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eines Gasthauses, das im Waldeódunkel gelegen ift und den Namen Diese verdient jedoch unter den verschiedenen Unternehmungen, welche der „Waldmühle führt, vollzogen werden. An der Leitung dieser in Deutídland zur Lektüre und Unterhaltung auf Eisenbahnen und Gottesdienfte haben sich im Laufe des Jahres 1855 insonderheit der Dampfschiffen gegründet worden, ganz besonders bervorgehoben zu Dberprediger von Lüders aus Müftrin, der Prediger Cäfar aus werden. Mit der den Verlag - Werfen des Verlegers der „Leipziger Räthen, der Geheime Kirchenrath Dr. Sowarz aus Jena und der Uustrirten Zeitung“ eigenthümlichen Nettigkeit und artistisden SchönRonsistorialrath Dr. Böhmer aus Breslau persönlich betheiligt. Der beit find auch die Bändchen der illuftrirten Reise-Bibliothek auszuleßt genannte Gottesgelehrte, welcher fich lediglich auf fremden gestattet, von welden bisher fieben erschienen find: Darstellungen sou Wunsch betheiligte, schloß am 2. September die Gottesdienste mit Berlin und Paris, des Elbthals und der Schweiz, Helgolands und einer Predigt, welche in der tiefsinnigen Stelle des Paulus: I. ko. der Krim, so wie endlich des bereits erwähnten Krystall-Palaftes von sinther X. 16, ihren Anschließungdpunkt und das Mahl des Herrn wie Sydenham, enthaltenb. Jedes Bändchen ist mit zahlreichen in den nad feinem Wesen fo nad seiner Beziehung zum Thema hatte. Die Tert gebrudten Abbildungen ausgeftattet, die nicht blos zur Ver. Rollette, in dem Søluß Gottesdienfte “) bei den zahlreich versammelten ansdaulidung, sondern aud zur Unterhaltung wesentlich beitragen evangelisden und selbst nichtevangelischen Christen zum Besten eines und einen bedeutenden Vorzug dieser Sammlung bilden, welche auch im Evangelisden in Marienbad zu errichtenden Bethauses veranstaltet, Preise nicht viel höher, als die anderen Sammlungen ist. ®) Das fiel bedeutend aus. Durch die nothwendige Berücksichtigung seiner Bud über die Krim rührt von einer englischen Dame her, welche die angegriffenen Gesundheit wurde der Professor Böhmer zu seinem Be. Halbinsel längere Zeit bewohnt hat und dieselbe daber nicht als flüch. dauern abgehalten, das Verlangen, daß er noch einmal im Verlaufe tige Touristin, sondern aus genauerer Renntniß schildert. Die Reises diefes Jahres in Marienbad predigen möge, zu erfüllen.

bilder in der Soweiz, y leute und Berge", find nach Robert FerWas das eben berührte Bethaus betrifft, so ift der Aufbau des guson bearbeitet. Alle übrigen Darstellungen sind jedoch Driginale felben, nachdem er von Sr. Majestät dem regierenden Kaiser des und bieten zum Theil, wie namentlich der Krystall-Palaft von Sybenöfterreichischen Staates gestattet worden, im Jahre 1854 auf einem ham, eine sehr pifante und unterhaltende Lektüre. folchen Raume des Marienbader Grünzeugmarktes, zu dessen Anlauf Sr. Majestät der regierende König von Preußen die Mittel an die Anglo-Amerikanische Flibuftier in Merito und CenHand gegeben hat, dergeftalt angefangen und fortgefeßt worden, daß tral-Amerika. Ueber das allmähliche Vorbringen nordamerikanischer die vielen Liebesgaben von wohlgesinnten, evangelischen Chriften, ins Abenteurer bis hinab an den Isthmus von Panama äußert sich das fonderheit bei den Gottesdiensten der Waldmühle gespendet und auf sehr umsichtig redigirte, deutsche San Francisco - Journal (,,Steamermehr als zwanzigtausend Gulden C. M. fich belaufend, gewiffenhaft Ausgabe vom 20. September): „Von Acapulco wie vom Rio-Grande bei dem Aufbau benußt find. Daß das Bethaus im Jahre 1856 aus dringen anglo-amerikanische Abenteurer, als Parteigänger innerer feine Vollendung erreichen werde, darf gehofft werden, dafern noch Bürgerkriege, aber mit dem Hintergedanken der Ansiedelung und Erflebentausend bis achttausend Gulden C. M. bis babin von evangelijden oberung, in Merito ein. Bom Colorado und Gila aus thun nordGlaubens-Brüdern herbeiges Wafft werden. Und die Wahrscheinlichkeit amerifanische Minen-Compagnieen und Gold- und Silberfucher dasdes Herbeigeschafftwerdens unterliegt wohl bei dem Hinblid darauf, felbe. Die verlassenen Hacienden und Ranchos des nörblichen Sobaß bereits über zwanzigtausend Gulden C. M. in der vergangenen Zeit nora, die der Merikaner aus Furcht vor dem Apachen nicht zu bewohgesammelt find, teinem Zweifel. – Das Bethaus darf nun freilid

Das Bethaus darf nun freilich nen wagt, werden von Bürgern der Bereinigten Staaten in Besiß teine Thüren und Eingänge von Seiten des Gränzeugmarktes aus, genommen, die den Gefahren sicherlich nur mit dem Gedanken troßdesgleichen feine Kirchengloden haben. Es wird als ein Privat-Ge- bieten, daß fie den Befiß nicht wieder aufgeben wollen, welchen sie bäude, zugehörig dem königlich preußischen Landrathe von Kröder, um den Preis des größeren Muthes fich erworben. In Nicaragua errichtet. Es zeugt niớt von einer schönen Rechtsgleichbeit auf dem endlich wartet im Osten Kinney auf einen günstigen Augenblic, um religiöfen Gebiete, welches die Evangelischen des österreichischen Kaiser- mit seinen Kolonisten oder Flibustiern in das Innere vorzubringen, ftaates zugleich mit den Katholifen nach den humanen Grundsäßen während im Westen Walker bereits den Haupthafen des Landes, San der Gegenwart, so wie nach den Bestimmungen des deutsden Bun- Juan del Sur, in seiner Gewalt hat und als Basis für weitere Dpedes, genießen sollten. Das Bethaus beurfundet in seiner Gestalt rationen benußen fann. Tritt dem legteren nicht ein besonderes Unnur jene religiöse Duldung, die den Evangelischen von den Katho- glüc entgegen, oder begeht er nicht große Fehler in seinen Operalifen nach Anschauungen des perstorbenen, edlen Raisers Joseph tionen, so kann es ihm, bei der Leichtigkeit des Zuftrömens und der zu Theil wird. Gleichwohl dürfte das Bethaus ein seinem erhabenen Zufuhr von San Francisco, nicht schwer werden, in Nicaragua so Zwede entsprechendes Gebäude werden. Dafür bürgt die Thatsache, weit die Oberhand zu bekommen, daß das Land unmittelbar und rüddaß es unter der Oberleitung des preußisden Bauraths Cantian, baltlos der Einwanderung geöffnet, den Ansiedlern das Bürgerrecht welcher in dem preußischen Architekten Freese einen geschidten Ver- ohne Hemmnisse zugänglich gemacht, Verfassung und Geseke revidirt, treter befißt, erbaut wird. Es ift der gothische Rundbogen -Styl, in allgemeine Freiheit und Religionsübung eingeführt, die gewerblichen welchem das Bethaus bei zehn Klaftern Länge mit Pilastern Säulen- Monopole der Regierung abgeschafft, – mit einem Worte, das Land, ftellungen und Emporen fich erhebt. Die Dede wird zwar eine wenn nicht politisch, so doch wenigftens geistig, den Vereinigten Staagerade, jedoch mit Täfelchen ausgestattet sein. Die Altarnische wird ten annerirt wird.eine halbrunde, fuppelförmige überwölbte Gestalt haben. Dbwohl nod unvollendet, macht der Bau sdon jeßt einen dem evangelisah. *) Das Bändchen foftet 13. Sgr. driftlichen Bewußtsein wohlthuenden Eindrud.

