Billeder på siden
PDF
ePub

Zur noētischen oder ethnischen Psychologie.

Auf heutigem Standpunkt des Naturerkennens bat die bisherige Individualpsychologie mit der Noologie (und ibren >Gesellschaftsgedanken«) sich abzufinden (die individuelle Psychologie mit der zoopolitischen, unter Erweiterung der Seelenkunde zur Geisteswissenschaft) - auf Grund der ethnischen Thatsachen; um auch die humanistischen Studien in eine naturwissenschaftlich exacte Behandlungsweise hineinzuziehen (nach genetisch-comparativer Methode), beim Ueberblick des > Menschengeschlechts unter all seinen Variationen« (durch Raum und Zeit).

Dass das Denken über sich selber denkt, die vómoes voyoewv võrols (peripatetisch), wird ermöglicht durch die Doppelung humanistischer Wesenheit, einer somatisch psycho-physischen und einer noëtisch-zoopolitischen – wenn das Bewusstsein erwacht, im Zwiegespräch zwischen beiden; auf dem Berührungspunkt des (500) zugetretenen Nous mit den ibm psychisch (aus dem »influxus physicus«) entgegeneilenden Entelechieen, (bei Vermählung des > Animus« mit seiner » Anima«).

Die irdische Existenz verliert sich in das dunkle Weben des Geistes (b. Hegel), aber:

> Frei von jeder Zeitgewalt | Die Gespielin seeliger Naturen, Wandelt oben in des Lichtes Fluren Göttlich unter Göttern die Gestalt

(das cidos unter den idéal eines » Kosmos noëtos<); wenn des Geistes Kraft sich aufgerafft, um als Ichheit') jenseitige Regionen zu durchwandern (in seinen Gedankenwelten).

1) „Die Bewegungen der Glieder mögen wechseln, die Gefühle und Gedanken mögen sich ändern mit der Veränderung der Umgebungsbestandtheile, aber die Koordination des Ichbezeichneten und der Umgebung bleibt“ (s. Avenarius), obwohl gesetzlich umgestaltbar, je mehr der, einer übermächtigen Natur unterworfene, Mensch sie zu beherrschen beginnt, kraft der ihr abgelauschten Geheimnisse da und dort, wo wissenschaftlicher Erkenntniss dies gelungen ist –, unter Entzifferung des mit den Symbolen der Schöpfungsgedanken beschriebenen Buches; worin ein ewiger Verstand selbsteigene Gedanken niedergezeichnet hat (s. Campanella), den Menschen zu Nutz (wenn sie es benutzen wollen). „Le Moi réside exclusivement dans la volonté“ (s. Tracy); aus zoopolitischer Sphäre rücktreffend auf die integrirenden Individuen, um Jeden zur Ausrechnung des eigenen Ziffernwerthes zu befähigen (bei ernstlichen Willen). Indem alle Erkenntniss (b. Locke) theils aus der Sensation (innerlicher Wahrnehmung), theils (äusserlicher), aus der Reflexion entspringt (nach demgemässen Erfahrungen), führen die der letzteren zum Denken und Wollen, für den Verstand (um aus einfacheren Ideen die complicirt zusammengesetzten zu bilden). Die aus [äusserlich einfallenden oder innerlich in den Functionen der Organe) metamorphosirten] Bewegungen erweckten und (zu Triebrichtungen) angeregten Empfindungen verlängern sich aus den psycho-physischen Individuen (des Gesellschaftskreises) zum Zusammentreffen auf noëtisch zoopolitischer Schichtung, um in sprachlichem Gedankenaustausch über jedesmalige Ichheit (wie sie selbst es will) geeinigt, und (unter sich) verständlich) ihre Zielrichtung auszuverfolgen (auf anderer Sphäre des Dasein's).

Ihr Schatten fällt hinab – wie der des Gottes (auf Pelau) in seinen Kadalbesel als » Sitz« (im irdischen Gefäss) oder das Schattenbild (Selem) in sein »Ebenbild« der Genesis (>kidmathenu«) in den leiblich persön. lichen Reflex, dessen »oculus naturalis« zum »oculus rationalis« (der Scholastik) sich verschärft, für seine »visio mentis« (oder »intellectualis«), leicht indess, aus »metaphysischem Drang« (s. Schopenhauer), fortstürmt zur Intuition des »oculus contemplationis«; und dort, geblendet durch Ueberfülle des (mytischen) Lichtes, in Finsternis wiederum versinkt (unter des Yogi Bethörungen).

