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3a, man weiß taum, was man mehr bewundern foll: ob die furcht wenigen Minuten bis zum Auftreten des Predigers. Er erhob fich; ein bare Kraft des Dampfes, oder den erfinderisden Geift, der allen De Mann mit barten Zügen, ein Rovenanter burd und durch; an seiner dürfnissen durch einen neuen fianreichen Mechanismus zu entsprecher Kleidung kein Faben der seidenen Orthodoxie, reines Hausgespinaft weiß.

von zweischlächtigem Schnitt zwischen Quäfer und Waidmann; der „An Drehscheiben, diesem wichtigen Theile des Bahnhofe-Mate Haarshnitt wie die Puritaner, die ihre Haare hart an dem Rande rials, fehlt es natürlich ebenfalls nicht, und zwar Find darunter einige eines Refsels, den fie über den Kopf ftülpen, rund abideeren. Die von ganz neuer Construction. Die Erfahrung allein kann jedoch nur niedrige, vorspringende Stirn übersdattete eine umfängliche, plattges maßgebend sein, welche dieser verschiedenen Formen in größeren oberbrüdte Nase; die Augen lagen faft verstedt unter den gottigen Brauen. kleineren Dimensionen den Preis verdient."

Um den Hals wand fich eine folossale Binde, in welche das glattgeldorene, blaugesprenkelte Rina von Zeit zu Zeit untertauchte, wie ein Kloß, der fich auf tiefem Gewäffer fdaufelt. Bei den Kraftstellen seiner

Predigt verrenkten fich die schmalen Schultern, und die langen Arme Nord: Amerita.

wirbelten wie die Windmühlenflügel im Kreise herum. Wie er so Ein Gottesdienst bei den „hartschaligen“ Laufgesinnten

daftand, die Bänke bumm anftarrend, zusammengekrümmt, ohne ein

Wort zu fprechen; kaum das Etwad, außer den rollenden Augen, fich in Georgia. *)

an ihm bewegte - da bätte Reiner erwartet, daß diese Mafie in Feuer Das Beiwort hartsdalig (Hard-shell) bezeichnet feine gerathen könne. Ein engbrüftiger Sang unterbrad die Pause; er räxtbesondere politische Färbung; die Hard-shells bekennen fich vielmehr sperte fich, hob das Buch hoch mit seinen langen Armen, blidte lange zu bem allgemeinen Glauben aller Taufgesinnten und haben nur den rund umher und - legte die Bibel nieber. Er ftedte das Sadtud Zunamen angenommen, weil fie den fremden evangelischen Miffioner gemeiniglich für das Panier der Priestersøaft gehalten – unter das alle Unterstüßung versagen und gegen fie „ihr Angesicht zu einem Kie- Pult, auf das er die Arme fenfte und hörbar athmete. Das Rinn selftein machten." Sie find im Augemeinen ein schlichtes Vörfchen, fiel in den weitgeöffneten Schlund der Halsbinde. Wiederum ftredte aữem Prunt und Lurus abgesagt, mit mäßigen Glüdsgütern versehen, er sich in die Höhe, zog eine Börse, legte eine Münze auf das Pult und wegen ihrer Ehrlichkeit und Pünktlichkeit im Bezahlen mögen fie und machte eine Pause; wiederum schwenkte er die Bibel, las zwei mit Recht die Quäfer des Südens heißen. Sie äffen keine modische Verse aus dem neuen Teftament, legte das Buch wiederum auf dat Sprechweise nach, baffen alle Neuerungen in Sitten, Glauben, Mom Pult hin, wijdte den Mund, brachte das Sadtuch an den geheiligten den und stellen den ungeschulten gesunden Menschenverstand höher, als Plaß und begann: allen Bücherfram und Unterricht.

„Brüder, ich fam zu dem Zert auf eine feltsame Weise - ich Es war Sonnabend, und es sollte in der Nachbarschaft heute und hatte mir vorgenommen, keinen Text feftzuhalten, der mich nicht feft morgen Gottesdienst gehalten werden. Ich folgte der Einladung meis hielt. 3o las einen Text, und er hielt mich nicht feft; id las einen nes Wirthes, mehr aus Neugierde, als aus Andachtstrieb. Das Vers zweiten, und er that es nicht, und so einen dritten, vierten und so fort, fammlungshaus, wohin wir uns verfügten, war von roh zugebauenen bis ich an den zwölften kam, und da er mich nicht festhielt, fo bielt Blöden erbaut, ungetäfelt und ungedielt, mit Schiebeladen an den id ibn feft. Hier fteht er in diesem guten Buche. Run, Brüder, Fenstern; lange Bänke, wie in einem Schutzimmer, waren angebracht. leset Ihr Eure Bibel? Ich möchte wohl sehen, wie viele von Euch Es lag in einem Wäldchen, nahe bei einer freundlichen Quelle. 3r wiffen, wo diefe Berse fide finden. Nun, ich will das hier wetten wenigen Stunden famen zahlreiche Pflanzer mit ihren Frauen und bier zeigte er die Silbermünze zwischen feinen Fingerspißen Kindern zu Pferd und zu Maulthier; feiner zu Wagen.

