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jedod diese Analogie nicht durch Gründe erwiesen, welche die Männer nahme, daß eine cronologische Liste der Höheren Beamten der Repu . der Wiffenschaft befriedigten, so wäre feine Entdeđung einfach eine blik geführt wurde, so wie, daß es nach dem gadischen Brande eine geistreiche Hypothese geblieben. Desgleichen mögen wir mit Vergnü. Art amtlicher Chronik gab. Aber inwieweit dieser bistorische Grunda gen die scharfsinnigen Vermuthungen Niebuhr's über die Begebenheid riß durch Berichte ausgefüllt wurde, die aus Leichenreden over Familienten und Einrichtungen in der ersten römischen Geldichtsperiode lesen; Erinnerungen, aus der Volfspoesie und der mündlicen Ueberlieferung aber daran zu glauben, sind wir durch Nichts verpflichtet. Ein Ge- ftammten; ferner durch wen und in welder Art diese Ergänzungen anschichtsforsder muß nicht nur die rüdwärts gewandte Prophetengabe gebragt wurden und bis zu welchem Grade dieselben glaubwürdig find, befißen; er muß, wenn er gelten will, aud beweisen, was er ahnt." das sind ewig unlösbare Fragen."

Wie Grote für die griechisde, so verwirft nun Lewis für die Am besten also, die altrömische Geschichte bleibt fteben, wie fie römische Gesdichte alle Versuche, aus Ueberlieferungen, die man ein von den klassischen Autoren berichtet wird, mit aller ihrer Naivetät mal im Ganzen für sagenhaft erklärt hat, nachträglich einzelne That- und Märchenhaftigkeit, und der Leser, der von den schwierigen und fachen herauszunehmen oder herauszudeuten, die dann geschichtlich sein großartigen Entdedungen in dem Dunkel der römisgen Vorzeit gebört jollen. So bespricht er z. B. die verschiedenen Lesarten über die Grün- hat, braucht sich seiner Erinnerungen aus der Schule nicht länger als dung Roms, beren er allein vierundzwanzig anführt, in folgender Weise: einer längst überwundenen Orthodorie zu sdämen! ,,Es ist für uns, bei der Dürftigkeit der Beweismittel, die uns zu Gebote fteber, følechterdings unmöglich, ein begründetes Urtheil über Werth und Ursprung der Tradition vom Romulus zu haben und etwa

Mannigfaltiges. zu behaupten, daß dieselbe von Anfang bis zu Ende unwahr sei. Aber dat barf dreift gesagt werden, daß Jemand, der von der Meinung aus - Tidudi's Thierleben der Alpenwelt. Die fürzlid bei geht, die Erzählung von Romulus sei Jahrhunderte nadi den darin be dem Verleger der Leipziger ,,3Uustrirten Zeitung" ersdienene zweite richteten Begebenheiten aus mündlichen Ueberlieferungen und legenden verbesserte Auflage von Friedrich v. Tschudi's ,,Thierleben der Alpenzusammengestellt worden, nicht berechtigt ist, einzelne Theile darauf welt") gehört zu den schönsten Erzeugnissen der neueren deutschen auszuwählen und dieselben einzig aus Gründen sogenannter innerer Presse und bestätigt dasjenige, was wir fürzlid (Nr. 81) über die vor Wahrscheinlichkeit für gefdichtlich auszugeben. Diejenigen z. B., die ein- englischen und französischen Erscheinungen sich bemerklich machenden mal den Romulus, wie den Tatius, für fabelhafte Personen, für bloße Ausstattungen deutscher Bücher unserer Zeit gesagt. Friedr. n. Tsdudi's Namen in einem erfundenen Drama erklären, dürfen auch z. B. nicht Werf bat fidh, als geistvolled Kompendium atler Beobachtungen der die Meinung bekennen, daß die gemeinsame Regierung der beiden Kö. zoologischen Alpenwelt, besonders so weit sie vor seinen schweizerischen nige darauf hinweise, daß das damalige Rom zwei getrennte Gemein- Landsleuten ausgegangen, sebr rad im ganzen literarisden Europa den, eine römische und eine sabinische, umfaßt habe, oder daß die Gen und auch jenseits des Atlantischen Meeres, wie wir aus amerikaschichte vom Raub der Sabinerinnen als ein Beispiel oder, wie man nischen Zeitschriften wissen, einen großen Ruf erworben. Die zweite sagt, typisch zu nehmen sei für das Fehlen eines internationalen Heirats. Auflage ist vom Verfasser aud in einzelnen Stücken des Tertes werechts zwischen beiden Völkern. ..... Diese Annahme von sogenann. fentlich bereichert. Ganz besonders aber gereichen ihr die neuen 3duten typisden Erzählungen widerspricht einer rationellen Geschichtsdreis ftrationen (24 landsdaftliche und zoologische Abbildungen) von E. bung und den Erfahrungen über historische Quellen noch mehr, als Rittmeyer und W. Georgy zur Zierde. Der Absanitt „Biografelbft die Vorausseßung, daß sich in den mündlichen Ueberlieferungen phieen und Thierzeichnungen", der bereits in der ersten Auflage den gewisse Thatsachen durch eine lange Reihe von Jahren unverfälscht anziehenderen Theil jedes Kreises des geschilderten Alpenlebens in der erhalten haben. Die ganze Methode läuft in der That auf eine ver- Bergregion, in der eigentliden Alpenregion und in der Soneeregion feinerte Wiederholung der rationalistischen Erklärungen wunderbarer bildete, ist durch die neu hinzugefommenen, auch fünstlerischen Werth Legenden hinaus, wie wir sie bei alten Geschichtsforidern finden. ... babenden Zeichnungen und feinsten Holz. (oder Stahl-) Schnitte ganz Freilich belächelt der fritische Hiftorifer der Neuzeit die alten Fachgen besonders werthvoll geworden. Da Tshudi mit seinen Darstellungen noffen, die z. B. den Herkules mit den Kindern des Geryon in einen auc viele poetische Schilderungen, die Verse geschäfter deutscher und Feldherrn an der Spiße einer großen Armee, oder den Riesen und soweizerisder Dichter, verwebt hat, so kann es wohl faum ein reizenViebräuber Cacus in einen kleinen Rönig und feine Höhle in eine deres, von einer Schweizerreise mitgebrachtes Geschenk für funst- und Bergfestung verwandelten; aber die Art, wie man heutzutage historische naturliebende junge Freunde geben, als diese neue Auflage des Thiere Thatsachen aus fagenhaften Ueberlieferungen herausbeutelt und 3. E.

lebens der Alpenwelt." in der Flucht eines gewissen Siculus eine Auswanderung der Siculer fieht, ist nur eine andere Form jener Sorte von Geschichtschreibung

