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eine Zeichnung mit start markirten Zügen gezeichnet, die Voltasche hat einen weiteren Søritt thun und, wie sie selbft fich ausbrädt, eine Säule wirten, um eine Kupferplatte über die Zeichnung ablagern zu neue Entwidelungsphase des Gold- und Farbendruds zeigen wollen. lassen. Diese Kupferplatte enthält dann alle durch die Zeignung auf Der ausgeftellite Band enthält außer dem lateinischen Text die der Zinkplatte bewirkten Unebenheiten in einer solchen Weise, daß fie poetisde Ueberseßung von Pierre Corneille, vereinigt also ein dazu verwendet werden kann, Abbrüde der Zeichnung zu bewirfen. Die Denkmal der französischen Sprache mit einem Denkmal der religiösen Abdrüde find so schön, wie die von gestochenen Kupferplatten gewonnenen. Literatur. Die Ueberseßung von Corneille, heutzutage weniger gelesen,

Die demisden Agentien allein, ohne die Elektrizität, bat man be als vormals, hat sich eines ungebeuren Beifalls zu erfreuen gehabt, nußt, um Abflatsche von feinen Oravüren zu erbalten. Mittelft dieser was die vierzig Ausgaben, in denen sie ersdienen, beweisen. Abflatsche fann man dann die Gravüren auf einer gewöhnlichen Bud. Diefes aus der kaiserlichen Buchdruderei berborgegangene Werk bruderpreise abbruden. Die zwölf Ansichten von der kaiserlichen Buch ift ohne Zweifel das am 'fhönften ausgestattete Bud, welches bisher druckerei in Wien, welche fich auf der Ausstellung befinden, find nach ersdienen ift.' Es wird in der Gesdichte der Buchdrucerkunft Epoche diesem Verfahren gemacht.

machen. Es gereicht den Männern, die den Plan zu feiner HerausDie österreidide Budbruderei hat das Verdienst, die hier anges gabe gefaßt, den Künftlern und den Typographen, welche diesen Plan führten Erfindungen mit Geschidlichkeit angewendet, versucht und ver. ausgeführt, zur Ehre. Es ist das Produkt vieler in dem vollendeten vollkommnet und dadurch der Induftrie vorgearbeitet zu haben. Un- Werke vereinigter Anstrengungen. fichere Versuche, fast immer sehr koftspielig, übersteigen gewöhnlich die Unter den anderen von der kaiserlichen Budbruderei zur Auge den Privatunternehmern zu Gebote ftebenden Mittel. Für die Unter. ftellung gelieferten Gegenständen verdienen schöne und große geologische nehmungen dieser die Wege eröffnen, ist eine nüßliche Verwendung und geographische Karten, in den mit der Anstalt verbundenen lithoder Staatsgelder. Man fann gewisse von der Wiener Buchdruderei graphischen Ateliers durch Druc kolorirt, unsere besondere Aufmerk. gemachte Fortschritte als mehr oder weniger nur scheinbar, manche ihrer famfeit. Mehrere von diesen Karten find wahre Meisterstücke. Man Methoden als wenig praktisch ansehen; aber das Ensemble ihrer Ver bedenke, daß manches Blatt um der Verschiedenheit der Farbe willen suche bleibt dennod anerkennenswerth. Ade Zweige der Galvanoplaftit bie funfzigmal durch die Presse hat geben müssen, und daß auf den verbanfen ihr nüßliche Belehrungen.

einzelnen Blättern, aus denen die geologische Karte Frankreichs zuEine kaum einige Jahre alte Erfindung kann die Wiener Buch fammengeseßt worden ist, die verschiedenen Farbentöne alle in der bruderei als ihre eigene in Anspruch nehmen; wir meinen den Natur. genauesten Uebereinstimmung haben sein müssen. felbftdrud. Die Abbilder, die man nach dieser Erfindung von Gegen Die Rolorirung der Karten burch Drud bietet, im Vergleich zu ftånden erhält, werden von diesen felbft hervorgebracht. Der Natur der alten Methode, fie durd Menschenbände koloriren zu lassen, unselbftdruck eignet fich besonders dazu, Abdrüde von Pflanzen, von Spißen, gebeure Vortheile. Druck und Rolorirung solcher Blätter, wie sie bier von Sticereien zu geben. Das Verfahren ist sehr einfach. Um z. B. vorliegen, kosteten für jedes Eremplar 20 Fr. und 45 Fr., während einen Abdrud von einer Spiße oder von einem Baumblatt zu erhalten, ießt das Blatt, von dem 500 Eremplare abgezogen werden können, legt man diesen Gegenstand auf ein Kupferblech und bededt ihn mit nur auf 3 Fr. 50 Cent. und auf 8 fr. zu fteben tömmt. Der billige einem dünnen Blatt von Blei; preßt man die Platten zwischen zwei Preis hatte die gewöhnliche Folge: während von der geologisden Karte Cylindern, so drüdt fich der Gegenstand auf dem Blatte von Blei in Frankreicho, so lange fie durch Menschenband folorirt wurde, nur feinen feinsten Zügen ab. Mit Hilfe der Galvanoplastik bringt man 250 Exemplare verkauft worden waren, find von den durch Drud kodiesen Abbrud auf eine Kupferplatte, mit der man dann Tausende lorirten Eremplaren in dem furzen Zeitraum von fünf Jahren dreia von Eremplaren abbruden kann. Wien hat eine große Menge von tausend verkauft worden. Proben dieses Naturselbstdruđes zur Pariser Wusstellung geschidt. Unter Zum Schluß weisen wir auf die von der kaiserlichen Buchdruderei Anderem fieht man fünfhundert Tafeln, auf denen die öfterreichische ausgestellten Formenstempel, Matrizen, Stereotypen und Lettera hin. Flora nach dieser Methode dargeftellt ist. Unter den anderen Gegen- Den Werth alter orientalischer und europäischer Typen, welche der kai. ftänden, durch welche die Wiener Buchdruderei unsere Aufmerksamkeit auf ferlichen Buchdruderei gehören, schäßt man auf mehr als drei Million fid zieht, dürften die folgenden besonders bemerfengwerth sein: das nen Francs; das Personal dieser Anstalt umfaßt etwa tausend Arbeiter. ,,Bater Unser" in feoshundertunbat Sprachen und Dialekten mit römisden Bud ftaben gedrudt; daffelbe mit besonderen Budtaben gedruckt

Mannigfaltiges. für alle die Sprachen, in denen solche vorhanden sind; ferner ein großes rothes Buch mit dem Titel: „Die Krankheiten der Haut, durch die

Materialien zur Geschichte Louisiana's. Die Spez Farbenlithographie dargestellt“. Wir erkennen aus diesem Buge, daß zial-Geschichte der einzelnen Staaten der nordamerikanisøen Union ift man in Defterreich die Kunft sehr gut verfteht, farbig zu lithographic in neuerer Zeit recht fleißig bearbeitet worden, wobei fic namentlio die ren. Gewisse Buchdruder in Paris haben es aber in dieser Runft doch historische Gesellschaft von New-York unbestreitbare Verdienste erwor. noch weiter gebracht, wie überhaupt nicht bloß auf diesem Gebiete die ben hat. Die biftorische Literatur über Neu-England, über Pennsylfranzösis de Privat-Industrie mit der österreichischen Buchdruckerei konkur. Þanien, Virginien und Carolina ist äußerst reid zu nennen, und auch riren kann. Wir wollen hier nur anführen, daß die ausländische Bud in den westlichen Staaten ist man in dieser Beziehung nicht ganz undruderei fein großes typographisches Wert auf die Ausstellung gesdict thätig gewesen. So befißen wir über Louisiana eine höchst wichtige hat, welches man mit gewissen Werfen ber französischen Typographie Sammlung geschichtlicher Denkwürdigkeiten, die von Herrn Frend, in Bergleid ftellen fönnte.

