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vergänglich; die in dem Adreß- Kalender - als berühmt aufgezählten len von Paris kleine Wirthshäuser, wo sie Suppe, Fleisd, Brot und Namen haben beute feine Bedeutung mehr.

Bier zur Genüge für 5 Sous bekommen. Der Verfasser spricht auch über die in Ruf stehenden Heilsubftat. Die verschiedenen Läden, in denen man Kleiderstoffe, Wälde, zen. Er führt als solche an: „Das Engelmasser (aus Pomeranzen- Spißen, Trefsen, kurze "Waaren kaufen konnte, befanden sich in den blüthen), das Amarantenwasser, bas Drangen- und Thymianwasser, und Stadttheilen, in denen man sie auch jeßt noch findet; aber der Handel überhaupt die wohlriechenden Effenzen, welche die Phyfifer auf ihren en gros und der en détail waren fast immer vereinigt. Die Detaillie Räucherpfannen verdunsten lassen, um die Luft der Zimmer zu reini- ften haben sich seitdem überall etablirt; die Engros-Händler find faft gen und um die Krankheiten durd Sympathie zu beilen." ale in ihren alten Quartieren geblieben.

Der damals eben gegründeten erften Kranfen-Anfalt widmet der Die Genossenschaft der Haarkünftler batte damals eine große Bes Verfasser zwei ganze Seiten seines Buches und geht dann zur Bes deutung. Herr Binet, Rue des Petits-Champs, machte dem Könige sprechung der Bade-Anftalten und Schwißftuben über.

feine Perücken. Ueber die Buchhändler heißt es in diesem Adreß- Kalender unter Die Bureaur für die, welche Stellen und Arbeit suden, sind nicht Anderem:

eine neue Erfindung; die „Mütter" (Herbergen) der Handwerker sind ,,Mit Ausnahme des Buches des Herrn de la Quintinie, welches sehr alt. Einige der Verkehrs- Derter find heute noch dieselben wie bei Herrn Barbin, auf dem Perron de la Sainte-Chapelle, zu faufen damals.

damals. Die Maurergesellen, Tage-Arbeiter, Limosins u. . w., ift, werden alle anderen Bücher über Gärtnerei bei Herrn Charles de versammeln sich an allen Arbeitstagen von 4-6 Uhr Morgens auf Sercy, im Großen Saal des Palais, verkauft; man findet hier außer dem Grèveplaße, wo sie von denen, welche ihrer bedürf , gesucht und dem auch einen neuen „königlichen und bürgerlichen Roch' und eine gemiethet werden." Anweisung, Konfitüren und liqueure zu bereiten und Früchte eingu Ueber den Preis der Scube erfahren wir Folgendes: ,,Der Herr machen, und mehrere Bücher civil- und kirchenrechtlichen Inhalts.“ des Noyers, St. Annenftraße, macht Damenschuhe von ungemeiner Aehnliche Kataloge giebt der Verfasser für die Buchhandlungen: Bar. Eleganz und verkauft sie zu 1 Louisd'or (der Louisd'or galt damals bin, Midaulet, Nion u. s. w.

12 Livres 10 Sous, nad dem beutigen Gelbe mehr als 25 Francs). Die berühmte , blaue Bibliothet" ist in der folgenden Stelle an Le Poitevin, Mazarinstraße, macht Herrenschuhe, welde der Nässe gut gezeigt:

widerfteben, und verkauft sie zu einem halben Louisb'or." ,,Die gewöhnlichen Ralender, in Troyed gedrudt, find in Paris Auf alle diese Artikel folgt ein Kapitel, in welchem Ergänzungen, en gros und en détail zu haben, bei Herrn Raffie, Straße des Petit Veränderungen, Verbesserungen ihre Stelle gefunden haben. Wir finPont, und bei der Witwe Dubot.

ben bier z. B. die Notiz: Herr Chartrin, dessen Adresse wir nicht Wir übergeben das sehr willfärlid abgekürzte Verzeichniß der im baben, ist ein tüchtiger Lehrer für das Griechische ." Sabre 1691 gedructen Bücher und die Aufzählung der versdiedenen Wir finden in diesem Kapitel aud die Bertheilung der StaatsMusifer von Paris, um mitzutheilen, daß der vorliegende Adres-Ka- verpachtungen, wie der General Controleur der Finanzen dieselben gegen lender uns auch über die Besißer von Kuriositäten-Sammlungen No Ende des Jahres 1691 organisirt batte. tizen giebt. Es begegnen uns hier große Herren, Behörden, Finanz Der lebte Theil des vorliegenden Adreß- Kalenders enthält: 1) was männer, Abbés, Herzoginnen und Präsideaten, welche alle irgend einer wir heutzutage Grund- und Reglements- Preise nennen (ein Kapitel, Liebhaberei ergeben sind. Unter Anderen wird genannt: Jabac, Neue welches für den, der die Gesdichte der Arbeit in Frankreich schreiben Saint-Medéricftraße; er hatte piele Gemälde; mehrere Gemälde im will, seinen Werth hat), und 2) sehr ausführliche Angaben über die Louvre rühren aus dieser Sammlung her; - Herr de Gaignières; Diligencen (Carosses de routes, wie man sie damals nannte), die seine Sammlungen haben zur Bereicherung der Bibliotheken in Paris Botenhäuser, Posten und Eilboten. Für denjenigen, der den Zustand gedient.

der Communicationsmittel in Frankreich am Ende des siebzehnten Jahr. Die Kuriositätenhändler folgen auf die Liebhaber und Sammler. hunderts fennen lernen will, dürften diese Angaben von Interesse sein. Die Barometer, Thermometer, Hydrometer galten damals noch als Seltenheiten. Einer ist wegen seiner Geschidlichkeit, Gemälde zu rei

Kopiele nigen, genannt; ein Anderer wegen seiner ,,Payottes" und Möbel aus China. ,,Der Herr Salé, ein Maler, in der Straße de la Ferrones

Die Geschichte der Poesie, nach Karl Rosenkranz. rie, behauptet, ein optisches Geheimmittel gefunden zu haben, welches ung in den Stand reßt, in einem Gemälde außer den barin gemalten

(Fortseßung.) Gestalten nach Belieben auch alle anderen zu sehen." (?!)