Der Baurath Cantian gehört mit zu dem ftetigen Comité, welches die sämmtlichen, evangelisch-kirchlichen Angelegenheiten Marienbads

Literarischer Anzeiger. leitet, dessen Mitglieder indeß nicht immer daselbft anwesend find. Von dem ftetigen Comité ift ein flüssiges (wenn ich so sagen darf)

In unserem Verlage ist erschienen: zu untersheiben, beffen Aufgabe gleichfalls von dieser Leitung gebildet DIEMALERSCHULE HUBERTSVANEYCK wird, welches aber zusammengeseßt ift aus evangelischen Persönlich. feiten, die in dem Babeort gerade fich befinden und für das Gebeiben

NEBST DEUTSCHEN des evangelischen Chriftenthums baselbft ein Herz haben. An den Ber

VORGÄNGERN UND ZEITGENOSSEN. farmlungen des flüffigen Comité habe ich während meines mehrwöchentlichen Aufenthaltes in Marienbad theilgenommen und zu meiner

H. G. HOT HO. Freude wahrgenommen, daß die Versammlungen durch Gebete, die von

ERSTER THEIL. einem anwesenden Geiftligen gesprochen wurden, ihre angemessene relis

GESCHICHTE DER DEUTSCHEN MALEREI BIS 1450. giöse Weihe erhielten.

31 Bogen gr. 8. Preis 2 Thlr. Breslau.

Wilh. Böhmer.

Sorgfältige und vieljährige auf eigener Anschauung begründete Studien, kritischer Scharfsinn in der Verarbeitung, und künstlerisch gebilde

ter Blick in der Beurtheilung des weitsebichtigen Materials, eine DarMannigfaltiges.

stellung, die neben der liebevollsten und eingehendsten Beachtung des

Details die grossen Zusammenhänge der allgemeinen Kunstentwickelung, Beber's illuftrirte Reife-Bibliothef. Bei Gelegen, bens der Zeit auf die Ausbildung der Kunst niemals aus dem Auge ver

so wie die bedingenden Einflüsse des gleichzeitigen geschichtlichen Lebeit des Krystall-Palaftes von Sybenbam hat unser Londoner Kor. liert - alle diese Vorzüge charakterisiren das Hotho'sche Werk als eine respondent fürzlich der Weberschen illuftrirten Reise-Bibliothek gedacht. höchst bedeutende und für das von ihr behandelte Gebiet der Kunstge

scbichte geradeza abschliessende Erscheinung der Literatur. Das ganze

Werk wird aus drei Bänden bestehen. *) Die Liturgie besselben wurde von Dr. Sdwarz gesprochen,

Berlin, November 1855.

Veit & Comp.

VON

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danken über Gott, einer fchon gebrudten und profaisden Schrift Stis Böhmen.

tné's, aushebt und metrisch übertragen vorlegt. Folgendes eine Probe.

Die Welt ist wie ein Buch,
Joseph Wenzig und die böhmische Literatur.

Das von der Hand, ich meine, von der Macht
In Nr. 110 des vorigen Jahrgangs haben wir den Lesern Herrn

Und Weisheit Gottes, ist geschrieben; Joseph Benzig's „Blumenlese aus der böhmischen Kunst- und Natur

Ein jegliches Geschöpf

Ist wie ein Wort in diesem Buche, poesie" vorgeführt. Der ungemein thätige Mann ist unablässig bes

Das Gottes Madyt und Weisheit zeigen soll. müht, zwischen der Bildung seines Heimatlandes Böhmen und deut

Da fömmt denn, wie es zu geschehen pflegt, fder Bildung ein Band gegenseitiger Achtung und Anerkennung zu

Der Eine, sieht das Buch und blidt hinein, knüpfen und folglich auch, so viel an ihm ist, zu Bewältigung der alten

Doch was ein jedes der geschriebenen Worte Antipathieen zwischen Deutsó - und Slaventhum beizutragen. Dies

Bedeute, weiß er nicht; ein zweiter fömmt aber wird ihm, der mit dem Bildungogange beider Nationalitäten fo

Und lobt das Aeußere des Buchs, wie prächtig in nig vertraut ist, sicherlich gelingen; gelingen wird ihm zunächst das

Es eingebunden; und ein Dritter preist patriotische Beftreben, bei uns Deutschen die literatur seines Vater

Die gute Schrift: der geift'ge Mensch allein landes zu immer höherer Geltung zu bringen. Zuerst nämlich ist diese

Versteht den Sinn, der in den Worten waltet. Literatur, die sich jeßt allgemad vor unseren Bliden erschließt, eine Hieran müssen wir genügen lassen, um zur Besprechung drei anderer überaus reiche, naturwüchsig schöne, ist es schon auch zur Zeit ihrer unten) verzeichneter Schriften zu kommen, welche Herr Wenzig fämmtersten Blüthe im vierzehnten und funfzehnten Jahrhundert gewesen, lich im Laufe von 1855 ans Licht gestellt hat. und deshalb eine der allgemeinften Beachtung würdige. Sodann ber. ,,Der Rosmarin", sagt das Vorwort, wspielt in den Liedern des fteht der so dichterisch begabte und sprachgewandte Mann, sie uns in böhmishen Volkes eine große Rolle; denn die Jungfrau wird mit ihm silberner Schüssel, für unsere Gaumen schmadhaft zubereitet, vorzu- geschmüct, sowohl wenn sie als Braut zum Altare tritt, als wenn fie, feßen, wie man schon an den mitgetheilten Proben der Blumenlese eine Leiche, auf der Bahre liegt

