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es in einem philosophisch-historischen Werke wünschenswerth ift, seinen Die Geschichte der Poesie, nach Karl Rosenkranz. *)

Lesern, bas reidlich dargebotene empirische Material mit den vorher Im Jahre 1832 gab Karl Rosenkranz ein Handbuch der allge angegebenen allgemeinen Begriffen und philosophisden Behauptungen meinen Geschichte der Poesie in drei Bänden heraus. Es war dies in Einheit zu seßen. Eine solche Verschmelzung der Begriffs-Entin der Welt der Literatur der erste Versuch, die Geschichte der Poesie widelung mit der historischen Darstellung, der feinen wiffensdaftliden aller Völker als ein aus der allgemeinen Literaturgeschichte heraus- Form mit dem gegebenen Inhalt, wie sie z. B. in der Aefthetif Bigesondertes Ganzes darzustellen. Die Haupt-Eintheilung war in dieser der's, diesem großartigften Werke echter deutscher Wiffenschaft, zu ersten allgemeinen Geschichte der Poesie durch die damals übliche Unter- finden ist, können wir der vorliegenden Geschichte der Poesie nicht scheidung der orientalischen, der antifen und der Ghriftlichen Welt ges nachrühmen. Der größeren Popularität zu liebe hat der Herr Bere geben. Herr Professor Rosenkranz ist seitdem zu der Ueberzeugung faffer in der philosophisden Begriffs-Entwidelung die Tiefe gemieden gelangt, daß diese Eintheilung der Welts, Kunst- und Religions-Ge- und in der historischen Darstellung des empirischen Materials fich das schichte eine unbaltbare fei. Diesem Umftande haben wir es zu ver mit begnügt, mehr philosophild geistreich, als ftreng wissenschaftlich zu danken, daß uns jeßt eine neue, unter dem unten angeführten Titel er- sein. Daß das vorliegende Werk trosdem eine bodoft bedeutende schienene Darstellung der Geschichte der Poesie atler Völfer von Karl Erscheinung im Gebiete der allgemeinen Literaturgesdichte ift, daß der Rosenkranz vorliegt. Eine Besprechung dieses, wenn auch zunäcft nur Herr Verfasser fein Verdienst nicht überschäßt, indem er in der Vors der deutschen Literatur angehörigen Werkes in unserem Magazin“ rede äußert, daß es weder den Franzosen, noch den Engländern schaden wird, wenn man berücksichtigt, daß in diesem Werke die gesammten würde, wenn sie sich seinen Versuch aneigneten, da es in ihren Litepoetischen Literaturen des Auslandes und diese zum großen Theil noch raturen gänzlich an einem ähnlichen Werfe fehlt, und indem er das ausführlicher, als die deutsche Literatur, und zwar von einem Verfasser Studium desselben insbesondere unseren jungen Dichtern ans Herz dargestellt werden, dessen frühere Leiftungen auf diesem Felde wiffen- legt, das wollen wir gern einräumen. Eine allgemeine Uebersicht über schaftlich historischer Forschung die allgemeine Bedeutung dieser neuen den Inhalt des ziemlich umfangreichen Werfs (der Verfasser bat basArbeit zur Genüge verbürgen, volkommen gerechtfertigt erscheinen. felbe in Einem Bande, aber in einem Bande, der 756 Seiten umfaßt,

Daß in dem vorliegenden Werke eine viel größere Masse von herausgegeben) möge unsere Leser überzeugen, daß unser vorstehend Material verarbeitet ist, als in dem vor dreiundzwanzig Jahren ber- angedeutetes Urtheil nicht unbegründet ift. ausgegebenen Handbuch, davon darf man im voraus überzeugt sein, Der Titel: ,,Die Poesie und ihre Geschichte" berechtigt zu der da man ja weiß, in welchem Maße Herr Rosenkranz es vermag, sich Erwartung, der Verfaffer werde der Darftellung der geschichtlichen Erüber alles, was für die Wissenschaft überhaupt und besonders für die scheinung der Poesie eine neue gründliche Untersuchung über das Wea Fächer der Wissenschaft, in denen er als produktiver Shriftsteller arbei- fen der Poesie vorangehen lassen. Daß eine solche Untersuchung nicht tet, von irgend einer Wichtigkeit ist, immer au fait zu erhalten. Eine mehr nöthig sei, daß die Poesie in ihrem Begriff, in ihrem Berbälte oberflächliche Vergleichung zeigt uns, daß der Herr Verfasser fich den niß zur Kunst überhaupt, in ihrem Verhältniß zur Religion, in ihrer ungeheuren Zuwache, den das Material für eine allgemeine Geschichte wahren Bedeutung für die Menschheitsgeschichte, daß fie insbesondere der Poesie feit dem Jahre 1832 gewonnen, gründlich anzueignen nicht sowohl in Bezug auf ihren Inhalt: die in ihr dargestellte Wirklichkeit, -verabsäumt hat. Aber abgesehen hiervon, ift auch schon die Behand- als auch in Bezug auf ihre schöpferische Formthätigkeit: die dichterisde lung des Gegenstandes in dem vorliegendem Werte eine ganz andere, Phantasie, fdon zur Genüge erkannt und begriffen sei, wird Der am als in dem 1832 erschienenen Handbuche, in Betreff deffen der Herr wenigsten glauben können, der sich gedrungen fühlt, die bis dahin all. Verfaffer den Vorwurf, das Faktische mitunter zu eilig unter die a gemein geltende. Eintheilung der Welt- und Kunstgeschichte als eine priori fertigen Begriffe untergebracht zu haben, ießt selbst nicht mehr unbaltbare aufzugeben und dafür eine andere zur Geltung zu bringen. ungerechtfertigt finden wird. Dbwohl Herr Rosenkranz auch jeßt feine „Es leuchtet ein“, sagt der Verfasser, „daß der Gang der Poesie ,,literatur-Geschichte hat söreiben wollen, wie Gräfie sie so gründe von dem Gange der Weltgeschichte überhaupt nicht verschieden sein lich bietet, obwohl er auch jeßt als Hauptziel im Auge gehabt, die den fann, daß also die Eintheilung der Geschichte der Poesie wesentlich verschiedenen nationalen Erzeugnissen der Poesie zu Grunde liegenden mit der der Weltgeschichte zusammenfallen muß. Es leuchtet aber Ideale zu entwideln, das Verhältniß derselben zu einander festzustellen, deshalb auch ein, daß die Geschichte ein noch universelleres Prinzip die natürliche Gruppirung der Völker in Bezug auf ihre Poesie, wie der Eintheilung darbieten muß, als die Kunft. Dieses Prinzip ist das dieselbe objektiv gegeben ist, klar zu machen, den Entwickelungsgang, religiöse. Das Bewußstein des Menschen über sein Verhältniß zu den die Menschheit im Gebiet der Poesie bis jeßt gemacht, als einen Gott ist dasjenige, durch welches auch sein Verhalten zur Natur und dem vernünftigen Begriff entsprechenden wiederzugeben, so hat er doch, zum Menschen bestimmt wird; ein Bewußtsein, welches sich einerseits damit die so sehr mit Mißtrauen gegen die Philosophie erfüllte Welt in der Kunst, andererseits in der Wissenschaft eine besondere Geftalder Gegenwart feine Veranlassung babe, seine neue Arbeit als eine a tung auch außerhalb des religiösen Geiftes giebt, mit ihnen aber im priori konstruirte Geschichte zu beseitigen, fich diesmal mehr angelegen innigften Zusammenhang steht. Nun zeigt und die Erscheinung der sein laffen, mit der prinzipiellen Begründung die möglichfte Bestimmte Religion 1) die Gruppe der ethnischen Völfer, die in ihrem Kultus beit und Anschaulichkeit des empirischen Materials, so wie den Nach von der Anschauung der Natur ausgehen und sich allmählich zur Vorweis des chronologischen Zusammenhange im Besonderen zu verbinden, ftellung der Einbeit, Güte und Weisheit Gottes erheben; 2) die Gruppe die spezielle Analyse einzelner Kunftwerke jedoch auszuschließen.“ Wir der theiftischen Völfer, die in ihrem Kultug von der Vorstellung des müssen sogar behaupten, daß der Herr Berfaffer dem gegen die Philo- Einen allmächtigen Gottes ausgehen und von ihr in die Anschauung sophie zur Zeit noch herrschenden Mißtrauen diesmal zu start Rechnung der Natur, als der Schöpfung, worin er side offenbart, zurüdgehen; getragen habe; der Philosoph tritt faft überall, nachdem er fich in den 3) die Gruppe der driftlichen Völfer, die in ihrem Kultus von der Einleitungen zu den einzelnen Abschnitten, übrigens auc nicht einmal Ansbauung der Mensøwerdung des Einen Gottes ausgehen und sich in seiner ganzen Größe, gezeigt, zu ftart in den Hintergrund; er zu dem Begriff Gottes als des absoluten Geiftes erheben. Mit dies wird, wo es fich darum handelt, das empirische Material als eine von len Unterschieden ist zugleich ein Unterschied des ästhetischen Ideals dem Begriff bewältigte Wirklichkeit erscheinen zu laffen, zu sehr ein verknüpft, der fide abftrafterweise so ausdrüden läßt, daß die ethnischen mehr nur geistreich barftellender Empirifer; er überläßt es mehr, als Bölfer die Shönheit, die theiftisden die Weisheit, die driftlichen die