Mitglied des dortigen historischen Vereins, herausgegeben wird, und Die faiserliche Buchbruderei Franfreiche hat auf diesem Gebiete von der bis ießt fünf Bände erschienen sind. “) Sie enthalten die Driihren schönften Triumph erlangt. Um der gelehrten und der industriellen ginal-Berichte über die ersten Entdeđungsreifen der Spanier und FranWelt zu zeigen, zu welcher Stufe von Vodkommenheit die Typographie zosen nach den Gegenden des Mississippi, von Hernando de Soto unb gelangen kann, hat sie, im Hinblick auf die Ausstellung, das Buch: Ribaut bis Marquette, Lasalle, Hennepin und Bienville, aus welchen

Die Nachahmung Jesu Chrifti druden laffen. Die Wahl dieses H. G. Shea die ,,Geschichte der Erforschung des Miffiffippi-Thales" Buches ist allgemein gebilligt worden. Der schöne mystische Ernst des zusammengestellt hat, die den vierten Band dieser Sammlung einnimmt Werks gab die Gelegenheit, alle Wunder der Aussdmüdung anzu- und von der bereits in einem früheren Jahrgange des Magazin" bie bringen. Außerdem fand sich, daß diese Nachahmung Jesu Chrifti Rebe war. 3m fünften Bande folgt eine Chronit der ersten Colonidas erste Buch gewesen war, welches aus den Pressen der unter luda sation von Louisiana und der Kämpfe mit den Indianern, die zum wig XIII. gegründeten Anstalt, im Jahre 1640, hervorgegangen war. Untergange der Natchez, jenes von der poetischen Feder Chateaubriand's Diese typographische Arbeit, ein wahrhaft monumentales Werk, verewigten Naturvolfes

, führten. Den Søluk bildet eine Denksdrift ift in dem Zeitraum eines Jahres zu Stande gebracht worden. Und über die Abtretung Louisiana's an die Spanier im Jahre 1769 und es hat Alles: lettern, Stempel, Zeichnungen in der Anzahl von acht- die Hinrichtung von sechs französischen Patrioten, welche gegen die hunbertvierundfiebzig u. f. w., erst dazu eigens gemacht werden Uebergabe der Kolonie protestirt und ihre Landsleute gegen den spamüffen. Es war nicht blos die für alle Seiten gleiche Randverzierung nisden Rommiffär udoa aufgewiegelt batten. „Es waren diesó", be. zu zeichnen; sondern es waren, außer der Titelvignette, aud die Zeich merkt der Herausgeber, ,, die ersten Märtyrer der Freiheit, die auf nungen zu den Ueberføriften der Bücher und Kapitel und zu den Anfangs- dem Kontinent Nord-Amerika's gefallen find.“ Bekanntlich wurde bubftaben zu entwerfen. Die Verzierungen find alle in Gold und Louisiana im Jahre 1800 von Spanien wieder an Frankreid abges in Farben ausgeführt, wie in den alten Manuskripten. Die faiser- treten und von diesem drei Jahre später für die Summe von funfzeha liche Budbruderei batte, in ähnlicher Weise ausgestattet, schon ihre Millionen Dollars an die Vereinigten Staaten verkauft. Sammlung der Monumente der orientalisden Literatur'' berauszugeben angefangen, von welcher zwei Bände überseßt, der eine von Burnouf, der andere von Mohl, fic auf der Ausstellung befinden. Sie York, 1846-1853. Berlin, A. Asher & Comp.

*) Historical Collections of Louisiana. By B. F. French.

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Herausgegeben unb redigirt von J. Lehmann.

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erft ießt, nachdem durch seinen Gebraud idon, wer weiß, wie viele Nord: Amerita.

Tausende von Dollars gewonnen oder vielmehr erspart sind, eine lobende

Anerfennung in der eigentlichen Volféliteratur, den Zeitungen, werden Amerikanische Monats - Berichte.

wird, wie lange wird es da noc währen, bis jene mühsamen FordunNeue literarische Erscheinungen. Putnam und die amerikanischen Monat gen auf metaphyfisdem Gebiete, die belanntlich den Erwerb flingender schriften. Nebersesungen aus dem Deutschen. Theater - Unwesen in New Dollars nicht vermitteln, den Dank der Nation einärndten und ihren York. – Das Gesangfest der deutsch-amerifanischen Sänger-Vereine. – Das Stolz erregen! Liquor-Gefeß. - Feier des 4. Juli. - Der transatlantische Telegraph. Hierbei sei aud der Uebersesung von Strauß',,leben Jesu" durch

New-yort, Anfange August 1855. Evans gedacht, die erst in den leßten Wochen erschienen. Wie fich Hätte ich lefthin nicht versprochen, diesen Bericht vorsehmlich der erwarten ließ, entging dieses Werf nicht ganz der Beachtung, und ist Literatur und dem Theater zu widmen, so müßte ich dem uniwilligen es immerhin interessant, zu erfahren, wie es von den Yanfees aufgeLeser als hervorragende Erscheinung auf kulturgeschichtlichem Terrain in faßt wird. Es liegt uns hierbei eine Rezension der besten hier erden leßten Wochen wieder den verschmißt lächelnden Barnum vor. scheinenden Monatschrift, Putnam's Monthly, vor. Nachdem der Re. führen; doch glücklicherweise zwingt mich das gegebene Wort, den tapferen zensent das Erscheinen des Werkes in Deutschland mit einem plöblichen Ritter ohne Furcht und Scheu beim Einzählen des bei der Baby-show ges Sqredichuß unter einem Haufen Weiber verglichen, freut er sich, daß löften Gelbes, wie bei der Calculation des vermuthlichen Ertrages seiner feine Landsleute nicht genug in philosophische Streitigkeiten eingeschult angelündigten Lady-show zu belaffen. Der treffliche Weltmens mag feien, um durch diesen Schuß erschreckt oder gar verleßt zu werden, obgleich feinen 3wed, Geld zu machen, durd feine Prämie von 1000 Doll. er einräumt, baß auch hier der lauernde Skeptizismus neue Nahrung da. für die schönste Native febr fördern, gleichviel ob die gebildeteren durch erlangen könne. Selbftverständlich bält es der Rezensent für seine Klaffen feines Vaterlandes mit peinlicher Verlegenheit fein Anklang Pflicht, dieser Nahrung des Unglaubens die Kraft zu nehmen. Er findendes Treiben betrachten und andere Nationen mit erstauntem Blid behandelt demnächst die Sache von der Gefühlsseite, und da ist er dem täppischen Gebahren des Kindes United States am Gängelbande in der That ftärfer, und es möchte fower fallen, diesem Erguß eines feines Mentors Barnum zuschauen; doch das soll uns heute nicht stören. treuen gläubigen Gemüthes zu begegnen.

