Billeder på siden
PDF
ePub

endigung seiner Studien in Soulpforta bezog er die Berg-Akademie entlehnen wir hierüber einer anderen Mittheilung deffelben Lausanner seiner Vaterftabt und fand nach dem Tode feines Vaters (1805) feine Blatts (Le Pays) folgende spezielle Angaben: erfte Anstellung als Referendar bei der preußischen Ober - Bergbaupt. Die Mussel-Sammlung zählt 2624 Arten Landmusdeln und mannfdaft in Sülefien. Im Jahre 1808 nahm er einen Ruf nach 1133 Arten auf füßen Gewäffern, im Ganzen 37,570 Mufdeln, Baigorry in den Weft-Pyrenäen an, wofelbft fich ein Verein zu Biebere sämmtlich lebend eingesammelt und auf& sorgfältigfte beførieben. aufnahme des Bergbaus gebildet hatte. Das Unternehmen blieb er- Jede Spezies ist durosonittlich durch wenigstens zehn Masdela nad folglos, Charpentier verließ Baigorry, wo er das Baskifde erlernt Bersdiedenheit der Fundorte repräsentirt. Seit mehreren Jahren ara hatte, und begab fidh nach Toulouse. Hier empfing ihn ein alter beitete Charpentier ab einem Kataloge dieser Sammlung; derjenige Freund feines Vaters, Picot de la Peyrouse, mit vieler Herzlichkeit der Gattung ,, Sónörkelsdneđe“ (Hélicées), einer der zahlreichften, Er widmete fich in dieser Zeit aussdhließlich der Erforsóung der Pp. befindet sich don unter der Presse und wird in den Deutsdriften der renäen-Rette und bestieg die höchften Spißen, unter anderen zweimal soweizerischen Naturforsber-Gesellschaft erscheinen. Ein zweites Bere die der Maladetta. Später ftudirte er die Eisen-Fabrication auf den mäøtniß Charpentier's an dao Museum ist das seines Herbariums, Hammerwerken des Departements de l'Arriége. Das Ergebniß seiner das ungefähr 32,000 Arten Phanerogamen aus allen Theilen des Untersuchungen legte er in dem som französisben Jnftitut getrönten Globus enthält. Zu dieser zweifachen Schenkung bat der Deftator „Essai sur la géologie des Pyrénées” nieder. Im Jahre 1813 ging auch alle Werte seiner Bibliothek über die Mollusten, diese mebren. er nach Paris und trat in Verbindung mit den ausgezeichnetsten Män- theils von großem Werth, gefügt. nern seiner Wiffenschaft. Während des Sommers machte er mit Bro Charpentier's umfassendes und gründliches Wiffen hatte ihn mit chant de Villiers eine wissenschaftliche Reise nach der Auvergne und den ausgezeichnetften Gelehrten Europa's in Verbindung geseßt, und dem Vivarais.

mit ihnen unterhielt er einen ziemlid eifrigen Briefwechsel. Die von Zu Ende desselben Sommers war es, wo ihn die an ihn ergebende ihnen in die Schweiz tamen, unterließen nicht, ibn auf seinem schönen Berufung nach Ber führte. Hier waren nach dem Tode Wild's die Rubefiß Devins,“) eine halbe Stunde oberhalb Ber's, aufzusuchen, Salinen unter Leitung eines kundigen Mannes, dem aber fein vor und saben fido ba ftets mit liebenswürdiger Gaftlichkeit aufgenommen. gerüdtes Alter die Beschäftigung mit praktischer Arbeit in den Gruben Man fann sagen, daß Charpentier der Ehrenwirth des Kantons Waadt nicht mehr verftattete, geftelt gewesen. Es bedurfte eines thätigeren, bei allen den vorzügliden Menschen war, welde ihn zu besuchen kamen. mit dem Detail des Geschäfts vertrauteren Mannes, und als folder Sein Verluft ift unerfeßlich für seine Familie, seine Freunde und Ade, wurde Charpentier der waadtländischen Regierung bezeichnet. Seine die ihn gekannt haben, er wird in ihrer Erinnerung fortleben so lange, erfte Sorge galt der gewissenhaftesten Erforschung der Salzlager des ale fie selbst.

E. Rr. Landed, und er zuerft ermittelte aud die genauere Erkenntniß dera selben. Mittelft fachkundiger Rachforsqungen und geschidt geleiteter

Mannigfaltiges. Arbeiten entdedte er die Sdicht oder vielmehr den das Steinsalz enthaltenden Gang, wo die Salzquellen (das Quelsalz) entspringen,

Die Gebietsgränzen der Naturwissenschaften ift der deren Ertrag fid bisher stufenweise vermindert batte und damals nur Titel eines Vortraged, ben Herr Dr. Stiebel sen. in Frankfurt a. M. etwa 13,000 Centner jährlich betrug. Seit jener Zeit bat fich aber in der Senkenbergischen Gesellschaft gebalten und der ung in einem der Ertrag der Salinen von Ber allmählich bis zu 45,000 Centnern Abbruce®) vorliegt. Der Vortrag ist Karl Vogt und Rudolph geboben, weloes Quantum ungefähr dem jährliden Verbrauche des Wagner zugeeignet, also zweien Ertremen, zwischen welden Herr Kantons entspricht. Große Verbesserungen wurden übrigens bei allen

Dr. Stiebel das juste milieu zu wahren fucht, indem er Beiden Unden Salinen-Arbeiten angebracht, und so auch eine bedeutende Reduce redt giebt. Die Naturwissenschaften“, sagt der Verfasser unter Antion der Unterhaltungskosten bewirkt.

derem, follen fide nur nit dem Begränzten, nur mit den ErscheinunAlle Zeit, welde fide Charpentier von seinen zahlreichen offiziellen gen und Geseßen der Materie befcäftigen. Trok dem Bewußtsein Geschäften abmüßigen konnte, widmete er dem Studium der Natur- der nur relativen Geltung jeder Wahrheit, ift für sie Wahrheit, wissenschaften. Er hatte sich von vorn herein auf Botanik gelegt und was burde gemeinschaftliche Wahrnehmung fide ale folde ergiebt; was wurde darin in kurzer Zeit bei To bewundernswürdigem Soarfinn im Widerspruche mit dieser und der daraus gefolgerten Gefeßen flebt, und Gedächtniß, als er befaß, einer der fandigsten Führer. Mehrere fann sie nicht anerkennen; aber fie darf eben so wenig absolut verneiJahre bereiste und durchforschte er die Walliser- und einen großen nen, wo es ihr unmöglid ift, den Beweis der Nichteriftenz zu führen. Theil der übrigen Soweizer - Alpen, so wie die von Savoyen und So wie wir von der einen Seite von der Philosophie und der Glate Piemont. Auf diesen Wanderungen war ihm die große Ausbehaung benslehre verlangen, daß fie uns im Reiche der Naturforschung keine der Gletsder in alter Zeit aufgefallen, ein Phänomen, worauf schon gebietenden Hemmniffe entgegenstellen, so dürfen and wir über die Beneß im Jahre 1816 in einem „Mémoire sur les modifications du Gränzen unseres Gebietes hinaus nicht herrsden wollen, und da unser climat dans les Alpes” aufmerksam gemacht hatte. Charpentier fand Gebiet nur das erkennbare Endliche ist, so muß außerhalb defselben in dieser Thatsache die Erklärung dafür, wie es möglich war, daß die die vollkommene Freiheit der Vorstellung von unendlichem Immatea Alpenblođe (daher blocs erratiques) in so weite Entfernungen forte riellen und von Gott gelassen werden.(Pehnliche Ansichten finden geführt werden konntea. In seinem „Essai sur les glaciers", einem fich auch im „Kosmos" Alerander v. Humboldt’s ausgesprochen.) klassisch bleibenden Werte, bewies er, daß diese Blöcke nichts Anderes wären, als die Ueberrefte alter Felsentrümmer (moraines) am Fuße

