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Erstere umfassen Darstellungen von Himmelserscheinungen, wie Wolken, Blitz und Regen, Gestirne u. s. w. Wir finden sie am meisten entwickelt bei den Ackerbau treibenden Pueblo-Stänimen, deren ganzer Kultus wesentlich im Regenzauber besteht, ferner aber geographische Motive wie Berge, Flüsse, Wege, Lagerplätze (durch Zelte ausgedrückt) die den Prärieindianern auf der weiten einförmigen Steppe als Orientierungspunkte von Bedeutung sind. Ein typisches Beispiel hierfür ist das Schuhornament Fig. 1, in welchem der dunkelblaue gezackte Streifen

a Berge, der hellblaue b einen

Fluss, der rothe c einen Weg daren stellt.

Ein zweites Schuhmuster (Fig. 2) Fig. 2.

zeigt Zelte (Wigwam oder Tipi) in denen ein rother Punkt das Feuer andeutet.

Sehr reich ornamentiert pflegt der kapuzenartige Kopftheil der bekannten in schlittenförmigem Gestell befestigten Kindertragen zu sein. Das Muster des von mir erworbenen Exemplars ist durch seine ideogra

phischen Darstellungen abstracter Begriffe von Interesse. (Fig. 3). Wie gewöhnlich ist die Aussenfläche der Kapuze weiss, eine Farbe, die in der indianischen Symbolik Leben und Himmel versinnbildlicht. Sie ist grün umsäumt und durch zwei blaue Linien in drei convergierende Felder getheilt. Die beiden grösseren äusseren Felder sind identisch. Sie zeigen drei Gruppen von Sternen in Form von Rechtecken. Die unteren vier rothen mit eingeschlossenen grünen Punkten sind die grossen, hellen Sterne, die beiden blauen mit rothem Einschluss sind die dunkleren Sterne, die einfachen kleinen rothen Quadrate oben, sind die „Kinder

der Sterne". Ob darunter nur einfach die kleinsten Gestirne oder Sternschnuppen zu verstehen sind, steht dahin.

Das mittlere Feld ist von blauen Linien begrenzt, die den Lebensweg des Kindes darstellen. Sie schliessen in sich eigenthümliche grüne, in Tförmige Fortsätze oben und unten auslaufende Figuren. Dieselben haben annähernd Spindelform und schliessen ein rothes durchbrochenes Kreuzmuster auf gelbem Grunde ein. Sie bezeichnen das Glück oder die Erfolge, die dem Kinde im Leben zu theil werden sollen. Grün ist hier die Farbe des Gedeihens und Wachsthums. Das Gelb im Innern der Figur symbolisiert Reife und Vollkommenheit. Das Roth Blut, Leben, Glück und alles was zur Gottheit in Beziehung steht. Der untere grüne Rand der Kapuze ist beiderseits von weiss und blauen

Fig. 3.

der Sterne“.

Querbändern unterbrochen. Sie bedeuten angeblich die Jahre des Kindes. Wie dies zu verstehen ist, blieb unermittelt. Wahrscheinlich ist nur der Wechsel der Jahreszeiten gemeint, da im Wechsel von blau und weiss Winter und Sommer ausgedrückt werden soll.

Die Kapuze läuft aus in einem quadratischen Fortsatz (Fig. 4), der in der Mitte ebenfalls eine grüne, spindelförmige an beiden Enden in Querbalken auslaufende Figur trägt, kleiner und einfacher als die des Mittelfeldes. Dieselbe repräsentirt das Herz.

Fig. 4. Die blauen Linien und Winkel an den Ecken des Quadrats die sich auf die hintere Seite fortsetzen, sind die unerwarteten Schicksale des Lebens. Die beiderseits angebrachten Gebänge sind die Ohren des Kindes, während die kurzen Perlschnüre auf der Rückseite des quadratischen Fortsatzes seine Haare andeuten.

Für die Beurtheilung der Zuverlässigkeit dieser Angaben ist zu berücksichtigen, dass Rev. Petter der Sache ganz unbefangen gegenüber stand, da ihm die neueren Ornamentstudien nicht bekannt waren, die Indianer aber andererseits ohne Überlegen oder langes Hin- und Herreden ihre Auskunft ertheilten. Es kann daher von einem Hineinexaminieren nicht die Rede sein.

Wir werden also vorläufig diese Erklärungen hinnehmen müssen, bis etwa ein der Sprache in gleicher Weise mächtiger Beobachter sie bestätigen oder berichtigen wird. Mögen dieselben inzwischen dazu beitragen, die Aufmerksamkeit auf diese interessante Frage zu richten, damit neues Material auch von anderen Stämmen beigebracht wird.

P. Ehrenreich.

Ost-Afrikanische Armringe aus dem Hufe

des Elefanten.

