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in engsten Schranken umher, und mit ein paar Handvoll wildstämmiger (aber naturwüchsig gediegener) Elementargedanken ist sein ganzes Denkbereich baldigst ausgeschöpft (leichtlich genug), zur » Erschöpfung der Denkmöglichkeiten«; als »conditio sine qua non« einer universellen Umschau (in Totalität).

Mit einer Inductio completa, im vollständigen Umbereich der Elementargedanken, wären auch die höchsten Denkblüthen erschöpft (alles Denkbare überhaupt), denn keiner derselben ist aus (Gedanken-) Luft gebacken (aus Nichts entstanden), sondern jede (und alle) derselben mit den Wurzeln ihres Entwicklungsprocesses eingesenktin real elementare Unterlagen, potentiell geschwängerter Keimungen, aus denen sie sich entfaltet haben, zur Mannigfaltigkeit der Geistesschöpfungen in den Gedankenwelten auf dem Globus intellectualis).

In den lautlich umkleideten Anschauungsbildern, aus denen der (humanistische) Mikrokosmus aufgebaut ist durch den (dem Nous entflossenen) Logos], spiegeln sich die Gesellschaftsgedanken, unter ihren historisch-geographischen Wandlungen als Völkergedanken, und bei Verbindung der genetischen Methode mit der comparativen leitet das naturgemässe Studium zurück auf die » Unitäten des Gesellschaftsgedankens« in den (ethnischen) Elementargedanken, wie am einfachsten durchschaubar auf primärem Niveau, bei den Wildstämmen; zum Forterfolg des mit der Cultur anhebenden Sprossens (auf den die geographischen Provinzen verbindenden Geschichtswegen). Nachdem hier sodann das Denken zur Kenntniss der ihm zustehenden Möglichkeiten gelangt ist (unter » Erschöpfung der Denk-Möglichkeiten«), wird Jedem, unter den innerhalb des Gesellschaftskreises individuell einbegriffenen Componenten, die Befähigung geboten sein, seine eigene Erkenntniss sich zu klären (wenn er ernstlich so will).

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Innerhalb des ihm gezogenen Gedankenkreises (seiner Weltanschau) denkt der Wildling mit eiserner Consequenz einer primitiven Logik (weil eine instictiv naturwüchsige) und zwar um so unabänderlich starrer, je enger die Peripherie seines Horizontes (worin er eingesponnen liegt). Wenn mit Erweiterung der Umschau, unter accumulirender Verschiedenartigkeit der zusammenströmenden Eindrücke, die Rechnungsaufgaben sich compliciren, gerathen dieselben ins Schwanken, weil die Unsicherheit zunimmt, der Richtigkeit des jedesmal gezogenen Fazits gewiss zu sein (anter erschwerter Controlle). Und so in heutiger Zeitepoche grade, wo unversehens urplötzlich aus allen Ecken und Enden der Erde (wie mehr und mehr aufgeschlossen im international kosmopolitischen Völkerverkehr) neuartige Fragestellnngen einstürzen auf das nationale Heim, wird es (um die correcten Antworten bereit zu halten) dienlich sein und dringendst

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rathsam, auf eine methodisch systematische Schulung des »logischen Rechnens Bedacht zu nehmen; von den Anfängen ab, auf primärem Niveau (wofür die benöthigten Belegstücke durch die Völkerkunde geliefert sind).

Dass 2 X 2= 4, ist niemals noch bestritten oder bezweifelt in keiner der pyrrhonischen Tropen (einer OXETTEXdywrý) und was auf dem Rechenbrett als richtig sich bestätigt, ist in solchem Sinne hinzunebmen (ob willig oder nicht). Dies hätte der »Calculus philosophicus< von jeher gerne ausgenutzt (als bequemstes Verfahren), aber da ihm Luftgebilde nur vorlagen, Fictionen und blasse Gedankenschemen, kam er mit all seinem (Kopfzerbrechen und) Rechnen nicht voran, sondern verstrickte sich vielmehr, je complicirter die Aufgaben, desto tiefer and tiefer in die Wirren einer (jeder Entzifferung spottenden) Zablenkabbalistik.

Hier ist Wandel geschaffen, seit das »logische Rechnen« methodisch vorgehen kann, vom Anfang ab (auf primärem Niveau), wo ihm in lebensvoll gesättigten Anschauungsbildern greifbare Incarnationen entgegentreten: die Völkergedanken (in Fleisch und Blut), mit Hülle und Fülle der Vergleichungen, zu exact genauer Feststellung der Verhältnisswerthe. Und so, wenn wir heute auch noch stümpern mögen, an Erlernung des Ein-mal-eins, wird (nach Bemeisterung der »vier Species) die Ansicht doch eröffnet sein auf fernere Vervollkommnungen der Rechnungsmethoden hin, bis zu jenen Unendlichkeitsrechnungen einstens vielleicht, womit die den Aufbau am Dache« beginnenden Architecten (wie der Verfasser der »Psychologie als Naturwissenschaft« seinen Collegen vorhält) den Anfang machen wollten, statt vorher die Fundamente festgelegt zu baben -, die jetzt mit Elementargedanken zunächst gepflastert sein werden (in Erwartung des Weiteren).