Die Eins ist stumm und starr, im Šv (Plotin's), als Symbol des unbekannten Anfangs, ý távon épontos dozó (b. Damascus). Erst mit der Zwei, der åóplotos ovás, kommt der Gedankengang in Fluss (für sein logisches Rechnen), auch für die Bakairi (wie von ihrem Entdecker entdeckt), und sonst ethnische Zählmethoden (in Australien u. s.), cf. Ind. I S. 118 u. a. 0.

Pantheistisch (v xai Tãy) durchdringt die Kla (der Odschi) oder die Kelah (der Karen) alle Gegenstände in der Natur: in jenen Zeitläuften, als

»den eingeweihten Blicken | Alles wies der Götter Spur« (im Dichtervers); während unter den Liau (der Dajak) für die humanistische Specifität, als »forma superaddita« (b. Telesius) die Hambaruan auftritt, und [für leibliche Auferstehung, zur Wiedereinkörperung aus dem (rabbinischen) Knöchelchen Lus; in »resurrectio carnis«] Haare und Nägel nachgesandt erhält (beim Tiwah-Fest). Wie die Seele der Bantu zur Uthlanga (»fons vitae« Avicebron's), kehrt die der Nigritier zur Seelenheimath (Nodsie's) zurück") im (platonischen) » Präeexistentianismus«, (pantheistisch verschwimmend), und die Schatten- (oder Traum-) Seele im Schlafe schon, unter ihrer Gottheit »Schatten«,?) wie Atma aushaucht in (Paramatma oder) Brahm, endgültig (in der Advaita) beim Abscheiden und periodisch im Tiefschlaf« ekam evadvitiyam (der Chandogya Upanishad) –, wogegen in Kapila's (dualistischer) Sankhya, durch Hinschau auf Prakriti's (oder Maya's) Tanzgespiel ermüdet, »Purusha« von ihr

1) „Das Individuelle ist endlich, beschränkt; Untergang und Tod gehört zu seinem Wesen, aber das Leben ist unendlich und sein Kreislauf ein ewiger“ (s. Kieser), wie das Vitale der Kla (in ihrer Praeexistenz) oder der Sumangot (zum Debata rückkehrend), wenn in der (1798) wieder aufgefrischten „Weltseele“ ein „Pneuma“ durchdringt (aus classischen Anwehungen), oder (b. Maimon) eine „Entelechia Universi“ (zum Reimen mit der εντελέχεια η πρώτη).

?) „At night all shadows lay down in the shadow of the Great God and so get stronger“ (erzählt der Congese), und so ist der Schatten in der Morgenfrühe long and strong" (s. Kingsley), weil gestärkt (beim frischen Erwachen). Die (pythagoreischen) Seelen (s. Plut.) werfen keinen Schatten (und blinzeln nicht). Der an den Himmel geworfene (Seelen-) Schatten wird von Latoere gefressen (auf Nyas), und der in's Wasser gefallene vom Krokodil (bei den Basutos), auch gestohlen (dem Kirchengänger).

sich abwendet; wenn den Verführungen nicht erliegend und (von ihren Gunas gebunden) hinabsinkend in die Sinnlichkeit (tantrischer Orgien).

Einem »astronomischen Weltgebirn« (s. Dubois Reymond) zugehörig, steht das Bewusstsein ausserhalb der Grenzen des Naturerkennens; 80lange das thatsächliche Material noch ermangelte, für eine »naturwissenschaftliche Behandlung der Psychologie«, (wie mit Zutritt der ethnisch thatsächlichen Aussagen jetzt ermöglicht).

Im (relativen) > Unterscheiden« ruht die Grundthatsache des Denken's (aus Vergleichungen aufgebaut), ”omnis determinatio est negatio« (b. Spinoza), aber eine reine Negation, im Unbedingten abstrahirt, verbleibt ein sinnlos leerer Worthauch, solange das dadurch verneinte Positive der Definition sich entzieht; und so bewegt sich in (indianisch) »umgekehrter Welt« – wo die (Seelen-) Geister auf dem Kopfe (oder (bei den Bellacoola) auf den Händen, statt Füssen] wandeln —, wer das » Unbewusste« zum Ausgang nimmt: zar »Stupefaction« des Willens, dem sein eigenes Be wusstsein zum Endzweck gesteckt ist (in auszuverfolgender Zielrichtung).

Jeder fühlt sich, wenn er in seinem » Esse« ist (s. Kirchner), and so o čow iv&pwnos, oder (Sydenham's) »homme intérieur«, im Bewusstsein seiner selbst. Beim »Gesammtbewusstsein« (Volksbewusstsein) bildet das »individuelle Bewusstsein« die Grundlage (s. Wundt), aber dann erst, nachdem dies aus jenem sich hervorgebildet (oder niedergeschlagen) bat (zu eigener Selbständigkeit).

