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reidy, noch von großer Bedeutung. Doch befindet fic darunter eine England.

Mittheilung, die nicht nur wegen ihres Gegenstandes, sondern auch

wegen der Person, von der sie herrührt, Erwähnung verdient, und die Goethe und Thaceray.

wir unseren Lesern vorlegen wollen. Die liebe und die Verehrung, welche Deutsdland dem größten 31 den ersten dreißiger Jahren dieses Säfulum$ hielten fich Dichter der Engländer weibt, wird von England durch eine fast gleiche, mehrere Engländer in Weimar auf, theils in der Abright, ihre Studien bem Heros der deutschen Poesie gezoute Achtung erwiedert. In seiner im naben Jena zu vollenden, theils von dem Verlangen beseelt, den eigenen Heimat wird Goethe faum höher geschäßt, als unter dem ge. flaffisden Boden zu betreten und dem genius loci ihre Huldigung bildeten Theile des englischen Publikums, die englischen Ueberseßungen darzubringen. Zu diesen gehörte ein junger Mann, dessen Namen des Faust“ zählen nach Dußenben, und ,,Egmont", „Gog", ,,Iphige heutzutage in der englischen Literatur unter den Sternen erster Größe nia“, „Taflo“, „Hermann und Dorothea", „Wilhelm Meister" find ftrahlt: William Makepeace Thaceray. Schon damals zeigte er die alle in mehrfachen, nicht selten recht gelungenen Versionen verbreitet. Anlage zur Satire, die den fünftigen Verfasser von „Vanity Fair” Einen neuen Beweis von der Popularität unseres berühmten Dichters und den „Newcomes” anfündigte, und seine Rarifaturen sind in Wei. giebt die fürzlich erwähnte, eben erschienene Arbeit über das Leben und mar noch jeßt nicht vergessen. Von Herrn Lewes aufgefordert, ihm die Werfe Goethe's, “) deren Verfaffer, der durch seine „Geschichte der seine Erinnerungen an Goethe mitzutheilen, entsprad er diesem Bere Philosophie in Biographieen bekannte G. H. Lewes, eben so gründ. langen durch folgendes Schreiben: liche Kenntniß der deutschen Literatur überhaupt, als Begeisterung für 113c wünschte, ich bätte 3hnen mehr über Weimar und über seinen Gegenstand insbesondere, an den Tag legt. Er hat sich nicht Goethe zu erzählen. Vor fünfundzwanzig Jahren widmeten fic wedarauf beschränkt, Alles zu studiren, was an gedrudtem Material vorenigstens zwanzig junge Engländer in Weimar dem Studium, der liegt; feine Verbindungen mit der Familie und den persönlichen Freun. Zerstreuung und der Gesellschaft, was sich ihnen Alles in der freund. den Goethe's haben ihm auci handschriftliche Quellen eröffaet, zu lichen, fleinen sächsischen Hauptstadt darbot. Der Großherzog und denen sich mündliche Mittheilungen gesellten. Die Horazische Regel die Großherzogin empfingen uns mit der anmuthigsten Gastfreiheit. bat er dabei auf das gewissenhafteste befolgt, indem er, wie aus der Der Hof war glänzend, aber doch böøft ungezwungen und gemüthlich. Vorrede hervorgeht, sich seit fast zehn Jahren mit dieser Arbeit be Man lub uns der Reihe nad zu Diners, Bällen und Affembléen ein. dhäftigt hat. Als er sie begann, waren die ausführlichen Biographieen An Winternähten pflegten wir die Portechaisen in Beldlag zu nehvon Biehoff und Schäfer noch nicht veröffentlicht worden.

men, die uns durch den Schnee zu jenen heiteren Hoffeften trugen. Wohl die größere Hälfte des Buches ist mit Analysen der Goethes 30 batte das Glüd, Suider's Degen durch Kauf an mich zu bringen, fohen Dichtungen und fritischen Bemerkungen über dieselben angefüllt. welcher einen Theil meines Hoffostums bildete und noch jeßt in mei: In dem Leben eines großen Feldherrn“, sagt der Verfaffer, wnimmt nem Studirzimmer hängt, wo er mich an die schönsten Tage meiner die Beschreibung seiner Feldzüge nothwendigerweise vielen Naum ein." Jugend erinnert. Wir wurden in alle Geschäftsfreise der kleinen Eines der interessantesten Kapitel ist das, welches die wissenschaftlichen Stadt eingeführt, und hätten die jungen Damen nicht ohne Ausnahme Leistungen Goethe's behandelt, deren Verdienste ungemein hoch gestellt so vortreffliches Englisd gesproden, so wäre und Gelegenheit geund gegen die Verkleinerer in Shuß genommen werden. Mit gleider worden, das allerbeste Deutsch zu lernen. Das Theater war zweiWärme wird der große Dichter gegen den Vorwurf des Egoismus, oder dreimal die Woche geöffnet, und wir versammelten und dort wie der Servilität und des Mangels an Sympathie für die politischen in einem Familienzirfel. Goethe hatte sich von der Leitung zurückBewegungen der Zeit vertheidigt. „Es lag nicht in Goethe's Natur', gezogen, aber die großen Traditionen waren geblieben. Das Theater heißt es unter anderem, sich von den vorübergebenden Unruhen der wurde vortrefflich dirigirt, und, außer der sehr tüchtigen stehenden äußeren Welt tief aufregen zu lassen. Ein reflektiver Geist, wie der Truppe, gaben die berühmtesten Schauspieler und Sänger aus allen feinige, mußte in den ewigen Saßungen der Natur jenen Reiz und Theilen Deutschlands im Winter Gaftrollen. So erinnere ich mich, jene Nahrung suchen, welche Andere aus den augenblidlichen Er in jenem Winter Ludwig Devrient als Shyloc, Hamlet, Falstaff und scheinungen des Tages zogen. Man fann von einem Dichter und Franz Moor und die schöne Shröder im „Fidelio" gesehen zu haben. einem Philofophen mit Recht fordern, daß er sich für die großen ,, Nach dreiundzwanzigjähriger Abwesenheit verbrachte ich wieder Fragen der Poesie und der Philosophie interessire, aber ihm zum ein paar Sommertage in dem wohlbefannten Drte und war so glüdVerbrechen machen, daß er sich an der Politik nicht betheiligt, ist so lich, einige Freunde meiner Jugend wieder zu treffen. Frau von undernünftig, als etwa einen Staatsmann deshalb tadeln, weil ihm Goethe lebte noch in Weimar und empfing mich und meine Töchter die Streitigkeiten über griechische Kunst oder die Metamorphose der mit igrer ganzen früheren Herzlichkeit.