eine Leiche, auf der Bahre liegt – der heilige Ernft der Erbe und hat wahrnehmen fönnen. Drittens ist er auch dermaßen erfüllt von des Himmels ist an ihn geknüpft.“ Darum wählte der Ueberseger Liebe und Begeisterung für germanische Bildung und literatur, daß den Titel: „Rosmarinfranz" für sein Büdlein. Es ist derselbe aus ihm, wie Reinem, der uns bei unserem Lieblingsthema zu fassen und den Dichtungen dreier neuböhmisder Sänger gewunden: den legenzu halten weiß, aud dann nicht unser Bertrauen fehlen würde, wenn ben und Erinnerungeblumen von Wenzel Svatopluf Stulc (Welter uns weniger als deutscher Landsmann nach Geburt und Abfunft priester und Gymnasial-Religionslehrer, geb. 1814), dem Volfsmárdenn als ein literarischer Janus und Doppelgänger gälte. Ja, felbft denftrauß des schon oben genannten R. 3. Erben (ftädtischen Archiberufen ist er amtlid, ihr Pfleger und Vermittler unter seinen landse vars in Prag, geb. 1811) und dem ,,Salomon" des Ordenspriesters Boleuten zu sein, wie man am besten aus dem von ihm, als Dirigenten leslav Jablonsky (eig. Karl Eugen Tupy, geb. 1813). Ju welcher der Anftalt, herausgegebenen ,,Jahresbericht der f. k. böhmischen Ober- Dichtgattung fich Erhen hervorgethan hat und ein Liebling seines Volks Realschule zu Prag für das Shuljahr 1855" (51 Seiten in Große geworden ist, zeigt die Ueberschrift seiner Dichtungen an. Jablonsky quart) ersieht. Hiernach hat nämlich Herr Wenzig in der dritten ist Lyrifer, Didaktifer, geistlicher liederdichter; Stulc gleichfalls ausge(höchsten) Ober-Realschul-Klasse deutsche Sprache und Literatur vor- zeichnet in Lyrik und in der Legende, außerdem trefflicher Ueberseßer von zutragen, und so im Verlaufe des leßten Schuljahres in theils kursos D. Spedter's Fabeln und des Konrad Wallenrod von Midiewicz. Wir risder, theils ftatarischer Lektüre einen großen Theil dieses Gebiets, laffen es bei zwei Proben aus dem ,,Salomon", einer Perlenschnur von von ben , Nibelungen", ,,Gudrun", ,, Parcival", ,,Tristan und

, Parcival", „, Tristan und Weisheitslehren eines Vaters an seinen Sohn, bewenden. Sforbe u. f. w. bis herab zu Goethe's ,,Iphigenia" abfolvirt, jene

1.

2. alle, verfteht fid, partieenweise, diese im zweiten Semefter mit unter Zieh nicht vor, o Sohn, das Fahle, Glaub', . Sohn, nicht von der Bildung die Süler vertheilten Rollen, einer Parallele der Euripebeischen , Iphie Halbe Hell dem vollen Strahle; Hörst Du gleich so manche Klage genia" nad Shiller und schließlich einer Theorie des antifen und mo. Tag beschämt die Nacht doch immer, Daß sie nicht mit heil'ger Wahrheit,

Mit der Jugend fich vertrage. dernen Drama. Mögen diese Spezialien, obwohl von unserer Auf- Beffer Sonn' als Sternensch immer. gabe etwas fern liegend, darthun, in welcher Ausdehnung von den böhs Noch erblühte bei dem Scheine Stern kann nicht den Stern umnachten, mischen Slaven das Deutsche gelehrt, gelernt, getrieben wird.

Grauer Nacht der Rosen keine, Wahrheit Wahrheit nicht verfehren, Welche Blüthe nun aber die Literatur Böhmens, des Vaterlands

Und noch reiften niemals Früchte Perle nicht die Berle trüben,

Bei des Mondes bleichem Lichte. Wahrheit nicht der Tugend wehren. eines Comenius, im vierzehnten bis sechzehnten Jahrhundert bis herab auf Rudolph's II. Zeit entfaltete, geht aus eben diesem Berichte, ihre ,,Der Herr Smil von Pardubic mit dem Beinamen Flashla", sagt Nichtfenner überrascend, hervor. Hier heißt es, daß icon Jungmann's Herr Wenzig, wist ein Stern erfter Größe am Horizonte der Dichtkunft.“ teinesweges volftändige Hiftorie der czechischen Literatur (Prag, 1849) Er entftammte einem hochangesehenen Geschlecht und war der Neffe aus dem vierzehnten Jahrhundert allein undertundachtzig von der des erften Erzbischofs von Prag und Freundes Karl's IV., des bea Macht der Zeit und der noch solímmeren der Menschen verschont ge- rühmten Erneft von Pardubic. In den Bruderzwiften zwischen Sig. bliebene Werfe" aufzählt. Unter den Schriftftellern jenes Jahrhun- mund und Wenzel ftand er auf des Erfteren Seite und wurde 1396 zum berts rage Thomas von Stitné (geb. um 1325 auf seiner väter. Oberstlandsdreiber des Königreichs ernannt. Diese Würde bekleidete lichen Veste Stitné, im Taborer Kreise; sein Todesjahr ist unbekannt), er bis zu seinem Tode im Jahre 1403 bei Gelegenheit einer Febde ogleich einer Alpe, über das funfzehnte Fahrhundert". Die reichften mit den Bürgern von Ruttenberg, die treu bei dem damals gefangen und beften Aufsglüsse über ihn gebe Karl Jaromir Erben in dem zur gehaltenen Wenzel aushielten. Das Jahr seiner Geburt ift unbekannt. fünften Säkularfeier der Universität Prag edirten Werte des Thomas Der Grad eines Baccalaureus an der Prager Hodschule legt für seine von Stitné: ,,Sechs Bücher von allgemeinen christlichen Angelegenheir gelehrte Bildung Zeugniß ab. Von den fünf ihm zugeschriebenen ten". Bekannt sind von Stitné bis jeßt fechsundzwanzig Werke in zehn Shriften: einer Sammlung altböhmisher Sprüche und Sprüdwörter, oder minder vollständigen Manuskripten, wovon das zehnte in jüng, woraus wir nächftens Einiges mitzutheilen gebenken, dem neuen Rath", fter Zeit von Palady auf der Pariser Bibliothek aufgefunden wurde. Auch Herr Wenzig hat es unternommen, uns mit diesem merk

*) Rosmarinfranz. Eine Sammlung böhmischer Dichtungen in deutscher

Uebertragung. Regensburg, Manz. 12. würdigen, durch tiefe Religiofität, Naturfinn, Schönheitssinn, Liebe zu Der neue Rath des Herrn Smil von Pardubic

, Thierfabel a. d. 14ten Jahrh., feiner Muttersprache, die er meisterlich bandhabte, so wie durch seine nebit befsen übrigen Didtungen und einer Auswahl aus seiner Sprüchwörter: häuslichen Tugenden ausgezeichneten Autor befannt zu machen, indem

Sammlung. Leipzig, Rub. Weigel. 12.

Blide über das böhmische Bolf, seine Geschichte und Literatur, mit einer er im ersten Abschnitt des gedachten Berichts Einiges aus den „Get reichen Auswahl von Literaturproben. ' Leipzig, Brandplatte. 8.

,,des Vatert Rath", dem „Streit des Wafferd mit dem Weine", end.

