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nehmen und vertragen, schwarz, grün, weiß, von Stroh, mit Glanz- Kaufmanns-Paläfte, wie fich hier erheben, hat man in ganz Berlin leber, lustig bebändert und befiedert. Nicht nur die arbeitenden Klaf- nicht, das Haus der ruffischen Gesandtschaft unter den Linden etwa sen tragen fie, die ganz erschredlich an den Berliner Sommer von

ausgenommen. In Chambers' Journal fteht die Gedigte eines 1848 erinnern, sondern auch bobe Personen, wie z. B. Omnibusfat- Hauses, das von dieser Reform in der City niedergerissen und auf scher und Falsografen Nachmittag in Regentstreet, dem Peripatetifon einer anderen Stelle wieder aufgebaut werden mußte. Früher stand aller böberen Taugenichtse. Kurz, es ist in dieser Beziehung so un es grau und nie von der Sonne befchienen, baufällig und feucht in glaublich arg geworden, daß fich nicht nur Jeder einen Hut nado feio einer engen Sadgasse, und der Laden darin nährte fümmerlid seinen nem Geschmade fauft, sondern aud manchmal schon eine Müße. Mann. Als ein Spekulant von der projektirten neuen Straße hörte, Wenn diese Reformen auf den Köpfen und in den Gesichtern nichts faufte er sich den Pachtfontraft desselben, der noch neun Jahre galt, bedeuten sollen, giebt es keine Pbrenologie mehr. Das Bedeutende „the lease", gegen welche es fein Erpropriations - Recht giebt. Die dieser Reformen leugnen, heißt, die Menschen unter die Mineralien City- Obrigkeit fing an, mit dem Manne zu unterhandeln, er aber verseßen, die von außen anseßen und sich nicht von innen heraus ge blieb dabei, daß er seine „lease" um feinen Preis verkaufen möchte. ftalten fönnen. Nehme man dies immerhin als vor bedeutende und Man bot ibm Hunderte, Tausende, Zehntausende, der Mann blieb nicht selbst bedeutende Spielerei, sind die Reformen der Straßen, der unerschütterlich, so daß ihn die leute für verrüdt erflärten. Die Häuser, der Architektur, der Künfte überhaupt auch bloßes Spiel des Straße mußte geschafft werden, foste es, was es wolle. So ließ man Zufalls im engeren englischen Leben? Das wird Niemand zu behaup- den Mann von Guildhall aus täglich bearbeiten, bis er so weit mürbe ten wagen, der die bartnädigen Sorednisse der englischen Schieben gemacht war, daß er einwilligte, das Haus der Zerstörung preiszu. und Guillotinen - Fenster im Winter und im Sturme praktisch tennen geben, wenn man es ihm in der neuen Reibe wieder aufbaue. Dies gelernt hat und die Engländer dazu, die dabinter an ,,Comfort“ glau- geschah. Seßt hat der Mann das Parterre dieses Hauses für tausend, ben und seit Jahrhunderten jedem anständigen Fenster, das man or. die erste Etage für funfzehnhundert, die zweite für achthundert, die dentlich auf- und zumachen fann, mit Erfolg den Krieg erklärten dritte für fünfhundert Pfund Sterling jährlicher Miethe an große und nun ganze Stadttheile mit Spiegelsdeiben siebt, welche anfange, kaufmännische Compagnieen abgetreten, so daß es ihm jährlich fechte wenn sie offen standen, die Vorübergehenden zum erstaunten Maul. undzwanzigtausend Thaler Zinsen bringt. Welches Kapital repräsenaufsperren nöthigte. 3ft es möglich, in England - folche Fenster! tiren diefe sedsundzwanzigtaufend Thaler? Notabene batte der Mann Solcher Anklang von wirklichem Styl in den Bauten außerdem? Ja, das alte Haus für eine viel geringere Summe gekauft, als ihm da stehen fie, ganze neue Prachtstädte mit Spiegelscheiben zum Auf- das neue jährlich Zinsen bringt. Außer den modernen, subftanund Zumachen, stylistisc, kontinental, zum ersten Mal comfortable, tiellen, vom englischen Style emanzipirten Bauten in der City giebt und wirkliche Engländer mit schwerer Miethe darin um Primrose-Hill e$ noch einzelne, in verschiedenen Theilen zerstreute Architekturwerte, herum und in anderen Ertremitäten Londons.

die durch Pracht, Schönheit und Solidität die Aufmerksamkeit auf Ja, es giebt schon Häuser, viele Häuser, ganze Straßen von fico ziehen. 3 erwähne hier zuerst den vergrößerten Palaft des Häusern mit Küchen zu ebener Erde. Wer früber nur den Gedan- ,,Carlton- Klubs“ in Pall. Mall, dem Brennpunkte des Verkehrs der fen an solche Küchen ausgesprochen hätte, wäre für verrückt oder wes obersten Zehntausend während der season. Die Tories haben sich nigstens chartistisch-republikanisch erklärt worden. Eine Küche mit der hier eine Restauration gebaut, die nach englischen Begriffen wahrhaft Rödin und dem Koch auf derselben Höhe, wie das Parlour? Welch klaffiso ift. Ungeheure Spiegelscheiben, Mauerwerf von Granitblöden, eine nivelirende Revolution gegen die englische Gesellsdaftsschichtung, dunkele Marmor-Säulen zwischen den Fenstern, eine große, massive, zu Gunsten der im ganzen historischen England unterirdisch binlaufen. rubige Front in ftyliftisder Größe und Harmonie, prächtige Reliefs, den Welt der dienstbaren Geister!

