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rajdy, damit wir recht lange zeigen fönnen, was der John Bull für zwar sowohl auf philofophisdem, als auf theologifdem Gebiete. Aber Geld hat und wie viel er vertragen kann." – Solche Betrachtungen man muß ein solcher Freund beider Disziplinen sein, man muß fica lieft man um die Holzsánitte herum. Wag mit diesen Opfern erreicht so wenig von Leidenschaften der Scule oder der Partei leiten lassen, werden solle und müsse, das fümmert sie nicht. Die allgemeine Phrase: wie der französische Verfasser, wenn man, seinem Versuche folgend, die John Bul hat das Geld, damit muß er die Russen niederschmettern, Geschichte der Philosophie und der Theologie in den achtzehn Jahr. kofte es, was es wolle, genügt. Von einem bestimmten Friedens- hunderten seit der Dffenbarung des Chriftenthums erfhöpfend und Dbjefte, von einem Werthe, wie er etwa der ,,Civilisation" zu Gute würdig der geläuterten Auffassung unserer Zeit bearbeiten will. kommen und die Opfer aufwiegen fönnte, bat man feine Vorstellung, geschweige, daß solch ein Objekt Geist und Begeisterung zu liefern im

Mannigfaltiges. Stande wäre. Deshalb ist der Krieg von Seiten der Weftmächte ein verpfuschter Krieg, aus dem für die europäische Civilisation nichts Ou - Sbafespeare in Amerika und in Deuts land. Aug in tes erstehen kann. Der Deutsde, der einen ,,Freiheitskrieg" in der Amerika ift ießt eine fritisde, mit Einleitungen, Erläuterungen und Geldichte und zum Theil noch in den Oliedern hat, möchte das am abweichenden Legarten ausgestattete Ausgabe Shakespeare's erschienen, besten verstehen können. Die Amerikaner seben durchweg ganz richtig, die erste ihrer Art auf dem westlichen Rontinent.') Herausgeber der. und sehr oft habe ich in amerikanisden Blättern statistische und arith. selben ift Profeffor Hudson in Boston, der in der Vorrede nicht vermetische Beweise und Berechnungen gefunden, daß der Krieg, in der schweigt, daß er auch der deutschen Kritif des großen britishen Dich. bisherigen Weife fortgeführt, troß einer halben Mandel nod anderer ters Manches zu verdanken habe, während die englisden Shakespeare. zerstörter Feftungen Rußlands, nur mit geringerem Vortheile für Editoren die deutschen Leistungen auf diesem Gebiete gern ignoriren, Legteres enden fönne. Die Amerikaner – ein hübsches Stüd Pal. oder auch für unpraktische Speculationen erklären. Ohne den Didter merston-westlicher Civilisation, daß er auo sie mit Krieg bedrohen mit Details zu überladen, gebt Herr Hudson doch sowohl vom literar. ließ glauben weder an Rußland, noch an England, sondern fie geschichtlichen, als vom fritischen Standpunkte fo tief in den Gegen. rechnen, fie rednen wahrscheinlich auch richtig.

ftand ein, daß der Lefer über alles belehrt wird, wat irgendwo im Shakespeare einer Erläuterung für die Gegenwart bedarf. In Amer

rifa glaubt man sogar, der Erläuterungen in sprachlicher Hinsicht Frankreich.

weniger zu bedürfen, als in England felbft. Dort follen sich noch Theologie nnd Philosophie.

aus der Zeit der „Pilgrim Fathers", die unter den Stuarts nach

Amerika ausgewandert waren, Wörter und Redewendungen der ElisaDaß die französische Philosophie nicht mehr anti-theologisc seibethanischen Aera, die in England längst veraltet und unverständlich sondern mit weiser Mäßigung die Achtung, welche sie von der Theo geworden, im Munde des Volfes erhalten haben. logie fordert, auch dieser angedeihen läßt, haben unsere Leser kürzlich Wir wollen bei dieser Gelegenheit nicht unbemerkt lassen, daß (Nr. 121) aus den Proben ersehen, die wir ihnen aus Jules Simon's kürzlich auch die sechste Lieferung des Deliusschen, englischen Shake. trefflichem Buche über die Pflicht“ mitgetheilt. Seitdem haben wir speare (mit deutschen Einleitungen, Anmerkungen und Nagworten) er. einen neuen Beweis von dieser Wandlung des philosophisden Geiftes schienen ist.") Es ist mit dieser sechsten Lieferung, den „Titus Anunserer Nachbarn durch ein Wert des Herrn Matter, ehemaligen dronicusí' enthaltend, der erste Band einer Arbeit geføloffen, die der General, Inspecteurs des öffentlichen Unterrichts in Frankreich, er deutschen Kritik und Kenntniß ausländischer Literatur jedenfalls zur halten.“) Herr Matter, allerdings ein geborener Elsasser und durch Ehre gereicht. Nachdem Shakespeare seit leffing, Eldenburg und seine Jugendbildung mit deutsdem Wiffen und deutscer Philosophie Goethe in Deutschland durd vielfache Ueberfeßungen und Erläuterunvertraut, geht in seiner Gesdigte der Philosophie in ihren Bea gen dem Volke wie den Gebildeten zugänglich geworden, fehlte nur ziehungen zur Religion seit der christlichen Aera" von der Ansicht aus, noch eine Ausgabe, wie die Deliuojde, damit er auch in seiner eigenen daß keine Philosophie ohne Theologie denkbar sei, daß ihre Beziehungen Sprache bei uns wie in seinem Vaterlande gelesen und vollfommen zu einander zwar beständig wechseln, daß fie bald innigft verbunden, - verstanden werde. Wer ießt in Deutschland den großen englischen bald bloß in freundlichen Verhältnissen und bald sogar in offener Dramatifer im Originale lefen will, der mag nicht versäumen, fich Feindschaft leben, daß es jedoch keine Philofophie gebe, die nicht ent- den Shakespeare von Dr. Nifolaus Delius anzuschaffen. weder aus einer Theologie hervorgegangen, oder einer Theologie entgegengeseßt, oder endlich mit einer Theologie vereinigt sei. „Zu allen Forster's Leben Goldsmith's. Der Verfaffer des ,,Vicar Zeiten“, sagt Herr Matter, baben diese Beziehungen ein tiefes Bee of Wakefield" ist eine der dankbarften Aufgaben für den Biographen. dürfniß zum Grunde gehabt, und seit der christlichen Aera find fie fo Der findlic naive Charakter des berühmten Didters, sein genialer lebendig, bald in ihrer innigen Verbindung, bald in ihrem Gegensaße Leichtsinn, die wechselvollen Phasen seiner føriftstellerischen und gegewesen, daß man davon nicht abftrahiren kann, ohne sich der Gefahr sellschaftlichen laufbahn und der ftete Kampf mit einem feindlichen auszuseßen, entweder die Geschichte der Philosophie, getrennt von der Geschic, das nicht aufhörte, ihn bis an fein Ende zu verfolgen, bieten der Theologie, oder die Geschichte der Theologie, getrennt von der den Stoff zu einem so dramatischen Gemälde, wie sie in den Annalen der Philosophie, unverständlich zu machen."

