lhne gemengsel im Hintergrunde als eine koloristische Stilisirung Zweifel: vor zehn Jahren hätten wir den Verklärten im gelten kann. Der Wert der Stilisirung beruht zu allererft Gewande des Arbeiters gesehen, im hochgeschürzten Gewande auf ihrer Einfachheit, auf der rascheren, unmittelbaren rote, blutige Rosen tragend, in den wunden Händen stille, Suggestion, welche durch die Abbreviatur herbeigeführt bleiche Bilien und das Meffer. Heute hat er fast etwas wird. Hofmann kann sich dagegen in der Häufung von Nazárenisches, Sonventionelles. Zuviel' Faltenwurf und Klecksen und Tönen gar nicht genug tun. Es wäre zu wenig Seele, zu wenig Gottheit. Die Anbetung des schade, wenn er durch die verrüdten Ideen unfähiger

Effekthascher zu einer extravaganten Buntheit vorführt

Ich wünschte, daß in der Gesundheit Blüte würde, in der fein großes Talent man hat Bei

Dein Vusen stets von Hochgedanken glühte, spiele -- untergehen könnte. — Aber man muß ihm auch

in Nythmen rieselte dein chrisilidh Blut lassen, daß er es ehrlich meint, daß ihm der Symbolis

Wie Klänge der antiken Silberflut, mus eine ernste Sache und daß er hervorragend dafür

Wo mit Apoll, von dem das Lied wir lernten, beanlagt ist. – Das fällt um so mehr in die Wagschale,

Der große Pan regirt, der Herr der Ernten. als man sieht, wie unter unseren jungen und jüngsten Künstlern ein geradezu scheußlicher Pfeudosymbolismus entwickelt. Alle die, welche nichts lernen inögen oder fönnen, die aber um jeden Preis Aufsehen erregen wollen, werfen sich auf diese „modernste“ Kunstrichtung. Ihr Rezept ist etwa folgendes: nimm eine möglidist große Leinwand, suche dir sodann einen mystischen, spiritistischen oder total wahnsinnigen Stoff, gib diesen eine blödsinnige, hirnverbrannte Faffung und quirle das Ganze in fetten,

Litterarische Chronik. giftigen und hektischen Saucen, so lange bis es nicht mehr geht. Darauf bringe noch einige greuelvolle Verzeichnungen

Lejiing-Theater, Mittwoch den 1. August: Die Sittenrichter, an - wenn folche nicht schon in Masse vorhanden sind Schauspiel in 4 Aften von Henry Arthur šones. În freier damit ja jedermann sieht, daß du ein Genie bist und Bearbeitung von Oskar Blumenthal. nichts zu lernen nötig hast, und jeße im Vordergrunde Es war an cinem Sommerabend in einem der Vororte Londons. die unvermeidlichen stilisirten Blumen, am Himmel ein

Wir saßen bei einander auf der Veranda cines Landhauses, vor uns bizarres Tapetenmuster ein. Der Rahmen – möglichst cin Garten mit weiten Rasenflächen. Ich mußte von Deutschland crTriptychon - ist mit farbigen, tollhäuslerischen Schieden- zählen. Aber auf meinen liebenswürdigen Wirt wirkten die deutschen linien zu beschmieren, mit allerlei Getier und Gewächs z11 Zustände wie mittelalterliche Ritterromantik. Immer wenn ich ges bevölfern und jedenfalls so zu formen, daß er sich weit endet hatte, machte er das bedenkliche Gesicht jemandes, der sich ein hin durch seine Geschmadlosigkeit auffällig macht. — Gegen

Gegen Märchen nicht aufbinden lassen will, schmunzelte und sagte: „Humbug, diesen Unfug. welcher in der Sezeifion durch Erters