im Janera eine weite, bobe Pracht mit Säulen geschmüdter, goldener, Aber die Küchen- und Rödinnen-Erhebung ist noch das Wenigfte. parquetirter, gemalter und fresto - Deforirter Sallen, das Ganze To Ein englisdes Gentlemans. Haus ohne unterirdische Küche mit Eisen- fach-erklusiv, daß man sofort begreift, warum nur hobe Familien ihre gittern und einer Treppe innerhalb derselben vor dem Hause, die Söhne gleich nach der Geburt als Kandidaten zur Aufnahme ein. apart nach der Küche führt und den Brüdengang in das Haus felbft føreiben; daß man es gern glaubt, eine macadamifirte Chaussee nada zum Privilegium der Herrschaften madt, ist idon gar fein englisches dem Monde sei viel eher möglich, ein Rameel gebe viel leichter burd Haus mehr. Und nun der total veränderte Bauftyl bazu im neuen, ein Nadelöhr, als daß ein gewöhnlicher Sterblicher hier als Mitglied im kosmopolitischen London! Von dem Berschwinden der historischen in dieses Himmelreich der Tories kommen fönne. Schiebe- und Guillotinen-Fenster habe ich foon gesprochen. Aber die Auch unter den Paläften des Detail - Handels entstehen immer neuen, großen Spiegelscheiben zum ordentlichen Auf- und Zumachen mehr neue, moderne, geschmadvolle Shönheiten. Bald nach 1851 erbedingten auch ganz anderes Mauerwerk und ganz anderen Styl der bob fidy unweit King's-Croß, im Centrum des Verkehrs, im äußersten Formen. Die bistorische Bauart fiel dem neuen Weltverfebre in den Norden von London, der Privat-Krpstad. Palaft des großen, fosmoStraßen überall über den Köpfen zusammen. Während meiner Zeit politischen Kleiderhändlers Grove, der nicht nur die arbeitenden Klasund oft ganz didt neben meinem Kopfe fielen in London nicht weniger fen Londons, sondern auch des ganzen Königreich und der funfzig Ro. als dreihundert Häuser ein, nicht selten mit Menschen und Geschäften lonieen fleidet. Dieser Grove ift zugleich das größte Genie des An. dazwischen, die dann stüdweise aus Shutt und Stau hervorgegraben zeigens. Es giebt Industrielle, die jährlich bis zu einer halben Milwurden. Einige Male fiel den alten historijden, national-englisden lion von Thalern blog für Anzeigen ausgeben. Sie aber erreichen Architekten-Gilden (einer entseßlichen Meusdenflasse, wie sie Didens ihn eben so wenig, wie Moses und Son, die jährlich gegen eine Mil. in einem feiner Romane in einem Heudler und Erbídleider personi- lion fleiner Büder mit Bildern und Gedichten als Anzeigen vertheilen. fizirt) ihr neues Bauwerk mitten im Gerüfte, mitten im Werben zu. „Grove, the great Clothier, Battlebridge” ift einige Tausend Male sammen. Wer durch diese nod fonservirten Theile des alten London in die Trottoirs der Straßen von London eingeäßt. Ju manden gebt, wird unendlich oft ungebeure Querbalken oben durch die Straßen Straßen tritt man mit jedem hundertsten Sbritt auf „Grove, the gezogen seben. An Enden und Giebeln laufen massive schiefe Ebenen great Clothier, Battlebridge”. Viele Meilen weit in allen Richtunvon Balfen aus der Erde hinauf. So müssen sich diese alten archio gen um London giebt es Balfenverschläge für Gärten und Viebweiden. teftonischen Herrlichkeiten, in Krüden und eine gegen die andere gee Bon diesen Balfen leuchtet und überall in weißer Delfarbe „Grove, ftemmt und gesteift, noch vorläufig fünstlich halten. Aber das fabrif. the Great Clothier, Battlebridge” entgegen. Niemand in London er. mäßige Bräzelbaden von Häusern, Straßen und Stadttheilen in die richtet ein Baugerüft, an welches Grove sich nicht anmalen ließe. 30 fem biftorisden Sdwindelfiyle, durc welden der Wind pfeift und der weiß nidt, ob ibn Nidolson, der große Hemden Händler, dodo am Regen träufelt, diese Rheumatismudzuleiter und Miethe-Eintreibungse Ende noch übertrifft, der ung mit seinem goldenen ,,6 for 40" (sechs Marter-Inftrumente sind zum Tode verurtheilt. Wer sich jeßt Bäuser Hemden für vierzig Shilling) aus jedem Omnibus entgegenleuchtet als Mietbe-Eintreiber bauen lassen will, muß fchon substantiell, mit und es dafür jdou so weit gebracht hat, daß er fünftausend Pfund Comfort, mit neuem Styl bauen lassen, da die Auswahl unter diesen fpendirte, um fide ins Parlament einzukaufen, mit dem Ertrage reiner Bauten mit jedem Tage größer wird.

Hemden unter schmußiger Wäsche, für die sich troß, alles Jammers Es ift bekannt, daß selbst die bartnädig historische City - Obrige teine Waschfrau finden will.

(Fortseßung folgt.) feit mit fabelhaften Summen die lichtlosen Splupfwinfelpon der Paulskirche bis London Bridge auffaufte, um eine der massioften, goldenften Pradtftraßen, Cannon-Street, auf deren Ruinen aufzubauen,

Frankreich. Sie ist die Ergänzungsverfehr-Straße zu Cheapfide. Um Großes mit

Die Photographie auf der Pariser Ausstellung. Kleinem zu vergleichen, erinnert Cheapsibe an die Königsstraße in Berlin. Der darin fide ftopfende Berkehr forbert auf eine Cannon Wer fich über die in den verschiedenen Abtheilungen der Pariser Street. Zöge man vom Werdersden Markt hinter dem großen Kur. Ausstellung zerstreuten photographischen Proben eine Uebersicht: ver: fürften weg, rechte von der Königsstraße eine Art von Wilhelmsstraße schafft hat, wird gefunden haben, daß die Erzeugnisse in diesem Zna bis zum Alexanderplaß, bätte man ein mifrosfopisdes Bildden dieserdustriezweige je nach dem Lande, welches fie geliefert hat, einen ganz Cannon-Street. Aber solche massive, stolze, breite, bobespiegelsdeibige besonderen Charakter baben. Ein noch so wenig geübtes Auge wird

beim ersten Blick eine englische Probe von einer französischen, ein aus Wiffenschaft gehalten habe. Auf der gegenwärtigen Pariser Welteinem Pariser Atelier hervorgegangenes Daguerreotyp von einem aus Ausstellung wird man der Photographie diesen Vorwurf nicht mehr New-York gekommenen unterscheiden. Sogar die Werke der verschie- machen können. Die Photographieen, welche zu dieser Ausstellung von denen Photographen Eines und desselben landes bieten leicht wahrzu- den Herren Louis Rousseau und Bertich, von dem Neverend Charles nehmende charakteristische Unterschiede dar. Man kann also wohl fa Kingsley, vom Dr. Diamond, vom Grafen Montizon, von Herrn Bergen, daß es in der Photographie, wie in der Malerei, Sculen und noud in Florenz und von der kaiserlichen Hofbuchdrucerei in Wien Manieren giebt. Diese Unterschiede sind leicht zu erklären; sie haben geliefert worden sind, haben alle den Zwed, der Wissenschaft zu dienen. ihren Grund in den verschiedenen Verfahren, welches in der Photo Die Ausstellung des Herrn Louis Rousseau vergegenwärtigt uns graphie angewendet wird. Es sind gegenwärtig die folgenden photos die ganze Stufenleiter der thierischen Schöpfung, von den Zoophyten graphischen Methoden im Gebrauch:

bis zum Menschen, von den Insekten bis zu den antediluvianischen die Photographie auf Silberplatten, oder das Daguerreotyp; Riesenthieren. In einer Abtheilung sind uns die verschiedenen Mendie Photographie auf Papier, oder das Talbotyp;

fchen-Ragen vor Augen geführt. Die amerikanische Raçe ist durch die Photographie auf Wachspapier;

zwei Portraits, Buschmänner (Hotentotten), Mann und Frau darstellend, die Photographie auf Glasplatten mit einem Eiweiß-Ueberzug; die mongolische durch das Portrait eines der Chinesen, die im vorigen die Photographie auf Glasplatten, die mit Collodium überzogen sind. Jahre sich in Paris aufgehalten, die kaukasisde durch einen Russen

Eine jede dieser Methoden hat ihre besonderen Vorzüge und ihre kopf repräsentirt. Andere Proben geben uns das genaue Bild eines besondere diesen Vorzügen entsprechende Anwendung.