der Literatur nicht häufig vorkommen. So wurde benn auch das reiche Es giebt Epochen, fügt Herr Matter hinzu, wo die Philosophie Material, das von Prior über das Leben Goldsmith's gesammelt die Theologie fonstituirte, wie die Alerandrinisde, oder die des heiligen worden, von Washington Irving zu einer jener anziehenden Shil. Klemens und Drigines; andere, wo umgekehrt die Theologie die Phi- derungen verarbeitet, in welchen der geiftvolle Amerikaner eine so unlosophie fonstituirte, wie die der Scholaftit, und endlich wieder Epochen, erreichte Meisterschaft befißt. Ausführlicher, als die biographische Stigge wo die Theologie der Herrschaft der Philosophie unterlag, wie die von Irving's, und lesbarer, als die fleißige, aber schwerfällige Compilation De cartes bis Rant. Diese drei verschiedenen Epochen umfassen in Prior's, ist die von Forster herausgegebene Lebensbedreibung, die der hat die ganze Geschichte der Philosophie.

uns jeft in einer neuen Ausgabe vorliegt. **) Sie enthält nicht nur Daß eine solche Darftellung der Philosophie in ihren Beziehungen anziehende Details über die Lebensverhältnisse Goldsmith's und kritische zur Theologie nicht ohne Schwierigkeiten und Klippen ist, begreift fich Analysen seiner Werke, die allerdings son Parteilið feit nicht ganz frei sehr leidt, doch hat fie der Verfasser glüdlich zu überwinden gewußt. find, sondern giebt aud ein graphisches Bild der literarisden und foVor Adem hat er sich vor jenen Declamationen gehütet, in welche die zialen Zustände Englands zu einer Zeit, wo der große Lerifograpb" katholische Schule so leicht gegen die Philosophie verfällt; er þat aber (Johnson) als Autofrat der englischen Literatur florirte und die ersten and andererseits den nichts weniger als philosophischen Indifferentis. Geifter des Tages, Goldsmith mit eingeschlossen, als Satelliten um mus vermieden, den die entgegengeseßte Schule so gern gegen die feinen Chron versammelte. Die Memoiren Boswell's und Horace Theologie zur Schau trägt. Als unparteiisder Geschidtsdreiber beider Walpole's lieferten natürlich eine Fundgrube von Anekdoten, die, don Disziplinen, erfennt er an, daß beide berechtigt sind, die Eine neben dem Verfasser mit Umsicht benust, seinem Werke große Lebhaftigkeit ber Anderen zu sein, und vindizirt er daher auch jeder das Recht, und Mannigfaltigkeit verleiben und es zu einer höchst interessanten fida nach ihrem eigenen, inneren Bedürfnisse zu entwideln.

Leftüre maden.
Das Thema ift übrigens so umfaffend, und die Zeit, die diese
Geschichte der Philosophie behandelt, fo außerordentlid reid an theo 9) Boston, Munroe & Co.
logischen und philosophischen Entwidelungen, daß der Gegenstand un-

**) Elberfeld, 1855, Verlag von R. L. Friderichs.

***) The Life and Times of Oliver Goldsmith. By John Forster. möglich in einem Bande, wie ibn Herr Matter geliefert, erschöpft A New Edition. London: Bradbury & Evans. Berlin, 4. Asher & Comp. werden konnte. Es ist dies gewissermaßen ein erster Versuch, und

Das mit dem 31 sten d. M. zu Ende gehende Abonnement *) Histoire de la philosophie dans ses rapports avec la religion de. wird Denjenigen in Erinnerung gebracht, die im regelmäßigen puis lére chrétienne. "Un vol. in-12. de XII et 432 pp.

Empfange dieser Blätter keine unterbrechung erleiden tollen.

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Wir

unterstüßte die rechte, auf der das Tuch und das Gold lagen. In Ostindien.

bieser Stellung harrte ich der Majestät; es war meine erste Lection

in der Hof-Etikette, und als ich so ftand, dachte ich unwillkürlich, daß Privatleben eines orientalischen Königs. *)

ich wie ein rechter Narr aussehen müsse. (Sehr aufrichtig!) 3d war Vor etwa fünfundzwanzig Jahren ward der anonyme Verfasser natürlich unbededt, da ich meinen Hut auf eine neben mir befindliche bet vorliegenden (im ,, Magazin" bereits erwähnten) Werkes, der Bant gelegt hatte; die Sonne sdien glühend heiß auf mich nieder, fich zur Zeit in Ralfutta aufhielt, durch die ihm zu Dhren gekommen und ebe der König anlangte, war ich in einem improvisirten Schwißnen Berichte über den Glanz des Hofes von Audh zu dem Wunsche bade. Endlich kam die fönigliche Gesellschaft zum Vorschein. Der veranlaßt, eine Reise nach Ladnau, der Hauptstadt jenes König. Monarch war, wie ein englischer Gentleman, in einen einfachen Idwarreichs, zu unternehmen. Man hatte ihm namentlich die Vorliebe zen Anzug gekleidet, mit einem Londoner Hut auf dem Kopfe. Sein des Königs für Europäer und europäische Sitten gerühmt und der Gesicht, von einer bellen, febr bellen Sepiafarbe, batte einen ange. fichert, daß es für ihn ein leichtes sein würbe, einen eben so ebren, nehmen Ausdruck. Sein fdwarzes Haar, dwarzer Baden- und vollen als lufrativen Poften im Hofftaate Sr. Majestät zu erhalten. Schnurrbart harmonirten sehr gut mit der Farbe seiner Wangen und Von dieser Aussicht verlodt, machte er sich also nach der Residenz erhöhten den Glanz feiner fleinen, durchdringenden, schwarzen Augen. des indischen Potentaten auf.