Das primäre Substrat bildet die Empfindung) (oder »Innenfindung«), der » Vorgang«, der in jedem Augenblick erlebt wird, aber sich nicht definiren lässt (s. J. Schultz): so lange (objectiv) noch nicht geklärt durch den aus den Höhen der Abstraction hinabgeworfenen Spiegelreflex —, pachdem einen solchen sich zu beschaffen der, auf sprachlicher Gesellschaftssphäre ihrem Mikrokosmos einbehausten, Denkthätigkeit gelungen ist; bei objectiver Umschau über die (aus den Unitäten der Elementargedanken sprossenden) Gesellschaftsgedanken, unter ihren Wandlungen als Völkergedanken, wie den ethnischen Aussagen entnehmbar: zum Verständniss

1) „Dass die Empfindung wirklich nicht selbst wieder in Empfindungen zerlegt werden kann“, verlangt die Psychologie; „den Begriff des Elementes“ (im Sinne der Chemie) verwerthend (s. Münsterberg) nach Allegorien und Metaphern,

woraus die Sprache nicht herauskommt“ (s. Lotze). Und nach gleichen Analogien mögen die biologisch cellulären Wachsthumsprocesse zum Gleichniss dienen, für culturell organisches Sprossen der Gesellschaftsgedanken (in socialer Organisation): von den (im geographischen Umschluss endogenen) „Kryptogamen des Menschengeschlechts“ (in den Wildstämmen) ab bis zu den (Höhen der Civilisation, und ibrer) Geschichtsvölkern; die auf historisch gebahnten Wegen, friedlich und feindlich, mit einander gerungen haben, zum „Survival of the fittest“ (kraft des, aus Brutalität idealisirten, Stärkerenrechts). Mit ihrem Ansatz auf primärem Niveau [der (Natur- oder) Wildstämme) wächst (bei den Kulturvölkern) die Ethnologie aus zur Sociologie (mit deren practischen Aufgaben).

redend, nachdem durch eingebende Kenntniss“) des massenhaft mitsprechenden Details dafür eingeschult (und sonach vertraut damit).

Sonst lassen sie gleichgültig kalt (die ethnischen Argumentationen), wie Jeden für das, was ihm fremd und fern (und zum Erlernen keine Veranlassung geboten war). »Was ich nicht weiss, macht mich nicht heissa (und »contra principia negantem non est disputandum«).

»Das was wir empfinden, ist blosse Modification unseres Selbst, also in uns« (s. Lichtenberg), aber zur Empfindung, (zu solchem »Innenfinden« einer inhärirenden Selbstigkeit), kommt das psycho-physisch innerliche Empfinden“) erst auf noëtischer Denksphäre aus den dorthin

beim Mitleideno) des Stimmapparates unter den (durch einfallende Reize) angeregten Gefühlsempfindungen projicirten Vorstellungen, die in umschriebene Wortbezeichnungen eingekörpert, dadurch fassbar werden (für das (deutlicher ausdeutende) Verständniss].

Wenn der Ruhezustand der (im Gleichgewicht befindlichen) Gemeinempfindung [wodurch das Ganze (des Organismus) ergänzt und (erhalten) wird] durch Reizeinwirkungen [von Aussen her, im Contact mit der Umgebung; oder innerlich auftreffend, aus (störend) verschobenen (und verschrobenen) Functionen) in Bewegung gesetzt wird (durch (kinetischen) Allbeweger], empfinden (oder verstehen) sich dieselben aus den Relationen, im Geplätscher der Gefühlswogen (nach den Verhältnisswerthen im logischen Rechnen).

1) Im Intellect liegt das An- oder Zusammen-)lesen (und Lesen) involvirt, und Plotin's Zusammenfassung der ouvaio mois àutis, als vous, vómois, vontóv liegt im „Gedanken“ (oder Denken des Gedachten) mit sich einbegriffen; bei dem Gesellschaftsgedanken (und seinen Völkergedanken). Als „Signatur für die Weltauffassung der Zukunft“ gilt (b. Völkel) der Begriff eines „vernünftigen selbstbewussten Universums“ (als „Monopantheismus“), im Gleichklang der Gesetze (unter kosmischen Harnionien).

a) Das, den Schluss (Syllogismus) oder im rationellen Rechnen) „Ratiocinatio“ [beim Unterscheiden der in Co(a)gitatio mit (untereinander) prüfungsfähigen Vergleichungen] begründende, Urtheil verbindet (durch die Copula) Subject und Prädicat, für Subjectivität der Auffassung dessen, was (aus objectiver Betrachtung belehrt) das Subject von sich aussagt (oder prädicirt). Was traurig (schmerzhaft) empfunden wird, betrauert sich (es trauert) oder: das (ein) Trauern (be-) trauert (sich); traurig genug oftmals (wenn unter den umhergedreht verdrehten Satzwendungen die warme Empfindung erkaltet). Und erst nachdem die leiblich immanente Empfindung, in Wortbezeichnung eingefasst (durch die Denkthätigkeit, auf noëto-zoopolitischer Schichtung), zur Vorstellung •gelangt ist, kann weitere Ausverwerthung statthaben (auf geistigem Bereich). „On ne distingue les sensations, qu'en leur attachant des signes“ (s. Cabanis), on ne pense point sans le secours des langues (b. Condillac), zu objectiver Anschau und Erhellung (des subjectiv Verhülltem).

