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vorgiebt.) Durd Herrn Mariette's Ausgrabungen hat man nun auch den umfangreichen Grabtempel des verewigten Apis (Osiri babi, des

Dfiris, d. t. felig geworbenen) oder, wie der Grieche es nannte, Aegypten.

des Serapis entbedt und damit einen wichtigen Beitrag zu der ReliDas Serapäum bei Memphis.

gionsgeschichte des alten Aegyptens gewonnen.

In der Todtenstadt von Memphis, bei den Pyramiden von Sa. Es ist in diesen Blättern bereits mehrfach die Rede gewesen von farah, wo ein Hügeldamm bisher die Spur dieser darunter begrabenen der für die Wissenschaft fo folgenreicher Entdedung, die der französische Denkmäler bewahrt hatte, ftanden durch eine von Oft naco West geGelehrte, Herr Mariette, im Herbsie des Jahres 1851 in der Todten. hende Sphinr-Attee verbunden, die schon zu Strabo's Zeiten im Sande stadt des alten Memphis zu machen das Glüd hatte. Nach mehrfachen verschüttet lag, zwei Serapäen, nac Weften zu das ägyptisde, eben Andeutungen in wissenschaftlichen Zeitsdriften oder Reiseberichten, wie jenes Grab der Apisleichen, und öftlich das griechische, das unter sie z. B. Brugsch darüber gegeben, hat endlich Herr Mariette zum Ptolemäus Soter 1. gegründet wurde und wieder mebrere Gebäude ersten Male etwas Genaueres über das Ergebniß seiner Forschungen (bas Pastophorion, Anubidium, den Tempel der Aftarte und des mitgetheilt, und zwar im ardhäologischen Bulletin des Athenaeum Fran- deskulap) umfaßte. çais (Mai, 1855, S. 75). Wir fönnen nichts Beffered thun, als die Was bas ägyptische Gebäude betrifft, so war es, wie die meisten gewonnenen ficheren Resultate so vor dem Leser aufstellen, daß er Tempel in diesem lande, mit einer vieredigen Mauer eingebegt und ein möglichft klares Bild von der Thatfache felbft erhalte, wie wir zerftel in den oberirdischen Theil (Kapellen und andere Gebäude) und es uns selbst zu machen eifrig bemüht gewesen sind. Hieran wollen den unterirdischen, von dem gleich näher die Rede sein soll. wir Einiges fügen, was das Verständniß des Ganzen zu erleichtern

Wären die Gräber der Apisftiere in ihrem ursprünglichsten Zuund die Wichtigkeit der Entbedung ins gehörige licht zu feßen im ftande geblieben, so würde es eine leichte Arbeit für den Gelehrten Stande ift.

gewesen sein, die Ordnung derselben aufzufinden und demgemäß die Weltberühmt im Alterthume war der von den Aegyptern göttlich gesdichtlichen Thatfachen festzustellen; so aber sind sie bereits in sehr verehrte Stier Apis zu Memphis, von den ältesten Zeiten bis zum alter Zeit erbrochen und theilweise verwüstet worden. Soon ald man Verfali des Heidenthums. Shon die Griechen der mythischen Zeit noc Hieroglyphen lefen konnte, wie das Ausfraßen des Apisnamens kennen ben baselbft von der fubgestaltigen 30 gebornen Epaphos in Ž. B. beweist, war man in diese unterirdischen Räume eingedrungen, Stiergestalt, von dem die alten Danaerfönige, welde vor den Atriden wahrscheinlich als Theodosius das Aufhören der heidnisden Religionen im Peloponnes herrschten, ihr Geschlecht ableiteten. In ihm gipfelte geboten batte; eine spätere Verwüstung fand durch die Araber unter die Thierverehrung der Aegypter, die, wenn auch sonst im ganzen Heisdem Chalifen Mamun statt, und so ist es gekommen, daß die Mumien dentyume nachweisbar, doch bei feinem anderen Volfe eine so syfte. aus ihren Zellen geschleppt, die Statuetten, Botivtafeln u. f. w. durch matilde, streng geregelte Form hatte. Man weiß mit Bestimmtheit

, einandergestreut find, daß eine Unordnung Herrscht, welche erst langer daß Apis, wie aud andere beilige Thiere, als ein Bild der Seele des Sichtung und Prüfung bedurfte, um Jebem wo möglic seinen ursprüng. Osiris, als lebendige Verkörperung einer Zeitperiode, eines Ofirid, lichen Plaß anzuweisen. Herr Mariette hebt diesen Umstand namentlebens galt, weshalb er nur eine beftimmte Anzahl Jahre lebte und lich hervor. So ist es ihm denn gelungen, das Vorhandensein von dann an dem Schlusse der Periode getödtet wurde, um feinem Nach

64 Apigleichen nachzuweisen, deren älteste der Zeit Amenophit III. anfolger Plaß zu machen. Tödtung wie Aufsuchung und Einführung gehört. Seine Regierung fält nach der Aera des Amoses, die mit des neuen Apis waren mit einer Menge symbolischer Ceremonien ver.