mit iører ganzen früheren Herzlichkeit. Wir tranfen Thee in der Pflanzen gleichgültig sind. Es ift thörichterweise gesagt worden, daß freien Luft, im berühmten Gartenhause", welches der Familie nody Goethe sich von der Politik zur Kunst und Wissenschaft gewendet immer gehört und welches ihr berühmter Schwiegervater so oft bes habe, weil die Politif ihn in seiner Ruhe ftörte und er zu selbste wohnt hatte. süchtig war, sich für die Angelegenheiten Anderer zu intereffiren. Aber ,,Obwohl von der Welt zurückgezogen, war Goethe im Jahre 1831 dergleichen Anklagen sind eben so ungroßmüthig, wie die Verdäche für Fremde nou immer sehr zugänglich. Der Theetisd seiner Sowie. tigungen engherziger Splitterrichter, welche die Heterodoxie für den gertochter war ftets für uns gedegt, und wir verlebten dort manche Sdild der Immoralität erklären, als ob religiöse Zweifel nur aus Stunde und manchen Abend in der angenehmsten Weise mit Unter. verderbten Sitten entspringen fönnten. Wie entfernt Goethe von

Wie entfernt Goethe von Haltung und Musif, indem wir endlose Komane in französischer, engo aller Selbstsucht war, wiffen die am besten, die ihn am besten fannten; lischer und deutscher Sprache lasen. Mein Hauptzeitvertreib in jenen wohl uns, wenn sich das von Aden sagen ließe, welde fich patrio. Tagen bestand darin, Karifaturen für Kinder zu zeichnen, und als tisden Bestrebungen hingaben. Und wenn Goethe aufrichtig das Wohl junger Bursche war id nicht wenig geschmeichelt, zu erfahren, daß der der Menschen begehrte und in seiner Weise mit einer Ausdauer dar große Goethe einige davon durchgesehen habe. Er selbft blieb zwar für wirfte, die von Wenigen erreicht worden, so hat man wahrlich in seinen Privatgemächern, zu welchen nur einige privilegirte Personen kein Recht, ihn der Selbstsucht zu zeiben, weil die Politif außer dem Zutritt hatten, aber er hörte gern, was um ihn vorging, und interKreise seiner Wirksamkeit gelegen hat."

essirte sich für alle Fremde. Wenn ihm ein Gesicht auffiel, so ließ Die bisher ungedructen Materialien zur Biographie Goethe's, er durch einen in Weimar ansässigen Künstler ein Portrait davon anauf welche der Verfasser sich beruft, sdeinen uns weder sehr umfange fertigen und hatte in diefer Weise eine vollständige Galerie you

Köpfen in fdwarzer und weißer Kreide gesammelt. Ueberhaupt war *) The Life and Works of Goethe; with Sketches of bis Age and Contemporaries. By G. H. Lewes. 2 sol. London, D. Nutt. Berlin, fein Haus über und über mit Gemälden, Zeichnungen, Modellen, Sta4. Asher & Comp.

tuen und Medaillen bedect.

,,Natürlich erinnere ich mich vollkommen der ängstlichen Aufregung, Bildung, edle Genüsse. Hier haben unsere Diplomaten ihre Mens mit der ich, ein junger Mensch von neunzehn Jahren, die lange erwartete dhenverachtung geschöpft, unsere Satirifer ihre aufs Blut geißelnKunde vernahm, daß der Herr Geheime-Rath mid an dem und dem den Streiche gebolt. Hier haben unsere Touristen ihre Gesdichte Tage empfangen wolle. Diese denkwürdige Audienz fand in einem klei- chen aufgeflaubt, die an die Klatschereien Strähwinfeld mahnen und nen Vorzimmer seines Privatgemacht statt, deffen Wände von oben big eben so glaubwürdig sind. Noch einmal, ist das wirklich das griechische unten mit alten Gypsabdrücken und Basreliefs behangen waren. Er Volt? Das moderne Athen hat sich fast wie das alte Rom gebildet. war in einem langen, grauen oder belbraunen Oberrod gekleidet, mit Es war eine Zufluct, ich sage nicht, für Banditen, aber für Ehrgeieiner weißen Halsbinde und einem rothen Bande im Knopflod. Er hielt sige, Müßiggänger, Spekulanten, Ausgewiesene; aus Dft und Weft die Hände hinter dem Rücken, genau wie in Naud's Statuette. Seine strömteg sie berbei, um Jagd auf Glück zu machen. Sie vermijdten Gesichtsfarbe war sehr hell, klar und rosig; seine Augen ungemein fich mit den wahrhaften Griechen, die ihre Bedürfnisse, ihre Rechte buntei, durddringend uud feurig. Ich fürchtete mich ordentlich vor oder die Wahl der Regierung in die neue Hauptsadt beriefen. Dazu ihnen und verglich sie in Gedanken mit den Augen des Helden eines kamen einige Klephten, die sich unterworfen haben, eine gewisse Zahl gewissen Romanes, genannt , Melmoth der Wanderer",) der vor unter Flintenschüssen gewählter Deputirten, Palifaren mit wallenden einigen dreißig Jahren und Knaben in Schreden zu seßen pflegte; die Gewändern, die sich nicht entschließen konnten, das Grabscheit zu er. Augen eines Mannes, der einen Paft mit dem Gottseibeiuns ge. greifen. Indeß zähle ich die Fremden genau und sebe, daß in der fhlossen hatte, und die im höchsten Alter ihren unheimlichen Glanz Athenischen Gesellschaft, dem Gegenstand Eurer Sarkasmen, daß in beibehielten. Es schien mir, Goethe müsse als Greis noch viel schöner der neugebadenen Aristokratie, der einzigen, die Euch bekannt ist, die fein, als er selbst in den Tagen seiner Jugend gewesen. Seine Stimme Athener, die Kinder des freien Bodens in der Minorität sind; gerade war voll und wohlflingend. Er legte mir einige Fragen über mich wie zu den Zeiten Xenophon’s das Seltenste in Sparta ein Spartaselbst vor, die ich beantwortete, so gut ich konnte, und war ich zuerst ner war. erstaunt und dann etwas erleichtert, als ich fand, daß er Französisch Wollt 3br die griechische Raçe ernftlid, beobachten, lernt erst das mit einem nicht sehr korrekten Accent sprac.