Ein ägyptischer Gelehrter über den jüdischen Ka. und führt zu eben so unsicheren Ergebniffen. Als die ältesten griechis leuder. Der gegenwärtige Direktor der Sternwarte von Rabira schen und römischen Historifer die nationalen Ueberlieferungen auf. ist ein Aegypter, Namens Mahmud, der seine Studien in Paris, zeichneten, war von einem authentischen Berichte über die Jahrhunderte Brüssel und Deutschland gemacht und sich namentlich eine Zeitlang vorher geschehenen Ereigniffe schon nicht mehr die Rede, und wie

in Berlin aufgebalten hat. Direktor Quetelet in Brüssel giebt feis glaubwürdig jene Schriftsteller in Betreff der Begebenheiten ihrer Zeit nem ägyptisden Kollegen das Zeugniß, daß er während der zwei fein mögen: das, was sie von den ältesten Perioden ihrer vaterländis Fabre, die er in Europa zugebracht, einen ganz besonderen Eifer für fchen Geschichte erzählen, hat nothwendigerweise feinen historisden die Naturwissenschaften, namentlich für Meteorologie, physikalische Gede Werth. ... Und wenn nun Dionyfius, livius und die anderen alten graphie und Erdmagnetismus, an den Tag gelegt, und daß die SternHistorifer in Bezug auf die Geschichte der altitalischen Völferschaften warte in Rabira, wohin er jeßt zurüdfebre, unter seiner Leitung zu ohne authentische Materialien waren, so hat der heutige Forsber noch schönen Erwartungen berechtige. Kürzlich Hat Herr Mahmud in franweniger Aussicht, zu irgend welden Haltbaren Aufid lüffen über den zösischer Sprache eine Dentschrift über die Einrichtung des jüdischen besprochenen Gegenstand zu gelangen, oder durch Combinationen und Ralenders herausgegeben, worüber, eben so wie über den muhammedani. Ronjeftaren, wie gestreich dieselber auch sein mögen, ben Mangel po- fden Kalender, noch keine wiffensdaftliche Darstellung vorhanden sein fitider Thatfachen erseßen zu fönnen. Deshalb haben alle Untersuchun sou. Herr Liagre, Berichterstatter über diese Dentsdrift in der belgigen über die ersten Bewohner Italiens kein Fundament und folglich fhen Akademie, hat die Arbeit als etwas völlig Neues bezeichnet, **) auch feinen reellen Werth, und die gelehrten Abhandlungen, die wir was sich auch, wie er hinzufügte, von der über den muhamedanischen über die Geschichte der Pelasger, der Siculer, Tyrrhenier, Etrusker 2.

Ralender fagen laffe, mit deren Ausarbeitung Herr Mahmud eben besißen, sind leider insgesammt eben so nebelhafte Speculationen, als beschäftigt sei. Die gegenwärtige Form des jüdischen Kalenders reicht, die Untersuchungen der Vorvorderen über den Stein der Weisen oder nach dem ägyptischen Verfasser, bis zur ersten Hälfte des vierten Jabra das Lebengelirir. ..."

hunderts der christlichen Zeitrechnung, also bis zur Zeit des Konzils In dieser Art fährt Sir T. Lewis ført, die Hiftoriter von dem

von Nicäa, zurück. Herr Mahmud hat seiner Arbeit zugleich Konfordauza nun einmal zur Unfruchtbarkeit verurtheitten Streben nach Herstellung Tabellen zur Vergleichung der jüdischen und der christlichen Aera, und einer römischen Urgeschichte zurüdzuhalten. „Es ist unmöglich“, sagt zwar auf 250 Jahre vom Jahre 1845 ab, hinzugefügt. er, ,,für die Nachrichten über die erften fünftehalb Jahrhunderte der Stadt, wie sie von Dionys, Livius und anderen flaffischen Autoren ge *) Das Thierleben der Alpenwelt. Naturansichten und Thierzeichnungen geben werden, eine haltbare Basis aufzufinden. Mandes davon, zu- Auflage. Mit 24 Abbildungen 2. Leipzig, 3. I. Weber, 1854.

aus dem schweizerischen Gebirge. Von Friedrid v. Tschudi. Zweite, verbesserte mal wenn wir uns auf Gründe innerer Wahrscheinlichkeit einlassen, bat den Anschein historischer Treue. Dies gilt besondert von der Pe. Rornid, die der ägyptische Verfasser und der belgische Berichterstatter nicht gea

**) Es giebt eine werthvolle Arbeit über den jüdischen Kalender von Meyer riode nach der Verbrennung der Stadt. Es ift Grund zu der An. fannt zu haben scheinen.

D. N.

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nen und anderem Wurfgeschüß bereitgehalten, und jede Partei ließ es England.

sich besonders angelegen sein, die vortheilhafte Stellung auf der Anhöhe

zu gewinnen, von wo aus sie nach Art einer Kavallerie-Attacke berabs Aus Budingham's Autobiographie. *)

stürzte, um fo viele von den Feinden als möglich durch den Choc um. Der eben fo fruchtbare Schriftsteller als unternehmende Reifende zurennen. Ich kann mich nicht erinnern, daß der Shulvorsteher oder James Silk Budingham, von dem in unferem leßten literarischen Bes die Polizei fich je bemüht hätte, die Streitenden aus einander zu richte aus England bie Rede war, und beffen Selbftbiographie darin bringen; im Gegentheil nahmen die Lehrer entweder persönlich an dem mit Recht, als „ungemein unterhaltend, leicht, lebhaft und reich an Kampfe Theil, oder sie munterten ihre resp. Zöglinge dazu auf, und Stoff und Form" gerühmt wird, ift am 30. Juni auf seinem Land- da die Kämpfer an Zahl und Alter ziemlich gleich waren, so wurde gütchen bei London gestorben. Der Vollendung seiner in so interessan- mit großer Erbitterung gefochten, und es fehlte nicht an zerschlages ter Weise begonnenen lebensbeschreibung dürfte man demnach kaum nen Köpfen, blutigen Nasen,' zerquetschten Gliedern und zerrissenen entgegensehen können, es wäre benn, daß fich hinreichendes Material Kleidern." in den Papieren des Heimgegangenen fånde; vielleicht wird es daber Von dieser Mufteranstalt, welche lebhaft an die Didensschen unseren Lesern nicht unwillfommen sein, wenn wir sie mit den bisher Schilderungen von „Dotheboys Hall” erinnert, wurde unser Bererschienenen, uns gegenwärtig vorliegenden erften Bänden des Werte fasser durch den plöblichen Tod seines Vaters erlöst. Die Mutter, etwas näher bekannt machen.