Freiheit in ihren Kunstwerfen darzustellen bemüht sind.“ *) ,,Die Poesie und ihre Geschichte“. Gine Entwicelung der poetischen Dies ist alles, was der Berfaffer in dem vorliegenden Berfe zur Ideale der Völfer, von Karl Rosenkranz, Königl. Geheimen Rath, Dr. der Theologie und ordentlichem Professor der Philosophie u. . w. Königsberg, Ber: Begründung seiner neuen Eintheilung der Geschichte der Poesie gesagt lag der Gebrüder Bornträger. 1855.

hat. Wir gefteben, daß und diese Eintheilung nicht befriedigt und uns

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auch mit der früheren philosophischen Auffassung des Herrn Rosenkranz Die Bezeichnung des ber Poefte dieser brei Gruppen zu Grunde nicht vereinbar scheint. Hätte der Herr Verfaffer der durch den Titel liegenden Ideale als de sentimentalen" hat der Verfasser besonders feines Werfs erregten Erwartung entsprochen; hätte er – anstatt fich zu motiviren nicht für nöthig gehalten; in Betreff der Chinesen ist mit einer „Einleitung“ zu begnügen, in welcher (auf nicht mehr als auf ein aus dem Prinzip der Familienpietät fich ergebendes sentimenzweiundzwanzig Seiten) nur die nothdürftigften Mittheilungen über tales Element“ hingewiesen; in Bezug auf den Buddhismus ist bei„die Poesie in ihrem Verhältnis zu den übrigen Künften“, über die läufig einmal von der „Exzentrischen Sentimentalität“ desselben die poetiside Production“, über , die Dichtungsarten" und über einige an- Rebe. Das im Allgemeinen als , naivé bezeichnete Ideal des Ethnidere Punkte gegeben werden, wie sie beinahe in jedem Handbuch der zismus in seiner ersten geschichtlichen Erfdeinungsform gleich auc Literaturgeschichte für Schulen jeßt schon zu finden sind —; hätte er wieder für sentimental auszugeben, scheint uns um so unzuverläffiger, seiner Darstellung der Geschichte der Poesie eine echt wissenschaftliche da ja der Verfaffer das Prädikat sentimental" aus fdon dem Darstellung des Begriffs der Poesie mit allen seinen Unter- und Ne- Ideal der driftlichen Völker, im Gegensaß zu dem naiven Ideal des benbegriffen, zu denen unter Anderem auch der Begriff des die Poefte Ethuizismus, beigelegt hat. Die Sentimentalität, welche aus schon schaffenden Subjekte: der poetischen Phantasie, gehört, vorangehen laf- unter dem Begriff der Naivetät enthalten fein fou, hätte uns als eine fen, so würde sich auch die Geschichte der Poesie aus ihrem eigenen Möglichkeit erst nachgewiesen und in ihrem Verhältniß zu der moderBegriff

, insbesondere aus dem Begriff der Phantasie und der Geschichte den Sentimentalität, welche ben Gegensaß zur Naivetät des Alterthums derselben, auf eine mit dem Gange der Weltgesdichte beffer harmo- bildet, dargestellt werden müssen. Wir glauben niớt, daß z. B. die nirende Weise eingetheilt haben. Der Verfaffer würde gefunden har Verbrennung der Witwen in Indien auf eine Sentimentalität zurüdben, daß die schlichte Eintheilung der Weltgeschichte in Alterthum, zuführen fei.

(Fortseßung folgt.) Mittelalter und Neue Zeit – auch für die Geschichte der Poesie, wie, der Runft überhaupt, wie vor dem Menschenverftande, so auch vor der echt wiffenschaftlichen Kritik, Stand hält.