,,Steiner hier wird mir fagen, wo dieselben Verse zu finden find.“ Und Mit ruhig herzlicher Begrüßung kamen sie auf einander zu und der Ehrwürdige ballte die Fauft gegen die andächtigen Zuhörer und fammelten fid in Gruppen, wie fie Zufall oder Abficht zusammen führte einen Solag auf das Pult, der einen Dofen hätte fällen fönnen. braďte, unter den weitschattigen Bäumen. Dbgleich ein Fremder, ema Und die Zubörer? Da bemerkt Ihr nicht das geringste Zeichen pfing ich dennoch den herzlichsten Händedruck und wurde in das Tagege der Veränderung, alles soien in der Drdnung; blos saben sie sich um, gespräch gezogen. Nachdem das Thema der Pflanzer - Intereffen und als hofften sie, es würde Einer den richtigen Tert nennen. Der Blic der Familien-Angelegenheiten ersdöpft war, trat ein weiblodiger Greis zeugte nur von einer gewiffen Neugierde, wer wohl der Glüdliche fein in die Thür und rief: „Die Stunde des Gottesdienstes ift da, Brűk werbe, den Ruf der Bibelfestigkeit, auf den die Hartfaligen" der!" Sofort verftummte das Plaudern und das Lachen; da war ein fich was zugutethun, aufrecht zu erhalten. Die Geiftlichkeit batte dem Glattftreichen der Haare, ein Räuspern der Kehlen, ein Bürsten der Laienthum den Handschuh hingeworfen. „Wird, kann irgend ein theurer Kleider, ein allgemeines Drängen zu den Thüren, die Frauen rechts, Bruder, irgend eine theure Schwester dem Prediger auf eigenem Grund die Männer links. Die ftattlichen Mitglieder der Kirche nahmen ihren und Boden die Stirn bieten?" Die Neugierde fing an zu erschlaffen, Siß in der Nähe der Kanzel; andere ordneten fich nach dem Grab zu wanfen, ging in Ungewißheit, in Zweifel über, und man machte der Frömmigkeit und des Alters auf den Bänfen; die fröhliche Jugend fich auf eine Niederlage gefaßt. Der Tag gehörte dann dem Prediger, fülte den Hintergrund, und zuleßt ftanden die Sklaven. Ein Uebers und wie fiegreich bätte er fie ausgescholten, wie hätte er sie, von seinen blid des Innern brachte mir die seltsame Grille des alten George Sarkasmen durdbohrt, beimgeschidt. Alle Hoffnung war hin als Chapman ins Gedächtniß: „Wenn ich ie wieder zu einem Hause tomme, eine somächtige, fnodige Gestalt fich nabe an der Kanzel erhob, den will ich es ganz nach innen bauen; kein lichtftrahl soll den gemeinen blauen bis an den Füßen herabreichenden Ueberrod zuknöpfte und Ausweg finden. Nichts von Aufwand, Kunft und Schmud; alles schlicht die edigen Achseln zucte. Aber Augen bohrten sich in ihn hinein, er und raab, eine Scheu der falschen Menschengesellschaft, die alle Ver- aber wandte fich zu dem Prediger mit den Worten: „Bruder, die nunft zu Trümmern schlägt und für irdische Größe alle himmlische Wette ift nur klein, ich lasse aber keine vorbeigehen"'; und er gab rich. Wonne zu Luft verdünnt. Id wid darum im Dunkeln leben, und all tig die Stelle an. ,,Das Geld ist Euer! mein Licht soll, wie in alten Tempeln, von oben einfallen." Der Der Prediger batte feinen Mann gefunden und trug teine Siegess Dichter aus Elisabeth'& Zeiten war ein Hartschaliger in seinem Bau. fahne davon. Die Predigt dleppte fid nun matt fort - die Kraft, ftyl – vielleicht noch etwas mehr von einem Nontonformiften, als seine das Leben, die Schärfe und die Redheit waren gefloben - der Rüd. modernen Brüder. Jedenfalls aber war das gegenwärtige Haus einem schlag, den der Laienbruber dem Klerus verseßt, hatte den Zauber der warmen Klima angemessener, als der englisden bunftigen Luft. Rede gebrochen, und der Berdruß lag wie ein Alp auf den Predigers

Da die , Harten" ober, wie sie fid felbft nennen, die Urtaufe Hirn. Der Schlachtgefang ward gegen die Abendbymnen pertausøt, gesinnten, sich eben so aufrichtig von allem äußeren Schmuck in an das Hüftborn wich der Firtenídalmei. Die Predigt foloß mit der deren Dingen, wie in der Einrichtung des „Gottesdienstes'', lossagen, Berkündigung, daß der Brauch des Fußwascens morgen mit der Ause fo fpeint die Eigenthümlichkeit der Sette durch feinen flörenden Ein- ' theilung des Abendmablo verbunden werden solle. Wie, babe ich Muß von außen in nächfter Zukunft gefährdet. Die Frage, wie die recht gehört? Fußwalden! So schwieg indeß, um mich nicht durch unzeiPatriarchen den sorflutblidhen Gottesdienst auf ihren weiten Weibe- tiges Fragen dem Gelächter preiszugeben, ward aber nod im Laufe pläßen eingeriðtet haben, mag den biblischen Uiterthumsforschern über des Tages aus meiner Verlegenbeit gezogen, denn ein Harter" bes laffen bleiben; inzwischen können fie für ihre gelebrten Ronjetturen wies aus der Sprift, daß das Fußmachen ein frommer Brauch sei. einigen Halt finden bei diesen heutigen Gottverehrern in den Wäl. Den nächsten Tag war der Zubrang zu dem Meeting-Haus noch dern. Die Form besteht hier eben in aller Abwesenheit der Form; bei weitem größer. Ein neuer Bruder sollte einen Vortrag halten. die Ceremonie ift blos eine überlieferte Borsdrift, dem allgemeinen Üvleugbar war feine Predigt priginell duro und durch. Er entwarf Antrieb zu folgen. — Und was soll ich von dem Gesang sagen? von im Umriß ein Bild von den Eigentbümlichkeiten des Familienlebens diesem Gewoge rauber Waldftimmen, die nach individueller Laune ebbe und brade der Stab über alle Gewohpbeiten, denen der alte Brand ten und Flutheten, eintönig trillerten, bleiften, abídnappten. Ge der Hartigaligen" seinen Stempel nicht aufgedrüdt hat. Einige nug, der Gesang schwieg - tiefe Stille gespannte Erwartung von Reformen und Volksvereine wurden derb abgefertigt oder verböbat

als , reif in Thorbeit und verfault in der Vernunft“. Das Brannt*) Nach Putnam's Montbly.

weingeses des Staates Maine (Maine - Liquor - Law) war noch

nicht als eine politische Maßregel bekannt; allein diesen Endzwed hat. Ausíbreitungen des „Pionier" ihre Zuflucht zu nehmen, daß die ten die Temperenzler" und die ,,Söhne der Mäßigkeit“ Deutschen sich von beiden Uebeln auf gleiche Weise fern halten föns im Auge, und das war genug für den Geift des Redners, der sein nen. Das Feuilleton der , Reuen Zeit" ift meistens mit naturbiftos fowerftes Geschüß gegen ihre Batterieen richtete und mit Selbstgefühl rischen belehrenden Artifeln gefüllt, die zum Theil von Deutschen in des Erfolge manchen betäubenden Scuß abfeuerte. Ein Anafreon in Amerika abgefaßt und zum Theil natürlich deutschen Werten entlehnt Prosa, buldigte er dem Bacchus, indem er es als Pflicht darstellte, die find. Die naturhistorische Richtung berrscht jeßt augenscheinlic and guten Dinge dieser Welt mit Maß zu genießen, den Mißbrauch zu auf dem amerikanisch-deutschen Büchermarkte vor, wie fast aus allen meiden, sich nabe an die goldene Mitte und fern vor allem Aeußersten Budbändler-Ankündigungen hervorgeht, die sich in amerikanischen zu halten. Uebermaß und Teetotalismus waren feine Scylla und Cha. Blättern finden. Von einer eigenthümlichen Rechtsnorm hinsichtlich rybdis. Um zu zeigen, daß er fich innerhalb der Søranfen der „Ur. des Zeitung8 - Abonnements zeugen nachfolgende geseßliche Bestimmuntaufgesinnten" befinde, erzählte er folgendes Geldichtchen: Brudergen, auf welche in jedem Blatte der „Neuen Zeit" hingewiesen wirb: Dupeaty hatte sich einen Tabel von der Kirche zugezogen, weil er in Pfirsichbranntwein ein Uebriges that. Auf die Erklärung des Bruders u Zeitungsbestimmungen, welche durch die Union gelten. aber, daß er, fo lange er lebte, keinen anderen Tropfen angerührt hätte, ,,1) Wenn Abonnenten nicht ausdrüdlich das Gegentheil beftellen, erfuhr er-einen neuen Tadel, daß er die mancherlei gaben der so wird angenommen, daß sie eine Fortseßung des Abonnements wünschen. Gnade verwerfe, und wurde überdies angewiesen, auch fernerhin fein ,,2) Das Abonnement kann nicht eher rechtsgültig abbestellt werGläschen bei Gelegenheit zu trinfen, fide aber niemals darin zu über ben, als bis alle Rücftände bezahlt find. nehmen. ,,Das ift die Lehre der Urtaufgesinnten; ist’s nicht so, Bru ,,3) Wenn Abonnenten es unterlassen oder sich weigern, ihre Zei. ber?" Ein Niden mit den Köpfen und Müßen rechts und links be. tungen von der betreffenden Post Office abzuholen, so sind sie verantträftigte die Tert-Erflärung des würdigen Arbeiters im Weinberge wortlich, bis sie ihre Regnung bezahlt und das Abonnement abbestellt des Herrn.