Dishausen's Geographie und Statistik der Ver. der Gletscher, welche ehedem einen großen Theil der Schweiz über einigten Staaten. Theodor Dishausen fährt fort, in der von ihm dedt batten. Aber das Studium, welchem Charpentier mit der bes begonnenen, gründlichen und umfassenden Weise die Vereinigten Staas barrlichsten Emsigkeit die leßten Jahre seines Lebens zugewandt hat, ten von Nord-Amerifa geographisd und statistisch darzustellen. ift dasjenige der Fluß- und Landmuscheln. Dieser Zweig der Forsdung eben ist in der Akademischen Buchhandlung in Riel die vierte Liefeo it ungemein von ihm gefördert und vervollkommnet, vornehmlich auch rung seines Wertes, den Staat Jowa umfassend, ersdienen. Der eine große Anzahl noch ungewisser Arten mit vieler Sicherheit und Verfasser beschäftigt sich auch hier, wie in den früheren Lieferungen, Genauigkeit bestimmt worden. Er sparte weder Reifen, noch Rosten, mit Gebieten, die bis jeßt noch am wenigften von allen Staaten der am eine der volftändigsten und schönsten Sammlungen in dieser Art Union bekannt sind. Er hat fich zunächst den Westen aufgesuot and zusammenzubringen, die in Europa zu finden; einen unschäßbaren will auch in den folgenden Lieferungen immer weiter weftlich vorwärts Werth erhält dieselbe dadurch, daß jede Muschel genau bestimmt und bringen. Seine Forschungen, som deutschen wissenschaftlichen Stande benannt ist

. Schon im Sommer 1823, wo der Unterzeichnete fie fab pankte auf amerikanisdem Boden bewirkt, unterscheiden sich dadurch und bewunderte, konnte diese Rondylien-Sammlung fehr bedeutend wesentlich zu ihrem Vortheile von anderen in Amerifa oder in Europa genannt werden. Sie und eine zweite Sammlung hat Charpentier erfdienenen Darstellungen der Vereinigten Staaten. Für jeden Staat noch bei Lebzeiten dem Kantonal. Museum in Lausanne zum Geschenk hat er eine nach den besten Quellen entworfene, auch die amerifanische überwiesen. Dieses Museum, im Jahre 1817 gegründet, verbankt schachbrettartige Eintheilung der Counties mit ihren Yankee- Namen seinen blühenden Zuftand insbesondere den reichen Schenkungen, die berüdfichtigende Karte gezeidnet

, die für Deutsøland sehr viel Neues ihm durdy General Laharpe, die Herren Monod, Eynard, Gebrüder und manche wichtige Berichtigung der hier vorhandenen Karten ente Rivier, Perdonnét (von Veden), Grand von Hauteville, Dompierre hält. Auswanderer, unter denen es freilich Wenige giebt, die ein und viele andere geworden sind. Den mächtigen Zuwachs betreffend, wiffensdaftliches Intereffe für das Land haben, nach welchem sie ziehen, den es nunmehr auch durch die Søenfang Charpentier's erfahren hat, können fid in diesem Buche die beste Belehrung verschaffen. hauptmann in Freiberg, wo unter seiner Leitung das große Amalgamirwerk zu

*) In dieser reizenden Behausung starb im Februar 1819 die vieljährige Štande fam; sein älterer Bruder, Toussaint (geb. 1779), starb als Berghaupt=

Freundin seiner Familie, Jeannette v. Haja, deren Nefrolog wir im ,,Magazin" mann zu Brieg in Schlesien am 4. März 1847. Von Beiden handelt die zehnte

1850, Nr. 18, gegeben haben. Auflage des Conversations - Lerifons, hat aber den Salinen-Direktor übersehen. **) Franffurt a. M., Literarische Anfalt, 1855.

[merged small][merged small][merged small][merged small][ocr errors][merged small][merged small]

Doch auf dem Panier der franzöfisden Revolution neben dem Worte Frankreich.

Gleid beit das Wort Freiheit unauslösd lid gefdrieben. Wir alle

fennen den Reiz dieses schönen Wortes für jeden hodberzigen Menschen. Laboulaye's politische Geschichte der Vereinigten Staaten. *)