Nord: Amerika. Wir geben nun einen Ueberblick über die Geschichte der Poefte, wie der Berfasser fie auf der Grundlage feiner neuen Eintheilung

Die neuesten englischen Werke über Amerika. darftellt. Die Geschichte der Poefie der Kulturvölfer des Ethnizismus, deren Ideal uns der Verfaffer um des darin enthaltenen finnlichen,

(Schluß.) realiftisden Momentes willen im Allgemeinen als das Ideal der Hier fömmt noch in Betracht, daß Baumwollen- und Zuder-3nSchönbeit bezeichnen zu dürfen glaubt, wird nach folgendem Soema duftrie ale Aderbau durchaus von Skladen Arbeit abhängen. Und dargestellt:

da neuerdings die Profite der Baumwollenbauern bedeutend fteigen, A. Die Gruppe der passiven Völker, denen der theoretische ift an etwa überhand nehmende Humanität in Bezug auf die SklavenProzeß in fich rubender Beschaulichkeit zur höchften Norm des Lebensfrage weder im Süden, noch im Norden zu denken, denn der Norden wird, eine Tendenz, die im Buddhismus ihren reinften welthiftos ift Spediteur des Südens. Man wirb tros aller Vereidigung auf die risden Ausdrud gefunden hat. Hierber sind die Chinesen, die Jnder, Bibel, tro alles Religionsunterrichts, troß aller Frömmigkeit des Handie in dodinefilden Völter zu rechnen.

feeismus die Sklaverei immer weiter in die neuen Regionen ausbehnen B. Die Gruppe der aktiven Völfer, welche den Werth des les und die Deutschen mit Feuer, die Irländer mit Schwert verfolgen, bend in einen unaufhörlichen Kampf gegen das Unreine, Ueble und weil Erftere mit dem Kopfe, leßtere mit den Händen (durch wohlfeilere Bidrige feßen. Hierher sind die Parsen, die Aegypter und die freie Arbeit) dagegen ftreiten. femitischen Stämme zu ziehen, aus welchen leßteren jedoch die He Dies ist die Ueberzeugung aller vorurtheilslosen Kritiker ameritabräer frühzeitig zu einer freieren und höheren Welt-Anschauung aus. nischer Zuftände. Robert Evereft, ein Geistlicher, sagt in feiner scheiden.

, Reise durch die Vereinigten Staaten und einer Theil Kanada's“ („A C. Die Gruppe derjenigen Völker, welche die Freiheit der 31- Journey through the United States and part of Canada") geradezu, bividualität Towohl theoretisd als prattiso zu verwirklichen ftreben, daß jede neue Baumwollenspinnerei, die fid in Pancashire erhebt, eine wie dies die Grieden äfthetifo, bie Römer politird, die barba- gesteigerte Nachfrage nach Sllaven am Miffiffippi erzeugt und den rischen Uebergangsvölker zum europäisden Mittelalter, Slaven, Kelten Preis des fdwarzen Mensdenfleisches auf den Sklavenmärkten Virgiund Germanen, in der Form subjektiver, in fich vertiefter, nach außen niens in die Höhe treibt. Das Verbreden der Stlaverei macht sich hin spröder Innerlidkeit versuchen.

also eben so breit unter dem breitkrämpigen Hute des Mandefter-QuäDas 3deal der ersten Gruppe wird in der Uebersdrift als das fers und Friedens-Täuberich, wie unter dem Bibelfultus und dem sentimentale" 3deal bezeichnet und die Poesie dieser Gruppe im AL neuen Wasser-Enthusiasmus der ariftofratifirenden Knownothinger im gemeinen folgendermaßen eingetheilt und daratterifixt:

Kongreß und auf den Wahlbühnen Amerika's. Die biblische Onkel. Das Prinzip der chineftfchen Poesie ist die Familienpietät. Der Tom-Sauce der Amerifaner und die religiösen Petitionen englischer Chinefe fühlt sich vornehmlich als Kind, und felbft als Staatsbürger Herzoginnen bagegen waren eitel Humbug oder wenigstens sentimen. Toll er dem Raiser gegenüber keine andere Empfindung haben. Das taler Understand. ,,Es überläuft mich falt“, sagt W. E. Barter, Kind bedarf der Belehrung, und die Poesie ift baher voll von mora- englisches Parlamentsmitglied, in seinem „America and the Americans”, lifdjen Lendenzen. In dem Wesen der Familie liegt aber die Rühe van die graufamen Qualen zu denken, an die brutale Unterdrüdung, rung der Kinder über das Shidfal, durch den Tod der Aeltern beraubt unter welcher die unglüdlichen Sowarzen seufzen, um unsere weiße zu werden, so wie umgekehrt die Rührung der Veltern, die Kinder Aristokratie zu unterstüßen und die Ungeheuer von Manchester, welche verlaffen zu müssen, und aus diesem Gefühl gesellt sich zur pädago- die Baumwollenballen täglich zu Tausenden verzehren, alle Tage frisch gifchen Didattit ein sentimentales Element. In der Form fann eine zu füttern." folde Poesie nur verständig fich verhalten; denn die Unterweisung Die nördlichen Staaten, welche oft beten: ,,30 dante Dir, Gott, verlangt Deutlichkeit und die Zucht eine würdevolle Haltung. daß ich nicht bin, wie diese Zöllner und Sünder im Süden", find im

Das Prinzip der indischen Poefie ist die Geschlechtsliebe. Für Grunde viel schlimmer, als die Sklaven-Eigenthümer. Leßtere sorgen den Jnder ift die Eriftenz der Welt eine Täuschung, zu welcher fich doch wenigstens für ihre Sllaven, wie für ihr Vieb, während die nörddas an sich geftaltlose Urfein durch das weibliche Prinzip hat hinreißen lichen Republikaner alles Farbige bis auf die legte zarteste Tinte brandYafsen. Auf diesen Rausch erft folgt die Ernüchterung aus dem geus marten, ausstoßen, ausschließen und verachten, obgleich fie freie Fargungsluftigen Taumel. Rein Gefühl ift in der indifchen Poesie so bige vor fich haben. Neben dieser aristokratisden Seuche herrscht ihre fark ausgebrüdt, als einerseits das Entzüđen der fich felbft vergessen. Baumwollen-Manufaktur aud nur durch Zwang, durch Beraubung des ben Wolluft und andererseits der Efel vor dem Betruge der Sinnlich- Publikums zu Gunsten der Fabrikanten. Und zudem fcidit der Norteit. 3wifden diesen Polen bewegt sich die indisde Poefte. Sie hat ben leute in den Kongreß, welche die Agitation zu Gunsten der Ausaber eine gewiffe Vereinigung dieser Ertreme in der Ausbildung des dehnung der Stlaverei in neue Territorien leiten. Endlich fügt Bargdeals weiblicher Treue erreicht, insofern das Weib es ist, deffen Schön- ter hinzu, daß die Abolitionisten durch ihre Leidenschaftlichkeit gegen Heit den Mann zur Zeugung verlodt, aber das Weib als Gattin in die Stiaverei den Fanatismus der Sklaven - Interessenten schüren und der Ereue die Liebe zum Manne opferfreudig verewigt. Dem ero- alle mäßigen“ Freunde der Freiheit von sich zurüdftoßen. Sie wüntischen Orgiasmus ift die phantastische Form gemäß, die in der Un- fchen die Anerkennung der Sklaven als Menschen zu sehr. Das endlichkeit der Gefühle schwelgt und fich in dem Glanz der Bilder, giebt den Sklaven-Interessenten aus noch einen Grund, heuchlerisch im Shwung der Rhythmen, im Spiel der Reime nicht genugthun fann. zu posaunen: „D, Zhr macht es zu arg, so daß Ihr nur die Freiheit