haben. Der Geist der General-Mission wurde nur leicht gestreift, da der ,,4) Wenn Abonnenten den Wohnort verändern, ohne die ZeitungsGegenftand zu umfaffend fei, um ihn in einer einzigen Predigt er. Expedition davon zu benachrichtigen, so ist es ihr Scade, wenn die schöpfend zu besprechen; indeß verhieß er für die Zukunft eine Stunde Zeitungen nach der Post-Office ihres alten Wohnortes gesandt werden. der Abrechnung mit dieser Gorgone.

1,5) Die richterlichen Entscheidungen lauten dabin, daß eine Weis Dieser Censor der öffentlichen Moral nahm dann die gesellschaft- gerung, Zeitungen von der betreffenden Poft Office abzuholen, oder liche Umgangsweise vor und schleuderte feine Somähungen meist gegen Beränderung des Wobnortes obne vorbergebende Anzeige als prima eitle Worte, gegen das Rothwelsch seltsamlicher Redengarten. Diese facie Beweis des absichtlichen Betruges anzufeben ist. Materie riß ihn völlig mit fich fort; er arbeitete mit Händen und ,,er drei Nummern einer Zeitung annimmt, wird als Abonnent Füßen, dogmatisd und heiß für eine Umgestaltung von Grund aus, betrachtet und bat für dieselbe Zahlung zu leisten.“ um diesen Schaden zu heilen. ,,Brüber, das kann nicht so fortgeben; dieses Gewäsch ist nicht

Eine Holzpapier - Müble. Wie die nordamerikanisden urbaptiftisd; wir müssen diese Zeichen der Weltligkeit von uns thun; Zeitungen melden, ist zu Little Falls im Staate New-Yorf von einem müssen wir wohl, Du Bruder? Müssen wir wohl, Du Schwester?" gewissen Herrn Beardslee eine Papiermühle errichtet worde , in der Und diese direkte Berufung wurde von besagtem Bruder und befagter er Papier aus dem Holze der nordamerikanischen Linde (Tilia glabra) Schwefter mit einem beifälligen Niden beantwortet. „Yes, Sir-ee bereiten will. Das Gebäude ift im großartigsten Styl aufgeführt; und No, Sir-ee (3a, Herr-e, nein, Herr-e) find quere Ausdrüde und das untere Stocwerk hat Mauern von acht Fuß Dide, aus Steinverboten. So kann sie nicht leiden, auch kein Bruðer fann fie leiden; blöden zusammengeseßt, die 8 bis 10 Tons (1 Ton = 20 Centner) fie verachten fie, fie verabscheuen sie so recht aus Herzensgrund, und“ wiegen. Mit der Mühle ist eine Maldinenbau-Anstalt zur Anferti

bier drehte er fich um zu seinem geiftlichen Bruder, der hinter der gung der Papier-Masdinen verbunden, von welchen funfzehn bis zwanRanzel saß - mich bin gerüstet, ihnen die Stirn zu bieten, ießt und zig zur Bereitung einer Papier-Masse von funfzig Tons wöchentlich für immer, wie jene Brüder und Schwestern, meint Ihr nicht, Bru genügen werden. Außer dem Holze der nordamerifanischen Linde bat ber?" – „Yes, Sir-ee", ftammelte der geängstigte Amtsbruder. Beardslee noch mit folgenden Holzarten Versuche angestellt: mit der

Eine Ermahnung schloß den Vortrag, und jeßt folgte wirklich eine Sprossenfichte, Rothtanne, Hemlodo-Tanne, weißblühenden Roß-Raftas allgemeine Fußwasdung: die Frauen nahmen sie hinter einem nie (buckeye) u. s. w., und er bält es für ausgemacht, daß er von Schirm vor; die Männer aber boten fic frank und frei zur Reinis jeber dieser Spezies ein feines Papier von bester Qualität erzeugen gung dar. Sie scritten paarweise vor; der eine seşte fich, entblößte und den Druckern zu einem niedrigeren Preise als dem bisher dafürdas Bein bis zum Knie, der andere legte seinen Rod ab, versab fich gezahlten ablassen kann. Wenn sich dies bestätigt, fo dürfte eine förm. mit einem Handtud, kniete an dem Wassergefäß nieder, wusd und liche Umwälzung in der Papier- Fabrication stattfinden, welche die jest trodnete das nadte Gliedmaß. Dann geschah ihm das Gleiche von mit dwerem Gelde aufgewogenen Lumpen ihres ganzen Werthes beseinem Partner. War das Paar abgefertigt, fo trat ein anderes an rauben würde. das Wassergefäß und verfuhr in derselben Weise, bis die ganze Versammlung die Verrichtung vollbracht hatte. So schloß das heilige Russiloe Gefangene im Raufafus. Es wird den Zeis Tagewerk, unb Jeder febrte nach feinem Hause beim.

tungslesern vielleicht noch erinnerlich sein, daß im Herbste v. 3. bei einer von Scamyl im Rüden der gegen die Türfen beschäftigten ruffi

den Armee unternommenen Razzia mehrere vornehme georgische Damen Mannigfaltiges.

