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Busen der großen Erbe: so bleibt er doch nicht von äußeren Einflüffen Nord-Amerika.

unberührt. Jene geheimnisvolle Kraft, die Sonne an Sonne, Planet

an Planet fettet, die den wandernden Kometen zu seinem Centralpunkt Der Ocean und sein Leben. *)

zurüdruft und Wolfen zu einem großen Universum bindet: die Kraft Nur wenig gekannt sind bis zur Stunde die Geheimnisse der der allgemeinen Anziehung muß nothwendig ihre Wirkung aud auf grauenvollen Tiefe. Noch immer verlangt der hungrige Ocean seine das Wasser üben, das unter dem Regiment der Sonne und des Monzahllosen Opfer. Denn die Ruhe des Meeres ist trügeriso, und unter des einen zweiten Lauf um den Erdkreis vollbringt. der spiegelglatten Freundlichkeit berrscht ewiger Krieg und Kampf. Als die Gefährten des Neardus unter dem großen Alerander an Okeanos hält nicht, wie in Urzeiten, seine Gattin, die Erde, in ruhig die Mündung des Indus famen, erregte in diesem Wunderland Nichts liebender Umarmung; unser Seegott ist ein Gott der Schlachten und in dem Grade ihr Erstaunen, wie das regelmäßige Steigen und Falhadert und ringt in unablässigem Rampfe mit dem steten Festlande. Ten des Oceans

len des Oceans – eine Erscheinung, die sie in der Heimat, an KleinSelbst im scheinbar ruhigen Solaf arbeitet er mit raftloser Thätig. Afiens und Hellas' Küsten, nie gesehen. Auch bei ihrem kurzen Verkeit. Horch! Hörst Du den sanften Schlag der spielenden Wellen an weilen an diesen Gestaden mußten sie die Erfahrung machen, daß dieser den føneelichten Sand des Ufers? Blick ießt hin, und Du siehst die angeftaunte Wechsel mit den Mondesphasen in Verbindung stehe. Riesenmasse, wie sie athmet und -feuật, gleich einem lebenden Ge. Denn ,,wie füß auch das Mondlidt auf diesem Gestade fchläft“, dod schöpfe. Keine Rube, fein Shlaf ist dem großen Elemente gegönnt. ift es voll ftiller Gewalt, die, ftärfer noch als die der größeren Sonne, Wie das Bächlein, nimmer raftend, Tag und Nacht über Feld und weil der Erde viel näher, auf den unbegränzten Ebenen des ftillen Knorren luftig tanzt, so kennt auch der gewaltige Ocean feine Muße, Dceans die Bogen zwar nur wenige Fuß hoc hebt, sich aber tief bis feine Erholung.

an des Meeres Grund erstreďt und es vorwärts treibt, als wäre es Es ist aber nicht bloß das Gewicht der Atmosphäre, das auf die an des Gestirns Tritt hodh am Himmel mit Retten gebunden. HarmFläche des weiten Meeres brüdt und fie bald mit des Zephyrs janf- los rolst die fd wade Welle auf dem sanften Spiegel des Dceans. tem Hauche fräuselt, bald mit des Sturmes heftiger Gewalt furcht. Allein länder erheben fich, Neu-Holland hüben, Süd-Asien drüben, Ja, wenn die Fluthen pom rasenden Tornado bio zur Wuth gepeitsdt und die niedrige, aber unermeßlich breit fluthende Woge wird zusammen. werden, wenn sie unter dem jähen, finsteren Grimm des Typhon fich gepreßt, bäumt fich bod und rennt in reißendem Lauf um die foarfe in fübnem Troße empören: das ist alles Kinderspiel gegen die riefen- Spiße Süd-Afrifa's berum. Eine Stunde, nachdem der Mond feinen mächtige und doch stille, geseßliche Bewegung, die sie hinandrängt zu höchsten Stand zu Greenwich erreicht, langt sie bei Fez und Marokko den Himmeln, wo ,,Er die Wasser bindet in seine dichten Wolken“, daß an; zwei Stunden später pafsirt fie die Straße von Gibraltar und sie dann wiederum ungehemmt daniebersinken zu der Erde untersten ftreift an die Küste von Portugal. In der vierten Stunde rauscht Tiefen.

fie mit wachsender Stärke in den Kanal und geht an der Westfüfte Wenn die leuchtende Sonne warm und glühend ruht an dem Bu- Englands vorbei. Die Feldklippen Irlands und die zahlreichen Eilande sen der fühlen Flatý, verlaffen Millionen salziger Tropfen den Ocean der Nordsee hemmen hier ihren raschen Lauf, so daß fie Norwegen und steigen, ungesehen von Menschen-Augen, getragen auf den Flügeln erst nach at Stunden erreicht. Ein anderer Arm derselben Woge des Winded, hinan zu dem blauen Aether. Bald aber werden sie zu eilt in rasender Haft, oft mit einer Schnelligkeit von hundertzwanzig ihrem Dienst zurüdberufen. Sie fammeln sich in Silberwolken, streia Meilen in der Stunde, längst der Ostfüste von Amerika; von hier fen rund um den Erdfreis, fallen dann hernieder, hier ungeslüm im nimmt sie ihre Richtung nach Norden, wo sie, von allen Seiten einrasenden Sturm Alles verwüftend und zertrümmernd, dort als fanfter geengt, fich bis zu der ungebeuren Höhe von achtzig Fuß thürmt; was Regen, befruchtend und erfrischend, oder noch milder als schimmernde nicht selten in der Fundy -Bai vorfömmt und den liegenden Beweis Chauperlen am Bufen der aufbrechenden Rose glißernd und die kleinste giebt, daß diese stidle, ftete Bewegung den wildesten Sturm an Stärke Schaale füllend, die ihnen Blatt und Blume entgegenhalten. Gierig überbiete. An dem ftürmisdsten und gefürchtetsten Punkt auf Erden, trinkt die durstige Erde des Himmels Tranf; durd tausend Adern am Rap Horn, vermag die Gewalt auch der rasendsten Drfand die sendet fie ihn in ihr tiefftes Herz und füllt damit ihre unsichtbaren, Wogen nicht höher denn dreißig und einige Fuß zu heben, ohne die geräumigen Behälter. Bald fann sie die reiche Fülle der heilbringen. Ruhe des Oceans tiefer als wenige Faden zu stören; so daß Tauder den Himmelsgabe nicht mehr fassen und gießt fie durch Schlugt und hier unten ohne Anstand weilen, während oben der Sturm tobt. Diese Kluft aus, daß sie als luftige, geschwäßige Quellen davoneilen. Bäch. Boge, so sanft von Aussehen und so gewaltig in ihrer Wirkung, zeigt lein eint sich zum Bächlein, und sie rauschen sorglos die Berge hinab, fich in ihrer ganzen Macht, wenn sie auf Hindernisse stößt, die des bis fie, zu mächtigen Strömen angewachsen, über gigantische Felfen Befämpfens werth sind. Wenn heftige Strömungen fich ihrer Andonnern, über jähe Sturze springen, oder ihre gewaltigen Massen über näherung widerseßen, wie z. B. die Dordogne in Frankreich, da brăngt die geneigten Flächen des Tieflandes fanft dabinwälzen, dem Menschen sie in ftolzem Lauf den dreiften Strom verächtlich zurüd und über. ihren Naden beugen, seine reichen Laften zu tragen, bevor sie wieder fluthet in Zeit von zwei Minuten die höchsten Häuser. Oder sie rollt beimkehren zur gemeinsamen Mutter, der weitarmigen See.