Ueber die westasiatische Gruppe, der das heroisde 3deal zuIn dem Absønitt über die Sculen und Unterrichts-Anstalten lefen erfannt wird, sagt der Verfasser im Allgemeinen Folgendes: wir unter Anderem: ,,Herr de la Croir, in der Nähe des Victoria Ade diese Völfer, mit Ausnahme der Hebräer, find Dualiften, Plaßes, giebt Unterricht in der türkisden Sprache. Ju der arabisden D. b. fie fassen die Welt als Erscheinung des Kampfes zweier prins Sprache unterrichten die Herren de lipy, Onkel und Reffe, an dem zipiellen Mächte, einer positiven und einer negativen. Die Folge das Kollegium Cambray.'

von ist eine Tendenz zur Unruhe, zur Beweglichkeit, zum Kampfe. In dem Kapitel über die Gärtnerei heißt es: „Am Mittwoch Die Poesie empfängt deshalb hier ein ganz anderes Ideal, ein beroiund am Sonnabend wird auf dem Plaße de la Mégisserie eine Art (det. Der West-Afiate erkennt das Sólechte als baseiend an, erhebt von Markt für Blumen, Gesträuche und Bäume abgehalten; man fin. fid zu dem Muthe, es aufzusuchen, und entsoließt sich mit Freiheit, det daselbft auc Blumenkohlsamen. Herr le Febvre hält ein großes entweder mit ihm oder gegen es zu kämpfen. Die Thatenluft schafft Lager von Sämereien und Zwiebeln.

hier eine Poesie der Wirklichkeit, eine dramatische Bewegtheit des unDie Tapezirer übergeben wir. Aus dem Artikel: „Fleisd und mittelbaren Lebens, welche in fich felbft fdon Befriedigung findet. Fisch erleben wir, daß an den Fafttagen nur eine Fleischbant geöff- Darum finden wir bei diesen Bölfern zwar riesige Bauwerke, üppige net war, und daß in der Faftenzeit der Detail - Verkauf von Fleiso, Lurusarbeiten, Mufit, aber wenig Poesie. Die Parsen tämpften als von Geflügel, von Wildpret - nur zu Gunften der Kranten dem 3ranier für den Lidtfönig Drmuzd, gegen die Turanier als die DieHotel-Dieu gehörte.

ner des Nachtgottes Ahriman. Die Aegypter lämpften mit dem Sonnen. Die Vorfahren des berühmten Gründers des provençalisden Ba und Nilgott Dfiris gegen den Wüftengott Typhon. Die Semiten, aus. zars" wohnten in der Sadgasse Saint-Germain-l'Auxerrois und ber

gebend von einem fiderischen Fatalismus, kämpften für ihren Genuß kauften en gros: Käse, Dliven, Sardellen, Feigen, Rosinen, Nektarin- gegen ihre persönlichen Feinde. Die altarabische Poesie, die Verherrpfirfide, Mandeln und andere getrodnete Früchte der Provence. lidung der Blutrache, wurde die höchste Stufe dieses Prozeffes. Die Bäder hatten damals fdon sehr verschiedene Arten von Brod

Aus dem, was zur allgemeinen Charakteristik der europäischen erfunden: das Gerftenbrod, das kleine Brod (flûte), das Mildbrod, das Gruppe mit dem „Individualitäts-Ideal" gesagt wird, beben wir die Weidbrod, das vortreffliche Tishbrod, aus allen Sorten von Mebl, folgenden Züge hervor: welches man paip à la Joyeuse nennt, das Wirthaftsbrod, das Klein

Der Gegensaß der oftasiatischen und der westasiatischen Völker brob mit übergestreuten Körnern für Kinder (le petit pain de mou findet seine Lösung in den europäisden, indem diese in dem Prinzip ton), das Brod Paget, das Bisquitbrod, welches man zu den Liqueue individueller Freibeit sowohl das passive als aktive Moment vereinigen. ren ißt."

Die Individualität, welde fic felbft Zwed wird, ist das Prinzip, in Die großen Gasthöfe der damaligen Zeit waren: Das Hotel der welchem ebensowohl die Empfänglichkeit für alles Wahlverwandte, als Königin Margaretha, Seinestraße, und das Hotel de Bouillon, am die Selbstbestimmung enthalten ist, durch Verarbeitung des EmpfanQuai der Theatiner (Quai Voltaire). Die beften Tables d'hôte hatte genen über dasselbe zu einer neuen Gestalt hinauszugeben. Die Griechen man im Hôtel de Mantoue, Montmartreftraße (zu 40 alten Sous, d. i. haben die Shönheit ihrer Erfdeinung, die Römer die Kraft ihres Wil. etwas mehr als ein Thaler täglich) und im Hôtel de l'Isle de France, lens, die barbarisden Uebergangevölker die Innerligkeit ihres Gemüths Straße Guénegaud (zu demselben Preise). Dann folgen die Mahlzeiten zum Ausgangspunkt. Bei den ersten allein nimmt daber das Ideal zu 30, zu 20, zu 15 und zu 10 Sous. ,,Die Leute, welche sich noch mehr einen slechthin ästhetisden, bei den zweiten einen moralijden, bei den

In der historisoen Darstellung der griechischen Poesie werden fol. Das eigentlich mittelalterige Ideal, welches uns als bas zweite gende drei Perioden unterschieben: 1) die hellenifde als die probut- weltgeschichtliche Haupt- 3deal gilt, bezeichnet der Verfasser als das tive; 2) bie alexandrinische als eine fritis gelehrte; 3) die römisch-romanise 3deal der Ritterlid teit", offenbar im Gegensaß zu dem tosmopolitische als eine eklektische.

germanischen Ideal der Selbftgewißheit". Es scheint uns aber nicht Uus der Charakteristik der bellenischen Periode heben wir einige zwedmäßig zu sein, die weltgeschichtlichen Haupt- Ideale nach den NaZüge heraus.

tionen zu benennen, in denen sie zuerst oder vorzugsweise aufgetreten Diese Periode enthält die fonsequente Abfolge der Epit, Lyrik und find; es dürfte wohl besser sein, fie ganz allgemein: Das Ideal des Dramatik. Alles, wodurch die Griechen in der Poesie groß sind, ge Alterthums, bas Ideal des Mittelalters, das Ideal der Neuzeit, oder: þört dieser Zeit an, in welcher die Kalokagathie, das Schöngute, das bas antife, bas romantische, das moderne — zu nennen. Ideal der Griechen war. Nur einmal in der Geschichte ift diese glüd. Das byzantinisce gdeal der Nefignation hat die weltgeschichtliche Lige Einheit von Natur und Geift möglich gewesen. Als ein neues, Bedeutung nicht, die dem romantischen Ideal des Mittelalters und freundlides, beimatliches Element tritt bei den Griechen das Meer auf. dem modernen Ideal der Selbstgewißheit zuerkannt werden muß. Die

In dem die Darftellung der römischen Poefte einleitenden Abschnitt byzantinische Welt ist auch nicht die Vorhalle, durch welche wir in die wird unter anderem Folgendes gesagt:

romantische Welt des Mittelalters eingeführt werden können. Erft Der Römer, als der nur in Chaten fio genugthuende, konnte in nad dem Brud mit der byzantinisden Staatsfirde ift die römischder Kunst nur ein prosaisches Ideal haben. Dies war die Moralität. fatholische Kirche die Weltkirche, die heilige Mutter der romantischen Die einzige Form, in welcher die Moralität poetisd werden kann, ift Welt des Mittelalters geworden. Die byzantinische Welt ist die frübdie Kritik der Gesellschaft – die Satire. Im Uebrigen ist die römisde reife schwädliche Frucht der oberfläəliden Verbindung, welche das Poesie nur Ueberseßung, Aneignung, Nachahmung der griechischen Poefie. Verlebte Griechenthum mit der noch unentwidelten theistisc-chriftlichen Aber dennoch ist diese Poesie von einer unendlichen Wichtigkeit geworden, Religion eingegangen. Die geschichtliche Bedeutung dieser Welt tritt weil ihre Produkte zunächst für die romanischen Völfer und durch diese sehr spät erft barin hervor, daß dieselbe das Erbe des griechisden lange Zeit and für die germanischen die Musterbilder geworden sind. Alterthums an die neue Welt übergiebt und vorher schon der Aus.