Sir!" Triptychon (natürlich!) „Adam und Eva“ und Larijons nllumbug, Sir!" Ich mußte daran denken, als ich „die Sitten,,Tochter vas", im Glaspalaste durch P. Behrens ver richter" von Henry Arthur Jones jah. Das englische Zustände und treien wird, kann nicht energisch genug protestirt werden. Menichen des modernen Englands? „Humbug, Sir!" Das ist Gerade derartige forcirte Effekthaschereien miskreditiren den Stage-land, von dem Jerome K. crome lustig geschrieben, und das Fortschritt. Man wird jedoch über diese Leute nicht find Menschen aus Bühnenland. Rührend einfältige und hilflosc allzusehr erstaunen, wenn man bemerkt, daß sogar ein (Beschöpfe, auch wenn sie Oskar Blumenthals Brillanten im Munde großer Künstler wie Burne- fones (Glaspalast) sich führen. In der wirklichen Welt würden sie Hungers sterben, und diesen albernen Extravaganzen in beängstigender Weise den Zuschauer überkommt mit tiefstem Mitleid das Gefühl: könnt nährt. Sein „Perseus und die Graja“ besteht aus einer ich doch helfen, es ist ja gar jo einfach! Aber ich protestire dagegen, mächtigen, naturfarbenen Holzplatte, in welche oben die dass dieses Mitleid im Sinne des Aristoteles sei. Sage in goldenen Majuskeln auf Lateinisch eingegraben „Es giebt kein lächerlicheres Schauspiel“, hat Macaulay einmal ist. Darunter steht Perseus zwischen den drei Weibern geschrieben, „als das englische Publifum in cinem seiner periodischen auf einem kaum angedeuteten, blaßgrünen Striche. Die Moralitäte-Anfälle. Einmal alle sechs oder sieben Jahre wird unsere Gewänder sind aufgelegte, brillant getriebene Platten von Tugend offensiv. Dann wird irgend cin llnglüdlicher, der feines; Goldbronce und Silber. Gemalt – aber miserabel wegs schlimmer ist als hundert andere, als Sühnopfer ausgewählt.“ sind nur die Köpfe, Hände und Füße. - Der Belgier Dieje glüdliche Macaulaysche Beobachtung ist die „Idee" des SchauLeon Frederic (Sezession) zeigt ebenfalls nicht unbedent spiels von Henry Arthur Jones. liche Neigung zu solchen Histrionen-Kunststücken, wenigstens lind was hat er daraus gemacht! Ein Niinister wird in der in seiner Adegorie , Die Nichtigkeit der irdischen Größe". Nadit von Gaunern angefallen und gerät durch eine höchst unwahrIn seinem „englischen Gruße“ bringt die fast ägyptische scheinliche Tür in einen Laden, der seinem erbittertsten politischen Profilwendung eine fremdartige und mirafulöje Wirkung Gegner gehört. Bewohnt wird die Ladenwohnung jedoch nur von hervor, der man sich nicht entziehen kann. Unendlich cinem Werfmeister und seiner Tochter. Der Werkmeister ist das bebedeutender erscheint mir

mir freilich sein Landsmann fannte verfannte Genie, das Jones schon in jeinem „Middleman“ Fernand shnopff (Sezession), dessen Zeichnungen,

Zeichnungen, verherrlicht hat – sein Lieblingsvorwurf, obwol er selbst doch leider namentlich: ,,Ein Engel“, ,,Eine tote Stadt“, „Die so gar nichts von den beiden Eigentümlichkeiten hat! In die Tochter Poesie von Stephan Mallarmé“, „Venus renascens“, verlicbt sich der Minister. Er besucht sie allnächtlich, aber ganz zu den in stilistischer und technischer Hinsicht vollendetsten tugendlich. Er wird dabei von seinem politischen Widersacher abgeLeistungen des symbolisme zii rechnen sind. Auf ihn faßt, der Schein spricht gegen ihn, und er, der gerade eine Siltlidha muß man blicken, wenn man die sublimste, verfeinertste keits-Vill zu vertreten hat, wird gestürzt. Er heiratet dann, seiner Phase des modernen Kunstichaffens kennen lernen will; Torheit Becher voll zu machen, die kompromittirte Schöne. Auch auf ihn oder auf Henri Meunier (Glaspalast), dessen fehlt es nicht an dem lustigen Kontrast-Liebespaar. ..Chants lunaires" genannte Radirungen in den jüßesten lind wozu das alles? Die Satire beschränkt sich auch in der Düften und mildesten Silberflängen zittern. Dann wird Blumenthalschen Bearbeitung auf ein Schweifwedeln vor der konsers man aufhören in dem Symbolismus eine „Entartungs- vativen Partei und auf ein paar Punch - karikaturen. Der Zwed erscheinung“ zu vermuten. Dann wird man sich freudig des Banzen sind die beiden Rührszenen gegen Schluß des zweiten einer der Renaissance verwanten Bewegung zuwenden, und dritten Aftes, in denen der Held bon Tugend und Unglüc trieft. deren Endziel die Befreiung der höchsten Schöpferkraft Denn der erste Att dient nur der Erposition, der vierte dem Schluß und somit ein neuer Stil ist. Stil chaffende Epochen - „Löiung“ wäre ein gar zu harter Euphemismus. Wollte man waren jedoch niemals Zeiten der Décadence, sondern somit den Bau dieser englischen Dramen graphisch darstellen, so er: Perioden gesammelter, gesunder Straft. Schon Charles hielte man eine Linie, ähnlich der Nüdcnlinie cines Kamels. Baudelaire, der Begründer des Symbolismus, rief seiner Und was für unselige Verrenkungen hat Jones mit seinem Stoff Muse zu – und das ist unser Bekenntnis — :

vornchmen müssen, um die beiden „Schlager" herauszubekommen!