Neugriechisde, verlasset Athen und durchziehet Griechenland in fleinen „Vidi tantum. 3sah ibn im Ganzen nur dreimal: einmal im Tagereisen; übernachtet bei dem Dorf-Aelteften oder bei dem Priester Garten seines Hauses am Frauenplan spazierend; ein andermal an mit langem Bart, der mit eigenen Händen, seinen Enfeln zulädelnd einem sonnenhelten Tage im Begriff, in seine Equipage zu steigen, den Pflug führt; ftudirt die Sitten voll Einfalt, ohne roh zu sein, mit einer Müße auf dem Kopfe und einem Mantel mit rothem Kragen. lauschet der Sprache, in weider 35r weder Klarheit, nod Reiz verEr lieblofte in dem Augenblice cine wunderschöne, goldgelodte, kleine missen werdet; vergleichet die Schäfer Artadiens mit den Feldbauern Enkelin, über deren füßes, holdes Gesicht sich die Erde auch schon von Messenien oder Argolis, die Ziegenhirten des Parnassos mit den längst geschlossen hat. )

Winzern von Korinth und Adaja; machet einen Abfteder nach Patras ,,Diejenigen von uns, welche Bücher oder Magazine aud Enge und Kalamata, um den Handelsverkehr nach Andros und Milo, um land erhielten, (didten fie immer zu ihm, und er durcblätterte sie das Treiben der Seeleute anzuschauen; laßt Euch in jenen beflügelten mit großem Eifer. Es erfdienen damals die ersten Nummern von Barken, die an Homero Sdilderungen gemahnen, von Infel zu Insel Fraser's Magazine, und ich weiß noch, welches Interesse ihm die treff- tragen. Sebet nicht überall eine Misdung von venetianisdem und liqen Portraitstizzen einflößten, die in den ersten Nummern diefes albanesisdem Blut: die venetianischen Ablömmlinge verkümmern auf Journals gegeben wurden. Aber es war eine darunter, eiue ab, den Zinnen alter Citadellen; die Albaneser bewohnen abgesonderte Dör. sdređend bäßliche Karikatur des Herrn R., die er zornig von fich fer und bewahren ihr Kostüm, ihre geschorenen Köpfe und ihre underwarf. „Uus mir würden sie auch eine solche Fraße machen“, sagte er, ständliche Sprache. Und wenn Ihr diese wissenseifrige Pilgerfahrt durch obgleich is mir nichts Heitereres, Majestätisderes und Gesunderes das freie Griechenland volbracht; wenn Ihr manchmal unter den dürfe denken kann, als den grandiosen alten Goethe (the grand old Goethe). tigen Gewändern die Typen entdeckt habt, die durc die antife Kunst

„Wiewohl seine Sonne im Untergeben war, Ichien der Himmel unsterblich geworden: dann sollt Ihr beredtigt sein, das neugeborene ringsum noch immer klar und ruhig und beleuchtete das kleine Weimar Volf zu verurtheilen, Die zu brandmarken, die Eure Väter so sehr ger mit seinem Glanze. Es gab nicht einen einzigen von diesen freund liebt baben; 36r werdet dann etwas mehr gesehen haben, als falsche liden Salons, in welchem man nicht von Kunst und Wissensdaft spracy. Griechen in Pariser und falsche Pariser in Athenisden Salons. Das Theater besaß zwar keine Talente ersten Ranges, wurde aber mit Es ist das Soidsal des neueren Griechenland, stets Interesse ebler Intelligenz und Ordnung geleitet. Die Schauspieler waren erregt zu haben und ftets falsch beurtheilt worden zu sein. Heute verMänner von Bildung, Gentlemen, und standen zu dem „Adel" in leumdet man das griechisde Volt, vormals verkannte man deffen Meisterkeinem unfreundlichen Verhältniß. Um Hofe war der Ton äußerst werke, das Erbe seiner Väter. Wir täuschten und in der Politit, unsere gemüthlich, einfach und fein gebildet. Die (ießt verwitwete) Große Vorfahren täusdten fid in der Kunst berzogin, eine Dame bon seltenen Gaben, war oft so freundlich, Kaum war Athen Mabomed II, in die Hände gefallen, als es Bücher von uns zu borgen oder uns die Ihrigen zu leiben, und fich anfing, die Aufmerksamkeit Europa’s auf sich zu ziehen, nicht des feumit uns jungen Leuten über unsere literarischen Beschäftigungen und dalen Europa, das während der Kreuzzüge fich aus dem flaffisden BoIdeen zu unterhalten. In der Ehrfurdt, welche dieser Hof dem Pa- den Marquisate und Herzogthümer zugeschnitten hatte, sondern des getriarchen der Literatur erwies, lag, wie ich glaube, etwas für den lehrten Europa, daß schon von den Erulanten Ronftantinopels ihre Unterthan und Fürsten gleich Ehrenvolles. Nach einer Erfahrung von Sprache, ihre Geschichte und ihre Ehrfürcht vor den Ahnen lernte. fünfundzwanzig Jahren seit den glüdlichen Tagen, von welden ich über weder die Erzählungen der Reisenden, noch die Schilderungen (dreibe, und nach zahllosen Bekanntschaften unter den verschiedensten der Griechen felbst genügten der Wißbegier Europa's. Der Orient Typen der Menschheit, fann ich wohl sagen, daß id nie eine ein. war den Chriften verschlossen; die Reifen waren damals mit so viel fachere, gutmüthigere, höfligere, mehr gentlemanartige Gesellshaft Gefahr, wie sie heute mit Reiz gepaart find; die Denkmäler der Kunfi fennen gelernt habe, als die jenes lieben, kleinen sädfisden Städtchens, waren schwer zugänglich, und die Wenigen, die sie zu Gesichte bekamen, wo der edle Sdiller und der große Goethe lebten und begraben liegen.“ waren obendrein höchft unwissend.

Das Buch des Herrn Lewes ist seinem Freunde Thomas Carlyle Man höre darüber einen französischen Alterthümler, Dr. Span, gewidmet, welcher England zuerst Goethe würdigen lehrte."

in seinem einleitenden Vorworte zu der naiven Beschreibung Athens

pon Pater Babin, die er 1674 herausgab: „Diejenigen, die in ReiseGriechenland.

berichten ober geographischen Lehrbüchern von Athen sprechen, thun es

mit so wenig Kenntniß und mit so tiefer Beratung, daß man wohl Athen und die neueren Griechen.

fieht, fie berufen sich auf Schriftfteller, die Athens alte Größe danach (Fortseßung.)

meffen, was nog davon geblieben ift, und das ift allerdings febr wenig.

Vielleicht hat mancher Reifende, der die Minervenstadt will geseben Es bleibt also nur die große Welt, d. 1. etwa zweihundert haben, fie nur aus der Ferne gesehen, verstedt hinter dem Hügel, auf Personen, die das Französische fertig sprechen, in London, München, welchem fich die Citadelle erhebt, oder sie haben nur den Löwenport Paris erzogen find und Europa nicht aus den Augen lassen, um (Piraeus) gesehen, von dem nur einige Häuser übrig find, und hielten dessen Moden, Lächerlichkeiten, Lafter, ja, deffen Revolutionen nach diese für verfallene Hütten der Stadt Athen felbft, die sie in ihrer zuäffen. Hier findet Ihr in verjüngtem Maßstabe die Ränte, Zer- Einbildung ans Meerufer verlegten. Du Pinet nennt fie: ein Schloß ftreuungen, Standale unserer großen Städte, freilich auch – der. mit einem elenden Dorfe, das vor Wölfen und Füchsen niot ficher steht fid ausnahmsweise ebrenwerthe Charaktere, liebenswürdige ift. Laurembergius in seiner Besdreibung Griechenlands drüdt fich

darüber oratorisch aus: Es hat früber ein Griechenland, es bat in *) Von dem auch durdy seine Tragödic ,, Bertram" bekannten Charles Robert Maturin, einem genialen, aber hodist ercentrischen Irländer, der im Jahre

Griechenland ein Athen gegeben; jeßt ist kein Athen mehr in Griechen1824 starb.

