Billeder på siden
PDF
ePub

er einen Knaben durch Tortur direkt batte tobtmaden lassen, zu eini- haftes Bild des Befreiungsfrieges und der ersten Schicfale der nordgen Monaten Gefängniß verurtheilt. Das Gefeß hatte für ihu Trans- amerikanischen Republit vorgeführt. (Vergi. Revue des deux Mondes, portation auf Lebenszeit; man nahm jedoch Rüdsicht auf seine son. 1. Mai 1855; „Magazin für die literatur des Auslandes“, 28. und stige , Refpeftabilität". In Indien, wo mehrere Hundert Fälle von 30. August 1855). In der That muß sich in einer Geschichte desiefattijoer grausamster Tortur (z. B. eine Art Daumenschrauben an weibenigen Mannes, der in dem Freibeitskampfe der Oberfeldherr und in lide Brüfte angebracht) englischer Steuer-Einnehmer amtlich ermittelt den ersten acht Jahren der Republik ihr Präsident war, ziemlich deutin einem Kommissionsberichte“) vorliegen, wäre er ganz ftraflos da lich die gleichzeitige Geschichte der gesammten Nation darstellen. 3npongekommen. Eine Witwe, die wegen entrüfteter Abweisung inde- deffen der Pariser Friede erfolgte 1783, und Washington's Präsidentcenter Anträge vom Steuer. Einnehmer und dessen Polizeidiener an daft beginnt erst 1789. Die Zwischenzeit war keine Mußezeit, und beiden Brüften mit dem Tortur - Knebel (,,Kilis'') gemartert und an sie steht an historischer Bedeutung keiner anderen nach. Hatte Ame. den auf dem Rücken zusammengebundenen Händen in ihrer Hütte auf- rifa fich durch Waffengewalt der englischen Herrschaft entzogen, fo begehangen worden war, bis fie ohnmähtig und bewußtlos geworden, ftand seine zweite, große Aufgabe darin, sich aus dem Chaos der Reklagte bei der englischen Behörde, mit ärztlichen Zeugnissen versehen. volution zu retten, und durch lebensfräftige Inftitutionen eine Vereites Sie wurde abgewiesen, weil sie eine „respektable, amtliche Person" lung aller bisherigen Erfolge zu verhüten. Die Verfassung der Ververklagte. (Dies ist ein Solüssel zu den jeßigen mörderlidhen Re einigten Staaten war das Werk jener ersten Friedensjahre, und die volutionen im englischen Indien.) 3m Mutterlande der Kolonieen

Im Mutterlande der Kolonieen Bersammlung, welche, durch das Vertrauen aller dreizehn Unionsstaaten bestraft man dod wenigstens noch die Verbrechen, wenn sie zu Tage berufen, dieses oberste Grundgeseß auszuarbeiten hatte und es nach fommen und wenn ein gehöriger Anfläger auftritt, Ž. B. den 60jähe viermonatlichen, eifrigen und erschöpfenden Erörterungen im Septemrigen boben Richter in Edinburg, einen der höchsten der hocfirdlichen ber 1787 wirklich zu Stande brachte, steht naturgemäß im Mittelpunkte Elite dieser Stadt, bei dem ein Deutscher, durch hobe Empfehlungen dieses ganzen Interregnums. Eines der zahlreichen, talentvollen und eingeführt, Zutritt hatte, bis er einmal erzählte, daß er Strauß',,leben patriotischen Mitglieder des Konvents von Philadelphia war allerdings Jesus gelesen. Seit der Zeit ward er von feiner der Familien, die auch Washington, ja, er war, alt der gefeiertste Mann der Nation, mit dem boben Richter umgingen, wieder eingeladen. Derselbe hobe zum Vorsißenden desselben gewählt worden, und es machte im Lande Richter wurde neuerdings wegen in großer Menge nachgewiesener einen mädtigen moralisoen Eindrud, daß sein Name an der Spiße Fäớc von Unzucht gegen unreife Kinder zur Transportation verurtheilt. der Unterzeichner der neuen Verfassung ftand. Aber an der Entstehung Unlängst wird eine der vielen Tausenden obdachloser Weiber und Mäd- derselben im Einzelnen hatte er doch nur geringeren Antheil, fchou den in London auf der Straße von Wehen überrasdt. Eine mit feine Stellung als Präsident brachte es mit sich, daß er in die Debatten leidige Seele miethet ihr in einem schmußigen ,,Court" elende vier

der Versammlung fich nicht mischte und an den Ausschußberathungen Wände. So wie die Hauseigenthümerin bemerkt, daß fie ein Kind nur selten Theil nahm. Die innere Geschichte des Rondents von Phi. geboren, widelt fie lekteres in ein Stück Zeug ein und nöthigt und ladelphia oder, mit anderen Worten, die Geschichte der Begründung fößt die Mutter desselben zum Hause hinaus mit verschiedenen Dro- des nordamerifanischen Bundesstaats nimmt daber in der Wittiden bungen, um beide Geschöpfe auf die falten Steine der Straße zu Biographie Washington's mit Recht nicht mehr als etwa zwei Bogen placiren. Ein mitleidiger Policeman holt ihr etwas ,,Brandy and ein. Und wie sehr ist sie dennod einer eingebenden Darstellung werth? Water” und bringt die Sache vor den Magistrat. Die Mutter des Verdankt der nordamerikanische Freistaat doch diesem Konvent nod gestorbenen Kindes, hier gefragt, warum fie fid nicht an ein Arbeito- bis auf den heutigen Tag seine Drganisation, also zum Theil seine baus gewandt habe, antwortet, daß sie dies gethan, aber mit Gewalt Eristenz. Wen sollte es nicht interefsiren, im Einzelnen dem Gange hinausgestoßen worden sei, wie die Untersuchung auch bestätigt. der Verhandlungen zu folgen, welche zu einem so großen Resultate Vor einiger Zeit findet ein Mann in der Nacht ein sterbensfrankes führten? Daß ,,bier zum ersten Male in der Geschichte der BundesWeib auf der Straße. Sie bittet ibn, ihr nach Hause zu verhelfen, ftaat auftritt", das giebt dem Ronvent von Philadelphia seine welthiund führt ibu in eine abgelegene Höhle der Armuth. Hier wird er storische Bedeutung; daß die Amerifaner die große Aufgabe, an welcher plößlich von den Helfershelfern der ,,Sterbensfranken" ausgeplündert die deutsche Nation vor wenigen Jahren gescheitert ift, am Ende des und gemißhandelt davongejagt. Fälle ähnlicher Art, aber mit einem vorigen Jahrhunderts auf& glücklidste gelöst haben, das macht und den romantisderen Schein, find sogar eine sehr übliche Praris. Eine halb. Gegenstand besonders wichtig und lebrreich. Mit hoher Freude beverschämte, halbwillige, ziemlich fein angezogene Dame findet endlich grüßen wir daber das Reimannsche Werk, weldes gerade diese hodeinen Gimpel, der ihr in einen ftillen, dunkeln Theil einer Straße wichtigen geschichtlichen Vorgänge, über welche bisher noch kein (allemal sehr nabe) folgt, weil fie lispelnd fagt, daß fie fich nicht der Bud mehr als eine dürftige Kunde enthielt, zu seinem ausGefahr auslegen wolle, von ihrem Manne oder einem ihrer Dienst- fließliden Thema bat. boten (sie zeigt dabei auf ein brillantes Haus) gesehen zu werden.