Und diejenigen eblen Männer, welde jene hiftorifde Nothwendigkeit Der Verfasser des in der Anmerkung volftändig genannten Wert nicht sehen wollen und sich an jeden Schatten von Hoffnung feftflamhat sich um die Anerkennung der deutschen Literatur und deutschen For- mern, das schöne Wort zu einer Wahrheit zu machen, find daher unserer fdung in Frankreich so bleibende Verdienste erworben, daß dieses Buch größten Hochachtung würdig. Dieses verzweifelnde Streben, burch. eines feiner caratteriftif deften Erzeugnisse, die volle Aufmertfamfeit des drungen vom halben Bewußtsein seiner Erfolglosigkeit, Jaratterifirt deutschen lefers verdient. Wenn auch als wissenschaftliche Leiftung die französischen Doctrinairs, namentlich Herrn Laboulage. Faft alle keinesweges unbedeutend, drängt es sich doch von dieser Seite der Bes Werte dieses Gelehrten find mehr oder weniger Huldigunge-Opfer, trachtung weniger auf, denn als das politisde Glaubens - Bekenntniß die er dieser großen und schönen Illusion feines ganzen Lebens bardes Verfassers und auch wohl seiner Freunde, d. h. einer Partei, deren gebracht hat. Die Regierung Louis Philipp’s, der Herrn Laboulaye's fittlicher Werth und politische Bedeutung vielleicht außerhalb Frant- Universitätsjahre und erfte Søriften angehören, war zur Beförderung reichs nicht genügend gewürdigt wird. Jedermann weiß, was in jenes edlen Glaubens sehr geeignet. Der Bürgerfönig erreichte beo Deutsøland die Partei der Doctrinairs ift, die, troß ihrer mannig- fanntlich die in Frankreich durchaus nöthige Freiheit und Unabhängigfachen Spaltungen und Nuancen, doch das Gemeinsame bat, daß alle feit der Regierung, indem er die beschränkenden Tendenzen der Ver. ihre Befenner den Staat a priori wissenschaftlich fonftruiren und ihn fassung durch eine beispiellose Corruption neutralifirte. Diese Re dann dem wirklichen Staat anpassen wollen. Gleichviel, welches nun der gierungsform hat Herr Laboulaye gegen den von ihm hodverehrten praktische Werth dieser Richtung sein mag, fo fließt sie doch mit Noth. G. F. Puota mit Bitterfeit vertheidigt. Die Männer von Herrn wendigkeit aus der Form unseres öffentlichen Lebens, das in den Univer. Laboulaye's Partei waren in der That geneigt, in der Thätigkeit von fitäten zugleidh feine Quelle und feinen Brennpunkt hat. Denn Nichts Louis Philipp's verschiedenen Miniftern, wie gleichartig diefelbe auch ist natürlicher, als daß die Männer der Wissenschaft auch auf das Ge- war, und wie entschieden durch die politifoe Lage hervorgerufen, nur biet des politischen Denkens die ihnen (onft gewöhnlichen Methoden über- eine Reihe von Febleru zu sehen, ohne welche die ganz erträgliche Contragen und in Büchern ihre Quellen, in logisch zusammenhängenden ftitution leicht hätte eine Wahrheit werden können. Dieser Gesinnung Systemen ihre höchften 3deale finden. Anders in Frankreich, das in blieb Herr Laboulaye in seiner, übrigens nur literarischen, Thätigkeit den leßten sechs Jahrzehnten zu so viel eigener Erfahrung die traurige unter Louis Philipp ftets getreu. Er handelte baber durchaus konsequent, Gelegenheit gehabt hat, daß es politische Lehren nicht in den Büchern indem er fich nach der Revolution von 1848 mit voller Sympathie zu suchen braucht. Aber bekanntlich war das gewaltige Streben, aus einer Regierungsform anschloß, in welcher die Freiheit auch nicht einmal dem die erste franzöfische Revolution hervorging, von einer ähnlichen denjenigen Widerftand zu finden schien, den die Person des Königs bot. doctrinairen Tendenz durchbrungen, als jeßt das unsrige; und wie heute Mit den nächsten Folgen der Februar-Revolution beginnt die Ge. bei uns fanden damals die auftretenden Kräfte fein besseres Mittel zu schichte des Buches, das wir besprechen. In der Einleitung, die im Kampf und Sieg, als das gläubige Erheben eines idealen Paniers. eigentlichsten Sinne des Verfaffers Glaubens-Bekenntniß ist, und auf Bie weit nun auch Rousseau und Montesquieu von jeder Absicht zu die wir noch zurüdlommen werden, ist der Einbrud ausgeprägt, den fälsoen entfernt waren, so waren doch ihre Systeme auf entschiedenen die Verhandlungen der Constituante auf Herrn laboulaye machten. biftorischen Frrthümern begründet. Und troß des politommenen Sieges Diese Versammlung, beherrscht einerseits von dem unabweisbaren Ge der Kräfte, welche die Revolution begonnen, blieben die Theorieen, die fühl, daß Frankreich einer gewaltigen einheitlichen Regierung bedarf; ihr zur Fahne gedient, eine Lüge. Oder mit anderen Worten: der andererseits von der Furcht vor der eben erft beseitigten Monarchie, Kampf um ein durch und durch demokratisches Frankreich gegen die wurde mit Nothwendigkeit dazu geführt, die in Frankreich unvermeidgroßentheils schon besiegte aristokratisd-absolutistische Gesellschaft, von liche absolute Gewalt in die Hände der Assemblée législative zu leeiner bereits sehr wichtigen Mittelklasse unter dem Panier der politis gen und die Macht des Präsidenten möglichft zu binden. Auch in schen Freiheit unternommen, endete mit dem vollendeten Sieg der Den diefem traurigen Ergebniß der ehrenhaftesten Absichten wollte Herr motratie, ohne daß die politisde Freiheit erreicht worden. Die Gründe Laboulage nicht die nothwendige Folge des unglüdlichen Berfuos sehen, dieser Erscheinung liegen nabe genug. Seit seinem erften welthiftoris Frankreich auf einer anderen als seiner natürlichen und hiftorischen Basis fchen Auftreten bis zum heutigen Tage ift jeder Schritt der Gefdichte zu konstituiren. Reinesweges blind für die Folgen dieser Verfassung, dieses Landes, den es feiner welthiftorischen Stellung entgegenthat, wollte er dennoch in derselben nicht den Ausbrud der damaligen pozugleich ein Söritt zu einem anderen doppelten Ziele gewefen: So- litischen Lage erbliden, sondern er hielt fie für das Resultat trauriger ziale Gleidheit und Absolutismus. Die französische Revolution, Irrthümer über die nothwendige Grundlage einer freien Regierung. die einer diefer Tendenzen scheinbar entgegentrat, bat sowohl in allen Eben diese Selbsttäusdung über die Ursachen der damaligen Erihren einzelnen Erscheinungen, als in ihrem endlichen Resultat beide eigniffe ließ ihn noch an die Mögliòleit einer Umkehr glauben. Er zugleid zur Geltung gebracht; und so tief waren diese Tendenzen ein. felbft wandte fich, wie er uns sagt, dem Studium der amerikanischen gewurzelt, daß man nur durch die höchfte Potenz des Absolutismus Gedichte zu, in welcher er ein treues Abbild der Leiben Frankreichs die Freiheit zu erzielen boffte! Die beispiellose Centralisation dieses und ihrer endlichen glorreichen Ueberwindung zu erkennen meinte; eine großen Landes, das Werk faft aller seiner bedeutenden Politiker feit Wufiont, bie nur aus Herrn Laboulaye's unendlicher liebe zu seinem Jahrhunderten, ift nun einmal die bistorische Basis feiner Eriftenz. politischen Ideal zu erklären ist, und die uns bei seiner echt historischen Die Sprache, die Literatur, die Académies, die Université, bie Kunft, Ansdauungsweise Doppelt in Erftaunen feßt. Voll von diesen Gefühlen der Kriegsruhm Frankreichs und das einzige Paris find nur verschie, schrieb unser Verfaffer im Juli 1848 feine „Considérations sur la condene Seiten derselben Erfdeinung, und es ist daher ein poetiffer stitution", in denen er auf die Geschichte Amerika's als Frankreichs Traum, die Einheit dieser Maschine Tohwächen zu wollen, ohne die Lehrerin hinwies, eingeleitet durch einen Brief an Cavaignac, den er Größe des Landes zu zerftören. Beim mannigfachsten Wechsel der aufforderte, ein neuer Washington zu werden und Frankreich für immer Conftitutionen, der Neigungen der Regierenden und der Regierungge zu einer glorreichen freien Republik zu machen. Eine Aufgabe, der mittel bat nad 1789, wie vorher, der Absolutismus in Franfreich ges weder Cavaignac's apo irgend eines anderen Menschen Kräfte gewachherrscht. Aber trop diefer offenbaren historischen Nothwendigkeit, welcher fen waren. Vielleicht um diese Anmuthungen zu rechtfertigen, überMänner, wie D. Barrot und Cavaignac, nur ungern fich fügten, ift treibt Herr Laboulaye in ben Bemerkungen, die in der Einleitung zu

unserem Werfe auf jenen wörtlich abgedructen Brief folgen, die Leio *) Laboulaye, Histoire politique des Etats Unis depuis les premiers essais de colonisation jusqu'à l'adoption de la constitution fédérale. ftungen Washington's in einer faum zu rechtfertigenden Weise und 1620 — 1789. Paris, A. Durand, 1855.