D. R.

land, ia, es ist kein Griechenland in Griechenland felbft. Drtelius **) Alma von Goethe starb 1844 im noch nicht vollendeten sechzehnten

in seinen geographischen Synonymen" bebauptet mit der Redbeit eines

feben und messen will, daß von dem athen nur noch einige elende renz, Rom, Pabua füllten fich mit Statuen, Basreliefé, Insdriften; Hütten übrig sind.

das Feld der Nachgrabungen erstredt fich bis nach Spanien und AegypSpan ahnte nicht, daß auch ihn als Reisenden dieselben, ja, noch ten: warum ift Griechenland völlig bergeffen! Man fopirt, ohne zu fhwerere Vorwürfe treffen würden, da man das Recht hatte, von ihm fragen, ob das Driginal griechisch oder römisch, aus einer blühenden mehr als von seinen Vorgängern zu erwarten. Und doch fuchen wir ober verfallenen Epoche sei. Keiner denkt daran, die Spuren der griechis alle Dokumente, die älter find, als das Ende des fiebzehnten Jahrbun. den Kunft zu verfolgen, obgleich die großen Namen der griešijden derts, die besten, wie die schlechtesten, selbft die unvolständigen Riffe, Gesdichte und Literatur mit Ehrfurcht und glühender Begeisterung die lächerlichen Zeichnungen, die findifden Erzählungen, die verbäs. genannt werden. – San-Gallo, der eine Sammlung bedeutender Stutigen Zeugnisse mit einem wahren Heißhunger in den Biblinthefen, dien italiänisder Monumente anlegte, erhält von einem Griechen, der Ardiven, Privatmappen auf; wir untersuchen sie mit der Geduld und eben aus Athen fommt, versprochenermaßen einige kopírte Zeichnungen, Spißfindigkeit eines Richters, der aus den Zeugen die Wahrheit, die unter anderen auch eine vom Parthenon. San-Gallo findet aber, der fie nicht wissen, herausverhören will; wir febren jedes Wort unserer Tempel habe nicht die Größe und den Reichthum, den die neue Ardi. Schriftfteler um, fondiren ihre Gedanken und hoffen hinter dem, was tettur beischt. Er stußte ihn daher nach seiner Weise zu: verwanfie gefeben haben, das berauszufinden, was fie hätten fehen follen. delte die dorifde in die forinthifdhe Drbnang, erseßte die WinkelsäuDer Grund aber, daß in diesem alten Büðherstaub fo gierig gewühlt len durch Pilaster, erhob ein neues Gebäude über dem Giebel, kurz, wird, ist, daß vor 1656 der Bliß die Propyläen nod nicht zerstört, fduf das griechische Parthenon in das römische Pantheon um; nur daß vor 1687 eine venetianisde Bombe das Parthenon noch nicht ge die Skulpturen am Giebel und im Fries erinnern an jened. Was Wunsprengt batte. Die Pilger der vorangegangenen Jahrhunderte fanden der, daß, je weiter nad Westen, die Künstler in ihren Werfen Athen fie nod unverleßt, in der Blüthe der Sdönheit, die eine ewige Dauer die Phyfiognomie ihrer eigenen barbarisden Städte gaben? Louis verhieß: die Marmorgebilde, in denen der Genius eines Mnefifles, de Bourged, ein unterrichteter Mann, ein ausgezeichneter Kunstfreund, 3ftinos, Phidias atbmete. Sind wir nicht zu der Erwartung berech läßt von seinem Maler Athen mit Kirchen, Thürmchen, gothischen Fes tigt, daß die Gelehrten, die Künstler, die Reisenden einer bevorzugten ftungowerfen einer Flandrischen Stadt darstellen; Michael Wohlgemuth Epose uns so viele Herrlidyfeiten schildern werben? Sollten nicht giebt ihr das plumpe, stille Uusjeben einer deutschen Stadt. in einem Buche, einer Bemerkung, in einem ihrem Album entfallenen

(Schluß folgt.) Blatte die Meisterwerke wieder auferstehen, die beute in Trümmern liegen? Dieser Gedanke war es, der Herrn ». Laborbe veranlaßte, burd

Ostindien. ganz Europa die Urkunden über Atben im funfzehnten, fedzehnten und fiebzehnten Fahrhundert zu fammeln. Durd folche Untersuchungen

Ein Handelsvertrag zwischen England nnd Siam. mußte der Geldichtfreiber des Parthenon bas begonnene Wert vor. Das Königreich Siam, von den Siamesen felbft ,,Thai" genannt, bereiten. Uus Erfahrung weiß ich, mit welchen Schwierigkeiten fonft bildet einen der fünf von einander unabhängigen Staaten, aus denen Einer zu kämpfen hatte, der die zerftreuten und bereits vergessenen die 36,000 Quadrat-Meilen große Halbinsel Hinter-3nbien, aud Zeugnisse zusammenbringen wollte. Heutzutage braucht man nicht nach wohl Indo-China genannt, besteht; ein von der Natur überaus be. Bien, London, Benedig, Kaffel zu schreiben, die Register der Paläste gabtes Land jenseits des Ganges, in welchem alle tropischen Früchte Barberini durchstöbern zu lassen, die Pariser Bibliothefen um eine Be- die größte Boukommenheit erreichen, die didften Wälder der herra fchreibung Athens von Pater Babin vergeblid anzugeben. Die Manu« lichsten Bäume die Gebirge bedeđen, Gold im Grunde vieler Flüsse stripte find herausgegeben, die selten gewordenen Terte mit gewiffen ruht, Edelsteine von feltenster Scönbeit, Silber, Eisen, Kupfer und hafter Treue neu abgedrudt, Pläne und Riffe durchgezeichnet, die ori Blei fich finden. Von diesem gesegneten Lande, dessen Bewohner ginalen Fragmente durd die Photographie in jedem Zuge unverändert freilich durch den Despotismus gedrüdt find, war das Königreiche Siam wiebergegeben; und was besonders erfreulich ist: kostspielige Werke, ehemals das mächtigste Reid), es ist aber im Baufe der Zeit durds für Gelehrte bestimmt, die sie nicht kaufen konnten, in den Bibliotheken die Birmanen fehr besoränkt worden. Etwa 12,000 Quadrat-Meilen der Reichen dergraben, die sie nicht lefen mochten, nehmen jegt auf groß, mit 44 Millionen Bewohner, nimmt es die Mitte der Halb. unseren bescheidenen Bücherbrettern ihren Plaß ein.