darunter die Witwe des in der Súlacht bei Subatan gebliebenen

Generals Fürften Orbelian und die Gattin des Oberften Fürsten Die Neue Zeit. Unter diesem Titel erscheint feit dem Tidawtfdhawadse gefangen genommen und ins Gebirge entführt, Monat April d. 3. in New-York eine deutsche Women-Zeitung, wurden, ohne daß es den nasseßenden Verwandten gelang, den Räudie sowohl ihrer inneren wie ihrer äußeren Ausstattung wegen ein bern ihre foftbare Beute abzujagen. Nad einer achtmonatlichen Gewürdiges Organ der deutschen Bevölferung der Vereinigten Staaten fangensaft wurden sie gegen einen Sohn Schamyl's, der vor vielen ift. Herausgegeben und redigirt wird fie von Herrn Paul Bern- Jahren in die Hände der Ruffen gefallen und auf Befehl des vera . bard, dem jebigen buchhändlerischen Besißer des Meyersden Ver ftorbenen Raisers Nikolaus im Petersburger Kadettencorps erzogen lags- Instituts in New York, das befanntlich ein Filiale von Meyer in worden war, ausgewechselt und konnten in den Schooß ihrer Familie Hildburghausen und welchem ein großes Verdienst um die Verbreitung zurüdkehren. Wie wir ießt aus dem Kawkas erfahren, beabsichtigen deutscher Literatur in Nord-Amerika nicht abzusprechen ift. Auch die diese Damen, zum Besten der in der erwähnten Razzia niedergebranna , Neue Zeit" sucht sowohl in literarischer, als in kulturhistorischer und ten georgischen Dorfschaften eine Beschreibung ihrer Gefangenschaft politif

der Beziehung deutsche Ideen auf transatlantisdem Boden zu berauszugeben, die, nach den von dem Tifliser Blatt mitgetheilten Proverbreiten. Obwohl die Deutschen warnend vor Selbftisolirung und ben zu urtheilen, recht interessant zu werden verspricht und vielleidt por Rachahmung der einseitigen und lächerlichen Erklusivität des Know dazu beitragen wird, dad myftisde Dunfel aufzuklären, das noch immer nothingthums, sucht die Zeitung dodh eben so dahin zu wirken, daß sich über den berühmten Imam und seine Umgebung verbreitet ist. die Deutschen nicht den Gegnern der Knownothingø, den ,,Temperenze lern" und fanatischen Abolitionisten, anschließen. ,,Von zweien Uebeln bas kleinfte wählen" ift zwar eine unter den Deutschen sehr beliebte Marime; die „Neue Zeit“ beweift ihnen jedoch, ohne zu den radifalen

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die Hauptstadt der Thäler. Sie besteht aus einer einzigen Straße Jtalien.

(denn die wenigen Abzweigungen derselben sind faum der Erwähnung

werth) von zweiftödigen, weiß angestrichenen Häusern, mit breiten SieEin Besuch bei den Waldensern.

beln, die so weit hervorragen, daß sie nur einen kleinen Streif blauen Zu den neuesten Reiseberichten über Italien gehört das uns vor. Himmels fichtbar laffen. Die Stadt zieht fich etwa eine Viertelmeile liegende Werf eines schottischen Geistlichen, welcher das klassische land den Berg hinauf, unter dem Schatten des berühmten Caftelluzzo, eines aus einem den meisten Touristen ziemlid fremden Standpunft - bem

bem mächtigen Felsens, der wie eine Säule auf ihrem Piedestal mehrere erflusiv protestantischen oder vielmehr falvinistisden – betrachtet, wel.

betrachtet, wel. Tausend Fuß hoc emporschießt und in früherer Zeit mit seinen fteichem der Papst noch immer der Antichrist und Rom die auf den sieben nigen Armen die verfolgten Kinder der Thäler umschlang, als die Hügeln thronende ,große Babylon, die Mutter aller Gräuel auf Er- Heere Frankreichs und Savoyens sich um seinen Fuß schaarten. Von den" ist.“) Daß einem solchen Reisenden die ohnehin nicht sehr ers welchen traurigen Scenen ist dieser Riesenfels Zeuge gewesen! freulichen Zustände der Halbinsel im allersdwärzesten lichte erscheinen bat das friedliche la Tour als einen Haufen rauchender Trümmer und müssen, ist leicht begreiflich; nur in Piemont erblickt er eine Dase in die Flaren Fluthen der Pelice, die fid längs seinem Rande shlängelt, der Büfte des geiftlichen und weltlichen Despotismus: ein Land, auf roth von dem Blute der unglücklichen Waldenser gesehen. Er hat die welchem offenbar der göttliche Segen ruhe, der es vor den hochaufges zornigen Verwünsdungen bewaffneter Männer gehört, welche auf der thürmten Wellen der Revolution, wie vor der bersumpfenden Ebbe derselben Stätte die Luft erfüllten, wo einft die Loblieder und Gebete Reaction vor den rothen Hüten Roms, wie vor den rothen Müßen der frommen Thalbewohner zum Himmel emporstiegen. Solche Erinder Republik — bewahrt habe. Was ihn aber in jenem Lande noch mehr nerungen sind unaussprechlich rührend, und wer an der Mensdheit verinteresfirte, als die Conftitution, die Verhandlungen der Deputirtenfam- zweifelt, muß die Geschichte der Waldenser, fo reich an Zügen heldenmer und die Erinnerungen an das ,,Shwert Italiens“, war der Um- müthiger Standhaftigkeit und frommer Einfalt, ftudiren, um von seis ftand, daß in einem Winkel desselben die Märtyrerkirche der Waldenser nem 3rrthum geheilt zu werden. ihr Dasein durc Jahrhunderte der Verfolgung gefriftet bat, bis die im ,,Die Stärke des Waldenserlandes, als militairischer Position, bea Jahre 1848 gewährte Religionsfreiheit sie von ihren langen Leiden er steht in der verhältnismäßigen Enge des Raumes, der den Eingang löfte. In Turin angefommen, hatte daber unser Verfaffer nichts Eiligeres zu den Thälern bildet. Das Asyl dieses Völlchens war in der That zu thun, als eine Wallfahrt nach den abgelegenen Thälern der Wal eine natürliche Citadelle, im Felfen gegründet, mit ihren Zinnen über denser zu unternehmen, auf der er von zwei ihm befreundeten Mit die Wolfen ragend und mit einem einzigen Thore als Eingang. Dies gliedern dieser Religionsgenossenschaft begleitet ward. Als er sich mit fes Thor fonnte leicht vertheidigt werden; ja, es vertheidigte sich selbft. ihnen im Hotel zu Pignerol, an der Gränze des Waldensergebietes, Dieselbe Hand, welche diese mächtige Festung erbaute, hat auch einen zu Tische niederseßte, machten sie ihn darauf aufmerksam, daß noch Wat vor ihrem Thore aufgethürmt, eigens, wie es scheint, zum Schuße vor wenigen Jahren in diesem Ort ein Gefeß bestanden habe, wodurch ihrer Bewohner. Eine längliche Hügelreihe, die fich zu einer Höhe bei schwerer Strafe verboten wurde, den Waldensern Speise oder Trank von vier- bis fünfhundert Fuß erhebt, liegt quer vor der Deffnung zu verabreichen.