1667 anfängt, von 1550 bis 1520 v. Chr. Die Zahl der größeren knüpft, und es darf uns nun nicht Wunder nehmen, wenn wir dem und kleineren Denkmäler, bie fid in diesen Räumen vorgefunden, be gemäß gewaltige Gebäude und Räumlichkeiten finden, in welchen dieser trägt etwa 7000; dod beziehen fich deren nur etwa 3000 auf den Rult geübt wurde. Bisher wußte man eigentlich nur etwas von dem Apis felbft

. Tempelhofe, in welchem ber lebendige Apis gebalten wurde; er war von

Die Art und Weise der Bestattung war zu verschiebenen Zeiten Pfammetich in dem großen und practvollen Reichstempel des Ptah berschieden, und es ist die Feststellung dieser Perioben eines der Haupt. oder Hephästos angebaut worden, obidon bereits früber eine ähnlice ergebniffe diefer Nachgrabungen, da fie deutlich bestimmte Absonitte Räumlichkeit vorhanden sein mußte; denn der Kult des Apis bes in der Religionsgesdichte des alten Aegyptens anzeigen. ruhte auf der Religion des Ptay, indem er die Namen dieser Form 1. Die Bestattungsweise der älteften Zeit bis Amenophis III., des Dsiris (Ptah, Sokari, Husire) selbft führte und für Ptab ange. welche, wie wir streng gesdichtlich beweifen können, nur gegen 600 Jahre seben wurde. Es waren in diesem Hofe zwei Häuschen (Thalami von beträgt, ist unbekannt. den Griechen genannt) angebracht, in welche er nach Belieben eintre II. Periode von Amenophis III. bis zum dreißigften Jahre ten konnte, zugleich aber dadurch, je nachdem er in das eine oder das Ramses II., 8. i. von 1550 — 1354. Während dieser Zeit wurde andere ging, den Aegyptern Heil oder Unheil ansagte. Ein drittes jeder Apis in einer eigens dazu hergerichteten Grabfammer bestattet, war für die gleichfalls hod verehrte Mutter des Apis bestimmt. Un zu der schief hinunter ein Gang führte, während gerade über dersel. Rasenpläßen, Baum-Anlagen, Springbrunnen wird es in diesem Aufo ben eine Kapelle in Form der gewöhnlichen Tempelpylone ftand. Die enthalte des Gottes der Aegypter nicht gefehlt haben. An diesen Ort Thür war nach Often gerichtet; und Apis lag in einem hölzerner Sarknüpfte sich also der Kultus des lebendigen Apis, oder habi anech, kophage, worin überdies Statuetten mit Titel und Namen der jedeswie er ägyptisch heißt; hier wurde er gepflegt, um Drafelsprüche durch

mal zu der Zeit der Bestattung lebenden höchften Beamten der Stadt Zeichen befragt, bei der Fütterung von den betreffenden Priestern fich befanden. mit den Gottespräbifaten angefangen, von hier aus an seinen Festen, III. Von Ramses II. bis ins zwanzigste Jahr Pfammetic 1., b.i. worunter die sieben Geburtstage gehörten, im feierlicher Umzuge bei von 1354–651 v. Chr. Ramses (oder vielleicht schon sein Vorgänger) Gesang und Musik durch die Straßen von Memphis und zurück geführt

. hatte eine große unterirdische Galerie gebaut, welche bereits auf lange Wenn er starb, sei es natürlichen Todes oder nach den religiösen Jayrhunderte hinaut die Kammern der Apismumien enthielt. Sie Vorschriften, fo wurde nach festem Ritual eine Todtentlage durch ganz war an 100 Meter lang' und enthielt zu beiden Seiten des Ganges Aegypten um ihn angestellt, und seine Mumie unter myftisden Bes ie vierzehn derselben, ziemlich roj gearbeitet. In der Mitte jeder bräuchen von den Dsirio-Priestern an einem unterirdisden Orte bei. Dieser länglich vieredigen Zellen stand ein Sarfophag aus Stein mit gesegt. So viel wußte man bis ießt. Die Vermuthungen, welche der halbmondförmigem Deckel, auf dessen Boden sich die Statuetten der einst berühmte Aegyptolog Jablonsky über denselber machte, berubten betreffenden Obrigkeiten befanden. Die zu den Gräbern gehörigen auf ganz unzureichenden Vorlagen und haben sich daher als unbaltbar Rapeñen ftanden oberirdiso gerade über den Zellen und enthielten die erwiesen, doch muß erwähnt werden, daß bereits damals der franzöfische Reifende Lucas bei Memphis Apis-Mumien entdedt zu haben *) Voyage troisième de Paul Lucas. T. 1, p. 346.

Votivtafeln, welche fromme Besucher dem betreffenden Apis geweiht mittelft der Kauwerkzeuge fabrizirten Tabaks-Ertrakte, das nachdenkliche hatten. Später wurden dieselben auch in dem Korridor der Galerie Fallenlassen des Hutes auf den Rodfragen und die damit verbundene angebracht, nur nicht in den festverschlossenen Zellen selbst, während Bersgloffenheit der die nadte Stirn durchkreuzenden Gedanken und die Statuetten darin, ja felbft bisweilen im Innern der Mumie selbst vor allem den smarten Humbug ,,originelt“ und deshalb nachahmensfid befinden. Dies ist auch sehr begreiflich, denn die Bilder mit den werth zu finden! Namen hoher Obrigkeiten sind etwa das, was bei uns die in den ge Humbug! Wie wäre es möglid, aud nur einen kurzen Abriß der legten Grundstein u. . w. eingemauerten Münzen, Schriftstüđe u. 7. W. amerikanischen Welt zu geben und dieses unüberseßbare Wort zu um