Das Buch ist ein Probuft siebenjähriger Studien und befißt alle Raum bat der Gimpel einige zärtliche Worte mit der Dame in der Vorzüge einer gediegenen wissenschaftliden Arbeit. Nad einer höchft abgeschiedenen Dämmerung gewechselt

, springt ein Mann hervor. sorgfältigen, zum Theil mühsamen Herbeisdaffung des Materials, ging „Herr, was haben Sie hier mit meiner Frau zu thun? Und Dich, der Verfasser mit gleicher Gewissenhaftigkeit an die Verarbeitung derFrau, fdlag ich tobt!" – Sie fiammert sich ängstlich an den zärt- selben, in doppelter Beziehung seinem Gegenstande gewachsen. Er lichen Unbekannten: „Sir, besdüßen Sie mich, verlassen Sie mich befundet nämlich erstens in hohem Grade jene Reife des politischen nicht!" – Er, verbugt und dummer, als je zuvor, weiß natürlid niớt Denkens, die für ein Geldid tewerk dieser Art ganz unerläßlio war. gleic, was er, von der Scönen umflammert, thun foul. Ueber- Dann aber verstand er es, den ziemlich unfügsamen Stoff geistig fo rasdung und böses Gewiffen machen ihn ganz unfähig, zu sehen, was zu durchdringen, daß er ihn vollkommen beherrscht und mit Umsicht zu thun fei oder was gerade jeßt mit ihm vorgenommen werde. Er und Klarheit zur Darstellung bringt. Dadurch wird sein Vortrag nicht ftände vielleicht noch länger unsdlüssig, wenn die Dame nicht plößlich uur da, wo er thatsächliche Ereignisse zu veranschaulichen bat, überdavonliefe und der entrüstete Gatte hinterher. Jeßt nimmt sich der Richtlich und fesselnd, sondern auch wo er, wie in dem größeren Theile Zurücgebliebene Zeit, wieder an seine Füße, an seine Person, an sein seines Buches, von den politischen Verhandlungen des Konvents ein Ich und Eigenthum, also auch an seine Börse zu denken. Erst be Bild entwirft, ist die Lektüre deutlich und bequem. Bedenkt man, daß greift er gar nicht, wie sie aus seiner Tafoe gekommen sein kann, der Konvent in tiefer Abgeschloffenheit von dem übrigen Volfe berieth, bis er endlich auf den idwarzen Gedanken tömmt, fie sei vielleicht in daß zwischen ihm und der Außenwelt feine jener Wechselwirkungen Gedanken mit der Dame davongelaufen. Die Erfahrung bat bestätigt, ftattfand, welche sonst konstituirenden Versammlungen erhöhtes Interdaß die Geldbörsen in diesem Falle immer die merkwürdige Eigen- effe verleihen, so muß es dem Verfasser als kein geringes Verdienft schaft befißen, mit der Dame davonzulaufen.

angesehen werden, daß es ihm gelungen ist, diese umfangreichen Ver(Fortseßung folgt.)

bandlungen min Geschichte umzuseßen", ohne den Leser zu ermüden. Er hat den Stoff nach seinen Hauptmaterien, wie Wahl und Rechte

der Nationalvertretung, Wahl und Rechte des Bundespräsidenten, verNord: Amerika.

theilt, und durch diese glüdliche Anordnung nicht nur angenehme Ueber

sichtlichkeit erzielt, sondern die einzelnen Kapitel des Buches werden Die Begründung des nordamerikanischen Bundesftaats.

dadurch zu umfassenden Abhandlungen über die wichtigsten Fragen des Nach Eduard Reimann.**)

staatlichen Lebens, und ein Politiker wird darin nicht vergeblich Rath Herr Cornelius de Witt hat vor furzem in einer aus den neuesten und Belehrung suchen. Quellen geschöpften Biographie Washington's dem Publikum ein leb. In der Einleitung ift febr passend von den früheren Unionsver

fuden der englischen Kolonieen die Rede, namentlich von der Ver*) Report of the Commissioners for the Investigation of Illegal Cases

einigung des Jahres 1643 und von dem Bündnisse von 1754. Beide of Torture in the Madras Residency.

Male gaben äußere Angriffe dazu den Anstoß. Merkwürdigerweise **) Die Vereinigten Staaten von Nord-Amerifa im Uebergange vom Staaten: bunde zum Bundesstaate. Bon Dr. Eduard Reimann, ord. Čehrer au der Neals