dieser Thäler, ungefähr eine Meile in der Breite, und dient so als „Die Thaler", schreibt er, „waren von hier aus zebu (engl.) Mei- Vertheidigungomauer. Aber selbst wenn dieser Eingang erftürmt wurde, len entfernt, und wir famen überein, den Weg zu Fuße zurüdzulegen. wie es mitunter geschah, fand man innerhalb des Gebirges felbft, welches In dieser Art müssen auch alle folche Orte besucht werden, wenn man eine Reihe von natürlichen Feftungen Darstellt, hinlängliche Mittel, den des Einbrude, den sie hervorbringen, vollständig genießen will. Von Kampf zu verlängern. Die Thäler ftroßen von Soluchten und engen Pignerol aus begann die Straße sich allmählio in das Gebirge hinein- Pässen, wo Ein Mann sich gegen funfzig halten kann. Außerdem giebt zuziehen, und mit jedem Shritt wurde die Landschaft romantischer. es noch Felsen-Abhänge mit Galerieen und Höhlen, die nur den WalZur Redten erhoben fich die Berge der Waldenser, mit zahlreichen denfern befannt sind. Sogar die Nebel ihrer Berge begünstigten fie, Hütten befäet und mit Wäldern gefrönt; zur linken wand sich der Po indem sie in einigen bemerkenswerthen Fällen sie vor den Bliden ihrer durch Weingärten und Felder, von den goldenen Strahlen der unter- Feinde bargen. So konnte jeder Fußbreit ihres Gebiets vertheidigt gebenden Sonne beleuotet, bin. Die Scenerie erinnerte mich an die werden und wurde in der That gegen die Blüthe der französischen und hottischen Hochlande, nur daß fie die leßteren an Großartigfeit und fardinischen Heere mit einem Heldenmuth vertheidigt, den Rom nie Pracht bei weitem übertraf. Nirgends hatte ich üppigeren Wein er. übertroffen, und einem Patriotismus, den Griechenland nie erreicht hat." blidt. Die Reben waren franzartig verschlungen, wie ich sie in den Das Waldenserland wird als äußerst fruchtbar geschildert. ,,DerAlpen gesehen hatte, aber sie machten hier eine weit pittoresfere Wir- felbe Baumeister, der die Festung errichtet, hat sie auch, so zu sagen, fung. Sie ftredten sich buchstäblich in einem ununterbrochenen Gewebe verproviantirt und mit feiner fargen Hand. Mochten die Waldenser über ganze Felder aus. 3n reides Laub gekleidet, glichen sie einer auch von ihren Feinden ringo eingeshlossen und ihnen alle Verbindung zweiten himmelblauen Dede, die über der Erde hing und den Aders- mit der Außenwelt abgeschnitten werden, innerhalb ihrer Gebirgsmauern mann und seine Stiere vor der brennenden Sonne schüßte, deren gol. bot fich ihnen eine Fülle von Naturgaben dar. Am ersten Morgen dene Strahlen, von dem dichten Laube gebrochen, mit mildem, gen nach meiner Ankunft ging ich das Lucerna-Thal in füblicher Richtung dämpftem Glanz auf den neu gepflügten Boden fielen. Der Weizen entlang. Jeder Fled landes, auf dem das Auge ruhte, von den Ufern foll unter dem Schatten des Weins besser reifen, als in der heißen des Baches bis zum Saume des Nebels, der die Bergspißen verhüllte, Sonne. Die Zeit des Weins war beinabe vorüber, aber hier und war mit einem Ueberfluß von Blumen und Früchten bebedt. Die dort hingen nod große Trauben von den Stöden.

Weizen- und Maisfelder wechselten mit Obstgärten und Weinbergen ,,Die drei Waldenser-Thaler find das Val Martino, das Val An ab und waren mit fauber gehaltenen Heden eingefaßt. Die Weingrona und bad Val Lucerna.' Shon ihre Lage eignet sie zur Ver- flöde hatten eine ungewöhnliche Größe, und ihr laub zeigte schon die theidigung gegen einen weit überlegenen Feind. Sie debnen fid in herrliche goldgelbe Farbe, die ihm der Herbst verleiht. In einer fleider Gestalt eines Fächers aus, indem sie in einen Mittelpunkt zusam nen Entfernung, auf einer fanften Anhöhe, schimmerte die Kirche San mentreffen, von wo aus fie in einem Jrrgarten von Weinbergen, Wies Giovanni durch die Bäume hervor, so glänzend weiß, wie ein Mar. sen, Kastanienhainen, finsteren Schluchten und schäumenden Gießbäden morbloc, an welchem eben der Meißel des Bildhauers gearbeitet. fich bis zu den Ruppen und Gletsdern der Alpen hinwinden. Fast am Dicht dabei erblidte man das Dorf Lucerna, halb verstedt von den es Bereinigungspunkte des Val Angrona und des Val Lucerna liegt la Tour, umgebenden Obstgärten. Zur Rechten erhob fich die mächtige Alpen*) Pilgrimage from the Alps to the Tiber, or the lofluence of Ro.

mauer, zur Linken öffnete sich das Thal auf die Ebene des Po, don manism on Trade, Justice, and Knowledge. By Rev. J. A. Wylie, L.

einer Reibe blau fattirter Hügel begränzt, die sich weit gen SüdL.D. Edinburgh, Shepherd & Elliot. 1855. Berlin, A. Afher & Comp. westen ausftredten und am fernen Horizont fich mit den gewaltigeren

Massen der Alpen verschmolzen. Die Sonne brach jeßt durch den thun. Man kann in jeder Religion selig werden, pflegte er zu sagen. Nebel, und ihre Strahlen, auf die üppige Schönheit des Thales und Als er sich jedoch dem Tode näherte, befahl er, man sole ibu doch den verschiedenartigeren, aber nicht weniger reichen Samud der Berge für alle Fälle" in geweihtem Boden begraben. - die Weiden, die Pflanzungen und die weißen Sennhütten fallend, Sully war es vorzugsweife gewesen, der Heinrich zu einer zweiten beleuchteten ein Bild, das einer Reliquie aus dem Paradiese glich, ehe Heirat veranlaßt hatte. Marie von Medicis galt indeß

body mit noch die Sünde den Menschen aus seinem Eden vertrieben hatte. Unrecht - für eben fo galant wie Marguerite von Valois. Einer

„Es war meine Absicht, das Thal Lucerna, in welchem, wie schon ihrer Liebhaber fou Bassompierre, ein Mann von großartigen Gesingesagt, la Tour, die Hauptstadt der Waldenser, gelegen ist, in seiner nungen, gewesen sein. Er spielte einmal mit Heinrich, der, wie schon ganzen Ausdehnung zu verfolgen, an dem Dorf und der Kirche von gesagt, ein Knauser war und im Spiele betrog. Plößlich that der Kö. Bobbio vorbei und die Berge hinauf, bis es sich in den Sonee ihrer nig, als finde er unter dem Spielgelde halbe Piftolen. – Ei, was ist Gipfel verliert: eine Erpedition, die durch die schwarzen Wolfen unter. das, Bassompierre?