Einentheils, um mit dem beften Werfe zu beginnen, dann aber Da ich einmal die monatlichen Magazine zur Hand babe, so will auch aus Patriotismus laffe ich zuerst die „Literary and Philosophi- ich über dieselben etwas hinzufügen. Wie schon bemerkt, ist das Putcal Miscellanies”, von George Bancroft, die Revue passiren. Ich namsche das hervorragendfte, wenngleich die Inschrift seines bisherigen fage aus Patriotismus, denn die Verehrung, die Bancroft für die Titelblattes A Credit for the Century etwas zu sehr nad Humbug roch. großen Männer unserer Literatur seinen Landsleuten in den in jenem Wie leicht erklärlich, beuten diese Magazine den europäischen Krieg Werke enthaltenen ,,Studies in German Literature” gleichsam abnöthigt, in allen seinen Richtungen und mit Adem, was drum und dran hängt, tann jeden Deutschen nur mit Freude erfüllen. Mit Recht ift Long. gehörig aus und geben dabei ihre Vorliebe für Rußland auf wenig fellow, der wadere Sänger des Norbens, ein deutscher Dichter gee zarte Weise zu erkennen. So mannigfaltig nun auch der Stoff ift, nannt, aber er ist so auch wohl nur von Deutschen genannt, die den den diese Magazine behandeln, indem sie von einer Lebensgeschichte innigen Zusammenhang feiner Poesie mit der unseres Vaterlandes Napoleon's auf den leßten merikanischen Krieg überspringen, vom Taempfanden; denn welcher Amerikaner würde in ihm einen Jünger deut bad auf den europäischen Krieg, vom Nordpol auf den Südpol und fcher Dichtfunft erkennen wollen? Longfellow hat durch seine gemüth. von da auf die Sterne überfeßen, um zur menschlichen Speise zurüdlichen Lieder und Gefänge sein Volf hingerissen, hingeriffen zur freu- zukehren und endlich in der Wasserkur ftehen zu bleiben, so sind sie digen Bewunderung feines Talentes; aber sollte die Freude, ihn als doch weit entfernt, den gediegenen Werth ähnlicher europäisder Zeitnationalen Dichter ansehen zu dürfen, nicht ein bedeutender Faftor bei schriften zu haben, und die meisten der anderen, wie Harper's, Gra. jenem Jubel gewesen sein? Der Vantees ästhetischer Sinn ist noch nicht ham's 2c., erheben sich nicht über gewöhnliche Unterhaltungs-Lektüre. genug entwidelt und ausgebildet, jenen Zusammenhang wahrnehmen Die zur Beilage servirten Wiße hinten oft ganz gewaltig, so daß sie zu können. Wie der Amerikaner es für unmöglich bält, daß die berr. faum von der Stelle fommen, und verrathen ziemlich den Grundsaß, lichen Ufer des Rheins den wilderen Scenerieen des Hudson an Schöne nur redt viel zu schießen, man könnte doch einmal treffen. beit gleichfommen oder fie gar übertreffen, so wenig fann er sich zum Die schöne Literatur hat seit dem Erscheinen von Washington 3rGeständniß verstehen, daß sein gefeierter Dichter der Sdüler seiner ving's ,,Woolfert's Roost” nichts gebracht, was besonderen Aufhebens deutschen Vorväter und Brüder ist und von ihnen überragt werden werth wäre. Da indeß ,,Woolfert's Roost" in diesen Blättern schon hins fönne. Um so wohlthuender ift die unverhohlene Bewunderung, die länglich gewürdigt, so muß ich wohl näher liegende Sterne untergeordBancroft unserem Parnaß zoût. Bancroft hat sich dadurch, daß er die neter Größen bervorheben. Und da wir gerade von Sternen sprechen, Heroen unserer Poesie mit seiner gewichtigen, volltönenden Stimnie in so wollen wir denn auch mit den „Star-Papers” von H. Ward Beeihret ganzen Größe und mit edler Unparteilichkeit seinen Mitbürgern der, dem Bruder der Verfasserin von

Jer, dem Bruber der Verfasserin von „Uncle Tom's Cabin", beo vorgeführt, nicht nur ein Verdienst um fein Land, sondern auch um ginnen. Bei Lesung des Titels und des Namens des Schriftstellers die deutsche Poesie erworben. - Diese Studien über deutsche Litera.

Diese Studien über deutsche Litera- wird es Mandem so ergehen, wie mir. In der Erwartung, einen tur bilden nicht nur den Glanzpunkt, sondern auch den Hauptbestand- febr strengen, ernften Sermon von Sr. Ehrwürden entgegennehmen zu theil feines Werkes, das gewissermaßen eine Aebrenlese zwischen den müffen, öffnete ich bedachtsam das Werf, war aber nicht wenig überfdweren reichen Garben feiner ergiebigen Aerndte auf dem litera- rascht, ftatt der vermutheten, etwas distelblumigen Flora paftoralider rischen Felde ift. Den übrigen Inhalt bilden: Essays, Studies in Ermahnung lieblich. duftende Veilchen froher Gemüthlichkeit entgegenHistory und Occasional Adresses, wovon die Studies in History am niden zu sehen. Gemüthliche, muntere Schilderungen heiterer Stun. fesselndsten sind, da fie, obgleich Erstlingsversuche, sein glänzeades den wedseln mit ernsteren Betrachtungen der Naturschönheiten in bun. Talent für geschichtliche Forschungen darlegen.

ter Reihenfolge. Und wie ungenirt uns dieser Reverend erzählt, daß Der Inhalt der philosophischen Werke Hidod's, Maban's und er auf die Jagd und zum Fischfang gegangen, ja, daß er außerordentWayland's wurde in diesen Blättern sdon bezeichnet, wie auch die liches Vergnügen an diesem waidmännisden Treiben gefunden! Wie Betrachtungen der Yanfees, mit denen ihr Erscheinen begleitet wurde; greu sticht dieses ehrliche Befenntniß irdischer Vergnügungen gegen den die bei jener Gelegenheit ausgesprochene Ansicht, daß hier eine Vor- zelotischen Eifer eines anderen Reverend ab, der vor wenigen Wochen liebe für philosophische Studien zu erwachen deine, hat sich aber nicht in einer angesehenen Zeitschrift öffentlich erklärte, die Ungerechtigkeit bestätigt. Dhne Nadball find sie von der Bühne wieder abgetreten, um gegen die wehrlosen Thiere und die Erbarmungslosigkeit der Meniden in die Studirstube vereinzelter Gelehrten zu wandern, und wenn dem laffe nur einen Wunsd in ihm auffommen, den: ftatt der armen Filde Werke Maury's, deffen praktischer Werth fofort in die Augen springt, den verruchten Angler an der Angel zappeln und ftatt der unsduldi

