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gesellschaften eine schwade Reaction entgegen; die Dichter der ersten Atle bie hier zuleßt angedeuteten Phasen in der Entwidelungssolesischen Soule foließen sich wieder der Antite als Mufter an; die Geschichte des modernen Ideals der Freiheit und Selbftgewißheit, zweite schlesische Schule gefällt sich in breiter Ausmalang und in überhaupt die gesammte Poefie des achtzehnten und neunzehnten JahrUebertreibung des Pathos; die Pegnißschäfer ahmen die italiänifde banderts, hat der Berfaffer in dem vorliegenden Werke nur stizziren Schäfer- Poefte nach u. s. w. Das zerfahrene Befen der deutschen wollen, uda dieselbe von Schloffer, Gervinus, Mundt, Sherr, Hilles Poesie in dieser Periode ist ein Spiegelbild der Zerrissenheit Deutsche brand, Gelzer, Menzel, 4. Jung, Pruß, Marggraf, Taillandier, lands. Statt eines positiven 3deals tritt uns überall nur eine rührend namentlid aber von Julian Sámibt und fo eben von Rudolph Gotterscheinende Sehnsucht nach deutscher Rationalität entgegen.

schalt, febr ausführlid dargestellt ift." ,,In England ift die Reaction gegen den römischen Ratholi Wir müssen gestehen, daß eine Geschichte gerade dieser Periode zismus politiso eine noch entschiedenere als in Deutsdland, tirolich der Poesie, von des Verfaffers Meisterhand dargestellt, uns sehr willaber eine den Stein des Romanismus erhaltende. Die Elemente des fommen gewesen und keinesweges als ein Lucus erfdienen wäre. Der Mittelalters werden formell noch fonservirt, und in dieser zwischen hochgeschäfte Herr Verfaffer hätte, nachdem er uns so viel - nach Mittelalter und Neuzeit schwebenden Periode fommt es zu jener wunder- dem er uns beinahe die ganze Welt der Poesie als einen „R08. baren Poefte des Shakespeareschen Dramas, in welchem die fittlide mogel in seiner Art gegeben, uns auch den Reft dieses Roomos, fo Weltordnung nach dem Begriffe des Proteftantismus noch in den weit derselbe schon wirklich da ift, wenigftens doch in einem vollFarben der reinften Romantit fich darstellt. Das protestantische Prin- ftändigen Entwurf geben sollen! Es wird gewiß einen jeden Leser, zip reagirt gegen diese Romantit, in welcher es noch den Ratbo. der diefes Bus zu würdigen vermag, unangenehm berühren, ein Werk lizismus verborgen fürchtet. Der Puritanismus in Shottland erhob von so allgemein literarischer Bedeutung, im Uebrigen durdweg fich gegen die anglifanifde Hohkirche, um eine theokratife Republit so schön geordnet und so sauber ausgeführt, in seinem leßten Theile zu begründen und alle Romantit, alle Poesie überhaupt, mit Aus- noch so chaotisch, so bruchstüdartig, so unvollendet zu leben. nahme der Psalmen, zu vertilgen. Als dieses Nivellement vorüber Mögen unsere Leser aus diesem Geständniffe erfennen, in wie ging, wandte sich die Poesie zunächft audy dem novantiten Ideal Hobem Maße das hier von uns besprochene Werf unser Juteresse er der Franzosen zu. Dryden und Pope wurden die Dichter der fore regt und uns zu freudiger Anerkennung genöthigt troß der Auss malen Korrektheit."

stellungen, die wir auszusprechen uns gedrungen gefühlt, und troß der „Bei den Franzofen hatte der Proteftantiomus ebenfalls den Einwendungen, die wir hier und da noch vorzubringen hätten. Aus Versuch der Reform gemacht; aber der Romanismus reagirte in den Mittheilungen und Andeutungen, die wir gegeben, werden unsere blutigften Kriegen und Meuchelmorden gegen dieselbe und flegte äußer. Leser entnehmen können, daß und in diesem Werte eine literarische lich. Innerhalb aber erhielt fie fich als eine Polemit der Aufklärung Schöpfung vorliegt, welcher eine hohe Bedeutung für die allgemeine gegen den jesuitiso gewordenen Ratholizismus; eine Polemit, die von Welt der Literatur nicht wird abgesprochen werden können. Dr. Hr. Katholiken ausging und in ihrer Gereiztheit den römischen Ratholizismuß mit dem Christenthum felbft verwechselte. Voltaire, Rousfeau, Diderot wurden die Träger dieser antijesuitischen Richtung,

Nord-Amerika. welche troß ihrer irreligiös erscheinenden Leidenschaftlichkeit thatsächlich dem wahren Evangelium oft viel näher ftand, als das offizielle Kirchens

Amerikanisches Urtheil über die europäischen Heere. thum. Dem Inhalte nach sympathifirte mit ihnen der englische Das amerikanische Putnam's Montbly bringt in feinen drei legten Humor und die Deutide Humanität. Die leßtere ging auch auf Seften einen umfaffenden Artikel über die Verfaffung und die Zuben Hellenismus zurüd und erreichte in Verbindung mit ihm ein ftände der europäischen Heere. Es giebt also doch ein Publikum in viel höheres und reineres Kunft-Ideal, als das novantite der Frar, der Union, das sich nicht immer und ewig nur um business, Geld. zosent gewefen war. Bei den Franzosen trat dann im Gegenkampf machen und Uebervortheilen der Anderen, sondern das fich auch um des Humanismus gegen den monardisden Absolutismus und firdlichen politische und sonstige Verhältniffe des Auslandes tümmert. Die Mög. Jesuitismus der Brus der Revolution ein, der aber bei ihnen, lidheit, jemals mit europäischen Heeren, das englische ausgenommen, weil fie immer noch die firdliche Reform ausschließen, troß aller in thätliche Berührung zu kommen, liegt fo fern, daß es eben nur blutigen Erneuerungen, ftets wieder in den Absolutismus des römischen ein wiffenschaftliches, ethnographisches Satereffe fein kann, was diese Cäfarenthums zurüdfchlägt. Sozialismus und Kommunismus Artikel bervorgerufen. Sie sind von einem Amerifaner abgefaßt, dem find verlarvte Formen des Bedürfniffes nach wahrem Gemeindeleben vielleicht die im vorigen Jahre von einem deatfchen Offizier herause und nach evangelischer Freiheit des Gewiffens. Die Ertreme der gegebene Schrift über die europäischen Heere sorgelegen, ber jedoch Revolution haben aber auch jedesmal die Reaction der mittelalterigen dabei ganz felbftändig geurtheilt und gearbeitet hat und dem neben Romantik zur Folge gehabt, die als eine forcirte wiederum die Por eigener Beobachtung auch noch andere Quellen zu Gebote geftanden Temit der Aufklärung in der potenzirten Geftalt der blasirten gronie haben müssen. Namentlich vermuthen wir, daß einer der in der nad fich zog. Die moderne Romantik proklamirt den Glauben Zabren 1848-1849 aus dem preußischen Heere geschiedenen, mißan die Wahrheit des mittelalterigen ydeals, bat ihn aber entweder muthigen Offiziere - etwa Herr Wilhelm Rüftow in der Soweiz felbst nicht mehr, oder fteht mit ihm unserer rationellen Gegenwart dem Amerikaner Mittheilungen gemacht habe, denn dieser Mißmuth als ein Don Quirote gegenüber. Sie wird daber, um fich felbft tritt an einer Stelle, wo es heißt, daß junge Artillerie- und Jugenieur, zu täuschen, fanatiso und träumt fich aus den Widersprüchen der Offiziere, welche neue Vorschläge zu machen haben, in der ruffischen Wirklichkeit in die mondbeglänzte Zaubernacht der märchenhaften 31 Armee eber Gehör und Avancement finden, als in der preußischen, lusionen hinüber. Die blasirte Fronie aber, die als ihr eigenes Ne deutlich genug bervor. Gleichwohl läßt der Berichterstatter dem preußisultat aus ihr hervorgeht und in den Formen daber oft noch ganz fhen Heere, an dem er hauptsächlich nur die kurze, dreijährige Dienftromantisd erscheint, entbehrt des fittlichen Ernstes eben po sehr, zeit tabelt, Gerechtigkeit widerfahren, indem er die hobe Bildung spielt mit dem Weltschmerz, zerrt an den Heiligen Banden der Familie, feines Offizier-Corps und den auch unter den gemeinen Soldaten verspot tet den Patriotismus und versinkt in die Koketterie mit den herrschenden verftändigen Sinn rühmt. Phantomen ibres Egoismus, die nicht weniger hohl find, als der gro. Von den Franzosen sagt er unter anderem: „Die Militairteske Spuk ber feudal-bierarchischen Romantik."