das, Baflompierre? – Parbleu, es find halbe Piftolen. - Wer hat broden wurde, die um Mittag wie der Raud einer Effe über das sie ins Spiel gebracht? – Sie, Sire!

fie ins Spiel gebracht? — Sie, Sire! – 30? – Ja, Sie. — Nein, Thal trieben und sich in Strömen von Regen entluden. Indem ich Du warst's. Id? Ja, ich schwöre es. Gut, verseßte Basmeinen Weg durch die enge, frumme Straße von La Tour nahm und sompierre, legte ftatt der halben Pistolen ganze hin, nahm jene und den Rand des riesigen Caftelluzzo umging, erreichte ich das offene Thal. warf sie zum Fenfter hinaus den Lafaien zu. Dann regte er sich wieSein Anblid entzückte mid durch die Misdung von Lieblichkeit und ber rubig nieder. Während er so that, folgten ihm Heinric und Ma. großartiger Majestät, die sich mir darbot. Der Thalgrund, der eine rie mit den Augen. Ab, rief Marie, der König spielt Bassompierre, bis zwei Meilen breit sein möchte, obwohl er in Folge des titanartigen und Baflompierre spielt den König! Charakters der ihn umgebenden Felsenmauer enger schien, bildete bis Der König felbft feßte seine Liebsdaften fort. Die leßte war die zu einem gewissen Punkt einen fortlaufenden Weinberg. Der Wein Sängerin Paulet. Sie war es, die zuerst den Namen Löwin (Lionne) sdießt hier zu einer bedeutenden Höhe empor und erstreckt sich in rei- erhielt. Das Feuer, mit welchem sie liebte, sagt ein Zeitgenosse, ihr den Guirlanden von einer Seite des Thals bis zur anderen. Die Muth, ihr Stolz, ihre Flammenden Augen und die etwas zu goldenen Abhänge der Berge waren nicht fahl und öde, sondern mit Weingär- Haare trugen ihr diesen Namen ein. Auf dem Wege zu ihr wurde ten, Kornfeldern, grasigen Triften, Gebüschen und Obstbäumen, Häu. Heinrich ermordet. fern und Chalets befäet und von silbernen Bächen gefurcht, welche in Dieser leßte Tag Heinrich's ist mit einem faft lächerlichen Detail glänzenden Lichtstreifen hinabrolten, um sich mit der am Fuße entlang wiedergegeben. Wir wollen wenigstens die leßte und interessantefte ftrömenden Pelice zu vereinigen. Keine Spanne Landes war unbebaut, Partie wiederholen. Troß der Bitten der Königin, welche beängftis und die üppigen Lerndten gaben Zeugniß fowohl von den Eigenschaf- gende Träume gehabt, und troß seiner eigenen unerklärlichen Aufregung, ten des Bodens und des Klimas, als von dem Fleiße der Waldenser. oder vielleicht gerade um dieser zu entfliehen, stieg er gegen 31 Uhr Etwas weiter hinauf nahm die Scene einen theilweise veränderten in den Wagen und nahm anfangs den ersten Plaß darin ein. Da er Charakter an. Die Weingärten wurden seltener, und an ihre Stelle aber an der Swelle auf den Herzog von Epernon stieß und von traten reiche Weideländer, auf welchen zahlreiche Heerden graften. diesem hörte, daß er ein Geschäft in der Stadt habe, ließ er ihn zu Die Hügel zur Linken waren noch mit Reben bekleidet, zur Rechten seiner Rechten Fiben. aber, wo sich die Straße eine Hochebene entlang 30g, wurden die Ra Am Kutsen dlag auf dieser Seite befanden side der Marschall ftanienhaine häufiger, und gewaltige Firfte machten sich gelegentlich bes de Lavardin und Herr von Roquelaure, auf der entgegengeseßten der merkbar. Hier war es, wo die rollende Wolkenmasse, die mir in dro. Herzog von Montbazon und der Marquis de la Force; auf dem Vorbender Schwärze den Hügel hinauf gefolgt war, mich einholte und dersiť saßen sein erster Stallmeister Liancourt und der Marquis von durch eine Sündfluth von Regen, die sich aus ihr ergoß, meinem wei. Mirabeau. teren Vorbringen Söranten feßte."

(Schluß folgt.)

Der Rutider ließ durch den Stallmeifter vom Dienft um den
Befehl des Königs für den einzusdlagenden Weg bitten.

Fahr nur einmal zum Louvre binaus, sagte der König.
Frankreich.

Als er unter dem Gewölbe des ersten Thores war, ließ er den

Wagen nach allen Seiten öffnen.
Die großen Männer im Hauskleid.

Ein Mann, den man nicht beachtet hatte, ftand zwischen beiden

Thoren und paßte auf den König. Als er aber den Herzog v. Epervon Alerander Duma s.

non an deffen Plaße fab und zugleich den Ruf hörte: Nach dem ArHeinrich Iv.

senal! - hoffte er unterweges eine bessere Gelegenheit zur Ausfüh(Soluß.)

rung seines Vorhabens zu finden. Er glitt daber zwischen dem Wagen Eine bedeutende Rolle in Heinrich's Leben spielte damals der bes und der Mauer hindurch und beschloß, der König bei einer der kleinen tannte Sudy. Er war es vornehmlid, der 3enen von seinen Liebes. Buden zu erwarten, die in der Straße de la Ferronnerie nabe bei den thorbeiten zurüdzuhalten oder wenigftens Extravaganzen zu hintertrei. Innocents steben. Gegenüber von dem Hotel de Longueville ließ der ben suchte. Er felbft aber war auch nicht ohne seine Schwäden, bes König halten und schitte sein Gefolge beim. sonders hatte er eine große Neigung zum Wein. Eines Tages, als Jeßt fragte der Kutscher noch einmal, wohin er fahren folle, wie der König auf dem Balkon ftand, fab er Sully daberkommen. Wäh, wenn er ihn das erste Mal nicht recht verstanden bätte. rend dieser den König grüßte, wäre er beinabe umgefallen. D, fagte Nach Croix du Trahoir, verfekte der König. der König zu seiner Umgebung, laßt Euch das nicht Wunder nehmen. Und von dort? Wenn der größte Trinker unter meinen Schweizern so viel Sdoppen Von dort? – Das will ids Dir später sagen. im Kopfe hätte, als er jeßt hat, so wäre er der Länge nach hingestürzt. Man hielt an Croix du Trahoir.