In der buddhiftisden Welt fann die Poesie kaum aufkommen. der Sklaven unmöglich macht. Solden zu großen liebhabern der 3hr Prinzip isolirt das Individuum, macht es gleichgültig gegen die Sklavenbefreiung können wir doch nicht nachgeben, denn wir find Ehe, gegen die Familie, gegen die Welt überhaupt. Das Individuum Gentlemen", welche nichte Leidenschaftliches leiden können." bestimmt fich dazu, fich nicht felbft zu bestimmen. Poesie wird vom habe nicht ein Dußend Amerikaner gefunden“, sagt Barter, welche Buddhismus nur in phantastischen Heiligenlegenden und in liturgijgen anderer Meinung gewesen wären.“ Dem englischen Parlamentsmit

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de Subero

aber die Amerikaner haben ihre guten Gründe für Beibehaltung der

Transport .. 151 männl. Stlaperei.

Kanzlei-Beamte und Diener. 365 In der zum Theil amüsanten, leidten ,,Ferien. Tour durd die

niedere Dienerschaft.

35 Vereinigten Staaten und Kanada", von C. R. Weld („A Vacation 3) Militair-Personen: Offiziere .

177 Tour in the United States and Canada”), ift besonders eine Ver

Unter. Offiziere und Gemeine 11,230 gleichung der Steuerlaften zwischen England und Amerika auffallend. (unter diesen auf unbestimmte Zeit Beurlaubte Die Engländer sind das besteuertfte Volt der Erde, etwa vierzehn 14, Berabschiedete 92, von welchen 53 fide durch Thaler auf jeden Kopf, aber die Amerikaner, ohne den kostbaren Glanz Aderbau ernähren. An Soldaten-Weibern zählt von Thronen und Sonnen und Monde darum herum, ohne erimirte man etwa 200.) Ariftofratie, obne Militairglanz, ohne Paraden und Polizei, zahlen 4) nicht dienende Erimirte

9. noch viel mehr Steuera, fagt Weld, b. b. insofern er die Besteues 5) zeitweise fid hier aufhaltende Kaufleute, Bürger rung für Fütterung der Schußzoll-Industrieen hinzurechnet. Er hat es und Reichsbauern.

32 freilid nicht speziell bewiesen, so daß wir bescheiden an seiner Bebaup 6) Eingeborene: Handeltreibende

31 tung zweifeln, trosdem daß wir wissen, welche Summen die Molochs

Nomaden

185,659 der Scubgötte jährlid verfdlingen. Die Steuerlaften, unter denen die arbeitenden und bandelnben Engländer büffeln, noc zu übertreffen, und

Zusammen . . '197,689 männi. zwar in Amerika, das wäre ein zu ungeheures Kunftftüd. Ihre tax Der Ronfession nach find: orthodor-griechische 19,800, römisch-fasend Millionen Pfund Sterling Kriegsschulden find und bleiben ein tholisde 45, Muhammedaner 343,500 Einwohner beiderlei Gefdlechts, nationaler Borzug. Außerdem sind die Zollhäusler in dem handelsm endlich findet man auch einige Lutheraner und Zuden. Im Jahre 1853 freien England viel ungehobelter und härter, als felbft die versories gingen zur griegischen Kirche über: 8 Muhammebaner und 1 Jude. nen Prohibitivzodi - Nufsen.

Bestimmte Handels- Kapitalien giebt es in der Kirghisen-Steppe In dem Werfe Barter's finden wir eine sehr korrekte und in- nicht. Engros- Handel wird hier überhaupt vermißt; der Kleinhandel ftruktive Schilderung der amerikanischen Kultur - Institutionen, die er befindet sich in den Händen der Tataren, Bucharen, Tajdbenzen und während zweier Besude sebr genau ftudirte, besonders der ausgebil. Khokhandzen (die Zahl der Tasdfhenzen und Rhofbandzen, welche Ausdetften und blühendften, der Sdul- und Erziehungs- und Bildungs-An. länder find, beläuft sich auf 157), die, indem sie von Zul zu Aul fab. ftalten. Hierin ift Amerita groß und berrlich, wie fein Staat der ren, bei den Kirghisen versdiedene zum Haushalt nöthige Waaren ab. Welt. Jedes Kind belömmt seine Bildung auf Kosten der Gemeinden. Teßen. Die ruffisden Händler haben nur in den Ansiedelungen Läden. Kein Pfennig Sdulgeldzwang. Erziehung und Bildung stehen Jebemt Die Kirgbisen selbft treiben, besonders im Herbft, Lausdhandel, einige offen, wie die Luft und das Licht. Allerdings spielt dabei auch die den Verkauf von rohen Fellen, Talg, Sdaffleisch, aus Kameelhaaren amerikanische Frömmelei eine Rolle. In einer Sonntagsschule zu verfertigten Kleidungsstüden, Leder und anderen Gegenständen. Im Philadelphia mit 850 Kindern find diese Kleinen hon so dressirt Jahre 1853 gingen aus der Bucharei und Taschtend 25 Rarawanen, worden, daß fie in einem Jahre von dem Gelde, wofür fie fich foaft 1,816,000 Rubel Silber an Werth, über die Gränze

. Kuchen und Duft gekauft haben würden, tausend Thaler für das

Die Industrie ist in der Kirghisen. Steppe auf der niedrigsten Miffiouswesen sammelten.