die mächtigen Gewässer des Amazonenstromes bergehoch zu furchtbaren, Wie ruhig, wie stil arbeitet die Natur in ihrem großen Haus- dunkeln Massen schäumender Rasfaden, die fie unablässig, widerstandHalt! Ungehört und ungesehen erhebt sich dieser maßlose Wasserschwall los aufwärts treibt, daß hinter ihnen die Ruhe einer spiegelglatten aus den weiten Seen der Erde, und dennoch bedarf es nichts weniger, Fläche zurückbleibt, indeß das Hochland von Gebrüll und Donnerges denn ein Drittel der Gesammtwärme, welche die Sonne dem Erbkreis dröhn wiederbaut. gewährt, um ihn aus dem Ocean in die Wolfenregion zu fördern. Noch minder gekannt und beobachtet ist eine dritte große Bea Gehoben durd Kräfte, die unseren fühnften Gedankenflug übersteigen, wegung, die den scheinbaren Frieden des Oceang unterbricht. Denn hier, und zurüdfehrend als Segen spendender Regen, als bescheidener Mühl- wie überall, ist Bewegung das Leben, wie Ruhe der Tod sein würde. bach oder als rasd fördernde Straße, welche ungeheure l'aften von Ohne diese stets rege Thätigfeit im eigenen Busen, ohne dieses Durch. Land zu land trägt; und der Dcean nimmt sein Eigenthum wieder einander-Wallen und Wogen seiner Gewässer, würden die zahllosen zurück und vollbringt also die eine seiner großen Bewegungen in dem Leichen der Thiere und Pflanzen, die tagtäglich in seinen Tiefen iyr ewigen Wechsel in Wasser, Luft und Land.

Grab finden, durch ihre vergifteten Dünfte alles Leben auf Erden zerDoch der mächtige Dcean bleibt nicht einmal innerhalb feiner stören. Und diese größte aller Bewegungen, nimmer raftend, nimmer rechtmäßigen Gränzen. Wenn auch nicht umbergetrieben als Schaum, endend, ist eine Wirkung der Sonne und der von ihr erzeugten Wärme. Dunft und Fluß; wenn auc rubig liegend in seinem ewigen Bette am Wie alle Körper, hat auch das Wasser die Eigenschaft, sich bei finfen

der Temperatur zusammenzuziehen und folglich fdwerer zu werden. #) Nad Putnam's Monthly,

Es finkt aber nur bis auf einen gewissen Punft, ungefähr brei Grad R.

Dies ist die unwandelbare Wärme des Oceans bis zu einer Liefe von unb fangen die sorglofen Strahlenthierden bei Myriaden, und der Wallbrei- bis sechshundert Fuß und darunter. 3ft die Temperatur fälter, fo fifch versálingt auf einen Zug Millionen winziger, aber lebendiger Ger wird das Wasser wieder dünner und leichter, so daß es, auf den Gefrier- schöpfe. Der Søwertfisch und der Seelöwe machen Jagd auf den Ele. punkt gelangt und zu Eis geworden, beträchtlich leichter ist, als im flüssigen phanten und Rhinoceros des Stillen Oceans, und die milbenartigen Zustande. Die Folge dieses Verhältnisses zur Wärme ist eben die unablā

- Parasiten schießen auf den Thunfild, um sich millionenweise in seinen fige Bewegung im Meere: übersteigt die Wärme den erwähnten Grad, Fettlagen zu bohren. Alles iagt, tödtet, mordet; allein der Kampf ift dann steigt auch das wärmere und leichtere Waffer fortwährend, indeß fchweigenb, kein Shlachtruf wird gehört, fein Angstgesdrei flört die das tältere und schwerere in gleicher Weise finft; unter jenem Wärme. ewige Stille, fein Jauchzen des Sieges dringt durch die krystallenen Grad fteigt das tältere Wasser und der wärmere Theil fällt zu Bos Bogen hinauf in die Welt des Lichte. Die Schlachten werden in der den. Daber die mancherlei Strömungen im Meere, die zu Zeiten eis. geheimnißvollen Tiefe ausgefochten; hin und wieder bridt fich eine falt, zu anderen warm, ja, heiß oft find, so daß der Temperatur-Unter- Woge und erschließt für einen Augenblid die blutgetränkte Wahlstatt; schied zwischen dem Strom und dem angränzenden ruhigen Gewässer in oder der sterbende Walfisch schwelt den ungeheuren Leib und treibt Erstaunen feßt. Der große Humboldt fand bei Trurido, daß das ruhige die schaumgekrönte, blutgefärbte Wassersäule hod in die Luft. Wasser zweiundzwanzig Grab, während der Strom an der peruanischen

(Fortseßung folgt.) Küste uur etwas über acht Grad Wärme hat, und der Schiffer, der seinen Rahn mit einiger Genauigkeit an dem Rande des Golfstromo

Koolieer hält, fann feine linke Hand in falte und seine rechte in warmes Waffer tauchen. Größere Wunder noch sind unter dem ruhigen, ftiülen Antlik des

Die Natur-Gedanken des Menschen. schlafenden Riesen verborgen. Gedankenlos und unbekümmert gleitet der Mensch in dem leichten, gebrechlichen Nachen über den foranten

Der Scarfblid. losen Dcean und weiß nicht, daß in der Tiefe unter ihm üppige Wal. Wenn die heutige Natur-Philosophie, durch die Wissenschaft selbft dungen, duftig grüne Wiesen fich binftreden zu den Füßen ungemessen belehrt, Gedanken und Ideen in der Natur anerkennen muß, so wird ner Berge, die ihre ragenden Gipfel bis an den Boden der Soiffe fie fich doch vielleicht weigern, anzuerkennen, daß der menschliche Geift erheben, zu den Füßen der Vulkane, die von unterseeischen Erdbeben in einem gewiffen Sinne aud Natur-Gedanken befißt; das beißt, solche aufgeworfen worden.