Seltsamer war Sully's Tanzluft. Er selbst schreibt in dieser Bes Der König befann sich einen Augenblic, ob er zu Mademoiselle ziehung: Einmal konnten Herr v. Biron und zwölf der feinsten Hof- Paulet oder ins Arsenal fahren solle. Er beschloß, zuerst ins Arsenal herren mit einem Ballet nicht fertig werden. Der König ließ daher und auf dem Rüdweg zur Paulet zu gehen. mid rufen, um die Sache ins Reine zu bringen. - Sudy war aller Er stredte den Kopf zum Sdlage hinaus und rief laut: dings kein Balletmeister, aber wenn diese Kunst nicht fein Beruf war, Nach dem Arsenal, am Kirchhofe der Sts. Janocents vorbei! To war sie wenigftens sein Stolz, feine Leidenschaft. Ade Abende fam Da es beiß war, legte er jeßt den Mantel ab und nahm ihn ein königlicher Kammerdiener, Namens Laroche, zu ihm, der ihm auf aufs Knie. der Laute die damals üblichen Tänze vorspielen mußte, welche Sully Man gelangte in die Straße de la Ferronnerie. Am Eingang fodaun, mit einer phantaftischen Müße gesamüdt, vor seinem Secre- derselben bemerkte der König den Herrn s. Montigny in seiner Ras tair La Clavelle und dem Präsidenten Duret tanzte.

rosse. Er beugte sich noch einmal aus dem Wagen und rief: Herr Mit dieser feinen Kunft ftand sein Kurzangebundensein in grellem Montigny, 3hr Diener ! Widerspruch. Eines Tages wollten ihm einige Herren ihre Aufwar Dann bog der Wagen des Königs in die genannte Straße. tung machen. Ihre Namen waren von der Art, daß man sie nicht Die Straße war mit Hütten und Buden, welche länge der Mauer wohl abweisen konnte. Sully empfing fie baber, aber mit seiner ge des Kirchhofes der Sts. Innocents hinliefen, blofirt. Am 14. Mai wöhnlichen grämlichen Miene: Was wollen Sie von mir, meine Her- 1554, also gerade sechsundfunfzig Jahre vorber, hatte Heinrich 11., in ren? fragte er bars. Syn zu befänftigen, erwiederte einer der Herr Betracht, daß die Straße de la Ferroanerie der gewöhnliche Weg war, ren: Beruhigen Sie sich, wir sind nur gekommen, um Sie zu sehen. auf welchem die Könige vom Louvre nach ihrem Sølofse des Tour

Ah, verseßte Sully, wenn das ist, da werden wir bald fertig sein. nelles fuhren, einen Befehl erlassen, wonad die Buden abgebrochen

Und er zeigte sich ihnen von vorn und dann von hinten, trat in und weggeräumt werden folten. Der Befehl war vom Parlament sein Kabinet-zurück und schloß die Thür hinter sich ab.

sanctionirt, die Ausführung aber bis ießt vernachlässigt worden. Sully war Calvinist, und obwohl er es war, der Heinrich zu Inmitten dieser Buden und Hütten wartete der Menso, der am

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werden, hervorzurufen. Scon reidi bekannten Wundern, wird die

Es war, als ob das böse Borhaben auf jede Weise befördert were fer Ausstellung führt und die schönsten Proben von Druck vor, die je den folte; denn als der Wagen des Königs in die Straße einbog, zu Stande gebracht worden sind; und wenn solche Lurus-Ausgaben, wie ftieß er auf zwei Karren, von denen der eine mit Heu, der andere mit fie hier vorliegen, wegen des zu Hoben Preifes auch nicht in den Buc. Mein beladen war.

bandel fommen, so üben sie doch einen nüblichen Einfluß auf die Aus. Der Heufarren, der gerade in der Mitte der Straße ftand, der- ftattung der gewöhnligen Bücher aus, die in dem Maße, in weldem anlaßte den Kutscher, nach der Linken auszuweichen, wobei er alle die Bildung allgemeiner wird, für eine immer größer werdende Anzahl Augenblice anhalten mußte. Die Diener, welche den Wagen zu Fuß von Lesern bestimmt sind. begleiteten, waren dieses Umftands wegen über den Kirchhof gegangen. Der wesentliche Fortschritt in der Buchbruderkunft ift freilid darin

Um diese Zeit gelangten mehrere Personen zwischen den Wagen zu finden, daß die für die große Menge bestimmten Büder besser aus. und die Buben. Unter ihnen war auch ein Menso, der einen Man- gestattet und zu einem niedrigeren Preise, als bisher, erscheinen. Dieser tel über die linke Schulter trug, unter welchem er ein Meffer perbarg. Fortføritt wird aber indirekt gefördert durd die Industrie, welche zu

Der König hatte den Kopf eben zur Rechten gedreht. Er sprach nächst nur reiche Bücherliebhaber befriedigen will. mit Epernon, dem er ein Papier eingehändigt hatte. Sein rechter Der doppelte Fortfritt der Buchbrucerkunft, sowohl in Bezug Arm lag um den Hals des Herzogs, der linke auf der Schulter des auf die Erfindung neuer Methoden, als auch in Bezug auf eine vollHerzogs von Montbazon, der selbst den Kopf abwendete, um nicht zu kommenere Ausstattung der Büder, tritt und in der gegenwärtigen Aus, bören, was der König zum Herzog von Epernon und zum Marshall ftelung bei mehreren Ländern entgegen. Desterreich, Belgien, die de Lavardin fagte.

Schweiz, Preußen, Großbritannien, Dänemark, Griechenland, Holland, Wenn wir vom Arsenal zurüdkommen, sprach der König, will ich Sardinien, Sachsen, Württemberg, Portugal, Merito u. f. w. Saben Euch die Pläne zeigen, die Descure für den Marsch meiner Armee Drudproben and Drud-Apparate geschidt. Mande dieser Ausstellungen entworfen hat. Ihr werdet davon eben so befriedigt sein, als ich es sind nicht umfangreich genug, um von dem Zustande der Buchdruderwar, denn

Hier bra er ab und rief: Ah! id bin verwundet! Punft in den einzelnen Ländern, welchen sie zugehören, eine genaue Dann feste er hinzu: Es ift Nichts.

Borstellung zu geben; aber das Ensemble der Ausstellungen ist wohl Aber zu gleicher Zeit ftieß er eber einen Seufzer als einen Schrei geeignet, uns den allgemeinen Zustand der Buchdruderkunft in der aus, und das Blut poß ihm in diden Tropfen aus dem Munde. Gegenwart genau zu veranschaulichen. Sire! scrie Epernon, denfen Sie an Gott!