Stufe: Die nomadifirenden Kirghifen haben feine beftändigen WertDie polizeilich eingepeitsote Enthaltsamkeit von geistigen Geträn- ftätten, ihre ganze Betriebsamfeit ift auf die Viehzucht, theilweise auch ten in Umerita ift, nad Barter, eine Wahl-Politit. Die Zahl der auf Jagd, Fisøfang und einige Salz-Gewinnung aus den Seen gee Bafferheupler ift sehr groß. Um ihre Stimmen zu bekommen, ver- richtet. Im Bezirke Rarfaralin befindet sich eine dem Kommerzienrath pflichteten fit die Wahl. Kandidaten zur Beförderung der Waffersucht Popov gehörige Erz- Somelze, im Bezirk Koftimetav eine leberfabrik. und polizeilichen Soließung aller Lokale, wo man einen guten schenkt." Außerdem zählt man im Rottsbetavsden Bezirt 7 (von welchen im

Robbeltischen welder Fedem, der da porgiebt, es sei ihm nicht wohl, einsgenkt

, was bleigruben; aud im Bezirk Ajagus find Goldspuren entdedt, aber im verlangt wird. Humbug! Barnum! 3d babe in den Büdern Jahre 1853 nicht bearbeitet worden. Auf zwei Goldwerken im Bezirk piel Gutes über Umerita gelesen, aber keine Hoffnung auf eine geo Koltsoetav und 5 im Bezirt Rokbektin wurden im Jahre 1853: 2 Pub funde Zufunft desselben schöpfen können.

30 Pfund Gold erarbeitet.

In den Bezirten der Kirghisen, Steppe find 5 Märtte angelegt

worden, zu breien derselben fand sich aber im Jahre 1853 Niemand Nufland.

ein, auf die beiden übrigen zusammen wurden im Jahre 1853 Waaren zu dem Wertbe von 25,000 Rubel Silber angeführt, von welchen für

11,000 Rubel Silber veräußert wurden. Statistische Nachrichten über die Steppe der fibirischen

Der Aderbau ist zur Zeit bei den Kirghifen ein sehr beschränkter, Kirghisen. *)

ba sie ihrem Nomadenleben noch zu sehr anhängen, und die Bemühun. Da der Flächenraam der sibirischen Kirghisen-Steppe nicht wohl gen der Regierung haben nur wenige Versuche in feftem Landbau meßbar ift, so ist derselbe aug nur annäherungsweise auf 900,000 Qua- zur Folge gehabt; die in der Steppe angesiedelten Rofaten treiben brat-Werft (c. 18,367 Quadrat-Meilen) geschäßt worden, von weldem aber mit Gewinn den Aderbau und veräußern ihr Rorn theilweise iu Areal etwa ein Prozent mit Wald bestanden ift. An zum Aderbau den Krons-Magazinen, sie bauen selbst Kartoffeln, wenngleich nur zn tauglidem lande und an Biesen findet fic night viel, der größte Theil eigenem Bedarf. Im Jahre 1853 wurden auf 5600 Desfătinen Landes der Steppe ist unfruchtbar, steinig und wasserarm. Gegen Westen und (24,461, - preuß. Morg.) circa 9000T[detwert (34,000 preuß. Soeffel) Süden ziebt fid eine Hügelfette son ansehnliğer Höhe bin. Un Flüffen verschiedenen Korns ausgesät und von denselben circa 41,000 Tibetwert giebt es wenige, an Seen mehrere, ihr Wasser ist aber meist unbrauo. (156,000 Scheffel) geärndtet, also das 4 te Korn. – Die Viehzucht ift bar, einige liefern Salz.

bei den Kirghisen ausgebreitet, es wurden im obengenannten Jahre anDie Einwohnerzahl betrug im Jahre 1853: 363,550 beiderlei Ge- genommen 845,000 Pferde, 200,000 Stüd Hornpieb, 3,200,000 Schafe. følechts, 5619 mehr als im Jahre 1852, welche Zunahme namentlig Dad Rindvieb wird nicht zu Arbeiten, sondern nur zum Verkauf und der Rüdlebr einer Anzahl Kirghisen unter die Botmäßigkeit Rußlands zur Nahrung gezogen. Besondere Gestüte oder ausgezeichnete PferdeJuzujdreiben ift. Die Zahl der geborenen und gestorbenen Kirghisen Raçen gibt es in der Kirghisen-Steppe nicht, da die Kirghisen sido um läßt sich nicht bestimmen, da sie keine Kirchenbücher haben; unter den die Verbesserung der Raçe niht -fümmern und nur die Vergrößerung Einwohnern aus anderen Nationen wurden geboren 983, starben 576. ihrer Pferdeheerden (Tabunen) im Auge haben. Die Pferbe find größ

In der Kirgbisen-Steppe leben in Dörfern angesiedelte Rosalen, tentheils nur zum Reiten tauglic und dazu recht ausdauernd; bei dem bie Mebrzahl der Einwohner bilden aber nomadifirende Eingeborene, im September 1853 im Bajan-Auliden Beziri abgehaltenen Wettdie fibirijden Airgbifen, die man auf 186,000 männliche Seelen scäßt: Rennen von Kirgbisen-Pferden lief unter 15 Rennern einer 10 Werst fie treiben Siebzucht, zeitweise aus Jagd und Fisdfang, ausnahms« (1,4376 geogr. M.) in 18, ein anderer in 19 Minuten. – Die Kirweise Aderbau. Die Bevölkerung der Kirghisen-Steppe läßt fich fol- shisen tauschen an der Linie Korn ein, wenn das selbstgebaute nicht gendermaßen vertheilen:

hinreicht; ihre Haupt-Speise ist aber Pferde- und Schaffleisch, aus 1) geiftlichen Standes: orthodor-griechischer Konfef. 18 männl. welchen fie für den Winter Raudfleis und Würste (kasy, ruffisd kalmuhammedanischer

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bassy) bereiten; im Sommer begnügen fie fich an Kumys, das aus 2) Civil-Beamte: im Klaffen-Rang ftebende

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Stutenmilch mit gesäuerter Kub- und Kameel. Mild besteht, an aus Latus 151 männl. Scaf- und Ziegenmilch bereitetem Airan (geronnener Mild), Katyk

oder Kaimak (Rabm) und Irimtschik (an der Sonne zu fleinen Ku*) Nach offiziellen Angaben im ruffischen Journal des Minifterium bes

geln getrodnetem Käse, auf Winter-Neisen entweder troden, oder in Innern", 1855.

Wasser zerrieben zu genießen, von angenehm saurem Geschmad).