war die erste Verbindung gegen die Herrschaftsgelüfte der Holländer,

englischen Regierung selbst auf& eifrigste ins Werk geseßt worden. Als fanischen Freistaats, eine Schöpfung, die sich in mehr als fechzigiảhes fich später um die lodreißung vom Mutterstaate handelte, da wur. riger Praris glänzend bewährt hat. Die alte Verfassung wurde durch den die Rollen gewechselt, und die Union hatte im Kriege gegen Enge fie nicht modifizirt, sondern völlig umgestaltet; an die Stelle des land sowohl Frankreich als aus Holland zu Bundedgenossen. Die Wich Staatenbunded trat der Bundesstaat. Der Bund vom Jahre 1781 tigkeit dieses Entscheidungsfampfed fnüpfte natürlich aud das Band war ein Verein von dreizehn unabhängigen Staaten. Nun wurde die der Union enger als je zuvor; ,,der Generalkongreß leitete die Kriegs. Einsegung einer obersten Regierung für eine Nation vorgeldlagen. Operationen, ídloß Bündnisse und Verträge, fchidte und empfing Ge- wWir, das Bolt der Vereinigten Staaten", lautet der Einfandte und vertrat überhaupt die Nation dem Auslande gegenüber. gang, .,,beschließen und errichten hiermit diese Berfassung für die Aber nur in der ersten Zeit hatte der Krieg diese Wirkung. Die dreie Vereinigten Staaten von Amerifa." Die Centralgewalt wurde von zehn ,, ,, freien und unabhängigen Staaten"'1 entäußerten fid feineda der Mitwirkung der Staaten befreit und mit den Mitteln ausgerüstet, weges der Mitwirkung. Der Kongreß empfahl, rieth und beschloß, aber ihren Gefeßen Geltung zu verschaffen. Ihre Anordnungen geben nicht die Ausführung blieb den Staaten überlassen. Je länger der Kampf mehr auf Staaten, sondern auf Individuen. Sie erhebt selbst dauerte, desto mehr ging die eigentliche Gewalt vom Centrum nach die nöthigen Steuern; die Truppen sind nicht mehr die Kontingente der Peripherie, und die Staatenpolitif überwog hier wie dort. Eifer- der einzelnen Staaten, sie werden, wie die Verwaltungsbeamten und füchtig auf einander und auf den Kongreß, der wohl selbst zu träftige Richter des Bundes, von diesem befoldet. In den Conföderationsrem Handeln vom Oberbefehlshaber ermahnt werden mußte, saben die Artikeln von 1781 bersprad jeber Staat, sich der Entscheidung der einzelnen Staaten vorsichtig darauf, daß fie feine größeren Laften über. im Kongreß versammelten Vereinigten Staaten in allen Punkten zu aähmen als ihre Nachbarn; einer wartete ab, was der andere thun unterwerfen, welche rechtmäßig vor dieselben gehören. In der neuen würde, und alle handelten mit Widerstreben, bis die höchste Noth gen Verfassung wurde diese selbst nebst den Gefeßen und Verträgen des bieterifch Gehorsam erzwang." Mit einer bewundernswürdigen Aus. Bundes für das höchfte Landesgeseß erklärt; auch die Repräsentanten dauer überwand Washington diese eigenthümlichen Schwierigkeiten, und Senatoren, die Verwaltungsbeamten und Richter der Einzelstaaten und der Krieg hatte den erwünschtesten Ausgang. Aber jeder denkende müssen wören, die Verfassung und die Gefeße des Bundes aufPatriot batte fich in dieser Zeit von der Nothwendigkeit einer Stär- recht zu halten." kung der Centralgewalt überzeugt. Daber beschäftigten fich einzelne Wenn im Laufe der langen Verhandlungen die Leidenschaftlichkeit Männer, wie Hamilton, Franklin, und der Kongreß selbst eraftlich mit der Parteien sich oft zu einer bedenklichen Krisis gesteigert hatte, wenn einer Regeneration des Bundes, und schon 1781 famen neue Bundes- der greise, weise Franklin sich einmal veranlaßt fand, vorzuschlagen, Artikel zu Stande. ,,Der Kongreß führte jedoch auch nach der allsei daß man den Beistand des Himmels erfleben und jeden Morgen die tigen Annahme derselben das frühere fieche Leben fort, ein namenloser Sißung mit Gebet beginnen sollte, so nahm später der Sinn der Schatten, eine bedeutungslose Bersammlung, und alles litt unter dieser Bersöhnlicfeit im Konvent zu, und Franklin, die schöne Pflicht des Schwäche der Centralregierung." So wurde endlio von verschiedenen Alters erfüllend“, rieth nicht vergeblich zum Nachgeben. Nur durch Seiten her das Bedürfniß einer gründlichen Reform, der Nuf nach diesen Geist der Freundschaft und gegenseitigen Nachgiebigkeit gelangte einem außerordentlichen Generalfondent laut und fand überall, mit man endlich zu dem erwünschten Ziele, nur durch diesen Geift allein Ausnahme Rhode-3dlands, des fleinsten und bartnädigsten Staates fand die neue Verfassung Zustimmung und Annahme in der Union. der Union, den lebhaftesten Antlang.

Wohl machte sich sowohl in der Preise als auch in den Legislaturen Der Konvent follte am 2. Mai 1787 in Philadelphia seine Sißun- der Einzelstaaten mannigfache Dpposition geltend, als bas Werf, weldes gen beginnen. Von zweiundsechzig Gewählten langten allmählich fünfe in der Einsamkeit der verschlossenen Gemåder geschaffen worden war, undfunfzig an, „nicht Neulinge in der Politik, sondern begabte, fennt ans belle licht der Deffentlichkeit trat, ,, ein Kind des Glüdes, um nifreiche und erprobte Männer, eine Versammlung von Halbgöttern, von den Einen geliebfoft, von den Anderen geslagen zu werden wie Jefferson einmal in einem Briefe fie nannte." Bald zeigte sich (Washington an Lafayette). Aber der gesunde Sinn des Voltes verjedoch, daß die Vertreter der Nation, wie diese selbst, in ihren Ansich, warf jede Gegenrede, und ein glüdliches Auskunftmittel bob leidt ten und Beftrebungen mannigfach unter einander abwichen. Der über alle Shwierigkeiten hinweg. Der Konvent hatte, auf den AnWund, ein fräftiges Bundesregiment zu schaffen, erregte die Besorg. trag Madison's, jeden fünftigen General - Rongreß der Vereinigten niß und den Widerspruch Vieler, die darin eine Gefahr für die junge Staaten ermächtigt, Verbesserungen der Verfassung, die sich als nothFreiheit erblicten; fchon dieser Punkt war die Quelle der beftigften wendig herausstellen sollten, vorzunehmen. Die meisten Staaten-Kon. Konflikte. Nicht minder widerseßte man sich jeder Erweiterung der vente nun nahmen die ihnen vorgelegte Verfassung einfach an, und Centralgewalt auf Kosten der Behörden der einzelnen Staaten. Uebers wat fie verändert oder hinzugefeßt wünsten, formulirten fie als baupt bot der Partitularismus hier, wie überall unter äbaliden Verflebende Instruction für ihre fünftigen Bertreter bei dem Rongreffe. bältnissen, die größten Schwierigkeiten dar. Denn außer dem gemein. ,, Am 13. September 1788 traf der Kongreß die nöthigen Anfamen Interesse, das alte Staaten gegen eine Besdränkung ihrer Be- ftalten zur Einführung der Berfassung, indem er nad den Bestimfugnisse durch die Bundes - Autoritäten vereinigen mußte, ftanden side mungen des Konvents von Philadelphia die Zeit der Wahlen für die in den wichtigsten Fragen die speziellen Interessen der einzelnen Staa. Senatoren und Repräsentanten und für den Präsidenten, so wie Zeit ten unter einander feindlid gegenüber. Ging man an die Organisa. und Drt des Zusammentritts der neuen Bundesversammlung, feftfeßte. tion des Handels, an Steuer., Ein- und Ausfuhrgefeße, an die Er. Die Wahlen gingen vor sich und fielen günftig aus. Amerika begann ledigung der Sklavenfrage, bald traten sich der Norden und der Süden eine andere Periode seiner staatlichen Entwidelung.“ in geschlossener Phalanx entgegen. Am tiefften aber griff der Gegen ,,Der neue Kongreß trat in New - York zusammen, und Langbon faß der großen und kleinen Staaten in alle Verhandlungen ein. Das aus New Hampshire verfündigte das Ergebniß der Präsidenten-Wahl: Institut des Senate, in welchen alle Staaten eine gleiche Zahl von einftimmig hatte das Volf Washington zu dieser hohen Stellung berufen, Bertretern zu senden haben, war eine Konzession an die freinen Staa- 3. Abams aus Massachusetts wurde Vice-Präsident. Am 30. April 1789, ten, die in einer nur nach Köpfen gewählten National-Repräsentation fünf Tage vor der Eröffnung der französischen National-Versammlung, mit ihren Sonderinteressen ftets in der Minorität zu bleiben fürchteten. (dwur Washington auf dem Balfone der Bundeshalle vor beiden HäuVon gleichem Einfluß war der Widerspruch der kleinen Staaten bei fern des Kongresses und in Gegenwart einer unübersehbaren VollsBildung der Erekutivgewalt, bei den Bestimmungen über direkte oder

menge, daß er sein Amt treu verwalten und nach Kräften die Ber. indirekte Wahl des Präsidenten, über feine Amtsbauer und Wieder. fassung aufrecht halten, schüßen und vertheidigen wolle. wählbarkeit u. a. m. In dieser Weise zog sich der Widerstreit der Hiermit fließt die verdienstliche und wohlgelungene Arbeit des Interessen und der Kampf der großen und kleinen Staaten bis zum Herrn Reimann. Zum Schlusse noch ein Wort aus der Vorrede des Sdluffe der Berathung hin." Dhne diese Gegenfäße wäre das Ber.