wagt es, ihn über Julius Cäfar zu stellen. Hier hat ihn die poli

tisde Leidensdaft zu einer namenlosen Ungeredhtigkeit verleitet. Wer bängige Gesinnung der Revolution zum Anker diente. Noch ausführ. Roms Geldidste so gut kennt, als Herr Laboulaye, der dürfte doch liớher handelt der Verfasser von Neu-England. Er zeigt uns, daß die nicht vergessen, daß die Unfähigkeit dieses Staates zu einer freien Res Verfafsungen der Staaten, die gemeinsam diesen Namen tragen, in allen gierung das Werk der Welt-Ereignisse und nicht eines Menschen war; wesentlichen Theilen so alt sind, als diese Staaten selbst; und indem er während der große Julier aus eigener Kraft diejenigen Formen scuf, uns auf alle feinsten Nuancen in ihren Verschiebenheiten aufmerksam unter denen die Eristenz Roms als weltbeherrschende Stadt allein macht, zeigt er, daß alle dennoch nur eine Einheit bilden; er zeigt ferner, noch möglich war. Auf der anderen Seite bat Herr Laboulaye felbft wie diejenigen Tendenzen, die heutzutage das amerikanische Leben chain seinem Buche dargelegt, daß nicht Washington, sondern daß die rakterisiren und die der amerikanischen Conftitution ihre Eigenthüm. ganze amerikanische Geschichte die Elemente geschaffen hat, die in der lichkeit aufgeprägt haben, von dem ersten Tage an in Neu-England Revolution zur Geltung famen und deren endliche Ausgleichung der geherrscht. Kurz, wir seben hier, wie in Virginien, Bolf und VerGeneral zwar sorgsam und uneigennüßig überwacht, aber feinesweges faffung anderthalb Jahrhunderte vor der großen Revolution fast ganz durch eigene geniale Thätigkeit herbeigeführt hat. Daß die Geschichte fo als zur Feit derselben. Die übrigen Staaten: Maryland, Newder Weltbewegungen unserer Tage den Söhnen dieser Zeit mehr zu- York, Pennsylvanien, die beiden Carolina, Georgien, umfassen etwa sagt, als die der römischen Stürme, das ist ein Werf unserer Er- ein Drittel des vorliegenden Bandes; auch bei ihnen weist der Verziehung; und Cäfar ift daran so unsduldig als Washington. Wie dem faffer nach, daß lange, ehe man an die Revolution dachte, während der aud sein möge, so überstieg gewiß die Anforderung Cavaignac's Kräfte. Dauer der unbestrittenen Suprematie Alt-Englands, diejenigen Zustände Er bätte ihr gewiß gern entsprochen. Und als Herr Laboulaye wenige fich entwidelt hatten, die noch heute mit geringen Modificationen dort erMonate später zum Lebrer am Collége de France ernannt worden, iftiren. In zwei Kapiteln, die den Soluß des Bandes bilden: ,,Orgahatte fich der politische Horizont mehr getrübt, als erheitert. Da nisation politique” und „organisation civile” resumirt der Verfasser den glaubte er denn einer heiligen Pflicht zu gehorchen, indem er seinen Inhalt desselben und weist nach, daß troß aller sheinbaren Verschiepolitischen Ueberzeugungen den energischeften Ausdrud gab, dessen sie denheiten der einzelnen Staaten, deren Geschichte er entwickelt hat, fähig waren, und indem er, als Lehrer der législation comparée, Frant. alle wesentlichen Grundzüge ihres öffentlichen Lebens in allen diesel reichs Gefeßgebung mit derjenigen verglich, die ihr als Lehrerin die ben sind und in allen mit denen von Anfang an identisd waren, die nen müßte. Mit einem Worte, Herr Laboulage befolob, über die ames zur Zeit der Revolution in Amerika herrschten. Wie dürftig auch dieses rifanische Verfassung zu lesen.