Schwammes und eines Zoophyten aus der Klasse der Polypen. Aus Die Daguerreotypie, schnell in ihren Operationen, vollständig in anderen Proben gewinnen wir ein Bild von der Entwickelung der ihren Resultaten, aber das Bild nur in Einem Eremplar liefernd und Zähne beim Menschen, beim löwen, beim Stier. Auf zwei Platten Reisenden sich wenig empfehlend, wird vorzugsweise zu Portraits an ist der Spulwurm eines Pferdes dargestellt; auf der einen sein gewendet. Die Talbotypie und die Photographie auf Wachspapier, Aeußeres, auf der anderen seine innere Organisation. Um den im welche negative Bilder liefern, von denen positive allen Anforderun- Wasser aufbewahrten und horizontal liegenden Wurm aufnehmen zu föngen der Kunst entsprechende Bilder in beliebiger Anzahl abgenommen nen, hat Herr Rousseau seinen Apparat über ihm anbringen und auf werden können, eignen sich ganz besonders zur Aufnahme von Land- denselben ein starkes künstliches Licht fallen lassen müssen. Man kann schaften, von fernen Perspektiven und von nebligen Horizonten. Die aus dieser Probe schließen, daß die neue Kunst der Anatomie gute Photographie auf Glasplatten mit Eiweiß - Ueberzug, welche Zeichnun- Dienste leisten wird. gen von einer Feinheit und Schärfe liefert, wie sie durch den Grab Die vierundzwanzig photographischen Bilder des Grafen Monstichel kaum hervorgebracht werden können, eignet sich am meisten tizon, die in der englischen Abtheilung ausliegen, sind von eben so zur Aufnahme von Denkmälern, Basreliefs und Statuen. Das mit großem Nußen für das Studium der Naturgeschichte. Sie sind nach Collodium überzogene Glas empfiehlt sich auf gleiche Weise für alle der Natur im zoologischen Garten Londons aufgenommen worden, Zwecke der Photographie.

wozu gewiß eine große Geschidlichkeit erforderlich gewesen ist, da eine Man wird es nun begreiflich finden, daß die Photographen eines Löwin in ihrem Käfig, ein Luchs auf einem Baumstamm, ein Adler auf jeden Landes vorzugsweise diejenige Methode anwenden, die am meisten seiner Stange, ein Fisch im Wasser nicht geneigt sind, ruhig zu sißen; ihrem Geschmad, ihren Bedürfnissen und der Natur derjenigen Gegen und doch sind alle diese Bilder von einer bewundernswerthen Shärfe. ftände entspricht, die fid ihnen vorzugsweise zur Aufnahme darbieten. Sie müssen mit großer Schnelligkeit zu Stande gebracht worden sein, Die Franzosen haben sich alle Methoden angeeignet und wenden nach was unter dem trüben Himmel Londons gewiß seine großen SchwieRücksichten des Geschmads oder der Zwedmäßigkeit bald die eine, rigkeiten hat. Die Bilder geben nicht blos die Formen der Thiere, bald die andere an. Die Engländer wenden vorzugsweise die Das sondern auch ihren Charakter treffend wieder. Mit solchen Bildern guerreotypie und die Photographie auf Glasplatten mit einem Ueber- ist nicht blos der Wissenschaft, sondern auch der Kunft ein wichtiger zug von Collodium an. Die Amerikaner beschäftigen sich fast aus Dienst geleiftet; fie find nicht blos als getreue Abbildungen für das schließlich mit der Daguerreotypie, weil bei ihnen die Photographie Studium der Zoologie, sondern auch als vortreffliche Modelle für fast aussbließlich zu Portraits verwendet wird. Die 3taliäner ge

Die Italiäner gee Künstler von großer Bedeutung. brauchen vorzugsweise die mit Eiweiß überzogenen Glasplatten, weil Herr Bernoud in Florenz hat auch mit schönem Erfolge einige fid ihnen in ihrer Umgebung so viele Dentmäler und Kunstwerke zur lebende Thiere aufgenommen. photographischen Aufnavme darbieten.

Die mikro- photographischen Proben des Herrn Bertfch und des Nach diesen Vorbemerkungen wollen wir die auf der Ausstellung Mr. Kingsley gehören zu den merkwürdigsten Erzeugnissen der neuen fidh uns darbietenden Werte der Photographie im Einzelnen besprechen. Kunst. Herrn Bertich gebührt die Ehre, der Erste gewesen zu sein,

Unter den französischen Photographieen finden wir drei Platten, der mikroskopische Gegenstände photographisch aufgenommen hat. welche für die Geschichte der Photographie von Bedeutung sind; eine Shon vor zwei oder drei Jahren legte er der Pariser Akademie der jede derselben vertritt eine wichtige Entwidelungsstufe dieser von Nice- Wissenschaften Versuche vor, denen diese ihren Beifall nicht versagen phore Niepce und von Daguerre gemachten Erfindung. Die erste ist konnte. Die auf der gegenwärtigen Ausstellung befindlichen Tafeln find ein von einem Stahlstich im Jahre 1848 auf einer mit Eiweiß über von großer Schärfe und zeigen die kleinsten Einzelnheiten der Inzogenen Glasplatte aufgenommenes negatives Bild; es zeigt uns den selten oder der Theile von Insekter, welche auf ihnen dargestellt sind. Zustand, in welchem die neue Kunst sich befand, als Herr Niepce de Herr Kingsley, der im Jahre 1853 im Journal of the Society Saint-Victor der Akademie der Wissenschaften Mittheilung darüber of Arts die Beschreibung eines Mikroskops gegeben, dessen er sich machte. Die zweite Platte ist ein von der ersten abgenommenes posis bei der photographischen Aufnahme mikroskopischer Gegenstände betives Bild. Die dritte Platte ist eine beliographisd gravirte Stahl- dient, bat seitdem seine Arbeiten mit gutem Erfolge fortgefeßt. Die platte. Sie stellt die Altarseite des Pariser Tempels des Dratoriums Rieben Glaskasten, welche er zur Parijer Ausstellung geschickt, enthaldar. Die Zeichnung ist so sharf und so genau, daß man die einzelnen ten eine höchst interessante Sammlung photographischer Darstellungen Ziegel auf dem Dache und die Linien in dem Gesimse des Gloden aus den Gebieten des Thier- und des Pflanzenlebens. Wir finden thurmes untersdeiden kann. Diese Platte beweist, daß die beliogra- die Athmungs-, Ernährungs- und Bewegungs-Drgane verschiedener pbilde Gravirkunft sdon durch den Erfinder große Fortschritte gemacht Infekten, Kieselbildungen, Theile von den Stielen der kleinsten Pflans bat und ihrer Vollendung rasch entgegengeht. Neben dieser Platte ist zen u. dgl. in bedeutender Vergrößerung photographisch auf Papier in dem die Werke Niepce's enthaltenen Glaskasten ein Raum leer ge dargestellt. Die Zeichnung ist trop der Größe überat febr klar und blieben. Herr Niepce hat nämlich, neben den Proben der Photo. bestimmt. Die Art, wie die Gegenstände geordnet sind, verräth den graphie auf Glas und der beliograpbilden Gravirkunft eine an methodische Eintheilung gewöhnten Gelehrten. Beide siksa