Bücherschau.

(A. B.)

Im » Free Museum of Sience and Art«, May 1900 (Philadelphia): wird aus Brinton's Nachlass der „Catalogue of the Berendt Linguistik collection", veröffentlicht, den Sammlungen dieses verdienstvollen Forschers zugehörig, durch dessen Mithülfe die Sculpturen aus St. Lucia de Cotzamagualpan dem Kgl. Museum für Völkerkunde beschafft worden sind (cf. ,,Steinsculpturen aus Guatemala", 1882).

In » Man«, monthly Report of Anthropological Science (1–14), 1901. ist von Thomas eine „Pictorial Representation of the Wheel of Life from Japan“ angefügt, ähnlich dem im Kgl. Museum für Völkerkunde befindlichen, wie publicirt im „Ethnologischen Bilderbuch“ (1887), wozu berichtigende Ergänzungen von Dr. F. Müller veröffentlicht sind im Toung-pao).

Im Internationalen Archiv XII: findet sich eine sachgerechte Besprechung des Wajang Kelitik (1900), worin Wajang-Figuren aus „Blech“ zur Erwähnung kommen, wie früher bereits aus der Sammlung des Erzherzogs Franz-Ferdinand (in Wien), – deren (angebliche) Herkunft aus Aru damals sogleich von Schmeltz beanstandet wurde sowie aus den Verhandlungen der Anthropologischen Gesellschaft (1893). Als die in Lombok, bei zufällig gebotener Gelegenheit, aufgefundenen Exemplare, bei der Rückkehr nach Batavia, im Museum vorgezeigt wurden, waren sie dort unbekannt, werden in der Zwischenzeit indess wohl erlangt sein, da von der erfolgreich thätigen Verwaltung der Sammlung, Ergänzungen, wie sie sich benöthigt erweisen, stets bald genug beschafft sind (bei ihren einflussreichen Beziehungen im Archipel).

Im > American Antiquarian and Oriental Journal« (XXII, 5) findet sich:

, Tortures among the Aborigines“, nach einer Zeitungsnotiz aus Spokane (Washington). „Every day the candidates would torture themselves; fire brands were applied to the bare skin till the flesh dropped from the bones; gashes were cut on the back and breast“, in Ueberbleibseln des von Catlin beschriebenen Ceremonial; auch noch bei den funeralen Riten der Krähenindianer (s. Beckwourth), u. S., - dem Vorgehen der „Penitentes“ (Mexico's) entsprechend (im christlichen Brauch), bei psychischen Epidemien (der Geisslerbrüderschaften) u. dgl. m.

In der » Festschrift der Deutschen Anthropologischen Gesellschaft«, gewidmet von der Residenzstadt Cassel (1895), liefern die „Linguistischen Beobachtungen vom unteren und mittleren Kongo“ (Dr. C. Mense's) willkommne Ergänzungen der Vocabularien, auch zum Vergleich mit der „Nkimba-Geheimsprache“, als eine „Kunstsprache“, statt „eine archaistische Form der BantuSprachen“. Dass indess damals „noch kein Wort der Nkimba-Sprache bekannt war,“ trifft nicht ganz zu cf. D. E. a. d. L. K. II., S. 21 (Jena 1876).

Mauthner: Beiträge zur Kritik der Sprache (1901):

„Zu den Gründen, weshalb die Menschen einander nicht verstehen können, gehört zunächst das allmälige Wachsen der Worte“ unter radicaler Aenderung oft (bei unvermitteltem Uebertritt von einer Geschichtsepoche in die andere besonders; wie uns passirt ist).

Kingsley: West African studies, London 1899:

„As far as I have gone, I think I may say fourteen classes of spirits exist in Fetish" (oder wohl unzählige; wenn nicht Einer allein). Der Ausdruck Schools of Fetish", der bier herangezogen wird, für Verschiedenheiten des Ceremonials, wäre im Sinne der bei den Fanti (s. Bohner) beschriebenen zu nehmen, in Collegien der „Wongtschä“, dem Unterricht der Agrarier-Mächen (zu Gangpur) in der Hexerei (s. Dalton) u. w. entsprechend, oder denen der Tohunga im Wharekura der Maori (s. White), mit Analogien mehr (indianischen und australischen), für Borneo's Auguren (und Haruspices etc.), im Anschluss an Prophetenschulen und das Rasen Verzückter in der Controverse über Roeh und Nebiim, oder dem Nabi, als Rasul-il-Allah etc.).