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Der Minister hätte nur im zweiten Aft das zu tun brauchen, was Ausdruck gekommen ist, bieten nach seiner Ansicht ergänzend Wilhelm er im vierten tut, nämlich das Mädchen heiraten, und alles wäre Meisters Wanderjahre, und so wird ihm Go:the durch die „Fausts in sich selbst zusammengefallen. Aber, was das allercharakteristischste:

und Meisterdichtung der deutsche Profet“. Die Theodicee im ersten diese englischen „moralischen" Rührstüde find bon ganz raffinirter

Buche von Dichtung und Wahrheit und das schlichte Xenion: Unmoralität. „Tuc recht, auf daß es dir schlecht gehe“, das ist der

„Fehlst du, laß dichs nicht betrüben, Eindruď, den ein naiver Zuschauer mit nach Hause nehmen müßte.

Denn der Mangel führt zum Lieben,

Kannst dich nicht vom Fehl befrein, Die Idee hätte eben nur satirische Behandlung vertragen.

Wirst du andern gern verzeihn“ Ich meine, es ist gleichgiltig, wie ein solches Stüc gespielt wurde.

schließen ihm den Kern des Faustmysteriums auf. „Die Herrschaft Es kann dabei nur auf ein Mehr oder weniger von Mache ankommen. der Verselbstigung hat die Lebensharmonie im Innern und die LebensEs ist auch gleichgiltig, daß das einzig Echte in der Inszenirung ein gemeinschaft nach außen vernichtet, also den geistigen Tod herbeigotisches Fenster im house of Commons war, während das Arbeits

geführt. Mit dem Bewustsein des eigenen Mangels dagegen zimmer des Ministers wie Buchholzens „kalte Pracht“ aussah. Aber

bereitet sich die Entselbstigung vor, die Offenheit und Empfänglich:

feit für die göttlichen Verheißungen, für die Weisjagungen der es ist nicht gleichgiltig, daß man es wagt, eine berliner Theatersaison „Söhne Gottes“, für die Wahrheit. die uns in unserer Schuld selber so zu eröffnen. Und es ist nicht gleichgiltig, daß das Bublifum ein den Grund offenbart, aus dem sich das die Not zur Tugend umfolches Stüď nicht entschiedener ablehnte. Mitten im glorreichen

wandelnde Seil erhebt, dem die demutsvolle Liebessehnsucht des Leids Sommer war die Aufführung des Leffing-Theaters ein Vorflang zu

nach der fittlichen Menschengemeinschaft

, die verzeihende Barmherzig

keit entstammt“. Auf das Prokrustesbett dieser Säße wird Szene einem Winter des Misvergnügens. Den Mut deshaib sinfen lassen — ? für Szene gestredt. Daß dabei sich die ganze Dichtung in eine „Humbug, Sir!

Ernst Heilborn. Alegorie verwandelt und die poetische Schönheit des ersten Teils

vernichtet, die des zweiten verdunkelt wird, ist klar. Troßdem wäre

es falsch, aus diesem Grunde das Buch Umfrids achselzucend bei Deutsche Nationallitteratur, herausgegeben v. Joseph Kürichner.

Seite zu legen. Gerade die schroffe Einseitigkeit befähigte ihn auf

manches zu achten, woran andere achtlos vorbeigegangen sind. Daraus Goethes Werfe. Bd. 25 – 27. Stuttgart, Union.

sind ihm einzelne allgemeine Gesichtspunkte und Spezialerläuterungen Drei neue wertvolle Bände der schönen Ausgabe. În Band erwachsen, die man nicht ohne fruchtbare Anregung lesen wird. 25 beendet Heinrich Dünßer die Ausgabe der Tag- und

A. B-9. Jahreshefte, denen er die Schweizerreise von 1779, sowie eine Anzahl biographischer Fragmente beigefügt hat. Alles mit gründ

Dr F. Wolln y: Eine Appellation an die deutsche Ehrlichfeit licher, aus dem Vollen schöpfender Gelehrsamkeit bearbeitet. Be

und Wahrheitsliebe in Sachen der Hypnose und Suggestion. Leipzig merkenswert sind it. a. die reichhaltigen Anmerkungen zu Goethes

Verlag von Oswald Muße. 1894. 39 S. Stizze „Unterredung mit Napoleon, 1808“, denen er auch auf die

Die „ Appellation“ gipfelt in folgendem unvergleichlichen Sat jüngst veröffentlichten Berichte Talleyrands über denselben Gegen

(S. 36 und 37): „Dazu ist, wenn wir alle Momente recht in Erwägung stand zu sprechen kommt. Treffend legt er in liebereinstimmung ziehen, vor allem, was lekteren *) betrifft, wie von mir angeführt mit Ludwig Geiger die „haarsträubenden linwahrheiten“ in den

worden ist, ein den Einwirkungen vorangegangener, sozusagen präs Memoiren des französischen Diplomaten dar und weist nachdrüdlich

parirender oder prädisponirender Einfluß vorauszuseßen, welcher, den Versuch des Frhrn. von Biedermann, die Glaubwürdigkeit

wenn nicht eine totale, zum wenigsten teilweise Schwächung der Talleyrands zu retten, als „unbegreiflich" zurüd.