Nord: Amerika. lids bem ,,Stallmeister und dem Schulfandidaten", find nur die zwei erften erwiesen, die übrigen muthmaßlich echt. Sie alle sind von Herrn

Der moderne Spiritualismus in Amerika und Europa. Wenzig nach dem böhmisden Originaltert nicht sowohl überseßt, als frei bearbeitet und in diesem sauberen, luxuriös ausgestatteten Büchel

(Fortseßung.) den vereinigt worben. Aber so recht genau ist der Titel nicht, welchen Unser moderner Spiritualismus ist nichts Neues, er ist eine alte Herr Wenzig dafür wählt, und sollte genereller gefaßt sein. Dagegen Geschichte in neuem Gewande ; aber er ist deshalb nicht weniger bes muß man seinem Urtheil über die schon durch den Titel hervorgehobene achtenswerth, denn er ift der Beweis eines fich zu allen Zeiten und Thierfabel oder den neuen Rath" völlig beipflichten, die fich von Seie bei allen Völfern wiederholenden Prozesses des mensdlichen Geiftes. ten ihrer fünftlerischen Vollendung, ihrer hiftorischen Bedeutung, ihres Wenn aber die Wirklichkeit des Geisterverkehrs mit dem Diefseits, die fittlichen Werths als ein kleines poetisches Meifterftüd erteift. Warum Realität ber Vifion, dadurch bewiefen werben foll, daß fich eben die ein neuer Rath"? läßt Herr Wenzig unausgemacht, aber es ist faum Manifestation einer Geisterwelt zu allen Zeiten wiederholt babe; fo zu bezweifeln, daß die weisen Rathshläge, die in dieser Fabel dem Ló- irrt man, da es ja noch gar nicht festfteht, daß jene Erscheinungen wen, ihrem König, von vierundzwanzig redend eingeführten Thieren eine Ursache außer uns haben, daß sie nicht das Erzeugniß der eigenen ertheilt werden, feinem Geringeren gelten, als bem jungen Böhmens inneren Geistesthätigkeit fiud. Kant fagt: „Die Philosophie, deren könig und bald auch Kaiser Wenzel, der bekanntlich mit eben so schönen Eigendünkel macht, daß fie fich felbft allen eitlen Fragen bloßstellt, Geiftes- und Gemüths-Anlagen ausgestattet als behaftet war mit man sieht sich oft bei dem Anlasse gewisser Erzählungen in schlimmer Vercherlei unköniglichen Temperamentsfehlern.

legenheit, wenn sie entweder an Einigem in denselben ungestraft nicht Die „Blide über das böhmische Volt" bezeichnet der Verfasser zweifeln, oder Manches davon unausgelacht nicht glauben barf. Beide als das erste Werf, welches nicht blos eine Uebersicht der gesammten Beschwerlichkeiten finden sich in gewiffem Maße bei den Geiftergeböhmischen Literatur gebe, sondern auch einen Vorrath von Produkten fdichten zusammen, die erste bei Anhörung desjenigen, der sie betheuert, derselben in deutscher Uebertragung liefern. Eine gelehrte Leiftung und die zweite in Betracht derer, auf die man fie weiter bringt. It sei es nicht, enthalte aber doch die Grundzüge zu einem fünftigen aus der That ist auch ein Vorwurf dem Philosophen bitterer, als der der führlicheren. Die Einleitung enthält zum Beweise, daß Deutsche und leichtgläubigkeit und der Ergebenheit in den gemeinen Wahn; und da Böhmen Zweige eines und desselben Stammes, des indo-europäis diejenigen, die sich darauf verstehen, guten Kaufs flug zu deinen, ihr fchen, find, wie auch ihre Märchen und Sprüchwörter auf einen ihnen spöttisches Gelächter auf Alles werfen, was die Unwifsenden und Beibeiden gemeinschaftlichen Ursprung hinweisen, das Verzeiðniß einer fen gewissermaßen gleich macht, indem ef Beiden unbegreiflic ift: so Anzahl Benennungen, woraus man die Verwandtschaft der Sprachen ist es kein Wunder, daß die fo häufig vorgegebenen Ersdeinungen großen beider Nationen erkennt, und fodann einen kurzen, lebenvollen Ueber- Eingang finden, öffentlich aber entweder abgeleugnet, oder verböhnt blick über die natürliche Beschaffenheit des Böhmenlandes. Die ganze werden.“ – „Und so werden die Erzählungen von dieser Art wohl Anlage der empfehlenswürdigen Shrift verräth wiederum, neben dem jederzeit nur heimlich Gläubigen haben, öffentlich aber durch die herrGeschichtsforscher und Naturfreund, den finnigen Dichter. Um seine schende Mode des Unglaubens verworfen werden.“ – „Eben diese UnLeser in recht lodender Weise in die Gesdichte und Literatur der Na- wiffenbeit macht audy, daß ich mich nicht unterstebe, so gänzlich alle tional-Böhmen, einer Bevölkerung von beinahe drei Millionen, einzu: Wahrheit an den mancherlei Geifter-Erscheinungen abzuleugnen, doch führen, führt er sie auf den geeignetften und schönsten aller Stands mit dem gewöhnlichen, obgleich wunderlichen Vorbehalt, eine jede einpunkte, nad Prag, Prag, welches Alerander von Humboldt in male zeine derselben in Zweifel zu ziehen, allen zusammen aber einigen Glaurisder Hinsicht nach Konftantinopel, Neapel und Liffabon die vierte ben beizumeffen.“ Im Gegentheil! Ist die einzelne Erscheinung als Stadt Europa's nannte, Prag, dem Mittelpunkt des Landes und dem phyfiologisher Vorgang nachgewiesen, fo fömmt es uns gar nicht dar„lebendigen Geschichtsbuch des bömischen Volfs von der Heidenzeit an auf an, was Phantasie und Wiedererzählung in anderen Fällen dazu durch die Perioden der Prcemysliden, Luremburger, Huffiten und Habs. gethan; uns genügt die Möglichkeit des Vorkommens, ohne daß uns burger hindurcy". Bier erhabene Punkte weist er ihnen hier zur Umschau die Wahrheit in dem einen Falle von entscheidender Wirkung ift. In über die hundertthurmige Stadt und das gesegnete land an: den Wyk. dem ganzen Komplere aber der Manifestationen eines geglaubten Geirhrad südlich mit seiner uralten, aber längst zertrümmerten Fürften. sterreichs liegt so viel Widersprechendes, daß schon hieraus Zweifel burg; den Hrabschin im Morgen; den Zizkaberg nach Abend, und nicht an der Wahrheit der Erscheinung, aber an ihrer Deutung aufs das reizvolle Belvedere gen Mitternacht, von wo fich Prag in aller steigen müssen. seiner Herrlichkeit volftändiger und lieblicher als sonst irgendwo ents Wir wollen weniger Gewicht darauf legen, daß die Geister mit faltet. Aus der Höhe des Wygrbrad mag der betrachtende Leser feinen ihren Kenntnissen nicht über den beschränkten Kreis der Anschauungen Blick versenken in die Mythenzeit des Heidenthums, aus welcher das ihrer Zeit hinausgeben, denn man kann nicht vorausseßen, daß alle ältefte Denkmal böhmischer Poesie, „Libussa's Gericht“, übrig ist, dann Geister tiefer Gelehrsamkeit theilhaft sein sollen; aber Das können wir aber auch die Morgenröthe des Christenthums anbrechen fehen, deffen doch von jedem Geifte, auch dem unseligen, erwarten, daß er weiß, Siegeskranz Böhmen, jedoch erst im dreizehnten Jahrhundert, im Kampf wo er ift. Wenn aber das Weib mit dem Wahrsagergeiste den Geift mit den Mongolen errang. Auf dem höheren Hradfdhin und Lorenz- Samuel's aus der Gehenna in der Mitte der Erde aufsteigen läßt; berg fobann betrachten wir zuerft Veitsdom, Königsburg und übrige Pa wenn die Geister der Griechen und Römer aus dem Orkus beraufläfte, hierauf das Auge nach den fernen Kuppen des Mittel- und 3ser. beldworen werden; wenn die Geister des Mittelalters „denen, fo fie gebirges wenden, dann finnend verweilen vor dem deutsch- lurembur- gefragt, wie sie seien oder was sie wollen, zur Antwort gegeben, fie gifden Königshaus und seiner Geschichte, unter welchem die Literatur. feien dieses oder jenes Verstorbenen Seelen, und man müffe ihnen so blüthe Böhmens begann, aus welcher Zeit aud Ritter Thomas von und so viel Seelenmessen, Wallfahrten und dergl. nagthun, ebe könns Stitné und Herr Smil in neuen poetisden Gaben vorgeführt werden. ten fie aus dem Fegefeuer nicht erlöft werden", ,,baber auch die gottDann auf dem Ziztaberge, von wo das Auge zunächft auf das geo losen Seelenmessen, Wallfahrten, das Fegefeuer und ander dergl. Phanwerbfleißige Karolinenthal und den schönen, nach Sachsen und Defter- tasie und Narrenwerk mehr aufgenommen und befestigt seien"; spätere reid hinzeigenden Eisenbahnhof trifft, sich die traurige Zeit des Hus Geifter aber von einem Fegefeuer nichts wiffen wollen, wohl aber von fitenkrieges und die noch traurigeren des Verfalls und Untergang einem Mittelreiche" erzählen, in dem sie verweilen, ehe sie den Geim fiebzehnten Jahrhundert unter Habsburg's Scepter vergegenwärtigen. filden der Seligen zueilen; wenn Swedenborg die Geifter auf SterWie zum Ausruhen von Betrachtung fo trübseliger Zeitläufte, erhält den wohnen siebt in Häusern und Gärten, die vollkommen den irdiman hier schöne Proben aus dem „Labyrinth der Welt“ des vortreff- fden gleichen; wenn andere Geister erzählen, auf der Erde berumzuliden Comenius (ftarb 15. November 1671 in Amsterdam). Endlich, wandeln, oder an einen Ort gebannt“ zu sein, von dem fie ,,erlöset" von Belvedere aus überschaut man das neue Prag in faft seiner gan werden müßten, oft durd Verhältnisse, deren vernünftigen Zusammenzen Ausdehnung und überläßt sich mit dem Volk der Böhmen allen hang man nicht einsiebt; wenn unsere modernen Geister erzählen, wie den frohen Hoffnungen, die es unter Desterreichs dirmender Aegide der abgeleibte Geift, melancholisch mit dem Gefühle furchtbarer Veryon national geistiger und bürgerlicher Wiedergeburt hegt, zum Theil einsamung und Bangigkeit um die Stelle, wo er im Leben wohnte, soon verwirklicht fteht. An diese Betrachtung reiht sich natürlich ein umberschwebt, wie er über die großen Schicksalsfragen und die Räthfel Ueberblick über Böhmens damaligen Kulturzustand und eifrig litera- des Daseins im Grunde wenig aufgeklärter sei, als wir es hier sind, risde Thätigkeit, begleitet von neuen dichterischen Belegen. - In dieser und noch immer bebaftet mit allen Schwächen, die ihm im Leben anArt also bezeugt der patriotische Wenzig die Ehren feines Geburts. klebten", felbft aus den Gefilden der Seligen febre er auf den Ruf landes, des von schüßenden Gebirgswällen rings umgürteten, und wei eines Menschen zurück