Unter Psammetid fand ein schrecklicher Einsturz in diesen Kata. geben! Eine gewandtere Feder, als die meine, bat es versucht, den komben statt, indem die Deden von vier Rammern herabfielen, und Lesern Ihres Blattes , Humbug" philosophisch und logis“ zu erörtern; dies gab wohl Veranlassung, eine neue Art der Bestattung anzufan- wir wollen daher von einem neuen Versuch abseben, und zwar um so gen. Seitdem sind die Kammern gewölbt, 25-30 Fuß hoch und die mehr, da einen Hiesigen das Wort ígon fo anwidert, daß man fich Deden mit weißem Steine fünstlich bekleidet, die Wände dagegen mit einer Definition gern überhoben fieht. Dürften wir es nur als Leiche Fliesen aus den Steinbrüden der arabisden Rette belegt. Die Sar betrachten, wie gern wollten wir es dann feziren. Wenn auch jenseits kophage find von Stein, aus einem einzigen Blode des feinsten Gra des Oceans Mances im Geschäfts- und Gesellschaftsleben vorkommt, nites gearbeitet, dabei ungewöhnlich groß, indem ihre länge funf was der Kategorie des Humbugs angehört, der echte Humbug, wie er zehn bis seduzehn Fuß, ihre Höhe zwölf bis vierzehn Fuß beträgt 3n uns hier auf jedem Schritt und Tritt, bei jedem Blick begegnet, ist ihnen standen dann die Holzfärge. Die Kammern waren ganz ge- drüben, Gott sei Dank! ungefannt. Möge sich jedes Land, jede Stadt folossen, und die Stelen befanden sich draußen. Ohne Zweifel ist die dem Einzug dieses unsauberen Gesellen widerseßen. Daß Deutsdland nun eingeführte größere Pracht und Kostbarkeit in der Bestattung zu. je davon beimgesucht werde, fürchten wir nicht; da muß erst der Rechtsgleid ein Zeichen für eine gewisse Veräußerlidung der Religion, die sinn des Voiles der Geldgier Raum geben, die Kraft und Reinheit um diese Zeit eingetreten sein muß. Die einfache Weise der früheren der deutschen Sprache weichen und zur größeren Bildungsfähigkeit von Zeit spricht für mindere Hochhaltung der Apisgräber und des daran Superlativen eine neue Grammatik eingeführt werden. Man sebe nur, geknüpften Todtenkultes. Denn aus diesem hat sich jedenfalls die Nes wie linkisch, wie steif und hölzern sich die deutschen Humbugs-Anzeiligion des Serapis, d. i. Osir-hapi, „des verewigten Apis," entwidelt. gen in den hiesigen Blättern ausnehmen. In der amerikanischen, denn Indem man diesen als die zu ihrem Ursprung und Ausgang zurüd- gesundes, kerniges Englisch ist diese Sprache aub nicht, geht so etwas gekehrte Verkörperung der Gottheit, als die beimgegangene, verklärte leicht und geschmeidig die Keble binab, aber auf Deutsch ist der Brei Dfirisseele ansab, knüpfte sich an die betreffenden Ceremonien nament gar zu troden und will nicht rutschen. lid die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele und einem besseren Uebrigens verkennen wir aud hierbei nicht das Zeiden kommenDasein. Daher wurde Serapis als Hades, Sol Inferus (unterirdische der Besserung. Die leßten Jahre haben den Humbug so entwidelt, so Sonne), Pluto u. f. w. erklärt und in einem nach griechisder Form in Schuß gebracht, daß dem guten Onkel Sam doch etwas ídwül zu eingerichteten Rulte, welcher die Moschreligion des griechisd-ägyptisden Mutbe geworden. Den prachtvollen, zehn Meilen weit sichtbaren AusReiches war, verehrt. Die Einführung des Serapisdienstes als poli- bängeschildern mit riesenhaften Buchstaben an den Häusern und den tisden Mittels, eine religiöse Einheit für Ureinwohner und Griechen riesigen Flaggen auf den Dächern gingen andere, bösartigere, gefährzu faffen, ist bisher noch nicht ganz erfannt worden, kann aber nur licere Aushängesbilder zur Seite; ruchlose Aufschneidereien und fraffe von diesem Standpunkte aus begriffen und gewürdigt werden. Lügen wurden ausgestedt und damit das Vertrauen zu firren gesucht.

Was von geistigem Leben in der ägyptischen Religion noch lebend Wie hart und durchgreifend der ganze Handel und Wandel auf diese war, rettete sich in diesen Kult herüber.

Weise bebumbugt ist, will der brave Mann gern mit beiden Händen Unter Nektanebus (um 370 v. Chr.) wurde eine neue Galerie zudeden, aber das will so recht nicht geben, da der Handelsstand Hüben angelegt, die einen Umweg machte und sich am Ende wieder mit der und drüben und damit auch ein Jeder es empfinden mußte, wie Humersten Vereinigte.

(Schluß folgt.) bug hier regiert und gebauft. Statt nun wie bisher den losen Gesellen

mit freudigem Grinsen und Shmunzeln zu begrüßen und bei seinen Nord-Amerika.

tolften Streichen freundlich zustimmend ein Auge zuzudrüden, sdiebt

er öffentlich tropig die Hände und Arme tief in die Taschen der New Yorker Literatur: Berichte.