Organisation vermöge eben jener, von Herrn Schmidkunz so sehr In Bd. 26 hat Georg Witkowski eine Reihe kleiner, aber angefochtenen Perhibitionen einzelner/Bewustseinsfunktionen zur Folge höchst charakteristischer Aufsäße aus Goethes Jugendzeit ver

hat, und erscheinen andrerseits auf Seiten des ersteren **), um sich einigt: Die scherzhafte Judenpredigt, die begeisterte Rede zum

zu der Fähigkeit zu Einwirkungen der fraglichen Art, deren ursprüngShakespearetag, die stürmischen und fedken Rezensionen aus den

liche Erzeugung nach den von mir gegebenen Auseinanderseßungen Frantf. Gelehrten Anzeigen, den schmetternden Heroldsruf von der

in den meisten Fällen mehr verborgenen, als in die Erscheinnng Herrlichkeit „deutscher Baukunst“, die halb erbaulichen, halb gelehrten

tretenden Faktoren zuzuschreiben ist, zu erheben, jene Uebungen von theologischen Schriften, die föstliche Prosadichtung: „Salomons eigentümlicher Beschaffenheit, wie sie nach vielfachen Berichten die güldne Worte von der Ceder bis zum Jífop“, die lieberseßung des Gymnosophisten in Indien bei fich fortgeseßt geübt, für kaum aushohen Lieds, und, was man mit besonderem Danke begrüßen wird, reichend, sondern dieselben lassen sich nur mit Hilfe der von mir diejenigen Partien aus Lavaters physiognomischen Fragmenten, die

nicht nur vermuteten, sondern als sicher bestehend vorausgeseßten nach äußeren oder inneren Zeugnissen als Goethes Eigentum anzu

magnetischen Vorrichtungen zur telepathischen Suggestion und Sypnose, sehen sind, nebst den dazu gehörigen liupfern. Mehrere dieser

die wol beide mit Recht für unzertrennlich von einander gelten, gephysiognomischen Studien Goethes, darunter die über Caesar, er nügend erklären." scheinen hier zum ersten Male im Rahmen einer Goetheausgabe.

Und dann wundert sich der Verfasser, daß diejenigen. „welche Witkowski hat jeder Abteilung des Bandes gehaltreiche und von

als Vertreter der Forschung und als Vertreter der Wissenschaft besonnenem Urteil getragene Einleitungen vorausgeschidt, die auch

gelten fönnen,“ sich mit seinen Schriften nicht näher befassen! der Beachtung des Forschers empfohlen sein mögen.

2. Breyer. Beim 27. Band hat sich Witkowski mit A. G. Meyer, wie beim „Benvenuto Cellini“, zu gemeinsamer Arbeit verbunden. Was

Musikalische Chronit. wir seiner Zeit Günstiges vom „Cellini“ sagten, gilt auch von diesem Bande, der „Windelmann“, „Whilipp Hacert“ nebst Von der heurigen bayreuther Festspielen ist nichts einigen Reden und Ansprachen enthält. Neues bieten insbesondere geringeres als ein kleines Mirakel zu berichten - oder auch die Ausführungen über Haderts kunsthistorische Stellung und über ein großes, wenn man so will. „Lohengrin redivivus appo die biographischen Charakteristiken Winckelmanns vor Goethe Domini 1894“ muß sich jeder Wagnerianer in sein Merkbüchlein

A. B-4.

schreiben und mit roter Tinte unterstreichen. Ist es nicht wirklich eine Wundertat, erstaunlicher als die mustergiltige Darstellung eines

neuen Werkes von außerordentlichem Charakter, diesem durch HeGoethe, der deutsche Prophet, in der Faust- und Meisterdichtung. Von D. L. Um frid. Stuttgart, Verlag von A. Bonz &

pertoireschlendrian, Militärkonzert und sogar Leiertastenwalze schon Comp.

bedenklich heruntergekommenen Schwanenritter soviel neuen Geistes Goethes Faust stralt in alle Wege hinein. Was Wunder, daß und neuen Lebens einzuhauchen, daß seine besten Freunde ihn kaum jeder auf seinem Wege den Luell des wunderbaren Lichts entdecken wieder erkennen? An solchen Daten offenbart sich die Macht des zu fönnen meint! Der Verfasser gehört zu den frommen Naturen, die im Faust das biblische Evangelium in einer großartig-poetischen Form zur Erlösung der modernen und insbesondere der deutschen *) Den leidenden Teil. Menschheit ausgesprochen finden. Was etwa im Faust nicht zum **) Des einwirkenden Teils.