Probe der Heliodromie ausstellen wollen. Nachdem Herr Edmond 13. Eine nicht weniger wichtige Anwendung der Photographie im Becquerel zuerst, mittelft dlorsauren Silber Dryde, die Farben des Dienste wiffensgaftlicher Studien ist die Darstellung der äußeren Cha. Sonnenspeftrums auf einer Metallplatte abgebildet hat, ist Herr Niepce raktere der Geistestrankheiten. Zu dieser Anwendung der Photograin Folge unermüdlicher Versuche dahin gelangt, mittelft der Sonnen- phie bat Herr Dr. Diamond, Vorsteher einer in der Nähe von Tonfrablen eine mit Stoffen von versøiedenen Farben bekleidete Puppe bon liegenden Treen - Anstalt, den ersten Anstoß gegeben. Von den in allen ihren natürlichen Farben auf einer Silberplatte abzubilden. abrei Proben, welche sich auf der Parifer Ausstellung befinden, stellen In Nord-Amerika bat ein gewisser Herr Hil seit 1851 zu versdiedenen gwei ein an der Epilepsie leidendes junges Mädchen dar. Der KörMalen angekündigt, daß er die

er die Erfindung gemacht, mittelft der Phoo per ift vereenkt, die Gesichtszüge verzerrt, der Ausdrud schmerzenstographie alle Gegenstände mit ihren natürlichen Farben abbilden zu voll und krankhaft. Die dritte Probe ist das Portrait einer älteren können; diese Ankündigungen sind aber nur ein Humbug gewesen, an Melancholie leidenden Frau. Sie hat eine Handarbeit auf dem durch welchen Herr Hill sich einige Tausend Dollars erworben.

Scooße. Ihre Haare, abgeschnitten, wie die eines Mannes, hangen Die Jury der Londoner Welt-Ausstellung fonnte

konnte in ihrem offi in Strablen über dem abgemagerten Gesichts der Kopf it halb rechts ziellen Berichte der Photographie noch den Vorwurf machen, daß dies gewendet; ein bitteres Lächeln umspielt den Mund. Es ist ein aus. selbe mit ihren Leistungen fid zu sehr außerhalb des Gebietes der' brudsvolles, naturgetreues Portrait.

Sit um;

2

einen Zweig betrachten, ben fie zwar gleich ben anderen Zweigen pflege Böhmen.

ten, dem sie aber feine besonders hervorragende Thätigkeit widme.

ten; erst der Begründer der feit Oktober d. 3. in Berlin eröffneten Aus des Herrn Smil vou Pardubic Sprüchen. *)

Niederlage hebräischer Bücher, Herr J. Böhmer, dürfte diesem Fache Wer selbst sich aufzuspielen vermag, Alte Sünde

die Zugänglichkeit und Verbreitung verschaffen, die ihm bisher gefehlt. Kann selbst sich vergnügen jeglichen Tag. Hat neue Sdmach zum Kinde. Herr Böhmer, ein rabbinisch-philologischer Gelehrter von bedeutendem Wer sich um Fremdes verzehrt, Das mert fein gut:

Rufe, steht an Genialität dem Verstorbenen Afber nicht nac, aber er Mißkennt des Eigenen Werth, Trinfst Du, vertrink nicht den frohen

überragt ihn bei weitem in Renntniß des Inhaltes der hebräischen Verspricht Dir wer zum Dank ein

Muth.

Werke, und feinem Geschäfte können um so mehr große Erfolge erSowein, Wolf wittert für fich selbst so scharf, stehen, als er den gewählten Zweig zum Hauptgegenstand seines Hol' gleich ben Sac und thu's hinein. Und Stadheln hat 3gel zum eig’nen Fleißeß macht. Sein Streben geht babin, den bisher meist formlos ben Kauft den Gaul, soll er was taugen,

Bedarf.

triebenen Handel durch Regelmäßigkeit zu veredeln und ihn mit dem Nicht mit den Ohren, sondern mit den Es fommt kein Krebe des Wege daher, allgemeinen Buchhandel in nothwendige und heilsame Wechselwirkung Augen. Wo nicht das Wasser nahe wär'.

zu verseßen. Er hat zu diesem Zwecke nicht blos Verbindungen mit Ireibit Du in Sümpfen Dich umher. In marschirenden Fußvolfo Reih'n den Werkstätten und den Gelehrten seines Geburtslandes, Rußland, Bekommst den Kopf Du fieberschwer. Misch' Did nicht tölpelhaft hinein.

angeknüpft, sondern auch mit denen anderer Länder, und schon ist es Bei dem, der fatt,

Wer nicht der Plage los will sein, ihm gelungen, eine reiche Auswahl von Werken jüdischer Gelehrten Der Hungrige nicht Glauben hat. Der steh' für einen Andern ein,

zu sammeln, und namentlich die neuen Erzeugnisse der noch thätigen In flappernder Mühl

Das Aug', wo die Gunst; Offizinen des In- und Auslandes in vielen Eremplaren bereit zu Erspar' Dir's Geigenspiel.

Die Band, wo der Schmerz; halten. Da Herr Böhmer von Zeit zu Zeit gedrudte Verzeichnisse zu Der Weise ohne Gefahr und Schreden

Und wo Schäfchen, das Herz.

veröffentlichen gedenkt, so wird man sich bald überzeugen können, Kann selbft an gift'ger Wolfémilch leden. Den Efel führ' bis nad Paris, welchen Fortschritt fein Bestreben nicht blos für den Buchhandel fonKrumm

Es wird aus ihm fein Gaul gewiß. dern auch für die Kunde der jüdischen Literatur bietet.

Lern' jung aus freiem Willen ertragen,
Grad

Leid'st wider Willen nicht in alten Lagen.
Der fürz're Pfad.

Mannigfaltiges.
Thu' dazu und sei nicht faul,
Die beste Schans'
Krippe fömmt nicht hin zum Gaul.