Die barbarisden Uebergangsvölfer werden in ihrem vom Chriften- gangspunkt für die Christianisirung der slavischen Völker wird. Die thum nod unberührten natürlichen Wesen treffend geschildert und alle ruffische Reichsfirche ist die Fortfeßung der byzantinishen Staatskirche. Ueberrefte der Poesie dieser Völfer ausführlich besprochen. Die Poesie Der Logit der Weltgeschichte ist es gewiß nicht entsprechend, wenn der alten Germanen wird in folgender Gruppirung behandelt: 1) das man, wie der Verfasser thut, das sehr untergeordnete byzantinische skandinavische Epos (die ältere Edda, bie Göttersage, die Heldensage, 3deal und die zwei weltgeldichtlichen Haupt- Ideale: das romantisde die Kunstpoesie der Sfalden, die jüngere Edda, die Saga); 2) das und das moderne, denen nur das antife als ebenbürtig vorangestellt faffisde Epos (Beowulf, Gudrun); 3) das gothisch-burgundis e Epos werben tann, als koordinirte Unter- 3deale des einen und selben chrift: (die Nibelungen, Rother, Dietrich's Geschichte, Kämpfe der Gothen lichen Ideals der Freiheit darstellen will. mit den Burgundern, die Berfälsdung des deutschen Epos).

In der durch eine treffende Charakteriftif des Geiftes der römischBei den Kelten und Germanen angelangt, möchten wir bei diesen fatholijden Kirche eingeleiteten Darstellung des romanischen Ideals Völfern nun auch schon bleiben, um gleid auch die son eben diesen der Ritterlichkeit unterscheidet der Verfasser: 1) die Poefte der römiVölkern unter der Herrschaft der neuen hierarchisden römischen Welt- en Rirde; 2) die ritterliche oder höfische Romantik; 3) die klassische monarchie durch ihre phantaftisde Subjektivität zu Stande gebrachte National-Poesie der romanischen Völfer. mittelalterige Welt und die dieser Welt entsprechende romantisde Poesie Die ritterliche Romantit erlangt ihre vollftändige Ausbildung in kennen zu lernen. Wir sehen feinen Grund, warum wir, burde die der provençalisden Lyrit, in der nordfranzösischen Epit (dem fränkis.. an Stoff und an Geist gleid reiche Darstellung des Verfaffers in die karolingisden Epos und dem bretonisd - håretischen Epos der Artusvorchristliche Poesie dieser Völfer so tief eingeführt und dadurch so und Graljage) und in der französisch-nationalen Poesie, in welcher dön vorbereitet und gestimmt, das Wesen, die Bedeutung, die relative neben der höfischen Lyril auch eine vollsmäßige entsteht, die Phantaftif Wahrheit der romantischen Poesie des chriftlichen Mittelalters dieser der Ritterwelt sich auflöst und das Drama aus seiner firchlichen Vorgemüth- und phantasiereichen Völfer zu erfassen, uns nun erft noch zu bildung fich zu ästhetischer Selbständigkeit emanzipirt. Die deutsbe den theistischen Völkern wenden sollen, die mit ihrer nur (priso-didat. Ritter-Poesie (der Minnesänger) ist eine Nachahmung der französischen. tisden Poefie und mit ihrem Beisbeits-Ideal" den Reiten und Ger In Spanien entwickelt fiú im Kampfe mit den Sarazenen eine eigenmanen das nicht bringen, was ihnen zur Hervorbringung ihrer ro thümliche nationale Ritter.Poesie. mantisden Welt und Poesie noch nöthig gewesen.)

Dat antife Schönheits-Ideal in ihre Ariftliche Romantik aufneh. Um mit unseren Lesern im natürlichen Gebantengang zu bleiben, mend, entwidelten die romanischen Völfer ihre besonderen nationalen überspringen wir daher die vom Verfaffer an dieser Stelle dargestell- Ideale, die Italiäner (Dante, Petrarca, Boccaccio, Taffo) – das ten zwei theiftifchen Gruppen: ,,bie Gruppe der hebräischen Stämme" () antif-romantisde", die Spanier (Cervantes, Lope de Vega, Calderon und die Gruppe der muhammedanischen Stämme", nachdem wir nur und der portugiesische Dichter Campëns) – das ,katholisch-romandies bemerkt haben wollen, daß wir aud in Betreff dieser Gruppen tische, die Franzosen (Ronsarb, der Gründer der ,,Pléjade française", den literarhistorischen Leistungen des Verfaffers hobe Anerkennung zollen. de Malherbe, de la Fontaine, Racine, Corneille, Molière) bas

Aus den Betrachtungen, mit welchen der Verfaffer uns in seinen „novantife" Ideal. dritten poetischen Kreis: in den der driftlichen Völker, denen er im Die Geschichte dieser drei nationalen Ideale wird durch folgende Augemeinen bas ,,Ideal der Freiheit“ zuerkannt hat, einführt, baben Betrachtung eingeleitet: wir Folgendes hervorzuheben:

Die Freiheit (das gemeinsame Ideal der christlichen Völker) indiDas Christenthum geht von der Anschauung der Mensdwerbung bidualifirte fid; das allgemeine Wesen des Christenthums brachte sich Gottes aus, fide durch ihre Vermittelung zum Begriff Gottes als des zur konkreten Erscheinung in einem besonderen Volksleben; aber mit absoluten Geistes zu erheben. Es ist relativ zwar eine der vielen Res dieser Zncarnation war auch eine neue Trennung verbunden: das röligionen, aber an und für sich ift es die Religion shlechthin, die Welt- mish-katholische und das germanisc-protestantische Ideal traten aus religion. Daraus folgt, daß auch die aus ihm fid entwickelnde Rultur einander. Das römiso-katholische vollendete die Poesie des romawesentlich Beltfultur, die aus ihm entspringende Poesie also Welt- nisden Ritter - Ideals, indem es dasselbe mit der objektiven Klarheit poesie werden muß. Die driftlichen Völfer müssen die Partitularität des antifen Sdönheits- Ideals bereinte. Das äußerliche Aufnehmen ihrer nationalen Besonderung in die Universalität des göttlichen Gei der antifen Formen war aber ungenügend und mußte fogar zu Widerftes verklären. Das äfthetische 3deal des Christenthums ift das fens sprüchen führen. Es fonnte nur eine Scule der Bildung sein. timentale", nicht im Sinne schlechter Empfindsamkeit, sondern in dem Man entfremdete sich der eigenen Nationalität, um sich ganz in die der Innerlichkeit des Gefühls, das von der Ansbauung des Gottmen. Alten hineinzuverlieren. Die zunäcft entstehende lateinise Runftshen erfüllt ist, wie er für die Befreiung des Mensgengeshlechts lebt Poesie war eine Reflerions-Poesie, welde, fast gleichgültig gegen den und liebt, leidet und stirbt. Das Christenthum ift perfektibel. In Inhalt, die Form um ber form willen kultivirte. Die Folgen dieser seiner Entwicelung reproduzirt es die ihm vorausgelegten Stand- lateinischen Kunst- Poesie waren: die Vernachläffigung der Nationalpunkte: den Theismus in der griechisd-orientalisgen, den Ethnizismus sprache, die Verdrängung der National-Poesie burd die Ueberfeßungen in der lateinisch-romanischen Kirche, und erreicht sein wahres Wesen in der antifen Klassiker, die Aufnahme der griechisch -römischen Poesie, der germanifd-proteftantifden Kirche. Die diefen Stufen entsprechen. Die Herrschaft der antifen Poetit. den Ideale der Poefte find: das der Resignation, das der Ritterlich. Den Unterschied der romanischen Völfer in ihrem Verhältniß keit und das der Selbftgewißheit.

zum klassischen Ideal giebt der Verfasser folgendermaßen an:

Die 3taliäner trugen als die unmittelbaren Nachkommen der *) Diese Ansicht des Herrn Berichterstatters können wir nicht theilen. Viel Römer das antike Element als ein angeerbtes in fich. Der Sinn mehr sind auch wir mit Herrn Rosenfrauz der Meinung, daß die Gottes- Idee für plaftif de Sdönbeit wurde ihnen nunmehr in einem Grade der theistischen Völker einen sehr wesentlichen Einfluß auf die Boesie der mos bernen Völker geübt, wobei wir namentlich auch an den Einfluß der Araber in

zu Theil, wie ihn vorher nur die Griechen beseffen batten. Spanien und Sicilien erinnern.

9. N. wurden das Volf, welches die romantisden Stoffe in der Präzision

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und Klarheit der antifen Form erfaßte. . Von den Italiänern ging die lebenden Chinesen faft unverftändlich; fie hat Zeynlichkeit mit dem Formbestimmtheit zu den Spaniern über, welche sich niemals direkt Dialekt, der in Amoy gesprochen wird." durch die Antife bestimmen ließen und den romantischen Charakter der Die von den amerikanischen Missionären gemachten Versuche, die Poesie am reinften bewahrten. Sie blieben die Träger des drifte auf den Sandwich-Inseln domizilirten Chinesen zum Christenthum zu lich - romantischen Ideals, mit welchem fich bei ihnen orientalische befehren, find, wie es scheint, bisher ziemlich erfolglos geblieben. Elemente in vollkommen homogener Weise mischten. Die Franzofen wurden in der Form ebenfowohl als die Spanier burd die Italianer bestimmt; das Unterscheidende ihrer Poesie lag aber darin, daß fie

Mannigfaltiges. das griechisch-römische Ideal nicht, wie die Staliäner, in romantisden Stoffen, nicht, wie die Spanier, in der Abrundung der Form, sondern Lord's hiftorisches Jahrbuch. Etwas spät ift der zweite aud in antifen Stoffen und nach Regeln reproduzirten, in deren Be. Jahrgang diefes die politische Geschichte des Jahres 1854 umfaffenden dränftheit fie das wahre Wesen des Alterthums erfaßt zu haben Jahrbuches ausgegeben worden, beffen erften Jahrgang wir in diesen glaubten. Sie ließen die Romantik gänzlich fallen und brachten das Blättern angezeigt und nach Verbienft empfohlen haben. Wie der novantife Ideal hervor, dessen rhetorische Energie und verständige Verfasser in dem Vorworte sagt, hat der Wunsch, überall die zuver. Faßlichkeit fast zwei Jahrhunderte hindurch von fich abhängig machte. läffigsten Quellen zu Rathe zu ziehen, verbunden mit der Shwieriga (Schluß folgt.)

feit, die verwickelten diplomatischen Verhandlungen des vergangenen Jahres und die wichtigen Kriegsbegebenheiten beffelben in einen engen

Rahmen zu fassen, ohne doch irgend ein porwiegendes Moment zu Polynesien.

übergeben, die Verzögerung herbeigeführt, die jedoch fünftig vermieden

werden soll. Das diesem Jahrbuch ähnliche „Annuaire" der Revue Die Chinesen auf den Sandwich - Inseln.

des deux Mondes wird in Paris gewöhnlich im Oktober ausgegeben, Einer neueren Nummer der schon in diesen Blättern erwähnten schließt jedoch seine Jahres-Chronit bereits im Juli ab, so daß es vom chinesisch-englischen Zeitung „The Oriental, or Tung-ngai San-luk” Jali des einen bis zum Juli des anderen Jahres reicht, während das entlehnen wir folgende Notizen über die chinesische Kolonie auf den deutsche Jahrbuch immer ein volles Kalenderjahr umfaßt. Es zerfädt Sandwich-Inseln:

aud diesmal in folgende Abschnitte: 1) Politisch-ftatiftisder Ueber„Wer nach Honolulu fömmt, wird erstaunt sein, dort eine blühende fichtskalender sämmtlicher Staaten und Regierungen der Erde, workleine Gemeinde der Yanfees des Ofteng" zu finden. Die Straßen

Die Straßen unter fogar die des Sudan, des Moskito-Landes und der Sandwich, find mit ihren Läden beseßt, welche die nationalen, fenfrechten, rothen Inseln nicht fehlen; 2) Chronologischer Kalender des Jahres 1854, Schilder zur S au tragen, als ob die Eigenthümer fich ganz heimisch der mit dem am 1. Januar ins Leben getretenen Zoll- und Handeld fühlten, was nog mehr durch die hübsden Villas in der Nachbarschaft bertrage zwischen Defterreich und dem Zollvereine beginnt und mit der Stadt bewiesen wird, die mit Gärten vol chinesischer Blumen einem am 29. Dezember stattgefundenen Erdbeben in Piemont schließt. und Früchte und Goldfischteiche geldmüdt find und in denen fide 3) Politische Geschichte des Jahres 1854, die das eigentliche Korpus Saaren von kleinen Buben umhertreiben, deren Sprache eine Mis des Buches bildet und mit anerkennenswerther Klarheit und Uebersichtfchung des väterlichen Chinesisch mit dem mütterlichen Kanafa bildet. lichkeit ausgearbeitet ist; 4) endlich ein nefrologisder Kalender, nach Einige von diesen Leuten sind schon vor längerer Zeit mit Walfishfän. dem Alphabet geordnet und mit genügenden biographischen Notizen gern auf ihren Kreuzfahrten durch das Stitle Meer nach den Sandwich ausgeftattet. Der Verfaffer hat fich das ebrenwerthe Ziel geftedt, Inseln gekommen; ber größte Theil aber ift erft neulich bier einges dem Leser eine möglicht souftändige Chronit zu liefern, die ihm, wenn wandert. Man zählt ihrer gegenwärtig auf der Gruppe etwa fünf er bei der täglichen Leftüre der Zeitungen fich über die Entstehungsbis sechshundert, wovon etwa dreihundert sich in Honolulu aufhalten geschichte der Tagesbegebenheiten aufflären will, als ein ftets Rebe und bie übrigen in kleinen Gemeinden über die verschiedenen Inseln, stehendes Handbuch dienen soll. Die leser werben dem Verfasser gern namentlid Maui und Lahaina, zerftreut sind.