gen Vögelein den abscheulichen Jäger im Sande spateln zu sehen! - len. Sie hatte im Jahre 1851 funfzehn Kirchen und Kirchspiele, bei Herr Beecher hat mit dem Anlegen des geistlichen Gewanded fich welchen fünfundzwanzig Geistliche angestellt waren. Seitdem ift die von unsduldigen Lustbarkeiten dieser bösen Welt nicht ganz lossagen Zahl der Kirchspiele um zwei, Pignerol und Turin, vermehrt workönnen und präsentirt sich in seinen „Star- Papers" als ein comfor. den. Jede Kirche befißt eine Schule, mit zahlreichen Nebensdulen. tabler Landpastor, der eine Partie Regel am Sonntag Abend nicht Den Waldensern gebührt die Ehre, das allgemeine Erziehungosystem aussdlagen würde, d. 5. wenn er in Deutschland wäre, mit dem inaugurirt zu haben, welches sich jeßt, mehr oder weniger, über ganz neuenglischen Sonntag ist das natürlich ein Anderes. Legte er in. Europa verbreitet. Durd wiederholte Ebifte der waldenfischen Tafel dessen etwas von seiner übergroßen Rindlichkeit ab, fo würde das ihm wurde jede Gemeinde verpflichtet, alle schulfähigen Kinder mit den und seiner Skizzen feinen Abbruch thun.

Mitteln zum religiösen und Elementar - Unterricht zu versehen. Sie Die technischen Søriften und Jugendschriften übergebend, da er. haben ein Kollegium zu la Tour, funfzehn Primär- und über hundert stere feine neuen Ideen entwideln und leßtere allerwärts über den niedere Sdulen. Im Winter besucht die ganze waldenfische Jugend selben Leisten geschlagen werden, kann ich meinen Bericht über die Lite- die Scule. In ihren Congregationen wird das Abendmahl viermal ratur nicht schließen, ohne der frohen und wehmüthigen Gesänge long des Jahres gereicht, und es ist selten, daß ein junger Waldenser zu fellow $ zu gedenten, womit uns dieser liebliche Dichter des Herzens fommuniziren verfehlt, sobald er das dazu erforderliche Alter erreicht hat. und der Natur zeitweise erquidt. Wie innig klagenb berühren die Die Gehalte der waldenfischen Geistlichen werden aus in England und einfachen Strophen seines leßten Gedichtes, ,,Verlorene Jugend", das Holland für sie zusammengeschoffenen Geldern bestritten. Jeder von ihnen Herz! Möge Longfellow noch lange seine Zither ertönen lassen und erhält jährlic funfzehubundert Francs, wozu noch der Ertrag des fleidie Muse ihm treu bleiben!

nen Pfarrlandes kömmt, das mit jedem Paftorat verbunden ist. Die Hiermit hätte ich freilich die Revue des Büchertisches noch nicht Beisteuern zu den Sculen und Hospitälern sind kompulsorisch. Ju beendet, da noch manche Bände mich anftarren, aber die Mehrzahl dem Kollegium befanden sich 1851 fünfundsiebzig Zöglinge, wovon derselben find Nachdruce englischer Werke, Ueberseßungen aus dem einige die Heilkunde, andere die Handelswissenschaften studirten; noch Deutschen, wie Hase's Kirchengeschichte und Schmidt's Handbud der andere bildeten sich zu Lehrern und einige wenige zu Geistlichen aus. alten Geschichte; aus dem Französischen, wie „Le Curé manqué" von ,,Die Waldenser bewohnen ihre Berge, wie einst die Juden ihr de Courcillon, dann Republicationen bereits erschienener Werfe, wie „Kir- Palästina. Ein Jeder lebt auf den von seinen Vorältern ererbten wan's Letters to Bishop Hughes”, die zu sebr vom Parteigeist durch: Adern, und seine Meierei oder sein Weinberg ift nicht zu groß, um weht und als eine Fuldigung des Knownothingismus anzusehen sind. von ihm selbst und seiner Familie bebaut zu werden. Sie haben feine (Fortseßung folgt.)

Ehrentitel und faum einen Unterschied des Ranges oder der Umstände.

Sie find ein Volt von Winzern, Aderbauern und Hirten. In ihren Italien.

Sitten sind sie einfach und genügsam; ihr friedfertiges Betragen und

ihre bescheidenen Tugenden haben selbst die Anerkennung und BewunEin Besuch bei den Waldensern.

derung ihrer Feinde erzwungen. In dem Anbau ihrer Felder, der

Zucht ihres Wiebes und ihrer Heerden, ber Anordnung ihrer Milch(Schluß.)

kammern und der Reinlidfeit ihrer Hütten übertreffen sie bei weitem Ueber den Ursprung der Waldenser ift der Verfaffer anderer Mei- die anderen Bewohner Piemonts. Um ihr Gebiet zu vergrößern, nabnung, als die meisten Historiker; er verwirft die gewöhnliche Annahme, men sie zu denselben Mitteln ihre Zufluct, wie die alten 3sraeliten, daß diese Sekte erst im Mittelalter entftanden sei, und ist nicht ab und die waldenfisden Berge, wie die Hügel Zudäa's, find an vielen geneigt, sie als direkte Abtömmlinge der Urdhriften zu betrachten. „Ihre Stellen in Terrassen verwandelt, die sich ftufenmäßig erheben und mit Feinde", sagt er, „haben sich bemüht, sie als Diffidenten von der rös Getraide befäet oder mit Wein bepflanzt find. Jede Scholle landes mischen Kirche aus dem zwölften und dreizehnten Jahrhundert darzu. ift angebaut. Durch ihre Sittenreinheit zeichnen sich die Waldenser stellen, und selbft unter uns ist es ein gewöhnlicher 3rrthum, sie für eben so sehr vor den übrigen Piemontesen aus, wie durch ihre IntelliAnhänger Peter Waldo's, eines frommen Kaufmannes aus Lyon, zu genz und ihren Gewerbfleiß. Jeder, der ihre Wohnstätten besucht balten und ihre Entstehung vom Jahre 1160 zu datiren. Wir wollen und ihren Charakter studirt bat, wird zugeben, daß fie obne allen Ber. und hierüber in teine näheren Erörterungen einlassen; es wird hin- gleid die moralisdite Gemeinde auf dem ganzen europäischen Kontinent reiden, zu bemerken, daß die Albigenser sowohl, als die Waldenser in bilden. Wenn ein Waldenser ein Verbrechen begeht – eine seltene historischen Dokumenten lange vor der Zeit Peter Waldo's erwähnt Erfbeinung – so trauern alle Thäler, und jede Familie fühlt, als ob worden. Ihren eigenen Traditionen und alten Handschriften zufolge ihr eigener Ruf gelitten hätte. Man kann nicht einen Tag unter ihnen haben sie dieselbe lebre ,seit undentlichen Zeiten, in ununterbrodener verbringen, ohne die Gefeßtheit ihres Wesens und die Freundlichkeit Ueberlieferung vom Vater auf den Sohn, sogar von den Tagen der und Artigkeit ihres Betragend zu bemerken. 3 wil hiermit nicht Apostel ber“, bekannt. Die Nobla Leyçon, die Glaubensurkunde der sagen"