Gedanken, die nicht durch langes, voraufgegangenes Denken in ihm Denn auch das Meer bat feine Höhen und seine Tiefen; seine bervorgerufen find, sondern mehr durch die unmittelbare Betrachtung Hochländer und seine Thäler; bisweilen sind sie dürr und nadt, bis- der Natur. Es sind dies die Gedanken, die sich bei besonderen äußeren weilen mit üppiger Pflanzung bekleidet. Kein Punkt auf dem Fest- Beranlassungen in uns geltend machen, und die gleidsam in unser lande zeigt solche Ungleichheiten, wie sie sich unter der freundlichen, Bewußtsein springen, wie die Minerva aus dem Haupte des Zeus. ebenen Meeresfläche darbieten. Im Atlantischen Meere, südlich von Der Ausdrud Natur - Gedanke in uns mag etwas Befremdendes St. Helena, erreichte das Sentblei der französijden Fregatte ,,Venus“ haben; besonders aber für diejenigen, welche nicht wiffen, daß von den Boden erst mit 14,556 Fuß, also eine Distanz, die der Höhe des je ber die größten und segensreichsten Erfindungen ung Entdeckungen Montblanc gleidkömmt; und Capitain Roß auf seiner leßten Süd- gerade durch solche Gedanken veranlaßt wurden, die in uns da sind, pol-Erpedition fand bei 27,000 Fuß noch nicht den Meeresgrund; hier fast ehe wir daran denken. Solche Natur-Gedanken waren es, die würde der Dhawalaghiri, auf den Sinai gefeßt, noch nicht aus dem fid plößlich in einem Berthold Schwarz, in Newton, als er einen Wafjer fich erhoben haben. Und doch steigen aus dieser furchtbaren Apfel vom Baume fallen sah, in Dersted bei Entdeđung des ElektroTiefe Berge als Klippen und Miffe oder ftreden sich als weite, frucht- Magnetismus und vielleicht noch mehr bei der Entdedung einer die bare Inseln.

ganze Natur durddringenden Vernunft, auf welche er durd die NaturAuch ist der alte Glaube an die Beständigkeit des feften Lan- Gefeße aufmerksam gemacht wurde, geltend machten. Mit diesen Entdes, als Gegensat der stets wechselnden Natur des Meeres, nicht dedungen hat die Philosophie, die Speculation gar keine Berührungslänger aufrecht zu erhalten. Neuere Entdeđungen haben vielmehr ber Punkte, weil sie mit den Gedanken keine Berührungs-Punfte hat, durch wiesen, daß das Land wechselt und das Wasser beständig ift. Der welche diese Entdedungen veranlaßt wurden. Die abftraften Philosophen Dcean behält immer dasselbe Niveau; nur der Boden, wie auf dem Kon. seben deshalb mit einer gewissen Geringschäßung auf alle Gedanken tinente Ebnen und Hodländer, finft und steigt. In der Südsee findet binab, die nicht nach der Scule, nach der Reflerion someden. Der dieser Wechsel regelmäßig zu bestimmten Perioden ftatt. Zu den fin. Werth der Reflexion soll nicht bezweifelt werden; denn damit würde tenden Stücken unserer Erde gehört unter anderen Neu-Holland. Dieses man zugleich den Werth der menschlichen Vernunft bezweifeln, weil ift so weit entfernt, ein neues, junges Land zu sein, daß es vielmehr, gerade eine der Hauptkräfte unseres Geiftes das Vermögen der Remit seiner seltsamen, von denen der übrigen Welt abweichenden Flora flexion ift. Es ist aber nicht zu bezweifeln, daß die Reflexion, welche und Fauna, als altes absterbendes Eiland vou dem Ocean langsam, in der Philosophie eine wichtige Rolle spielt, an den Erfindungen und Zou für zou begraben wird.

Entbedungen im Gebiete der Natur-Wiffenschaft faft gar keinen AnUnd eine wundervolle Welt ist diese Welt der großen See. Da theil hat. Die Entdedungen sind von je ber mehr durch vorauffind tiefe Abgründe, angefüllt mit ungebeuren Felsen, mit grausigen gegangene Versuche und Erperimente, als durch tiefes Spefuliren Prümmern gewaltiger Schiffe, mit Menschenleichen. Hier liegen, von vorbereitet. Das Nachdenken hat allerdings bedeutenden Antheil an Lehm und Solamm halbbededt, GesĐüße und Goldtiften neben zahl. den Erfindungen, nicht aber die Reflerion im ftreng philosopbisoen lofen Gerippen, aus aller Weltgegenden herbeigeschwemmt; hier mo Sinne. Ein ftrenger Philofoph hat noch nie eine erhebliche Entdedung bert der Schädel des tapferen Schiff capitains neben dem geborstenen gemacht. Die Entdeckungen sind vielmehr ftets von solchen Männern Panzer der Rieseusdildkröte; des Wallfisdfahrers Harpune ruht friebe ausgegangen, die im Befiß vieler prattisger Erfahrungen und Kenntlig neben dem Gebiß des See-Ungethüms, Tausende von Fisden weic nifse waren. Durch ihre Kenntniffe und Erfahrungen wurden fie len in den Ballen kostbarer Seide Indiens, und über ihnen drängen auf die richtigen Wege, welche zur Entdeckung führten, aufmerksam fic in flummen Haufen Myriaden Infusorien; der ungeheure Wall. gemacht; nicht aber durdy Speculation. fild und der gefräßige Fai jagen dichtgedrängte Heringsdwärme vor Wenn sich der Menschengeift von je ber mehr an diese Natur. fich ber. Hier schäumt und toft die See rastlos gegen feltfam gestaltete Gedanken, ja, an die natürlichen Eingebungen feiner selbst gehalten Klippen und wunderlich geformte Felsen; dort gebt sie trägen Schrittes bätte, vielleicht wäre er dann oft weniger in Irrthümer verfallen, als über weite Ebnen weißen schimmernden Sandes. Am Morgen brechen dies der Fall ift. Die Natur-Gedanken find es immer, durd welche die fluthenden Bogen in grimmer Wuth herein gegen die fablen Gipfel fich das Genie zu allen Zeiten ausgezeichnet hat. Sei es in den ber unterseeischen Alpen oder bringen in zischenden Strömen durch Rünften, in den Wissenschaften, auf dem Felde der Ehre oder am die alten Wälder. Am Abend gleiten fie leise über bodenlose ub- Ruder des Staats. Unter Natur-Gedanken soll aber nichts Anderes gründe, als fürchteten fie, hinabzufinken in die ewige Nacht da unten, verstanden sein, als der Scharfsinn oder rigtiger vielleicht der Scharf

per ferner Donner beraufbröhnt; und die eingeschloffenen Ge- blid. Dieser Scharfblic bat zu allen Zeiten und in allen Gebieten wäffer seufzen und beulen, gleich bösen Geiftern, die in der graufen des Lebens Bewunderungswürdiges ausgerichtet. Durd ibn geschieht Tiefe gefettet liegen.