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bayreuther Gedankens doch immer wieder am glänzendsten. Bier Ungewohntes und sein Mangel an einem Mezzoforte verführt ihn mal (chon, so oft in Bayreuth eines der bereits im Repertoire der oft zu einem jähen Ueberspringen aus einem hingehauchten Falsett großen Bühnen befindlichen Werke zur Darstellung gebracht wurde, in in überkräftiges ff., welches bedenklich nach Effekthascherei aussteht. hat sich dasselbe Spiel wiederholt: alle Welt, die Theaterleiter Dir aber, der ich seine Leistung mit der Gerhäusers nicht vergleichen natürlich voran, zuďte die Achseln und hielt es für eine zum fonnte, machte sie einen bedeutenden Eindruck, besonders durch die mindesten gevagte petulation, dem internationalen Publikum einen fraftvolle Männlichkeit der Auffassung und den Glanz der Stimme. Tristan, Meistersinger, Tannhäuser für zwanzig Mark vorzuseken, Musterhaft war Grengg als König, auch Popovici als Celramund welche es in mehr oder minder vortrefflicher Qualität zu erheblich recht gut. Weniger gefiel mir die Engländerin Fräulein Brema als billigerem Preis an unsern ersten Opernbühnen auch zu sehen be

Ortrud, sie war mehr eine böse kleine Kaße, als das nnheimliche tommen kann. Immer wieder sagte man: was will man denn mit Zauberwcib. lInvergleichlich schön waren die Chöre, so schön, wie diesen feststehenden Werken in Bayreuth besonderes leisten? Es man sie wol nie an einer stehenden Bühne wird hören können, was singen doch dort dieselben Sänger wie bei uns, die dort ihre ja auch kein Wunder ist, wenn man bedenkt, daß sich darunter zahlSchwächen ebensowenig verleugnen können, wie hier ihre Vorzüge, reiche Herren und Damen befinden, die an ihren Bühnen erste Solodie Orchester sind überall vorzüglich an unseren größten Hof- und partien singen. Den Dirigenten Mottl nenne ich zuleşt; er hat Stadtbühnen, an vortrefflichen Kapellmeistern, die zum Teil noch wieder Außerordentliches geleistet und diesmal wird wol niemand die Tradition besiben, ist auch kein Mangel, und in bezug auf die

an seinen langsamen Tempi Anstoß genommen haben; wo sie fich Ausstattung läßt sich doch auch schwerlich etwas Neues ersinnen. Ein juffällig bemerkbar machten, da wirften sie auch überzeugend. cinziges Mal haben dicse zweifler einigermaßen Recht behalten, das Der Tannhäuser zeigte gegen früher keine merklichen Unter. war bei der Tannhäuser-Anfführung, die zwar sehr schön, aber doch ichiede, wol aber der Parsifal, der durch das Zusammenwirken der nicht so zweifellos alles auf der stehenden Bühne Mögliche über Frau Sucher, die ohne Zweifel die idealste aller bisher gehörten ragend und besonders in der Beseßung des Tannhäuser und der Kundrys ist, mit dem neuen Parsifal dieses Jahres, dem noch sehr Elisabet, sowie in einigen Einzelheiten nicht unangreifbar war. Wer

jungen Tenoristen Birrenkoven einen neuen Reiz gewann. Auch aber den Tristan und die Meistersinger, und heute den Lohengrin, dieser Parsifal dürfte der beste aller bisher gehörten sein. Seine Ers in Bayreuth gehört hat, und nicht gerade unüberzeugbar ist, wie ein scheinung und seine Stimme ermöglichen es ihm weit besser als Theaterdirektor, dem dürfte es doch wol klar geworden sein, daß auch einen Vorgängern das Knabenhafte zum Ausdruď zu bringen; in an diesen Werken Bayreuth seine hohe Aufgabe zu erfüllen hat und zweiten und ganz besonders im dritten Aft wirkte er durch seine sie tatsächlich immer wieder in ungeahnter Weise erfüllt.

ichlichte Innig feit tief ergreifend. Uns Münchnern besonders hat es sich heuer mit überzeugender

Der Jubel des Publikums nach dem Lohengrin läßt sich nur Deutlichkeit aufgedrängt, wie aussichtslos für die stehenden Theater

vergleichen mit jenem nach der ersten bayreuther Meistersinger-Aufein Wettstreit mit Bayreuth unter allen Umständen sein muß und

führung und jeder, der dies Ereignis dieser Auferweđung miterleben wie Bayreuth ganz allein die unerläßlichen Bedingungen für wirklich

durfte, wird die Ileberzeugung mit heim nehmen, daß wir Deutschen stilgemäße Fest- und Musteraufführungen besißt. Es ist vor allen

in Bayreuth eine Pflegcstätte edelster Kunst und einen Tempel für Dingen die unvergleichliche Afustik des Festspielhauses, welche dem

erhebensten Genuß besiken, wie kein anderes volt. Alle Welt ers

fennt das an und beneidet uns darum Klang des Orchesters wie der Singstimmen einen so verklärten

und nur der Deutsche Charakter verleiht, wie er bei der üblichen Einrichtung unserer

liebt. es, darüber zu spotten und macht sich ein Hauptvergnügen dars Theater schlechterdings nicht zu erzielen ist. Erst dann wird von

aus, immer wieder den notwendigen baldigen Untergang Bayreuths einem Wettstreit mit Bayreuth die Rede sein können, wenn man sich

ichmunzelnd zu prophezeien. Ach ja, so sind wir! entschließt, unsere Opernhäuser gänzlich umzubauen, Zuschauerraum