Unaussprechlichen hinein und hilt ihn einen windbeuteligen lumpen,

aber, aber, insgebeim brüdt er dem treuen Gepatter dennoch die Hand (Söluß.)

und betrachtet ihn als feinen besten Rathgeber. Doch die Erkenntniß Aber weld ein ingeniöser Kopf hat denn die abuorme Idee aud- ist zur Reife gediehen, daß Humbug verwerflich sei, und ist ein Jngebedt, den Amerikanern in Paris amerifanische Hotels zu erschließen? dividuum, ein Voit dahin gekommen, ein Laster, einen Fehler, deren Sou denn ,,Uncle Sam" im feinen Paris, der Metropole der modi.

es bisher fich nicht geschämt, mit denen es sogar geprunft, als Laster fden Eleganz, nicht den hinterwäldlichen Anstand fabren lassen? Sou

und Fehler zu erkennen, so ist der Weg zur Besserung angebahnt. Freider goldklimpernde, spelende Yanfee gar noch zum Model fißen, für lich ist vom Shein bis zur Wirklichkeit auch noch ein weites Ende. neue Sitten und Manieren, da die bisherigen den Reiz der Neuheit

Barnum, der Lehrer und Prophet der neuen Lebre, hat dieser Lebre nicht mehr in fide tragen? Doc nein, das kann nicht sein! Dber

des öffentlichen Betrugs und der dreiften Lüge selbst den Todesstoß glaubt man vielleidt den Tittlebat Titmouse der Nationen aller Rul. verseßt, als er sie auf die Spiße treiben wollte und Projelyten durch tur unfähig, und sein Benehmen derart, daß man ihn, wenn auch mit sein foamloses Wert zu werben suchte. Vielleicht, daß er durch seine Kraßfüßen, so doch aus dem Saal der feinen Welt hinaus in isolirte Lebensbeschreibung in manchem planshnellen Ropf fühne Ideen erweckt, Gemächer komplimentirt? Dann möge man Erbarmen mit dem Be- das schadet nichts, denn seine Jünger werden bald inne werden, daß des dauernswerthen haben, der das mit Außerachtlassung aller Rüdsidhten Humbugs schon zu viel gewesen, gewiß ist aber, daß der größere und darerworbene Geld noch nicht auf „noble" Weise zu verschleudern ver

unter der bessere Theil der Amerifaner das Ersdeinen feines Buches als steht; man umgebe ihn mit ausgesuchtem feinen lurus, damit er die

ein Unglüd betrachtet, denn der dunkle Schlagschatten, den er durch offene erschredliche Geschmadlosigkeit und Ueberladung des seinigen erkenne; Darlegung des Betrugs und der abgefeimten Heuchelei mit auf den Na

Dema man gebe ihm Gelegenheit, das Benehmen feiner gebildeter Gesells tional Charakter wirft, konnte ihrem Blicke nicht entgehen. schaften feiner eigenen Unbeholfenbeit und, sprechen wir es nur offen gemäß feben wir aud Barnum und sein neueftes Kunststück, die Kinderaus, Rohbeit entgegen zu halten. Wie, wenn sich die Pariser ,la- Ausstellung (Baby-show), o) der unwürdigsten Schmach, die der robe venteurs des Modes,” wie sich hier die Schneider zu nennen belieben, Materialismus dem Gemüthe zuführen kann, schon seit längerer Zeit bei ihrem Halden und Schnappen nach Neuem, dahin verstiegen, die von den Theatern unverhohlen persiflirt, war früher sicher nicht ges sich jeßt dort aufhaltenden Amerikaner zum Patron zu nehmen? Gott feben wäre, es sei denn im Interesse Barnum's, um das Auffeben und der ästhetische Sinn der ehrbaren Schneider -Vernunft möge sie zu erhöhen. Namentlich zeichnet sich bei dieser Gelegenheit Perham's davor bewahren, den furzen Taillen, den langen Schößen, in welchen Opera burlesque aus, die Barnum im Propheten-Ornat jeden Abend nur eine fleissigere Unterlage fehlte, um dem Weiberrod ebenbürtig mehrere Wochen hindurch inmitten seiner Wundermenschen, der bär. zur Seite zu stehen, den immensen umgekippten Vatermördern, neue tigen Dame, dem 650 Pfd. schweren Mädchen, General Thumb, der Gedanken abzulauschen. Doch balt, das haben wir nicht zu befürchten, Riesenfrau, Jenny Lind, der Amme Washington's und Anderer mehr, denn eine solche Erhöhung der körperlichen Reize ift ohne langen Hals von einem seiner thierischen Ungeheuer zerreißen und dasselbe, statt, eines burchaus nicht denkbar, und diesen Vorzug bietet der Franzose in seiner warmen Herzens, in dem Innern des Mannes eine große Flagge mit der Conftitution nicht auf. Verlassen wir dieses Thema mit dem aufrich. Insbrift „Humbug" finden läßt. Dazu tömmt noch, daß Ladies, die tigen Wunsche, daß unser Heimatsland, wenn es in der That den Barnum mit seiner weltbekannten Fredheit ohne Weiteres als Preis. freien, bocherzigen Republikaner der hönen Gefilde Norð-Amer richter für seine Baby-show in den Tagesblättern und auf seinen rie. rifa's," boch, höher als seine eigenen Bewohner schäßt, sich in seinem ppreiligen Enthusiasmus nicht so weit ergebe, das Präsentiren der Fuße ilm haben die Sklavenhalter des Südens schon mehrere folcher ,,Cattleshows"