Verfassers über die Eigenthümlichkeit seiner Hauptquelle, der ,Papers of fassungswerk unvergleichlich müheloser und rascher zu Stande gekom. James Madison, published by H. D. Gilpin" (New York, 1841), in drei men. Und wie es zur fünstlerischen Darstellung eines großen Kam- Bänden. „Wir finden in diesem Buche die Verhandlungen des Konpfes gehört, daß der Autor den Leser eben so oft in die getrennten ventes vom Anfange bis zum Sdluß der Sißungen. Wie Thulydides Lager der Gegner führe, wie auf den gemeinsamen Kampfplaß – wir die Wichtigkeit des peloponnesischen Krieges alsbald erkannte und daher erinnern an das Muster eines Homer oder Tasso -- fo hätten wir

fo hätten wir den Stoff für sein unsterbliches Wert frühzeitig zu sammeln aning; allerdings gewünscht, daß auch der Verfasser uns in einem besonderen eben so war auch Madison, durddrungen von der Aufgabe, welche der Kapitel ein zusammenhängendes Bild der einzelnen Staaten und ihrer Rondent zu lösen hatte, von vorn herein darauf bedacht, die Verbandcaratteristischen Untersdiede gegeben und uns die großen Faktoren lungen desselben der Nachwelt aufzubewahren. Zu dem Ende wählte gezeigt bätte, aus denen wir aus den innersten Trieben des amerifa. er seinen Siß dem Präsidenten gegenüber, so daß er alles, was ge. nijden Lebens jene geschilderten Rämpfe des Konvents und die Bere sprochen wurde, gut hören konnte, und jedesmal, wenn eine Sißung faffung der Vereinigten Staaten als Produkt resultirten.

beendigt und der Eindrud nod friso war, arbeitete er nad ben ge. Es kann unsere Aufgabe nicht fein, die Debatten des Konvents madten Bemerkungen seinen Bericht aus. Es traf fich fo glüdlio, hier im Einzelnen zu verfolgen. 3hr endlides Ergebnis war die im daß ihn fein Unfall und teiné Abhaltung zu Verfäumnifsen zwang, Großen und Ganzen noch jeßt bestehende Conftitution des nordameris und auf diesem Umftande, so wie seiner Ausbaner, berugt die Möglic.

teit einer Gefdicte des Konvente. Es war bekannt, daß Madison Mit der Eröffnung der Bahnftrede nach Oderberg erfolgt zugleich folde ausführliche Aufzeichnungen in Händen habe; so lange er aber diejenige der Zweigbahnen nach Biała (Bieliß) und nad Troppau. lebte, wurde nichts veröffentlicht bis auf eine fleine Ergänzung deß Zum Frühjahre führt die Eisenbahn (don bis Rzeżów, und werden Konvent&protokollet. Alt er 1836, der legte der Männer von Phi. aud die Zweigbahnen zwischen Bierzunow und Wieliczta, Pobłęże ladelphia, gestorben war, da faufte der Kongreß die drudfertig hinter- und Niepolomice, Szczakowa und den Kohlenbergwerken zu Jaworznia laffenen Papiere, und auf deffen Befehl ersdienen fie 1841."

(unweit der preußifd-flefishen Gränze) fo weit vorgeschritten sein, Dr. l. D. um fie benußen zu können.

Daß diese neu eröffneten Straßen von größtem Einfluß auf den

Verkehr sein müssen, bedarf wohl faum der Erwähnung; sie werden Polen.

aber auch der deutschen Jutelligenz ein neues, großes und reichen Ge

winn dersprechendes Felo eröffnen, besonders wenn der einheimisde Die Eisenbahnen in Galizien.

Gutsbesißer sich nicht bequemen will, mit der Zeit fortzugeben. Wenn Bereits im Jahre 1840 tam in der Versammlung der galizischen auch, was wahrscheinlic ift, der Preis der Güter fteigt, so wird er, Stände der Bau von Eisenbahnen zur Sprache, und unter dem 12. Di- im Verhältniß zu demjenigen, was bei angemessener Behandlung der tober desselben Jahres trat unter Dr. Tomaschet's Vorsiß eine Kom- Boden bringt, immer noch ein mäßiger sein.

(Now.) miffion zusammen, welche die Aufgabe zu lösen hatte, zu untersuchen, welche Vortheile die Anlage von Schienenwegen bieten fönne. Dem Ober-Ingenieur Brettschneider wurde die Ausarbeitung des Planes

Mannigfaltiges. übertragen. Nach den Vorlagen der Kommission stellte es sich heraus, daß

Soladebad Universallerifon der Tonfunft. Von der Bau einer Eisenbahn durch Galizien nicht nur der Hebung der dem in diesen Blättern bereits erwähnten ,,Universallerifon der Tons Industrie im Lande felbft febr ersprießlich sein müffe, fondern auch funft“, unter Mitwirkung von Liszt, Marsdner, Reiffiger und Spobr für die österreichische Monarchie, ja, für ganz Europa eine Sache von herausgegeben von Dr. Jul. Schladebach, “) liegen uns die beiden ersten höchfter Widtigkeit sei. In früheren Zeiten war Lemberg durch viele Hefte vor, welche von A bis Albinoni reiden. Es finden sich in diesen Jahrhunderte hindurch der Mittelpunkt der Verbindungsstraße zwischen Heften unter Anderem die wichtigen Begriffe Aesthetit“, „Afford" und dem Drient und dem westlichen Europa, der Ort, wo die aus Ar. „Aluftit" abgehandelt, von welchen besonders der leßtere Begriff mit menien, der Türkei, Persien und anderen Ländern des Ostens ziehen- großer Volftändigkeit und augenscheinlich mit den Erfahrungen eines den Karawanen ihre Schäße niederlegten.