Ernst von Wolzogen. und Orchester genau nach bayreuther Muster einzurichten. llnd auch

Chronik der bildenden Künste. dann wird immer noch ein wichtiger Faktor fehlen, nämlich die Stimmung des Publifums durch das Außergewöhnliche der Veran

Asche gewordene Serrlichkeit. staltung und die Stimmung der mitwirkenden Künstler durch die

(Weltausstellungslitteratur.) über ihnen stehende Autoritāt.

Chicagos Weltausstellung ist Asche geworden. Nur das deutsche Das Vorspiel zum Lohengrin war wol das wunderbarste an Haus und der Kunstpalast ragen noch aus der Trümmerstätte empor, der ganzen herrlichen Aufführung. Nie und nirgends noch sind die nun doch kein freiwilliger Scheiterhaufen geworden, sondern die solche aller irdischen Schwere entkleideten Sphärenklänge gehört ein Mene Tekel bleibt für die Besißenden, welche Kräfte von unten worden. Wenn die übrige Musif des Lohengrin doch immerhin zum herauf nach Zerstörung jener dünnen Kulturhaut drängen, die den großen Teile den Zusammenhang mit der vorausgegangenen Epoche Bligen der Niemalssehenwollenden den gährenden furchtbarsten aller deutscher Opernniusit noch deutlich erkennen läßt, so wirkte das Vor Kämpfe noch verhüllt. spiel in dieser idealen Ausführung mit der ganz ungewohnten Breite Die Hülle ist geborsten; ein Abgrund hat sich aufgetan; aber des Tempos und dem wundervollen langsamen Crescendo ganz wie noch einmal ist es den Gewalthabern des Mammon gelungen, fie Wagner leßter Periode jo hätte er es aud noch nach dem Tristan wieder zusammenzuziehen. Werden das nächste Mal nicht die Gewalts und den Meistersingern schreiben fönnen! Man fühlte sich sofort haber der Bestialität siegen? Eine schaudervolle Riesentragödie bes allem pernfrimskrams himmelweit entrückt und völlig in der reitet fid) vor, und ihr Held wird erst so schuldig werden müssen, bis Sphäre des heiligen Gral. Als ganz besonders schön, nen und er: sein Sieg für die Kulturentwidlung die furchtbarste Niederlage greifend seien dann noch hervorgehnben: der Schluß des ersten bedeutet. Aktes, wo der Jubel des Volkes in einer so überwältigenden Weise Noch sind die Schurfen oben abgrundtief niederträchtiger als zum Ausdruck kam, wie man es höchstens bei den Meiningern hie die Rohen unten. Aber die Phalang der Mammonsgewalt zu und da erlebt hat; dann die istrichloje) Szene vor dem Münster in durchbrechen, vermögen nur größere Schurfen, weil die innerlich zweiten Att und die große Liebesszene im dritten. lInter den Dar Mächtigsten tatlos fern stehen, weil die Willensfähigen sich der Entstellern ragte die Amerikanerin Lilian Nordica als Elia weit über icheidung begeben haben, weil unsere Kultur zu alt ist, um ihre das Gewohnte hervor. Erscheinung, Stimme und Spiel vereinigten Träger zu Führern nach neuen Idealen zu machen. Sie wollen sich zu einer Leistung von vollendeter keuscher Poesie. Der Lohengrin saubere Finger behalten und rühren deshalb feine Hand. ja, es van Dyks däuchte vielen auzu französisch; man sprach sogar von ist auch so schön, sich am holden Schein zu berauschen und sich in einem Raoul in Schwanenritterverkleidung und meinte, das Herr dem Wahne zu wiegen, wir ļchritten rastlos dem Gipfel der Gerhäuser, der junge farlsruher Stern, der in der ersten Vorstellung Kultur zu! für Herrn van Dyk eingesprungen war, weit poetischer gewesen sei. Gewiß, Chicagos Weltausstellung in ihrem Totaleindruď ist Allerdings ist für unsere Chron van Dyts offene Tongebung etwas das Wahrzeichen unseres Fahrhundertausganges und deshalb des