deren Liebling er war, fonnte ihm die Bitte, fich auf der See vers Budingham wurde am 25. August 1786 in dem kleinen, am See- suchen zu dürfen, nicht länger versagen, und als neunjähriger Knabe ufer gelegenen Dörfchen Flushing, der Hafenstadt und Marinestation schiffte er sich auf dem königlichen Padetschiff „Lady Harriet" ein, Falmouth gegenüber, geboren. Seine Familie war feit zwei Jahr- dessen Befehlshaber seine älteste Schwester geheiratet hatte und vou Hunderten auf dem Meere heimisd; ein Mitglied derselben hatte auf der Familie beauftragt war, ihm seinen neuen Stand möglichst zu ver. der Flotte gedient, welche die ünüberwindliche Armada“ besiegte; ein leiden. Der junge Budingham ließ sich jedoch nicht abschreden; er zweites fam bei dem Schiffbruche des ,,Thunderer" um; fein Vater machte vielmehr noch eine zweite und dritte Reise mit demselben Schiffe, hatte sich als Capitain eines Handelsfahrzeuges ein hübsches Vermös bis es endlich von einer französischen Korvette genommen und nach gen erworben und brachte, nachdem er sich zur Ruhe gefeßt, den Abend Coruña aufgebracht wurde. Aus der Gefangenschaft befreit, in der seiner Tage damit zu, Segel- und Ruderböte zu bauen, auf welchen er troß seiner Jugend sein erftes, febr platonisches Liebesabenteuer er mit seinem kleinen Sohne die Rüfte auf- und abfuhr. Kein Wunder mit der zehnjährigen Tochter des Festungskommandanten bestanden also, daß auch dieser balb von dem glühenden Verlangen ergriffen hatte, warb er zu einem Buchhändler in die Lehre gethan, bei dem wurde, fich dem Seeleben zu widmen, von dem man ihn dadurch zu er fich anfangs ganz wohlgefiel und auch den Mängeln seiner Erbeilen fuchte, daß man ihn von einem Orte entfernte, wo das Schau- ziehung durch eifrige Nachftudien abhelfen konnte; doch kehrte er immer spiel des Meeres und der darauf schwimmenden majestätischen Fregatten wieder zum Seeleben zurüd, und nach mancherlei Abenteuern und oder schnellsegelnden Raper, die mit reichen französischen Prisen nach Wechselfällen, nachdem er sich als Baptistenprediger versucht, als Schreihause fehrten, den Knaben in seiner wachsenden Neigung bestärken mußte. ber bei einem Advokaten gedient, als Seßer in einer Dachstube don „Ich wurde daber“, schreibt er, „in meinem fiebenten Jahre nach einem achtzehn Pence täglich gelebt und sich bereits in seinem neunzehnten Dorfe Namens Hubbarton, einige zehn bis zwölf Meilen von Plymouth, Jahre eine Frau genommen hatte, sab er, side mit einundzwanzig Jahren entführt und dort der Aufsicht eines Herrn Scott anvertraut, der als Capitain eines schönen Westindienfahrers auf dem Wege zu Glüd einer Pensions-Anstalt für Knaben vorstand, von welchen ich unter und Ehren. Da ich", sagte er, puunmehr effektives Mitglied der 60—70 der jüngste war. Dies war für mich eine Quelle unsäglichen Handelsmarine geworden war; To besuchte ich regelmäßig Lloyds und Leidens, und während des Jahres, das ich hier verbrachte, habe ich andere Raffeehäuser, wo die Schiffscapitaine und Makler zu gewissen mehr Herzenskummer erduldet, als zu irgend einer anderen Periode Stunden des Tages zusammentreffen, so wie die Londoner Börse, wo meines Lebens. Der Schulvorsteher war ein Tyrann, seine Gebülfen Raufleute und Schiffsrheder, fich versammeln, Schiffe befrachtet, Lafaft noch schlimmer, und die älteren Knaben mißhandelten die jüngeren dungen gekauft und verkauft und Geschäfte zum Belauf von Hundertin einer unerträgligen Weise, indem sie das Beispiel ihrer Lehrer tausenden in einer Stunde Frist abgemacht werden. Ich muß jedoch nachahmten und noch übertrafen. Die uns gereichte Nahrung war so gefteben, daß mir die Zeit sehr lang wurde, die

ich nothwendigerweise kärglich, daß, trombem fie durch ihre Qualität, wie durch ihre Zuberei- in diesen Geschäftslokalen zubringen mußte. Obwohl ich mich mehr tung, Ekel einflößte, Schaaren von hungrigen Kindern sich des Nagts als die meisten meiner Kollegen für die Ausrüstung, die Disziplin und zusammenrotteten, um aus dem Bette zu steigen und die Speisekammer das schmucke Anseben der Schiffe unter meinem Kommando interessirte, ihres Inbalts zu berauben, welchen fte, nachdem sie sich oft noch überfo fonnte ich doch nicht gleiche Theilnahme an dem Steigen und Fallen die Beute gestritten, bis auf den legten Biffen verzehrten, ehe sie sich der Frachtpreise, den Sdwankungen der Märkte, den Kniffen, die man wieder zur Ruhe begaben. Die Betten waren hart, das Bettzeug grob zur Auftreibung von Waaren und Passagieren anwandte, und den Vora und unzureichend, und zwei oder drei Knaben mußten zusammen solafen. spiegelungen, durch welche man sich die zur Komplettirung der MannDie als Strafe vorgeschriebenen Aufgaben waren peinlichfter Art; so schaft fehlenden Matrosen zu verschaffen suchte, empfinden. Wo mich mußten wir z. B. die schwersten Kapitel der Bibel auswendig lernen, die Raufberren und Rheder mit einer Einladung zum Diner beehrten, was eben nicht geeignet war, und für die Heilige Schrift zu begeistern. fand ich die untadeligfte Gastfreiheit, so weit die Auswahl der SpeiGelegentlich machten wir Ausflüge nach benachbarten Ortschaften, an fen und der Weine in Betracht fam; allein der Hauptgenuß sowohl denen ich aber kein Vergnügen fand. Die bemerkenswerthesten Era bes Wirthes als der Gäste schien in möglichst starkem Éffen und Trineignisse waren entweder Zweikämpfe zwisoen ben Sulfameraden, die ten, in Lobreben auf die Freuden der Tafel und in Anekdoten von täglich vorfielen, obwohl die Streiter darauf rechnen konnten, nach glüdlichen Handelsoperationen an der Börse und im Comtoir zu lieBeendigung des Duells von dem Oberlehrer tüchtig durchgepeitsdt zu gen, während Literatur, Wissenschaft und Kunst niemals berührt und werden, ohne daß man danach fragte, wer der angreifende Theil ge- überhaupt kein Gegenstand von historismem, poetisdem, philanthropiwesen sei, oder regelmäßige Schlachten zwischen sämmtlichen Knaben schem oder religiösem Interesse ie mit einem Wort erwähnt wurde. unserer Schule und benen einer benachbarten Anstalt, als deren Schaus Das Resultat meiner Einweihung in die merkantilische Gesellschaft plaß gewöhnlich der Kirchhof oder der Abhang eines Hügels in der Nähe war mithin die Ueberzeugung, daß die tägliche Gewohnheit

, so wohl des Dorfes diente. Bei solchen Gelegenheiten wurden Haufen von Stei- feil als möglid zu kaufen und so theuer als möglich zu verkaufen",

die Wirkung hat, den Eigennuß und die Selbftsucht zu vergrößern *) Autobiography of James Silk Buckingham; including his Voyages,

und die ebleren Regungen des Herzens zu erstiden, und daß der hochTravels, Adventures, Speculations, Successes and Failures, faithfully and frankly parrated. London: Longmans. 1855. Zwei Bände. Berlia, finnige Charakter, den die populäre Tradition dem britischen HandelsÅ. Asher & Comp.

ftande zusohreibt, auf einer ganz irrigen Auffassung beruht.