infel ein und liegt zwischen dem 116° und 124° öftl. &. und dem Der Verfasser stizzirt den Gang feiner Forschungen in folgenden 7° bis 20° nördl. Br. um den Meerbusen von Siam herum. Die Zeilen: Rachdem ich das berebte und majestätisde Athen in feinen Hauptmasse des Landes bildet ein weites Thal von Norden nad Süden Büchern, das verstummte und verödete Athen, diese erhabene Ruine vom Flusse Menam, der dem Zrawaddy indessen an Größe nachsteht, auf dem Schauplaße seiner Unsterblichkeit gesehen hatte, fragte ich mich durchftrömt. Seine regelmäßigen Uebershwemmungen, welche im Juli Wie ist diese Berwüstung geldeben? Welche Barbarenbände, welche beginnen und beinabe sechs Monate anhalten, verleihen den weiten rasende Better haben diese unvergleichlichen, zur ewigen Belehrung Ufern eine sehr große Fruchtbarkeit. Dagegen ist die Hiße in dem nur der Menschheit aufgeführten Denkmäler niedergeworfen, verstümmelt, nach Süden geöffneten Thale unerträglich und selbst ben Eingeborenen geschändet?"

nachtheilig. Es giebt zwei Jahreszeiten: die trodene und die nafse. Er verfeßt uns nun zuerst in das Jahr 1460 zurüd. Atben ist Die Produkte find die der übrigen Halbinsel, doch giebt es hier das leibgebinge des Oberften der schwarzen Verschnittenen. Mit Milde nod eine Menge in Europa wenig oder gar nicht bekannter Bäume. verwaltet, von einem mächtigen Beschüßer selbst gegen die Pforten- An Zuder werden jährlich 36,000 Centner gewonnen; die Kultur ift minifter vertheidigt, fannte die Stadt nod den Reichthum und eine jedoch noch einer sehr erheblichen Ausdehnung fähig, namentlich wenn fbeinbare Freiheit. Um diese Zeit verfaßte ein gelehrter Grieche, def- zum chinesischen Fleiße noch das europäisde Geschic tritt. In zweiter sen Name unbekannt geblieben, eine Beschreibung Athens, wovon einige Reihe gedeiht dort der Reis, welcher in den fruchtbaren Ebenen Fragmente in der Wiener Bibliothek wieder aufgefunden wurden. Aber Siams in der üppigften Fülle wächft und früher so oft ungeärndtet welche Beschreibung! Wie find die Erinnerungen durch einander ge blieb, als der Landesbedarf durch die vorhandenen Vorräthe gebedt worfen! Weld eine Unfenntniß der Vorzeit! Welde Bergessenbeitfchien. Da nämlich die Reis- Ausfuhr verboten war, so wollten die der nationalen Berühmtheiten! Platon's Shute heißt das Paradies; Siamesen die Aerndtefoften (paren. Der fiamesische Kaffee wird an die Klepbydra (die Wasser-Uhr) nennt cr die Soule des Sokratesi Dualität selbst dem Mauritius- Kaffee vorgezogen. Ferner produzirt der Tempel des olympischen Zeus wird zum Palaft; Refrops hat die Siam Weizen, Mais, Südfrüchte befter Art, Palmen, Ana. athenisden Tempel von innen und außen vergoldet; das Parthenon nas, Gewürze, Baumwolle fein wie Seide, mehrere Gummis ift ein der Mutter Gottes geweihter Tempel u. f. w.

arten, Waldbäume (Adlerbaum, Eisenholz, Teat-, Firniß., Sandel. Solche tiefe Nacht lag auf den Geiftern des funfzehnten Jahr bäume, Bambus), Thee so viel und so gut wie in China, Seide, Inhunderts! Der sogenannte Anonymus ist, wie Laborde richtig ver- digo; es werden außerdem dort gewonnen: Diamanten, Saphire, Adate, mutbet, ein fremder Reisender durch Attifa und ist daher aur das Echo Gold, Silber (nach der Regenzeit schwimmen Stüde in der Größe der Gelehrten des Landes. Diese mochten noch Geschmack haben an eines Thalers von den Bergen berab), Zinn, Salz. der wunderbaren Sprache ibrer Ahnen, mochten noch die Schönheiten 3n der hauptstadt des Landes Si-po-Chipa-Studia oder Siam, ihrer Literatur empfinden; allein die Schönheiten, die ich hinter den am Ausflufse des Menam, auf einer Insel in demselben, herrscht be Mafsen verbergen, die den Stein beseelen, sich in den Linien, Verhält. reits seit langer Zeit ein ziemlid lebhafter Handel, jedoch unter der niffen, Ronturen aussprechen, die idealen Conceptionen der Skulptur erheblichften Beschränkungen für die Fremden, indem fremde Schiffe

alles das war für sie ein todter Buchstabe; anftaunen mochten fie, theils nur bedingungsweiss bis zur Stadt heranfommen durften, theils nicht bewundern. Die Byzantinisởe Kunft ftumpfte zuleßt bei den ent- auch in Bangkok, einem der wichtigsten Handelspläße von Hinterarteten Griechen alles Gefühl für die Meifterwerte der Vorzeit ab. Indien, welder den Vorhafen von Siam bildet, eine faft prohibitives

Was that nun Italien, das glüdliche Land, worin der antife Ge Flaggengeld zu erlegen hatten. Ueberdies durften viele Landesprodukte nius neu auflebtet Haben die großen Rünftler der Renaissance ihre entweder gar nicht oder nur gegen eine hohe Steuer ausgeführt werden. Augen auf Griechenland gewendete Suchen die Fürften und Päpste Außerdem ftand die despotische Regierungsform, nach welcher der Han. deffen Reichthümer auszubeuten? So viele Paläfte in Venedig, Flo- del ein Monopol des Königs ist und selbft die sogenannten Freien den

balben Tag für den Herrscher arbeiten müssen, so wie das vorberr- der freien Forschung ausgesprochen hatte, nach Deutschland gekommen. idende Pachtsystem, dem auswärtigen Handel hindernb im Wege. Im Jahre 1854 trat Herr Eugen Rendu, der früher bereits zu