Studiums wol wert. „Schönheitsvisionen, alles übertreffend, was The World's Columbian Exposition Illustrated; daß der ameris jemals Sterblichen zu sehen vergönnt war ..“ und „eine inter kanische Geschäftssinn aber wenigstens gescheit spekulirt, geht dargus nationale Ausstellung bildet einen Meilenstein an der großen Straße hervor, daß um die Reflame wenigstens ein ganz ausgezeichneter Möder der Weltgeschichte. Es ist der lebendige Bericht des Fortschrittes der wertvoller Abbildungen gewidelt ist. „The Graphic" hat mehrere Menschheit ...." so trompetet Mr. Moses P. Sandy, der offizielle ausschließlich die Ausstellung betreffende Nummern herausgegeben, Schaumschläger und Reklamebläser der Presseabteilung. - Die darunter auch eine deutschverfaßte sehr erfreuliche Sondernummer Scha useite der Medaillel Und die Rückseite? - Ein Feuersunfo über die deutsche Ausstellung zu dem geringfügigen Preise von fällt in eine Stadt der Baläste und ergreift die plunderigen Stüßen 25 Cts = ca. 1 Mark, wie denn Zeitschriften drüben eben um des des fraftlosen Gipses, der Marmor scheinen sollte, und eine rauchende ungeheuerlichen Reklamesystems willen fabelhaft billig find. Siemlich Trümmerwelt deckte die entyölferten Gründe,

das deußerste darin leistet der „Cosmopolitano, in Format und Ist es um dieses Wahrzeichen-Charakters willen, um dies Umfang von etwa „Vom Fels zum Meer“, während die erstgenannten Momento nicht lautbar werden zu lassen, daß die Litteratur über Blätter in Großfolio erscheinen. Verschwenderische, sehr hübsche diese Weltausstellung so spärlich geblieben? – Schwerlich! Saben

Fllustrationen und ein überraschend guter Tert bei einem Preise von doch erst die jüngsten Ereignisse, die von dem Weltausstellungs

5 Cts. = 40 Pfennig! schwindel wenigitens beschleunigt, wenn auch nicht direkt hervor Ausgezeichnete Abbildungen in Querfolio ohne besonderen Tert gerufen sind, solche Betrachtungen nähergelegt. Aber es mag sein, bringt das Portfolio of Photographs of the World's Fair der daß die Berührung mit amerikanischer Smartness" die sonst 10

Werner Co.; hier fiudet man z. B. in Heft 5 (Preis etwa 2 Mark) schreibfrohen Deutschen einsehen ließ, daß daheim der Anteil am eine Sammlung der sonst nirgends dargestellten überaus interessanten großen Markt drüben keineswegs so lebhaft gewesen, um einen Staatengebäude. Deutschen zu der ungeheuerlichen Tat des Buchkaufens zu ver

Damit die Chronik nicht fehle, führe ich endlich eine Sammlung anlassen.

in Farbendrucken nicht sonderlich guten an: Vistas of the So ist mir denn bisher nur eine recht hübsch geschriebene

Fair. Sie erscheint nicht im Buchhandel, sondern ist lediglich für Feuilletonsammlung von Dr. Þ. Manfe „Im Fluge durch Nord

geitungsredaktionen bestimmt. Nicht um die Redakteure flüger als Amerika“ und Prof. Goeßeš „Meine Reise nach Chicago und die

alle übrigen Sterblichen zu machen. Das ist in Amerika sowieso folumbische Weltausstellung" vor Augen gekommen; lekteres eft ist

schon der Fall! Aber deutsche Verleger können davon lernen und besonders dadurch interessant, daß der Verfasser als offizieller Ver

deshalb haben die Unternehmer auch wol ein Probeheft menschentreter der badener Kunstindustrie auch einige Streiflichter auf die

freundlichst an den so ganz und gar nicht amerikanischen Verlag des namenlosen Schwierigkeiten bei der Einrichtung und Vorbereitung

„Magazins“ gesandt. Die Blätter sollen nämlich als Prämien zu seiner Ausstellungs - Abteilung fallen läßt, und daß er mit vortreffs

Zeitungen ausgegeben werden, ob gratis oder „gegen Nachzahlung“ lichem Urteil nach Prinzipien für die Ausstellungsart von Industrie

ist den Brüdern Boole, den Geschäftsleitern der „Vistas“, gleich. erzeugnissen sucht. Daneben freilich hat sich eine Flut von Auffäßen

Das hätten wir ja nun zwar bei Rolportageromanen auch. Findiger und Artikelchen in die Zeitungen und Zeitschriften ergossen, die, fos

aber ist der Vorschlag der „Mouponsammlung“. Steht da nämlich

in einer Zeitung das Inserat: „Wer 20, 50 oder 100 dieser Stoupons weit es sich nicht um sachliche Interessen dreht, fast durchgehends auf dem Niveau aller übrigen Nachrichten über Amerika bleiben, d. h.

auf der Erpedition dieses Blattes abgicbt, erhält gratis ein Heft bes entweder übertreiben oder verkleinern. Der Zorn, für viel Geld stets

rüđender Darstellungen der grösten Ausstellung der Welt“. Da die nur abscheulich mundendes Essen zu erhalten die amerikanische

amerikanischen Zeitungen meist einzeln, nicht im Abonnement gekauft Stüche ist fürchterlich für den deutschen Gaumen hat sicher die

werden, jo stürzen also die ärmsten Leute auf die Zeitungsbuben, Urteile allgemein beeinflußt, und ich schreibe mir ein wolwollendes

die jo verheißungsvolle Blätter ausbieten; der Absaß wird verzehnAbwägen nur deshalb zu, weil ich bei meinem Bruder drüben ein

facht, und die ärmsten Leute werden Souponabịchneider. Glüdliches deutsches Beint vorfand.