Er war mager und von mittler Größe. Als er sich näherte, hörte ich Befanntlich ist Audh einer der bedeutendsten der den Engländern ihn sich mit seinem Gefolge in englischer Sprache unterhalten. Der tributpflichtigen Staaten Hindostans. ,,In früherer Zeit war es eine König fam auf mich zu, lächelte, legte seine linke Hand unter die meiProvinz des großen Mogulreidis, und sein Beherrscher hieß der Nawab nige, berührte das Gold mit den Fingern seiner rechten Hand und beWefir. Dem englischen Volfe wurde der Nawab von Yudh zuerst da merfte dann: ,,Sie haben fich also entschlossen, in meine Dienste zu durch befannt, daß Warren Hastings zwei Frauen seines Hofes aus treten?" „So ift's, Ew. Majestät", war meine Antwort. plündern und die Sklaven derselben auf die Folter spannen ließ, um werden gute Freunde sein. Ich liebe die Engländer. Mit diesen von ihnen Andeutungen über die Schäße ihrer Herrinnen zu erpressen. Worten ging er weiter, indem er sein früheres Gespräch fortseßte. Im Parlament erhob fich Burfe mit glühender Beredtsamkeit gegen 35 dloß mit dem Gefolge an. „Stedt Eure Gold-Mobare gleich die von Hastings verübten Gewaltthaten, und man betrachtete allge- ein", flüfterte mein Freund mir zu, sonst werden die Eingeborenen mein den Nawab von Audy als einen schändlich mißhandelten Mann, fie Euch bald abnehmen.“ Jo ließ fie augenblidlich in meine Tasche während er in der That ganz zufrieden war, daß man nicht ihn selbst, hineingleiten, ergriff meinen Hut und folgte der Gesellschaft ins Schloß. fondern die Witwen feines Vorgängers beraubt hatte, der nur sein Die Zimmer waren meiftens geräumig und mit prächtigen KronleuchAdoptivvater war. Als Lord Wellesley nad Indien fam, war Audy tern und einer großen Anzahl Gemälde in reichen, aber geschmadlosen größer, als England, und hatte sich ftets als der treueste Alliirte der Rahmen verziert. Im Allgemeinen waren sie zu sehr mit Schmuck. Briten gezeigt. Zur Belohnung dieser Treue vereinigte der Generals fachen überladen, die eher ein Gefühl der Verwunderung als des Wohl. Gouverneur die Hälfte des Landes mit der Präsidentschaft Bengalen; gefallens erregten. Der Speisesaal, d. u. der Privat-Speisesaal, den er fonnte fein besseres Mittel finden, das Volf von Aubh für die Treue der König nur im freise feiner vertrauten Freunde zu benußen pflegte, seiner Regenten zu belohnen, als indem er es unter feine unmittelbare

war der einzige gemüthliche Raum im ganzen Palaft. Er war nicht Hut nahm. Der Marquis von Hastings borgte zwei Crore Rupien, zu voll und wid in feinem wesentlichen Punkte von einem englischen d. 5. zwei Millionen Pfund Sterling, von dem Nawab Ghasi-eddin dining-room ab. Einmal des Monats veranftaltete der König ein und gab ihm dagegen ein den Nepaulesen abgenommenes wüstes Stück öffentliches Frühstück für die englisden Offiziere seiner Regimenter, Land am Fuße des Himalaya, genannt Terai, mit dem Titel als Rö- welche zu diesem Zwede von den jenseits des Gumty, fünf Meilen nig. Seine Hoheit der Nawab war solchergestalt in Seine Majeftät' von ladnau gelegenen Rantonirungen nach der Hauptstadt kamen, and den König verwandelt, und Ghafi-eddin mußte zufrieden sein oder wen auch dem Residenten und seinen Freunden wurden mitunter Staats-Diners nigstens zufrieden feinen."

gegeben, aber alle folche ceremoniöfe Gesellschaften waren dem Könige Die Erhebung Audys zum Königreich fand im Jahre 1819 ftatt. böchft läftig. „Gott sei Dant!" habe id oft sagen hören, als er das Der erfte König, Ghafi-eddin Heider, der fich durch das von ihm ober von erlöft war, ,,Gott sei Dank, daß fie Atle fort find. Nun laßt vielmehr auf seinen Befehl zusammengestellte große Verifalische Werk uns in Ruhe ein Glas Wein trinfen. Boppery bopp! (eine Inter,,Die sieben Meeres um die orientalische Literatur verdient machte, jection, die etwa mit unserem: o web! zu vergleichen ift) was find ftarb am 20. Oktober 1827; ihm folgte sein Sohn Suleiman Shah- das für langweilige Geschichten!" Und dann gähnte die Majestät, Nafir-eddin-Heider, der, als unser Verfaffer nach Lučnow kam, etwa ftredte die müden Glieder aus und warf ihre mit Juwelen geschmüdte dreißig Jahr alt war.

Müge in die andere Ede des Zimmers." Die Höfe der indischen Scheinfönige, welche durch die Gnade der Obwohl Nasir-eddin es, dem Koran zum Trog, im ChampagnerEngländer regieren, bieten eine seltsame Mischung von europäischem trinken mit dem besten Europäer aufnahm, war er doch in jeder andes Flitterftaat mit den alten berknöcherten Gebräuchen des Oftens bar, ren Beziehung ziemlich ungebildet, woran eber eine unüberwinblide die eine Menge halb lächerliger, halb trauriger Kontrafte erzeugt. Trägheit, als Mangel an Fähigkeiten schuld war. „Er entschloß fiche ,,Niemand darf fich einem orientalischen Monarchen mit leeren Hän- ein Mal nach dem anderen, eine Stunde täglich dem Studium zu wide den nahen;" diese Wahrheit findet fich schon auf den ältesten afsyrischen men, da er den sehnlichen Wunsch hegte, fertig Englisch zu sprechen Monumenten ausgedrückt und wird durch die von den Verfasser in So aber war er oft genöthigt, sich im Gespräch mit einem hindustan der Hauptstadt von Audh gemachten Erfahrungen bestätigt. Nachdem nisden Worte auszuhelfen. Er feste fich also mit seinem Lehrer att er die Erlaubniß des britischen Residenten erhalten, in die Dienste einen mit Büchern bededten Tisch nieder. „Nun, Meister" (er nannte Seiner indischen Majestät zu treten, wurde er zu einer Audienz beim seinen Lehrer immer , Meister'), „nun wollen wir im Ernst anfangen." König zugelassen, der ihn nicht mit orientalischem Pomp, sondern in Der Lehrer las ihm eine Stelle aus dem Spectator oder einem poa nonchalanter europäischer Weise empfing. „Io blieb", sagt er, nam pulären Roman vor, welche der König ihm nachlas. Der Lehrer ging Ende eines Fußpfades im Schloßgarten stehen, um die Ankunft Seiner zu einer zweiten über. ,,Boppery bopp! bas ist ja gewaltig trocken", Majeftät zu erwarten. Mein Geldent, fünf goldene Mohare (1 Mo- riefen dann Seine Majestät aus, als die Reihe zu lesen wieder an har = 10 Thaler), trug ich in der offenen Hand, die aber durch ein Höchfidieselben fam. „Laßt uns ein Glas Wein trinken, Meifter.feites Batifftuch von den Goldstüden getrennt wurde. Die linke Hand Das Glas Wein leitete eine Unterhaltung ein, die Bücher wurden bei *) The Private Life of an Eastern King. By a Member of the House.

Seite geschoben, und die Lehrstunde war zu Ende. Dergleichen,,Stunden" hold of his late Majesty Nussir-u-Deen, King of Oude. London: Hope dauerten selten länger als zehn Minuten, und der Lehrer erhielt dafür & Co., 1855.

ungefähr funfzehnhundert Pfund Sterling jährlich." (Schluß folgt.)

hungrig verschlang, ging mit der ersten Jugend vorüber. Seitdem er Nord: Amerika.

eine fo hervorragende Stellung dem Publikum gegenüber einnimmt,

lernt er mehr durch die That, als durch das Lesen. Seine Anschauun. Şorace Greeley,

gen gehören dem wirklichen Leben, nicht der Studirftube. Bei atler Redacteur der Tribune in New York.