*) Ware Barnum nur noch der Erfinder dieser bizarren Idee! Aber vor

figen Affichen ausgab, ihm die Sámach, welche er ihnen insbesondere jeder Leser oder Hörer den ältesten der drei Brüder, mit Vornamen und der Menschheit überhaupt angethan, mit schwerer volwichtiger André Marie, barunter versteht. Der auf betitelte Wohlgeborenheit Münze zurück erstatteten. Bei dem herrschenden Geist kann der Ges und Hochwohlgeborenheit eifersüchtigen Gewohnheit Deutschlands gegendanke nidst Raum gewinnen, daß dies etwa neuer Humbug, auf Ers über ist die auch sonst übliche Nadtheit in der Personal-Bezeichnung regung von Aufmerksamkeit spekulirend, sei. Angesichts der Entrüstung, der Franzosen auffallend genug, aber es zeigt zugleich von Abwerfung bie Barnum's Buch schon provozirt, wäre ein solches Spiel doch zu gewagt. alles Titelprunfes und von stolzem Selbstgefühle, wenn die Sdrift Wir find überzeugt, daß seine Baby-show fich als eine durchaus verfehlte fteller ihren Werken blod den eigenen Namen und M. (Monsieur) vorlegen. Speculation ausweisen wird.') Fährt Barnum fort, auf diese Weise zu

Die deutsche Art verbietet zu erwarten, daß etwa einer der Brüber wirken, so wünschen wir ihm ein recht langes Leben; er wird sich dann Grimm ein Werk Herausgebe mit der Bezeichnung: „von Herrn selbst überleben. Ober liegt es vielleicht in seinem Plane, vom Schauplaş Grimm': Dupin 0. Ae. giebt jeßt feine Aufzeichnungen heraus unter zurüdzutreten und hinter sich die Brüde abzubrechen? Dann fönnten bem einfachen und ftolzen Namen: „Mémoires de M. Dupin" und er wir uns gar noch mit ihm aussöhnen, denn er würde seinem Volte weiß, daß ihn das Publikum fennt und nicht mit dem im gleichen 'gewiß einen großen Dienst erweisen.

Fache berühmten Bruder Philipp und nicht mit dem in anderem Getrost dürfen wir aber annehmen, daß die öffentliche Meinung Fache berühmten Bruder Charles verwechseln wird. Ein Blick in foon laut aufschreiend von dem Humbug fich abwende; daß dies ießt erft das Buch selbst belehrt, daß der Verfasser allerdings eine Persönlichftattfindet, ist freilich ein Flec, den die Nation troß ihrer scheinba- keit von hervorragendem Namen ift. ren Gleichgültigkeit gegen das Urtheil der verachteten Foreigners gern Von den Memoiren dieses vielseitig merkwürdigen Mannes liegt perhüllen möchte. Der politische Humbug nach Außen und die schmerzen der erste eben bei Henri Plon in Paris erschienene Band vor, auf den moralisden Ohrfeigen, die sie dafür vom mißachteten Spanien deffen Titelblatte gesagt wird, daß fich Verfasser und Verleger das erhält, die Geringschäßung, die sie allenthalben hinnehmen muß (1) regt Recht vorbehalten, das Buch in alle fremde Sprachen zu überseßen ste dodh zum Nachdenken über die Ursache der schiefen Stellung, worin oder überseßen zu lassen, und daß sie jede Uebersegung von frember die , freie ftolze Republit" gerathen, auf, und sie fühlt, daß ihre Ver- Hand nach internationalen Verträgen verfolgen werden, und der deutsche achtung gegen das Fremde, ihr unüberwindlicher Eigendünkel, die Shuld Leser ist dadurch einigermaßen sicher, daß ihm feine verstümmelte Artragen. Dieses Gefühl mag auch Veranlassung gewesen sein, daß Tam beit aus einer unberufenen Ueberfeßungs-Fabrik aufgedrungen werden manyhall, die längst verstummte Citadelle der Demokratie, die für wird. Ueberfeßt ins Deutide sollte das Werf aber bald werden, denn Begünstigung des fremden Elements und somit als Gegner der „Na es würde für die Uebersegungen so vieler schlechten Werke entschädis tives" auftritt, in diesen Tagen mit einigen Freudensdüssen für den gen; es würde eine literarische Bereicherung für den Juristen, den Ges halben Sieg der Demokratie in Virginien aufzutreten wagte. Mög- idhichtsforsder, den Geschichtsfreund und gebildeten Leser überhaupt lich ist, daß die Demokratie wieder erstarkt und die eigentlichen Erzu sein, dem das jedenfalls theure Buch weniger zugänglich ist. Dupin Humbuger, die Knownothings, zu Paaren treibt. Sie kann dies aber