Ein deutsches Heilmittel, von Rußland aus em Der Freunde Kranz.

Wer mit dem Seinen zu Ende ist, pfohlen. Ein in St. Petersburg praftizirender Arzt von deutscher Kuh, die viel brüllt,

Zu spät, daß er jeden Tropfen mißt. Abkunft, Herr Dr. Sadler, hat seinen Kollegen ein Seilmittel em. Von Milch nicht quillt.

pfohlen, das er in sehr vielen Krankheiten probat gefunden hat und

das besonders in Deutschland, ja, hier, wie behauptet wird, bei weitem Oo

mehr als in anderen Ländern, zuhause ift. Dieses Heilmittel ist das

Gemüth, und zwar das Gemütb des Arztes, das anregend, aufDer hebräische Buchhandel in Deutschland.

richtend, erhebend und herstellend auf das Gemüth des Kranken zu

wirfen dermag. Und wie groß die Macht des Gemüthes ist, duro Der Handel mit Büchern in hebräiscer, rabbinischer und jü- den bloßen Vorsaß seiner Frankhaften Gefühle Meister zu werden, das disch - deutscher Sprache hatte seit Jahrhunderten kein Fach unter den hat uns idon Kant gelehrt. Weiß der Arzt also durch sein eigenes Fächern des allgemeinen, alle Schriftwerke umfassenden Buchhandels, Naturell, burch seine von einer edlen Persönlichkeit getragenen Bilsondern außerhalb und unabhängig, ja, unberührt von demselben seinen dung des Herzens, die Saite in dem Kranken anzuschlagen, die fein barmlosen, ungekannten, durch wissenschaftliche Beschränktheit ein- und Gemüth erweckt und diesem die Herrschaft sichert, fo fann er manches ausgeschlossenen Standpunkt, ein verschlossenes Ghetto neben pru.is Rezept fidh ersparen. Das Büchlein, in welchem Herr Dr. Sadler fenden Straßen und Märkten, auf welches der Bildungsstolz der feie diese Wahrheit auseinanderseßt,') ist mit einem geistreichen Vorworte nen Welt vornehm und gering achtend herabzuschauen sich gewöhnt hat, des Leibarztes der Raiserin von Rußland, Dr. von Marcus, ausfo viele Tugend, Weisheit und Sinn sich auch im Scooße dieses Ghetto gestattet, das uns noch mehr angesprochen hat, als das etwas zu sehr bergen mochte. Um die Absonderung dieses Bücher - Handels noch zu an der Oberfläche fich bewegende Büdlein selbst. Wir entlehnen verstärken, trugen seine Führer nicht einmal den üblich damit verbuns diesem Vorworte die nachstehenden, treffenden Bemerkungen: „Was denen deutschen Namen: „Antiquar", oder „Bücherhändler", sondern das Zutrauen des Kranken zum Arzte und umgekehrt betrifft, so be. den hebräischen: “O'TDD 7311. (Mocher Sepharim), was wörtlich ruht dies vorzüglich auf dem Grabe und der Richtung fittlicher und „Bücherverkäufer“ heißt, also einerseits zu wenig, andererseits zu viel intellektueller Bildung, die Beiden gemeinschaftlich und eigenthümlich über seinen Gegenstand sagt. Ohne Ankündigung, ohne Deffentlich ist. – Daber geldieht es auch, daß jeder Arzt nur seinem adäquaten feit, ohne Regel, ohne zünftige Rüdsichten und ohne Verband ging Kreise der Gesellschaft vollkommen genügen kann und jeder Theil das isolirte Geschäft seinen öden Seitenweg, dessen einzige Zielpunfte der Gesellschaft nur demjenigen Arzte fein vollkommenes Vertrauen die Synagoge und die Studirstube des jüdischen Gelehrten blieben, wähdenkt, welcher dem Standpunkte seiner fittlichen und intellektuellen Bilrend der nicht jüdische Gelehrte diesen Weg entweder nicht suchte oder dung am meisten entspricht. — Indem aber der Arzt schon durch seinen nicht fand, und so zum großen Nachtheil der Wissenschaft die öffent- Beruf als Helfer und Rathgeber angewiesen ist, jenen Kreis zu leiten, lichen Bibliotheken weder Aufforderungen, noch Maßstab zur Auswahl so muß er nothwendig in der einmal gegebenen eigentbümlichen Rid, empfingen, und daber das Fach übergingen, weil sie es nicht übersehen tung um einige Stufen höher ftehen, als dieser Kreis felbst. – Dies konnten. Um ein Beispiel vorzuführen, bedarf es nur eines Hinweise bewährt denn auch die Erfahrung. Wie bervorstehend prägt sich nicht auf das hier bestandene fehr bedeutende Bücherlager des vor ungefähr die allgemeine National - Bildung in ihrer eigenthümlichen Richtung zwölf Jahren verstorbenen P-1. Dieser gelehrte Modher Sepharim bei dem deutsden; französischen und englischen Arzte aus? Wie beo bat Jahre lang Meffen mit seinen Schäßen bezogen, aber wir zweifeln, zeichnend find nicht die Ansichten und das Benehmen des Arztes in ob auch nur ein einziges Geschäft seine Verbindung mit der König- böheren, gebildeten Kreisen, des Arztes der Vornehmen, des fólichten lichen Bibliothek in Berlin nachweift.

Bürgers, des einfachen Landmannes für den Standpunkt seiner BilMit dem buchhändlerischen Auftreten des verstorbenen A. Aber dung. — Weit augenscheinlicher tritt aber dieses Vorwalten des Arztes um das Fahr 1830 trat eine neue Epoche für diesen Geschäftszweig in dem Verhältniffe zum einzelnen Kranten bervor. Hier entwidelt ein, denn dieser geniale Spekulant bemächtigte fich desselben sogleich fich, wenn das Verhältniß ein Heilbringendes sein soll, etwas dem mit allen Hülføquellen seiner Fachkenntniß, seiner großen Gewandtheit sogenannten Rapport des Magnetismus zum Magnetifirten auffallend im Verkehre, seiner Bildung und seiner Verbindungen. Ihm verban- Nehnliches. Was aber im Magnetismus nur dunkel geahnt wird, ken viele große Staats- und Privat-Bibliotheken ihre Bereicherungen, das erscheint hier als fittliches Moment voltommen klar und deutlich. ihm verdankt die Boblejana in Orford ihren Glanz, ihm verdankt Es ift der Charakter, die geiftige Würde, die humane Bildung des das Britische Museum in London seine Schäße, und er hat zum Flore Arztes, die sich jedem Verhältnisse, dem höchften, wie dem ansprucder Königlichen Bibliothek in Berlin wesentlich beigetragen. Indessen loseften, zu menschenfreundlichem Zweđe anzusä miegen weiß." Herr Asher und andere in seine Fußstapfen getretene Buchhändler fonn. ten bei ihren Geschäften die hebräischen Bücher doch immer nur als

*) Dr. Sadler, über die Macht des årztlichen Gemüthes zur Erleichterung

und Heilung von Krankheiten. · Leipzig, C. Geibel, 1855. *) Aus Joseph Wenzig's ,,Neuem Rath". Leipzig, Rub. Weigel. (Bgl. Nr. 137 deo „Magazin".)