Zähigkeit, womit er an seiner Meinung hängt, ist er bieber genug, fie (Schluß.)

der befferen Ueberzeugung preiszugeben; feine frühere Vorliebe für Greeley hat sich, wie gesagt, aus sich selbst herausgebildet, ift, eine Theorie macht ihr blind gegen die Evidenz der Thatsachen. so zu sagen, seine eigene Schöpfung. Abweichend indessen von all den Die Saftlichkeit, womit er neue Ideen in sich aufnimmt, ift sprüch. in diesem Lande nicht ungewöhnlichen Charakteren, die sich von der wörtlich geworden; sie rührt aber nicht von übertriebener Leichtgläuuntersten Stufe hinaufarbeiten und im Geschäftsleben, in Juduftrie- bigkeit, sondern von einem Gerechtigkeitsgefühl gegen die menschlichen kreisen, im Staatsdienste eine hervorragende Stelle einnehmen, hat ihm Gedanken ber. Nicht befangen von einer maßlosen Verehrung des Alter. fein frühzeitiger Kampf mit den Schwierigkeiten keine irgend bemer- thums, giebt er mit Freuden jeder neuen Entdedung im Gebiete des kenswerthe Gewandtheit in praktischen Geschäften erworben; ja, er Gedankens oder der Praris freies Spiel. Selten ging er mit irgend zeigt sich hierin oft so rathlos und unbeholfen, wie es an weit unter, welcher Partei, der er sich angeschlossen hatte, bis ans Extrem, was geordneteren Persönlichkeiten überraschen würde. Auf einem ganz andes ihm als lauheit und Achselträgerei ausgelegt wurde und ihr um ren Felde bat er seinen glänzendften Lorbeer gepflüdt. Er ist ein Mann manchen politischen Freund brachte. Wer aber Greeley fennt, wird ihn des Gedankens, fein Einfluß ift ein wesentlich und eigenthümlic in von dieser niedrigen Gesinnung freisprechen. Wenn er sich von dem tellektueller. Nach diesem Ziel hat er stets, mitunter unbewußt, ge- Ungestüm seiner Partei nicht fortreißen läßt, so geschieht es, weil feine ftrebt, in die Erreichung desselben sind die edelsten Kräfte seiner Na- Theorieen durch den gesunden Berftand gezügelt werden, nicht weil er tur aufgegangen. Ob der Prozeß, durch den er diese Höhe erreicht fic in die Launen der Zeit didt. – Seine Liebe zu Büchern ist auch bat, für die höchfte Entwicelung eines Charakters günftig sei, das nicht durch einen Schatten von Pedanterie getrübt. Er ist kein CitaBürste allerdings die Frage sein. Jene Harmonie des Charakters, tenmensch; er liebt keine gelehrten Anspielungen; er macht keine Paworin alle Saiten des geistigen Inftruments voll, kräftig und doch rade mit seinem Wiffen, auch bei Gegenständen, die er gründlich kennt. rhythmiso zusammen ftimmen; diese Harmonie, welche die Alten Menschen ohne Schulbildung fühlen fich wohl in seiner Gesellschaft als das vollkommenste Menschliche betrachteten, ist wohl schwerlich bei Er zieht seine Kenntnisse nicht mit den Haaren berbei, um die Eineinem durc fich selbft gebildeten Mann zu suchen. Seine charakteri- fältigen in Staunen zu feßen. Aber vor einer einzigen seiner einftisden Züge find vielmehr folgender Art: er ist frei vom Zwang der Autos schneidenden, fernigen Bemerkungen, die er gelegentlid binwirft, plast rität, giebt wenig auf Worte, hält sich mehr an die Sachen, entschei- eine Masse aufgeschwelter Blasen der schulfüchsigen Eitelkeit, zerstiebt det nady dem gesunden Verftand, anstatt fchwanke Ueberlieferung oder eine Welt gelehrten Gewäsches. wiltürliches Herkommen zu befragen; feine Meinung, und trage fie Horace Greeley ift als Sonderling verrufen. Wo außerhalb auch das Siegel von Jahrhunderten an fich, findet Gnade vor seinen des Kreises feiner vertrauten Freunde fein Name erwähnt wird, ruft Augen, wenn sie nicht durch einleuchtende Gründe ihre Berechtigung do er gewiß zuerft die Vorftellung von seinen Wunderlichkeiten bervor. kumentirt; er geht gern den Dingen auf den Grund, ruft jedes vor Mancher glaubt, er forbere in robem Uebermuthe den Anstand des beiftreifende Gerücht an, fordert jedem eingenisteten Brauch, jeder herr- geselligen lebens heraus. Er ist ein lodender Vorwurf für die Ka. fchenden Einrichtung den Paß ab und verläßt fich auf nichts, als was rifatur. Um seine Person hängt bereits eine solche Menge umlaudie eigenen Augen fehen. Dadurch erhalten seine Ueberzeugungen eine fender Anekdoten, daß sein Name in späteren Tagen von einem mpLebensfrische, die zur Thätigkeit anregend nach außen wirkt, ohne daß thischen Lichtnebel umringt zu fein verspricht, nicht minder glänzend, der Angeregte erst nach ihrer Gesundheit, nach ihrem praktischen Werth als der Name Romulus oder Pythagoras. In einigen Kreisen gilt er fragt.)

für eine Art Ungetfüm, für einen seltsamen, borstigen, blutgierigen Der Autodidakt ist aber eigenthümlichen Schwächen preisgegeben, Werwolf, der in Stande wäre, die eigenen Kinder ohne Sauce zu ver. in die der regelmäßig geschulte nicht so leicht verfällt. Er lernt bald ídlingen. Und doch sind seine schlimmsten Erzentrizitäten von der an die Unfehlbarkeit seines Urtheils glauben; auf dieses – worauf barmloseften Natur! Freilich ift er oft barso in seiner Sprace sonft fann er es? fteift er fid gegen eine Welt. Er fann eine