foulen Frankreich find als Muster ihrer Art zu betrachten. Der ,,Schon die französische Romantit (V. Hugo, Balzac, Chateau. franzöfische Offizier braucht nicht eine fo allgemeine Bildung zu ber briand, Delavigne, Lamartine, A. de Vigny, G. Sand) verfolgt wieder fißen, wie man sie von dem preußischen berlangt, aber die Shulen, positive ernftere Zwede. Das sogenannte junge Deutschland bemühte bie er durchzumachen hat, ftatten ihn mit einer tüdtigen militairisden fich in seinen Verirrungen ebenfalls um einen tieferen Gebalt

. Unsere Bildung, so wie mit einer genügenden Kenntniß der Hälfswiffenschaften heutigen Dichter suchen nach einem Ideal, welches wieder einen affir- und einer gewiffen Fertigkeit in mindestens einer lebenden Sprache, mativen Muth in die Seele flöße und die Freiheit mit der Schön- aus. Es giebt jedoch noch eine zweite Klasse son Offizieren in der Heit im Leben der Völfer vermähle. Shönheit ohne Freiheit ift das französischen Armee, diejenigen nämlich, die aus gedienten Unteralte

, tobte, höfische, pseudoklaffische Ideal; Freiheit ohne Schönheit ift offizieren gewählt worden. Diese Leßteren avanciren selten höher, das Nachtbild einer roben, ungefügen, genußlosen, düsteren Macht. als bis zum Capitain, so daß man bei den Franzosen oft junge GeneUnsere Dichter wollen die Humanitat als die ihnen felbftbewußte rale und ganz alte Hauptleute fiebt, welges Syftem übrigens vom und in ihrer Erfcheinung schöne Geftaltung der Freiheit. Das Be- besten Erfolg ist

. — Im Ganzen zeigt die französische Armee in allen wußtsein einer ethisch -religiösen Wiedergeburt der Mensbeit durch ihren Eigentbümlichfeiten, daß fie einer friegerischen, regsamen Nation die solidarische Verbundenheit der Völfer, durd die Verfittligung des angehört, welche auf ihre Bertheidiger stolz ist. Daß die Disciplin Staatslebens, durch die Emancipation der Religion von Aberglauben und Wirtsamkeit dieser Armee den Verführungen zu widerstehen ver. und Pfaffenthum (und - feßen wir hinzu von politischer Bevore mochte, die ihr vom Präsidenten Louis Bonaparte geboten wurden; munbung), durch die Ehre ber Arbeit, durch die Freilaffung der 3a. daß die Prätorianer vom Dezember 1851 so bald die Helden der dividualität und durch Bildung fängt an, als die Morgenröthe eines Krim werden konnten, spriớt gewiß ungemein zu ihrem Ruhme. Nieneuen, schöneren Ideals am Himmel der Poesie aufzugeben.“

mals wurde eine Armee fo fomeichlerisch behandelt, niemals von der

eigenen Landesregierung fo verbätsdelt und niemals so unumwunden wird von dem Priester burc Citate aus dem Koran felbft widerregt. zu allen Arten von Ergeffen aufgefordert, als die französische im „Dadurch", sagt er ihm, daß Du Muselmann bift, bist Du schon Herbste 1851. Ganz besonders war den Truppen während des Der ein halber Chrift. Der Koran ist die Vorrede des Evangeliums, und zember-Bürgerkrieges alle mögliche Freiheit gelassen worden. Gleich. wem die Vorrede nicht genügt, ben bin ich bereit, in die frohe Bot. wobl febrten sie sehr bald und ohne Ausnahme wieder zur alten Manns. Jaft des Buges selbst einzuführen." zucht und zu ihrer Pflicht zurück. Allerdings ist auch in der Krim das Prätorianer-Element einige Mal an die Oberfläche getreten, doch

Miß Aguilar Herr Professor Lelio della Torre in Canrobert hat es immer sehr rasch wieder zu unterbrücken gewußt." Padua, deffen Rede über Moses Mendelssohn und seinen Einfluß auf

Das, was der amerikanische Reviewer von der englischen Armee die deutschen Juden in unseren Literaturberichten aus Italien (Nr.53) berichtet, ist ganz besonders prägnant; wir werden es darum nächftens erwähnt wurde, hat fürzlich der früh verstorbenen, besonders von ihren vollständig mittheilen. Einftweilen lassen wir hier einige seiner Ben Glaubensgenossen sehr betrauerten, englischen Schriftstellerin, Miß merkungen über die russische Armee folgen.