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22. Februar bis zum 3. April, betrug die Summe der Grabe 577, Frankreich.

die Summe der Quadrate der Grade 4770; im Jahre 1790, vom

22. Januar bis zum 10. April, erhielten wir die Zahlen 4770 und 3,410°. Einfluß der Wärme auf das Wachsthum der Pflanzen. *)

In Bezug auf den Weinbau erhalten wir, für die Zeit der erften Réaumur don ftellte die Forderung, daß die Summe der Tem Triebe bis zur Zeit der Weinlese die Zahlen: peraturen mit der Dauer des Wachsthums der Pflanzen verglichen

3160 und 62,462 im Jahre 1844, würde. Adanson und Cotte machten Versuche, dieser Forderung zu

3010 und 67,321 im Jahre 1847. genügen, aber ohne ein bedeutendes Ergebniß. Boussingault stellte Man sieht, daß die Methode Quetelet's sich noch weniger bewährt, darauf in einer der Akademie der Wissenschaften vorgelegten Drud. als die Bouffingault's. sdrift und in seiner ,, Economie rurale” die Temperatur - Summen Herr Babinet, erwägend, daß die durch eine konstante med anisde zusammen, die er für verschiedene Gegenden, in denen mehrere Pflanzen Kraft in gewissen Zeiträumen hervorgebrachten Wirkungen gleich find zu verschiedener Zeit zur Reife gelangen, erhalten hatte. Wir haben der Stärke der Kraft, multiplizirt mit den Quadraten der Zeiträume, diese Untersuchungen nur auf die in Europa angebauten Vegetabilien schlug vor, dieses Prinzip auf die Wirkungen der Wärme anzuwenden. ausgedehnt und dabei auch die Wirkungen der Sonnenstrahlen in Be- Thun wir dies in Bezug auf den Flieder! 1782 hat das Wachsthum tracht gezogen. Herr Quetelet, durch einige ihm auffallende Anomalieen desselben 81 Tage gedauert; die mittlere Temperatur ist w=70,12 dazu veranlaßt, schlug vor, die Summe der Quadrate der Temperatur- gewesen; diese, mit 6581 (= 812) multiplizirt, giebt 44,856; im Grade anstatt der Summe der einfachen Grade zu nehmen; Herr Jahre 1790 erhalten wir 60,06 X 792 = 37,820. Man fiebt, daß Babinet endlich glaubte aus einigen theoretischen Annahmen folgern das Ergebniß der Hypothese nicht günstig ift. zu dürfen, daß man die Summe der Grade mit dem Quadrat der Anzahl der Tage, welche die Pflanzen bis zur Reife brauchen, multi

II. pliziren müßte.

Art. 1. Von den Phasen des Wadsthume. Zunächft Wir haben erkannt, daß alle diese Methoden dem Zwecke nicht erregte der folgende Umstand unsere Aufmerksamkeit: Der Weizen entsprechen. Die Denksdrift, welche wir der Afademie vorlegen, ent war im Rhonethale bei einer weniger hohen Temperatur-Summe gebält in ihrem ersten Theile eine Prüfung der bisher aufgestellten reift, als im Norden Frankreichs; aber die Halme waren dort aud Theorieen und legt in ihrem zweiten Theile die neuen Ansichten weniger lang und aus einer geringeren Anzahl von Merithallen") bes dar, die unsere Untersuchungen uns aufgedrängt haben.

stehend. In Lugan am Don sind die Halme ro boch, daß ein Strauß

sie faum mit dem Kopfe überragt; die Temperatur-Summe bis zur I.

Zeit der Reife ist aber auch viel größer. 3n Sibirien reifte die Gerfte Herr Boussingault fucht die Summe der Temperaturen, welche bei einer Temperatur-Summe, die viel geringer war, als die im von der Zeit an, wo der Frost aufhört (d. i. in der Gegend von Süden Europa's; aber sie brachte auch nur einen 3, fachen Ertrag Paris vom 15. Februar, im Süden Frankreichs vom 1. Februar an) der Aussaat, während fie in Frankreich einen 8. bis 9 fachen Ertrag bis zur Zeit der Reife der Pflanzen stattfinden. Er erhält:

bringt. Diese Thatsachen veranlaßten uns, zuerst blos die Erzeugung im Elsaß ..

der Merithallen und den Einfluß der Wärme auf dieselbe zu 2150 Grade

untersuchen. Die der Dentídrift beigefügten Tafeln zeigen die Erin Paris

2160

gebniffe dieser Untersudung in Bezug auf den Maulbeerbaum, für in Kingston (New - York). .

2066

die Jahre 1840 und 1854. Bei einem von dem Fuße eines Maulin Quiachaqui (in der Aequinoktial-Zone) . 2534

beerbaums ausgebenden Schößling haben wir 66 Merithallen in dem Wir haben für verschiedene Gegenden des Rhonetbals ein Marie einen, wie in dem anderen Jahre gezählt und eine fast gleidhe An. mum von 1966, ein Minimum von 1163 und eine Durchsdnitts- zahl von Temperatur-Graden, nämlich im Durchschnitt 58°,5 und 58°,4 Summe von 1748 Graden erhalten. In Lugan, in der Gegend der auf eine Merithalle. Bei einem von einem fefundären Aft (nabe donischen Kosaken, braucht das Korn, Roggen und Weizen, bis zu am Hauptstamm) in fast vertifaler Richtung ausgehenden Scößling seiner Reife 2537 Orade, wie in der Aequinoftial - Zone.

haben wir nur 44 Merithallen gezählt, und jeder derselben hat durch. In Bezug auf die Gerste baben sich uns folgende Zahlen ergeben: fhuittlich 87°,7 Wärme zu seiner Ausbildung gebraudt. Ein von

der vertikalen Richtung um 50° abweichender Schößling hat nur für Lyngen in Norwegen (70° Breite). . 1055 Grade

24 Merithallen gehabt, deren jeder 161o Wärme gebraucht. Die für Nertschinge in Sibirien (51° Breite) 1482

fenfrechten Schößlinge, die vom Gipfel der im Frühlinge beschnittenen für Brüssel...

1765

Maulbeerbäume ausgehen, haben 27 bis 29 Merithatlen, deren jeder für Versailles (1852).

1549

durchschnittlid 133° bis 134° Wärme braucht. für Drange (im Durchschnitt).