Er kann eine das Rothwälsch der Salons fließt ihm nicht glatt von der Zunge ehrliche Opposition gegen seine Ansichten kaum begreifen. Er ist das seine Antworten auf Eure conventionellen Fragen haben wenig von ber minder geneigt, feinen Opponenten eines Irrthums zu überführen, dem conventionellen Zuschnitt gehört Ihr zu der ebrsamen Zunft als ihn wie einen Feind niederzuwerfen; wendet lieber die Stärke der langweiligen Philifter und erwartet Ihr von ihm für Euer Ges harter Worte, als die Stärke gesunder Gründe an. Es fehlt ihm auch trätsd mehr als billige Aufmerksamkeit, so wird Euch bald ein Wint an Geduld, eine Frage von ihren mannigfaltigen Gesichtspunkten aus mit dem Zaunpfahl über seine Ungeduld und seinen Etel allen Zwei. zu beschauen: rasch und ungeftum in seinen Urtheilen, legt er wenig fel benehmen. Berth auf ein umsichtiges Erwägen des Gegenstandes der Untersuchung, Allein geht einmal zu ihm und sprecht seine Mitwirkung zu einem in den er binein, nicht aber um ihn berum zu sehen sucht; daher guten Zwede an, betreffe er ein allgemeines oder auc nur Euer perfind seine Schlüsse oft übereilt. Sein Eifer verleitet ihn selbft zum Jrr. sönliches Interesse besonders wenn ihr ein frischer Patriot oder thum; me Rube und Behutsamkeit würden eine ficherere Bürgíaft ein italiänischer Märtyrer feid, und Eure Bitte wird den Antlang der Wahrheit abgeben. Mit der leidenschaftlichen Ueberzeugung paart eines mitfühlenden Herzens finden, das roffen ist wie der Tag der fidh ein übertriebener Hang zur Polemit. Er möchte feine Meinun- fdmelzenden Zärtlichkeit“, und zwei Hände, die nicht minder offen gen der Welt als Gefeß aufdringen. Er macht dem Zweifeln, Zau. find, als das Herz. Seine unermüdliche Freigebigkeit gegen jene un. dern, ia, dem Rechtsgefühl der Gemesseneren, Umsichtigeren nicht das fteten Soufte, die hinterher am lauteften ihn verlästern, ift allgemein fleinfte Zugeständniß. Alles ist ihm dwarz oder weiß; feine Haft befannt. Ein Mann nach der Mode ist er nicht, das steht feft. Seine bindert ihn, die Schattirungen vorsichtig zu unterscheiden.

Haltung verräth nicht den Unterricht eines Pariser Tanzmeifters. Noch weniger ist er gesinnt, Bildungsweisen und Charakterfor. Sein Anzug gehört nicht zu den kleidsamsten: fein Hut, der einft einen men, die von den seinen weit abweichen, Gerechtigkeit widerfahren zu wirklichen Biber gewärmt hat, fteht so verkommen aus, als hätte er laffen. Seine Erfahrung ist das allgemeine Richtmaß. Er ist ohne fich die Beulen aus manoem Straßenkampfe geholt, und die genaue Grieciso fortgekommen, folglid ist Griechiso überflüssig. Er fühlt Gränze zwisden feinen Stiefeln und Hofen ist eben so lower wie in To mandem Gimpel, der Kollegien gehört, gegenüber seine Ueberlegen. mander anderen Gränzfrage zu ermitteln. Wohl darf Horace in beit, mithin ist die Universitätsbildung Humbug. Jeder, meint er, diesem Punkte einigen Anspruch auf Eure Toleranz machen: er ist zu kann denselben Weg verfolgen, und wenn er ihn verfehlt, so liegt es viel auf Reisen, wird zu häufig von dem Straßenstaub gepudert, um in dem Mangel an Ropf, nicht in der Unvollkommenheit der Men auf den äußeren Menfben, den der Soneider macht, große Sorgfalt thobe....

zu verwenden. Indeß muß hierin, besorgen wir, ber Sonderling zuDine Zweifel theilt Horace Greeley fo mangen Fehler des Auto- gegeben und er genommen werden, wie er ift; wir dürfen von einem didakten. Er hält fest an seinen Ueberzeugungen, ist nicht frei von auf dem Lande erzogenen Journaliften nicht die Glätte und Feinheit Borurtheilen, die er steifsinnig behauptet. Eine zarte Rüdfiht auf eines Brummel oder d’Orsay verlangen. Stand und Würde fennt er nicht; ein Paftor oder ein Bifdof ift in In einer gemischten Gesellschaft fheint sich Greeley, nach den seinen Augen nur ein Mensd, und das mitunter ein ganz gewöhnlicher; über ihn kursirenden Gesdigthen, nicht ganz heimiso zu fühlen. für Bildungojweige, die ihm selbst fremd geblieben, ist er sehr spar. Seine Verstöße gegen die Etikette aus Unbekanntsaft mit dem Ton jam mit seinem Lobe. Dagegen ist er völlig frei von den Mängela ber feinen Belt find fast rührend. Ihr würdet ihn für ein Stück deo fhulmäßig gebildeten Gelehrten. Er liebt die Bücher, ist aber Naturmenschen halten. Hütet Euch aber, Euch an dieser vermeintlichen tein Bücherwurm. Die Periode, wo er die trođenen Blätter beiß. Einfalt reiben zu wollen: duro eine rasche Bendung prallt ber Pfeil

des Spottes auf Eud, den Süßen, zurüd, und die Lader fleben auf *) Wir werden nach itens Gelegenheit nehmen, von Horace Greeley's Reben über praktifde Landwirthschaft, über freie und Sflaven-Arbeit it. Giniges feiner Seite. Sein trođener Humor läßt ihn nie in Stid. Er bat

er für diese Gelegenheit zugepaßt und aufbewahrt worden. Sein Driginal-Artifel geschrieben, die viele Bände füllen würden. Sie um. Anekdoten Vorrath ift unerschöpflid. Sein Gedächtniß für Thatfachen faffen die mannigfaltigften Themen: politische Diskuffion und Polewird ihm nie untreu. Mit einem solchen Schaß von Wiffen, der ihm

Bersuche über soziale und induftrielle Intereffen - Reformjederzeit zu Gebot steht, ist seine Unterhaltung, wenn er gleichgeftimmte schriften - wiffenschaftliche Kritiken - Reiseskizzen. Mehr als ir. Zubörer bat, febr lehrreich. Gegen den Gischt und Schaum fashio. gend ein Redacteur der Vereinigten Staaten, hat er die Spalten seines nabeln Geschwäßes zeigt er unverhohlene Gleichgültigkeit. Seine Blattes mit eigenen Auffäßen gefült. Seine Feder blieb in fteter Derbheit ist mitunter für zarte Dhren barsd genug. Der Schmei- Thätigkeit und hat nie ihre Schärfe verloren. Seit dem großen 3mchelei, felbft gegen den Theil des Menschengeschlechtes, der fie als ein puls, den die amerikanische Tagespresse in den leßten fünf Jahren verbrieftes Redt forbert, ist er unfähig. Haben Sie mein leßtes befommen hat, ist die Laft, die er früher auf seinen Sdultern allein Gedicht gelesen?", fragte ihn eine junge und schöne Schriftstellerin trug, unter zahlreiche Mitarbeiter vertheilt. Bei ihrem ftets wachsenund nannte das Gemächt. „Heißen Sie das ein Gedicht, Madame?" den Spielraume berief fie eine größere Mannigfaltigkeit von Talenten war die Antwort. Bei anderer Gelegenheit redete er in einer großen in ihren Dienft, vertraute die Hauptspezialitäten Männern an, die Gesellsdaft eine der berühmtesten Dichterinnen Amerika's mit den denselben besonders gewachsen waren, und so sind die großen ZeitunWorten an: „Mrs. X., so eben habe ich eine Kritik Zhrer Søriften gen jeßt mehr korporative Anstalten, als individuelle Organe; daher gelesen, in der Sie höchlich überschäßt sind." . Und doch muß seine geht der autokratische Einfluß von Männern wie Greeley auf die Neige, raube Freimüthigkeit einen gewissen Reiz haben; denn er hat nur we und die mächtige Wirkung der Presse auf die öffentliche Meinung nige Feinde unter dem schönen Geschlechte. Die verstorbene Marga- wird mehr durd die allgemeine Tüchtigkeit, als durch persönliche Rückretbe Fuller (d'Dfloli) war nicht die einzige geistig hochgestellte Frau, ficht bestimmt. Immer jedoch wird die Stellung Greeley’s als ame. die ihn mit Stolz zu ihren Freunden zählte.