Grace Aguilar, Verfasserin der „Women of Israel" und vieler anderen Nachdem der Verfasser der Tapferkeit, der Disziplin und der auf die Bildung und Veredelung des weiblichen Geldlechts berechneten Genügsamkeit des russischen Soldaten volle Gerechtigkeit hat wider. Werke, ein biographisches Denkmal geseßt.") Grace Aguilar, von fabren lassen, geht er zu einer Charakteristik der nationalen Besondere spanischer Abstammung, in England geboren, ruht in deutscher Erde, heiten der Armee über, wobei er feinesweges, wie es in den leßten bei Frankfurt a. M., wo sie im Jahre 1849 im breiunddreißigsten Jahren unter den Yankee - Publizisten Mode geworden, vor Russomanie Jahre ihres Alters verstarb, nachdem besonders von ihren Glaubense die in die Augen fallenden Fehler der Ruffen, dieses asiatisch-slavisden genoffen in Amerika ihre Schriften mit großem Enthusiasmus waren Volfsftammes, übersieht. „Im Ganzen“, sagt der Amerikaner, uträgt aufgenommen worden. Einzelne ihrer Arbeiten sind auch ins Deutsche die rusfische Armee den Stempel einer Institution, die weit voraus überseßt, dod verdienten fie es sämmtlich, denn sie tragen alle den ift gegen den allgemeinen Civilisations-Zustand des Landes und die Stempel eines edeln weiblichen Herzens und find mit Begeisterung daber auch alle Nachtheile und Unzuträglichkeiten einer solchen Treib- nicht blos für die Religion, zu welcher die Verfasserin fich bekannte, baus-Kultur zeigt. Im fleinen Kriege find die Rofafen die einzige, sondern auch für alles Göttliche und Erhabene, für alles, was den wegen ihrer Thätigkeit und Unermüdlichkeit, wirtsame Truppengattung, Menschen heiligen und beseligen kann, geschrieben. Es ist interessant, aber ihre Liebe zu Trunk und Plünderung macht sie ihrem Befehls. daß der in Deutschland ruhenden Engländerin von spaniso- jüdischer baber sehr unzuverlässig: Im großen Kriege trägt die langsamkeit, Abkunft nunmehr auch ein italiänisches Denkmal geseßt ift. Herr mit der fich die Nufsen bewegen, dazu bei, daß ihre strategischen Mas Professor Lelio della Torre hat diese Schrift mit gewohnter südlicher növer nicht leicht Beforgniß erregen, sie müßten es denn mit einem Wärme, aber auch mit klaffischer Eleganz abgefaßt. so nadlässigen Feinde zu thun haben, wie die Engländer im vorjährigen Herbste. In einer geordneten Solacht find fie dem Soldaten

Die angeblichen Nachfommen luther's in Amerika gegenüber unerschütterliche Gegner, doch den Generalen, die sie an- betreffend, hat die Redaction völlig Recht, ihrer Mittheilung in Nr. 107 greifen, weniger furchtbar. Ihre Dispositionen sind im Allgemeinen hinzuzufügen, ,, daß anderen Radrichten zufolge die männliche Nachsehr einfach, auf die ihnen vorgeschriebenen Normalregeln gegründet fommenschaft des deutschen Reformators mit Martin Gottlob, der 1759 und leicht von dem Feinde zu errathen. Darum und weil es den als Rechtskonsulent in Dresden ftarb, erlofden sei. Dieser Martin meiften ihrer Offiziere an der nöthigen Ausbildung und Einsicht fehlt, Gottlob, geb. 1707 in Wurzen, stammte von des Reformators älterem während der ruffisde Solbat dwer von der Stelle zu bringen ift, unter Enkel, Johann Ernft, ab im fünften Geschlecht und blieb unverebelicht. nehmen sie auch nicht leicht große Manöver auf offenem Schlachtfelde.“ Er þatte noch einen älteren Bruder, Friedrich Martin, Bürgermeister

in Zeiß, der bei seinem Ableben 1742 nur zwei Töchter hinterlaffen Mannigfaltiges.

batte. Der Vater dieser zwei Brüder, Johann Martin, der 1756 als

Senior des Stiftes Zeiß, 94 Jahr alt und erblindet, ftarb, beklagte Der Uebergang vom Christenthum zum Koran. Ein in feinen leßten Tagen schmerzlich, daß mit seinen Söhnen der Manusfranzöfilder Geiftlicher, Herr Abbé Bourgade, der früher in Algerien stamm und Name D. Martin Luther's ausgeben sollte. Denn auch als Priester fungirte und jeßt als „Aumonier'' bei der Kapelle des sein Vetter, Martin Luther, Kürschner in Pegau, der einzige noch beiligen Ludwig im alten Karthago angestellt ist, hat an der Stelle, übrige männliche Sproß des Reformators, von dessen jüngerem Enfel, wo einst der heilige Auguftinus gewirkt, mehrere Shriften über den Johann Friedrich, war bereits 1743 mit Hinterlaffung von nur drei Islam in seinen Beziehungen zum Chriftenthum herausgegeben, die Töchtern mit Tode abgegangen. Wir entlehnen diese Angaben einer im französisden Afrifa viel gelesen werden.“) Als die bemerkens- wichtigen und interessanten Schrift des Rektors und Professors Nobbe werthefte unter diesen Schriften wird die leßte genaunt, die unter in Leipzig, "") felbft eines Descendenten des großen Mannes, aus welcher bem Titel „Der Uebergang vom Koran zum Evangelium" erschienen sattsam hervorgeht, daß von ,, direkten Nachkommen Luther's in Amee ift, und worin der Verfaffer in der Form von Dialogen einen Mufti, rifa" nicht die Rede fein fann.

E. R-r. einen Rabi und einen fatholischen Priefter, zu denen später noch einige Muhammebaner treten, über den relativen Werth des 3dams und des

Berichtigung zum Conversations - Leriton. Das Chriftenthums fich unterhalten läßt. Man rühmt an diesen Dialogen Brodhaussde Conversations- Lerifon, 10 te Auflage, ift, wie bekannt, ihr voüftändiges Eingeben in den Geift des Drients, deffen Sprachen, vor wenigen Monaten in funfzehn Bänden und einem Regifterbande, namentlich die femitisden, der Verfaffer von Grund aus ftudirt hat, wie vor ihr die achte, und mit einem ausführlichen, ungemein interweshalb er auch den Roran besser und genauer als die meisten mu- effanten Bericht über Entfteben und Fortgang des Werts zum Schluß hammedanisden Laien fennt. Es sind diese Dialoge dazu bestimmt, gekommen. Der wachsende Beifall, womit das Werk mit jeder neuen die ießt unter französisdem Scepter lebenden, afrikanischen Araber Ausgabe aufgenommen worden ist, überhebt mid der Mühe, das über nicht bloß mit dem Geifte des Christenthumes bekannt zu machen, den spezifischen Werth desselben in diesen Blättern (1852, Nr. 145) fondern auc, wo möglich, dem leßteren zuzuführen. Um nicht von von mir Gesagte zu wiederholen. Sei mir dagegen eine persönliche vorn herein sein muhammedanisches Publikum gegen sich einzunehmen, Rechtfertigung, vielmehr Verwahrung gestattet. Unter den Artikeln ift Herr Bourgade klug genug, den Roran gar nicht anzugreifen, son. im Buchftaben A und B befinden sich mehrere von mir theils umgee dern ihn vielmehr als eine für die Araber nothwendig gewesene Por- arbeitete und fortgeführte, theils völlig neue, unter leßteren der Arstufe zur Erkenntniß des Evangeliums darzuftellen. Als einer der tifel ,,Barberini". Dieser ift jedoch so vol grober Errata, die einzig Interlokutoren des Dialoge, ein Algerier, über die Wahrhaftigkeit auf Rednung des Geßers und Korrektors fommen, daß ich besorgen des Rorang wanfend zu werden anfängt und die Erklärung abgiebt, er muß, von dem dereinftigen Revisor oder Umarbeiter des Artikels in werbe fortan nur an einen Gott, den Shöpfer des Himmels und der der eilften Auflage der Unwissenheit oder Leichtfertigkeit bezüchtigt zu Erbe, glauben, ohne Rüdsicht auf irgend ein geoffenbartes und nieder- werden, falls ich foldem Vorwurf nicht in Zeiten begegne, und dema geschriebenes Wort, ermahnt ign der fatholische Priefter, Achtung vor zufolge die Besißer der zehnten. Auflage geziemend ersuche, folgende dem heiligen Buche des Islams zu behalten, das er gegen die Angriffe Berichtigungen in ihrem Eremplare vorzunehmen: Zeile 5 lies 1679 des Unmuthes pertheidigt. Als Diener Jesu“, sagt er zu den Mu- ftatt 1697, 3. 15 lies Antonio IV. statt Antonio III., Zeile 21 hammedanern, „kann ich Euch nur das wiederholen, was er selbst zu lies 1671 ftatt 1677, Zeile 23 lies Tabbeo's ftatt Labbeus, den Kindern Israel's fagte: 39 bin nicht gekommen, Euer Geset zu Zeile 38 lies erbauten, der größten statt erbauten, der größte. gerftören, fondern um es zu erfüllen." - Ein junger Mann, der voll