Skelett feines glänzenden Budes ift, fo genügt es doch, um zu zeigen, Diese Vorlesungen liegen, wie es scheint, in ihrer ursprünglichen daß der Verfasser alle Eigenthümlichkeiten des Landes erfannt hat, beffen Form vor. Nur in den Noten ist eine seit 1849 erschienene Sørift ein Geschichte er schreibt, und wie weit er davon entfernt ist, die Gefeße paarmal benußt. Was Herrn Laboulape's Quellen betrifft, fo gruppi. gebung desselben für ein Werk wissenschaftlicher Combination zu halten. ren sie sich gewiffermaßen um zwei ausgezeichnete amerikanische Sdrift Den politischen Meinungen des Verfassers gehören die zwei ersten steller: Bancroft und Story; wo diese gewissenhaften und zuverlässigen Vorlesungen, einzelne eingestreute Bemerkungen der übrigen und das Führer den Absichten des Verfassero nicht ganz entsprechen, find andere einzige im Jahre 1855 gesdriebene Stück des Buches, die Einleitung, ftets sorgsam gewählte Arbeiten zu Rathe gezogen worden. Eigent- an. Die ersten Vorlesungen drücken auf& lebhaftefte jenes Gefühl des liche Forschung enthält jedoch die histoire politique nicht. Diese Dis- Verfassers aus, das seine „Considération sur la Constitution" und position ift im Ganzen höchft lobenswerth, denn die Materialien, deren den Brief an Cabaignac diftirt hat. Er vergleicht Amerika mit FrantHerr Laboulaye bedurfte, liegen in seinen Quellen unverfälscht unbreid, und da jenes bat, was er in diesem so schmerzlich vermißt, povollständig vor, und die bereits sehr zahlreichen, für Europäer faft litische Freiheit, so bemüht er fich, es zu einer idealen Gestalt zu er. unzugänglichen amerikanischen Detail-Untersuğungen verlieren sich meist heben. Und um an die Möglichkeit eines Frankreich glauben zu können, in eine ermüdende Kleinigkeitskrämerei, die sich um Genealogieen, To- das in der Hauptsache diesem Amerika gleiche, hütet er sich wohl, die pographie und das Geklatío von Miniatur. Staaten und Städten biftorische Entwicelung beider Länder neben einander zu stellen, er hält dreht. Doch wird der Mangel dieser Quellen sichtbar, wo Herr la- fich an die äußeren Erscheinungen der beiden Revolutionen, die aller. boulaye fid auf eigene Untersuchungen einläßt, namentlich über inter. dings einige debnligkeit haben. Er läßt fic duro die politische Leinationales Eigentbums- und Besißrecht und die Anerkennung des Eigen- denschaft verleiten, in den Männern, welde bie amerikanische Redo. thums der Indianer. Freilich sind die Quellen für richtige Erörterung lution hervorbracte, in den Ideen, die den Staat nach kurzem Sawandieser Fragen zum Theil erst seit dem Jahre 1849 zugänglich und zum fen befestigten, etwas Underes zu sehen, als das nothwendige Produkt Theil nur in Holland in den Bibliotheken und Archiven zu finden. folder Staaten, wie Virginien, Neu-England und New-Yorf; und er Auch find die Erörterungen selbft ohne irgend einen wesentlichen Ein- sceint zu glauben, daß Frankreich ftatt feiner Sièges, Mirabeau, fluß auf die histoire politique. Historische Treue gehört im Gegen- Danton, Robespierre, Bonaparte, ben echten Söhnen der frantheil zu ben zahlreichen glänzenden Eigenschaften des Werks. Eine faft zöfisden Revolution, die Frankreichs hiftoriíde Tendenzen zur Geltung unübertreffliche Abrundung der Form, die schönsten Verhältnisse der brachten, leicht hätte einen Washington, Hamilton, Jay, Maeinzelnen Theile zu einander, Durchsichtigkeit des Style, Klarheit der difon erzeugen können, und daß dann Frankreich ein anderes Ame. Darstellung bei der größten Søärfe in der wissenschaftlichen Abftrac- rita geworden wäre. Das natürliche Wirken allmächtiger historischer tion find die übrigen Vorzüge dieses Buches, das den flaffischen Mu- Gewalten nennt er wissenschaftlichen Frrthum in Frankreich, politiske ftern sehr nahe tritt, deren Studium es auf jeder Seite verräty. Es Beisheit in Amerika, weil das Resultat hier seinen Wünschen entDerdient im eigentligsten Sinne des Worts ein Runftwerk genannt zu spricht, dort zuwider ift. Er sucht dann den amerikanischen Zuständen werden. Neben diesen seltenen Vorzügen hat das Buch noch ein ganz einige Einrichtungen zu entlehnen, die man sofort in Frankreich aneinziges literar historisches und psychologisdes Intereffe durch den Kon wenden könnte, und scheint sich ganz zu verbergen, wie deutlich bereits flikt zweier ehrenwerthen Eigenschaften des Verfassers, hiftorische und die Erfahrung gelehrt hat, daß die biftorische Strömung in seinem politische Treue. Man hätte leicht vorausseßen können, daß seine Meis Vaterlande solche leichte Dämme in einem Augenblid zu überfluthen nungen ihn veranlassen würden, wider Willen die Geschichte zu fälschen im Stande ift. Höchft eigenthümlich sind außerhalb dieser beiden Vorund etwa in der amerikanischen Verfassung ein Produkt wissenschaft- lesungen einige Bemerkungen, die gleichsam baju ba sind, folche Einlicher Reflexion zu sehen, das die wissenschaftliche Reflexion leicht nach würfe, wie die unsrigen, zu entwaffnen, indem sie ihnen den ftärfften ab men fönnte, oder man bätte glauben mögen, daß die Naturwühlig- Ausdrud geben: „J (Locke) n'a pas compris que les lois ne sont keit der amerikanischen Zuftände und das einzige Zusammenwirken un point une abstraction philosophique, un idéal, mais bien l'expression erhörter Umstände, das fie hervorbrachte, ihn würde an der Möglich des rapports existants”. So charakterifirt Herr Laboulaye den Ver. Feit verzweifeln lassen, sie nachzubilden. Weder das Eine, noch das such Lode's, dem auffeimenden Carolina eine der englischen nachges Andere bat ftattgefunden, ganz getrennt ftehen beide Richtungen neben bildete Verfassung zu geben; die, obgleich für Engländer bestimmt, einander, faft ohne Uebergang und Aussöhnung. Betrachten wir zu- durch deren veränderte, von der Metropole ganz verschiedene Lage fich erft, was der historischen Untersuhung angehört. Es beginnt dieselbe als eine Utopie erwies. Herr Laboulaye, indem er diesen Saß in fein mit der dritten Vorlesung und füllt faft ohne Unterbrechung den Reft Wert aufgenommen, scheint sagen zu wollen, daß Verschiedenheiten so des vorliegenden erften Bandes. Nach einer kurzen Einleitung über durchgreifender Art, wie die zwischen England und Amerika, zwischen die Niederlassungen der Europäer in Amerika und über das Eigente Amerika und Frankreich nicht eriftiren, und daß der befte Theil der thumdrecht an entdedtem Land behandelt Herr Laboulaye sehr ause amerifanischen Conftitution daher in Frankreich zur Geltung kommen führlich die Geschichte Virginiens und weift nadt, wie durch die Na. fönnte. Dieser Irrthum, aus dem Herzen, nicht aus dem Ropfe des tur des Landes, durch die Art der Auswanderung, durch den Einfluß Verfassers entspringend, ehrt ihn mehr, als ihn die Anerkennung der der Navigations-Akte, durch die Entfernung von der Metropole, durch wahren Sablage ebren würde, und in seinem unzerstörbaren Glauben die Einführung von Negersllaven und duro eine Menge anderer zu. an die Möglichkeit politischer Freiheit in Frankreid möchten wir Herrn fammenwirkenden Umstände fich jene freie Verfassung bildete unb bile Laboulaye mit einem liebenden Sohne Vergleichen, der an den Tob ben mußte, die in Virginien von Anfang an bestand und mit geringen der Mutter nicht glaubt, beren Begräbniß er mit Augen gesehen hat. Modificationen sich allezeit erhielt; wie ferner dieselben Umstände jene Die Einleitung zur „Histoire politique" enthält die Geschichte Bevölkerung von gentlemen hervorbrachte, deren träftige, freie, unab. des Buches, wie wir sie bereits wiedergegeben, und einige andere eben

der

bahin gehörige Bemerkungen von geringerem Interesse, eine energische worüber die Freude im Himmel am größten ift; bas Fleisch gilt als Erklärung des Verfaffers, daß er an der Freiheit Franfreichs nie ver das Prinzip des Bösen und fout getödtet werben. Die Mönchsregeln, zweifeln werde, und einen etwas bitteren Angriff gegen die, welche welche das Vorbild chriftlicher Vollkommenheit darstellen, beruhen alle baran verzweifeln, endlich aber eine faum verbedte Mahrung an den auf den drei Gelübden des Gehorsams, der Reuschheit und der Armuth, gegenwärtigen Kaiser, zum Heile Frankreichs die langersebute Freiheit D. h. fie entziehen alle dem Menschen die Freiheit, die Liebe, bas ir. einzuführen: eine Ermahnung, die in ihrem hochherzigen Verkennen disde Glück.

rson, der politischen Nothwendigkeit, der Unmöglichkeit ihrer Die Philosophie bringt nicht eine solche absolute Verachtung des Erfüllung, in ihrer erhabenen Naivetät mit Nichts beffer zu vergleichen Fleisches und der Welt mit fid. Daß das Leben ein Rampf sei, und ift, als mit den Worten unseres Schiller: Sire, geben Sie Gedanken- daß der Mensch erft nach dem Tode dazu gelangt, seine Beftimmung freiheit!

zu erfüllen, diese Ueberzeugung brängt auch die Philosophie uns auf;

aber aus der Nothwendigkeit, das Fleisc dem Geifte, den irdischen Jules Simon's philosophisch - ethischer Standpunkt.