Er entdeckte jedoch bald zu seinem Erstaunen, daß der Geschmack brach die Pest in Malta aus, seine Waarenlager wurden von einer an Bacchusfeften sich nicht allein auf Handelsherren und Schifføpatrone Feuersbrunst verzehrt, und er verlor nicht nur seine ganze Habe, besdränkte. Ein Börsenmakler, mit dem er befreundet wurde und den sondern auch alles, was ihm feine Londoner Handelsfreunde anverer als einen Mann von wissenschaftlicher Bildung rühmt, lub ihn zu traut hatten und wofür er nun aufkommen mußte. Seine Lage war einem Mittagsmahl ein, an welchem mehrere ausgezeichnete Literaten kritisch, aber er ließ den Muth nicht finfen. 3n Aegypten berrschte theilnehmen sollten. „Unter anderen war der Reverend Mr. Maurice, damals Mebemed- Ali-Paída, der eben mit Energie an der Regenes Hülføbibliothekar am Britischen Museum, gegenwärtig, der der Weltration feines Landes arbeitete und bei dem fähige Ausländer, die ihn hauptsächlich als Verfasser eines kostbaren und fleißigen Werkes über in diesem Werte unterftüßen fonnten, einer freundlichen Aufnahme indische Mythologie bekannt ist , welches fich damals eines hohen Rufes versichert waren.

(Schluß folgt.) erfreute, obwohl die Untersuchungen neuerer Orientalisten manche Irrthümer und Trugschlüsse darin aufgedeckt haben. Da die Gesellschaft nur aus Herren bestand, so war weder dem Genusse des Weins, noch

Frankreich den Gegenständen der Unterhaltung eine Schranke gereßt, und ich be

Industrie und Materialismus. merkte mit Ueberraschung, daß diese Gelehrten, bei denen ich die Mäßigfeit des Seneta im Verein mit der Weisheit des Sokrates zu finden

(Schluß.) erwartete, dem Wein mit einem Eifer zusprachen, wie er mir noch nie Geben wir von den großen Dingen zu den kleinen über und von vorgekommen war. Sie schienen drei Flaschen starken Portwein pro den moralisden Krankheiten im Großen in das Detail ber Sitten ein, Kopf für eine Kleinigkeit zu halten und citirten Pitt, For und Shes To sehen wir, daß die angeblichen Fortschritte felbft weit entfernt find, riban, welche als ,,Sechsflaschenmänner" berühmt waren. Ihre Unter. Wohlthaten zu sein. Die Industrie bat sehr wohlfeile Zeuge bervor. Haltung war so rob und obfcön, daß kein Seemann oder Militair fie gebracht, das ist gewiß; ade fönnen fast dieselben Kleider und so die. ohne Erröthen hätte anhören können, und ich wartete mit Ungeduld felbe flache, einförmige, langweilige Oberfläche zur Sdau tragen. Da. auf die Gelegenheit, einer mir so wenig zusagenden Gesellschaft zu für hat die Eitelkeit in riesengroßen Verhältnissen zugenommen. Die entrinnen. Der Schluß des Gelages ftand mit seinem ganzen Ver- Defonomiften haben Unrecht, bei ihrem Ralfül unseres gesellschaftlichen lauf in Einklang. Der ehrwürdige und gelehrte Orientalist des Bri- Zustandes die verschiedenen moralischen Ergebnisse, die diese oder jene tischen Museums, der zuleßt auf den Portwein noch einige Gläser materielle Erfindung berbeiführt, nicht in Anschlag zu bringen. Warum Cognac getrunken hatte, wurde total besoffen und fiel endlich külf- Z. B. ist in dem Gemälde, das sie uns von der gegenwärtigen Ge. und bewußtlos unter den Tisch. Seine grauen Haare, fein literaris fellschaft entwerfen, niemals die Eitelkeit als Schatten angebracht? fcher Ruf und die Heiligkeit seines Standes machten dies für mich Die Industrie, sagen sie, verbreitet die Wohlhäbigkeit durch alle Schic. zu einem der peinlichften Schauspiele, von denen ich je Zeuge gewesen, ten der Bevölkerung. Gut; aber wenn die Eitelteit sich mit in ihr aber die übrige Gesellschaft legte dabei die vollftändigfte Gleichgültig- Gefolge einsdleicht, was dann? Die Wohlthat wird dann nur eine keit an den Tag. Sein Diener wurde gerufen, mit dessen Hülfe man scheinbare sein, und aufs günstigste werden die Nachtheile die Bor. den anscheinend leblosen Körper die Treppe hinuntertrug, in eine theile aufwiegen, und die Gesellschaft wird in dem volftändigften Miethfutsche warf und nachhause fahren ließ --- und dies war, wie statu quo bleiben. Man kann inzwischen bei diesem halben Dpman mir versicherte, die gewöhnliche Schlußscene, wenn der ehrwür, timismus nicht stehen bleiben. Ein allgemeines Laster hat bei einer dige und gelehrte Gentleman zu einem Diner geladen wurde. So Nation Folgen, die in ihre Wohlfahrt mächtiger eingreifen, als die lebte man in London, wenigstens in gewissen Zirkeln, vor vierzig oder Erfindungen der Industie und die Argumentationen der Staatswirthfunfzig Jahren."

saftler. Zwei moralisde Thatsachen sind es, die auf den Menschen Da wir einmal bei diesem Thema find, müssen wir noch eine einwirten: der Nachahmungstrieb und der Trugsøluß von dem Scheine andere Mittagsgesellschaft erwähnen, die von unserem Verfasser be auf die Wirklichkeit. Wenn ich so angezogen bin, wie meiuesgleiden, schrieben wird. Er batte die Bekanntschaft zweier deutschen, mit West warum soll ich nicht so leben, wie er? Der Industrie ist es gelungen, indien handelnden Kaufleute, der Herren Daniel und Sigismund Rücker, dem Armen wohlfeilen Kauf& Dinge zu geben, die früher nur dem gemacht