sagen" - feßt der Verfasser mit nationalem Selbstgefühl bingu – waldenfisden Kirche aus dem Jahre 1100, beansprucht für sie densels daß sie, was Intelligenz und Frömmigkeit betrifft, mit den Eingeben ehrwürdigen Ursprung. Ecbert, ein Shriftsteller, der um das borenen unseres heimischen, hochbegünstigten Schottlands zu vergleichen Jahr 1160, zur Zeit Peter Waldo's, blühte, spricht von ihnen als von find. Von allen Seiten von einem herabgewürdigten und verðummten ,,Verführern", die feit vielen Jahrhunderten eristirt hätten, und Rais Geschlecht umgeben, erst seit furzem aus Jahrhunderten der Proscripnerus, der Inquisitor, der hundert Jahre später lebte, nennt sie die tion hervorgegangen, ohne Bücher und der Anstedung des französischen gefährlichste aller Sekten, weil sie die älteste feien; ,, denn nach Eini. Sfeptizismus ausgelegt, haben sie alle diese Nadtheile nicht spurlos gen“, reßt er hinzu, ,,beständen sie seit der Zeit des Papstes Sylvester, verwinden fönnen. Troßbem aber bieten sie uns in der Einfalt ihres nach Anderen seit den Zeiten der Apostel." Leßteres dient zur Beftäti- Herzens und der Reinheit ihres Wandels fein unwürdiges Bild jener gung der Nobla Leyçon, welche die unter Sylvester aufgekommenen Irr- primitiven Kirde dar, von der fie abstammen. lebren als den Grund ihrer Trennung von der römischen Kirche an ,,Die Lotusblume soll, wie man sagt, im Augenblic des Sonnengiebt. Rorenco, der Großprior von St. Roch, welder den Auftrag aufgangs ihr Haupt über die trüben Gewässer des Nil erheben. Vielerhalten hatte, Untersuchungen über sie anzustellen, deutet an, daß fie leicht ist es das Aufgeben einer neuen Sonne über die Waldenser möglicherweise mit Claudius, dem Bischof von Turin, im achten Jahre und Italien, welches durch die Wiedergeburt ihrer Kirche bezeichnet hundert von der Kirche abgefallen seien, und bemerkt, daß fie schon im wird. Die Revolution von 1848 öffnete die Thür ihres alten Kerfers neunten und zehnten Jahrhundert feine neue Selte waren. Der Jes und rief fie auf zur Verfündigung des Evangeliums durch den ganzen suit Campian sagt von ihnen, daß fie , für älter als die römische Kirche Norden von Italien. Ein Detret Karl Albert's erklärte die Waldengelten.“ Auch ist es, wie der Historiker leger bemerkt, nicht ohne Ges fer für freie Unterthanen Piemonts und die Kirche der Chäler für wicht, daß kein einziger von den Herzogen von Savoyen oder ihren eine freie Kirde, nachdem sie bis zu jenem uns so nahe liegenden ZeitMinistern den oft wiederholten Behauptungen der Waldenser in ihren pantt unter einem Druđe gesamachtet hatten, von dem wir uns faum Bittsdriften um Glaubensfreiheit je widerspracy, in welden es hieß: einen Begriff machen können. Bis zum Jahre 1848 war der Walben„Wir stammen von denjenigen ab, die den apostolischen Glauben in fer, sowohl bürgerlich, als religiös, jenseits der Gränzen seiner eigeden Thälern, die wir ießt bewohnen, aufrecht erhalten haben." Wür. nen Thaler geächtet. Außerhalb des ihm angewiesenen Gebiete durfte ben die geistlichen Ardive der Lombardei, und namentlich die von Mais er nicht einen Fußbreit Landes besißen, und wenn er genöthigt wurde, Yand und Turin, sorgfältig erforsót, so zweifeln wir nicht daran, daß seine väterlichen Ader an einen Fremden zu veräußern, so durfte er sie fich für diesen Punkt die bündigsten und unverwerflichften Belege fin. nicht wieder zurüdlaufen. Er war von den Lehr-Anstalten des Landes ben würden.

ausgeschlossen; ed war ihm nicht erlaubt, als Jurist oder Arzt zu pratDer gegenwärtige Zustand des interessanten Völfdens ist im Gan- tiziren; jeder Weg zur Auszeichnung und zum Reichthum war ihm zen ein recht erfreulicher. Nach fast tausendjährigen Prüfungen und verschlossen, obgleich seine Religion sein einziges Verbrechen war. Er Drangsalen aller Art athmet es endlid frei auf und gebt, wie es durfte nur innerhalb seiner eigenen Gemeinde beiraten; jenseits des scheint, einer glüdligen Zukunft entgegen. ,,Die protestantische Bes Umfreised seiner Thäler durfte er weder ein Bethaus errichten, noch võlferung der Thäler beläuft fich auf über zweiundzwanzigtausend Seco felbst seine Todteu begraben. Die Kinder wurden oft den Aeltern

entführt und in der römischen Kirche erzogen, ohne daß die unglüdligen 3m zehnten Jahrhundert zählte die Stadt zehntausend anfäffige Verfolgten auf Abhülfe hoffen konnten. Man schilderte sie sogar ihren Einwohner und mit Einschluß der in Hütten und Shuppen wohnenHerrschern als Menschen, welche der Zorn des Himmels mit scheuß- den Arbeiter wohl an zehnmal so viel. Die überall hervortretende ligen förperlichen Gebrechen bezeichnet habe, und groß war das Er. Wohlhabenheit lodte denn auch die Mongolen, diefen europäisden ftaunen Karl Albert'e, als er auf einem Besuch in den Thälern, furz zweibeinigen Heusdređenschwarm, der 1236 unter Baty Subutaj einvor Ertheilung der Emancipation, die Entdedung machte, daß die Wal. fiel und die Hauptstadt sowohl, wie auch das ganze Land unterjochte. denser nicht die Ungeheuer seien, die er fich vorgestellt hatte. Wie zwei Jahrhunderte später überzogen Mongolen und Bulgaren das man mir sagt, tragen sie noch heute ihre Todten in offenen Särgen benachbarte moskowitische Reid und zwangen dadurch den Großfürsten zu Grabe, um die Grundlosigkeit der von ihren Feinden verbreiteten Bafil Dimitriewitid, unter dessen Bruder Georg ein bedeutendes Heer Sage zu beweisen, daß die Leichen dieser Keßer vor der Beerdigung in Bulgarien einrüden zu lassen, das drei Monate lang das feind. durch unsichtbares Feuer verbrannt oder von bösen Geistern fortge- liche Land verheerte, die Hauptstadt zerstörte und dann, mit reicher føleppt werden. - Im gegenwärtigen Augenblid sind alle gegen sie Beute beladen, zurüdkehrte. Bolgary erstand nicht wieder aus seinen erlassenen Ausnahmegeseße beseitigt. Das Jahr 1848 hat sie vernich. Trümmern, und die Nefidenz des Reiches wurde nach der neuen Stadt tet, und ein Bollwert von constitutionellen Rechten und Gesinnungen Rasan verlegt. hat fid seitdem um die Waldenser erhoben, das ihre Wiederauferlegung Sowohl regierende Säupter, als aud nambafte Gelehrte fanden unmöglich macht, wenn nicht etwa Defterreich und Frankreich sich zum es der Mühe werth, dem, was von Bolgary übrig geblieben war, einen Umsturz der piemontefischen Verfaffung vereinigen."