das Zeugniß geben, daß er dieses Ziel erreicht habe. ,,Die chinesischen Kaufleute in Honolulu treiben einen recht beo beutenden Handel. An ihrer Spise fteht das Haus Sam Sing, welches

Maureri de literatur in Amerika. Die Buchhandlung drei Theilnehmer (Compagnons) hat, wovon einer seit mehr als zwan- Ino. W. Leonard & Co. in New-York widmet fich fast ausshließlich zig Jahren sich hier aufhält. Sie haben zusammen ein Vermögen von dem Berlage und Bertriebe der maurerilden Literatur. Es erscheinen funfzigtausend Dollars erworben. Das Haus Sing lai ift gleichfalls in diesem Berlage zwei maurerifdhe Zeitføriften: der Masonic Adverwohlhabend und hat fünf oder sechs Rommanbiten auf den anderen tiser und das Freemason's Magazine, von denen das leßtere, wie die Inseln. Zwei andere Etablissements besißen Kapitalien von redho- bis meiften ameritanischen Monatschriften, wahrscheinlich Nachdruck einer achttausend Dollars. Außerdem giebt es im Orte etwa fechzehn andere ähnlichen, in England erscheinenden Zeitschrift ift. Von mehreren alten Waarenlager und Raufläden verschiedener Art. Ein kleiner Theil der englischen Werken, namentlich von James Anderson's ,,Conftitutionen zum Kauf ausgebotenen Waaren wird aus China eingeführt; die Haupt- der Freimaurer", 9) welches als die , wahre maurerische Bibel" bemaffe kömmt aus Kalifornien und besteht vorzugsweise aus Gegenstän. zeichnet wird, von John Cole's „Illustrations of Masonry", von Aler. den zum Gebrauch der Wallfischfahrer und aus Kleidungsstüden für Lawrie’s ,,Geschichte der Freimaurerei" und von der Freimaurerei die Eingeborenen, welche die in San Francisco etablirten chinesischen für Damen“ („Freemasonry for the Ladies”) sind Abdrüde in dieser Kaufleute einschiden.

Buchhandlung erschienen, welche zugleich ankündigt, daß fie nady und ,,Mehrere Chinesen haben Zuderpflanzungen angelegt, zum Theil nach alle früher in England herausgekommenen maurerischen Werke aber wieder aufgegeben. Doch bestehen noch zwei derselben, die von von Werth republiziren werde. Eine Uebersebung von 6. Lenning's Sam Sing und Sam Tsho, beibe auf Maui. Sie haben dinesische Encyklopädie der Freimaurerei (Leipzig, 1822, drei Bände) ift ebenAuffeber und Arbeiter, welche den Zuder sieben und die fowierigeren falls unter der Presse. Manipulationen vornehmen. Die anderen Arbeiten werden von Eingeborenen verrichtet, die ihre Dienste für geringeren Lohn anbieten.

Die Berühmtheiten auf dem Rird bofe des Pater Einige von den amerifanisden Pflanzern hatten dinesische Arbeiter fachaise. Der französische Akademiker Viennet hat eine neue Ausgemiethet, die sich anfangs zu ihrer Zufriedenheit benahmen, aber bald gabe feines im Jahre 1824 erschienenen Buches ,,Promenade au Cidurch den Gebrauch des Opiums zu Grunde gingen, der ihnen auch metière du Père La Chaise” veranstaltet und dasselbe mit den Nam in Ralifornien so berberblich geworden ift. Im Frühjahre fam ein men vermehrt, die in den einunddreißig Jahren diesen berühmten Schiff aus China mit hundertfiebzig Arbeitern, welche sich verbindlich Kirchhof noch berühmter haben machen helfen. Im Jahre 1824 uma gemacht, die Roften ihrer Ueberfahrt allmählich abzutragen. Viele von faßte das Buch hundert Namen; jeßt bringt es deren zweihundertunda ihnen find als Röde oder Bedienten in Familien untergebracht worden, siebzig. Abgesehen von dem Interesse, welches das Buch für die Bewo sie den Eingeborenen vorgezogen werden.) Die meiften dieser Leute fucher der immer mehr fich ausdehnenden, bald bis an die Stadt der tamen aus der Gegend von Tsdiu-tsgau, im äußerften Dften der Lebenden, von der fie früher entfernt, oben auf der Anhöhe, lag, hinProvinz Canton, und nur etwa funfzig aus der Nachbarschaft von Cane anreichenden Nefropole hat, ist demselben auch ein fünftlerisqer lites ton selbst. Die Mundart, die fie reden, ist daher den in Kalifornien rarhistorischer Werth nicht abzusprechen, da herr Viennet mit geift

reicher Auffassung eine lebendige, oft poetische Darstellung zu verbin. *) Glüdlich sind diese Chinesen zu preisen im Gegensaße zu benjenigen

den weiß ihrer Landsleute, die fich unter ähnlichen Bedingungen des allmählichen Ábarbeitens ihrer úeberfahrtskosten nadi Chili (chleppen lassen, wo sie als Skla *) The Constitutions of the Freemasons, containing the History, ven, namentlich zu der efelhaften Bearbeitung der Guano: Inseln,

verwendet Charges, Regulations &c. of that most Ancient and Right Worshipful und aufs grausamste mißhandelt werden.

D. R. Fraternity. For the use of the Lodges. London, 1723.

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aber auch als leidenschaftlich ehrgeizig, als einen Mann, der jedes China.