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Dennett: Notes on the Folklore of the Fjort, London (1898):

„The deccased will not rest quiet, until his Nkulu (soul or spirit) is placed in the head of one of his relations, so that he can comm

omunicate with the family" (wie der Egi Bolotu's mit den Nachgebliebenen auf Tonga). Das Buch liefert aus lebenslangem Aufenthalt willkommene Bestätigungen zu dem, was wenigtägigem Besuch mitgetheilt war: über Endoxe (Nodschi), Umkissie (Nkissi), Ganga (Nganga), etc. cf. „Deutsche Expedition an der Loangoktiste" (1875).

aus

zur

Im „Journal of the Anthropological Institute" (1899) kommt (durch de Cardi) ein Ueberlebsel der Priesterkönige – ähnlich dem Unkunkulu (am Congo) Erwähnung („Quakay, the Juju-king of New-Calabar“), und mit Ausgang vom Bodio (der Kru) werden in der Discussion) allgemeine Betrachtungen dieses culturhistorisch gewichtigen Studienobjectes angeknüpft; wie sie oftmals zur Erörterung gekommen sind im Laufe der dies Thema anstreifenden Veröffentlichungen).

Strauss: Die Bulgaren (1898):

Diese werthvollen Mittheilungen sind besonders aus der Zeitschrift Sbornick etc. (von Shishmanow herausgegeben) lesbar zugänglich gemacht. Von den Bogomilen (auf die armenische Einwanderung zurück führend) rühren die dualistischen Züge her in der Kosmogonie, wobei der Gott mit Sataniel sich beräth; statt mit den Elohim (im bunten Geschiller des „Popul-Vuh“). Das aus dem Wasser heraufgebrachte Sandkorn entspricht dem indianischen Menabozho's (das ihm durch seine Taucherthiere geliefert wird).

Im „Globus" hat v. Bülow seine willkommenen Mittheilungen aus Samoa vermehrt. Tagaloa-lagi, „aus dem Urstoff geboren, vermählt sich mit dem Regenbogen und zeugt Pili“ („die Weltschöpfung eine Weltentstehung aus dem Urstoff“). Aber das Problem einer „materia prima“ [im (australischen) „Pimble“ cf. D.u. W., S. 7] wird von den Polynesiern eher aus der Phinomenalität platonischer Materie (im debauern) gelöst, mittels psychischer Schöpfung aus dem Leai oder (bei den Maori) „Kore“ (rò MY Ốv) im „Noch-Nicht". Das könnte zu weiteren Erörterungen verfübren, wäre es nicht um den Nothschrei über einen Wust von ethnologischen, philosophischen, archäologischen, philologischen, in Anspielungen, Apostrophen, Redewendungen, Gedankengängen und fachmännischen Krimskrams in allen klassischen und unklassischen Sprachen verborgen“ (woraus die Schätze in Goldkörnern zusammenzusuchen sind).

Ja, ja (mein verehrter Herr Vetter, von Adam (oder doch von Mannus) ber] das geht nun leider nicht anders, wenn ernst gemacht werden soll mit „Erschöpfung der Denkmöglichkeiten“ (durch Raum und Zeit), bei noch unüberseh barer Fülle') des Arbeitsmaterials. Sprächen wir alle samoanisch [oder (in polyglottischen Vorlagen) ein brauchbares Volapük [in (Schreiner's) verbesserter Auflage vielleicht oder nach (Condorcet's) mathematischen Grundzügen eines ,Calculus philosophicus (s. Leibniz), für „logisches Rechnen"], so wäre es allerdings bequemlicher, besonders für den, der auf niedlich kleiner Insel (in beneidenswerther Idylle) einem einzelnen Sprachstudium sich zugewandt hat (in seiner Specialität). Je tiefer er indess dort (oder anderswo) auf die Fundamente niedergräbt, desto werthvollere Kostbarkeiten werden zu Tage gefördert sein und als schmackhafte Delicatessen von den ethnologischen Sachkennern (und Fach

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1) Andeutungen in möglichster Kürze müssen genügen („sapienti sat“), denn woher sollte man das Papier, die Federn und Tinte entnehmen, um all das aufzuschreiben, was (im Collectivbegriff der Gesellschaftskreise) die Menschen(-un-)geziefer (Ungezibele“) auf der Erdrundung jemals gedacht haben (denklicherweis). Und doch ist universelle Totalität in allgemein umfassender Ueberschau (uuter Vereinfachung durch die Logarithmenrechnung mit den „Elementargedanken“), eine Vorbedingung für Richtigkeit der Rechnung, (weil auf Vergleichungen basirend). Auf den einzelnen Arealen dagegen gilt es möglichste Vertiefung im Detail (je beschränkter die isolirte Inselgruppe, desto besser) Und wenn hier, bis auf letzte Decimalstellen, es mmt, mit den entfernt nur tönenden (General- oder) Allgemeingesetzen (im Generalbass tief drunten): dann ist damit die Controlle eben geliefert (auf ihre Richtigkeit hin).

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