Beruf dem zukünftigen unterzuordnen, folgert fie nigt, daß es in

dieser Welt nichts giebt, was geliebt zu werden verdient, bie philo. (Schluß.)

fophifche Wissenschaft erkennt alle Triebe, welche Gott selbst uns ing Ferner ift der Philofoph der positiven Religion Ehrerbietung Herz gelegt, als berechtigt an, insofern wir sie der Herrschaft der souldig, vorausgeseßt, daß diefelbe in Nichts den ewigen Gefeßen der Vernunft unterwerfen; und wie fehr fie uns auch dazu bringt, den Moral widerspricht. Es ift das Zeichen eines kleinen Geiftes, eine Blid vorzugsweise auf das ewige Glück gerichtet zu halten, so ver. Religion zu verspotten, ohne daß man sie fennt, oder zu glauben, daß bietet sie uns doch nicht, auch auf dieser Erde hon so viel wie man fie fennt, wenn man ihre Ceremonien oberflädlid fennt, oder möglich glüdlich zu werden; wie fehr sie sich bemüht, göttlich zu sein, fie nach dem Lebengwandel ihrer Priefter zu beurtheilen.

kann sie doch nicht umhin, auch don mensdlid zu sein. Dem Fanatismus und dem Aberglauben in den positiven Reli Man muß zugeben, daß wir im menschlichen Leben, wenn wir gionen muß der Philofoph die Festigkeit des Charakters entgegenstellen. Darunter nur den Zeitraum von der Geburt bis zum Tode verstehen,

Wie wird der Philosoph, welcher feiner positiven Religion zu wenig Grund haben, und glüdlich zu preisen. Müßte man zwischen gethan ift, die Pflicht der Gottesverehrung erfüllen? - Er thut den beiden Behauptungen: daß es nichts Gutes in der Welt gebe, benen, die einen anderen Glauben bekennen, keinen Zwang an, er und: baß darin Alles aufs Befte fei, wählen, so dürfte die erfte einem verspottet ihren Glauben nicht, wenn derselbe aufrichtig ist; er klärt Jeden, der die Unfterblichkeit vergißt oder den Glauben daran nicht ohne Leidenschaft, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet, diejenigen hat, als die richtigere erscheinen. Mande edle Geifter tröften fich im auf, welche das Unglüd haben, nicht an die natürliche Religion zu Hinblick auf das Elend des Menschenlebens mit dem Gedanken des glauben; er feßt dem erklärten Atheismus feinen Protest gegenüber; Fortsdritts, aber dieser Gedanke ist doch nur wahr in Bezug auf die er mißbraucht niemals den Namen Gottes; er spriot denselben night Menschheit und deren Geschichte im Großen und im Ganzen. Mande aus, ohne seine Ehrfurcht zu bezeigen; er ruft bei feierlichen Gelegen- Philosophen behaupten, um die Vorsehung zu ehren, daß man am heiten Gottes Hülfe an; er thut Gutes, in der besonderen Absicht, Ende doch immer siegreich hervorgeht, wenn man tugendhaft ift, und ihn zu ehren.

dieselben Philosophen behaupten ein anderes Mal, um die Nothwendige Einen eigentlichen Kultus zu begründen, ist die Philosophie nicht feit eines fünftigen Lebens barzuthun, daß die Tugend in dieser Welt geeignet. Alle darauf ausgebenden Versuche müssen scheitern. Auch nicht immer belohnt wird. Bon diesen fid widersprechenden Behaup. die Staatsmänner sind zu tabeln, welche fich bemühen, die Menge tungen ist offenbar nur die zweite richtig. Es hilft wenig zum Glück, bei einem Glauben zu erhalten, den sie nicht haben. Der Zwed recht daß man, wie die meisten Menschen thun, fic alle möglide Mühe fertigt nicht das Mittel; die läge ift nie erlaubt. Ueberdies wird

Ueberdies wird giebt, gegen das Elend im Menschenleben und gegen den Tod das durch einen folden Betrug der Zwed auch nicht erreicht; denn es ist Auge zu verschließen und gedankenlos hinzuleben, wie man zu leben unmöglich, daß eine falsche Religion mehr Gutes als Böses hervor. gewöhnt worden ift oder sich selbst gewöhnt hat. Der Menso ift frei. bringe. Man fäet die Lüge, und man ärndtet die Heuchelei. Man Er fann, was er zu thun beabsichtigt, aufschieben, beschleunigen, ändern, rühmt fic, eine Religion zu förbern, und was man fördert, ift ein er tann etwas anderes thun, als er versprochen hat; er fühlt in fide Aberglaube. Die rechte Stellung einer auf den Prinzipien der Frei- die Macht, das, was er thut, auch unterlassen, und das, was er unter. heit beruhenden Staatsregierung ist die: alle Glaubensansichten zuzu- läßt, auch thun zu fönnen. Er glaubt natürlich, daß dieselbe Freiheit laffen, welche der Moral und der fittlichen Ordnung nicht widerspre. in den anderen Menschen eristirt. Daher bewundert, veragtet, erchen; ihnen den etwa nöthigen Schuß für ihren Kultus zu Theil were mahnt, bestraft er sie. Die Willensfreiheit, die uns Menschen innes den zu laffen; sich nicht in die die Lehre betreffenden Fragen zu mischen wohnt, macht uns verantwortlich in Bezug auf die Art, wie wir und für alle religiösen Ueberzeugungen die gleiche Freiheit, fich aus unser Leben führen. Die freie Kraft aber, welche wir sind, wird unzusprechen und sich zu verbreiten, aufrecht zu erhalten.

aufhörlich von den Leidenschaften erregt. Wir tragen alle den Reim Da die natürliche Religion eines eigentlichen Kultu$ entbehrt, aller Leidenschaften in uns; aber es ist bald die eine, bald die andere, so sollten die Befenner derselben die wenigen Gelegenheiten, die sich welche vorherrscht. Ein Mensø, der seine Leidenschaften nicht zu be. ihnen doch noch immer darbieten, Gott ihre Ehrfurcht, ihre Liebe, berriden und zu regeln vermag, gehört nicht sich selbst und ist ein ihre Dankbarkeit zu bezeigen, um so gewissenhafter benußen. Wie