Mittel für gerecht hielt, wenn es galt, seine Reformen durchzuseßen,

eigensinnig bis zur unbeugsamsten Halsstarrigkeit in seinen Meinungen, Chinesischer Sozialismus und Kommunismus.

ftolz und voller Bewußtsein seiner Verdienste, voll Verachtung gegen ,,Es ist eine merfwürdige Thatjade, daß die meiften jener sozia- Alles, was seinen Grundfäßen und politisden Theorieen widerspracy, len Theorieen, welche die gegenwärtige Gesellschaft Frankreichs neuer fanatisch in Ausrottung aller früheren sozialen und politisden Jnftitudings in Gährung verfeßten und als erhabene Resultate des Fort- tionen und in Erseßung derselben durch seine eigenen Reformen." frittes menschlicher Vernunft dargestellt werden, nichts weiter sind, Dies heißt mit anderen Worten weiter nichts, als daß es ihm als bankerotte Utopien China's, welche das himmlische Reich vor durchweg mit seinen Reformen unbedingter und voller Ernst war und Jahrhunderten bewegten."

kein Einfluß, feine Rüdficht vermochte, ihn von seinen Idealen abzu. Diese Stelle in Hucs ,,China'' brachte mir der Zufall vor die bringen, für welche er ein langes Leben voller Arbeit und Entsagung Augen, als ich das Buch zuerft durdblätterte. Das wäre doch intere geopfert. Um die alten Lebens- und Staatsansichten geiftig auszurotten, effant und merkwürdig genug, dachte ich, wenn Louis Blanc, Fourier, übernahm er die heroische Arbeit, alle beiligen und Flaffisden SorifCabet, Karl Marr, Willich u. f. w. in China längft ihre Meister ge- ten China's mit neuen Rommentaren herauszugeben und dadurch seine funden, obgleich es bekannt genug ist, daß die Chinesen eine Menge Theorie im Volfe vorzubereiten, ja, durch ein Wörterbuch, welches über ftolzer neuer Erfindungen und Philosopheme des Abendlandes schon bunderttausend der chinesischen Sprachzeichen umfaßte, die Bedeutung längst gefannt, gemacht und fich an den Shuben abgelaufen, als wir derselben so zu modifiziren, daß sie zu Gunsten seines Systems spra . unsere Civilisation damit auf den Strumpf zu bringen glaubten. den. Er war also gewissermaßen allein, was die geistigen Schöpfer

Und richtig. Bereits im eilften Jahrhundert gab es Sozialisten der großen französischen Revolution, die Doctrinairs und Encyklopä . und Kommunisten in China, wurde am himmlischen Reiche selbst vom diften. Da die ihm allein zugeschriebenen Arbeiten so gut wie physisch Throne herab das Erperiment in viel großartigerem Maßftabe ge- unmöglich auch für das fleißigfte Genie erscheinen, wird er wohl auch macht, welches der fleire Louis Blanc nad 1848 in Frankreich im Mitarbeiter gehabt haben, die nur mit der Zeit in dem einen HauptKleinen versuchte. Zweimal wurde China zu einer Louis Blancschen namen zusammenschmolzen, wie denn überhaupt beftimmtere Details National - Arbeitsftätte mit allem Zubehör von Garantieen für die seiner Geschichte fehlen, wenigstens in dem Buche unseres GewährsGlüdseligkeit aller Unterthanen umgewandelt, zweimal die großen und mannes. Durch die großartigfte, ausdauerndfte geistige Vorarbeit geknotigen Fragen sozialer und politischer Defonomie, die bei uns im lang es ihm, fic von Stufe zu Stufe emporzuarbeiten und fic geistig Beften neuerdings so viel Papier, Tinte, Druderschwärze, Blut, Ge und materiell feinen Weg zu bahnen, bis der Kaiser felbft, Chettfängnißqualen, Gewerbe und Handel fofteten, in China gelöft und tsung, bewältigt von seinen brillanten Eigenschaften, ihm sein ganzes wirklich ein- und durchgeführt. Sie begnügten sich nicht mit dem par Vertrauen schenfte und ihm feine ganze Mat gab, um damit alle tiellen und verkappten Rommunismus, der in Form von Sdukjöl. Chinesen vermittelft der neuen Erlösungstheorie glüdlich zu machen. len noch alle Staaten der weftlichen Civilisation mißhandelt, indem Wang-gan-ché belegte ate Aemter und Tribunale mit seinen Jüngern er die gewaltsame Bertheilung des Privat-Eigenthums fortwährend in und Anhängern und begann dann seine radikale Umgestaltung des les gewaltsamer Besteuerung von Konsumenten zu Gunsten der Produzen, bens geradeaus, durchgreifend und ohne Zaubern. ten (die aber leider dadurch nichts in die Tasche bekommen, sondern An der Spiße seiner Theorie stand der Saß: ,,Der Staat muß nur in den Stand gereßt werden, unsinnige Rapitals- Anlagen zu er allen Unterthanen eine untrüglide, dauernde Glückseligkeit verschaffen. balten) zu bewirken sucht, ohne daß dieser Raub irgend einem Sterb Die Mittel dazu liegen in voller Entwidelung und gleicher Vertheilung lichen zugutefömmt; die Chinesen nahmen die Sache gründlich und aller Schäße und Reichthümer des Landes. Die erste und wesentmachten vollkommenen Ernft damit. Sie, die als verfteinert in ihren lidifte Pflicht einer Regierung ist, das Volt zu lieben", sagte er, und politisden und sozialen Inftitutionen versárieen find, diskutirten und deshalb ihm alle wahren Vortheile des Lebens zu verschaffen, biele eretutirten schon vor beinahe acht Jahrhunderten über mehrere Mens aber sind: Fülle und Freude. Um dies zu erreichen, würde es genügen, soen-Alter hindurch mit großer Leidenschaft und Ausdauer im Wesent- jeben Einzelnen mit den richtigen Grundsäßen der Rechtschaffenheit zu liden ganz dieselben gesellschaftlichen Erlösungstheorieen, welche neuer- erfüllen; aber, da fich Niemand die ausnahmslose Gewißheit dieser dinge in Frankreid, Deutschland und England als ganz neue Heilande Rechtschaffenheit in jedem Unterthanen verschaffen fann, muß der auftraten und ans Kreuz geschlagen wurden. Die chinesische Reform. Staat bestimmen, in welcher Weise fie geübt werben muß, und unbePartei versprach und versuchte damals eine radikale, sozial-kommunis dingten Gehorsam durd weise und ftrenge Gefeße erzwingen. Um ftisde Umgestaltung des ganzen Eigenthums und der Production. Ungerechtigkeit und Unterdrüdung des Einen durch den Anderen zu Nach langer Agitation befam der eigentliche Schöpfer und Leiter derhüten, muß der Staat alle Erifteazquellen und Güter des Lebens Mittel und Gelegenheit, seine Erlösungstheorie mit Hülfe der ganzen in Befiß nehmen und der einzige Eigenthümer und Arbeitgeber werStaatsgewalt zu verwirflichen, also in einem Maßstabe, der zur Bes den. Der Staat muß baber auch allen Handel, alle Industrie, allen lehrung und zum apagogischen Beweise nichts zu wünschen übrig läßt. Aderbau in seine Hand nehmen, um das „Wohl der arbeitenden Dies giebt jenen Experimenten einen großen Werth für alle diejeni- Klaffen“ zu sichern und sie gegen die Reigen zu schüßen, daß fie gen, die noch an kommunistisden Erlösungsfrankheiten leiden, ohne dieselben nicht zu Staub zermalmen." fich durd Adam Riese und die flar erkannten Naturgeseße mensch. Man sieht hier, wie genau der Chinese deg zwölften Jahrhunderts licher Beziehungen belehren zu lassen.