, um mit ihm als sein Soubgeift die Kümmerbet Herz und Blicke an erquidender Aussicht in feine Zukunft. niffe des Lebens aufs neue zu theilen: so müssen wir gestehen, daß

uns diese gänzliche Verschiedenheit der Aussagen der Geister über den
Drt ihres Aufenthalts nicht eben gläubig für das stimmen kann, was
ihnen ferner liegt. Die Besdreibung des Jenseits", des Himmels

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Geifter unter einander und mit den Engeln ift höchft verschieben; jebe
Offenbarung giebt uns davon ein andered Bild, und keine hat das trans-

Sürkei.
fcendente Bedürfniß befriedigt. Ueber die einfachften Dogmata find
die Geifter verschiedener Meinung, und wie die Einen fid früher für

Die Bertheidiger von Kars. *) die unbefleckte Empfängniß der Maria aussprachen und die anderen Die heldenmüthige Vertheidigung von Rars wird stets, was aud dagegen; so halten es heutzutage die Einen mit Whewell („of the bas fernere Schidfal feiner tapferen, aber verlaffenen Befaßung fein Plurality of worlds; London, 1853), die Anderen mit Brewster („More mag, eine der glänzendften Episoden des gegenwärtigen Krieges bilden. Worlds than One; London, 1854) und lassen bald nur einen Theil Die Standhaftigkeit und Þingebung, welche einige Tausend türkisde der Erbenbürger, bald die Bewohner aller Welten mit erlöft sein. Soldaten hinter den Erbwerfen von Rars gezeigt haben, sprechen laut