es, daß Geifter oft weit über ihre Zeitalter hinaussehen. Es ges Das Meer ist ein ungeheures Beinhaus. Millionen auf Midios fchieht aber auch dadurch, daß, weil Andere nicht so weit sebent, fie men Thiere modern hier, in Schichten, ,ín Masjen, oder als meilen- in Ketten für die göttlichfte Kraft des Geistes büßen müffen. lange Bänke. Da unten unter dem dünnen, durchsichtigen Schleier Was ist der Scharfblid, durch welchen zu allen Zeiten so Großes, ift kein Friede; hier herrscht endloses Morden, wildes Kämpfen; un- fo Edles, fo Schönes, aber auch oft so Schredliches geschehen ist? Er versöhnlicher, unauslöshlicher Haß scheint in der falten, fühllosen Tiefe ist die Fähigkeit unseres Geiftes, ftets das Richtige zu treffen, den zu Hausen. Hier wird das Leben nur durch Zerstörung erhalten. Lő- Zusammenhang der Verhältnisse, die er beherrsden will, mit einem wen, Liger, Wölfe erreichen eine Riefengröße in den weiten Höhlen Blide zu überschauen. Der Scarfblid tann sich nicht minber im und zerstören Tag für Tag ganze Geschlechter kleinerer Geschöpfe. ftillen Kämmerlein des wissenschaftlichen Genies, als auf dem lauten

geben. Der Scharfblid war es, wodurch Newton auf die Gravi. Genie irrt fich, ob aber so oft, als der Denter, das ift zu bezweifeln. tations-Geseße geführt wurde, er war es aber auch, durch den Napo. Wenn das Genie fich irrt, so wird es in den meisten Fällen viel leon seine Súlachten gewann. Wenn die Pfrenologen bemüht find, eher wieder in die richtige Bahn einlenfen, als der Denter. Der die verschiedenen Fähigkeiten unseres Geiftes festzustellen, so sollten Denker, welcher unablässig eine Gedankenfette ausgesponnen hat und fie besonders dem Scharfblid ihre Aufmerksamkeit zuwenden.

zuleßt durch den Widerspruch, auf welchen er geräth, merkt, daß er Der Scarfblick ist nicht minder ein Vermögen oder eine Kraft fich geirrt, wird doch immer erst nach langem Zögern davon abfteben, unseres Geistes, als das Denken, die Imagination. Man hat für eine das für wahr zu halten, was er mit so viel Mühe aufgebaut hat. und dieselbe Sache verschiedene Benennungen. Wenn man sagt, Jes Je mehr aber ein Denfer etwas vom Genie befißt, um so eher wird mand befiße viel Verstand, so fann damit im Grunde nichts anderes er aud von den falschen Denfrichtungen abfteben. gemeint sein, als daß er viel Scharfblid besiße. Insoweit diese Die Geschichte der Erfindungen und Entdedungen lehrt es überall, Kraft fich auf das Erfennen und das Eindringen in die Natur richtet, daß es faft immer ein Lichtstrahl, ein Gedankenblik war, wodurd die kanu man immerhin die Gedanken, welche durch dieselbe in uns ber. Erfindungen geschehen sind. Es sind die glüdlichen Gedanken, wodurch vorgerufen werden, Natur-Gedanken nennen. Es mag parador er die Entdeder großer Naturwahrheiten stets auf ihre Entdedungen geTcheinen, dennoch ist nicht zu bestreiten, daß jeder Mensch mehr oder führt wurden. Hundert Andere, mit denselben Kenntnissen vielleicht minder diese Kraft befißt, durch welche er fich gleichsam in dieser als Dersted, feben in den Naturgeseßen nichts, als eben Naturgeseße. Welt orientirt. Wer sein geistiges Wesen etwas zu beobachten ver Sie finden nicht in diesen Naturgeseßen. Da trat wiederum ein mag, der wird finden, daß es nicht allein durch anhaltendes und langes Genie auf, ein Lichtstrahl von oben durchzudte den Forscher und zeigte Denken geschieht, wenn er sich in dieser Vernunftwelt orientirt, es ihm in allen diesen Gefeßen und Erfahrungen das Tiefere, Göttliche, geschieht dies vielmehr durch die ihm angeborene und durch den Ein- eine die ganze Natur durchdringende Vernunft. Die einzelnen Ge. fluß der Vernunftwelt um ihn ber immer mehr ausgebildete, der reße erschienen dem Forscher nun nicht mehr getrennt von einander; nünftige Geistesfraft. Wenn der Mensch im bewegten Leben erft der rubende, geiftige Punkt in der Bewegung und Mannigfaltigkeit immer lange und anhaltend denken müßte, um zu wissen, was er der Natur-Erscheinungen war gefunden. thun und lassen solle, so wäre seinen Handlungen ein Hemmshub Das Genie ist dem wirklichen Leben gewöhnlich viel mehr zuge angelegt - ein Hemmsqub, den die Philofophen fich indeß oft an. wandt, als ein bloßer Denfer, weil das Auffassungsvermögen besonders legen. Der unendliche Einfluß des Nachdenkens auf unsere Hande Eräftig in ihm ift. Deshalb wird aud das Genie in den meisten lungen als Vernunft-Wesen unter Vernunft-Wesen fann unmöglich Fällen das wirkliche Leben viel richtiger auffassen und verstehen, als bestritten werden; es kann aber eben so wenig beftritten werden, daß der Denker. Während der Denfer bemüht ist, die mensdlichen Ander gewöhnlide und Normal-Zustand, in welchem der Menso fich als fichten zu prüfen und zu ordnen, ist das Genie viel mehr bemüht, den geistiges Wesen befindet, durchaus fein denkender Zustand ist. Die Gedanken-Inhalt der Welt zu erfassen. Während auf den Denfer meisten Menschen befinden sich vielmehr für gewöhnlich in einem mehr die menschliche Vernunft einwirkt, wirkt auf das Genie mehr geiftigen Zustande, in welchem sie an Nichts denken. Es ist dies ein die göttliche Vernunft, die im Dasein liegt, ein. Auf das Genie Zustand der Gedankenlosigkeit, aus dem wir indessen jeden Augen- wirft mehr der Geist der Gottheit ein und auf den Denfer mehr der blick zum Nachdenken übergehen können. Für gewöhnlich aber treten menshliche Geift. Der Denter lebt mehr in dem Reiche der mensche bald diese und bald wieder jene Gedanken in unserem Bewußtsein lichen Gedanken und Ideen, und das Genie sucht mehr die göttlichen bervor; es sind dies gleichsam die Wegweiser durchs Leben. Es ges Gedanken der Welt zu erfaffen. Dat Genie ist auch mehr dem that. schieht also keinesweges durch das Nachdenken allein, daß wir uns in kräftigen Handeln zugewandt, als der Denfer; es sucht in vielen Fälden Lebens - Verhältnissen orientiren; es geschieht dies vielmehr auch len die Ideen, welche die Vernunft Gottes in ihm hervorruft, zu verdurch jenes Vermögen, das uns stets und überall zur Hand ift, das wirklichen. uns als ein treuer Begleiter überall zur Seite steht.