E. Rr. Eifer gegen das Evangelium ift und sich in dieser Weise ausspricht,

*) Miss Aguilar. Schizzo biografico. Padova, 1855.

**) Stammbaum der Familie bes D. Martin Luther zur dritten Säkular*) La Clef du Coran; Les Soirées de Carthage und Le Passage du feier seines Todestages, des 18. Februar 1846. Mit vielen Beilagen, Stamms Coran à l'Evangile.

register und lithographirtem Stammbaum. Grimma, 1846. 144°SS.

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wegwenden, weil diefelbe diefe Probleme bod nicht zu lösen vermag, Frankreich.

fo geftebe ich, daß ich sie nicht obne tiefen Somerz habe anhören fön

nen; denn ihre Besorgnisse und ihre Leiden sind mir nicht fremd. Bei Jules Simon's philosophisch - ethischer Standpunkt.

jedem Scritte, den man porwärts macht, findet man Dunkelheiten Nad seinem Bude über die Pflict".

neben dem Licht. Die menídliche Wissenschaft ist von Sdranken umDurch einen ausführlichen Artikel (Jahrgang 1854, Nr. 59) haben geben, über welche unsere Wißbegierde hinauswil. Wir mödten alle wir unsere Leser auf ein im vorigen Jahre von Jules Simon ver. Ursachen ergründen, und ergründen nur so wenige; wir möchten die öffentlichtes Bud aufmerksam gemacht, in welchem unter dem folich- leßte Ursache erkennen, und wir müssen gefteben, daß fie unerkennbar ten Titel: „Die Pflicht" die Moral in ihrem ganzen Umfange abge ift; wir möchten alle Pflichten des Lebens in bestimmte Formeln brinbandelt wird. Der erwähnte Artifel wird nicht verfehlt haben, unsere gen, und wir gelangen nur zu einigen allgemeinen Regeln. Leser von dem hoben wiffensdaftlichen Werth dieses Buches und von Es ist ein peindoller Zustand, wozu sollten wir es leugnen? Aber der großen praktischen Bedeutung, die dem Ersdeinen einer solchen unsere Gegner begeben ein Unrecht, indem sie das, was wir haben, Darstellung der Moral in unserer Welt und besonders in Frankreich verwerfen, weil sie haben wollen, was wir nicht haben können. Bozuzusdreiben ist, zu überzeugen. Dem Bude ift von der französischen hin fich flüchten, wenn man die Philosophie verläßt? - In den StepAkademie der Preis ertheilt worden; die Aufnahme, welche dasselbe tizismus? Das ist der Tod. Wie? weil das göttliche Wesen und unbeim Publikum gefunden, hat die Erwartungen des Verfassers, wie die begreiflich ist, sollen wir die Beweise für das Dasein Gottes verwerfer selbst gesteht, bedeutend übertroffen; das Bus liegt uns bereits in fen? – Sollen wir den Glauben an die Borsebang aufgeben, weil einer dritten Ausgabe vor. Der Standpunkt, den der Verfasser dieser die Wege der Vorsehung uns zum Theil verborgen find? – Wenn wir in der wissenschaftlichen Welt Frankreichs mit so allgemeinem Beifall nicht im Stande sind, den Menschen eine fefte Regel für alle Verhälts aufgenommenen Ethit einnimmt, wird von ihm selbst als der Stands nisse des Lebens zu geben, folgt daraus, daß die Stimme des Ger punkt der Philosophie bezeichnet: er erflärt in der Vorrede zur drit- wiffens es nicht verdient, gehört zu werden? — Erkennen wir die Soranten Ausgabe, daß die günstige Aufnahme, die sein Buch gefunden, ibm fen der menschlichen Erkenntniß an, nicht um uns über Gott zu bedarum besonders werthvol ers eine, weil sie beweist, daß es eine tlagen um deffen willen, was er uns vorenthält, sondern um ihm zu Uebereilung gewesen, wenn man zu behaupten gewagt, daß es mit der danten für das, was er uns giebt! Philosophie vorbei sei". Es wird dem Zwede dieser Blätter durch. Die am meisten zu fürchtenden Gegner der Philosophie find dieaus entsprechend sein, wenn wir durch einige Mittheilungen aus dem jenigen, welche zugleich Gegner der Freiheit sind, welche die Freigediegenen Werfe Jules Simon's den philofophifo- etbis eu beit in ihrem Quellpunft: in dem Gewissen, erstiden möchten. Ihre Standpunkt darlegen, der fid gegenwärtig eines fo allgemeinen Beis Polemit gegen uns nimmt eine doppelte Geftalt an: bald werfen fie falls in der äußerlich noch der römiso - fatholischen Kirche angehörigen der Freiheit ihre Verirrungen vor; bald fassen sie den freien Gedangebildeten Welt Frankreichs zu erfreuen hat. Die Mittheilungen, die fen in seinen edelsten Speculationen und machen ihm fogar das Gute, wir hier geben wollen, beziehen sich auf folgende Gegenstände: 1) die welches er bervorbringen kann, zum Vorwurf. Daß man die Freiheit Nothwendigkeit der Philosophie; 2) das Verhältniß der Philosophie *bat verantwortlich machen können für die unsittliden und irreligiösen und des Philosophen zur Religion; 3) die mensdliche Glüdseligkeit. Lehren, welche die Welt (don so oft in Sdranken geseßt, das begreifen