Die Sendungen des Auslandes enthalten sehr merkwürdige Stüde. Der König hörte diese Worte nody, dann faltete er die Hände Es treten uns Reichthümer entgegen, wo wir sie kaum erwarten. Der und hob die Augen gen Himmel. Aber gleich darauf fant "sein Haupt angedeutete doppelte Fortschritt giebt sich uns mehr oder weniger überall auf die Schulter des Herzogs.

zu erkennen, jedoch am entschiedensten in den Ausstellungen Frankreichs Er war todt.

und Desterreichs. Die Sache war so zugegangen:

In Desterreich ist es die faiserliche Buchdruderei zu Wien, die Der Mann im Mantel batte den Augenblid benußt, wo der ein mit neuen Versuchen vorangeht und fortwährend Erperimente anstellt. zige Diener zu Fuß, der noch beim König geblieben war, fein Knies Die faiserliche Buchdruckerei in Franfreich zeigt uns, inmitten der band fefter umlegte. Da glitt er zwischen ihn und den Wagen, brachte reichen Ausstellung ihrer Betriebsmittel, ein Werf, welches ihr in über das Rad weg seinen Arm in den Kutschenschlag und gab dem Bezug auf die Typographie die erste Stelle unter allen Budbrudereien Könige zwei Mefferstiche.

der Welt fichert. Er wollte ihm noch einen dritten verfeßen, aber der Herzog von In Bezug auf Einführung neuer Methoden, in Bezug auf fühne Montbazon fing ihn mit dem Aermel seines Wamses auf.

Anwendung der Physik und Chemie hatte die faiserliche Buchdruderei Der erfte Stoß, welcher dem Könige den Ruf: 3 bin verwun zu Bien son auf der Londoner Ausstellung die erste Stelle eingedet! entlodt hatte, traf ibn zwischen der zweiten und dritten Rippe, nommen. Sie hat seitdem diese ihre Beftrebungen weiter verfolgt. drang jedoch nicht in die Brufthöhle ein, sondern ging blos unter die Es sind kaum zehn bis zwölf Jahre her, daß diese Anstalt, unter der Brustmustel. Der zweite dagegen, etwas tiefer in der Mitte der Regierung des Kaisers Franz I. versuchsweise gegründet, einen bes Seite geführt, war zwischen der fünften und sechsten Rippe hindurch merkenswerthen Aufschwung zu nehmen angefangen. Sie verdankt dies in die Bruft gedrungen und hatte die Lungenflügel, so wie die Arterie ihrem Direktor, dem Herrn L. Auer, der trop vieler Hinderniffe fie am linken Herzobr, durchschnitten. Dieser Stoß hatte dem Könige das por dem drobenden Untergange bewahrt bat. Durd einen geschidten Blut aus dem Munde getrieben.

Wertführer, Herrn Boring, ift Herr Auer unterstüßt worden. Der Tod war faft augenblidlid erfolgt.

Das Publikum würde, um die österreichische Ausstellung in allen Die schauerliche Erecution Ravaillac's, die wir schon im „Neuen ihren technisden Einzelnbeiten verfolgen zu können, ein besonderes Pitaval" mit denselben Details gelesen, befoließt das jedenfalls inter- Wörterbuch in der Hand haben müssen. Man hat für jeden neuen efjante Büchlein, welches, wie Dumas verspricht, wenn es Anklang fin- Versuch eigene Benennungen eingeführt. Wir wollen hier nur das det, noch manche Nachfolger haben werde, bis zu Alexander dem Großen Hauptsächlichfte anbeuten, was am meisten geeignet ist, von der An. hinauf!

wendung der Elektrizität und der demischen Agentien auf die Buchdraderkunft eine Vorstellung zu geben.

Die Galvanoplastik, diese neue Runft, die uns auf der Welt

Ausstellung in verschiedenen Gestalten begegnet, zeigt sich am glänzendDie Buchdruđerkunft auf der Pariser Ausstellung. *)

ften in der Anwendung, die man von ihr in der Wiener Buchdruderei

gemacht. Die Kunst der Galvanoplaftit befteht bekanntlich darin, daß Von den verschiedenen Versuchen, die gegenwärtig im Gebiete der man mittelft der Voltaschen Säule Ablagerungen von aufgelöften Me. Buchdruderkunst gemacht werden, giebt die Welt-Ausftellung eine inter- tallen auf Metallen oder auf anderen Körpern bewirft. Die ersten efjante Uebersicht. Es geben diese Versuche einerseits darauf aus, galvanoplaftischen Versuche find, vor etwa fiebzehn Jahren, fast gleid. die Zusammenseßung der beweglichen Lettern der Mechanit zu unter. zeitig in Rußland und in England von den Herren Jakobi und Spencer werfen; andererseits will die Typographie die noch geheimnisvollen gemacht worden. Ein Defret vom 23. Februar 1852 hat einen Preis Kräfte der Elektrizität und des Lichts für einige ihrer Dperationen ben von 50,000 Francs ausgeseßt, um Erfindungen, durch welde die Annußen. Außerdem werden in Betreff des Abziehens der Drudbogen wendungen der Voltaschen Säule erleichtert und allgemeiner gemacht ober die dabei angewandten Vorrichtungen vereinfacht werden. Ferner Kunst der Galvanoplaftit in der nädsten Zukunft noch staunenswerthere zeigen sich die Fortschritte in Bezug auf den Farbenbrud febr bedeu. Wunder zu Tage fördern. Sie wird in dem Maße neue Fortfdritte tend; und die Kunst, Vignetten in den Text zu bruđen, erreicht eine machen, als die Macht des wunderbaren Apparats vermehrt werden wahrhaft ideale Vollkommeubeit.

wird, mittelft deffen man unter anderem die elektrische Telegraphie zu Die auf der Pariser Ausstellung fic barbietenden neuen Erdei Stande gebracht und dem fünftlichen Lichte eine bisher nicht geahnte nungen im Gebiete der Buchdrucerkunft sind zum Theil auch don Jatensität gegeben hat. Das Metall verwandelt sich unter der magiauf früheren Ausstellungen, besonders auf der Londoner im Jahre 1851, (den Wirksamkeit der Galvanoplastif, wie es vormals in den Samelzvertreten gewesen; ihr Ensemble aber ist auf der gegenwärtigen Welt- tiegeln eines Tycho de Brahe nicht gesehen ist. Durd die Voltasde Ausstellung ein vollftändigeres. Auch fehlt es an einigen ganz neuen Säule fann die genaueste Abbildung der Formen bewirkt und den Erscheinungen nicht.

feinsten Stoffen die größefte Feftigkeit gegeben werden. Als Beispiele Wir wollen nicht behaupten, daß alle die hier zur Schau geftell. fönnen in der österreichisden Ausstellung die auf Papier abgedrüdten ten Versuche wirklich dauernde Erfolge haben werden; aber wenn sie fossilen Ueberrefte antediluvianischer Fisde und die alten Medaillen auch ihren Zwed nicht volftändig erreichen, so haben sie als Beweise und Siegel dienen, die auf galvanoplastisdem Wege mit mathematischer des regen Strebens auf diesem Gebiete doc ihren Werth. Die Pari. Genauigkeit nachgebildet sind.

Die Galvanographie ist eine andere Anwendung der Voltaschen *) Nady einem Artikel des Moniteur.

Säule. Man läßt auf eine Zinkplatte, auf welde ein Rünftler irgend

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