1500

Aus diesen Tbatsachen folgt: 1) die Temperatur hat einen direkten Ade die hier fich zeigenden Anomalieen beweisen, daß das Wachs- Einfluß auf die Entwiđelung eines jeden Merithalle; 2) diese Entthum der Pflanzen, wenn auch offenbar im Verhältniß stehend zu den widelung wird in Bezug auf ein jedes durch eine fast gleiche Anzahl ihnen zu Theil gewordenen Temperatur-Summen, doch auch noch von von Wärme- Graden bewirft: 3) die Temperatur-Summe ist um so anderen Ursachen abhängen muß.

größer, je weniger der Schößling vertikal ift; 4) dieselbe ist um fo Herr Quetelet meinte, daß man nicht blos die Summe der den größer, je größer die Anzahl der Umläufe ift

, welche der Saft machen Pflanzen zu Theil gewordenen Temperatur-Grade, sondern auch die muß, um bis in den Schößling zu fommen, je größer die Anzahl der Zeit, in der dieselben ihnen zu Theil geworden, in Betracht ziehen durch die vorhergehenden Aeste verursachten Anastomosen (Aus. müsse. Zwei Tage zu 10° fönnten, meinte er, auf das Wachsthum mündungen) ift; 5) die Temperatur wirft also nicht auf den Shößder Pflanzen nicht so viel wirfen, als Ein Tag zu 20o. Er glaubteling selbst, fondern auf den Saft, der ihm Nahrung giebt; und die daber, da er die Wärme als eine lebendige Kraft anfah, nicht die Entwidelung des Scößlingo geht aus der durch die Wärme verSumme der einfachen Grade, sondern die Summe der Quadrate ursachten Bewegung des Saftes hervor; diese Bewegung bringt, bei der Grade nehmen zu müssen.

gleicher Temperatur, den Saft um so schneller zum Schöbling, je Wir haben diese Methode auf das Wachethum des spanischen kürzer, direkter und freier der Weg ist, den er bis dahin zu durch Flieders in dem Klima von laon angewendet. Im Jahre 1782, som laufen hat.

*) Die hier folgenden Mittheilungen sind einer Denkschrift entnommen, welche der Graf de Gasparin der französischen Akademie der Wissenschaf: *) Merithalle ist der Theil eines Pflanzenschafte zwischen zwei zunächfi lieten vorgelegt hat.

genden Reihen oder Paaren von Blättern.

Aber die Merithatten sind von ungleider fänge; ihre Länge hängt 4) Diese Anzahl ist verschieden je nad der Beschaffenheit der nicht mehr von der durch die Wärme verurfachten Erregung ab, fon- Klimate und der Fahre. dern von der Menge des dem Baume gelieferten Saftes. diese aber 5) Das Blühen und die Anzahl der von demselben sich entwidelně richtet fich nach dem Maße der Feuchtigkeit des Erdbodens. Hiervon den, Blätter tragenden Merithallen hängen von verschiedenen Umstänkann man sich leicht überzeugen: bei Regenwetter werden die Meri- den ab, welche den Zufluß des Saftes zu dem Schößling vermindern, thallen länger, bei trođener Witterung fürzer. Es ift bekannt, daß oder welche den Saft verdicken. ein feuchter Sommer eine gute, ein trockener Sommer eine soledte 6) Da die meteorologischen Verhältnisse, welche auf die BeschafHeu - Aerndte bringt.

fenheit des Saftes einwirken (die Feuchtigkeit des Bodens und der Eine ähnliche Untersuchung ist bei der rothen Nübe angestellt Luft, der Regen, die Winde u.f-w.) in demselben Klima im Allgemeiworden. Ihre Wurzel hat eben so viele konzentrische Kreise, als ihr nen dieselben bleiben, fo erklärt sich, daß die Pflanzen ziemlich um Stengel Umläufe von Blättern hat. Wir haben vom April bis Ol. dieselbe Zeit im Jahre blühen, nachdem sie dieselbe Anzahl von Metober 7 fonzentrische Streise, 7 Umläufe von Blättern und eine Tem. rithallen getrieben, und daß man mithin für ein gegebenes Klima die peratur-Summe von 3618° gezählt; es macht dies etwa 100° auf Temperatursumme, welche das Blühen in diesem Klima herbeibringt, 1 Merithalle. Was aber die aus der Menge det Safts hervorgehende berechnen fann; diefe Temperatursumme gilt aber nicht für ein anderes Anhäufung des Stoffes in der Rübe betrifft, ro ist diese nicht mehr Klima, wo die Anzahl der Merithallen, die sich vor dem Blühen entvon der Wärme abhängig. Vom 1. April bis zum 20. September wickeln, nicht dieselbe ist. erlangten die Rüben (die Wurzeln) ein durchschnittliches Gewicht 7) Da bie Frucht und die Reife Folgen der Blüthe find, so ift von 750 Grammes; ihr Wachsthum batte während der Trodenheit des die Temperatursumme, welche dieselben hervorbringt, auch verschieden Sommers eine Stodung erlitten; am 25. Oktober wogen fie durc- in verschiedenen Klimaten. schnittlid 1 Kilogramm 50 Grammes; die 50 Grammes hatten sie 8) Da die Aerndtezeit einer Pflanze von Nüßlichkeits-Rücksichten bei trođener Witterung mit 3,108° Wärme, die 300 Grammes bei abhängt, die nicht immer auf die botanische Reife Fich beziehen, so Regenwetter mit 510° Wärme erhalten. In einem beständig feuchten kann dieselbe nicht durch genaue Temperatur-Berechnungen festgeftellt Boden stehende rothe Rüben haben mit 3618° Wärme ein Gewicht werden. von 3 Kilogrammes 500 Grammes erlangt. Man muß also die Ver. 9) Da die Sonnenstrahlung auch in demselben Klima von einem größerung der Pflanzen nicht mit der Entwicelung ihrer organisden Fahr zum anderen fast dieselbe bleibt, so ändert sie, zur Temperatur Theile verwechseln. Diese hängt von der Wärme ab, jene ist die der Luft hinzugefügt, nicht das Verhältniß der Temperatursumme; Wirkung der Menge und der Güte bes Safts.

aber sie verändert dasselbe, wenn das Klima nicht dasselbe ist. Diese Art. 2. Von dem Blüben der Pflanzen. Das Blühen ist der Temperatur der Luft hinzugefügte Wärme darf nicht außer Acht nicht eine nothwendige Phase im Leben der Pflanzen. Erbsen, die gelassen werden, wenn es sich darum handelt, zu bestimmen, ob eine man in sehr ftark gedüngten Boden gesát, haben Stauden und Blätter Pflanze in einer gegebenen Gegend angebaut werden könne. getrieben, ohne zum Blühen zu gelangen. In den beißen und feuchten Aequator-Gegenden treibt der Weizen keine Lehren; wegen des Reich, thums an Halmen und Blättern baut man ihn nur zur Fütterung.