Warum find so felten die Mänger der Wiffenschaft geeignet, sich Es ist dwer, eine Fähigkeit wie den Scharfblid philosophisch zu mit der Gewandtbeit thatträftig nach außen zu erweisen, wodurch sich erklären. Er äußert fich kurz und schnell; wir können feine Wirf allemal das Genie fundgiebt? Diese Erscheinung liefert den Beweis, samseit weniger wie das Denken verfolgen. Er entzieht sich unserer welch ein Abftand zwisden ber mensdlichen und göttlichen Vernunft Untersuchung. Er äußert sich bei den verschiedenen Individuen auf herrscht. Wenn die mensliche Vernunft je volftändig die göttliche sehr verschiedene Weise und in versdiedenen Graben. Der Scharfe Vernunft auszudrüden vermöchte, dann würde der auf die Bücher und blid ist gleichsam die Krone unseres Denkens, unserer Vernunft. Er die Wissenschaften gerichtete Geist fich auch bald im wirklichen Leben ist es, durch den wir überall die richtigen Gesichtspunkte entdeden. orientiren. Da aber im wirklichen Leben ein Geift liegt, von dem Es ist nicht zu bestreiten, daß das Rämliche auch durch das Denken uns die Werke der größten Geister nur einzelne Bruchstüde zu erkennen geschieht. Wenn wir durch Nachdenken zu immer größerer Klarbeit geben, und dieser Geist gleidsam die Bücherweisheit der Röpfe ignoüber das kommen, was wir wissen wollen, fo werben wir durch den rirt oder vielmehr der Geift des Menschen weniger als ein Atom Scharfblid auch auf die falschen Richtungen aufmerksam gemacht, in gegen den Geift der Welt ist, so stehen auch die Männer der Wissenwelche unser Denken oft geräth. Sobald wir auf einen Widerspruch schaft oft rathlos da, wenn es sich darum handelt, thatfräftig in die ftoßen, ist damit oft zugleich der richtige Gesichtepunkt angedeutet, mensólichen Berhältnisse einzugreifen. Sie ftehen rathlos da, weil von dem wir ausgeben müssen. Eine scharfe Gränze läßt sich viel. die menschlichen Verhältniffe eben so gut wie die Natur die Vernunft leicht überhaupt nicht zwischen dem Denken und dem Scarfblick zieben. Gottes enthalten, eine Vernunft, mit welcher ihre Handlungen so viel Wie alle unsere geistigen Fähigkeiten zusammenhängen, oft zusammen als möglid übereinftimmen müssen. Wer deshalb die mensdligen wirfen, so auch das Denten und der Scharfblid. Beide zusammen Berhältnisse beherrschen, die Geschide der Völfer lenken will, der muß bilden eigentlich das Wesen unserer Bernunft; denn obwohl die Ein- gleiðsam das Spiel der Kräfte, der inneren, geistigen Kräfte in der bildungskraft auch mit zum Wesen unseres Geiftes gehört, so wird Menschenwelt richtig auffassen und richtig lenken; gleichwie der Na. durch fie doch weniger als durch den Verstand und den Scharfblid, turforscher die Kräfte und die Gefeße in der unbelebten Natur bes das bezeichnet

, was wir Bernunft nennen. Die Einbildungskraft wird herrschen muß, wenn er die Naturgegenstände reproduziren will. Ein fogar oft als etwas der Vernunft Entgegengesegtes betrachtet. Naturforscher, welcher fähig wäre, felbft Naturgegenftände zu schaffen,

Der Scarfblich ist der eigentliche Wegweiser des Verstandes. 2. B. eine Blume, wäre gewiß eines der größten Genies. Es läßt fich Er zeigt dem leßteren die Punkte, von welchen er ausgeben muß, um aber nicht annehmen, daß die Naturforscher fich so balb zu dieser Höhe die Wahrheit zu finden. Er zeigt auch dem Berstande die Punkte, erheben werden. worin er geirrt. Bei unserem Denken geben wir oft von ganz falschen Se mehr Empfänglichkeit unser Geift befißt, von dem Weltgeift Vorausseßungen aus und gelangen daburo zu falschen Sølüffen. getroffen zu werden, ie weniger wird es ihm möglid sein, sich ausBenn auf die Widersprüche der Verftand durch die Fähigkeit des schließlich mit den Ideen der menschlichen Vernunft zu beschäftigen. richtigen Denfens felbft aufmerksam gemacht wird, ohne des Scharf. Die Ideen, welche dem Genie aus dem wirklichen Leben zugeführt blides zu bedürfen, so ist es doch gewöhnlich der leßtere, der uns die werben, find viel wirksamer und kräftiger, als die Ideen, die es von wahren Richtangen unseres Nachdenkens andeutet. Für die Wiffen- der menschlichen Bernunft empfängt. Aber in unserer eigenen Ideenfchaft und die Erkenntniß der Wahrheit ist es aber unendlich wichtig, bildung giebt fich wiederum dieselbe göttliche Vernunft zu erkennen, daß die richtigen Gesichtspunkte angedeutet oder feftgestellt werden. Sie in der Natur herrscht. Wir würden dwerlid im Bests einer einzigen wissenschaftlichen Wahr Der Scarfblid ift das Auffassungsvermögen im erhöhten Grade. heit sein ohne diese richtigen Gesichtspunkte, welche uns der Scharf. Er ist das Auge unseres Geiftes, durd welches er in die verborgenen blick angedeutet hat. Wenn die Einbildungskraft das Erbtheil des Berhältnisse der Natur einbringt. Im Scharfblic giebt sich verhüllt Digters, der Berstand das Erbtheil des Denfers ift, so ist der Sfarfe die Kraft des göttlichen Geiftes zu erkennen; er läßt uns auf den geiblid bas regte Erbtheil des Genies. Das Wesen des Genies besteht ftigen Blic schließen, mit dem Gott die Welt überschaut, und dem Nichts barin, daß es mit einem schnellen Blide Bieles überschaut und durd, verborgen ist. Der Sharfblic ist die Kraft, durch welche für den bringt. Es fült gleidsam bas aus, was der reflektirende Verstand ewigen Fortschritt des Menschengeldlechtes gesorgt ift. Er leidet es noch nicht im Zusammenhang zu begreifen vermag. Es ift ein alter, nicht, daß die Eutwiđelung des Menschengeschlechtes aufhöre. Oft, aber wahrer Saß, daß das Jrren etwas Menschliches ift. Auch das wean es schien, als sei er ganz verloren gegangen, zeigte er sic wie

ber, gleich bem Bliß am bewölkten Himmel, und offenbarte wiederum gewählten und fteten Plaß im Parterre; von hier aus sandten die die göttliche Kraft des menschliden Geistes.

B n. fühnen Krieger ehrfurchtsoode Bliđe an den Gegenftand threr Neis

gung und fühlten sich sehr unglüdlich, wenn die Dame die entfer, Italien.

nende Seite der Lorgnette ans Auge Brüdte und so den Liebesblick

mit Proteft zurüdsdidte. Mailand im Jahre 1796.