, die ein Landhaus in Roehampton besaßen, wo sie einen Kreis Reichen zugänglich waren: Kleider, Hausgerätb, fogar Lurusgegenvon gebildeten Freunden um sich versammelten, zu welchen auch das ftände. Sie giebt ihm den Schein des Wohlstandes; unselige Gabe! Budinghamsche Ehepaar gehörte. „Als wir einst bei Herrn Rüder warum giebt sie ihm nicht auch die Wirklidfeit? So hat die 3uspeisten", schreibt er, befand sich unter den Gästen ein Offizier der duftrie mit ihrer Gefälligkeit Neigungen in dem Armen gewedt, die donischen Rosaken, der mit einer geheimen Mission seiner Regierung ihm früher unbekannt waren, und zwei schmähliche Lafter in ihm aus. nach England gekommen war. Obgleich in seinem Aeußern und seinem gebrütet: den Neid und die Eitelkeit. Aber der Neid ift für das Benehmen einem Wilden ähnlich, war er doch für den Augenblick Herz eine traurige Roft; um sich daran zu sättigen, muß man in einer ,, fashionable", und ohne feine Gegenwart hielt man keine Gesellschaft sehr niedrigen, febr verzweifelten Lage leben. Die Eitelkeit, die bat für vollständig. Zu jener Zeit (1813) führte Rußland mit Frankreich schon mehr Hülføquellen; sie versteht es, Alles umzugeftalten; fie lebrt einen erbitterten Krieg, in welchem es sich der wärmsten Sympathieen den Beamten, der von einem bescheidenen Gehalte lebt, sich den Schein des englischen Volfes erfreute, und so febr wurde dieser Kosat - des Wohlstandes zu geben; dem Wohlstand drängt sie den Sein des vielleicht der erste, den man in England geseben – von den Lon:

von den lon: lurus auf, sie versdont selbst den Reichen nicht und treibt iba, fico doner Kaufleuten fetirt, daß er eines Tages zur vollsten Börsenzeit mit fürfilichem Prunk zu umgeben. So burchläuft sie alle Stufen (high Change), zwischen drei und vier Uhr Nachmittage, auf das der gesellschaftlichen Leiter und zaubert wunderliche Verirbilder hervor. Piedestal der Mittelftatue im Börsenraum gehoben warb, wo er Wie viel besißt der Herr, der hier in seiner Equipage durch die vermittelft eines Dolmetschers die verschiedenen Fragen beantwortete, Straßen rollt? Man räth, kein Menso weiß es. Wie hodh beläuft die ihm die enthusiastischen Zuschauer vorlegten. Eine derselben war: sich das wirkliche Vermögen dieses jungen Elegants, und wie bestreitet „Wie viel Franzosen haben Sie mit eigener Hand erschlagen?" er seinen Aufwand? Und ein nod interessanteres Problem ,,Zweihundertfunfzig", verseßte er ohne Zögern, was zwar auch die dieser ehrliche Krämer, dessen Einnahme aufs Haar zu berechnen ist, Gläubigften fußig machte, aber dennoch ein dreimaliges Hoch für den wo treibt er die Mittel auf, seinen bescheidenen Haushalt in Gang Helden des Don hervorrief. Dieser Rosak war zum Diner bei Herrn zu erhalten? Das ist für uns ein Geheimniß; aber der Gottseibeiung Daniel Rücker und erhielt mit seinem Dolmetscher den Ehrenplaß zur weiß es gewiß. rechten hand der Hausfrau. Als aber das Effen aufgetragen wurde, So wäre dann dieser vermeintliche Wohlftand nichts als ein Ron machte er sich mit solcher Gefräßigkeit darüber her und verzehrte so un der und eine Fata morgana. In unserer Gesellschaft laftet bas Elenb gebeure Quantitäten Del, Senf, Effig und Sauce, daß er Allen, die nicht auf so zahlreichen Klaffen als ebedem; dafür hat der Zwang fiche in seiner Nähe waren, den Appetit benahm und mehrere von den über alle Bolfeschichten verbreitet. Die gesammte moderne Gesell. Damen aufstehen und sich vom Tische entfernen mußten. Jeder schien schaft lebt in den Tag hinein und in einer ungemein schwankenden daher froh, als das Diner vorüber war und der Kofał sich empfahl, Lage; sie schlägt sich durch mit allerlei Erfindungen, mit Kredit, Sdwin. um nady London zurückzukehren, wo er noch zu drei verschiedenen Soireen del; fie vertuscht ihre Rednungen, tilgt fie niemals. In dieser Ge. eingeladen war!"

fellschaft ist das Leben schwieriger als in jeder anderen; denn kraft Seiner Frau zu Gefallen beschloß jeßt Budingham, der unter neuer Vorurtheile, die widerwärtiger sind, als der alte Aberglauben, dessen durdy gelungene Speculationen ein nicht unbedeutendes Vermös wird die Armuth allgemein als etwas Simpfliches angesehen. Da. gen erworben hatte, fich von der See zurückzuziehen und ein Handlungs- her strebt Jeder, reich zu sein oder doch zu seinen; der Kredit, das haus auf Malta zu gründen. Für ein solches Unternehmen boten sich Vertrauen, die Ehre sind nur um diesen Preit zu haben. Daher muß ihm um fo günstigere Auspizien dar, als er durch seine öfteren Reisen man zu den ungeziemeudsten Maßregeln greifen; daher spannen die im Mittelländischen Meer mit den dortigen Berbältnissen genau be- Lüge, der Humbug ihre Neße immer weiter aus. Diese Krankheiten kannt und mit den verschiedenen, beim kaufmännischen Verkehr in der wuchern in dem von der Eitelkeit durchpflügten Boden; die Verachtung Levante gangbaren Sprachen - dem Arabischen, Neugriechisden, Sta- der Mittelmäßigkeit und der Durft nach Genuß sind die natürliche liänischen und Französischen - vertraut war. Allein zum Unglück Aerndte. Die Strafe bleibt nicht aus: man möchte gern diese Miß

brände abschaffen; es geht nicht mehr: fie sind eine Eriftenzbedingung Folau, entwiđeln sie, um Geld, um Carrière zu machen, eine Thätige der Gesellschaft geworden.

tigkeit, eine Kraft, eine Beharrlichkeit, wie sie nimmer ein Mönce Hier baben wir nun etliche Ergebniffe, die wir der Anbetung angewandt hat, um den Solingen des Bösen zu entgehen und alle ber Materie verdanken. Ueberat Eitelkeit und in Folge überall Zwang Triebe des alten Adam aus seinem Herzen zu reißen. Nichts feßt

ein gleicher Zwang zum Genuß bei Allen und in Folge beffen die fie in Verlegenheit, Nichts verlenkt sie von ihrem Ziele; was sie nicht Nothwendigkeit solcher Auskunftsmittel, die geeignet sind, jenem Hang begreifen, lassen fie fahren: die Neugierde gehört nicht zu ihren Fehlern. Borsqub zu leisten.