bat in diesem ersten Bande, der den besonderen Titel „Souvenirs du nur, indem sie den Humbug ihren Gegnern überläßt und selbft fich barreau" trägt, das Bild eines großartigen, juridisch verbürgten Stüdes mit Intelligenz und ruhigem Urtheil gürtet. Leider find solche Trans- Weltgeschichte aufgerollt, in welchem er selbst in Lebensgröße den Fiparente, wie sie Tammanyhau an jenem Festabend samüdten, als: ,Tam guren fich anshließt, und welches er durch hinreißende Einfachheit bemany-hall is always right”, eben nicht sehr geeignet, uns, die wir nicht idreibt. Das Werk zerfällt in vier Abtheilungen, deren erste die poauf den Zinnen der Parteien stehen, eine baldige Schwächung des litischen Prozesse enthält, darunter der des Marschalls Ney, der MörHauptfeindes der Kultur Amerika's, des Humbug, erwarten zu lassen, der des Marsdals Brune, der drei Engländer Bruce, Hutchinson aber hoffen wir dennoch daß der Einfluß der Europäer durch die Spal und Wilson, welche die Flucht lavalette's beschüßten, der Prozeß des tungen der Parteien zunehmen und die Ansichten läutern werde. Sonst Generals Gilly und anderer. In allen war Dupin Vertheidiger wäre die Republik der United States bald nur ein großer Humbug, ober Rathgeber. Die zweite Abtheilung bandelt von Preßprozessen, worin viele, viele kleine Humbugs eingeschachtelt find.

worunter der gegen Béranger und der gegen das Journal des Débats Doch, der unglüdselige Humbug bat uns so viel des Raumes ge wegen beffen ominösen Artikels: ,,Malheureux roi! malheureuse raubt, daß wir eine ausführliche Besprechung dessen, was die Litera France!" fich auszeichnen. Die dritte Abtheilung enthält Civil-Angetur uns leßthin geboten, für das nädste Mal aufsparen müssen. Heute legenheiten, darunter der Prozeß wegen des Testaments Napoleon's sei nur noch in aller Kürze bemerkt, daß der religiösen Werke und zwischen den Erekutoren und Laffitte, die Angelegenheit der Prinzen Werfchen genug ersøieuen, die aber, sollen wir vom Standpunkt der Savoyen-Carignan, die Heirat eines Priesters 24. Die vierte Abspezielleu Partei, welcher der Verfasser angehört, aus urtheilen, für theilung umfaßt die Civil-Angelegenheiten Ludwig Philipp'ø, dessen das Ausland kaum der Erwähnung werth sind. Von der schönen Lite- Familien-Rath Dupin seit 1818 theilte und später präsidirte. Als ratur liegt Mehreres vor, worüber ich Ihnen nächftens schreibe. Da wäre es Absicht des Verfassers und nicht chronologische Bedingung, , werde ich auch der Mrs. Harriet Beedyer Stowe zu gebenfen haben. bildet die Reihenfolge der Abtheilungen einen Gefühlwechsel in der

Eben so enthalte id mich der Berichterstattung über die philosophi- Theilnahme des Lesers, einen Prozeß, vor erbitterung und Abscheu fhen Erscheinungen auf dem Büchermarkt, wobei ich aber nicht die

zu Versöhnung übergebend: 3n der ersten Abtheilung ist im Gemälde Ergießungen eines mormonisden Menschenfenners am Salzsee, sondern der blutige Ausbrud wüthiger Partei-Leidenschaft, mit welcher die feige Werfe tüchtiger Männer der Wissenschaft im Auge habe. Solche Bücher Ultra-Reaction den französischen Ruhm ftraft, um den Besiegern Frankfind zwar noch äußerst vereinzelt; dessenungeachtet scheinen fie dem reichs eine theils geforderte, theils verschmähte Genugthuung zu geYanfee, der wohl am Wenigften mit metaphysischen Säßen fich zer- ben; in der zweiten ist gleichfalls Verfolgung der National-3deen gearbeiten würde, noch zu viel zu sein. Wie mächtig muß doch die Herr. Gildert, nur daß die Verfolgungen hier nicht in die Rechtstätte mün. shaft des Geiftes sein, daß sie einem so thatsächlichen Volfe, wie den den, fondern ins Gefängniß; in der dritten Abtheilung schweigt die Amerifanern, noch Dichter und Philosophen abzwingen kann! – Zur Parteiwuth und läßt wieder das Recht des Besiges zu Worte kommen; besseren Charakterisirung des Volfes laffe ich dann auch die Journale, und endlich tritt die vierte Abtheilung auf, um durd Rührung zu die einzige Lektüre der bei weitem überwiegenden Mehrzahl, die Res sühnen. Es ist diese Abtheilung eine Feier der bürgerlichen Tugenvue pafsiren und geleite den geneigten leser in unsere „Academy of den Ludwig Philipp’s und seiner Familie, namentlid der frommen Kör Music", das Opernhaus, in das größte Theater des Weltallsí, das nigin, und sie macht dem Herzen Dupin's eben so große Ehre wie dem Bowery-Theatre, in ,,den herrliòften Tempel der gesammten Welt", Gegenstand, dem so zärtlic und voll Anhänglichkeit hier ein Denkmal das Metropolitan-Theatre, und suche noch mehr der Superlative und gefeßt wird, und zwar in einer Zeit, wo es zwar nicht gefährlich ist, Supersuperlative der neuen Welt in Sýrift und Thatfaden zu durc- Ludwig Philipp zu loben, doch aber auf nicht belohnt wird. Dupin for den.