mit den franzöfisden, deutschen und englisden sozialen Heilanden des Der Name des chinesischen Kommuniften-Chefs und zweimaligen neunzehnten übereinstimmt, so daß man meinen follte, sie hätten aus ersten Staatsministers war Wang-gan-ché, ein Mann, noch heute ben Shriften Bang-gan-chés überfeßt. Freilich Ueberfeßung ist es, berühmt in der chinesischen Gesdichte wegen seines energischen, aug. auch die Theorie Wang-gan-ce's, Uebersegung aus der Noth eines dich. dauernden Heroismus in Ausführung feiner Reformen, wegen seiner ten, civilifirten Lebens voller Gegenfäße, voller Noth und Elend, voller Gelehrsamkeit, Intelligenz und romantischer Abenteuerlichkeit feines lurus und Ueberfluß, voller Entbehrung und Hunger. Dieselben Ideen Schicksals. Man rühmte die Grazie und das Feuer seiner Beredte und Ideale treten unter ähnlichen Verhältnissen wieder und immer wiesamfeit und die Madt und den Zauber feiner ganzen Persönlichkeit, der auf, so verschieden man fide die davon Ergriffenen fonft auch bendie es vermochte, eines der despotisoften, ältesten, konservativften fen mag, juft wie ein Chinese von eben derselben Cholera befallen Staatengebilde so radifal zu erschüttern und selbst das Staatsobers wird, wie ein Franzose oder ein Deutscher, wenn die Bedingungen in baupt zu seinem Diener und Werkzeuge zu gewinnen. Dies ist gewiß der Atmosphäre und in seiner förperlichen Beschaffenheit zusammenbeispiellos in der Geschichte aller Bölfer und Herrscher. Chinesische treffen. Jeder halbweg vernünftige Staats- und Rechtsmann würde Chronifen schildern feinen Privat-Charakter als durchaus musterhaft, deshalb auch gegen die unter uns seit Jahren graffirende kommu

niftisde und sozialiftische Krankheit fic mehr therapeutis“, als veredelte, aber beseitigte nicht die Rohbeit. Das Mönchthum weihte triminal und bart verhalten, um so mehr, als der kommuniftisde fich einem absoluten Spiritualismus. Der Atomiftit der ritterlichen Prieb, so verbrecherisd er auch gegen das Beftehende erscheint, aus und möndischen Individualität gegenüber entwidelte sich die bürgerder Noth der Zeit unter dem trügerischen Scheine einer Erlösung hers liche Gemeinde, welche die Heiligkeit der Ehe voranftellte. Die vorgeht. Therapeutiso! Bo Rommunismus und Sozialismus en. Freiheit war fich ihrer Wahrheit nur im Gegensaß derselben bewußt. demiso und epidemisd auftreten, liegt allemal ein großes, grausames Der Christ war fich feiner bewußt im Kampf mit den Ungläubigen, soziales Uebel zu Grunde.

der Ritter im Kampf gegen den Bürger, ber Patrizier im Gegensas Maffenhafte und Klaffen-Unzufriedenheit ift die näøfte Folge, die gegen den Plebejer, der Mönd im Gegensaß gegen die nur weltligen näofte darauf Kommunismus, d. h. Das Beftreben, gewaltsam erzeugte Menschen. Es fehlt überall noch das Bewußtsein des allgemein Mensch Eigenthumsverhältnisse auszugleichen, den Kommunismus des Staates lichen. - in dem liebes 3deal der Staliäner war die Liebe entauf den Kopf zu stellen, die Ronsequenzen desselben im Namen einer weder der efftatische Traum eines transscendenten Idealismus oder der Erlösungstheorie zu ziehen, eines politischen Ideals, wie z. B. der finnliche Rauso eines wollüstigen Realismus. Im Glaubens.gdeal Demokratie, D. h. einer Despotée im Namen (nicht ber) der Maffen. der Spanier war die Freiheit fritillos der Autorität der sozialen

Klaffen- und Massen-Unzufriedenheit, entspringend aus den gewalt. Dogmen unterworfen und die Seligkeit des Menschen das Wert eines fam erzeugten Klüften zwisden verschiedenen Klassen, aus Begünftigung Wunders. 3m gdeal der Ehre des gentilhomme oder des homme dieser auf Kosten jener, rufen frantheitsgeseßlich, durchaus nicht honnête der Franzosen war das Bewußtsein immer außer fich in der willkürlic, dieselben Begriffe und Phantasmagorieen von Heilung her. Reflerion auf das Bewußtsein Anderer. vor, in China diefelben, wie acht Jahrhunderte später in ganz andes Das Ideal der Freiheit mußte der Dualismus von Selbftbestimren Ländern. Die Verschiedenheiten sind durchaus unwesentlich. So mung und Fatalismus, von Selbftgewißheit und phantastischer Unsicherift es z. B. durchaus Nebensache, daß die heutigen Kommuniften und heit durch eine noch höhere Gestaltung seiner Realisation aufheben. Sozialisten unter dem Wahne einer demokratischen Erlösung leiden, Dies ist im germanischen Ideal der Selbftgewißheit geschehen. Der während der Chinese im Namen eines absoluten Herrschers operirte. Verfaffer glaubt dieses Ideal auch als das ,,Proteftantische bez Die Vertilgung der freien Selbstbestimmung, der Naturgeseße, unter zeichnen zu können. Der Protestantismus, in Bezug auf welchen welchen Befiß und Eigenthum entfieben und fid regeln, bleibt dieselbe, er es so nennt, ist ihm diejenige Form des Christenthums, in welcher ob der Molod, zu dessen Gunften man operirt, ein tatarischer Despot basselbe erft zur freien Gewißheit seiner Wahrheit, damit aber auch auf dem Throne, oder eine Robespierresche, oder Karl Marrsche Idee erft zur freien Wirklichkeit feiner Wahrheit gelangt", ,,bas burc pers sei. Die Oleidheit Beider liegt eben in dem Ideale Beider: Beide ennirende Selbstkritit fich aus der Unenblioteit seiner Perfettibilität wollen -- alle Mensden gewaltsam glüdlich machen.