Diesen Uebelständen hilft zum großen Theil der von dem enge ähnlichem Zwede in England gewesen war, seine Reise nach Preußen, lifchen Gesandten, Sir John Bowring, Namens der englischen Re- Sachsen, Hannover und dem übrigen Nord-Deutschland an, und als gierung vom 18. April 1. 3. mit dem Rönigreiche Siam abgeschloffene eine Frugt derselben ist fürzlich sein Werf über den Bolfs-Unterricht Freundsdafts- und Handelsvertrag ab. Kraft desselben wird zunächst in Nord- Deutsdland" erschienen.) Er theist darin das gesammte das Pacht- und Monopolsystem, so weit solches den auswärtigen Han. Deutschland in eine fatholische und eine protestantische Zone. In der del angeht, abgeschafft. Das Ausfubr-Verbot auf Reis, Agilaholz, ersteren follen Kirche und Scule dem Sfeptizismus verschloffen ge. Gummi, Pfeffer und andere Landesprodukte ist aufgehoben. Fremde blieben sein. In der zweiten dagegen sollen die religiös-fittliden 3uSchiffe sind in Bangkok ferner feinem höheren Tonnengelde unter. ftände so im Argen liegen, daß jedem Beobachter fich die Ueberzeugung worfen als flamefilde und inefische, und alle Vergünstigungen, welche aufdringe, daß der Protestantismus, ein so scharfes Werkzeug er auch künftig diese genießen, sollen auch jenen zugestanden werden. Bon für die religiöse Kritik fei, von Tag zu Tag an seiner ursprünglichen allen Einfuhr-Gegenständen ift die gleichmäßige Eingangssteuer von Kritik als positive Doktrin verliere und in den zu Tage tretenden Kon. drei Prozent des Werthes zu erheben. Die alten Ausfuhrzölle sind sequenzen auf Vernichtung jeder Autorität hinarbeite. Die evangeermäßigt worden, und zwar für Gummi auf 3 Dollars 60 Cents, für lische Kirche der Gegenwart, behauptet Herr Rendu, fei weder über Büffelhörner auf 60 Cents, für andere Hörner auf 90 Cents, für den Ursprung und Charakter des Christenthums, noch über ihre eigene, Saganholz auf 37: Cents pro Picul, für Reis auf 2 Dollars 40 Cents innere Organisation, noch über das Verhältniß der Kirche zum Staat pro Cappan von 40 Piculs (ungefähr 24 Tons). Britischen Unter. einig. Natürlich wird auch die mit dieser Kirche zusammenhängende thanen ist das Recht vorbehalten, fih in einem Umkreis von 60 Miles Pädagogik von dem Verfasser verurtheilt, und weil es weniger die um Bangkok niederzulaffen und Grund und Boden anzutaufen, Ader. Verirrungen Einzeluer, als der Protestantismus in seiner Gesammtheit, bau und Handel zu treiben ohne die geringste Besøränkung, so wie in seiner Vergangenheit und Zukunft, ist, was er angreift, so ersdeint Religionsfreiheit zu genießen. In Bangkok fou ein britischer Konsul ihm auch jeder in neuerer Zeit gemachte Versuch, dem Volfs-Unter. residiren, dem von dem Augenblide an, wo zehn britische Schiffe in right im protestantischen Deutschland eine mehr religiöse Grundlage den Hafen Bangkok eingelaufen find, ausschließlich die Juriddiction zu geben, als ungenügend und sein eigentliches Ziel verfehlend, obe über britische Unterthanen zusteht.

wobl, seiner Meinung nach, diefelben Maßregeln auf dem fatholisden Der Vertrag tritt am 6. April 1856 in Kraft und wird nach Boden Frankreichs höchst ersprießlich fein würden. Den grellen Konzehn Jahren revidirt.

traft der Cousinsden und der Renbusden Darstellung des höheren Dieser Bertrag zeichnet sich vor allen übrigen europäisd-asiatisden und des Bolto-Unterrichts in Deutsoland wird jeder Uubefangene Berträgen durch zwei Umstände Bortheilhaft aus. Derselbe ist zunächst durch die subjektive Auffassung des philosophischen und des ftreng fanicht gleich den dinefilo-japanischen Traktaten erzwungen und gleich. tholischen Autors lid erflären. Nur ein fo befangener Blic, wie der sam mit dem Sdwert in der einen, der Feder in der anderen Hand des Herrn Rendu, fann nördlich von der Linie, die er durd Deutschdiftirt, sondern er ist eine freiwillige Gabe des siamesischen Selbft- land zieht, ein tief gesunkenes, fittlic-religiöses Volksbewußtsein wahr. herrschert. Eben deswegen sind nun auch die Konzeffionen, welche er nehmen. Nur wem es so wenig um objektive Wahrheit zu thun ist, dem fremden Handel macht, viel liberaler, als diejenigen, welche sein kann, wie Herr. Rendu, übersehen, daß in Frankreich, Spanien, Italien Vorgänger der Ditindischen Compagnie gewährte und welche fürzlich und allen anderen rein fatbolischen Ländern das Bolf auf einer viel die cinefilo-japanischen Bertrage den Europäern zugestanden. tieferen Stufe der religiösen und sozialen Bildung fido befindet, als

Die mongolisd-dinefilde Welt ihrer altherfommliden 3solirtheit in dem zum größten Theile protestantisden Nord-Deutiqland. immer mehr zu entreißen und fie in den Drganismus des mensdlichen Gesammtverkehrs als integrirendes Glied aufzunehmen, ist eine der Eine neue Biographie Hamann's. Die originelle PerAufgaben unserer Zeit. Den raftlosen Anstrengungen des Handels fönlidfeit des , nordisden Magus“, der einft so mächtig auf die Geister ist es vorbebalten, aud diese fulturhistorische Aufgabe zu lösen - eine

eine und Herzen seiner Zeit wirfte, hat einen geistreichen Forscher auf lis brache Welt des Oftens der Kultur zu erobern.

terarhistorischem Gebiete, Geb. Ober-Finanzrath Carvadi in Münfter, neuerdings zu einer biographischen Darstellung seines Lebens an

geregt. Sie bietet hauptsächlich viel Neues in der Schilderung des Mannigfaltiges.