Die Geifter follen aber, ,,den Feffeln des Leibes entbunden“, zu Gunsten des Patriotismus und der militairischen Eigenschaften des einen freieren Ueberblick über Verborgenes und Zukünftiges erhalten; osmanischen Volfsftammes und werden viel dazu beitragen, ihn in den fie sollen uns mittheilen können, was sie gedacht und gethan, gewußt Augen der Welt gegen die schimpflichen und oft unmotivirten Vorund verborgen ; des Menschen Wille und Glaube genügt, wie schon würfe zu rechtfertigen, mit denen man ihn seit einiger Zeit überhäuft hat. Paracelsus sdreibt, sich mit ihnen in Verbindung zu seßen, sie zu be Der Muschir oder Oberbefehlshaber ber anatolischen Armee ift rufen, zu befragen und zur Antwort zu nöthigen. Auch bei unseren mo- Baffif- Pasca. Unter ihm kommandirt Abdul- Rerim - Pasda. Der dernen Geister-Manifestationen deint eine Intelligenz uns gegenüber- Rathgeber des Musdir und faftisder Oberbefehlshaber ist General zustehen, die uns schlagende Beweise ihrer unendlichen Ueberlegenheit Williams, von einem kleinen Stabe englischer Offiziere unterstüßt. im Erkennen, Wiffen und Ahnen giebt“, eine Intelligenz, welche mit Chef des Stabes ist General Colman oder Fezzi-Bei, während Geübermenschlicher Schärfe des Erkennens das Ferne uns enthüllt, mit neral Kmety die mit der Vertheidigung der Redouten betraute Infanübermensdlichem Wissen in der Seele britter Personen lieft, mit über- terie befehligt. Vaffif-Pasha, der Muschir, ist ein bejahrter, erfabmenschlichem Abnungsvermögen in die Zukunft blidt; so daß durch rener Militair, der in der Türkei einen sehr ehrenvollen Ruf gea den überwältigenden Eindruck einer fremden mit uns verkehrenden nießt und einen versöhnlichen und gelebrigen Charakter besigt. Die Persönlichkeit, welche einen vollständigen Ueberblick über unsere Ver- Bereitwilligkeit, mit der er die Rathshläge des Generals Williams bältnisse verräth, die tiefsten Gedanken unserer Seele aus ihrem Ver. entgegennahm, ftad vortheilhaft ab gegen das Benehmen seiner Kolftede an das Tageslicht bringt, ja, uns Antworten ertheilt, deren 3u- legen, die sich in ihrer Würde verlegt glaubten, wenn sie die Meinung fammenhang uns ein Räthsel ist und bleibt: der Schluß vollkommen eines Europäers befolgen sollten. Abdul-Kerim-Pascha, der Reis oder gerechtfertigt erscheint, daß diese Persönlichkeit, wie sie mir Dinge Zweitfommandirende, ist gleid falls ein gedienter Militair, ohne wissensagt, die mir verborgen waren, wie sie mir Seilmittel angiebt, wie schaftliche Ausbildung, aber von hervorragender persönlicher Tapferkeit fie eine treue Sorge für mein Seelenbeil verräth, mir überhaupt ein und äußerst beliebt bei den Soldaten. In der Schlacht von Kuruldere, treuer Rathgeber sein müsse, dessen Höhere Erkenntniß ich in meinen welche den vorjährigen unglüdlichen Feldzug schloß, legte Kerim-Pascha Lebensverhältniffen als Drafel ins Spiel ziehen könne.“ Und in der den größten Heldenmuth an den Tag und vermehrte dadurch die Po. That haben die Menschen diese Schlußfolgerung seit Jahrtausenden pularität, die er in der Armee genoß. Vor dem gegenwärtigen gemacht; aber sie haben sie stets zu ihrem Nachtheile gemacht, denn Kriege hatte sich Kerim - Pascha gegen die Kurben und Araber ausge ein nedendes, ironisches, tüdisches Wesen sdien fie absichtlich durch zeichnet, indem er die öfteren Empörungen dieser unruhigen VölkerZweideutigkeiten zu täuschen und durch den Glauben an die Wahr- schaften unterdrüden half. Das ehrwürdige Alter dieses Offiziers, fagung den Gläubigen in das Verhängniß hineinzuziehen, dem er zu sein schneeweißer Bart und anspruchsloses Wesen flößen unwillkürliche entrinnen strebte. Schon Mofes eifert gegen das zu seiner Zeit sehr Achtung ein, und er ist einer der wenigen Pasdas von türkischem gewöhnliche Tobten-Drafel und lebrt uns, daß die Wahrheit nicht von den Tobten zu erfahren ist. Und die Kirche, in der schon in den ersten General Williams ift einer der talentvolften Dffiziere in der bris Jahrhunderten der Streit über die Wahrheit der Vision die Chriften tisden Armee, eben so begabt als Diplomat, wie als Ingenieur und in Paulicianer und Petriner trennte, fam oft in große Verlegenheit, Stratege. Nach dem traurigen Ausgang des leßten "Feldzugs in Angwenn es sich darum bandelte, die echte Erscheinung von der unechten, tolien wurde der damalige Oberst Williams nach dem asiatischen Kriegsden Engel von dem Geiste, die verdammte Seele von dem Dämon schauplaße abgefertigt, um durch seine Erfahrung und Thatkraft die zu unterscheiden, um so mehr, da es dem Teufel vergönnt war, in entmuthigten Türfen aufzurichten. Die Wahl der englischen Regierung verklärter Gestalt zu erscheinen. Jakob de Chusa und Thiräus haben hätte nicht glüdlicher ausfallen können, da Williams nicht allein mit große Mühe, die Kriterien der echten Erscheinung aufzufinden. Luther, der Sprache, den eigenthümlichen Ansichten und Vorurtheilen der Türwelcher böcft infonsequent die unmittelbare göttliche Einwirkung in fen, sondern auch mit dem Terrain vertraut war, auf dem er wirken Person oder durch Geister auf die Menschen in Abrede stellt, dem sollte. Vor mehreren Jahren hatte er in Verbindung mit Curzon, Teufel aber jede Gewalt auf dieselben einräumt, fennt keine Mitthei- dem geistreichen Verfasser der ,,Klöster der Levante", o) von seiner Relung der Geister, ihm ist jede Erscheinung Teufelsspuf. Die Hölle gierung den Auftrag erhalten, als Rommiffar bei Regelung der Gränaber lügt, und der der Hölle glaubt, wird betrogen, abgesehen davon, zen zwischen der Türkei und Rußland (Persien?) zu fungiren. In daß er noch seiner Seelen Seligkeit auf& Spiel seßt. Schön hat uns Folge dessen hielt fich Williams längere Zeit in Erzerum und auf dem Shakespeare im „Macbeth" den Saß in Anschauung gebracht: „Ver- ftreitigen Gebiete auf, wo er die Einficht in den türkischen Nationalflucht ist, wer der Hölle glaubt", der sich schon früher an Krösus, Charakter erlangte, die er seitdem fo gut benußt hat, und sich die Ac. Lagus und Aftyages bewährte.

tung und das Wohlwollen der Behörden und des Volkes zu fichern Aus unsere modernen Spiritualisten mußten leider die traurige wußte. Sein Name wurde in ganz Anatolien bekannt und seine ErErfahrung machen, daß in dem Vertebre mit jener Welt wenig Treue nennung zu dem einflußreiden Poften, den er gegenwärtig bekleidet, und Wahrheit zu finden sei. Aber fatt den früheren Schluß, daß da, erregte daher allgemeine Befriedigung. Bei seiner Ankunft in Erzewo eine Wahrheit fei, Ades Wahrheit sein müsse, umzukehren und, rum im Herbste 1854 fand Williams das Heer in volftändiger Aufdurch die wiederholten Täuschungen belehrt, zu glauben, daß die Un- lösung. Die Unterschleife der eingeborenen Beamten hatten eine Höhe wahrheit der Aussagen in den Angelegenheiten des täglichen Lebens, erreicht, die felbft in der feilen Türkei ohne Beispiel war, und die die wir verfolgen können, die Unwahrheit der Aussagen in den Fällen, Leiden der geshlagenen Armee wurden dadurch noch unerträglicher. welche fid unserer Beurtheilung entziehen, wahrscheinlich made, berief Jnbeffen blieben die Vorstellungen des Generals Williams nicht ohne man sich auf das Wort des Evangelijten: „3hr Lieben, glaubet nicht Erfolg; die Schuldigen wurden ihres Verbredens überführt und von einem jeglichen Geift, sondern prüfet die Geifter, ob sie von Gott der Armee entfernt. Den Oberbefehl erhielt Baffif-Paída, der alle find“, und meinte, das Wahre komme von den seligen, das Unwahre von dem Engländer vorgeschlagenen Reformen billigte. Binnen furvon den unseligen Lügengeistern. Leider aber hielt das Kriterium