Besuch zu denken, denn die Ruinen selbst idließen nod bedeutende

archäologische Schäße in fid. So betraten die Stätte, wo einst fo Rußland.

viel Leben und Wohlftand zu finden war, nach einander Peter der

Große, Katharina II., der als Freund der Wissenschaft rühmlichft be. Die alterthümliche Stadt Bolgary und die Bulgaren.

fannte Reichsfangler Graf Rumängov, fo wie die Afademifer Pallas

und Dsereßlovski, die Professoren Frähn und Erdmann, Dr. Fuchs Nach den Aufzeichnungen Alerander Polujańsli’8.

und Humboldt. Fährt man von Rasan aus nach Süden zu, so liegt an der lin Im Jahre 1768 fonnte man noch vierundvierzig Ruinen deutlich ten (östlichen) Seite der Wolga, jenseits der in diesen Strom mün. unterscheiden; heute bemerkt man, auf dem Felde zerstreut, fast nichts denden Rama, hundertundvierzig Werft von der genannten Stadt, als Unebenheiten des Bodens, Vertiefungen und Erdhaufen, welche die zweiundzwanzig von der Kreisftadt Spasst, und neunzehntehalb von Fundamente gemauerter Häuser bededen, die größtentheils vieredig Tjetuschy entfernt, das Kirchendorf Bolgary, von den Christen und drei bis fünf Klafter lang sind. Himmelfabrto-Dorf (Ycntencioe ceno) genannt. Es beynt fick Zu den wenigen noch vorhandenen Ueberbleibseln gehört ein weißer über die Trümmer des alten Bolgary, der einftigen Hauptstadt des Thurm, der 1768, als ihn Pallas sab, noch dreizehntebalb Klafter ziemlich ansehnlichen Bulgarenreiches, aus, dessen Gränzen nach Ben- Höhe hatte. Peter der Große, welcher zur Zeit feines Zuges gegen tint westlich und südlich bis zur Wolga und Samara, öftlich bis zur Persien die Ruinen von Bolgary besuchte, befahl, um der Nachwelt Uralfette reichten, nach Anderen sich an den Don und die Wolga an- wenigstens Etwas von der ehemaligen Stadt zu erhalten, dem oberen lehnten, und dem das spätere fasansche Königreich sein Entstehen ver- Theile des Thurmes durch zwei ihn umspannende eiserne Reife den dankt. Es ist hier nicht der Zwed, über den Umfang, die politische Bes nöthigen Halt zu geben, und später ließ ihn Gurjev, der Vice-Goudeutung und Wohlhabenheit des alten Reiches zu sprechen, sondern viel. verneur von Rasan, mit Brettern deden. mehr die Aufmerksamkeit des Lesers auf die Ruinen der Hauptstadt der Neben dem Thurme findet man noch Spuren eines großen, vierWolgaer Bulgaren zu lenken, welche noch Anfangs des zehnten Jahre edigen Gebäuded, das, wie man vermuthet, einen Theil der Moschee hunderts als Handelbstadt eine bedeutende Rolle spielte, den Geschäfts- des Sultans oder obersten Chans ausmachte. An dieser Stelle stand Verfehr zwisden Slaven und Arabern vermittelte und beträchtlide nämlich das von diden Mauern umgebene Soloß, und auf der SousMaarenvorräthe in fic barg, welche nach dem Norden und Dften bes wand, welche um dasselbe berumlief, befanden sich vier niedrige Thürme, ftimmt waren oder von dort berfamen.

von denen zwei fid bis auf unsere Seiten erhalten haben. Der eine Die Bulgaren oder Bolgaren – richtiger unftreitig Wolgaren, derselben wurde zur driftlichen Rapelle umgeschaffen und dieses dem ba sie ihren Namen von der Wolga ableiten theilten fich in die heil. Nifolaus geweihte Bethaus so lange benußt, bis die neue Kirche Boigaer, Ramaer und Chwalisfer; die ersten beiden Beinamen ber eröffnet werden konnte, welde 1734 der Kaufmann Wihlajev auf feine gieben fich, wie leicht zu errathen, auf die schon erwähnten Gewäffer, Koften erbauen ließ. Er ist actedig, hat bei fünf Klaftern in der der legtere auf das Raspisde Meer, das auch Chwalisfer hieß. Wan- Länge und Breite viertebalb Klafter Höhe, den Eingang von der süds berluftige aus ihrer Mitte verbanden sich Anfang des fünften Jahr. lichen Seite und ein mit zwei kleinen Fenstern versehenes Gewölbe, hunderts mit vershiedenen Slavenstämmen und scufen an der Donau bas eine Zeitlang als Klosterfeller diente. Wahrsdeinlich waren alle das mächtige Bulgarenreich. Ebe ihnen dies jedoch gelang, unterlagen vier Thürme von gleicher Form. fie den Hunnen und später ben Avaren, weshalb ihre an der Wolga 3m Soloffe oder der Burg bes Chans erkennt man noch die zurüdgebliebenen Brüder, welche die Weggezogenen als Sklaven bes Ueberbleibsel der Fundamente, wonach das Gebäude achtzig Fuß lang trachteten, sich zum Unterschiede Weiße, d. 5. freie Bulgaren, nana und eben so breit gewesen sein muß. An den vier Eden deffelben erten. Die Benennung war vollkommen passend für bemittelte Leute, beben sich wahrscheinlich Thürme verschiedener Art und Größe, die und als solde muß man sie betrachten, da das ganze Land aus einer wohl als Söder gebient baben mochten; den Eingang zu denselben be. Menge kleiner Befißungen bestand, über welche selbständige erbliche zeichnen einige aus Stein gehauene breite Stufen. Herren, die Chane und Tergane, gefeßt waren, die ihrerseits wieder 3m Fundamente der oben erwähnten Kirche gewahrt man etliche bem Haupt-chane ber Bulgarei gehorchten, der sich später, nach dem mit Inschriften verschene Leichensteine, die, wie es scheint, aus der Beispiele Rußlando, wohl auch zuweilen den Titel Zar beilegte. Die ganzen ehemaligen Stadt hierher zusammengetragen und so durch das erblichen Chanate hatten febr verschiedenen Charakter, denn es wohn. Christenthum der Nachwelt erhalten worden sind. Schon zur Zeit Peten in ihnen neben den Slaven auch Finnen und Tschuden, Türken ter’s des Großen versuchte man die Schriftzeichen zu entziffern; et und Tataren. Die Sprache war deshalb auch ein Gemiso von Sla- gelang bei neunundvierzig derselben, von denen zweiundzwanzig tataviso, Tatarisd und Finnisch, doch scheint es, als wenn bis zum zehn. risch-arabild, drei armenisd, die übrigen tatarisd waren. Die der ten Jahrhundert, also bis zu der Zeit, wo der 3dlam anfing, side tatarischen Mundart angehörigen zeichnete 1722 der damals als Ge. auszubreiten und der driftlichen Religion in den Weg zu treten, die lehrter berühmte Afup Radyrmamem Shungalei auf, und Zussuf slavisde Mundart vorwaltend gewesen sei, wenigstens spricht dafür 3dbulat übertrug fie ind Ruffifde; die in das Jahr 557 der Hedidira bas neu errichtete Bulgarenreich an der Donau, wo die Apostel Kyrid (1260 nad Chr.) fallenden armenischen paßte Iwan Wafiljev der jeßt und Methodius so erfolgreich den Samen des Christenthums ausstreu. üblichen armenisden Sprache an. Eine dieser Testeren Inschriften ten, die öftlio - slavische Kirche gründeten und das Wort Gottes in lautet: ,,Dieser Stein wurde in dieser berühmten Stadt dem Armenier eine Sprache überseßten, welche entschieden und vorwaltend slavisdes Nafarym und dessen Frau Maryna gereßt." Eigenthümlich ist es, daß Gepräge hat, auch bis heute noch die alte oder firchenslavonische gee die Stadt hier ald berühmte bezeichnet wird. pannt wird.