Kreifes berühmter Leute, in weldem Hamann zuleßt fo boc gefeiert

wurde, namentlich der Fürstin Galigin, Graf Stollberg's, Fürsten- Der Unterricht in Deutsdland, von Franzosen ben berg's u. f. w. Der Enthusiasmus der Freundschaft hatte den wunder. urtheilt. Im Jahre 1831 unternahm Victor Cousin, damals Ges lichen Heiligen nach Münster gerufen, wo man ihn, troß aller seiner neral-Inspektor der Universität in Frankreich, im Auftrage des Mini Sünden verehrte, weil feine feurige Seele eine Dpferflamme für die fters des öffentlichen Unterrichts, Herrn v. Salvandy, eine Reise nad Religion war in den Augen der Freunde, die vor furzem erst die Deutschland, um das Unterrichtswesen daselbst, besonders aber in Philosophie als unzureichend erkannt hatten. Die Fürstin Galişin Preußen, fennen zu lernen und darüber einen ausführlichen Bericht öffnete für ihn ihr Haus und einen literarischen Wirkungsfreis, und zu erftatten. Dieser Bericht erschien im Jahre 1832 in zwei Bänden ein junger reicher Patrizier beschenfte den armen Gelehrten, der in. unter dem Titel: „Rapport sur l'état de l'instruction publique dans Königoberg in häuslichem Elend gelebt hatte, mit einem Theile seines quelques pays de l'Allemagne") und machte sowohl in Frankreich Bermögens. Indessen genoß Hamann nicht lange die Wohlthaten als in Deutsøland großes Aufsehen, weil er zum ersten Male in solas dieser seltenen Freundschaft, er starb am 21. Juni 1788 zu Münfter gender Weise auf die Vorzüge der deutschen und insbesondere der pro und wurde in dem Garten der Fürftin Galibin begraben. Ganz teftantischen Schulen, im Gegensaße zu dem unter den Einflüssen des kürzlich wurde der ,, adelige Hof", in welchem diese einst zu Münster katholischen Klerus ftehenden, höheren und primären Unterrichtswesen residirte, verkauft und das Grab mit dem moosigen Denffteine sollte in den romanishen Ländern hinwies. Damals, im Jahre 1831, balb der Erbe gleichgemacht werden. Es vereinigten fidh jedoch einige Lia nach der Juli-Revolution, die Hauptfädlich in dem Haffe gegen den teraturfreunde und vermittelten dem ,, Magus der Nordens" ein einherrschend gewefenen Jesuitismus ihre Nahrung gefunden hatte, war faches Denkmal auf einem der Münstersøen Todtenhöfe. Der Geb. Die Strömung in Frankreich eine antirömisde. Deshalb ward der von Ober-Finanzrath Carvadi fühlte fid dadurch veranlaßt, ihm auch in ben protestantischen Universitäten Deutsdlands verkündete Geift der freien der Literatur eines zu regen, und hat es in dem vorliegenden bio. Forschung, als allein zur Wahrheit und zur Wiffensdaft führend, freu. graphischen Werke in würdigster Weise getban. Mögte der geschäfte big begrüßt, und selbst die Hegelsche Philosophie, bie fich damals noch nicht Berfaffer seinen Aufenthalt in Münster auch nod ferner dazu an. in die skeptische Kritik des Jungbegelthums verrannt und in das abe wenden, das reiche Gebiet der dortigen berühmten Personal-Chronis solute Nichts verflüchtigt hatte, ward auf den Lehrstuhl der Sorbonne zu bearbeiten. Da ihm die Hausardive der ritterbürtigen Familien erhoben. Seitdem haben fich die Zeiten sehr geändert. Die Strö- zur Einsicht offen stehen, so könnte er manchen verborgenen Schaß der mung in Frankreid führt seit der Erhebung Louis Napoleon's wieder Literatur- und Sittengeschichte vergangener Jahrhunderte zu Tage direkt nach Rom. Abermals ist ein Direktor im französischen Mini- fördern.

F. D. H. fterium des öffentlichen Unterrichts - wenn aud tein Afademifer und Philosoph, wie Cousin, doch ein gelehrter Jünger des ultramontanen

*) De l'éducation populaire dans l'Allemagne du Nord. Par Eugène Ministers Herrn Fallour - im Auftrage dieses Ministers, der längft Rendú. Paris, 1855. don sein Anathema gegen den von Cousin einst verherrlichten Geift

*) Deutsch von Kröger, 2 Bde., Altona, 1832–33.

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zweijährigen Entzweiung mit dem Könige. Als die Zeit dieser EntEin neuer Band der Werke Friedrich's des Großen.

zweiung giebt Preuß 1744-46 an, wofür, so wie für die Zeit der Von der ihrer Vollendung entgegengehenden, neuen Ausgabe der allmählichen Abfassung der Memoiren, er sehr genau in alle Verhält. Werte Friedrid's des Großen) ist jeßt die erste Abtheilung des sieben- niffe eingehende Gründe beibringt. Wir fügen noch Einiges aus der undzwanzigsten Bandes erschienen, welche die zum größten Theil bisher Kritit der Memoiren bei, welche und die Einleitung des vorliegenden unedirten Korrespondenzen des großen Königs mit seinen sechs Schwes Bandes bringt: stern umfaßt. Dieser Briefwechsel enthält vierhundertfünfunddreißig ,,Die Marfgräfin fcheint die Sachen immer nur von ihrer Schat. Briefe, von welchen dreihundertsehdundvierzig aus der Feder des Kö tenseite angesehen zu haben. Sie liefert, so zu sagen, eine Karikatur vigo geflossen sind.

der Gesellschaft, denn in dem Bilde, das sie von ihr entwirft, nimmt Voran geht die Korrespondenz Friedrich's mit seiner ältesten Sowe, man nirgend eine ruhige, beitere Erscheinung wahr. Ihre Memoiren fiter Wilhelmine, der berühmten Markgräfin von Baireuth, die und gewähren feinerlei wohlthuende Erinnerung an Freunde oder an die deren frühes inniges Verhältniß zu ihrem fönigliớen Bruder besonders Leiter ihrer Kindheit. Auch das Gedic der Unterthanen von Bai. durch die von ihr felbft verfaßten Memoiren zur Kenntniß der Welt reuth und die Gesinnungen, die diese gegen das regierende Haus begelangt find. Als die Markgräfin am 14. Oktober 1758, am Tage gen, werden in dem Buche nicht erwähnt. Sogar ihrer Tochter, der unglüdlichen Sølacht bei Hochfird, gestorben war, schrieb Friedrich der Erziehung dieses einzigen Kindes, ihrer Verhältniffe zu einander an Voltaire: „Je fus battu à Hochkirch, le moment que ma digne wird darin nicht gedacht. Kaum daß sie hier und da ein Wort über soeur expirait.” Zahlreiche Stellen in Friedrich's Briefen, in seiner ihre Tochter fallen läßt, und zwar immer nur bei gleichgültigen An,,Geschichte des siebenjährigen Krieges", so wie insbesondere auch inläffen, da etwa ausgenommen, wo sie davon spricht, daß sie ihr diese feinen Dichtungen, beweisen, wie febr er diese Schwester geliebt hat. Memoiren bestimmt habe. Aber ein foldes Gescent fann faum noch 3ft nun auch nicht zu zweifeln, daß die Markgräfin ihrem Bruder in als ein Zeugniß der Liebe gelten, denkt man an den Standal, den gleich hingebender, inniger Weise zugethan war, wie man sogar auch an das Buch bervorrufen mußte, und an das unvortheilhafte Licht, welches nehmen fann, daß die auf den Heldenbruder immer furchtbarer einstür- auf die Familienverhältnisse des Berliner und des Baireuther Hofes, menden Bedrängnifje deo siebenjährigen Krieges die Krankheit, die ihren so wie auf die Verfasserin selbst, dadurch geworfen warb. Die Mes Tod herbeigeführt, sebr bersolimmerten, so ist doch die Rälte, die eine moiren der Markgräfin haben also einen entschieden satirischen ChaZeitlang zwischen den beiden Geldwistern bestanden, lediglich durch rafter; ja, man vermißt darin die Würde und Mäßigung, die man die Sduld der Markgräfin herbeigeführt worden, die sogar von großer von einer Dame ihres Ranges erwarten durfte. Ungerechtigkeit gegen ihren Bruder nicht freizusprechen, den sie, eben ,,Einen großen Theil des beißenden Spottes der Memoiren muß so wie ihren Vater, in ihren Memoiren nidt immer mit der Ad man allerdings der von Natur faustischen Geistesrichtung der Printung und Pietāt behandelte, die man von einer dem Geifte und dem zeffin und der Gewohnheit beimeffen, die fie von Jugend an, wie fie Herzen nad so bochstehenden Fürstin erwarten durfte, während doch selbst zugiebt, gehabt, ibred Näoften nicht zu sconen. Sie begt darum Friedrich selbst in den ,,Mémoires de Brandebourg", bei der Dar doch für Personen, die fie herunterreißt, die größte Anhänglichkeit, und stellung seines strengen Vaters, ihr ein fo glänzendes Vorbild von febr gern nimmt sie die Miene der unparteilichen Geschichtschreibung Schidlichkeit und Beherrschung des findlichen Gefühls geliefert hatte. an. So bittet fie unter Anderem ihre Leser, ihr Urtheil über den Cha