9) Da aus der durch die Empfindungen in Mitleidenschaft gezogenen Bewegungsfähig. keit des Stimmapparates das Wort zum Ausdruck gelangt, wird dasselbe insofern instinctiv in seinem Sinne gedeutet sein (qúoel), aber, im Laufe einer geschäftlichen Verwendung, diejenigen Verschiebungen erleiden, welche eine conventionelle Anordnung erfordern (Joel), um vor den Folgen sprachlicher Missverständnisse zu bewahren (und deren bedenklichen Folgen).

Empfindung (nach dem Obigen) demnach ist das, was im (reactionsfähig) empfindsamen Organismus beständig (empfunden oder) gelebt wird (vornehmlich in Wechselbeziehungen zur Umgebung), aus änderlichen Verhältnisswerthen (im »tertium comparationis«) auffasslich unterschieden; was indess, als solche Empfindung, dann erst gespürt oder gefühlt (und erkannt) wird, wenn unter (einander bestätigenden) Experimenten geprüft (und assimilirt), analysirt nämlich und sanctionirt bei den Verschiebnngen der Vorstellungs-Associationen, auf objectivem Standpunkt der Zuschau: zur Vergleichung (und Verdeutlichung) der sprachlichen Metaphern mit sonst der Betrachtung bekannteren Objecten[aus (realiter) beobachtbaren Naturprocessen).

Auch die Pflanze empfängt (oder empfindet) den Einfluss der Umgebung (um ihrerseits wechselwirkend darauf zu reagiren). Sie wird gefärbt durch Lichtstrahlung, schrumpft vor der Kälte, dreht spiralig nach dem Winde, und steht auch mit (solarisch) makrokosmischen Vorgängen im Zusammenhang, wenn Blätter ansetzend im Sommer und abwerfend im Winter (oder (bei den Sensativen zusammenlegend, zum Schlaf; auch nach tagnächtlicher Periode). Daneben jedoch beherrscht (dominirend) der (aus seiner, im Keim (durch Einpflanzung) erweckten, Potentia (eines duváquee 8v) hervorgesprosste] Wachsthumstrieb (oder » Nisus formativus«), in der, ihm vorgesteckten (oder vorveranlagten), Zielrichtung zu seiner Entfaltung heranreifend (für vervielfältigte Reproduction).

Der animalische Organismus besitzt die Befähigung, den local unliebsamen Eindrücken durch ortsändernde Bewegung (xivnos xatà tónov) sich zu entziehen, indem die (verstörend angeregte) Empfindung innerhalb der sie durchspinnenden Nerven fäden (oder -bahnen) auf irritables Muskelgewebe reagirt (instinctiv zunächst, bis gewohnheitsgemäss das Zutreffende sich ergiebt): und bier beginnt es nun in Willensansätzen (oder Trieben) zu agiren (als opextexóv), aus cerebralen Durchkreuzungen (für fixirbaren Ausgangspunkt); während was aus physikalischen Kraft wirkungen (in vegetativ chemischen Umsetzungen) mitspricht (wie im (solarischen) Licht] durch das sensualistische Medium erst auftrifft (in den Sinnesorganen).

Sofern das musculatorisch nervöse Umherzappeln des Körperleibes auch die Muskelfasern des Stimmapparates in Mitleidenschaft zieht, wird die dadurch hervorgerufene Aeusserung, aus (humanistischer) Verknüpfung mit der feiner geschlitzten Mundmusculatur, mittelst derselben derartig umschrieben articulirt, um vom Hörorgan (aus dem »Gegenwurf«) in Formbestimmtheit assimilirt zu werden (beim, späterhin, innerlichen Reden des Denkens); and indem diese (akustische) Gestaltung (in Concordanz mit optischer conform; in Augenscheinlichkeit) auf der Zunge des Correspondenten zurücktönt, liegt sie im Worte innerlich eingekörpert, auf noëtischer Sphäre des Daseins, - wo fortab nun das Denken anhebt: um fernerhin auch, was

« ForrigeFortsæt »