Ralt laffen fie die Revolutionen und die politischen Ereignisse an fich Die Industrie hat den modernen lurus geschaffen; jeder Dumm- vorüberziehen; das geht sie nichts an. Sie haben weder die Lafter topf staunt ihn mit offenem Munde an, und doch gehört er zu den ihrer Tugenden, noch die Tugenden ihrer Laster: sie können enthaltalterbeklagenswerthesten Erfindungen. Dieser Lurus hat nichts Hu- fam fein, lieben aber die Enthaltsamkeit nicht; fie find thätig, lieben manes: er dient dem Menschen nicht, wie er sollte, ale Draperie aber die Arbeit nicht; fie find ausschweifend, haben aber keine Freude und Rahmen; er ift um allen aristokratischen Charakter gekommen. am Genuß. Das ist das, leider sehr treue, durchaus nicht übertriebene Unsere Wohnungen entbehren jedes Adelo in ihrem Aussehen, fie be Bild des heranwachsenden Geschlechts. Es verheißt uns eine Gesells kommen keinen Geschmac, offenbaren feine Kunft. Ihr ganzer Reich- fchaft, die nach ihrem Gleichniß gemacht ist, in der sie allein werden thum besteht in den Geräthschaften und der inneren Ausschmüdung. leben können; eine harte, mitleidlose, egoistische Gesellschaft, die feine Der Mensch verliert sich in den überladenen Draperieen, Vorhängen, Spur von Hingebung aufweisen, in der sich der Grundsaß des Thomas Tapeten und Kronleuchtern. Das Gold glänzt an allen Wänden, und Hobbes, der Krieg sei ein Naturzustand, und der Mensch fei die kostbarsten Stoffe dienen zu gemeinem Gebrauch. Die Ueberfülle bon Natur der Feinb des Menschen, vollständig verleiblichen der Pracht und eine unverschämte Verschwendung rauben unserem Lurus wird. Diese neuen Generationen, die dennoch - wir müssen es zum alles Gepräge der Schönheit. Diesem Lurus, aller strengen Größe, Heil der Welt hoffen – manches edle Herz zählen, sind das leßte alles Adels bar, ist ein abstoßender, gemeiner Charakter aufgedrückt; und merkwürdigste Erzeugniß der Industrie. Sie macht die Gesellbiese Geräthschaften tragen das Siegel eines unlauteren Geschmads, schaft nach ihrem Ebenbilde, fie fabrizirt grausame Seelen, wie ihre diese Vergoldungen sind ein wüster Mishmasd, diese Draperieen mahnen Maschinen, und ausgetrodnete Herzen, wie ihre Produkte. an das Theater, und all dieser gediegene Reichthum glißert wie Flitter Wir haben nicht die Absicht, die Industrie anzuschwärzen; allein gold. Unwillkürlich drängt sich dem Beschauer die Frage auf: wer gerade, weil wir die wichtige Rolle kennen, zu ber sie in der modere mag wohl der Bewohner dieser Zimmer sein, die für eine Courtisane nen Gesellschaft berufen ift - eben deswegen wünschten wir fie unter oder einen orientalischen Nabob passen? Und er ist oft sehr überrascht, einen moralischen Einfluß gebracht zu sehen. An ihre Geschichte ift zu erfahren, der Bewohner fei ein ehrsamer reicher Bourgeois, der das Loos der Mittelklaffen größtentheils gebunden. Kömmt die Inte ein ordentliches und sonst ziemlich einfaches Leben führt, der aber duftrie von ihren Verirrungen zurüd, betritt fie bessere Bahnen, so ift den wunderlichen Einfall bekommen hat, fich eine Wohnung herzurichten, der Triumph der Mittelklassen gesichert; steuert sie aber einen falschen die man für das Foyer eines Theaters oder für die Zimmer einer Rurs, dann müssen die Mittelflaffen, d. h. die Sammtgesellschaft, um. fille entretenue halten könnte. Dieser Lurus von verdächtigem Ge fhlagen und zugrundegeben, denn die Industrie ist eine große That. schmack und roher Ueberfeinerung ist inzwischen Alles, was die Industrie sache, insofern sie das Mittel ist, eine Hauptidee der französischen Revom künstlerischen Gesichtspunkte aus Bemerkenswerthes geschaffen hat. volution zu verwirklichen. Welches sind die Prinzipien der Revolution? Man hat oft gesagt, die Industrie tödte die Kunst; man sagte richti Etwa die Devise: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit? Rein; diese ger, fie erniedrige sie. Je mehr und mehr bringt sie dieselbe zur Des zu metapbyfische Formel sóließt eber Wünsche und fernliegende Ben coration und Drnamentation berab. Hausgeräthe, Broncesachen, Sta- strebungen als Prinzipien in fich. Schält man das Wert der Revo. tuetten, Zeuge - das sind unsere plastischen Künste, unsere Skulptur, lution aus seinen dimärisden Wünschen, feinen Träumen, feinen an. unsere Malerei. Wenn es wahr ist, daß die Künfte genau das soziale tifen Anklängen, seinen materiellen Theorieen, so bleibt nur ein DopLeben wiederspiegeln: bann fönnen wir nur eine sehr betrübende Meis pelfern: Die Substitution der Arbeit für das Privilegium, nung von uns selbst haben. Stubenmaler sind unsere Raphael, Muster- die Substitution des Amtes für die Geburt. Das Befehlen zeichner unsere Michael Angelo, Tapezirer unsere höchsten Geschmacks fod nicht mehr an den Adelstitel gebunden sein und dieser dem Men. leiter; baben wir es nicht weit gebracht? Doch wir wollen auch ges fohen feine Rechte mehr über den Menschen, so wie das Privilegium recht sein, durch die Industrie hat die Kunft einen neuen Fortschritt feine Rechte über den Boden und den beweglichen Reichthum, geben. gemacht, der darin besteht, das Genie durch die Thätigkeit einer phy- Das Befehlen, wie das Gehorden, soll an das Amt geknüpft und der fischen Kraft zu erseßen: die Daguerrotypie macht die Titiane, bie Reichthum eine Frucht der Arbeit sein. Eine neue Hierarchie soll die Photographie die Correggio's entbehrlich. Die Partei, die für den ganze Gesellschaft umspannen. In ihr fou, von der untersten bis zur modernen Fortschritt glüht, war rein weg vor Staunen über die Werte obersten Staffel, Jeder nur die ihm überwiesenen Functionen im Ra. dieses wundervollen Malers, der Sonne. Etwas mehr Zurüdhaltung men der metapbyfisden Person, der Staates, verrichten. Das war der würde ihr besser anstehen. Diese Erfindungen, wie alles Mechanische, ideale Entwurf der französischen Revolution und der wahre Siun ihrer Alles, was des moralischen und humanen Moments entbehrt, sollten Reformen. Jeder fiebt, daß die Verwirklichung dieses Planes über. uns nur in sehr mäßigem Grade begeistern.