Die große Welt ift faft überall wie das Volt: fie liebt eine Re. (Soluß.)

gierung nur aus Haß gegen eine andere; sollte eine Regierung nur Die Narrheiten der Liebe und Eifersucht des Grafen Lecchi von ein nothwendiges Uebel sein? Die vornehme Mailänder GeselBrescia machten felbft in Benedig Aufsehen. Einmal, um Dftern, er schaft fühlte einen so tiefen Efel gegen den siden Erzherzog, der im faufte er von einem Kapuziner, der im Geruche der Heiligkeit stand, Gebeimen Getraide verkauft und die Theurung benußt oder gar gedie Erlaubniß, durch Kapuze und Bart verstellt, in deffen Beichtftuhl fördert haben foll, daß fie mit Begeisterung die französische Armee aufdie Beichte seiner Geliebten, der Marquise C., zu hören. Ein anderes nahm, die allerding& Pferde, Schube, Kleider, Millionen verlangte, Mal, zur Strafe für seine ärgerlichen Thorheiten, unter die Bleidächer ihr aber die Selbstverwaltung gestattete. Seit dem 16. Mai verkaufte Venedigs gestedt, erlangt er um den Preis von sechstausend Zeqinen man überall eine Karikatur, die den Erzherzog darstellte, wie er sein von dem Rerfermeister die Freiheit auf sechsunddreißig Stunden. Seine betreftes Wamms aufknöpft, aus welchem Koru berausfällt. Freunde hatten für ihn Relais besorgt. Er fliegt nach Brescia; langt am Waren die Mailänder närrisch vor Begeisterung, fo waren es die Festtage eines Heiligen um drei Uhr Nachmittag an, als die Leute eben aus Franzosen vor Glüd, und dieser trunkene Zustand dauerte bis zur der Vesper fommen, und schießt den Marchese N., der ihm einen Streich Scheidestunde. Bei der Rückehr nach der Sálacht von Marengo, gespielt batte, vor aller Augen über den Haufen. In aller Haft eilt 1800, nahmen mehrere Franzosen den Abschied, um lieber arm in Maier nach Venedig zurüd und geht wieder ungesäumt in sein Gefängniß. land zu leben, als sich von dem Gegenstand ihrer Zuneigung zu trennen. Drei Tage später verlangt er eine Audienz beim Direktor des Krimi. Schwerlich könnte man zwanzig Subaltern-Offiziere in Mailand nalgerichte und beklagt sich hier bitter über die unerhörte Grausam- bezeichnen, die nach höheren Graden geizten, was einen schneidenfeit des Rerfermeisters gegen ihn. Der ernfte Senator, nachdem er den Kontrast mit dem Geifte bildete, den später das Konsulat der ihn angehört, theilt ihm die seltsame Anklage auf Mord, der von der Armee einbauchte. Mochte Einer aber in der Folge noch so prosais, Quarantia eben gegen ihn erhoben worden, mit. - ,,Ew. Ercellenz ehrsüchtig und habgierig geworden sein, den Aufenthalt in Mailand hat sieht die Wuth meiner Feinde", berseßt der Graf Lecchi mit gutge Keiner vergessen. Es war der schönste Moment einer schönen Jugend. spielter Beldeidenheit; ,,Sie wissen nur zu gut, wo ich vor acht Ta. gen war." - Kurz, der Graf genießt den für einen Edelmann der

Mannigfaltiges. Tierra Firma so kostbaren Ruhm, der wunderbaren Polizei des venetianischen Senats ein Schnippchen geschlagen zu haben, kömmt trium

Roffini und Ferdinand Hiller. Der eben so anziehend phirend nach Brescia zurück, von wo er einige Tage darauf in die schreibende, als komponirende Rapellmeister Ferd. Hiller, der in diesem Soweiz geht. . ...

Herbste einige Wochen zusammen mit Rossini, und zwar in dem franzöNichts in der Welt würde die Frauen von bezaubernder Sön- fischen Seebade Trouville, verlebte, theilt in dem Feuilleton zur ,,Kölheit abgehalten haben, bei dem Corso, der auf der Bastei des Dit- nischen Zeitung" seine,, Plaudereien" mit dem seit fünfundzwanzig Jahren thors abgehalten wurde, jeden Abend zu erscheinen. Es ist ein alter in stiller Zurüdgezogenheit lebenden Maëftro mit. Der geniale Italiaspanischer Wall, der sich vierzig Fuß über die grüne, vom Grafen Fire ner erzählte dem deutschen Freunde unter Anderem, auf welche Weise er mian mit Kastanienbäumen bepflanzte Ebene erhebt. Nach der Stadt in sehr jugendlichem Alter seine erste Dper, ,,Demetrio und Polibio“, zu zu sieht man von diesem Walle in Gärten hinab und über die hohen Stande gebracht. Die Art und Weise dieser Schöpfung ist charaktes Bäume der später fogenannten Villa Bonaparte ragt der filigran- ristisch und für die dramatische Musik Rossini's sehr bezeichnend. Der artig durchbrochene Wunderdom Mailande von weißem Marmor. junge Gioachimo hatte die genannte Oper für die Familie Mombelli Dieser fühne Dom hat nur einen einzigen Nebenbuhler in der Welt: komponirt, einer Sänger - Familie, die aus einem Vater (Tenor), den von St. Peter in Rom. ...

zweien Töchtern (Sopran und Contra-Alt) und einem Baffiften bestand, Man kann es sich an den Fingern abzählen, daß die Dffiziere so daß fie ein vollständiges Vokal- Quartett bildete, welches ohne weider jungen Armee die Stunde des Corso nicht versäumt haben. Die tere Hülfe in Bologna, Mailand und anderen Städten DpernvorstelStabs. Offiziere zu Pferde trabten neben den Baftradellen (sehr nie. lungen gab. Roffini batte nicht etwa den Tert zu einem Drama vor drigen Wagen) der Schönen, die oft in sechsfachen Reihen die länge fich, als er seine erste Oper schrieb. Mombelli lieferte dem jungen der Promenade einnahmen. Die Infanterie-Dffiziere, die in dieses Musif - Enthufiaften bald zu einem Duett, bald zu einer Ariette, oder Labyrinth nicht eindringen fonnten, verwünschten ihre Kameraden zu zu einem Quartett die Worte und bezahlte ihm jedes Stüd einzeln Roffe und mußten später mit einem Plaß vor irgend einem fashion mit einiger Piastern. Die Composition war reizend, ein Quartett nabeln Kaffeehause fürlieb nehmen. Hier konnten fie mit den Da aus diesem ,,Demetrio und Polibio" hat jest noch eine Art Berühmt. men ihrer Bekanntschaft, während fich diese Eis reiden ließen, ein heit; jedes einzelne Stüc war melodiös und füß, wie alle nadmaligen Gespräch anknüpfen. Die meisten kehrten dann nod in derselben Nacht Tonstücke des Meisters, aber von dramatischer Charakteristik, von in ihre Quartiere zurück, die bisweilen fünf oder sechs Stunden entfernt Naturwahrheit oder idealer Kunst fonnte bei der ftüdweisen Zusammenwaren. Sie bedienten sich dazu der Sediola, eines zweiräderigen, boch stellung, ohne daß dem Komponisten das Ganze vorlag, nicht die Rede gebauten Wagens, der von einem mageren Klepper in vollem Trabe sein. Dieser ominöse Beginn scheint für die ganze Laufbahn des den gezogen wurde. Diese Fahrten ohne Urlaub brachten den Stab und wahren Musikfreunden eben so viel Aergerniß als Vergnügen bereitenden Kommandanten, den General Despinois, zur Verzweiflung. Um- den Maëstro von entscheidendem Einflusse gewesen zu sein. Ferdinand sonst droheten die Ordres du jour diesen Wallfahrern mit Abfeßung; Hiller unterdrüdt zwar diese dem berühmten Freunde nicht angenehme fie lachten dazu.