Leider aber hielt das Kriterium zer Zeit wurde etwas Disziplin in dem anatolischen Corps eingeführt, nicht Stich, und viele der Geifter, die da bekannten, „daß Jesus während man Erzerum mit einer Reihe von Erdwerken umgab, die Christus ist in das Fleisch gekommen", zeigten fich dennod als Lügen- es vor der Gefahr eines Handftreichs ficherte. In diesen Arbeiten geifter, so daß Mr. Hawthorne foreibt: ,,$, lieben Landsleute, mich wurde Williams durch einen höchfi intelligenten römischen Offizier, dünkt, wir sind in ein böses Zeitalter gerathen! Wenn diese Erden Obersten Calandrelli, unterstüßt, der leider seitdem an der Cholera fcheinungen kein Gaukelspiel oder Blendwerk find, so ist es für uns gestorben ift. Im Frühjahre marschitte die ottomanische Armee nach um so schlimmer. Was können diese Phänomene in spiritualistischer Kars, wo sich in den strengen Wintermonaten nur eine kleine GarniBeziehung weiter bedeuten, als daß der menschliche Geift auf eine son befunden hatte. Die Festungswerke von Kars wurden verstärkt tiefere Stufe berabgestiegen ist, als die er im Fleische erreicht? Es und die Höhen, die es umgeben, mit Erdsdanzen bededt. Als General geht also mit uns bergab, und wir kommen auf dieselbe Linie mit Wesen, welche der Tod nod unter die Menschen gestellt hat! 3e we

*) Nad Berichten eines Augenzeugen der Vertheidigung in der Daily

News und als Nachtrag zu den Bemerkungen über den Krieg in Aften in niger wir uns mit ihnen zu schaffen machen, desto besser wird es für Nr. 99 und 100 des Magazin". uns fein, damit wir nicht ihr Sdidfal theilen." (Schluß folgt.)

**) Unsere Leser werden sich dieser Schrift aus den Proben erinnern, die wir ihnen zur Zeit im „Magazin“ daraus vorgelegt haben. D. R.

Murawiev von Humri vorrüdte und fich vor Rard lagerte, traf Wil Truppen tämpften mit Bravour und Ausdauer; aber die höhere Disziliams alle Maßregeln, welche die Widerstandsfraft seiner Garnison plin und gränzenlose Zuversicht der russischen Bataillone scheiterten an erhöhen fonnten. Er sammelte Vorräthe so lange, bis die Russen die der zähen Tapferkeit der Demanen. Feftung vollständig umzingelt hatten, und vermied es sorgfältig, sich in ein Treffen in offenem Felde einzulassen, wo das Uebergewicht der rusfischen Disziplin fich geltend machen würde. Unterbeffen fandte er

Mannigfaltiges. vergeblich einen Boten nach dem anderen nac Konftantinopel, um die Regierung zur Einsicht der Gefahr zn erweden, die die asiatischen Be.

Magyarische Spradkunde. Das uns fürzlich zugekomfißungen des Sultans bedrohte. Sein Hülferuf blieb fruchtlos; bie mene zweite Heft der so (Magyar Nyelvészet) betitelten, in maAugen der Türkei und ihrer Verbündeten waren fest auf Sebaftopol gyarischer Sprache erscheinenden Zeitschrift enthält drei Artifel oder gerichtet, und Rard wurde seinem Schidsal preisgegeben. So auf seine Abhandlungen. Die erste: ,,Beobachtungen über den rechten eigenen Hülfsmittel beschränkt

, fah Williams mit Rube dem Tage ent. Gebrauch der Kunft wörter und Beleuchtung einiger sprac. gegen, wo der nahe Winter den Feind zu einem entfoeidenden Solage wissenschaftlichen Materien", ist von Ronrad Halder. Ihr zwingen oder wo der Hunger ihn selbst zu einer ehrenvollen Capitu- Verfasser macht auf die großen Vortheile einer wissensdaftlichen Tera sation nöthigen würde. Die Zufuhren waren längst erschöpft, die Ra- minologie aufmerksam; er sagt, daß es zwar jedem Volfe obliege, valleriepferbe mußten gesdlachtet werden, um der Garnison als Speise feine Muttersprache gegen eine Ueberfluthung mit Fremdwörtern zu zu dienen, und sie sdien bereits ohne Rettung verloren, als sie, von füßen, daß aber auch dem Purismus feine unbeschränkte Herrsdaft neuem fich aufraffend und von dem Heldenmuth ihrer Führer begeis geftattet werden dürfe, namentlich über gewisse Runftwörter, die in der ftert, dem Feinde fühn entgegentrat und den ungestümen Angriff des ganzen gebildeten Welt gangbar feien. Wo es gar Verdrängung Generals Murawjev absolug.

folcher, dem Latein oder Griechisden erborgter Ausbrüde gilt, da emIn diesen furchtbaren Kampfe war jedoch der General Kmety pfiehlt er reife Ueberlegung und allseitige Achtsamkeit, damit man die (Ismail-Pasha) der wahre Held des Tages. 3hm war die Vertheir einestheils aufgeopferten Vortheile anderentheils in gehörigem Maße digung einer Position anvertraut worden, die als der Sdlüffel des wiedergewinne. Wenn irgend eine Sprache, so darf die magyarische Plaßes zu betrachten ist und deren Fall das Sớidsal Anatoliens ent- eine nationale Terminologie in Anspruc nehmen; denn ihr ganzer ichieden bätte. Dreimal gelangten die ruffisden Kolonnen in Besit Charakter ift so eigenthümlich, daß fie fremde Kunstwörter viel weniger der Inglis-Labia (englischen Schanze), und dreimal vertrieb Kmety leicht sich aneignen kann, als die meisten übrigen Sprachen Europa's. fie wieder mit dem Bajonett aus den eroberten Batterieen. Seinem Aud hat eine folce Terminologie wirklich schon fich entwidelt; nur glänzenden Beispiel und der Entschlossenheit, welche er bem türkischen ist dies nicht in allen Fällen mit glücklichem Erfolge geschehen. Der Soldaten einzuhauchen wußte, ist die Rettung von Kars hauptsächlich Verfaffer prüft nun die bereits eingeführten grammatisden Kunft. zuzuschreiben. General Kmety war einer der bervorragendften und Ausdrüde, wobei es denn belehrende Erörterungen über die wahre Bes ohne Zweifel der ehrlichste und patriotisøfte unter den ungarischen deutung gewiffer grammatisder Formen, besonders Tempus. und MoFührern in ihrem benkwürdigen Kampfe für nationale Unabhängigkeit. dus- Formen im Magyarisden giebt. – Ein zweiter Artifel, von dem Er hatte fich dem waderen alten Bem angeschloffen, den er in seinen Herausgeber (Paul Hunfalon), ergänzt und berichtigt aud zum Teßten Stunden pflegte und dessen Augen er im fernen Damaskus zu Theil den ersten. Hier wird urkundlich aus alten literarischen Dent. drüdte. Zu Anfang des Krieges wurde Kmety bei der anatolischen