S.

zeigt fidh überall als unabhängiger Charakter; in dieser leßten Abthei

lung wird man veranlaßt, seinen Herzengabel zu ehren. Frankreich.

Um eine Probe aus dem durch Thatsachen und Darstellungskraft Aufzeichnungen des Herrn Dupin. **)

fo anziehenden Buche zu geben, fömmt man in Verlegenheit; die Aus.

wahl aus so vielen Zügen des Genies und der Aufopferung, gegettDbgleich es mehrere Männer mit dem Namen Dupin gegeben über der feigen Bosbeit und Unsittlichkeit, wird schwer. Es sei erlaubt, hat und giebt, und obwohl drei Brüder diesen Namen gleichzeitig bes eine Episode zu wählen, die uns in die Hütte eines französischen Tarühmt gemacht haben, so nennen die Franzosen doch fiets einen ohne gelöhners protestantischer Religion führt, wo wir einen berühmten Ge. alle Vornamen, Titel, Aemter und Würden und seßen voraus, daß nerai verkleidet finden, der uns an Kalaf im Hause des treuen Barat

erinnert, eine Episode, die inmitten der damaligen Gräuelthaten tröftet *) Neueren Korrespondenznachrichten zufolge, hat der Spefulant auch hier:

und erhebt. bei gute Geschäfte gemacht. Die Kinder-Ausstellung, die übrigens nicht von

General Gitly warb im Jahre 1815 geächtet, weil er sich bem schwarzen, sondern durchgehends von weißen Babies beschickt war, wurde in von Elba zurüdfehrenden Napoleon angeschlossen und den Herzog von den ersten Tagen nach ihrer Gröffnung im Monat Juni täglich von 15—20,000 Menschen besucht.

D. R.

Angoulème besiegt, gefangen und auf das liebevollfte behandelt batte; **) Vgl. Nr. 44 des Magazin", Art. „Mannigfaltiges.''

er entzog sich seinen Blutrichtern durch die Flucht und wurde in con

tumaciam verurtheilt. Hören wir, wie nach den eigenen Mittheilungen donnanz des Königs unterzeichnet, bie Gidy die Freiheit gab. Der des Generals, Dupin die Lage beschreibt:

Dauphin felbst wirfte die Drdonnanz aus. Diese Drdonnanz datirt ,,Der General Gilly ist im Departement des Gard geboren, er vom 11. Febr. 1820, aber die nöthigen Formalitäten hätten die Ausa. ift Ratholit, aber die Humanität der Protestanten war ihm so bekannt, führung noch mehrere Tage verzögert. Durc Dupind Thätigkeit und daß er gerade bei einem derselben sein Asyl suchte. Er fand es in das besondere Wohlwollen des Zustizministers Siméon fam Gilly am der Hütte eines Bauern zu Topezargue im Kreise Anduze. Dieser 13. Nachmittag 4 Uhr frei. Es war die höchste Zeit! Sieben Stun . Mann heißt Perrier; sein Name verdient auf die Nachwelt überzu den später wurde der Herzog von Berry ermordet; die Parteiwuth geben. Er ist Tagelöhner und hat fein anderes Einfommen, als bas brach auf& neue in belle Flammen aus, und die Drdonnanz wäre ohne von seiner täglichen Arbeit. Der General wird in die Familie auf. Zweifel zurüdgenommen und Gidy geopfert worden. genommen, und man fragt nicht nach seinem Namen; sein Unglüd und seine Gefahr genügen. Man fömmt überein, daß er sich verkleide und in der Nachbarschaft für einen Better Perrier's ausgebe. Der