Ueber den ersten Gegenstand spricht der Verfasser fid in der Vore wir allenfaus, wir, die wir die Freiheit anbeten, die wir sie bewahren rebe zur dritten Ausgabe seines Buches aus; den zweiten finden wir troß aller Gefahren, die wir ihr treu bleiben unter allen Shidfalen; in einem Abidnitt feines Budes behandelt, der die Uebersdrift bat: aber wie sollen wir es uns erflären, daß man, im Namen einer spis „Ueber das Recht Gottes auf seine Geschöpfe und über die für den ritualiftisden Glaubenslehre, die Philosophie des Geiftes und die Moral Meniden daraus hervorgebenden Pflichten"; die Idee der mensdlichen der Pflicht fann angreifen wollen?! Was will man? Was hat diese Glüdseligkeit hat der Verfasser im Solußkapitel seines Buches über blinde Intoleranz, die in unserer Zeit schon aufgehört hatte, zu bedeu. ,, die Pflicht" entwidelt.

ten? - Es hat für diese Finsterlinge nichts zu bedeuten, daß die Wiffen

daft die Grundwahrheiten ins belfte Licht fest, daß fie bie Freiheit 1. Die Notwendigkeit der Philosophie.

des Menschen außer Zweifel feßt, daß fie die Gefeße der ewigen MoMan fängt wieder an, Geschmad an philosophisden Studien zu ral deduzirt, daß fie die Eriftenz eines Gottes, der Schöpfer und Bee finden, nachdem lange Zeit die Feinde der Dentfreiheit das Wort ge lobner ist, unwiderleglich beweist, daß fie bie Geister mit der Hoffführt. Die neuesten philosophischen Werke von Cousin, von Jean Reg. nung, ja, mit der Gewißheit der Unsterblichkeit erfüllt; je zuverlässiger naud, von Eugène Pelletan haben die Beschäftigung mit der Politik die Wissenschaft diese Wahrbeiten begründet, desto heftiger bekämpft in den Hintergrund gedrängt: fie haben in allen Klassen die regste man sie, als ob man das Monopol des Guten haben wollte, als ob Theilnahme erweckt. Es ist das Privilegium der Philosophie, Troft die Tugend aufhörte, anlebenswerth zu sein, wenn sie sich mit der and Stärkung zu geben. Wenn die Erde uns nichts mehr zu sagen Freiheit verträgt und wenn man im Namen der Vernunft fie lebrt! hat, erheben wir uns mit um so größerer Kraft in unsere ewige gei Wir haben, Gott sei Danf, nicht mehr nöthig, folche Gegner zu ftige Heimat; wenn das Gegenwärtige uns schwindet, flüchten wir uns bekämpfen; fie finden neben fich, in ihrer eigenen Partei, genug reotin die Welt des Gedankens, in der uns die Zukunft entgegenstrahlt. fchaffene Männer, durch die fie an die Gerechtigkeit, an die Wirklich. Nur Dunkel und Täusdung giebt es in der Welt der Thatsachen; Licht feit erinnert werden. — Nach den Anstrengungen, die der freie Ger und Zuverlässigkeit haben wir nur in der Welt der Prinzipien. dante im fecizehnten Jahrhundert gemacht; nach dem Einfluß, den die

Die Philosophie hat drei Arten von Gegnern: die Einen verwer. Schule des Descartes ausgeübt; nach der französisden Revolution, fen sie als unnüß, oder als ohnmäftig; die Anderen verdammen fie deren ewiges Verdienst died ift, daß fie überall die Freiheit in die Stelle als gefährlich.

des Privilegiums und die Vernunft in die Stelle der Tradition geMit den Erften habe ich nichts zu schaffen; es find Menschen, fest, hat die Philosophie nicht mehr die Aufgabe, fic vor der Welt derent ganze geistige Thätigkeit fic nur auf die materiellen Lebensfra- zu rechtfertigen. gen bezieht; welche die Wissenschaft nur in dem Maße, in welchem Was ihr vielleicht Noth thut, ist dies, daß fie fich der Welt mehr Production und Handel dadurch gefördert werden, die Künfte nur in in der Nähe zeigt, daß fie fich zugänglicher macht, daß fie durch ihre Bezug auf den Lucus und den Comfort des Lebens, die Tugend nur um Verbreitung jeden Anlaß zu ihrer Verleumdung beseitigt. Sie kann nur der Ehre oder der Vortheile willen, welche fie einbringt, für etwas gewinnen, wenn sie aus den Scranten der Schule beraustritt und auf die werth halten.

Leitung der Geifter den Einfluß auszuüben anfängt, welder ihr zutömmt. Was die rechtschaffenen Geifter betrifft, welche die Größe der phi Warum sollte fie niot gehört werden! — Man mag nod fo febr losophischen Probleme wohl begreifen, aber sich von der Philosophie Widerwillen oder Mißtrauen gegen die Philosophie begen, früher oder

später muß man sich ihr doch ergeben; da dieses Leben in jedem Augen- die, daß man dem Moralgefeß geborsam ist, d. 5. daß man aufrichtig, blid ein Ende nehmen kann, ist es unmöglich, daß man sich nicht fra- gerecht, wohlthätig ist, daß man sein Wort hält, daß man ohne Begen follten: Was ift der Tod?

denten fein Satereffe der Pflicht zum Opfer bringt, daß man nicht in Bei einem religiösen Volt fönnte man allenfalls die Gleichgültig- fich durch Niederträchtigkeiten den edlen Charakter der Mensdlichkeit feit in Bezug auf die Philosophie begreiflich finden, weil alle Religion entwürdigt, daß man mit der strengften Gewissenhaftigkeit es untereine Lösung der Fragen über den Ursprung, die Bestimmung, den End. läßt, die Rechte der Anderen zu verlegen, daß man die Gelegenheit zwed des Menschen enthält; in unserer modernen Welt fann diese fucht, zum Glüd der Mitmenschen beizutragen, und daß man, sein Herz Gleichgültigkeit immer nur eine, fo zu sagen, auf der Dberfläche era mit Wohlwollen für alle Geschöpfe Gottes erfüllt. scheinende und deinbare sein. Der lärm, den diese Welt in uns Aber es ist genug, um Gott zu ehren, daß man sich treu feinem verursacht, ist immer nicht ftark genug, um die andere Welt bei uns Gefeße zeigt? ganz in Vergesfenheit zu bringen.