ritanischer Journalist ein bedeutendes Gewicht in den öffentlichen AnDas Interesse Greeley's an den Reformbewegungen des Tages gelegenbeiten und in der öffentlichen Meinung behalten. Die Leute gründet sich auf das Gefühl des Rechts und der Humanität, empfängt find gewöhnt, ihn als Gewährsmann anzuführen, auf seinen Gang zu aber seine votle Shärfe von der intensiv praktischen Natur seines achten und seinen persönlichen Ueberzeugungen dieselbe Widtigkeit Verftandes, der in der Anwendung der Ideen auf greifbare Verhålte beizulegen, die sie sonst nur einer Gesammtmasse von Weisheit und niffe seine höchste Befriedigung findet. Daher wird jeder kleine oder Erfahrung einräumen. große Entwurf zur Verbesserung des menschlichen looses, zur Förderung

POISS der gesellschaftlichen Wohlfahrt, von der Conftruction eines Pfluges bis zur Gründung eines Phalanfteriums, seiner Theilnahme gewiß sein. Seine Verfahrungsweise, die gangbaren Meinungen seiner

Schriften über weibliche Erziehung. Zeitgenossen in That zu seßen, hängt mit der Eigenheit seines Cha Es haben sich neuerdings so viele Sdriften über weiblide Erzie. ratters zusammen: einerseits verräth fie das sanguinisch ungeftüme bung auf der Büchermarkt gebrängt, daß den Familien, welche Töchter Temperament, in welchem sie wurzelt; andererseits wird sie von den befißen, die Auswahl sower werden muß. Wir sind nun zwar der Meiheißblütigeren Radikalen der äußersten linken als süchtern und in. nung, daß eine gute Mutter in ihrem eigenen Verstand und Gefühl stets konsequent verdammt. Allein seine Natur ist eben eine Mischung von die beste Erziehungs-Methode finden wird, indeffen hört sich eine fremde Leidenschaft für den Fortschritt und Behutsamkeit in den Mitteln. Meinung und Erfahrung oft mit Nußen an, aud wenn man sich nicht ges Daß seine Reform-Prinzipien der Kritik Blößen geben, daß fie in nau danach richtet, und namentlid für die jungen Mädchen selbft manchen Punkten einseitig und mangelhaft, daß fie hier den Enthu- meistens wirksamer, einen Tadel oder eine Lehre von einem so unparteiisiasmus eines Geifterfebers verrathen und dort matt und flach erschein fchen Richter zu erhalten, wie ein Buch ist. Die Wichtigkeit des Gegennen, fönnen seine wärmsten Bewunderer nicht leugnen - daß sie aber ftandes rechtfertigt binreichend die Thätigkeit, welche augenblidlid die von der tiefften Ueberzeugung getragen werden, aus lauterfter Absicht, Preffe dafür entwidelt. Die Erziehung unserer Töchter ist meistens wohlzuthun, ins Leben treten wollen, dürften seine entschiedensten unvollkommen, unpassend und inkonsequent, namentlich im Mittelftande, Gegner nicht bestreiten.

benn die höchfte und die niedrigste Stufe der Stände haben viel be. Nun noch einige Worte zu seiner allgemeinen Charakteristik als ftimmter abgegränzte Ziele als dieser, fie verirren sich nicht so leicht Leiter der Presse. Bei der Begeisterung für seinen Beruf ist das ge- und bedürfen also auch weniger eines Wegweisere. Die Töchter des ringste das Drudwesen Betreffende Gegenftand seines höchsten Sater. Mittelstandes find aber heutzutage fast alle mittellos, denn die meiften efjed, man möchte faft sagen, seiner leidenschaftlichen Liebe. Nad Beamten und Militairs, die das zahlreichfte Kontingent dazu liefern, seiner Ansicht, geht der vollendete Redacteur nicht aus den klassischen können ihren Kindern fein Vermögen hinterlaffen; ihre Töchter müffen Luftgängen, sondern aus den geschwärzten Räumen der Jünger Gut