Die arabisden 3nsdriften gehören in die Jahre 619-742 der In demselben Berhältniß, wie Fidy, unterstüßt und befördert von Hedschira, dorzugsweise aber in das 623 fte. Ihr Inhalt, der das den verbrüberten Stämmen, der bulgarische Slavismus an der Donau echte Gepräge orientalischer Rhetorit trägt, befteßt meist aus Gedanken mehr und mehr Bahn brad und sich ausbreitete, fiel er an den Ufern oder Sprüchen, welche dem Koran entlehnt sind. Eine dem Abdul der Wolga durch die Bedrüdungen des Islam und die Absonderung gewidmete aus dem Jahre 624 lautet z. B.: „Der Tod gleicht einer von den verwandten Geschlechtern. Deshalb hatte, aud die Stadt Sale boll Getränke; alle Menschen ohne Ausnahme müssen daraus Bolgary, besonders vom zehnten Jahrhundert an, vollfommen mubams trinken. Das Grab ift das Thor des Todes, buro welches alle Menmedanisden Anstrich; die Paläfte, Moscheen und Bäder, welche in großer den hindurchgeben." Bei einer anderen schimmert ein driftlicher Anzahl vorhanden waren, trugen fämmtlich orientalisches Gepräge. Gedanke burd; denn sie sagt: „Dine Zweifel wird der foredliche

Tag des Gerichtes Gottes eintreten; es ift gewiß, daß Gott alle Es bedarf nur eines ftarfen Schneeschmelzens oder länger anbals Tobten auferwecft."

tenden Regens, und die aufgeweichte und weggespülte Erbe bringt bis Daß man bei den Hingeschiedenen im Lobe nicht sparsam war, beute noch alte Halß- und Armbänder, Dhr. und Fingerringe, verbeweisen folgende einer Gedenktafel entlehnte Worte: „Er ift der les schiedenfarbige Steine und Münzen zum Vorschein. Vor wenigen bendige Gott. (Mit diesem dem Koran entnommenen Spruche beginnt Jahren noch that man einen sehr interessanten Fund in einigen alten meist jede Jasdrift.) Hier ist die Wohnung Alift Habschi’s, des Sob- Rubeln, die weiter nichts waren, als längliche Silberstäbchen von der nes Mumit's, des großen und zu großen und boben Herrscherd; des Dide eines Daumes, Stüdchen, welche abgebauen wurden und die von Gott Auserwählten, des Geachteten, Edlen, des Vormunds der Benennung: Rubel erklären. (Pybumu entspricht nämlich dem deutLehrer und Besdüşers der Waisen. Mumit, der Sohn Mursyn's, schen: bauen, bađen; Praes.: py6xxo; Part. Passivi: pyrenewă.) des Bulgaren. D, Herr Gott! Begabe ihn mit unendlicher Fülle, Der zweite gleich wichtige Fund sollen nach glaubwürdiger Versicherung ebre ihn, indem Du ihm seine Sünden vergiebst, und fei gnädig bei zwei goldene Gößenbilder gewesen sein, doch sind sie spurlos versdwunfeinen Fehltritten. Den 17. Safer (27. März) 720."

den, und ist heute weder eine Abbildung, noch felbft eine Beschreibung Die Grabbenkmäler der Frauen waren denen der Männer gleid, von ihnen vorhanden. Die Tataren, welche, wie schon erwähnt, don aber ihre Inschriften noch weit schwungreicher gehalten. Es mögen allen Seiten her nach dem heiligen Drte pilgern, machen auf Alles, was einige als Probe hier eine Stelle finden:

aufgefunden wird, vorzugsweise aber auf Gegenstände des Kultus, 1) Hier ist die leßte Zuflucht der unbefledten, schönen Fürstin Jagd, und die um die alten Trümmer berumwohnenden Leute wiffen Safara, der Tochter des Rysai, gebürtig aus Shamacha. D, Gott! diese Liebhaberei vortrefflich zu ihrem Vortheil zu benußen. Durch gieb ihr unendliche Fülle, ebre fie durch Vergebung ihrer Sünden, er diesen Handel ift gewiß der Wiffenschaft schon manches werthvolle barme Dich und erleuchte sie am fchredlichen Tage des Gerichts. Stüd entzogen worden und in die einsame Steppe gewandert; hoffent

2) Hier ist bie Wohnung der allerreinften, sehr erbarmungsreichen, lich gelingt es der kaiserl. archäologischen Gesellschaft in Petersburg, hochgeborenen, untadelhaften, sehr geachteten und tiefgläubigen Fürftin diesem Treiben- Einhalt zu thun und der Forsdung für die Folge Sara, Tochter Admet 6.

wenigftens noch dasjenige zu erhalten, was Fanatismus und Gewinn. 3) Hier ist die Wohnung der unbefledten, allerreinften, makel. sucht ihr bis jeßt noch nicht entriffen haben. Vielleicht geht sie mit losen, sehr geduldigen und sehr enthaltsamen Ramma, Lub's Todter. der Zeit felbft noch einen Schritt weiter und Veranstaltet Nachgrabungen; Lub, der Sohn Muhammed's, und Muhammed Junus des bulga. mehr als wahrscheinlich ist es, daß ihre Bemühungen dann von reichrischen Reichs. O, Herr! ertheile ihr Fülle ohne Maß! Sie ging lichem Erfolge gefrönt würden.

(G. W.) ein zum Erbarmen des Höchsten im zweiundzwanzigsten Fahre. Die Leichensteine sind von sehr verschiedener Form und Größe.