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Mit Einfluß der Rücftände sollten im Jahre 1853 ungefähr 2,802,200 Rubel Silber an Abgaben von den rusfischen Kirghifen bei

Mannigfaltiges. getrieben werden, es famen aber nur 221,000 Rubel zusammen; die

Die europäischen Arbeiter. In dem compte rendu der von ruffisdem Boden fortgezogenen Kirghisen fuldeten 24,313 Kubel. Sißung der Pariser Akademie der Wiffenschaften vom 13. Auguft d. J. Die Kirghisen sind ferner belastet mit der Stellung von Pferden zu lieft man: Herr Dumat überreichte der Akademie von Seiten des Ver. den Fahrten obrigkeitlicher Personen ohne Entschädigung, anderer Reic faffers, Herrn Le Play, Oberbergwerks-Ingenieurs, ein Werk unter senden gegen eine bestimmte Tare. Die Poftftraßen find in der Kir. bem Titel ,,Die europäischen Arbeiter; Studien über die Arbeiten, ghisen-Steppe gut, über Flüsse sind für Rechnung des Staates Fähren das häusliche Leben und den moralischen Zustand der Arbeiter-Bes eingerichtet, im Bezirk Ujagus 2, Almolli 3. Statt der Posthaltereien völkerungen Europa’s“, mit einer Einleitung über die vom Verfaffer hat man hier Pikette, der Zahl nach 94.

befolgte Methode.) Herr Le Play ift zu diesem Werke durch seine In der Kirghisen-Steppe befinden sich 3782 Kron- und Kommu. Studien, als Profeffor der Bergwerks-Soule, über die Fubuftrie der nalgebäube (292 steinerne, 3315 hölzerne, 75 aus zusammengesølage bekanntesten metallurgischen Gegenden Europa’s veranlaßt worden. Da ner Erde). Die Behörden haben Quartier in Krongebäuden. Im dem Verfaffer tägliche Arbeiter der verschiedenften Urt, mit geringeren Jahre 1853 wurden 6 fteinerne und 86 hölzerne Privat-Wohngebäude oder größeren Erwerbsmitteln ausgestattet und unter den manniga und 3 Privat-Mühlen von Russen und Kirghisen neu aufgeführt. faltigften politifen und religiösen Verhältniffen lebend, vor Augen

Anlangend den Zustand der Moralität bei der Bevölkerung in der kommen, so hat er Gelegenheit genommen, zu untersuchen, wie fich in Kirghisen-Steppe, hat sich die Zahl der Morbthaten im Jahre 1853 jedem Jahre für eine Arbeiter-Familie gegebener Art das Budget ibrer im Verhältnis zum Jahre 1852 gemindert. Sie geschehen meist aus Einnahmen und Ausgaben gestaltete und welches die Elemente der Rache und um zu rauben, bisweilen auch bei gefeßlicher Gegenwehr. Zufriedenheit und des moralisden Glüđes find, deren fie theilhaftig Die Häufigkeit der Diebftähle, der Räubereien und der Widerseßlich zu werden im Stande waren. Mehr als dreihundert vollftändige keiten ist ebenfalls geringer geworden. Für Diebstahl werden die Kir. Monographieen der Lebensweise und der Zuftände von Arbeiter-Familien ghisen nach ihrer Nationalfitte mit Solägen bestraft. Im Jahre 1853 in Fabrikgegenden, die fich von Cabir bis nach Sibirien erstređen, kamen drei uneheliche Geburten vor. Zur Ansiedelung nach Sibirien sind von Herrn le Play mit hödfter Sorgfalt abgefaßt worden. wurden drei Kirghisen in die Straf-Compagnie versandt.

Sechsunddreißig der charakteristisoften dieser Skizzen bilden die Grund. In der Kirghifen-Steppe befindet sich nur ein Civil-Arzt; fonft lage feines Buches über die europäischen Arbeiter, das die kaiserliche wird die Kranken - Aufsicht von Militair-Aerzten versehen, beren Buchdruđerei in Paris typographisc hergestellt, da eine Privat-Offizin Zahl 12 ift. Bei den Militair-Lazarethen find 7 Kron-Apotheken; wegen der zahlreichen, sehr ausgedehnten und komplizirten Tabellen, Privat-Apotheken fehlen. Mit der Schußpocken-Impfung beschäftigen die zu dem Buche gehören, nicht leicht im Stande gewesen wäre, dass sich die Feldscheerer und deren Schüler aud den Kirghisen- Knaben; felbe so auszuführen. „Das Werk des Herrn Le Play (fügte Herr im Jahre 1853 wurden 1079 Rinder geimpft. – vom 10. Oktober Dumas hinzu) wird in der Geschichte der Sozial-Dekonomie Epoche bis zum 10. November herrschte in der Gemeinde Jalykbascher im machen. Die Lefer finden darin eine außerordentliche Menge von Bezirk Karkaralin die Cholera; es erfrankten 25, von welchen 10 ftar. Thatsachen, die in den verschiebenften Ländern Europa's gesammelt ben. In der Gemeinde Rutsduk-Tobuflin deffelben Bezirks herrschte sind und die einen um so größeren Werth in Folge des Umftandes im Mai der Typhus, welchem 5 Menfben erlagen. An der fibirischen haben, daß sie von einer und derselben Person gesammelt und deshalb Beule fielen in dem Bezirk Koktschetav 40 Pferde, 30 Stüd Hornvieh burdweg vergleichbar mit einander find. — 3a, was das Werk des und 190 Stück Kleinvieb, die Epidemie berrfdte troß angeordneter Herrn le Play besonders auszeichnet, ist die ftrenge Methode, mit polizeilicher Maßregeln vom 15. Juli bis 7. September. Außerdem ber er zu Werfe gegangen – eine Methode, vermittelft deren der fielen in den Bezirken Kild - Murun, Kokbeftin und Karkaralin in Sozial-Dekonomie eine Präzision und eine fefte Norm verlieben wird, Folge des ftrengen Winters, boben Schneefalls und der Drfane etwa wie fie bis jeßt nur den Naturwissenschaften vorbehalten zu sein dien." 31,500 Pferde, 9000 Stück Groß- und 76,000 Stüd Klein-Vieb. Ein Kollegium zu allgemeiner Fürsorge ist für die Kirghisen

Russische Eisenbahn-Bibliothek. Die seit einiger Zeit Steppe noch nicht eingerichtet, sie ist den Bezirks-Verwaltungen anheim- in Deutschland, England und Frankreich entftandenen Eisenbahnbücher, gestellt, von welchen jede zu wohlthätigen Zweden jährlich 142 Rubel „Railway Libraries” und „Bibliothèques des chemins de fer" haben, und außerdem zu den Lazarethen eben so viel bezieht; da es aber in wie wir aus einer Anzeige in der Sjéwernaja Ptschelà bemerken, ießt der Steppe feine Armen- oder Krankenhäuser giebt, so ift diese Summe auch in Rußland Nachahmnng gefunden. Eine solche ist von dem be. bisher zu anderen Zweden verwendet worden. Jedoch ist es im Plan, fannten Petersburger Verleger Smirdin, der sich durch die Herausgabe in Ajagus und Almolí je ein Krankenhaus für zwanzig Kirghisen ein der ,,ruffischen Klassiker" ein so hohes Verdienft um feine vaterlänzurichten. Zr Folge eines Geseßes follen sich bei jeder Bezirks- disde literatur erworben, unter dem Titel: „Bibliotheka dlja datsch, Verwaltung zur Aufnahme altersschwacher und verkrüppelter Kirghisen jeljésnych dorog i parochodow” (Bibliothek für Sommerwohnungen, 5–10 Jurten befinden; in den Jahren 1851 und 1853 wurden auch Eisenbahnen und Dampfböte) unternommen worden, und zwar zu dem die Kirghisen zu freiwilligen Beiträgen zu foldem Zwede aufgefordert, für dortige Verhältniffe bödft niedrigen Preise von 25 Ropefen das und gingen aus dem Bezirk Almolli 2 Jurten und aus Rifah - Murun Bändchen. Die erste Lieferung enthält eine Novelle des Grafen Sol. 32 Rubel 91 Kopefen ein, die übrigen Rirghisen bagegen erklärten Tobub:,, die Frau des Apothekers“; in den folgenden werden, außer Uebereinftimmig, daß die sich unter ihnen findenden Altersschwachen und feßungen von Werken George Sand's, Jules Janin's und Alerander Krüppel ftets bei ihren Verwandten oder Stammgenossen Obdach, Dumas', ein Roman: ,,der leßte Konsul in Raffa", von Sdidlovsfji, Kleidung und Nahrung finden.