also nach einer selbständigen Lebensstellung ftreben, die durch eine tenberg's hervor. Er hat niøt , mit den unsterblichen Göttern Am- Heirat faft nie mehr erreicht wird. Daß die Erziehung auf diese brofia und Nektar gefoftet"; fondern ist mit Druđerfdwärze genährt Wendung des weiblichen Lebens Rüd fight nehmen muß, versteht sich worden. Anstatt, wach zu bleiben, bis das Bärengeftirn untersinkt, von selbst und die neuen Sdriften über weibliche Erziehung haben sich um den Geist Platon's aus seinem Kreise herbeizubannen“, ist er, die daher mit Recht befleißigt, gerade darüber in Rathschlägen zu wetteifera. leßte telegraphische Depesche erwartend, auf einem Haufen alter Zei Wir müssen und auf namentliche Anführung von vier Werfen bes tungen eingeslafen. Der Uebergang von dem Seßfaften zu dem dränken, die den Vorzug vor den übrigen verdienen. Das erste ift von Redacteurftuhl ist, wie Greeley meint, so naturgemäß, wie der vom unbekannter Frauenhand im Verlage von Meidinger in Frankfurt am Vorderde in die Capitains-Kajüte. Jene Stellung war seines Stres Main erschienen; es enthält treffliche Anleitungen und ist mit feinem bens hödftes Ziel, sie zu erreichen, hat er sich dem Journalismus Gefühl geførieben, nur macht es eine fomische Wirkung, daß die Ver. geweiht. Seine Laufbahn in diesem Berufe bezeichnet für diesen fasserin die Fehler der süddeutschen Redeweise begeht, während fie eine neue Epoche in Amerika. Dhne seinen Antheil an dem Auf- wiffenshaftliche Bildung der Frauen verlangt! Einigen Anftoß könnte sowung der amerikanischen Presse ungebührlich vergrößern zu wollen, es bei ängftlichen Müttern erregen, daß ein Motto eines bekannten läßt sich doch nicht berkennen, daß er gemeinsam mit seinen Berufs- revolutionairen Sdriftstellers gleichsam die Ueberførift des Buches genoffen eifrig und mit Erfolg gearbeitet hat, das Ziel der Lagede bildet; indessen können wir versichern, daß es durchaus nichts Gewaltpreffe zu veredeln und ihren Wirkungsfreis zu erweitern. Er hat fie fames, Revolutionaires enthält, sondern mehr als alle anderen Erzum Förderungsmittel gemacht, Na richten rasch und genau bis an die ziehungssøriften dazu rātý, die Mädoen möglichst nach altem Herfernften Grängen des Landes zu bringen. Die Richtigkeit und Raldkommen zu erziehen, fie fodhen und nähen zu lehren, ja, am liebftent heit der Wahlberichte in seiner Zeitung ift die Frucht albewältigender möchte die Verfasserin fie wieder spinnen und weben lassen, wie die Thätigkeit und wachsamfter Aufmerksamkeit. Die Einrichtungen zu diesem Frauen des Mittelalters und des Alterthums es gethan, wobei fie Bebufe, gereift unter seinen Augen, eine Zeitlang von seinen eigenen allerdings fid viel poetisder ausnahmen als bei den zierlichen UnHänden gelenkt, find von allen Klassen bewundert worden. Reine Par. nüßlichkeiten der Gegenwart. Das zweite Wert ift bei Bogt in tei ftellt ihre Wirksamkeit in Zweifel. Seine Berichte genießen bei Weimar erschienen; es enthält viel Anftandsregeln nach französischem politisgen Gegnern, wie bei seinen persönligen Freunden, gleided Bere Muster, aber der Name der Verfafferin, Elise von Hobenhausen, trauen. Nicht minder merkwürdig ift seine Energie in den anderen geb. von D48, bürgt dafür, daß aus deutsche Sitte und echte Her. Partieen einer täglichen Zeitung. Sein natürlicher Hang für Thate zensbildung, daß eine schöne Innerligteit mehr noch als eine zierliche fachen wird hier nod von dem Zwed raser Mittheilung zu forte deußerlidfeit darin gepflegt wird. Eine Erziehungemethode na engo währender Regsamkeit angespornt. Sein Adlerblic sówebt über jedem lischen Vorbildern ift dur. Amely Bölte in überaus entsprechender Punkte des Gesichtskreises und kein Vorfall auf beiden Hemisphären Form ausgeprägt. Ein langjähriger Aufenthalt in England hat die entgeht ihm. Aber er ift teinesweges ein bloßer Thatsadensammler: Berfafferin mit dem Innern des englischen Familienleben auf das er verbindet die scharfe Auffassung der Prinzipien mit einem wunder. Genauefte vertraut gemacht; fie erzählt ihre Erfahrungen als Ervollen Gedächtniffe für Ereignisse. Die Besprechungen der Tagede zieherin und giebt zugleid eine Sdilderung der Häuslichkeit, der fragen bilden daber mit einen Glanzpunkt seines Journaliften-Calents. Stellung und Bildung der Frauen in England. Durd lebendige In dem Laufe feiner Beruføarbeiten hat er eine unermeßliche Menge Beispiele zu belebren, verfteht Fräulein Bölte meisterhaft; ihr Er

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ziebungsbud wird für die weibliche Jugend eben so näßlich wie ina geheiligter Charakter als Gesandte schüßen sollte, nicht ganz gesichert tereffant sein, und man wird wohlthun, es derselben zur Selbft. dienen. Herr v. Fonton war damals – vielleicht zu seinem Glüce belehrung in die Hand zu geben. Dagegen müffen wir ernftlic pros abwefend; feine Gemahlin war allein in ihrem Hotel, als ein Unsurteftiren bei dem vierten anzuzeigenden Erziehungswerke; es ist vor gentenhaufe unter dem Vorgeben eindrang, daß fich dort Jemand, den Julie Burow (Frau Pfannenschmidt), gewiß in bester Abficht gee fie suchten, versteckt hatte. Der Anführer dieses Haufens, ruhiger, fohrieben; die Mütter mögen es im Verborgenen lesen und fich dar. verftändiger, oder auc galanter, als man es fonft damals in Wien aus unterrichten, aber es sorgfältig vor jungen Töchtera versdließen. zu fein pflegte, wollte Frau v. Fonton beruhigen, indem er ihr sagte, Es ist unbegreiflich, wie eine Frau fich in diesem Grade gegen das daß fie nichts zu fürchten habe. „Fürchten!" erwiederte fie, vich füróte weiblice Zartgefühl versündigen fonnte! Julie Burow denkt und Nichts; ich habe dreimalhunderttausend ruffische Bayonette hinter mir." redet wahrlid wie ein bandfefter Chirurg über Gegenstände, die vor -- Die Reute zogen ab, aber die Antwort hat fich erhalten, und fie weiblichen Augen nie entschleiert werden sollten. Sie hat den redo trag der Frau von Fonton, eben so wie ihrem Gemahl, die höchste lichen Willen, ihrem Geschlechte nüßlich zu werden, namentlich den Achtung des Kaisers Nikolaus ein. Herr v. Fonton ist jeßt ruffisher Stand der alten Jungfern" zu vermindern; sie macht Vorsqläge zum Gesandter in Hannover, von wo er kürzlich nach St. Petersburg ab. Gelbfterwerb der Frauen, wodurch dem Manne die Kosten des Hause gereift ift, um vielleicht bei den Friedensverhandlungen, welche mögbaltes und also auc die Heiraten erleichtert werden sollen. Inbeffen licherweise eröffnet werden, eine wichtige Rolle zu spielen." werden die meisten unserer jungen Damen doch lieber alte Jungfern werden, als die seltsamen Erwerbszweige ergreifen, die ihnen Frau Samuel Rogers. Mit dem dreiundneunzigjährigen Samuel Pfannenschmidt vorschlägt, und die meisten Freier würden vor einem Rogers, dessen vor einigen Tagen erfolgter Tod in den Zeitungen berichtet jungen Mädchen zurückschreden, das sich zum Wundarzt oder zur wird, ist der leßte und zugleich der älteste von jenen Dichtergeistern Hebeamme ausbildete. Weibliche Krankenpflege ist rührend und heilig, aus der Welt geschieden, die zu Ende des vorigen und zu Anfang des wenn sie um der echten Mensenliebe willen geübt wird, wenn sie laufenden Jahrhunderts eine neue Bewegung in die englische Poesie im Gewande der Diakonissin oder der barmherzigen Shwefter er. brachten, ihr einen neuen Impuls und eine neue Richtung gaben. Er fheint, aber sie ift widerwärtig als Gelderwerb. Die Lage mittel war das Glied, welches die Gegenwart an eine ferne Vergangenheit lofer Mädchen in unserer Zeit ist allerdings traurig, aber die alten knüpfte; als er seine ersten Verse førieb, beherrschte Voltaire noch die Jungfern werben dod nicht fo berächtlich behandelt, wie Julie Burow französische und Johnson die englische Literatur, und ehe nodi der behauptet, die sie als ,,Kehricht des Menschengeschlechtes“ angesehen Name Napoleon Bonaparte genannt wurde, als Byron noch in der glaubt. Adie neuen Theorieen und Pläne geben zudem fein so prat- Kinderstube war, Scott fich zum Advokaten vorbereitete, Coleridge und tisdes Hülfsmittel ab, wie es die viel geschmähten Damenstifte und Wordsworth in Cambridge ihren Studien oblagen, als unserem ShilKlöfter der guten alten Zeit der weiblichen Verlaffenheit darboten. ler eben erft die 3dee zu seinem ,,Wallenstein" aufstieg und Goethe

den Feldzug in der Champagne mitmachte, hatte Rogers burde feine

„Pleasures of Memory" (1792) bereits eine Stelle unter den Be. Mannigfaltiges.