England. Herr von Humboldt theilt uns mit, daß auf dem Abhange der Cor

Literatur - Briefe aus England. dillere von Vera-Cruz der Anbau von Weizen behuf& Gewinnung von Körnern erst auf der Höhe von zwölfhundert bis dreizehnhundert Mèo

Eilfter Monats - Beridt. 1855. tres beginnt. Andererseits baut man den Weizen zur Gewinnung von

(Fortseßung.) Körnern auf Jøle-de-France fast auf dem Niveau des Meeres, wo die Die plebeje Tottenham-Court Road hat zwei Stellen, wo faft Temperatur im Winter nicht unter 26° ist. Aus diesen Chatsachen, immerwährend Equipagen halten und instinktmäßig fast jeder Omnibus zu denen viele ähnliche hinzugefügt werden könnten, läßt fich folgern, von selbft ftill fteht, weil immer eine oder mehrere Damen vor ,,Scools daß das Blühen feine nothwendige Phase im Pflanzenleben ift, und bread' aussteigen. Schoolbread, der Londoner ,,Gerson“, ist ein Detail. daß diejenige Pflanze, in welcher der Saft sehr reidlich und fortwä - geschäft mit allerhand Sanittwaaren, Teppichen u. f. w., wo man heute rend zuftrömt, nur Blätter, nicht Blüthen zu treiben im Stande ift . die vollständige Ausmöblirung und Ausschmüdung eines Hauses beftelit

, Art. 3. Die Reife des Samens. - Man muß fich zunädft wenn man morgen hineinziehen will. Der ,,Ladens besteht aus einer über das, was man unter Reife versteht, verständigen. Die Einen Menge geradliniger langen- und Querstraßen, deren Ende man nidst verlangen: der Same foll im Begriff sein, fich von der Pflanze log som Anfange aus feben kann. Jede Straße ist eine ununterbrochene linie zumachen; die Anderen meinen: es müsse wenigstens die Frudthülle von Ladentischen mit Festungen von Stoffen dahinter und unabsebbaren pertrodnet und das Samenkorn vollftändig hart geworden sein; Andere Reihen von Gas- Kronenleuchtern, mit dreihundert Ladendienern, die endlich halten den Samen für reif, wenn er so weit ist, daß er zum in einem eigenen Phalanftère mit Bibliothek, Bädern und anderen Bes Keimen gebracht werden kann. Dies nennt man die botanische Reife. quemlichkeiten wohnen. Jedenfalls das größte Ungeheuer von DetailSie allein bietet einen allgemeinen Charafter bar. Die Zeit der geschäft in der ganzen Welt. Nicht weit davon sehen wir einen Aerndte ist keinesweges immer die der Reife. Die Dlive pflüdt man neuen Pradht-Palast von drei Etagen großer, ganzer, nicht etwa zuab, oder man wartet, bis fie vom Baume son selbst abfällt. Die fammengefegter Spiegelscheiben, fhöner als Carlton-Clubhouse: „Heal Weinlese findet bei mehr oder weniger vorgerüdter Reife der Traue and Son, Bedding” Bettengeschäft! Die wahrhaft architektonifds ben statt, je nach den Ergebnissen, die man von der Gährung erwartet, fchöne Front ift aber das Wenigste. Das Geschäft zieht sich im Inje nach der Beschaffenheit des Moftes, je nach dem Geldmad der Rons

nern etwa vierhundert Schritt lang bis zur nächsten Parallelstraße fumenten. In Burgund hält man die Weinlese ießt später, als in dahinter mit Himmelbetten, vor denen man alle drei Himmel vergessen früheren Zeiten. In Bezug auf das Getraide bat Herr Dugartre fönnte, mit eifernen, vergoldeten Holzarmen, geschnigten Bettstellen, bewiesen, daß die Samenförner sdon teimfähig sind, wenn ihr Albu. Matraßen, gußeisernen Wiegen wie Spinnengewebe, Himalajah's von men fast noch mildartig ist, daß aber ihre Austrocnung die Fähigkeit Deđen und Federbetten! Ja, das ift eine neue Revolution. Feder. zu feimen bedeutend fördert. Versuche, die in Versailles gemacht wor. betten? Früber Vätte der wirflide, engere Engländer lieber hinter dem den sind, haben bewiesen, daß man ohne Namtheit das Getraide ärnbo Zaune gesclafen, als in einem Federbett. ) 3eßt muß jedes höhere, ten kann, wenn die Halme oben noch grün sind. Diese genügende fashionable, neue Paar feine Federbetten haben mit Bettstellen, in der Reife ift neun bis dreizehn Tage früher eingetreten, als die Reife, nen man sich nicht mehr rings herum in jeder Richtung legen kann, welche die Landleute eine vollständige nennen, und hat eine Teme da fie nicht mehr Quadrate, sondern lange Vierede bilden. peratur-Summe von wenigstens 245° geliefert.

Alle diese und ähnliche Neformen, deren Neußerlichkeiten und OberEin anderer Umstand, der hindernd in den Weg tritt, wenn man flächen ich als das nächfte und Bequemste von Merkmalen innerer die zur Reife einer Pflanze nöthige Temperatursumme bestimmt an Wandelungen angegeben habe, laffen eben auf eine ganz besonders reg. geben wil, ist die große Anzahl von Arten, deren jede zu ihrer Reife fame und vielseitige innere Emancipation und geiftige Erweiterung einen anderen Zeitraum nöthig hat.

schließen. Die Tehr bedeutenden Lehren, welche der Krieg und dessen

monopolifirte Verwaltung unter der Diftatur Napoleon's den Engländer Ergebnisse.

predigt und praktisch einschärft, dürfen dabei nicht übersehen werden, 1) Die auf einander folgenden Phasen des Wachstbums einer obwohl wir uns hier nicht darauf einlaffen. Im Ganzen und Großen Pflanze sind durch die Entwicelung ihrer elementaren Bestandtheile der find es die Reisen und der lebendige, rasche, massenhafte Wedselver Merithallen mit ihrem Zubehöre: Stengel, Blättern, Sprossen u. f.wo., fehr mit anderen Nationen, die anfäffigen Ausländer in London und bezeidnet.

allen großen Städten Englands, deren Production, geistige, fünftle2) Die Entwicelung der Merithallen ist bedingt durch eine für rifde und technische Ueberlegenheit, die regelmäßige, wohlfeile und dieselbe Pflanzenart und für die ähnlich gelegenen Zweige fast gleiche fúnelle Zugänglichkeit aller Eheile der Erde von diesem ,, Mittelpunkte" Temperatursumme.

aus und von erfteren in legteren, welche London und mittelbar ganz 3) Es kann sich eine unbeschränkte Anzahl von Merithallen mit

*) Dies ist nicht ganz richtig. Die Engländer schliefen schon längst in

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