bei der anatolisden mälern der Ungarn dargethan, daß man weiland mehr und feinere Armee angestellt, wo er das Kommando über die Baschi-Bosuts nach. Abschattungen des Präteritums (wenn auch nur auf umschreibendem fuchte und erhielt. Es gelang ihm, einige Ordnung unter diese zügel. Wege) bezeichnete, die schon lange außer Gebrauc gekommen. So. losen Wilden zu bringen und ihnen ein blindes Zutrauen zu seiner dann bringt der Verfasser einige passendere technische Ausdrücke in Tapferkeit und Umsicht einzuflößen. Kmety war von Anfang an der Vorsdlag. Der dritte Artifel, von Stephan Fábián, ist die erste populärfte Führer in der türkischen Armee, woran auch sein männ. Lieferung einer sprachvergleichenden Arbeit, die Verwandtschaft des lich schönes, soldatif des deußere Theil batte. An der Spiße der Ban Finnisden (ber Suomi-Sprache) mit dem Magyarischen betreffend.°} schi-Bosuts führte er einige glänzende Coups aus, und in der ver Auch diese Arbeit hat ihr unleugbares Verdienst; nur ist der Verhängnißvollen Shlacht von Kurukdere übernahm er das Kommando faffer in seinen Vergleichungen bisweilen noch etwas zu fühn und sans einer Brigade regulärer Truppen, welche an jenem Tag allein gegen guinisch, oder es fehlt nähere Begründung, zu welcher die Suomie den Feind Stand hielt. Seine trefflichen Eigenschaften konnten dem Sprade für sich allein bei weitem nicht immer ausreicht. General Williams nicht lange verborgen bleiben, und in dem neuen Kampfe erhielt er den Poften der Ehre und der Gefahr.

- Die Trifolore und die weiße Fabue. Die Trifolore ift General Colman, unter deffen Aufsicht die Vertheidigungswerke nicht, wie man gewöhnlich annimmt, revolutionairen Ursprungo; fie von Kars errichtet wurden, ist einer der talentvollsten, ießt lebenden wurde allerdings im Jahre 1789 von der Pariser Nationalgarde aufIngenieur-Offiziere

. Er ist Chef vom Generalftabe der anatolifden gepflanzt, datirt aber noch aus den Zeiten des alten französischen KönigArmee und bekleidete dasselbe Amt im ungarischen Kriege. Colman thums. Die weiße Fahne der Bourbons ist erft viel später entftanden wird von den Türfen sehr geschäßt, über welche er einen merkwürdi. und hat ihren Ursprung in der Sitte, ein weißes Tuch als Signal gen Einfluß gewonnen hat. Wie Kmety, fteht er in der Blüthe des zu einem Waffenftiuftande und eine weiße Flagge als Zeichen der Lebens, indem er faum sein vierzigftes Jahr überschritten haben mag. Uebergabe aufzustecken. Das Recht, fie vor fich bertragen zu lassen,

In den Anordnungen zu dem am 29. September versuchten Sturm war anfangs den General-Obersten der Armee vorbehalten, und nur zeigte General Murawjev das ftrategische Geschid, wegen dessen er als Ludwig XIV., auf die Gewalt dieser Feldhauptleute eifersüchtig, berühmt ist. Er hatte sich die Erdwerte an der Nordseite von Kars das Amt abschaffte und die Privilegien desselben der Krone übertrug, als Zielpunkt seines Angriffe gewählt, und ihr Befiß hätte allen ferne. wurde die weiße Fahne das National-Banner oder vielmehr das Bane ren Widerftand unmöglich gemacht. Gegen diese Werfe rüdten drei ner des einzigen General-Obersten der Armee, des föniglichen Kriegsrusfisde Kolonnen an, die mit der Garnison einen Kampf begannen, berrn. Nach einer Ordonnanz vom 12. Mai 1696 Follte die weiße während eine vierte, unter dem Kommando des Generals Bafin, von Fabne nur von den Garden im Dienfte bei der Person des Königs dem Feuer der anderen gebedt, auf die Batterieen ftürzte und die Ver- und des Dauphins geführt werden, aber nach und nach legte jedes theidiger aus einander trieb. Von Kmety geführt, kehrten die Türe Regiment sich eine solche zu. Indessen bestimmt ein vom 1. Juni 1776 ken zurück und verjagten die Angreifer. Ein zweites und drittes Mal datirter Armeebefehl, daß die weiße Fahne nicht als Nationalfarbe, brangen die Russen in die Werke ein, aber nur, um von neuem nach sondern als das bloße Feldzeichen des Regiments zu betrachten fei, einer furchtbaren Meßelei mit dem Bajonett zurücgeldlagen zu wer und diese Unterscheidung wurde durch eine zweite, am 3. April 1780 den. Die Führer ber drei Angriffsfolonnen, Fürst Gagárin, Gene- erlaffene Ordre bestätigt. Dagegen finden wir die Trifolore schon it ral-lieutenant Kowalevsfji und Generalmajor von Maydell, wurden den Heeren Karlos VII.; sie wurde von Heinrich IV. den Holländern gleich im Anfang des Rampfes bleffirt, und dieser Umstand trug das verliehen, und als die Franzosen sie nach der Revolution wieder anSeinige dazu bei, ihre Aussichten auf Erfolg zu vermindern. Sie nahmen, kehrten sie nur zu ihren alten Farben zurüc. Bei der Armee erfauften ihre Niederlage mit einem Verluste von rechstausend Tobten hat man übrigens das dreifarbige Banner erst seit 1792 eingeführt, und Verwundeten, während die Befaßung von Kars faum funfzehn. in welchem Jahre die weißen Fahnen, welche die Regimenter bis das hundert Mann einbüßte. Der General Murawiev war als Divisions. hin geführt hatten, verbrannt wurden. dhef im Feldzuge von 1829 thätig, als Fürft Pastewitso das Tafel. land von Armenien überzog, und es ist daher vorauszuseßen, daß es *) Gine vorzüglidhe akademische Abhandlung des Herrn Hunfalvy, die gleichew

Verihm an Lofalfenntniß nicht mangelt. Man kann auch nicht sagen, das gleichung finnischer und magharischer Wörter" (,,Finn és Magyar szók" egyer an dem von seiner Armee erlittenen Unfall (duld sei, und feine behasonlítása").

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