Wie unglüdliches, elendes Wesen. Durch die Bernunft fann er Herr mit der Eidesleiftung, so nimmt man es auch mit der Pflicht, die feiner Leidensdaften werden. Die Vernunft, auf die Handlungen des Menschen, welche das Unglück haben, an die natürliche Religion nicht freien Menschenwillens angewendet, ist die Gerechtigkeit. Was zu glauben, aufzuklären, immer noch zu leicht. Unsere Väter hatten fie forbert, das ist die Pflicht. Wo fie spricht, da hat die leidenim Jahre 89 begriffen, daß die Staatsreligion abschaffen nichts anderes idhaft, auch die glühendfte, zu schweigen, sich zu fügen. Das Gesells hieß, als: den Staat ber natürlichen Religion weiben; aber seitdem der Gerechtigkeit ist das Geseß Gottes selbst, von Vielen verkannt, haben wir zwischen der Intoleranz und dem Atheismus nur hin und Niemanden unbekannt, immer gegenwärtig in uns, um uns zu leiten þer idwanken können. Das Recht und die Pflicht des Hausherrn, vor der Handlung, um uns zu belohnen, wenn wir die Leidenschaft inmitten seiner Familie würbig von Gott zu sprechen, ift in Kreifen, zum Dpfer gebracht, um uns zu ftrafen, wenn wir nicht ihm, sondern wo eine positive Religion nicht mehr herrsót, unbekannt. Die Pflicht, der Leidenschaft geborsam gewesen. mitunter in fich felbft einzufebren und im Gebet gleichsam vertrau Wer nicht mit der Gerechtigkeit hält, hat auf kein wahres Glück licher mit Gott zu verkehren, wird nicht anerkannt. Die Philosophen zu rechnen. Was er unternimmt, kann ihm gelingen; aber zwei zum ftreiten darüber, ob es erlaubt sei, Gott um etwas zu bitten. Die Glüd nothwendige Dinge werden ihm fehlen: die Selbftachtung und das Gebet nicht zulaffen wollen, verkennen Beides: das Wesen Gottes das Gefühl der Siderheit in Bezug auf die Zukunft. Das größte Unund das Wesen des Gebets. Freilich beruht es auf einer falschen glüd ift, der Gerechtigkeit nicht geborsam zu sein; aber ihr ungeru Borstellung von Gott, wenn man meint, durch seine bringenden Bitten Geborsam zu leisten, ist auch noch ein Unglüc. und Thränen den göttlichen Willen umändern zu können. Aber – Erst wenn der Mensch, nicht zufrieden damit, feine Pflicht zu kann man nicht mit Malebranche sagen, daß der Wille Gottes ewig tennen, es dahin gebracht, sie auch zu lieben; erst wenn er dahin gebeschlossen hat, uns ein Gut zu gewähren, wenn wir ihn darum kommen, nur das Schöne zu bewundern und nur das Gute zu lieben; bitten? 3u Gott beten, heißt: über seine Vervollkommnung und erst wenn die Tugend ihm so theuer geworden ist, daß er sicher ift, über sein Elend nachdenken, fico bem Willen Gottes unterwerfen, fich ihr mit innerer Befriedigung Dpfer bringen zu tönnen: erft bas les mit ihm vereinigen und den Entschluß faffen, zu leben, wie es einem ben eines folden Menschen, ohne Gewissensbiffe in Bezug auf die Ver. Gefchöpf, welches er nach seinem Bilde geschaffen, zufömmt.

gangenheit, ohne Befürchtungen in Bezug auf die Zufunft, ohne Rämpfe

in der Gegenwart, ist ein glüdseliges Leben. Er wird noch leiden fönIII. Die menslide Glüdseligkeit.

nen, weil es leiden giebt, denen der Mensch fich nicht entziehen kann, Die fatholische Religion lehrt das mensdliche Leben zu verachten aber er wird nie mehr die Borsebung anzuflagen haben. und zu verlaffen; der Schmerz erscheint ihr sogar wünschenswerth, Wir gehen nicht so weit, wie die Stoifer, zu behaupten, daß der wenn er mit reuevollem Geift erlitten wird; das Martyrthum ift das, Shmerz nur ein Wort fei; wir mögen auch nicht mit den Chriften

[ocr errors]
[ocr errors]

sagen, daß man Gott seguen müsse für die Schmerzen, die er uns selsdaft haben diese Rotons, was ben Farbenglanz des Schmetterling shidt, weil wir glauben, daß der Mensd, wie zum Guten, fo auch betrifft, Aehnlichkeit mit denen, die in Frankreich den Namen paon de zum Glück bestimmt sei. Wir sind überzeugt, daß man mit der Ere nuit (Nachtpfauen-Auge) erhalten haben. Die Gesellschaft erklärte kenntniß und mit der Liebe zur Pflicht, mit einem veredelten Herzen, fic indeß dahin, daß die Seite nach ihrer Lage in diesen Kofons nur mit gemäßigten Wünschen, mit einem feften Vertrauen auf Gottes gefrämpelt, nicht abgehaspelt werden fann und daher zu feinen Zeu. Güte, mit egter Mensdenliebe mehr Grund hat, die Vorsehung zu gen untauglich ist. segnen, als sich über fie zu beklagen.

Der Präsident der Provinz Sao Pedro hat Proben eines dem Solche Schidsale und Kataftrophen, denen gegenüber die aus dem Wads ähnlichen Stoffes eingeschickt, der in einigen Gegenden dieses Bewußtsein der Eugend geschöpften Eröftungen ihre Kraft verlieren, Reidhes in Ueberfluß gesammelt wird. Die Gesellschaft zur Ermunte mögen uns zum Beweise dienen, daß es eine Unfterblich teit giebt. rung der National. Industrie hat nach Untersuğung des Stoffes er. Die Unsterblichkeit ift bas leßte Wort der Wissenschaft und des les flärt, daß er zugleich etwas von der Subftanz, welche die Chinesen aus bens. Šie ändert Alles in uns und außer uns: fie maßt das Opfer einem Insekte ziehen wollen, und etwas von dem Stearine der Carleicht, indem sie unsere ganze Seele mit ihrer fitrahlenden Hoffnung nuba (ded brafilifchen Palmbaums), deren Stamm eine Art Wachs erfüllt; fie nimmt dem Unglüd seine Härte, sie verwandelt, mildert, ausscheidet, in sich enthalte. Wie es scheint, könnte dieses Material vernichtet es. Der Troft und die Hoffnung, diese beiden Stüßen des für die Industrie von Nußen sein. Menschen find nichts ohne die Unfterbligkeit, auf der fie beruhen. Endlich fand man in der Provinz Rio Janeiro einen sehr schönen

und leicht zu gewinnenden Marmor. Die vorstehenden Mittheilungen werden unsere leser in den Stand gelegt haben, den philosophisch-ethifchen Standpunft Juled Simon's

Mannigfaltiges. klar und deutlich zu erkennen. Wer mit der modernen deutschen Phi. losophie einigermaßen bekannt ist, wird nicht verkennen können, daß Französische Geseßgebung über das literarishe die philosophis“ - ethischen Prinzipien, die dem Simonschen Buche: ,,die und fünstlerische Eigenthum. Unter dem Titel , Internationales Pflicht“ zu Grunde liegen, ganz und gar mit denen zusammenfallen, Gefeßbuch über das industrielle, artistische und literarische Eigenwelche Rant, der Begründer der modernen deutschen Philosophie, in thum'') haben die Herren 3. Pataille und A. Huguet fo eben eine seiner Kritik der praktischen Vernunft als die Prinzipien einer wahr. Zusammenstellung aller in dieser Hinsicht bestehenden geseßlichen Ana haft freien und einer auf fich felbft rubenden mensdlichen Sittlichkeit ordnungen des Jn- und Auslandes herausgegeben. In Frankreich geberkündet hat.

nießen bekanntlich auch die Mufterzeichnungen der Fabrikanten den

Shuß der Gefeße gegen mechanische Nachbildung; deshalb also die Brafilien.