Die Dantbarkeit soll nicht ftumm sein; fie fout fich aud äußers Sit die Welt ewig? Und wenn sie es nicht ist, was ist Gott? lich zu erkennen geben. Kinder Gottes, sollen wir unseren Vater Befümmert sice Gott um die Angelegenheiten der Erde? Wirft er auch preisen. Man wende nicht ein, daß Gott unserer Ehrfurchtsnur in den großen Ereignissen mit, welche die Menschheit interessiren? Bezeigungen nicht bedarf; die Größe des Wohlthäters enthebe uns Dder, wenn er seine Geschöpfe in allen Einzelnheiten ihrer Eriftenz nicht unserer Pflicht, ihm zu danken. Unsere Dankbarkeit, unnüş für regiert – sind wir frei? werden wir von einer Nothwendigkeit beherrscht? Gott, ist nüßlich für uns. Die dankbare Liebe zu Gott giebt uns Hängen wir von unseren Trieben und Leidenschaften ab? Ist das Ges einen neuen Antrieb, das Gute zu lieben und auszuüben. Welches feß der Pflicht eine Täusdung oder eine Wahrheit? eine Erfindung ist nun die rechte Art der Gottesverehrung, die zu der Befolgung des der Menschen oder die Offenbarung des göttlichen Willend? Was ift Moralgefeßes noch hinzukommen fod! – Es ist dies fewer zu bedie Seele, deren Regungen wir in uns fühlen? 3ft sie ein vergänglicher stimmen. Zeigen wir zunächst, daß die philosophischen Forderungen Funfe, den der Tod erlöschen soll, oder ein unsterbliches Wesen, dessen fast nichts gemein haben mit den Vorschriften der positiven Religionen. wahre Zukunft jenseits des Grabes liegt? - Das sind die Probleme, Die Philosophie und die Religion berühren sich nothwendig in welche die Philosophie aufstellt und für welche im Leben eines jeden mehreren Punkten, da fie beide zum Zwed haben, die Pflichten des Menschen die Stunde kommt. Dem entschiedensten Sfeptifer bringen Menschen in diesem Leben zu regeln und ihm zu zeigen, welche Zufie sich auf dem Sterbebett wieder auf, zu seinem Troft oder zu seiner funft in jenem Leben sein wird. Sie unterscheiden sich hauptsächlich Verzweiflung, je nach dem Gebrauche, welche er von dem Leben gee darin, daß die Philosophie sich die Mühe giebt, die Lehren, welche macht. Man sage nicht: diese Fragen sind freilich die wichtigsten von wir glauben sollen, wissenschaftlich zu begründen, während die Religion allen; aber man muß sie zurüdweisen, weil der mensdliche Geist außer fie im Namen Gottes aufstellt. Es folgt hieraus, daß die Autorität Stande ift, sie zu beantworten. Man muß wahrlich sehr leichtsinnig in der Philosophie Nichts, in der Religion Alles gilt. Die Philosophie sein, um ohne Beweise und ohne vorangegangenes Nachdenken der fordert uns auf, zu untersuchen und zu urtheilen; die Religion vermenschlichen Wissenschaft alle Bedeutung absprechen zu können; und bietet es uns. Eine philosophische Lehre hat für den, welcher fie der. wenn man es übernommen hat, zu beweisen, daß der Mensch zu einer nimmt, nur die Geltung, welche er ihr zuerkennen will, nachdem er unüberwindlichen Ignoranz verurtheilt ist, so muß man ein sehr ver die Gründe erwogen, auf welche sie sich stüßt. Ein religiöses Drama härtetes Gemüth haben, um sich dabei beruhigen zu können.

muß ohne Weiteres angenommen werden von einem Jeden, der die Aber im Grunde beruhigt fich Niemand dabei, die weisen Skep. Autorität anerkennt, in deren Namen es verkündet wird. Die Religion tifer prahlen mehr mit dem Sfeptizismus, als daß sie wirkliche Step. bat eine Abneigung gegen alle Fragen von rein wissenschaftlichem tifer find. Auch wenn wir es dahin bringen könnten, den Gedanken Interesse und regelt mit Genauigkeit Alles, was sich auf das Heil des Todes loszuwerden, könnten wir doch der Philosophie nicht aus dem des Menschen bezieht. Die Philosophie erforscht alle Thatsachen, erWege geben; sie drängt fich uns mit Nothwendigkeit in der Praris läutert alle Prinzipien, läßt feinen Umstand unberüdfichtigt; aber in des Lebens auf; was fie uns zu einer Nothwendigkeit macht, das ist Bezug auf viele wesentliche Punkte gesteht sie zu, noch unvollendet, die Pflicht

noch schwanfend, noch unvollständig zu sein. Im Augenblick, wo es gilt, sich zum Handeln zu bestimmen, hören In der Religion giebt es nothwendig ein feft bestimmtes Bewir zwei Stimmen in unserem Innern: die Stimme des Eigennußes, tenntniß für den Glauben, eine organisirte mächtige Kirche für die welde uns das anweift, was uns Rube, Gefahrlosigkeit, Reichthum, Disziplin, einen geregelten Kultur für das religiöse Leben. In der Rubm oder Macht zu geben verspricht, und die andere Stimme, welche Philosophie giebt es so viele Befenntniffe als Sdulen, und diese Bes alle Menschen als die Stimme der Pflicht bezeichnen, welche und zu=° kenntnisse ermangeln allzu oft noch der Bestimmtheit und Klarheit. ruft: Bergiß Dich selbst, gieb Dich hin, opfere Dich!

Es giebt in der Philosophie weder eine Kirche, noch eine Hierarchie, Mögen die Ungläubigen der Stimme des Eigennußes Gehör ges noch eine Disziplin; es fann in ihr aud feine bestimmten Kultusvorben; wer die Pflicht erwählt, mag er sie kennen oder nicht, hat den schriften geben; denn es feblen in ihr die Bedingungen zur Aufstellung philosophischen Glauben. Man kann an die Pflicht nicht glauben, ohne derselben, und zur Aufrechthaltung derselben würde die Autorität fehlen. an Gott, an die Freiheit, an die Unsterblichkeit zu glauben.

Es kann sein, daß ein Philosoph zugleich einer positiven Religion Niemand würde sich der Pflicht opfern, wenn die Pflicht mensch- zugethan ist. Man kann diese Möglichkeit nicht leuguen, da man lichen Ursprungs wäre. Man opfert iør seine Ruhe, sein Vermögen, fein sonst auch leugnen müßte, daß Descartes römisch-katholisch, oder daß Leben, weil man erkennt, daß sie von Gott fömmt. Der unwiderleglidste Malebranche ein Philofoph gewesen sei. Bemeis vom Dasein Gottes ist das Leben und der Tod eines Gerechten. Wenn die religiöse Wahrheit und die philosophische Wahrheit

Diese Gedanken haben mich bewogen, eine Abhandlung über Mos fich widersprechen, fo ist klar, daß man beide nicht zugleic annehmen ral zu dreiben für die Weltmenschen und besonders für die Aufges fann; aber das Wesen der positiven Religion und das Wesen der klärten, welche sich zur Philosophie bingezogen fühlen, ohne philofos Philosophie bringen es keinesweges mit fich, daß ihre beiderseitigen phische Studien gemacht zu haben. - Der Titel meines Buches bat Lehren fic widersprechen müffen. das Buch gerettet. Der große und religiöse Name der Pflicht hat es Der Philosoph, welcher mit seinen Ueberzeugungen keiner positiven in Souß genommen gegen die Feinde der Philofophie und gegen meine Religion angehört, würde fich der Heudjelei fduldig machen, wenn eigene Sdwäche.