und Erzählungen von Panajev, Dahl, Gretsch und anderen renommire Eine Shule zum Elementar- Unterricht der Kinder mit einiger- ten ruffischen Schriftstellern gegeben werden. maßen genügendem Lehrer- und Lehr-Material findet fich nur bei den in der Steppe angesiedelten Rosaken, die Kirghisen haben weder Wigand's Pocket-Miscellany. Auch das dritte Bändchen Kron-, noch Gemeinde-Schulen, wohl aber Privat-Schulen in den ber bei Georg H. Wigand in Göttingen erscheinenden „Pocket-MisDörfern, während solche bei den nomadisirenden Kirghiseu gänzlich cellany" enthält eine recht geschidt getroffene, eben so belehrende, ale fehlen, indem bei diesen die Kinder von Mullahs, bisweilen aud von unterhaltende Auswahl neuer englischer Lefeftüde. Wir bemerken dar. Laien unter den Tataren und Kirghifen unterrichtet werden. Der unter vorzugsweise die aus Sir Archibald Alison's Reuefter Geldichte Staat weift zu Sulzwecken jeder Bezirks-Verwaltung jährlich 142 Ru. Englands" entlehnte Charakteristik lebender britischer Schriftsteller, , bel Silber an. Im Ganzen zählt man in der Steppe an russischen namentlich Macaulay's, G. P. R. James', Sir Edw. Bulwer Lytton's, Rosafen- und an privilegirten Kirghisen-Sculen 12 mit 370 Sdülern, B. Disraeli's, Didens', Samuel Warren's und Carlyle's; ferner die es tömmt also auf 977 Einwohner 1 Lernender.

aus Mayhew's „London Labour and London Poor" entlehnten Die Bezirks. Verwaltungen vereinigen in fich die Kompetenzen ,,Habits and Amusements of the London Costermongers", eine Skizze, der Land- und der Stadt-Polizei; besondere Polizei-Kommandos fehlen, die wir zur Zeit ihres Ersdeinens in England, wo fie großes Aufan deren Stelle werben vortommendenfalls Rofafen des fibirischen feben machte, in die Spalten des Magazin" übertrugen, und endlich Linien-Rosalen-Regiments requirirt. Die bürgerliche Sicherheit wird

bürgerliche Sicherheit wird die amerikanisde Søilderung einer deutschen Niederlaff in Norbe bei den Kirghifen erhalten durch ihre Aul-Aelteften, die den Gemeinden Amerika, im Staate Mifsouri, wo sich die Rolonisten ihre Sprade for Vorstebern übergeordnet find, während diese von den Bezirks-Ver- wohl, als ihre Nationalität treu zu bewahren wußten. Im Ganzen waltungen abhängen.

find es zehn sehr gut gewählte Auffäße, die dieses Bändchen enthält.

*) Les Ouvriers Européens. Etudes &c. par M.F.Le Play &c. Imprimé par autorisation de l'Empereur à l'imprimerie impériale. Gr. Fol. Pr. 60 Fr.

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des Herrn Großalmosenmeisters von Frankreid dreizehn mit Fijden Frankreich.

besefte hölzerne Sdüffeln, eine jede mit der Figur eines Apoftels;

einen Krug Wein, zwei Eden Leinwand und dreizehn blante Thaler Der erste Pariser Adreß- Kalender.

in einer Börse mit dreizehn herabhängenden Zipfeln. Es wird dies Der erste Adreß-Kalender erschien in Paris im Jahre 1691 unter alles in einen Korb gelegt und je ein Rorb einer jeden der Mütter dem unten angegebenen Titel.“) Das Athenaeum Français giebt über dieser Kinder gegeben." den zweiten Jahrgang dieses Adreß-Buches (vom 3. 1692) folgende Unmittelbar auf die Wohlthätigkeits-Einrichtungen folgen die fönigNotizen: In der Vorrede zu demselben spricht der Verfaffer dem Pu- lichen Finanzen; es werden die folgenden Beamten genannt: der Ober-blifum seinen Dank aus für den Beifall, mit dem es sein ,, Bequem- Finanzrath, die Intendanten, die Hüter des Schages, die Generalpäch. lichkeitsbuch" aufgenommen, und zeigt fich auf verschiedene Weise be- ter, die Einnehmer und die Auszahler. Dann folgen die Räthe des müht, dem Buche die ihm zu Theil gewordene Gunft zu erhalten. Königs und die Kanzlei-Beamten, die Secretaire des fönigl. Hauses, Einige Anzeigen des Adreß-Ralenders von 1691 hatten sich als falso die hohen und niederen Gerichtshöfe und Jurisdictionen von Paris. erwiesen, und gewiffe Personen von Ansehen hatten sich verlegt ge- Die genauen Details über die Sißungen und die Ferien dürften einen fühlt, unerwähnt geblieben zu sein. Der Verfasser entschuldigt fico: Gegenstand sehr interessanter Studien abgeben. „Es können hier", sagt er, „nur die Adreffen der allgemein befannten In dem Rapitel über das Kriminalwesen findet man die ProPersonen angegeben werden. Es genügt, daß ein Name berühmt ges fessoren der Rechtsschulen, fleben an der Zahl (darunter nur einen für worben ift; in diesem Falle findet er eine Stelle in diesem Bude; das französische Recht), und eilf Beigeordnete derselben aufgezählt. Es es ift dem Verfaffer nicht erlaubt, Namen aufzunehmen, von denen kommen dann die Advokaten. Die Liste der plaidirenden und konman noch nicht gesprochen, wenn dieselben auch den würdigsten Män- sultirenden Advokaten ist im „Palais" beim Buðhändler Charles de nern dieses oder jenes Berufs angehören."