Bemerkung, aber sie ist augenscheinlich zwisden seinen Zeilen zu lesen. Die Divisionsgenerale, mit Ausnahme des alten Serrurier, drüc. Auch in einer späteren Unterhaltung läßt er den legteren sagen: 130 ten ein Auge zu. Mancher Dffizier fam zehn Stunden weit zu Pferde babe in Italien nie ein fertiges Tertbud gehabt, wenn ich zu frei. ber, um einen Abend in der Scala, in der Loge einer Dame seiner ben anfing. Ich komponirte die Introduction, ehe nod die folgende Bekanntschaft, zu verbringen.

Nummer gedichtet war." Der Sommer 1796, nach zwei Jahren der Noth und der Unthätigkeit auf den benadbarten Felsen vor Savona, brachte der Armee - Deutsche Drudschriften im Auslande. In der ersten eine wunderbare Mischung von Gefahr und Genuß. Vor dem Kaffee Hälfte des laufenden Jahres sind in Deutsdland im Ganzen 3879 Werke bause Corso de' Servi trafen die Offiziere der entlegensten Regie im Drucke erschienen. Davon famen auf Preußen 1242, auf Sadsen menter zusammen. Viele, um die Aufweisung der vom Obersten gee 724, auf Defterreich 715, auf Bayern 397, auf Württemberg 270 und gebenen, von dem Brigadegeneral visirten Erlaubniß zu vermeiden, auf Hannover 109 26. Außerdem wurden in außerdeutschen Staaten ließen ibre Sediola vor dem Thore und gingen zu Fuß in die Stadt. Europa's an deutschen Büchern gedruckt: in der Schweiz 155, in Ruße

Hatten die Damen, wie oben erwähnt, das Eis eingenommen, so land 31, in Ungarn 16, in Frankreich 12, in Belgien 10, in Dänes gingen fie auf eine Stunde nachhause, um vielleicht einen Freund zu mark 6, in Schweden und England je 1: also zusammen 235 Werke fprechen, und erschienen dann in ihren Logen in der Scala. Diese in deutscher Sprache. Die Bereinigten Staaten von Nord-Amerika, Logen sind befanntlich kleine Salond, worin acht, ja, zehn Freunde auf wo seit einigen Jahren der Druck deutscher Zeitungen und Bücher einmal empfangen werden können. Es gab faum einen Difizier, der außerordentlid zugenommen, dürften in diesem Verzeicyniffe außernicht in mehreren Logen Zutritt hatte. Die Verliebten, aber zu schüd- deutscher Staaten den zweiten Rang einnehmen und unmittelbar hinter ternen, die dieses Glüd nicht hatten, trösteten sich mit einem wohl die Schweiz zu rangiren sein.

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federn. Pomare, etwa fechounddreißig Jahr alt, ist ziemlich groß, von Australien.

nobler, schöner Form und majestätischer Haltung. Ihre ausdrudsvollen

Gesichtszüge verrathen noch Spuren von Schönheit, obgleich uns die Erlebnisse eines musikalischen Miffionärs bei den Antipoden.