kompetenten Beobachters behandelt ist. Jedes der beiden Hefte ist mit Der Gedanke, durch einen Weg über Galizien das Schwarze einem schönen Stahlstiche, der Eine Mozart und der Andere Beethoven Meer mit der Nordsee zu verbinden, ist durchaus fein neuer. Die darstellend, Ersterer von sinnigen Emblemen umgeben, gesamüđt. Wir Bereinigung von Dniestr und Bug, Weichsel und Ober, San und entnehmen dem Vorworte des Herausgebers die nachstehenden Notizen: Dniestr follten diesen großartigen Plan verwirklichen, famen jedoch ,,Das erste Dictionnaire de Musique gab Seb. de Brossard nicht zur Ausführung. Bei der Gestaltung, welche die Dinge in po im Jahre 1703 beraus; mehr als ein halbes Jahrhundert später folgte litisder Hinsicht in den leßten Jahren gewonnen haben, tritt die Noth- ihm Rousseau's wohlbefanntes und in den ästhetischen Artifeln vorwendigkeit der Verbindung auf& flarfte hervor, und die Linie, welche zugsweise werthvolles Werk unter gleichem Titel. Ersteres darf als die einerseits Galacz und andererseits Hamburg zu Endpunkten bätte, Grundlage aller späteren ähnlichen Schriften angesehen werden, zu müßte aud die galizisde Hauptstadt berühren. Heute soon zieht sich denen für Frankreich namentlich noch die ganz nad Rousseau bearbeider Schienenweg ununterbrochen von der Mündung der Elbe bis nad tete Encyclopèdie méthodique de Musique von Framéry und Gins Dembißa. Die Strede von dieser Stadt bis nach Bochnia war bereits guené gehört. Deutschland ließ dann nicht lange auf sich warten und 1853 vollendet, doch dachte man nicht an deren Ansbluß an die Kra- brachte in J. G. Walther's musikalischem Lerifon" (1732) das erfte fauer Babn, was schon aus dem Umftande erbellt, daß man das auf wahrhaft bedeutende Werf dieser Gattung, dem sich die Späteren bis dem Damm und dessen nächster Umgebung reichlich wachsende Gras auf die neue Zeit zu duldigem Danfe verpflichtet fühlen müssen und in Pacht gab.

das, was ausschließlich den biographischen Theil betrifft, von dem Der Umschwung, der durch den Krieg am Sdwarzen Meere ein- waderen L. G. Gerber in seinem (alten und neuen) ,, Lerifon der getreten ist, und welder sich auch in Galizien deutlich genug fühlbar Tonkünstler“ bis in den Anfang des gegenwärtigen Jahrhunderts sorge macht, hat mehr als alle industriellen Rücfichten auf die Beschleunigung fältig fortgeführt worden. England brachte ein Musical Dictionary, des Baues der galizischen Bahn eingewirkt. Der General Baron von James Graffineau (1740), mit vorzugsweiser Benußung des von Heß war ganz besonders von dieser Nothwendigkeit durddrungen Werkes von Brossard, und sodann des berühmten Thomas Budby und brachte in Vorschlag, zur (dnetleren Förderung militairisde Kräfte Complete Dictionary of Music (1801), während Italien erst im zweizu verwenden. Man befolgte seinen Rath, und es gelang auf diese ten Viertel unseres Jahrhunderts durd, einen Deutsben, Peter lidWeise, die Strede von Bochnia nach Krakau – eine Entfernung von teutbal,'') etwas Bedeutendes auf diesem Gebiete in dem seyr sorgfünf Meilen - binnen 3abresfrift zu vollenden.

fältig gearbeiteten Dizionario e Bibliografia della Musica (1826) erhielt." Gegenwärtig arbeiten an der sechs Meilen langen Strede von Dembißa nad Rzezów fedostausend Mann Soldaten, und im Kreise

Entvölferung der Sandwich - 3ufeln. Die Bevölkerung Krafau viertausend. Die Nivellirungen finden in zwei entgegengeseß, des Inselreiches des Königs Kamehameha vermindert sich in einem erten Ridtungen ftatt, nämlich von Nzeżów nach Przemyśl einerseits fredenden Grade, worüber ein daselbft ftationirter Missionär in einem und andrerseits von Suczawa nad Tsdernowiß.

in den „Annales de la propagation de la foi" veröffentlichten Briefe Die Bahn hat den Zwec, Krakau mit der moldauischen Gränze folgende Angaben macht: in unmittelbare Verbindung zu seben, und berührt auf ihrem Laufe ,,Bir Missionäre hier können uns wie Leute betrachten, welche die Städte Dembißa, Nzezów, Przemyśl, Sambor, Halicz, Rolomyja, eingeladen sind, um dem Leichenbegängniß einer Nation beizuwohnen. Tschernowiß und Suczawa, wo sie sich an die Moldauer Bahn an. Das allmähliche Verschwinden des havaiisden Volkes ist wahrsdeinlich. fóließt, die über Jasig nach Galacz führen soll, und deren Bau, den Zu Cool's Zeit waren 300,000 Bewohner auf diesen Inseln; zur Zeit eine englisch - französische Gesellschaft übernommen, im nächsten Früh- des Regenten Kayumanu 150,000; 108,000 im Jahre 1836; 78,000 jabre beginnen fol. Lemberg wird sich durch eine Zweigbahn, welche im Jahre 1850; 1854 blieben blod node 71,000. Diese Angaben sind in Przemyśl oder Sambor einmünden soll, an die Hauptlinie ansdließen. aus offiziellen Dokumenten geschöpft. Jo las fürzlich in einem öffent

Im Laufe des Dezember soll eine Probefahrt auf der viertebalb lichen Blatte der Regierung, daß man in den Annalen der Welt fein Meilen langen Strede von Trzebinia nad Oświecim stattfinden und Beispiel einer gleichen Zerstörung fäbe, als die in diesem Ardipel dann die ganze linie zwischen Oderberg und Oświecim, die eine vorgebende. Es ist gewiß, daß, wenn das Mißverhältniß, welches sich Ausdehnung von zehntebalb Meilen hat, dem öffentlichen Verkehre alljährlich zwischen der Ziffer der Gestorbenen und der der Geborenen übergeben werden. Man wird demzufolge mit Anfang des nächsten berausstellt, in gleichem Maße fortsbreitet, unsere Nachfolger im Jabres die Reise von Dembißa nach Oderberg zurüdlegen können, Apostolat und vielleicht noch einige unserer jeßt lebenden Kollegen ohne das preußisde Gebiet zu berühren, daduro fechs Stunden Zeit nur neuen Ansiedlern das Evangelium zu verfünden haben werden." ersparen und von dem erftgenannten Orte aus zur Reife nad Wien niót mehr als zwanzig Stunden gebrauchen. Die Stationen auf ga.

*) Dresden, Berlag von Robert Schefer. Der Herausgeber hat sich das lizischem Gebiete werden sein: Czarna, Tarnów, Bogumiłowice, Recht zu einer Ueberseßung des Werkes ins Französisdhe und Englische selbst

vorbehalten. Brzesko, Bodnia, Podleže, Krafau - Trzebinia, Chrzanów, Déwie

**) Der die Italianer auch mit Leffing's „Laokoon" und mit Winckelmann's cim, Dziedzic, Pruchno, Oderberg.

Steen über die Kunft bekannt machte.

D. R.

[blocks in formation]

feinem der früheren Kritifer in der Anordnung der Platonischen Ges Griechenland.

spräche angeschloffen, weil auc sie meift von subjektiven Ansichten über

bas vermeintliche System oder den angeblidhen Entwidelungegang PlaPlaton in der Gegenwart. *)

ton's ausgehen, sondern es vorgezogen hat, die Methode, nach der er Die Grieden und Römer waren nicht blos im Alterthume bie selbst am leichtesten zum Verständniß Platon's gelangt ist, zu Grunde unverföhnlichen Feinde der Barbaren, sondern find es heute noch und zu legen, zumal er selbst für sie burdaus nicht die Unbedingtheit in werden es immer sein. So oft das Barbarenthum sein Haupt erhebt, Anspruc nimmt.