Dem Kaiserlich Deutschen Dragoman in Dar-es-Salaam, Herrn Walter Rössler, verdanke ich 5 Armringe, welche aus dem Hinterlande von Lindi, Ost-Afrika, und zwar aus Ungoni (Songea) stammen. Der seit Jahrzehnten in Ost-Afrika ansässige Mann, welcher Herrn Rössler die Ringe überliess, machte ihn darauf aufmerksam, dass er bisher noch niemals solche Stücke zu Gesichte bekommen habe. Die Ringe sollen aus der Fusssohle des Elefanten hergestellt sein. Ihr allgemeines äusseres Ansehen lässt diese Angabe als sehr glaubwürdig erscheinen. Ihre Form und ihre Grösse ist nicht bei allen fünf Stücken identisch, sondern sie repräsentiren zwei verschiedene Formen, eine glatte, der zwei Stücke und eine geknöpfte, der drei Stücke angehören. Die beiden glatten Ringe haben einen Durchmesser von 7,4 cm. (6,4 cm. im Lichten), eine Wandstärke von 0,5 cm. und eine Höhe von ebenfalls 0,5 cm. Ihr innerer Umfang, sowie

ihre Ober- und Unterfläche bilden einen Cylinderabschnitt, während ihr äusserer Umfang nicht geradlinig abgeschnitten, sondern abgerundet verläuft. Die Farbe der Ringe ist ein röthliches Braun, sie sind von einer hornigen Substanz und sie lassen das Licht durchscheinen. Ihre Ober- und Unterfläche und ihre Innenfläche sind stumpf, ihre Aussenfläche aber erscheint glänzend polirt. Sie sind

aus einem massiven Stück geschnitten und zeigen keine Unterbrechung ihrer Circumferenz.

Die drei übrigen Ringe sind in ihrer Grösse unter sich nicht völlig übereinstimmend, aber in ibrer Form vollständig gleich. Der grösste von ihnen hat einen Durchmesser von 7,5 cm. (5,9 cm. im Lichten); die Höhe beträgt 1 cm. Auch diese Ringe sind an dem inneren Umfange, sowie an

mene

der Ober- und Unterseite glatt, so dass sie hier einen Cylinderabschnitt bilden; der äussere Umfang ist aber rundlich hervorgewölbt und besitzt ausserdem an symmetrischen Stellen vier knopfförmige Vorsprünge von Würfelform. Diese vier würfelförmigen Ansätze springen ungefähr einen halben Centimeter vor. Alle drei Ringe zeigen an einer Stelle eine vollkommenen schräge Durchtrennung ihrer Circumferenz. Man könnte zweifelhaft sein, ob es sich hier um einen zufälligen Bruch handele. Der Verlauf der Trennungsebenen aber, sowie der Umstand, dass die sich berübrenden „Bruchflächen“ nicht vollständig congruent sind, sondern dass sie die Spuren anpassender Bearbeitung zeigen, spricht dafür, dass die Ringe erst aus einem mehr oder weniger länglichen Stück künstlich in die Ringform zusammengebogen worden sind. Das Material, aus welchem man sie hergestellt hat, ist eine rauhe, hornige Substanz, welche nur an der Aussenseite geglättet ist, und hier eine schöne hellbraune Farbe besitzt. Gegen das Licht gehalten erweist sich die Substanz als durchscheinend. Während der äussere Umfang der Ringe, wie gesagt, glatt und glänzend erscheint, ist der innere Umfang derselben, sowie die eine ihrer beiden horizontalen Flächen nur sehr unvollkommen geglättet, so dass sie rauh und geriefelt erscheinen. Die andere horizontale Fläche hat aber tief in die Substanz eingreifende unregelmässige Risse und Sprünge. Das macht die Angabe sehr glaubwürdig, dass der Huf des Elefanten das Material für diese Ringe geliefert hat. Denn bekanntlich ist die Hornsubstanz der Hufe der Elefanten auf ihrer Sohlenfläche durch unregelmässige Furchen unterbrochen. Wir werden daher annehmen müssen, dass die drei geknöpften Ringe aus der Sohlenfläche des Hufes gefertigt wurden, während man zu der Herstellung der beiden glatten Ringe eine höher aufwärts gelegene compaktere Stelle des Hufes verwendet hat.

Max Bartels.

Masken von Mangaia.

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Vorstehende Masken stammen von Mangaia; mehr als diese er

innerten zwei auf Rarotonga er- " " worbene, deren Abbildung augenblicklich nicht möglich ist, da sie sich noch unterwegs befinden, an die Masken der Eingebornen von NeuGuinea. Das Ruder, das auf Aitutaki hergestellt ist, würde man ohne weiteres für aus Britisch Neu-Guinea stammend ansprechen.

Die „London Mission Society" hat in Oneroa auf Mangaia eine Vorbildungsschule und in Avarua auf Rarotonga eine Art Seminar errichtet, in denen Polynesier zu Lehrern und Missionaren herangebildet

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