diden lippen und der gelbbraune Teint etwas stören. Ihr reiches, Mishka Hauser, der ungarische Violin-Virtuose, ging als neuer (dwarzes Haar warde auf dem Wirbel von einem großen Ramme und Drpheus zu unseren Antipoden, um die Bestien Kaliforniens und der um die Stirn durch einen einfachen Goldreifen zusammengehalten. Ihr Inseln jenseits des amerikanischen Westens zu zähmen, die schinken- lichtblaues Mousselin-Gewand, weit und offen um die Sdultern, an farbigen Unterthanen der Königin Pomare an schönere Musik zu geo der Taille zusammengezogen, reichte faum bis an die Kniee ihrer wöhnen, als die ihrer Wälder, und den Sklaven des Goldes in Sydo nacten Beine, die nur um ihre rothgefärbten großen Zehen mit gol, ney zu beweisen, daß nicht alles Gold ist, was glänzt, und eblere Mün denen Ringen und um die Knöchel, wie die Arme, mit Korallen und zen schöner klingen, ale bie von tyrannischem, demoralisirenbem Golde. Muscheln geschmüct waren. Alt er vorigen Herbst in Kalifornien bie Goldstücke gehörig nach der Anfangs war auch Pomare unachtsam und plauberte fort mit ihren Pfeife seiner Saiten hatte tanzen lassen, ritt er über den „Stillen", Damer, während der Virtuose mit aller Macht die kostbarften Comjeßt sehr lauten Dcean, zwar nicht wie Amphion auf dem Rücken eines positionen spielte. Erst Variationen zum „Yankee Dooble" feffelten Delphins, aber doch auf einem Dampfschiffe, das vor Delphinen mande fie. Sie nidte und horchte, schidte dann nach ihren zwei Kindern, Vortheile voraus hat, um die Sklaven des Goldes zunächst in Sydney dem etwa achtjährigen Prinzen, der in die Hände klatschte, und der von ihrem Entrée und von ihrem Jode zu befreien. Unterweges fiel Prinzeffin von etwa dreizehn Jahren, die gar ohne Weiteres in ihrer es ihm aber ein, einen Abstecher auf die Sozietäts-Insel Tahiti oder Herzensfreude danach zu tanzen anfing. Jeft ließ die Königin die Otabeiti zu machen, wohin vor dreißig Jahren die Civilisation und bald Thüren öffnen, durch welche nun das ganze Hofperfonal hereinpurzelte darauf die Franzosen zuerst igren Fuß feßten, und dort ein Konzert und den Virtuosen neugierig umbrängte. Besonders unbequem wurde zu geben. Eine Halle, worin die Eingeborenen erft ihre Gößen an der riesige, barfüßige Gemahl der Königin, natürlich ein Eingeborener, gebetet, welche Pomare im höchsten Zorne, daß fie nicht gegen die der Hände, Bogen, Saiten, 3nftrument uub Ellenbogen des SpielenFranzosen halfen, hernach verbrennen ließ, und worin ein französisches den betappte und dadurch die anderen Hofleute, männliche und weibKriegsgericht die Bertheidigung der Götter und der Königin der So- liche, ermuthigte, ihn ebenfalls von allen Seiten zu infommodiren. zietäts-Inseln an den tapferen Eingeborenen ,von Rechts wegen“ ver Er ließ das merfen, und die Rönigin, ärgerlich darüber, fdicte bald urtheilt hatte, war mit herrliden tropischen Blumen geschmüct und das ganze Publikum, den Gemahl mit, wieder fort und blieb mit dem zum ersten Konzertsaale des Landes zurechtgemadt worden, worin die Virtuosen allein. Jeßt untersuchte fie die Geige, berührte die SaiEingeborenen am 6. Dktober 1854 das erfte civilisirte Konzert hören ten und gab fie dann zurüd. Hauser spielte eine otaheitische Melosollten. Der französische Gouverneur und seine Gemahlin mit einer die, worüber fie große Freude äußerte. Dann folgte eine kurze UnterMenge gepaßter Offiziere saßen in einer Loge von Palmen-Matten, Haltung. Sie fragte, ob er ein Franzose sei, und als er dies verneinte, in der eben so konstruirten Loge gegenüber erschien die barfüßige Mö gab sie ihm die Hand und flüsterte: 34 kann diese Franzosen nicht nigin mit ihren barfüßigen Hofdamen. Die Mitte füllte fich mit gelb- leiden!" Natürlich. Sie haben ihre königliche Macht zu einem Scatbraunen, zum Theil ziemlich über den ganzen Körper barfüßigen ten ausgehöhlt und eine Civilisation eingeführt, welche die Unterthanen Eingeborenen, welche aber auf Ernsts Othello", womit der Virtuose gescheibter madt, aber durch Wein, Branntwein, Betrug und Veranfing, gar nicht hörten und zunächst fortplauderten, hernach aber fort- ftellung verdirbt. Zu Ende nahm die Königin ein kleines goldenes liefen. Auch die Königin ging bald wieder fort. Der Virtuose fie Kreuz von ihrer Halskette und überreichte es dem Virtuosen mit den delte, daß ihm der Soweiß am Körper herunterlief, fein Beifall, als Worten: ,,Nimm dies als Andenken von Pomare." fortlaufender. Jeßt dachte er: Rette du mich, Humbug! riß also alle „Ich verbeugte mich“, schließt er, „ward entlassen und von dem Saiten bis auf die G herunter und spielte à la Paganini das Karne- Missionär von dem Sólosse nach der Insel Papitee zurüdbegleitet. Dal – Erftaunen, Horden, Aufsperren breiter Mäuler, Beifauszeichen, 3d werde mein Konzert auf Tahiti, das erfte, welches die Insulaner Sturm, Raserei! Nur durch Humbug sollte er unter den Leuten, die mit der Kunft bekannt machte, wie Vögel auf dünnen Drähten zu por dreißig Jahren noch ihre Feinde auffraßen (?!), der Civilisation pfeifen", nie vergessen. Morgen betrete ich wieder die Wogen, die in ihrer unmittelbarsten, spielendften, gewinnendsten Form Gastrect, mich nach Australien führen sollen." Anerkennung verschaffen können. Wir übergeben die Schilderung des Die Schilderung von Sydney und seines ersten Konzertes bafelbft großen Diner, welches der Gouverneur den Honoratioren der Beam. geben wir im Wesentlichen mit seinen eigenen Worten, überseßt aus ten und Eingeborenen gab (leptere kamen mit Leibrod, Batermördern, bem Briefe an einen Freund und Protektor in London, da sie ein ziegenledernen Glaçeebandschuben, aber ohne Ausnahme barfuß, so draftisches und wahres Bild von den Sitten und der Lebens- und Andaß die Civilisation noch keinen Grund gewonnen, noch nicht „Fuß schauungsweise der australischen Hauptstadt geben und uns außerdem gefaßt" haben kann), und begleiten den Virtuosen nur noch in das mit einem neuen Geschäftsstyl in Redaction von Zeitungen bekannt Privat-Konzert, welches er vor der Königin Pomare und deren Hofe machen, der in unserer alten Civilisation nur unter der Hand prata gab. Er ließ sich, geleitet von dem Miffionär der Königin, nach der tizirt wird, besonders von etablirten musikalischen Referenten: Insel Papitee, der Residenz Pomare's, überfeßen, einem tropischen Pa Wir brauchten fünf traurige Wochen von Tabiti bis Port Jade radiese von Gärten, Häusern, Hütten, Korallenriffen und Naturpoesie, fon. Durch dichten Nebel fuhren wir am 25. November ein. Die wie sie nach seiner Meinung nirgends schöner aus dem ungeheuren, aufgehende Sonne enthüllte uns aber bald die Fata Morgana Sydney's pieltausendfadh durchinselten, frieblichen Dcean hervorblüht. Unter zwischen den zwei Vorgebirgen, welche den ungeheuren Hafen stärker einem Palmen-Haine hin, an den Seiten mit den Hütten des Hofper- schüßen, als die Forts auf denselben. Reizende Wälder und Parke, sonals geschmüdt, kamen sie zur Residenz Pomare’s im civilifirten Styr aus denen niedliche Villas und prächtige Palafte hervorleuchten, reiben, mit großen Fenstern und einem Ballon, auch einer großen goldenen fidi um die Wälder von Maften, an denen Flaggen aller Nationen Krone auf dem Dache. Aus einem Vorzimmer, dessen Meublement flattern. Am Landungsplaße umschwärmten uns wie Bienen alle Kablos aus einem großen, langen Tisde bestand, auf welchem ein Mis çen und Nationen in den verschiedensten Farben und Formen. Sydnister in tiefftem Negligee ausgeftredt fhlief, ward er durch einen ney ist der Brennpunkt alles Handels auf dem Stillen Meere, wolangen, mit Trophäen geschmücten Korridor in das Vorzimmer der Rö, mit Melbourne wegen der unglüdseligsten Lage für den Seebandel nigin geführt, wo sich die Hofdamen anpugten, während er hier seine vergebens fiegreich zu konkurriren sucht. Es ist Residenz der Regierung Bioline stimmte, um bann vor die Königin felbft geführt zu werden. von Neu-Süd-Wales and bat auch aus diesem Grunde viele Vorzüge vor

Sie faß auf Palmen-Matten in einem spärlich möblirten, aber Melbourne. Große Paläste, drei Theater, viele Banken, ein Waisexreich mit zip dekorirten Zimmer. Hinter ihr hing ein schlechtes Ge- haus, eine naturwissensdaftliche und eine Agrikultur-Geselfdaft, ein mälde. Zwei neben ihr fauernde Damen befächelten sie mit Strauß. topographisches Bureau, mehrere Hospitäler, Shulen, Gymnasien, eix

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