Sercy, im Großen Saal, bei der Statue der gekrönten ,,Bonne foy" Es folgen dann verschiedene Bemerkungen, unter denen die fol- zu finden. Die in dieser Lifte Genannten sind im Allgemeinen Leute, gende von Intereffe ift: „Da dieses Buch jedes Jahr in den ersten die fich durch ihre Gelehrsamkeit und durch ihre Beredtsamkeit empfehDagen des November ausgegeben und der Druc mithin zu Anfang len." Der Adreß- Kalender giebt aus dieser Lifte einen Auszug. des Monats Auguft beginnen wird, so würde es unnüß sein, Anzeigen, Es folgt nun die Besprechung der öffentlichen Bureaur (Douanen, welche neue Adressen oder Veränderungen betreffen, nach dem Jobannis. Pachtungen, Handels-Gesellschaften u. f. w.), der Hospitäler, der Bantage dem Verfasser zuzusdiden, da derselbe einige Zeit braucht, um quiers, der Afademieen und der öffentlicheu ,,Konferenzen". Drbnung den Stoff zu ordnen.“

ist nicht eine Haupt-Eigensaft des Verfassers. Ueber die französische Ein „Avig" enthält die folgende Stelle: „Im Laufe des voris Akademie sagt der Verfaffer: gen Jahres haben viele Personen Anzeigen eingesdidt, die der Art

„Sie besteht aus einundvierzigo) Mitgliedern, welche alle durch gewesen, daß der Verfasser auf den Gedanken gekommen, sie in einem ihre Stellung, ihr Verdienst und durch ihre Gelehrsamkeit ausgezeichnet fliegenden Heft“ zu veröffentlichen, weil sie sich auf Verhältnisse und find. Sie sind ausídließlich damit beschäftigt, die französische Sprache Einrichtungen beziehen, die nichts Beftändiges haben, welde beute be in ihrer vollkommenen Reinheit berzustellen und zu erhalten. Sie fteben, im fommenden Monat aber vielleicht wieder aufgehört haben. haben ihre Versammlungen breimal wöchentlich im „Alten Louvre", So etwas gehört in eine Sammlung nicht hinein, welche für ein gan. wo fie jährlich am Tage des heiligen Ludwig ansehnliche Preise an zes Jahr dienen soll. Das fliegende Heft“ soll alle Monate erschein diejenigen vertheilen, welche über ein vorgeschlagenes Gebiet und über nen, unter dem Titel: „Die zufälligen (casuelles) Adressen der Stadt ein Thema zum Ruhm des Königs die beste Arbeit geliefert haben." Paris".

Die Akademieen waren damals außer der französischen Akademie: Auf die Vorrede und den Avis folgt eine ziemlich naive kleine die der Wissenschaften, in der Bibliothek des Rönigo, Straße BiAbhandlung über den Erfolg der im vorigen Jahre angezeigten Heile vienne, die der Mufit, bei Herrn de Francine, im Quartier Saintmittel". Diese Heilmittel waren von einem Freund da Pradel's era Roch, die medizinische, Straße Popincourt, die der Architektur, im funden. Der leßtere giebt sie für unfehlbar aus und führt eine Menge Palais Brion, die der Zeichenkunst in demselben Palais, und die Akavon Fällen an, in denen fie sich bewährt; wwer daran zweifelt, fann demie des Tanzes, bei Herrn de Beauchamp, Straße Bailleul. beim Budbändler Namen und Abreffe der geheilten Personen erfahren." Der Artikel über die Konferenzen" lautet folgendermaßen:

In dem Adreß- Kalender fteht die Geiftlichkeit oben an: der Bi „Es findet eine Zusammenfunft von Gelehrten alle Nachmittage fhof von Paris und seine Unterbeamten, die apoftolischen Notare, ftatt, bei Herrn Abbé Ménage, Kloster Notre-Dame, wo man über die zwölf für den römischen Hof expedirenden Beamten und die kirch Gegenstände aller Art verhandelt. lichen Buchhandlungen.

„Herr de Villeraut, Supplifenmeister, Straße Hautefeuille, emEs folgt nun das Rapitel über die Wohlthätigkeits-Anftalten, eine pfängt auch alle Nachmittage die Gelehrten von Bedeutung; man bes Lifte der bei den Kirchen und in den Gemeinden beftehenden milden spricht hier auch alle beliebigen Gegenstände. Stiftungen. Zuerft ift die Berührung der Kröpfe durch den Rönig nnd ,,Herr s'Herbelot, Straße Condé, hat alle Abende nach 7 uhr die Ceremonie der Fußwasdung besprochen. Die Details in Betreff bei fich eine Gelehrten-Versammlung. der leßteren sind nicht uninteressant.

„An den Donnerstagen Nachmittag findet eine interessante Ron,,Der König vollführt aud jedes Jahr am Charfreitag eine feiner ferenz bei dem Herrn Marquis d'Angeau (richtiger: de Dangeau), an besonderen Frömmigkeit würdige Handlung. Nachdem die Mense, die der Place royale, ftatt. Absolution und die Predigt beendigt find, wässt Se. Majeftät dreizehn , an den Dienstagen Nachmittags bei Herrn Abbé de la Roque, armen Kindern die Füße. Die Rinder sind mit Roben von rothem Straße Guenégaud, Unterhaltung über versøiedene wissenschaftliche Fries gekleidet und haben eine Serviette um den Hals, die bis an die Gegenstände. Füße reicht. Einem jeden derselben giebt Se. Majestät durch die Hand ,,An den Sonnabenden, auc Nachmittage, bei Serrn Chevalier *) Le livre commode, contenant les adresses de la ville de Paris et

Chaffebras du Breau, Kreuzweg Saint-Bénvift, Quartier St. Ger. le trésor des almanachs pour l'année bissextile 1692 avec les séances main, über Geschichte und Naturwifsenschaften.“ et les vacations des tribunaux, l'ordre et la discipline des exercices pu Von den Akademieen kömmt der Verfasser zu den öffentlichen und blics, le prix des matériaux et des ouvrages de l'architecture, le tarif des nouvelles modnayes, le départ des courriers et des voitures de routes,

privaten Bibliotheken, zu den öffentlichen Unterrichts- Anftalten und et généralement toutes les commodites sujettes aux mutations,

par Vorträgen

über Mathematif, gewöhnliche Medizin, empirische Men Abraham du Pradel, pbilosophe et mathématitien. A Paris, chez la veuve dizin, cirurgische Dperationen u. f. w. Der Ruf der Aerzte ist sehr Denis Nion, marchand-libraire, sur le quay de Nesle, devant l'abrevoir de Guénegaud, à l'image Sainte-Monique, MDCXCII., avec privilége du roi. In-16, de 196 pages.

*) Es mag wohl der Protektor mitgezählt sein.

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