Ansprud nimmt. – Viel Beagtenswerthes hat der Verfasser in der muß man diese seine natürlichen Gegner wieder ins Feld rufen und Einleitung über den Entwidelungsgang der Philosophie und ihre gemit ihren Waffen die Widersacher echter Humanität immer von neuem genwärtige Periode und über die Bedeutung Platon's für die Philosobekämpfen. Als im Mittelalter die Wissenschaft in spißfindige Scho phie überhaupt und insbesondere für die Einführung in dieselbe gesagt. laftif, die Religion in bumpfen Fanatismus ausgeartet war und die Jeßt“, heißt es unter Anderem, „kömmt es nidt mehr darauf an, neue Menschheit in den Fesseln geistiger und leiblicher Knechtsaft idmach, Methoden zu entdeden, die wahren sind soon alle gefunden und antete, da waren es die aus dem Grabe wiedererstandenen Alten, welche gewandt worden; auch nach neuen Prinzipien wird man vergebend suchen; die Rettung brachten und den Mensden die verlorenen Güter wieder. es handelt sich nur darum, unter den vorliegenden die ersten richtig zu eroberten, und so oft eine Umfehr zur Barbarei droht, werden fie uns ergreifen, dann von ihnen aus alle Begriffe so, wie fie wirklich zuimmer vor ihr schüßen. Das klassische Studium darf daber nicht auf sammenhängen, abzuleiten, zu ordnen und das Ideale mit dem Realen, die Schule beschränkt bleiben, es muß, wenn es seine volle Wirksam- oder das Gedachte mit der Wirklichkeit, in harmonische Einheit zu brinfeit beweisen soll, aus der Scule mit in das Leben hinübergenommen gen, wo die Behandlung und Verwendung der Gegenfäße, zugleich und wieder Gemeingut aller Gebilceten werden, und deshalb ist jeder als eins und als verschieden, die Haupt- Aufgabe bleibt. Somit Versuch, die Kenntniß der Alten auch dem Laien zu erleichtern und liegt ein verberbliches Mißverständniß und der Hauptgrund der Anzugänglich zu machen, mit Dank aufzunehmen.

feindung der Philosophie darin, daß man diese selbft, die eine ideale, In diesem Sinne verdient auch die in der Anmerkung genannte mit den vielen realen, erscheinenden, oder den Schulen, Systemen Shrift des Herrn Arnold volle Beachtung. Es liegt uns nur der verwechselt, die immer individuell besdränkt find, wo sich Wahrheit zweite Theil vor. Der erste ist in zwei Heften 1835 und 1836 er. und Irrthum misden. Es verhält fid hier, wie mit der einen ReliThienen und enthielt achtzehn Schriften Platon's, und zwar die kleines gion und den vielen, oder der allgemeinen, unsichtbaren Kirche ren und leichteren Gespräche nebst dem „Phädon“ und „Parmenides“ und den vielen streitenden, wo jede ben echten Ring geerbt zu haben Der zweite Theil liefert die noch übrigen Gespräche. Ein dritter Theil behauptet, daher Schiller seinen ,,Glauben" so bekennt: „Welce Re foul dann die Platonische Lebre im Zusammenhange und ausführlichligion is bekenne? Keine von allen, die Du mir nennft! - Und darstellen, und ihm wird ein Register beigegeben werden, die wichtigsten warum feine? – Aus Religion." Die ideale allgemeine Religion, Begriffe, Lehren, Geschichtliches u. f. w. nach der Bugftabenfolge ent wie die Philosophie, find aber eins, denn die wahre Gottes-Er. baltend. — Ueber den Zwed seiner Schrift äußert sich der Verfasser fenntniß ist der Grund und die Wurzel der wahren Phia folgendermaßen:

lofopbie." ,,Der Zwed des Buches ist wesentlich dahin gerichtet, die Shwie 3eßt gerade, wo das Reale das Ideale, die Materie ben Geift rigkeiten, die sowohl der Inhalt, als auch die Methode und Form der zu verdrängen drohen, thut ein Platon noth. And wir haben noch Platonischen Søriften bieten, zu beseitigen, indem der Gedankengang unsere Sopbiften in der Politik, in der Wiffenschaft und Religion, in fürzeren Säßen dargelegt und so die ganze Gliederung des Geo gegen welche die Waffen Platon's noch nicht fumpf geworden sind. sprächs genau und deutlich verzeichnet wird. Auf diese Säße folgt Uuch jeßt noch, wie damals, verhüllen Sopbiften in schöne Phrasen von dann nach jedem derselben ein Auszug des Inhalts des Werks selbst, Tugend und Volfsbeglüdung ihre Selbftfucht und Eitelkeit

. Zu welden der durch kleineren Druc unterschieden ift. Dies zusammen soll (o- Grandfäßen der Materialismus im Leben führt, das läßt Platon im wohl dazu dienen, durch die Gliederung beim Lesen der Platonischen Gorgias den jungen Rallifles, einen echten Zögling damaliger ZeitWerfe das Verständniß zu erleidtern und den Ueberblick und inneren bildung, die, das Ideale verachtend, nur auf das Reale und Praktijde Zusammenhang darzulegen, als auch beim weiteren Fortsdreiten auf drang, mit jugendlicher Offenheit aussprechen: „&s giebt ein von den zurüdgelegten Weg mit seinen verschlungenen Pfaden zurüdzu. Natur Shönes und Gerechtes, und das ist, wenn Jemand, der rigtig sdauen und dem Gedächtnisse zu Hülfe zu kommen. Endlich hat es leben will, seine Begierden so groß als möglid werden läßt und ihnen, auch die Bestimmung, bei der späteren Darstellung der Lehre in ihrem wie groß fie auo find, Genüge zu leisten sucht durch Tapferkeit und Zusammenhange Vieles fürzer fassen zu können, indem auf das hier Klugheit. Weil aber die Meiften das niớt im Stande find, so tadeln soon Vorliegende verwiesen wird. Wenn diese Auszüge also nicht das sie gerade folche Menschen, aus Sham ihr eigenes Unvermögen verLesen der Platonisden Werke felbft entbehrlich machen wollen, indem bergend, und sagen, Ungebundenheit sei etwas Schändliches, and loben fie das Wesentlige kurz darbieten, sondern gerade jenem förderlich sein die Besonnenheit und Gerechtigkeit ihrer eigenen Unmännligkeit wegen. sollen: so joließt das doch nicht aus, daß in einzelnen Fällen und für Der Wahrheit nach aber verhält es sic so: Ueppigfeit und UngebundenMande sie auch für sich genügen mögen, so wie in der Geschichte der beit und Freigebigkeit, wenn sie nur Rüdhalt haben, sind eben Tugend Philosophie auch solches durch Auszüge bezwedt wird, ohne daß era und Glüdseligkeit, jenes aber ift Ziererei, widernatürliche Saßungen, wartet wird, daß alle die bezüglichen Søriften felbft noch von allen leeres Geschwäß der Leute und nichts werth." Worauf Sokrates sehr gelesen würden, sondern, wenn dies geschieht, dann auch als Führer richtig erwiedert: „Du sagst ganz offen heraus, was die Anderen und zum leichteren Drientiren in den ausführlichen Werken dienen zwar auch denfen, aber nicht sagen wollen." foden. Demnad bietet sich das Buch in verschiedenen Beziehungen Und wie den Materialismus im Leben, so bekämpft Platon den als ein Hülfsmittel beim Studium des Platon dar."