schwängliche Tugenden anspridt: eine heiße Arbeit ohne Aussicht auf Hier haben wir nun einige der Mängel, welche die nichtgeregelte großen Lohn – denn sie ertheilt nur einen persönlichen Grad, feinen Industrie in der Gegenwart erzeugt hat; was spart sie uns für die Titel -, eine große Hingebung an die Gesellschaft, eine feltene Be. Zukunft auf? Beobachten wir gewiffe Zeichen, dann ist diese Zukunft, fcheidenheit; denn ein Amt obne höheren Rang ist nicht gemacht, in leider, vielleicht noch trauriger, als die Vergangenheit. Die uns vor Versuchung zu führen. Der Nubm, die Eitelkeit, der Stolz fonnten angegangenen Generationen hatten noch manche Eigenschaft, die für bei solchem Plan nicht ihre Rechnung finden. Die Gesellschaft verdie Irrthümer und Fehler schadlos hielten; allein die beranwachsenden langte von seinen mit der Führung des Staats Betrauten einen glanzund die faum ins Leben tretenden Generationen, fie versprechen, ihre Tofen Heroismus, eine ganz bürgerliche Unbestechlichkeit, den Fleiß eines Bäter, die nicht den Muth gehabt, sich dreist von allem moralischen Sinn Comtoiristen, den gesunden Verstand eines Gescäftsmannet. Um dieloszusagen und sich jeder Sorge um Interessen, die nicht der Materie sen plan einer auf die Idee der Arbeit und die Idee der Amtsthätig. angehören, zu entschlagen, weit, weit hinter sich zu lassen. Diese Kin teit gegründeten Gesellschaft ins Wert zu feßen, boten sich zwei Mite ber machen uns zittern. Bei ihnen suchet 3hr vergebens das Jugend- tel: bie Administration und die Industrie. Unter die unmittelbare liche, irgend eine seiner edlen Täuschungen, die reizende Unbekümmert- Beaufsichtigung des Staates gestellt, blieb die Administration dem heit, welche die Jugend kennzeichnet. Das Ritterzeitalter, das seit lange Programm der Revolution treu; allein die Industrie, dieser Beaufo gestorben war, lebte doch mindestens alle Jahre mit dem Erblühen fichtigung entzogen, verlor bald die Idee, die sie verwirklichen sollte, der jungen Generationen wieder auf; heutzutage aber haben die pro aus dem Gesicht: die fittliche Idee der Arbeit war ihr nicht mehr Prinfaischen Wirklichkeiten die Juusionen verdrängt, an denen fonft der zip und Zwed, fie behielt nur die Speculation und den Reichthum, Jüngling zehrte. Hißig, gierig, unbarmherzig wie durch das Hand- den Genuß und den luruo im Auge. wert geftählte Wucherer, mitleidslos wie alte Soldaten, die zu viel Die Mittelklassen mögen jedoch wohl bedenken: das gdeal der Schmerzen und Blut gesehen, um leicht gerührt zu werden – baschen Gesellschaft, die sie gegründet haben, das bei weitem fittlider in seie diese Jünglinge hinter dem Reichthum ber, wie sie ebedem dem Ver

nem Prinzip ist, als das Ideal der alten Gesellschaft, legt ihnen eine gnügen nachgejagt sind. Sie haben keine Leidenschaften, fennen die Liebe weit größere Summe von Tugenden und eine weit werere Verant. nicht; ihr Herz ist leer, selbst ihr Blut ift kalt. Zittert, wenn 3hr ihnen wortlich feit auf. In der That, dieses Zdeal, wenn verwirklicht, for. die Hand drüdt; 3hr fühlt feinen Gegendruck von diesen abgelebten dert eine solche Selbstverleugnung, daß das Privatvermögen, nur als jungen Greisen. Es sieht aus, als wenn ihre Väter ihnen im Blute anvertrautes Gut angesehen, den Besißer der Gesellschaft verantworte alle Erfahrungen, alle Enttäuschungen, alle seit fünf oder sechs Gene lich macht. Diese Auffassungsart der Frage ,ift freilich der Sabgier, ra en angehäufte Zweifelsucht vermacht hätten. Sie glauben nur dem zügellosen Heßen nach Reichthum nicht recht; allein sie ist den an Eines: an das Geld; sie haben keinen anderen Gott, als den vollen Prinzipien der Neuzeit entsprechend, und weift man sie zurüd, so fann Beutel, fie erkennen feine andere Macht an. Geschmeidig, gewandt, man sich nicht mehr auf diese Prinzipien berufen. In jedem Ben

rufe, ob im Staatsdienft oder bei freiem Gewerbe, haben wir uns alo einer zusammenhängenden, authentisden Geschichte der dunfelften Zeita Beamte anzusehen, an welche die Gesellschaft Ansprüche bat. Die Arm räume des Alterthums. In dieser Beziehung namentlich haben wir beit, nicht der Reichthum, muß unser Endziel sein; von uns Aden er einem Müller, einem Weber, einem Benfey und einem Roth wartet die Gesellschaft Dienfte, nicht, daß wir unsere persönliden Neis dankbar zu sein, deren Arbeiten fo viel bereits geleistet und mehr noch gungen befriedigen. Die Jadustrie ist nur eines der Mittel, diese versprechen für die Wiedererweđung der Literatur der Bedas. Ideal zu verwirklichen; fie fann nichts anderes fein, ohne ein Mittel ,,Groß, wie die Verpflichtung ist, welche die gelehrte Welt gegen der Anarchie zu werden. Sie muß fic mehr bescheiden, und anstatt diese Männer der Wissenschaft hat, haben sie doch besonders den Hin. fich für eine Königin zu halten, muß sie zur Magd werden; denn sie bus eine unschäßbare Woblthat erwiesen, indem sie denselben ihre beilibekleidet keine einzige gesellschaftliche Function. Sie ist nun und nim gen Offenbarungen in volftändiger, eleganter, forretter und gebiegener mermehr des Menschen höchftes Ziel auf Erden; bac Ziel der Mensch. Form zugänglich gemacht, wofür unsere Landsleute diese Männer ale heit ift nicht der Reichthum, sondern die zeitliche Verwirfligung der ihre zweiten Byafas verehren werden. moralisden Ideen, die wir in und tragen; denn das Reid des Ideals

Radhafant, Radida Bababur.und der Religion fou allerdings von dieser Welt sein und fou im Ber. lauf der Seiten fide auf Erden gründen, oder die Geschichte ist ein

Mannigfaltiges. finnloses Märden, und dann will ich gern einräumen, daß Reichthum und Lurus bas Ziel der Gesellschaft seien. Bis aber dieser Sak ben

Die Brüder Splagintweit in Dftinbien. Bon ben wiesen ist, bestehen wir auf der Forderung, daß die Macht der 3. drei Brüdern Solagintweit, die sich seit dem März d. 3. auf einer duftrie getteilt, daß fie als Mittel, nicht als Zwed angesehen werbe; (von Humboldt angeregten und von der britisch-oftindisden Compagnie daß ihre Vertreter zur Ueberzeugung kommen, fie seien Vertreter einer unterstüßten) wissenschaftlichen Expedition im Himalaya-Gebirge ber sittligen 3dee, nicht einer materiellen Chatsache; endlich verlangen wir, finden, find Nachrichten aus Dftindien eingegangen, wonach der Ben daß der öffentliche Geist diese Macht träftig im Baume balte, damit berrscer pon Nipal nicht zu bewegen war - ungeachtet man ihm fie nicht über ihre Gränzen hinausgreife. Rur unter diesen Bedin. wahrsdeinlich vorgeftellt, daß die Reisenden blog ,,beutsche Gelehrte gungen werden die Mittelklassen die moderne Gesellschaft retten. - feien, von deren Beobachtungen er nichts für die Sicherheit seines Die Menschheit wird sich nicht zu Gunften der Induftrie und ihrer Mas Reiches zu besorgen habe - dieselben in sein Gebiet einzulassen, so Idinen ins Krankenbett legen und der moralisden Sklaverei verfallen. daß die Brüder vorläufig darauf beschränkt fein werden, den britischen Der Geist, der die Welt leitet, ist mächtig genug, die Thatsachen, die Antheil der Himalaya-Kette in geologisder, meteorologischer und erba eine zu ungeheuerliche Ausdehnung nehmen oder einen verhängnißvol- magnetischer Beziehung zu durchforschen. Hermann Schlagintweit len Einfluß gewinnen, in die gebührenden Soranten zurüđzudrängen. war von Ralfutta nad dem Siffim-Gebirge aufgebrochen, während

Adolph and Robert fic nordwestlich wandten, über Benares, Allahabab

und Futtegury gingen und bereits Mitte Aprils in Nainy-Tal in Kua Ditindien.

mara antamen, nachdem sie bis zu einer Höhe von 8700 Fuß zahlreiche Der Madscha Kadhakant über deutsche Leistungen

Beobachtungen angestellt. Zu Milum, an der Oftseite der Nanda Dewia anf dem Sanskrit -Gebiete.