rühmtheiten des Tages, einen Ehrenplaß unter den flassischen Dichtern

Englands erworben. Durch ein bedeutendes Vermögen (er war Chef Herr v. Fonton. Die Revue Contemporaine giebt über eines angesehenen Londoner Banquierhauses) in den Stand geseßt, diesen auch in Berlin näher gekannten, russischen Diplomaten, dem ganz feinen literarischen Neigungen und Beschäftigungen zu leben, war fie eine wichtige Rolle bei den angeblich bevorstehenden Friebensver er mit den hervorragendften Männern seiner Zeit befreundet, und seine handlungen anweift, folgende Notizen: Herr 5. Fonton ift von fran- jüngeren Kunstgenoffen verlieren in ihm einen freigebigen Gönner. zöfilder Abkunft, und wir brauchen wohl nicht in Erinnerung zu brin. Er erbeiterte durch seine Theilnahme die leßter Stunden Sheridan's, gen, unter welchen Verhältniffen seine Familie ihr Vaterland wechselte. richtete durch seinen Zuspruch den gebeugten Muth Shelley's auf, und Bon Sugend auf war Herr o. Fonton in der ruffifchen Diplomatie als die englische Gesellschaft fich im Namen der verlegten Moral gegen beschäftigt; zunächst nahm er eine Stellung in der Kanzlei des Genes den Sänger des „Childe Harold” erhob, war er sein fefter und standrals Pastewits während der Feldzüge in Persien und Polen ein. Ueberhafter Bertheidiger. Auf Genialität fonnte Rogers keinen Anspruch die Campagne von Erivan (Erzerum) hat er eine vielgeleseile Shrift machen; seine Gedichte zeichnen fich eher duro fhöne Sprache, liebberausgegeben, doch vermuthete man damals noch nicht, welche wichtige lidhe Bilder, anmuthige Schilderungen und fanftes, edles Gefühl als Arbeiten ihm bald übertragen werden würden. Eines Tages war Herr duro erhabenen Flug der Gedanken aus; aber wenn auch nicht der v. Hilferding, Chef der diplomatischen Kanzlei des Marschaus, erkrankt, größte Dichter, war er doch einer der edelften Menschen, und man kann und Herr o. Fonton trat nun in direkte Beziehungen zum Kaiser Ni von ihm behaupten, daß er auf seiner fast hundertjährigen Laufbahn kolaus, dem der klare Verstand, der lebhafte, gebildete Geist des jun- fich nicht einen einzigen Feind zugezogen. Seine Memoiren würden gen Beamten so auffiel, daß er ihm bei erfter Gelegenheit eine feinen für die literaturgeschichte Englands von außerordentlidem InterFähigkeiten mehr zusagende Stellung gab und ihn zum Gesandtschafts- efse sein. Rath in Berlin ernannte. Herr 1. Meyendorf, damals russischer Geo sandter am preußischen Hofe, gehört bekanntlich einer ganz anderen di

Ein ruffisdes Gedicht. Bei F. A. Brodhaus in Leipzig ist plomatischen Soule, als Herr v. Fonton, an. Für ihn beruhte das auf Veranlassung des Herrn Poltoraßtii ein kleines russisches Gedicht, Gleichgewicht Europa's auf den Verträgen von 1815, und bei der Gen Der gefährliche Nachbar", 9) gedrudt worden, das von dem verstorbenen radheit seines Charakters war er der Ansicht, daß weder die Ehre, noch Wassilji Puschkin, Oheim des berühmten Dichters dieses Namens, das Interesse feines Landes ihm gestatte, solchen Maßregeln feine Zu- einem gleichfalls in der ruffisden literatur nicht unbekannten Shriftftelstimmung zu geben, durd welche die Grundlage jener Verträge eine ler, berrührt. Das Opus ift vor mehr als vierzig Jahren geschrieben, Aenderung erfuhr. Als im Jahre 1846 die Aufftände in Krakau und wurde aber in Rußland, wie es deint, von der Cenfur nicht zum Drude in Galizien Defterreich Gelegenheit gaben, das Gebiet der freien Stadt gestattet und war daher bis jeßt nur handschriftlich verbreitet, da eine Krakau in den Kaiserstaat einzuverleiben, wußte die ruffische Regierung, im Jahre 1815 veranstaltete lithographirte Ausgabe zu den bibliogradie damit einverstanden war, sehr wohl, daß diese Maßregel bei Herrn phischen Seltenheiten gehört. Die Censurschwierigkeiten waren übrigens

. Meyendorf eine Dpposition finden würde, die, weil sie auf loyalen wohl nicht duró politische Gründe, sondern durch den mehr als schlüpfGrundsáßen ruhte, geachtet werden mußte. Man entschloß fich daher, rigen Inhalt des Gedichts motivirt, dessen poetischer Werth uns in der ihn momentan von seinem Poften zu entfernen; er ward nad Palermo That nicht mit seinem anstößigen Chema auszuföhnen vermag, obwohl gefandt, wo fich damals die Kaiserin, ihrer Gesundheit wegen, aufhielt, der Herausgeber es für mein chef d'oeuvre in feiner Art" erklärt und bei der er der wohlwollendsten Aufnahme gewiß war, da sie eine außer. ihm fogar eine moralische Tendenz vindizirt. Es hätte füglid wody ordentliche Achtung für ihn begte. In seiner Abwesenheit leitete Herr länger ungedruckt bleiben können.

. Fonton sehr geschidt die schwebenden Verhandlungen, und er war ed, der im Namen Rußlands den Vertrag über die Einverleibung Kra *) Опасный сосъдъ. Стихотворенїe Василя Львовича Пущ. kau's unterzeichnete. In Folge diefes Ereigniffes wurde er zum erften Kuna H3 Aanče smopoe. Heinyurb, Bb menorpağin Epokrayza, 1855. Botschafts-Rath bei Herrn v. Medem in Wien ernannt, wo er in diesem Augenblice ganz besonders angenehm fein mußte. Diesen Poften hatte er noch inne, als die Revolution von 1848 ausbrac. Man dürfte bei dem damaligen gefeßlosen Treiben annehmen, daß Alle, die an ber Das mit dem 31 sten d. M. zu Ende gehende Abonnement Unterbrückung des Aufftandes don Galizien fich betheiligt hatten, in wird Den jenigen in Erinnerung gebracht, die im regelmäßigen Wien einer Gefahr ausgeseßt waren, von der selbft diejenigen, die ihr Empfange dieser Blätter keine Unterbrechung erleiden wollen.

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