Bezeichnung „propriété industrielle". Die Industrie ift darum wabra

ideinlid im Titel des Buches vorangestellt, weil dasselbe wohl unter Brasilien und seine Industrie im Jahre 1855.

Kaufleuten und Fabrikanteu einen größeren Absaß, als unter SchriftAus dem Jahrberichte des brasilisden Ministers des Innern an die stellern und Künstlern, zu erwarten hat. Das Handbuch zerfällt in gefeßgebende Versammlung dürfte ein Auszug aud unsere leser ansprechen: zwei Abtheilungen, von welchen die erste die französische Gefeßgebung,

Die braftlische Industrie ift in ihrem Anfange. Unter den von unter Mittheilung der betreffenden Gefeße, Verordnungen, Defrete der Regierung unterstüßten Fabrifen der Hauptstadt haben nur die und gerichtlichen Verfügungen, umfaßt; die andere Abtheilung beschäfGlas - Manufaktur von Saô, Roque und eine Treffen - Fabrik Fortgang. tigt sich mit der diesfallfigen Gefeßgebung des Auslandes und bringt Jene beschäftigt neunundzwanzig freie, meistens in Europa angeworden Tert aller internationalen Verträge Frankreichs mit anderen Staabene Arbeiter und dreißig Sklaven. Ihre feineren Produkte halten ten in Betreff von Erfindungs - Patenten, literarischen, dramatischen freilich keinen Vergleich mit den fremdländisden Olaswaaren aus. und musikalischen Erzeugnissen, Muster-Zeichnungen, Modellen, FaIn der Umgegend von Rio ift eine Weberei errichtet, die nächstens britzeichen, Stempeln 2c. in Gang kommen fol. In gedeiblichem Zustande ift außerhalb der Hauptstadt eine Anstalt

Deutide Musit in Frankreich Französische Feuilletons zu Ponte-da-Arca, mit Werfftätten für Eisen- und Bronceguß, zur posaunen mit vollen Baden das Erscheinen einer neuen, flaffischen Berfertigung der Dampfmasdinenfefsel; sie befißt auch Schiffswerfte. Pianoforte-Shule" im Verlage der unter der Firma „Le Ménestrel” Im Laufe des Jahres 1854 wurden hier vier Dampfböte gebaut; zwei (der Minstrel) etablirten Musikbandinng des Herrn Heugel in Paris Dampfschiffe und ein Segelschiff fiad gegenwärtig auf dem Werft. an. Genau betrachtet, ist jedoch diese ,,École Classique - Marmontel” Das Personal besteht aus 441 verschiedentlich beschäftigten Arbeitern, nichts Anberes, als ein großartiger Nachbrud deutscher Compositionen davon sind 117 Brasilianer, 104 Ausländer und 130 Sklaven. Die Er. für das Pianoforte, namentlich von Mozart, Haydn, Beethoven, Händel, richtung einer Zuđer- Raffinerie, einer Deftillation und einer Anftalt Bad, Hummel, Weber, Mendelssohn, Steibelt, Cramer, Ries 26. zur Bereitung einer thierischen Rohle find im Werke. Eine Gerberei Der „Ménestrel" hat dazu von dem geschäften Pariser Klavierlehrer in Mahury liefert jährlich 5,000 Stück Leder.

Marmontel Erläuterungen über den Fingersaß, bie accentuationen Die Provinz Bahia befißt einige Kattun-Fabrifen, wovon die und Bewegungen, so wie über den Styl der einzelnen Stüde fdreiben eine in Valença nach einem großen Maßstabe eingerichtet ift. Ihre lassen, und dies soll die Ausgabe zu einem Driginale ftempeln, das den Production übersteigt den Verbrauch der Provinz, und sie führt den Schuß der Geseße genießt. Sollte, wie zu erwarten steht, bald audi Ueberschuß nach anderen Gegenden des Reiches aus. Ferner hat diese zwischen Frankreid und dem Deutschen Bund ein internationaler Vere Provinz drei Eifengießereien in den Städten Babia, Santo Anaro trag gegen den Nachdruck zu Stande kommen, fo werden sich die Herren und Valença. In leßterer ist auch eine Sägemaschine.

Breitkopf und Härtel, so wie die anderen deutschen Verleger von Mozart, In der Provinz Minas Geraes beschäftigen mehrere Eifengieße Hayda, Beethoven ?. vergebens in Frankreich nach einem Shuß für reien noch an 2,000 Menschen und produziren jährlich 2,200,000 Kilo ihre Verlagsartikel umseben, die fämmtlich vom „Ménestrel" ausge gramm Eisen (über 46,000 Centner). Auch eine Baumwollen-Spin- beutet sein werden. Bereits find von dieser Ecole Classique vier nerei scheint in gutem Stande zu fein.

Bände (15 – 1600 S. in Fol.) erschienen, und acht andere Bände Die Gießerei in Pernambuco ift im Fortsdreiten begriffen. Die sollen demnächst folgen. voriges Jahr in der Provinz Amazona gegründete Strohhut-Fabrit ift schon in Thätigkeit, ihre Production ift aber bis jeßt, aus Mangel „Was beiraten die Leute?" fragt ein amerikanisches an Arbeitern, fehr beschränkt.

Journal. , Mander Jüngling heiratet die Grübchen, mancher die Eine Merino Heerde, die der Präsident ber Provinz Sao - Pedro Dhren; hin und wieder fommt der Mund an die Reihe, selten das (Rio-grande-do-Sul) voriges Jahr aus Deutsøland kommen ließ, bat Rinn. Erft neulich verliebte fich ein junger Mann bis über die fich seitdem verboppelt. Im Allgemeinen thut die Regierung das Dhren in Loden à la Eugénie, die ihn auch richtig an das Ehejoch Mögliche, die Merinos in diejenigen Provinzen einzuführen, die für banden; aber gerade kam diese Mobe ab, und des Zaubers Gewalt die Verbesserung der Safzucht günftige Verhältniffe bieten.

war gelöst. Die jungen Leute beiraten auf diese Weise ftatt des echa Eine Seidenprobe aus der Kolonie Saô- Leopoldo in der Provinz ten Ganzen nur Flitter und Bruģftüde und find nach der Hochzeit Sao Pedro, der Beurtheilung Sadverständiger in Preußen unterwor. erstaunt, daß fie, obgleid verheiratet, feine Frau haben. Wer eine fen, wurde der Qualität nach der lombardisden, perfischen und dine Frau haben will, muß das Weib beiraten." filden Seide gleich und der Werth auf 58 - 60 Francs das Kilogramm gefast.

*) Code international de la propriété industrielle, artistique et litéSeidenfokons wurden aus der Parabiba nad Rio Janeiro ge

raire. Guide pratique des inventeurs, auteurs, compositeurs, artistes et

fabricants français et étrangers, par J. Pataille, avocat, et A. Huguet. fandt. Nach dem Urtheil der faiserlic brasilianisden Seidenbau-Ge Paris, 1855.

[ocr errors]
« ForrigeFortsæt »