Gruppe, wollten sie ihr nädstes Hauptquartier aufschlagen, um don da

nach Thibet vorzudringen. Näheres über ihre bisberige Reise wird das Wir haben fürzlich eines charakteristischen Schreibens gedacht, das fünfte Heft von Petermann's ,,Geographischen Mittheilungen“ bringen. ein indisder Pandit in Benares an die Dümmlersde Verlagsbuchhandlung in Berlin erlassen. Als Seitenstüd dazu ist und der Inhalt eines Belgische Preisfragen. Die fönigl. Akademie von Brüffel Briefes mitgetheilt worden, den ein anderer gelehrter Hindu, der Rade, bat fid in einer ihrer leßten Sißungen mit der Stellung zweier Preis. sha Rabbalanta-beva, Verfasser eines Sansfrit-Lerifons in fecho Folio- fragen beschäftigt, deren Lösung fie für das Jahr 1857 erwartet. Die Bänden, an einen deutschen Herausgeber fanskritanischer Forschungen eine dieser Fragen lautet: „Welches ist der Einfluß der Civilisation gerichtet hat. Wenn es schon an fic erfreulich ist, wahrzunehmen, wie auf die Poesie gewesen" und da et, wie Herr Quetelet, der Antrage fidh die Perrschaft der heutigen Wissenschaft und Kunft bis über den steller, bemerkte, bei Lösung dieser Frage ebensowohl auf die Form, Indus und den Ganges erstredt, so muß es deutsden Lesern um so in welche die Beantwortung eingekleidet wird, als auf den Inhalt aninteressanter sein, speziell die Leistungen des heimischen Geistes in fo fömmt, so werden die betreffenden Konkurrenzsdriften auf die Abfassung ferner Zone, und zwar von einem Manne, der unter den Hindus eine in französischer Sprache beschränkt. Dagegen hat eine folche Beschrän. wissenschaftliche Autorität ist, anerkannt zu sehen. Der in englischer fung bei der Stellung der zweiten Preisfrage, welche die niederdeutsche Sprache abgefaßte (vom 17. Mai d. 3. datirte) Brief enthält unter Sprache in ihrem Verhältniffe zu anderen deutschen Dialekten zum Anderem Folgendes:

Gegenstande bat, natürlich nicht Plaß gegriffen. Auf den Antrag des „Das gegenwärtige Jahrhundert fana als das Zeitalter der Ent- Abbé Carton soll es fich bei Beantwortung dieser Frage hauptsächlich bedungen darakterisirt werden. Es ist gekennzeichnet durch die ums um eine vergleidende Studie gewiffer Wurzelformen handeln, die allen fassendsten Errungenschaften von Wissenschaft und Kunft; gleichzeitig germanischen Sprachen zwar gemeinsam sind, sich jedoch nur noch im aber auch durch die edelsten Erzeugnisse des europäischen Geiftes. Mitten Blaemisden pouftändig erhalten haben. Herr Carton behauptete, daß unter den Wundern, die das mensolide Genie bervorgerufen und die fich mit Hülfe dieser im Vlaemisden erhaltenen Wurzelformen manche uns rings umgeben, nehmen wir, die wir die vollftändige, folossale beraltete Ausbrüde deutscher und englisher Schriftsteller, die selbft Entwicelung älterer Zweige der Wissenschaft beobachteten, zugleich Deutschen und Engländern unverständlich wären, leicht erklären ließen, die jugendlichen Reime vieler neuer Wissenschaften wahr, die sich im und daß er sogar einmal mit Hilfe des Blaemischen einigen enge Stillen während der leßten zwanzig Jahre zu entwideln angefangen lifden Reifenden, mit denen er in einem Eisenbahn-Coupé zusammen. und unter denen wir die Ethnographie mit den ihr untergeordneten getroffen, Shakespeares de Verse explizirt habe, deren Sinn ihnen unZweigen der Anthropologie und vergleichenden Spragtunde (Glosso- verständlich gewesen. In den Eisenbahn-Coupés findet man freilich logy) bervorheben.

zuweilen audy Engländer, denen der gesammte Shafespeare ohne und „Es dürfte wohl, wie is glaube, von allen Wissenschaftsmännern fogar mit Hülfe des Blaemischen underständlich sein mag. zugegeben werden, daß, unabhängig von den vielen interessanten Gegenständen der Betrachtung und des Studiums, die der ausgebreiteten Kultivirung der Sanskrit-Literatur in Europa verbanft werden, diese das hauptsädlid fte, wenn nicht das einzige Moment ift, welches die

Literarischer Anzeiger. Gloffologie zu einer Wiffenschaft erhoben und dem Philologen den

In unserem Verlage ist so eben erschienen: Shlüssel an die Hand gegeben hat, vermittelft dessen er die Geheim

Versuch nisse des Baues und der Berwandtschaft der berigiedenen Sprachen älterer und neuerer Zeit zu erforschen vermag.

einer wissenschaftlichen Begründung der Psychologie , Die durch das Studium des Sanskrit den philologijden For

Professor Dr. P. Jessen. sdungen zu Theil gewordene Unterstüßung ist noch wesentlich erhöht

Gr. 8. worden durch die, wenn auch noch unvollkommene, Kenntniß der alten,

Geheftet 45 Bogen. 3 Thlr. 25 Sgr.

Dass einer der berühmtesten Irrenärzte die Resultate reicher Er. ießt gänzlich außer Anwendung gekommenen Form jener überaus ehr- fahrungen und lebenslänglichen Nachdenkens in einer umfassenden Dar. würdigen Sprache, in welcher die Vedas geschrieben sind, wozu wirstellung der Psychologie niederlegt, darf gewiss als eine in der Gedenn auch die Entzifferung der feilförmigen Inschriften zählen, den

schichte der Wissenschaft einzige Erscheinung angesehen werden, die

in gleicher Weise die Aufmerksamkeit des Arztes wie des Philoerleichterten Zugang zu der Zendsprache, die Zusammenstellung der sophen in Anspruch nehmen wird. neueren nationalen Spraden - Gruppen und den beginnenden Ausbau Berlin, Juli 1855.

Veit & Comp.

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