Materialismus in der Wissenschaft. Der Einwand, den er zu seiner Wenn wir auch gern zugestehen, daß die übersichtliche Inhalts- Zeit den materialiftischen Naturforschern gemacht hat, die, wie er Angabe der einzelnen Gespräche dem Laien das Studium Platon's sehr sagt, feft darauf bebarren: Alles was fie nicht mit Händen zu greizu erleidtern im Stande ist, so wäre doch für ein Gesammtverftändniß fen im Stande find, sei durchaus nichts, ist heute noch so shlagend, der Platonischen Schriften noch besser gesorgt worden, wenn der Ver- wie damals: „Wenn fie", meint er, dem Körper aud nur ein Sein faffer auch den Zusammenhang der Gespräche unter einander berüd beilegen und ihm ein gewisses Vermögen zu wirken und zu leiden zusichtigt hätte. Wir fönnen es ihm indeß nicht verargen, daß er sich gefteben, fo feßen sie schon ein Uebersinnliches, das das Sinnlige bez

ftimmt.“ Und wie er auf der einen Seite gegen den grobsinnlichen *) Platon'& Werke, einzeln erflärt und in ihrem Zusammenhange darge

Materialismus kämpft, so ift er auf der anderen Seite das beste fiellt von Aug. Arnold. Zweiter Theil. Erfurt, 5. Villaret, 1855. Gegengift gegen unflare Gefühlsídwärmerei and dumpfen Autoritäts.

gent was ab.

glauben, gegen alle Gefangennehmung der Vernunft. Herr Arnold theilen werde, um deren , Integrität“ von versdiebenen Seiten ber bat Redt, wenn er es besonders hervorhebt, daß Platon 3dealist, zu beschüßen und zugleich einen kleinen Erfaß für ausgelegte Gelder aber nicht Myftifer, Träumer, nicht vom göttlichen Wahnsinn getrie und Blutströme zu haben. Also was blieb nun? Nichts als England. bener Prophet ist, wie oft geglaubt wird. „Es ist also nicht wahr, Da ist die bessere Zukunft zuhause, da ist Vorrath, da braut Palwenn man sagt: „Der Tieffinn des Platon hat immer etwas von dem merston in dem liberalen Herentefsel der Diplomatie eine ungebeure beiligen Dunfel der Götterbaine, daß es oft beffer ift, in der Andacht, Masse Freiheitstranf, und da der Herr die Deutsden so lieb bat, mit welder man ihn lieft, nur seinen Geift nachzuahnen, als ihn mit giebt er ihnen davon im Schlafe ein, fo daß fie, früh Morgens erAlles erklärenden Analysen seines Feuers zu berauben"! (Soloffer: wacht, noch mit der Solafmüße auf dem Kopfe, fic plößlich frei und ,,Platon's Briefe", S. XXXI.). Er widersprigt dem überall felbft

. glüdlich fühlen, ,, Erholungspause des Völferlebens" binter fic, und Weder will er selbft nur ,,ahnen", nod Andere , nachahnen" lassen. Freiheit und Brüderlichkeit und wohlfeile Kartoffeln in Menge, frisd Was wollte er mit seiner fteten Frage: Was ist die Erkenntniß? Was - und warm mit über Nacht gebađenen Milchbroden. So spekulirt der das Gerechte? Was die Tugend? u. f. w., wenn es ihm nicht auf den gute deutsche Glaube an England. England machts und wir frie. klaren und genauen Begriff überall antäme? Er müßte ja sonst das

Wer also England , slecht macht", will uns um ridtige Meinen", das Ahnen, Fühlen der Wahrheit, über alles die in der Wolle gefärbten, wafferdidten, gegen Mottensdaden berTeßen und nicht fordern, daß es erft , gebunden" und zum Sicheren ficherten Freiheitsartifel bringen, die wir später jedenfalls abtriegen; und Berklärten durch den im Denken aufgefundenen Grund" gemacht wer also England schlecht macht", ift Kreuzzeitung, ift Russe. Der werbe. Wo das Ahnen anfängt, da hört das Philosophiren auf, und Kerl hat Nubel in der Talde, credo. Warum glaubst Du'o? Credo, das Dichten, das Meinen, bas Unwisbare liegt außerhalb dieser. Ge. quia absurdum, denn, wenn ic's beweisen fönnte, wenn ein Sinn rade die scharfe und einschneidende logik, die Dialektit, ift feine Stärke, barin läge, warum braucht' ich's deren zu glauben? Warum glaubft und wo biese ihr Ziel, wie meift, erreicht, da ist es, wo man ,, der Du? Weil ich nach der ,,Erholungspause" auch etwas abfriegen will. Wahrheit und ihm nicht widersprechen kann." - Platon ift Wiffen. Rannst Du Dir nicht ein Bischen felbft besorgen! Thörichte Frage schaft die Erfenntniß der Idee des Guten, und Tugend gerecht und von dem niederträchtigen Russen. Wir - fönnen, auch bürfet fromm sein mit Einsicht, und den Weg dazu findet er in der Berähn wir ja nicht! – Aber warum nun gerade an England glauben! – lidung mit Gott so weit als möglich. Philosophie und Religion find Da erkennt man wieder die Rubel in der Tasche. Sonöder Ruffe, bei ihm wahrhaft eing.

an wen sollten wir denn fonft glauben? Habt ihr uns etwas anderes Darin eben besteht der Vorzug Platon's vor allen anderen Phi- übrig gelafsen? Ei wohl, id sollte meinen, DeutsQland felbft mit losophen, daß er die Philosophie vom Leben nicht trennt, daß er uns dem in Mufit gefeßten fategorisden Imperatis: ,, Sein Baterland nicht ein abftrafted, wifsenschaftliches Syftem, sondern eine wahre les muß größer fein.“ Der Engländer glaubt an England, der Franzose benskunft giebt, in seinem idealen Sokrates das Mufter aufstellend, an Frankreich, der Ruffe an Rußland, felbft der Maitafer fliegt mit wie durch die Philosophie das Bahre gefunden und das Gute und eigenen Schwingen, aber Deutsøland glaubt an England und fliegt Schöne im Leben verwirklicht wird. Darum ftimmen wir von Herzen nur, wenn ihm John But puftet. Wenn die nöben deutschen Rordem Herrn Arnold bei, wenn er das Studium Platon's besonders der respondenten in England irgend eine geheime Absicht haben, warum reiferen Jugend empfiehlt. Sie möge fid wieder durch ihn an dem fie England immer fo , chlecht machen", ift es die, daß Deutschland Idealen erwärmen lernen, damit, wie einft zu der Medizeer Zeiten, an fic glauben -lerne. Ein Bischen ordentliche deutsche Geschichte, Platon zum zweiten Male die Welt von fophiftischem und fcholaftisdem und Ihr wißt, daß alles, was wir in der ganzen Welt Freiheit, Civi. Wufte reinige.