er die Kultusformen einer positiven Religion mitmachte, um seine Vielleicht ist es an der Zeit, zu den Mensder von ihren Pflich. Ehrfurcht gegen Gott auszudrüden. Die Pflicht eines ungläubigen ten zu sprechen, gerade jeßt, wo die meisten nur mit ihren Rechten Philosophen gegen eine positive Religion fordert: 1) Duldfamkeit; beschäftigt erscheinen und sich dazu fortreißen lassen, ihr Recht mit ihrem 2) Ebrerbietung; 3) Festigkeit. Interesse zu verwechseln. Die Charaktere find felten, die Begierden Er ist ihr Duldsamkeit schuldig, weil die Duldsamkeit eine der find vorherrschend, die Nachficht im Hinblick auf den glüdlichen Ere Gestalten der Freiheit ist, und weil die Philosophie, welche die Freifolg ift maßlos; dazu fömmt noch, daß Theorieen aufgestellt werden, beit für sich in Anspruch nimmt, dieselbe den Anderen nicht mißgönnen welche dazu bestimmt find, in den Augen der Menschen Alles zu redute darf. Der Unduldfame verlegt nicht blos feine Pflicht gegen seine fertigen, was von der Pflicht verurtheilt wird. Die Gewalt wird vers Mitmenschen, indem er ihr Gewiffen unterdrüdt, sondern auch seine herrlicht; eine hohe Moral und eine niedrige werden unterschieden; Pflicht gegen Gott, indem er die Verehrung bindert, welche ein Theil von der Freiheit wird mit Verachtung gesprochen; die Philosophie der Menschheit ihm widmen will. Das Gesagte ist blos auf die wird im Vaterlande Abélard’s und Descartes' verdammt; die Revos bürgerliche Toleranz zu beziehen, d. b. auf die Toleranz des Staates lution von 1789 wird verflucht in dem Lande, welches durch sie gerettet und der Staatsbürger in Betreff religiöser oder philosophischer Anund geschüßt worden ist.

fidten. Weder eine Rirde, nod ein Einzelner, nod ein Staat fönnen,

ohne ein Verbrechen zu begeben, diese bürgerliche Toleranz beseitigen II. Das Verhältniß der Philosophie und des Philosophen wollen; aber eine positive Religion, welche auf göttlicher Offenbarung zur Religiou.

zu beruhen glaubt, muß in Bezug auf ihre eigenen Befenner nothDie erste unserer Pflichten ist die, Gott, der die Vollfommenheit wendig unduldfam fein; sie ist nothwendig mit der lirdliden 30

waren start geblieben, so daß fie sofort bei Ehronbesteigung des junChina.

gen Kaisers, der in Wang-gan-ché's Theorieen auferzogen war, wieder

zur Herrschaft kamen und den Kommunisten-Staat burchweg wiederChinesischer Sozialismus und stommunismus.

herftellten. Eilf Jahre nade dem Tode Sle-ma-kuang's war jede (Solub.)

Reftauration befselben vernichtet und der Wang-gan-césde Staat Eine so radikale Revolution durch das ganze himmlische Reich, wiederhergeftellt. Sle- ma- tuang warb geächtet, aller feiner Titel welche alles Grundeigenthum aufhob, allem Reichthume den Krieg er- beraubt, zum Feinde des Vaterlandes ertlärt, sein Marmordentklärte und allen Klassen uniform die Hände band, um sie, wie Beamte mal zerstört und sein Grabhügel der Erde gleich gemacht. Dafür und Marionetten, an den Bändern zu dirigiren, ließ sich natürlich, warb ein anderes Denkmal mit einem Sünden- und Schandregifter troß der absoluten Gewalt, in deren Namen fie durchgeführt wird, aufgerichtet, feine Schriften wurden verbrannt, sein Name zu einem nicht ohne Opposition geltend machen. Wir finden deshalb auch eine Stimpfworte gestempelt. „Beim Lesen solcher Geschichte von plöß. ftarte polemische Vertretung der Eigenthumsrechte in der Person des licher Umkehr öffentlicher Meinung“, bemerkt Hus, nkömmt es uns berühmten Dichters und Staatsmannes Sfe-ma-tuang, einem der ganz so an, als hätten wir die Geschichte einer europäischen Nation berühmtesten Namen in der chinesischen Kulturgeschichte, in welchem vor uns“, natürlich vor Adem Frankreicht, wo Hochverrath und sich alle gesunde Einsicht in die Bedingungen sozialen Gedeihens und Staatsrettung, Guillotine und güldener Thron fich oft brüderlich in der Muth des Kampfes gegen den absoluten Staatskommunismus ver einen und denselben Selben theilen. einigten. Auf seiner Seite ftanden natürlich in ihrem Interesse alle Natürlich brad die kommuniftisde Schöpfung zum zweiten Male Reichen und großen Grundeigenthümer, eben so die Gebildetften und zusammen. Sie dauerte diesmal blog drei Jahre. Im Jahre 1129 ward Intelligenteften, die genug Adam Riese und Raison hatten, die Trug. Wang-gan-ché wieder zum Feinde des Vaterlandes u. 1. w. degradirt gebilde Wang-gan-ché's zu durchschauen. Aber lekterer hatte nicht und sein ganzer Anhang so grimmig verfolgt, daß die meisten fliehen nur den absoluten Herrscher, sondern auch die großen Massen für sich, mußten, um grausamen Marterungen zum Tode zu entgehen. Sie so daß er feststand, so lange diese beiden Stößen hielten. Auch war suchten in Maffen in den barbarischen Steppen des wilden Dschingiser feiner Sache gewiß, so daß er seine Macht nie dazu mißbrauchte, Chan Zuflucht, dessen grausame, erobernde und verwüstende Horden Angriffe, Satiren und Pasquille, die in Maffe gegen ihn gefølendert sehr bedeutend durch die flüchtigen dinesischen Kommunisten vermehrt wurden, mit Untersuchungen und Strafen zu abnden. In jener wurden. Die roben Mongolen wurden von dem Auswurfe chinesischer moralisøen Ruhe und Würde gegen Opposition und Beleidigung Civilisation beherrscht und als Verwüfter und Zerstörer durd ganz zeigte der chinesische Kommunist eine ftaatsmännische Tugend, die man Afien bis Europa getrieben, vielleicht um die ganze Welt zu ihrem neuerdings gar nicht mehr findet oder höchstens in England. ,,An- Glauben zu befehren und Staaten zu erobern, die ihnen Fülle und fänge find immer schwer“, sagte er, „und erst nach Ueberwindung der Freude garantiren müssen, gebratene Eauben, aber auch gespict, tranShwierigkeiten, welche Gewohnheit und Eigennuß jedem Fortschritte dirt und mit dem Saucen-Napfe im Schnabel. entgegenftellen, kann ein Mann der Reform auf die ersten Früchte Berwüstung und Zerstörung, Lob und Berberben, Flüge und seiner Arbeit rechnen. Minister, Adelige, Mandarinen – alle sind Verwünsdung waren die praktischen Folgen des mit heiligftem Ernfte, gegen mich aufgeftanden. Das wundert mich nicht. Sie können das mit Gründlichkeit und Ausdauer, mit Ehrlichkeit und Begeisterung von Hergebrachte nicht lassen, das sie so besonders begünstigt oder gar einem großen Genius staatlich im großartigften Maßstabe durchgeführmonopolisiert. Doch werden sie sich allmählich an meine Reformen ge ten kommuniftisch-sozialen Theorie. Was würde aus ihr werden, wenn wöhnen; ihre natürliche Abneigung wird abfterben und in Beifall für man deren Verwirklichung den heutigen kleineren Heilanden übertrüge? Das, was sie jest bassen, übergeben."