Mannigfaltiges. Unweit des weißen Thurmes erblidt man die Trümmer eines dies fem ähnlichen zweiten von acht Klastern Umfang, von welchem jedoch nur

Asiatische Gesellschaft in China. Englisch-chinesische noch viertehalb Klafter über der Erde stehen. Weiter, in süblicher und Blätter berichten: Bei einer Versammlung der Asiatic Society zu weftlicher Richtung zu, trifft man auf die Ueberbleibfel von zwei nicht Ningpo, am 9. Mai, las Dr. Macgowan einen an Alexander von großen Gebäuden, von denen die tatarischen Chronikensdhreiber behaup- Humboldt gerichteten Brief vor, welcher fich auf gewiffe mit dem Erda ten, fie bergen die irdischen Refte fünf beiliger Moslems. Wirklich beben von Simoda in Verbindung stehende Erscheinungen in China pilgern auch aus weiter Entfernung die Tataren hierher, um diesen und Japan bezog. Wie bei dem Erdbeben von Liffabon im Jahre 1755 abgeschiedenen Auserwählten ihre Ehrfurcht zu bezeigen, und bringen die schottischen Seen plößlid stiegen uud das Meer bei Madeira in häufig selbst ihre Mullahs mit, um an dem heiligen Drte einige Tage heftige Bewegungen gerieth, fo traf mit dem Erdbeben von Simoda im Gebet zu verleben.

ein Steigen der Binnengewäffer von Scibfiang in China und eine Znmitten der vielen Erhöhungen und Vertiefungen des Bodens, beftige Bewegung des Meeres bei den Bonin-Jaseln zusammen. Der in welcher man deutlich die Stellen ehemals daselbft vorhanden ge Brief erwähnt aud des Entstehend und Wiedervershwindens einer wesener Häuser erkennt, läßt sich eine Straße unterscheiden, welche bulkanischen Insel in der Nähe von Formosa, im Jahre 1853, eines mitten durch die Stadt nach einem großen Plaße führt, auf welchem Staubregens im dinefisden Meere, so wie einer auffallend hohen Temein aus bebauenen Steinen erbautes großes Haus geftanden hat. Es peratur des Formosa-Meerftromes." war vier Stock hoch und wird von den hier Wohnenden das fchwarze Zimmer" (Gericht) genannt. Etwa hundert Klafter weiter nach Süden - Korrespondenz Henry Clay'&. In Cincinnati ift neulich zu zeigen sich die Ruinen eines zweiten ebenfalls sehr großen und unter der erste Band der Korrespondenz Henry Clay's ersdienen. Dem dem Namen des , weißen Zimmerg" bekannten Gebäudes. Nach den Herausgeber, Herrn Colton, Verfasser einer Biographie des großen Forsdungen und Vermuthungen des Professors Erdmann (liebe deffen amerikanisden Staatmannes, waren von der Familie die Papiere deffel„Beiträge zur Renntniß des Innern von Rußland"; Riga und Dore ben zur Verfügung gestellt worden, und er hatte demzufolge eine Zeitpat, 1821) hatte dasselbe eine Kuppel in Gestalt eines Kreuzes und

Kreuzes und lang in Ashland, dem Landsiße Clay's, sich aufgehalten, wo er aus einer zeigte bei näherer Betrachtung viel Aehnlichkeit mit einer indischen Pa- Masse von über dreitaufend Briefen das Wichtigste und Interessangode. Dieser leßte Umstand besonders rechtfertigt die Annahme, das tefte auswählte, um es der Deffentlichkeit zu übergeben. Wie es heißt, Bauwert sei von den Indiern aufgeführt worden, welche zur damaligen finden fic in diesem Briefwechsel bödft lebrreiche Aufschlüffe über die Zeit sich des Handels wegen in Bolgary niedergelaffen und einen innere Geschichte der Vereinigten Staaten, vom Frieden von Gent bis eigenen Tempel errichtet hatten.

zuin Rompromiß von 1850. Zu Ende des verflossenen Jahrhunderts wurde in den Trümmern ein Fund gethan, der für die Anwesenheit auch von Chriften zeugt.

Nachkommen luther's in Amerika. In der New Yorfer Es ist dies ein fupfernes, pergoldetes Bild von alter griechischer Arbeit. Evening Post vom 1. August lesen wir folgende Notiz: „Nad einer in der Größe von einem Quadratfuß, und zeigt auf rothem Grunde Angabe, welche die Runde der Zeitungen gemacht hat, wäre der legte zehn in Gold ausgeführte Heiligenfiguren in zwei von einander abge- männliche Nachkomme Luther’s vor kurzem in den Schooß der römischen fonderten Gruppen. Die eine besteht aus dem Erlöfer, mit der heilis Kirche zurückgetreten. Wir erfahren jedoch, daß Herr John F. Luther, gen Jungfrau zur Rechten und Johannes, dem Täufer, zur Linken, ein direkter Naglomme des großen Reformators im achten Grade, barüber der Erzengel Michael, und unter ihnen der Erzengel Gabriel; gegenwärtig zu Bedford im Staate Pennsylvanien lebt, und zwar in der zweiten steht der heilige Cosmus zwischen dem heiligen Bafil mit einer aus drei Söhnen und einer Tochter bestehenden Familie. und Nikolaus, oben darüber der heilige Kyrill und zu Füßen der bei. Derselbe bat auch fünf Brüder und eine Schwester, in Sachsenlige Damian. Die Arabesten, womit die leeren Stellen ausgefüllt Koburg in Deutschland wohnhaft, sämmtlich mit Familien. Außersind, zeichnen sich durch Mannigfaltigkeit aus und find überhaupt sehr dem giebt es noch eine zweite, von seinem großen Ahnherrn abstamfunstreich durchgeführt. Die zu dem Bilde verwendeten Farben müssen mende Familie in Sadsen - Koburg, mehrere in Böhmen und eine zu von vorzüglicher Beschaffenheit und auf ganz besondere Weise zuges Harrisburg in Pennsylvanien. Die Glieder derselben, sowohl in den richtet gewesen sein, denn sie haben, gleichwie die Goldberzierungen, Vereinigten Staaten, als in Deutsøland, gehören ohne Ausnahme fast gar nicht gelitten, trobem fie so viele Jahrhunderte unter der zum lutherischen Zweige der protestantischen Kirde, und es ist nicht Erde in Kalf und Scutt lagen.

befannt, daß eines von ihnen jemals ben fatholisden Glauben anges Das aufgefundene Heiligenbild läßt fast mit Gewißheit annehmen, nommen habe.'') es müsse sich in Bolgary ein Kloster, ein griechisches Gotteshaus, eine katholisch-armenische Kirche, furz, ein der christlichen Gottesverehrung großen deutschen Reformators mit Martin Gottlob Luther, der 1759 als Mechter

*) Anderen Nachrichten zufolge, foll die mändliche Nachfommenschaft des gewidmetes Gebäude befunden haben.

konsulent in Dresden starb, erloschen sein.

D. R.

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