E. M. lisation, Fortschritt u. 1. w. nennen, immer wesentlich von Deutsch

land aus germanisden Schöpfungen hervorging. Die Substanz der

Freiheit in England, in Amerika ift uralte, deutsche Inftitution, ießt England.

überwuchert, zerfeßt, gerfeßt, in den Roth getreten von Entartung,

Barbarei und Humbug aller Art. Und 3hr glaubt an England, at Englische Literatur - Briefe.

das der romanilden ,,Freiheit" Rapoleon's verfallene England. Zwölfter Monats - Beridt. 1855.

,,England macht's, und wir friegen was ab!" - 3a, wartet nur, 360

müßt abgeben an England, an Rußland, an Frankreich, weil 3hr (Fortseßung.)

die Einzigen feit, die bei der ganzen Geschichte etwas verdient und Aber wer wird die Nachtseiten einer so riesigen Stadt, wo natūre profitirt haben. Das Pathos und der Zweck des Krieges ist, wie bie lic aud riesige lafter vorkommen, so zufammenstellen? Warum nicht Times wiederholt sehr richtig bemerkte, zu sehen und zu probiren, wer auch lichte Punfte? Leider muß man darauf aufmerksam machen, daß am meisten verlieren und sich am meisten ruiniren laffen fann. Bers es in dieser Beziehung gar feinen Tag in London giebt, am aller lieren und ruiniren thun fie atle, und zwar ungeheuer en gros. Der wenigften im November. Allerdings kommen Fälle vor, daß ein Drosc nationale, ftolze Engländer sagt: Wir können uns am längsten, am fenfutsøer das Geld, welches ein Banf-Clerk in der Droschte liegen großartigften ruiniren und ruiniren lassen, denn wir haben das Geld. ließ, erpreß in die Bauf wieder hineinfährt; aber dann find die Herren Also immer d'rauf! Scont weder Menjen, nod Geld! We can afso erftaunt, daß fie ihm gleich eine Zehnpfundnote geben, und dann, ford it! Wir haben's dazu. Wir halten's länger aus, als diese beschämt über ihre Kniderei, ihm noch eine Zehnpfundnote nach. „Ruhsd’äns“, denn diese haben nur Getraide und Fett auf dem Lande, diden. So ein Stüd Ehrlichkeit bringt die Leute ganz außer Fassung. wir aber das Geld. Sie merken nicht, daß fie damit den natürlichert Sie wiffen nun nicht, wie sie einen so unglaublichen Fall von Ebre Bortheil, den Rußland vor ihnen voraushat, zugeben und aussprechen, lidh feit belohnen sollen. Ehrlichkeit umsonft? Rein Gedanke. Bird und Rußland troß aller Niederlagen boo am wenigsten ruinirt wirb, nicht der ebrliche Rit“, dieser liebenswürdige Held, neben dem Swis zumal da England nach wie vor deffen Calg und Getraide fauft, nur veter von Didens, ungeheuer verhöhnt, weil er verspricot, er wolle theurer, weil Deutschland als Mittelglied seine Spelen haben muß. das nächste Mal für den Shilling, auf den er nicht berausgeben Da diese Spesen zugleich der einzige Profit find, ber niớt wieder kann, das Pferd noch mal halten? Und erregt er nicht den Awär- tobtgesdlagen wird, profitirt aud DeutsĐland nur allein dabei und jeften Verdact, weil er wirklich kam? Möchte da nicht die raffis muß deshalb nach dem Frieden nach Dften und Weften abgeben, wie nirtefte Gaunerei dahinter fteden? Und warum fucht Didens feinen es die einzige Mast ist, die Rußland aufhalten kann. Deutsoland wirb Helden der Ehrlichkeit bloß unter den Söhnen der Waldfrauen? fich aber nicht durch Krieg gegen Rußland gefährlid zeigen, sondern Barum nicht in den Kreisen, in welchen fid Thaderay bewegt. Da es betämpft Rußland von innen heraus. Die Civilisation, die wirkliche, find die „Newcomes". Newcomes, antwortet Ihr, mir glaubt man's echte Kultur Rußlands ist bereits wesentlich eben so deutsd, wie die nicht. Ja, die Literatur antwortet ausführlic und unwiderleglich. Raltur Englands, in beiden Ländern direkt vom Chrone herab bis zu Sie ist in ihren besten Werken bas wirklice englische Leben, und dieses bem geringften deutschen Sprach- und Mufitlehrer. Die deutsche NeuLeben erscheint darin durchweg als Humbug, Hypokrifie und Hoba auf tralität ist fein Zufall

, feine Marotte, keine Somach, wie sie die EngAlles, was die England-Gläubigen für heilig balten, um deffenwillen landgläubigen darin finden, fie ist auch nicht ,,Erholung&pauserei" in es in ihrem Glauben gegen Rußland kämpft. Mit dem Gläubigen Feffeln, sie ist die civilifirende, ausgleichenbe, tiefe, seit vielen Menzu ftreiten, ist gefährlic und mindeftens vergeblich. Man glaubt in scenaltern ohne Renommifterei thätige, immer mächtiger hervortretende Deutsøland an England, weil man daraus an etwas außerhalb Chat der Kulturgeschichte, für welche felbft der blödsinnig gewordene glauben will. Und Frankreich ist als dieser Glaubensartikel ganz und Mars ruffisde Rubel und englische Sovereigns in preußifa Courant gar aus der Mode gekommen. Während der revolutionairen Be.

Während der revolutionairen Bes verwandeln muß. Der Deutsche, wenn er privatim, ehrlich und moralich wegungen glaubten die liberalen in der Provinzen an Berlin, die Bere Partei nehmen will an diesem Kriege, muß er vor Rußland Respekt liner an Wien, einmal halb Deutschland an Dresden, dann faft ganz haben mit Verao tung gegen die Heuchelei der „wirklichen Civilisation". Deutsdland an Ungarn, dann an die Türkei. Ja, zuleßt müssen die Rußland tämpft doch wenigstens ehrlich und wirklich um zweđe, um Türfen ald Glaubensartikel für die chriftlich-germanische gute Sache welde immer Waffenkriege geführt werden, um materielle Eroberung, in Leipzig berhalten. Aber mit der Zeit hielt aus dieser Artikel Bergrößerung, um Meerwaffer für seinen Handel; die Alliirten aber die Farbe nicht. Es famen Abaungen, daß man fich in die Türkei weder für die Türkei, nody zur Berkleinerung Rußlande, nicht einmal

« ForrigeFortsæt »