Heilanden, deren zweites Wort Galgen und Mord, deren erfter GrundSeine Reformen, seine Revolutionen waren die tiefe, feste Ueber- fas Befriedigung einer roben, kleinlichen Eitelkeit, eines mongolisden jeugung eines langen Lebens voller Studium und Arbeit. Er glaubte Rachegefühls über ihre eigene Nichtswürdigkeit ift? 3$ fenne einen an sie mit der Gluth eines neuen Religionsftifters, eines Erlösers. solchen Kommunisten-Chef in London, der von dem kommunistisen Deshalb fürchtete er sich vor feinem Feinde.

Arbeiter-Verein“, mit Schimpf und Schande ausgeftoßen wurde, nachWang-gan-ché behauptete sich und sein Syftem während der gan dem er fich geweigert, über beinahe 600 Thaler, welche die Kommuzen Regierung Chen-tsung's und versuchte sogar auch, die heiligen und nisten in Deutschland nicht für ibu, fondern für die kommunistische KomNationalbücher im Sinne feiner Umgestaltungen zu kommentiren, be mune gesammelt, Rechenschaft abzulegen. Er meinte, das Geld wäre fonders durch den Befehl, daß alle Sprachzeichen genau den Sinn für ihn gewesen, da er so berühmt und beliebt sei, daß man blog seinethaben sollten, die er in seinem Lerifon zu Grunde gelegt. Kurz, alles wegen gesammelt und geschidt habe. Das war auch im Kleinen ein ward um- und neugeformt durch den Genius und die Willenskraft Beweit gegen die kommunistische Theorie, fehr niedlich und eng, aber dieses einen Mannes, fo daß China kurz vor dem Tode des Kaisers praktisch, wie die beiden Beweise in China im Großen. zu einem vollkommen ausgelöhnten und verwirklichten Ideale des fom Man fann eher zehn Pubel dressiren, als einen Men den aus munistischen Staates geworden war. Gleichzeitig hatten sich aber auch seiner firen Idee, besonders wenn sie kommunistisch ift, herausschmel. die Konsequenzen dieser Gewaltschöpfung, die der menschlichen Natur zen. Beweise und Adam Niese helfen nichts. Io dächte aber, solche

efelsoaft schärfer und schneidender widerspricht, als der fej- praktisde, apagogische Beweise sind einer guten Wirkung fähig, wenig. felndste Polizei-Staat (ba lekterer wenigstens „Rube und Ordnung“ ftens auf die, welche ehrlich und mit Ernst irren, wie Wang-gan-ché. erzwingt und ,,Eigenthum und Personen" vor der Widfür anderer, wenn nicht seiner felbft, (düßt) immer unerträglicher entwickelt. Viele von den arbeitenden Klassen sagten: 3c finde feine Arbeit, die mir

Schweiz. sobmedt. Wozu soll ich mich überhaupt abstrapaziren? Lebe ich doch in einer Affekuranz für Fülle und Freude. Also rücke heraus, Afjetu.

Seau de Charpentier. *) ranz-Anstalt! 3 bin frank, Arbeit und Essen idymeden mir nicht. Durdy den neulich erfolgten Tod dieses trefflichen Mannes hat Staat, gieb mir meinen Antheil von Fülle und Freude. Ich habe das die Shweiz und vor allen der Kanton Waadt einen seiner ausgezeichFieber, obgleich ich mitten in „China" fiße. Die Arbeit stört nur netften Gelehrten verloren. Seit 1813 Direktor der Salinen von unsere Freude. Gieb also den Lohn ohne Arbeit. - Man kann sich

Man kann sich Ber oder Bedieur, damals noch der einzigen in der Schweiz, entdenken, daß es die ,,Chininer'' etwa eten so machten, wie die Berliner sprach er aufs vollkommenste dem Vertrauen, welches ihn in diese Stelin den ,,Rebbergen“ unter den Wang-gan-chés des Magiftrats von lung gerufen hatte.) Er starb am 12. September an den Folgen einer 1848. Details über den Verfall des Kommunisten-Staates feblen; Krankheit, die ihn jhon vor mehreren Jahren und dann wiederholt wir erfahren nur, daß sofort nach dem Tode Chen-tsung's die Witwe befallen hatte. Sein Ende war sanft, und bis zum leßten Augenblick desselben, welche während der Minderjährigkeit des Thronfolgers behielt er alle Geiftesgegenwart, alle Ruhe und Heiterkeit seines Wesens. herrschte, alle die ungeheuren Schöpfungen Wang-gan-chés unter dem Johann von Charpentier war 1786 zu Freiberg in Sachsen Jaudzen des ganzen Landes über den Kaufen warf, ihn abseşte geboren und der jüngere von zwei Brüdern und vier Schwestern, und Sse-ma-tuang, seinen alten Feind, zum erften Minifter erhob, fämmtlich hervorstechend durch ihre Geiftes-Anlagen.*) Rad Bea Wang gan-ché starb an diesem Schidfale kurz nach seinem Sturze, aber auch Sfe-ma-kuang lebte nicht lange. Sein Tod ward als

*) Die nachstehenden Mittheilungen entnimmt Ginsenber einem waadtländer

Blatt, Le Pays, das ihm so eben von einem Freunde Charpentier’s zugeschickt das größte National-Unglüd betrauert: „überall waren die Läden ge worden ist. foloffen, die ganze Nation erschien weiß in allgemeiner Landestrauer, **) Als im Jahre 1845 die Kadifalen im Kanton Waadt triumphirten uns Weiber und Rinder, die nicht an seinem Sarge niederknieen fonnten, hielt, felbft auch die Männer ernster Wissensdaft beseitigten, regte sich gegens

nebit ihrer bisherigen Regierung so ziemlich alles, was zu ihr gehörte und als die Leiche nach chinesischer Sitte in den Geburtsort des Verstorbes den einen Charpentier nicht ein Lüftchen des Verdachts, nicht eine Stimme der nen gebracht warb, warfen sich in ihren Wohnungen vor seinem Bilde Misliebigkeit, nicht eine leise, vereinzelte Drohung, zum Beweise, daß er als nieder.

ein über jedem Parteigetriebe stehender, felbft auch von der aura popularis

getragener, der National-Wohlstand wahrhaft fördernder Mann anerkannt war. Natürlich theilten vorher die Rehberger" weder das Jaudozen,

***) Sein gleichfalls sehr berühmt gewordener Bater, Johann Friedrid Wilmod ießt das Webflagen des Landes. Die Jünger Wang-gan-ché's helm, vor Kaiser Jofeph II. in den Reichs-Abelstand erhoben, war juleft Berg

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