Amerikal Wie lange wird es dauern, bis die gerissenen Litteraturs

macher eine vom Völkerbrand versengte Farm ihren Kouponsammlern Verwunderlich beibt immerhin, daß in den zahlreiden deutschen

übergeben können?

Hans Schliepmann. illustrirten Blättern kaum eine ausreichende Abbildung derjenigen Leistungen zu finden ist, die wirklich Bewunderung verdienen und für die Entwicklung von Bert find: der architeftonischen.

Ju der Skulpturenhalle ragt neuerdings in padender Lebendig Es ist deshalb vielleicht angebracht, da sich das Studium der

keit ein imposantes Wert: eines von den Mitterbildern, die Rudolf Ausstellung sogar für Pessimisten auch ießt noch lohnt, auf einige

Maison für den Reichstagsbau in Auftrag bekommen hat. Wer

von Ursprung und Bestimmung dieses Gebildes nichts ahnte, sonst amerikanische Blätter zu verweisen, die sowol litterarisches als bild aber unter den Sunsterscheinungen der Tage sich auskennt, würde liches Material liefern, letzteres in einer Weise, daß Photographien, unfehlbar auf die IIrheberschaft des Emmanuel Frémict schwören. die – natürlid) infolge einer sindigen Monopolwirtschaft - ungemein

Der Irrtum wäre verzeihlich. So vollkommen hat bei dem gewiß teuer sind, fast ganz entbehrlich werden.

doch cigentümlichen und selbstbewusten münchener Meister die Em

pfindung bis in das Innerlichste und Aeußerlichste sich unter die Es fallen dabei auch noch ganz von selbst cinige crgögliche geistige nnd technische Gewalt des Franzosen begeben, daß man nicht Lichter auf amerikanischen Geschäftsbetrieb. Da ist zunächst ein sich

anders glauben' fann, als der Münstleć wollte es so, weil eben die

Auftraggeber es so wollten. Ein Vorwurf wäre da ungerecht. Eher als offiziell aufspielendes Unternehmen: alligans The World's

verdient der Künstler bewundernde Anerkennung, der o weit seiner Fair Illustrated, das die Ausstellung von ihrem Entstehen an in selbst sich entäußern und jo fein das Fremde verstehen konnte

, um ausgezeichneten Abbildungen verfolgt. Durchweg sind die 3ustrationen, in diesem fremden Geiste eigen schöpferisch Starfes zu vollbringen. wie bei fast allen übrigen Blättern, nach ganz vorzüglichen Photos Frémiet selbst würde mit diesem ciegant Gewappneten, der trüßig

in den Bügeln jidh hebt und stolz das Wappenbanner stemmt, zu: graphien in dem bekannten Quadratneßverfahren hergestellt. Schade

frieden sein, nicht weniger mit dem startknochigen Gaul, der fest auf nur, daß mindestens die Hälfte des Blattes die unverschämteste den Beinen steht, sodaß er seinen schweren Reiter tragen kann. Reklame enthält. Nur ein ganz ungewöhnlicher Simpel riecht den Maison aber hat die zweideutige Aufgabe, die man ihm stellte, geArtikeln über hundert neugeschaffene Berühmtheiten der Industrielöst

, ohne in seiner Künstlerehre ein Geringstes sich zu vergeben. nicht sogleich an, daß diese Lobpreisungen z. B. der , Fortschritte der

F. F. amerikanischen Fußbekleidungs-Fabrikation“ bestellte Arbeit sind, deren Kosten mau nach der Größe des natürlich nie fehlenden wolgelungenen

Die von Karl Numpf angefertigte Goethebüste fand so Słonterfeis des Gefeierten berechnen könnte. Man kann dafür das außerordentlichen Beifall bei der Generalversammlung der Goethes Blatt aber Physiognomen noch besonders empfehlen. Der Typus freunde, daß man sofort „sich beeilte“, einen Gips abguß davon des „money maker“ bleibt einem sicher nach Durchsicht dieser

zu bestellen. Ja – ganz im Geijte Goethes, ganz im Geist des

modernen Mäzenatentums – einen echten Gipsabguß". Heldengallerie haften.

Nicht ganz so durchsichtig in seinen Absichten ist Campbel18

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