fortbildende Christenthum", ober: die Religion, welche die Vernunft Nur das hat, wie gesagt, unser dinesischer Heiland vor allen an der theoretischen und praktisden Freiheit zum Kriterium ihres Glaubens deren Kollegen voraus, daß er seine Glüdseligkeitstheorie verwirkligen macht." ,Ohne Philofophie", heißt es dann weiter, „versinkt der konnte, verwirklichen mit aller Macht eines absoluten Thrones, zwei- Protestantismus leicht in die Atomistit der Sektirerei, die entweder mal verwirklichen. Zunächft organisirte er Tribunale durch das ganze am Buchstaben der Schrift haftet oder vom Subjektivismus des Gea Reich, welche den Preis von Lebensmitteln und Handelswerthen firirten, fühls und der Phantasie ausgeht und zur S wärmerei wird." ,3m wie es die Soußzöllner und die französische Regierung im Einzelnen römischen Katholizismus usurpirt der Papst die Gottmenschheit Chrifti, auch thun, die Steuern von den Armen auf die Reichen legten und das und der Geift, der in fteten Anfäßen burdbrechen möchte, wird als Geld in den Staatsschaß fammelten, welcher es unter die Armen und Häretijd von der Kirche ausgeschlossen. Im Protestantismus ist der Arbeiter ohne Arbeit zu Bertheilen hatte. Der Staat ward zum ein. Begriff des Geiftes der prinzipielle, weil in ihm die Gemeinde den zigen Grundeigenthümer erhoben. Als solder dertheilte er den Grund Gegensaß der Klerifer und Laien aufhebt. Jeder Protestant hat das und Boden durch seine Tribunale an die Aderbauer, eben so die Saat priesterliche Selbftbewußtsein." in Art, Qualität und Quantität, unter der Bedingung, daß nach der Durch diese Andeutungen wil der Verfaffer nur begreiflich machen, Aerndte der Werth dafür oder die Saat felbft zurüdgegeben werde. daß die proteftantische Poesie 'wesentlich ein Ausbrud des Kampfes des Um hier feiner Willkür Spielraum zu lassen und von jeder Sorte der Menschen um das Selbftbewußtsein der Entzweiung und der VerProdukte das y rechte Maß" zu bekommen, bestimmte die Staatsweise föhnung mit Gott ift. Man nehme die größten Digter der neueren heit auch, wo und wie viel Reis, wie viel anderes Getraide, wie viel Zeit, Shakespeare, Milton, Voltaire, Klopfto&, Goethe, Byron, lo Bambus gesät und gepflanzt werden sollte, u. f. w. (leşteres wird in wird man bei ihnen aten die Tendenz finden, die ideale Jnnerden verschiedenften Zubereitungen als Gemüse gegessen.)

lidfeit des Geistes in ihrer autonomischen Freiheit darzu,,Es ift klar“, sagte Wang-gan-ché, die Beweise unserer moder- ftellen. Shakespeare hat das Selbstbewußtsein der That bis zur Entnen Sozialisten antizipirend, daß durch diese Reformen Fütle and büllung ihrer verborgensten Genesio verfolgt. Milton hat den modernen Freude im ganzen Lande Sedem gefidert werden. Die, welde allein Satan erschaffen, der sich im Selbstbewußtsein des unseligen Stolzes Dabei leiden, die Wucherer und Monopoliften, die niemals versäumen, feines Abfalles von Gott spiegelt und dieses Bewußtsein als die wahre burch Hunger und Theurung fio zu mäften und die arbeitenden Klase Hölle weiß. Boltaire bat im ,,Candiden den Irrthum verfolgt, das sen noch mehr ruiniren, leiden zum Vortheile der Allgemeinheit Selbstbewußtsein der Freiheit burd Entäußeruug an den Mechanismus und zahlen auf diese Weise blos ihren Raub zurüd. Von jeßt an ift einer präftabilirten Harmonie zu zerstören. Klopftod fchwelgt in der der Staat einziger Gläubiger, und der Staat nimmt feine Zinsen. felbftbewußten Wonne der Erlösung und ist der erste Dichter, der den Da er den Aderbau überwacht und die Preise der Lebensmittel ben Namen der Freiheit folechthin ausspricht und in ihm den das Dhr stimmt, bat er es volftändig in seiner Gewalt, so viel zu produziren, Tođenden Silberton vernimmt. Goethe hat in seinem Fauft" die Ges daß er niedrige preise ftellen kann. Im Falle einer Mißärndte in Thichte des protestantischen Selbstbewußtseins gegeben, wie es fich vom dem einen Theile gleicht er das Fehlende durch den Heberfluß in an Glauben sfeptiso rosreißt, böse wird, fich über fich erhebt und als deren aus, worüber das große Tribunal in Peking zu bestimmen hat. ftrebendes Erlösung findet. Byron endlich hat das Myfterium bes So wird keine Gegend, feine Klasse mehr Mangel leiden, zumal da Selbstbewußtseing sowohl im Werden des Böfen als im Aufheben der der Staat als einziger Kaufmann aud atein allen Profit zieht und Schuld in seinem ,,Kain" und „Manfred" mit unvergänglichen Zügen diesen zu Werfer allgemeinen Nußeng verwenden wird. (Es sollte mich gezeichnet. Weil das Böse ein freies Produkt der in ihm ihre Noth. ' wundern, wenn hier im Urterte nicht von Staats-Bauten gesprochen wendigkeit selbst vernichtenden Freiheit ift, so wird es innerhalb des würde, der jeßt noch beliebten Quadsalber-Medizin gegen „Rehberger" Ideals der Freiheit der absolut interessante Gegenstand". und sonstige Nothleidende, welche barin besteht, daß man lurus treibtDie vorstehende Stelle zeigt unseren Lesern den Geist, in welchem verschwendet, um Hungrige zu sättigen unb Nadte zu fleiden.) der Verfaffer die Poesie der Neuzeit auffaßt. Der Gang, den der (Schluß folgt.)

Verfasser befolgt, ift, furz angedeutet, folgender:

,,Der Fortsdritt in der Gedidte der Poesie, wie der Fortfritt To je

überhaupt, wird durch die Deutschen, die Engländer und die Frans

zosen bewirkt. Bei den Deutschen folgt der Bruch mit der römisd. Die Geschichte der Poesie, nach Karl Rosenkranz. Patholischen Kirde in seiner ganzen Härte; die Reformation kann aber

nicht die ganze Nation durchdringen. Die Nation zerfällt in KathoSoluß.)

liten und Protestanten, und die Folge für die Poefie ist zunächst eine Den Uebergang aus der Welt des romanischen Ideals in die Anardie der Tendenzen." Dem Meistergesang tritt das VolfsBelt des germanischen Ideals macht der Verfasser in folgender Weise: lieb gegenüber; in beiden, wie auch in den Volksbübern, geht die

In dem romanischen Ideal lag ein Dualismus. Die Mitter. Poesie aus der ariftofratishen Gestaltung in die demokratische über ; lichkeit war die opferfreudige Hingebung für die Verwirklichung der die neue Geiftesrichtung spiegelt fich mit Entschiedenheit im YutherischFreiheit. Diese Hingebung war das Große des Ritterthums, wie des protestantischen Kirchenlied und in der fatirisden Didaktit; der EntMönchthums. Das Ritterthum legte aber einen übergroßen Nachdrud auf fremdung der Nation an das griechisch-römische Alterthum, an die physische Kraft. Die schwärmerische Frauenliebe, der es fich bingabfranzöside und italiänische Literatur seßen die sogenannten Sprach

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