Der mit allen lebendmomenten des großen König& auf das In rafter Friedrich's, den sie eben heftig angegriffen, zu suspendiren, bis nigfte vertraute Herausgeber der neuen Sammlung seiner Werfe, fie ihn vollständig entwidelt haben werde. Sie sagt Theil 2, S. 307, Herr Profeffor Friedrico Preuß, giebt in der Vorrede zum sieben. ausdrüdlich: „Je me pique d'être véridique.” Auf solche Leußerunundzwanzigsten Bande viele neue und interessante Aufschlüsse über gen darf man inzwischen nicht viel geben. Im Grunde will die Marks den Charakter der Markgräfin von Baireuth, so wie namentlich über gräfin lediglio ibre Eigenliebe befriedigen und die leser amüsiren, ihre vielbesprochenen, zur Zeit ihrer Erscheinung großes Aufsehen sei es durch fomische Schilderungen, farifirte Portraits und seltsame erregenden und noch ießt von vielen mit Interesse gelesenen Mes Anekdoten, oder auch durch Erzählung von Intriguen und Kabalen fürftmoiren. Daß die Leßteren, deren Handschrift fich jeßt in der könig, licher Personen, ihrer Hofleute und selbst ihrer Domestifen. Sie deut lichen Bibliothek befindet, unzweifelhaft echt sind, hat bereits G. H. Per feinerlei nods so undelikate Geschichten, wie die vom Dresdener Hofe, in einer vor mehreren Jahren erfdienenen Abhandlung über die Dent die Liebe Friedrich Wilhelm's I. für Fräulein v. Pannwiß 2. ... würdigfeiten der Markgräfin von Baireuth“ dargethan. Außer den Gleichwohl ist das Ganze so trefflich arrangirt und so geistreich vor. eigentliden Memoiren, die in französischer Sprache zuerst im Jahre getragen, daß die Memoiren und ganz so wie ein guter Roman fefjela, 1810 in Braunschweig gebrudt wurden, wo sie sich im Nachlasse des mit welchem sie übrigens mehr als eine Aehnlichkeit haben.im Jahre 1776 verstorbenen herzoglichen Leibarztes, Herrn von Super Der Herausgeber weist aus den Briefen der Markgräfin, die hier ville, gefunden hatten, dem sie von der Berfafferin felbft übergeben zum erften Male nach den Originalen mitgetheilt werden und auf welche worben waren, umfaßt die Handschrift der königlichen Bibliothek auch dic Memoiren zum Theil Bezug nehmen, die Unwahrhaftigkeit der noch drei bisher ungedructe Fragmente über Fräulein Karoline von Lefteren an mehreren Stellen nady. Endlich nad der zweijährigen Marwiß und mehrere andere in den Memoiren erwähnte Personen, "Entfremdung, die zwischen ihr und Friedrich flattgefunden, schrieb file so wie die Beschreibung einer Reise nach Italien, welche die Marf dem Leşteren am 21. Februar 1748: „Wie oft habe ich mir nicht gräfin im Jahre 1754-55 gemacht hatte. Eine deutsde Uebersegung das Unregelmäßige meiner Handlungsweise gegen Dich zum Vorwurfe der Memoiren ist 1810–11 in zwei Bänden bei Cotta erfdienen. gemacht! Meine leßte Krankheit, die mit einem nahen Ableben zu

Aus einer Vergleichung der Memoiren mit dem Terte des hier den Anschein batte, hat mich in diesen Gedanken noch bestärkt. zum ersten Male gedructen Briefwechsels der Markgräfin mit ihrem Eine reifliche Prüfung meiner selbst hat mich überzeugt, daß id mid königlichen Bruder geht schon bervor, daß die Ersteren nicht überall im ganzen Berlaufe meines Lebens nur gegen einen Bruder vertreu und glaubwürdig find. Herr Preuß entschuldigt jedod die Une fündigte, welchen tausend Gründe mir theuer machen follten und mit genauigkeiten, die sich die Verfasserin zu Shulden fommen ließ, mit dem mein Herz seit meiner zartesten Kindheit durch die innigfte und der großen Erregbarkeit ihres Charakters, der durch die im väterlichen unauflöslichfte Freundschaft verbunden gewesen." Hause erbuldeten Leiden mannigfacher Art verbittert worden, ferner Leider hat diese Selbsterkenntniß doch nicht die Folge gehabt, mit ihrer stets schwankenden Gesundheit, mit häuslichen Verdrießlice daß sie ihre Memoiren, oder doch wenigstens diejenigen Stellen darin keiten zur Zeit, als sie ihre Memoiren farieb, so wie endlich mit ihrer vernichtete, in welchen sie ihren Bruder verunglimpft hatte. Sie

spricht zwar in den Memoiren selbst die Möglichkeit aus, daß fie bien *) Oeuvres de Frédéric le Grand. Tomes 1 – XXVII. Berlin, Ro

felben dem Feuer übergeben werde, da sie nicht für die Deffentlichkeit dolphe Decker, 1816 - 1855.

bestimmt seien, aber ichon im Jahre 1748, wahrscheinlich noch bes

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