Mannigfaltiges. General lebt so einige Monate in dieser Verborgenheit, nicht ohne Ben unruhigung, da bewaffnete Streif. Abtheilungen das Land durchziehen, - Delphine Gay.Girarbin. Frau Emile de Girardin ift die sich gerade bei den Protestanten die fdärfsten Haussuchungen ber tobt!" ruft Herr Theophile Gautier in einem tief empfundenen Nachruf ausnehmen. Dit mußte er mitten in der Nacht halbnadt davon eilen im Moniteur. ,,Was wir in ihr beweinen, ist nicht die Dichterin, nicht und sich in einem Kornfeld oder hinter einem Bulde verbergen. Diese die Schriftstellerin, welche Frankreich an die Seite der Frau v. Staël ununterbrochene Angst entriß ihm manchmal Klagen über sein Sdhid- und George Sand's ftellt, nein, es ist die Frau, die Freundin ... fal. Eines Tages sudte der aus dem Städtchen Anduze beimkehrende Niemals nabte sich ihr ein gemeiner, niederer Gedanke. Welde schöne Perrier seinen Gast zu tröften und Muth einzuflößen: ,,Rlagen Sie Stunden haben wir mit ihr unter dem atheniensischen Säulen-Porticus nur“, sagte er, „Sie sind doch sehr glüdlich im Vergleich zu den ar. jenes griechischen Tempels verlebt, deffen Muse fie war, inmitten unter men Teufeln, auf deren Kopf ich heute einen Preis feßen gehört, als hohen Bäumen und reizenden Blumen thronend. Jeßt ist die Pforte wären sie Verfaufs - Produkte des Marktes: Herr Brière, einer un dieses Tempels geschlossen und die Muse, ach! für immer entflohen." ferer Geistlichen, 2400 Fr., Herr Breffe, gewesener Maire, 2400 Fr., Delphine Gay war im 3. 1808 in Aachen geboren, wo ihr Vater General Gilly, 10,000 Fr." ,,Was!" rief dieser lebhaft. 3a, ja!" Receveur-Général (Obersteuereinnehmer) der faiserlichen Regierung antwortete der Bauer. Man bente fidh die Stimmung des Generals! war. Ihre Mutter, Madame Sophie Gay, ebenfalls Schriftftelleris, Indessen suchte er seine Bestürzung zu verbergen, und um den armen ernährte sich und ihre Tochter nach dem Tode ihres Gatten von den Perrier, den er so ungerecht war, für des Verrathes fähig zu halten, Früchten ihrer talentvollen Feder. Delphine zeigte früh Anlagen zur auf andere Gedanken zu bringen, stellte er sich nachdenklich und sagte Dichtfunft und trug bereits im 3. 1824 einen ihr von der franzöfidann: „3 bin dieser lebengweise müde, ich will ihr ein Ende machen; schen Akademie zuerkannten Preis davon. Seitdem war die junge Du selbst bist arm und mußt wünschen, Geld zu erwerben; nun, ich Dichterin eben so ihrer Schönheit wie ihres Talentes wegen ein gefenne den General Gilly und sein Verfted, komm, wir wollen ihn be- feierter Gegenstand aller Pariser Salons. Ludwig XVIII. bewilligte nunziren, Du sollst die vollen 10,000 Fr. haben, und ich bekomme meine ihr eine Pension, die fie jedoch nachmals durch ein schönes Gebicht auf Freiheit." Bei diesem Antrag wird Perrier wie versteinert und fann den General Foy wieder verscherzte. 3m 3. 1831 verbeiratete fie fich kein Wort vorbringen. Aber sein ältester Sohn, der im 47. Linien- mit Emile de Girardin, dem Gründer des „Voleur”, der „Presse” regiment gedient, ein 27jähriger Mann, am Heerde sigend und bisher und vieler anderen gelungenen Unternehmungen, die ihn als eine Art dem Gespräch ruhig zuhörend, springt plößlich auf, stürzt auf den Ge- „Barnum" von Paris charakterisiren, wenn er auch kein so ordinairer neral und spricht mit drohender Stimme in Ausdrüđen, deren Energie Marktsdreier wie der Barnum von New-Yorf ist. Girardin's glüd-, wir zu mäßigen gezwungen sind: „Monsieur! Bis jeßt haben wir geo lichste Eroberung war und blieb jedoch seine Frau, die auch, merkglaubt, Sie wären ein Ehrenmann, da Sie aber einer jener elenben würdig genug, bis zu ihrem Ende eine große Verehrung für ihren Denunzianten find, die auf den Tod ihres Nebenmenschen spekuliren, Gatten bewahrt bat. so ist hier die Thür, entfernen Sie sich, oder ich werfe Sie augenblick lid zum Fenster hinaus !! Gily will unterbanden, seine Abfidten - Das Erdbeben eine eleftrische Erscheinung. Fr. Ferb. näher erklären, allein der Soldat, ftatt sich auf Verhandlungen einzu. Hoefer hat über diesen Gegenstand eine Abhandlung an die Pariser lasjen, führt einen kräftigen Arm auf den General und schickt sich an, Akademie der Wissenschaften eingesandt, die in einer ihrer leßten seine Drohung zu realisiren. Der General, seine Gefahr sebend, førie: Sißungen vorgetragen wurde. Dat Erdbeben ist, nach seiner Theo„Nun denn, ich selbst bin der General Gilly!"

rie, ein wahres Gewitter, welches, je nach dem gasartigen oder feften Man versucht vergebens, das auf diese Worte folgende Entzüden Medium, in welchem es ersdeint, unter drei Formen auftritt: 1) als ber ganzen Familie Perrier zu schildern. Der Soldat springt dem atmosphärisches, 2) als irdisches, 3) ald atmosphärisd-irdisches oder geGeneral an den Hals, um ihn zu umarmen, der Vater, die Mutter, mischtes, je nachdem der elektrisde Strom von der Luft auf die Erde ober die jungen Kinder umringen ihn, küssen ihm Hände und Kleider und umgekehrt übergeht. Bei dem leßteren namentlich erleidet die Erdversichern ihm unter Shwüren, daß er in Sicherheit sei, daß man sie oberfläche die bekannten Katastrophen; die Erdbeben (Erdgewitter) können eber tödten fann als ihnen ihr Geheimniß entreißen. General Gilly dann den Charakter eines Luftgewitters oder des Gewittero im geblieb noch längere Zeit bei diesen guten Leuten, die, man muß es zuwöhnliden Sprachgebrauch annehmen, und umgekehrt fönnen die Ge. ihrem Lobe erwähnen, troß ihrer Armuth, nichts von dem annehmen witter die Wirkungen eines Erdbebeng haben. – Diese Hypothese, wollten, was er ihnen, nach seiner Befreiung, als Entschädigung für meint Hoefer, werde durch entsprechende Experimente, die man vor hundert Mühe und Ausgaben angeboten. Erst viel später konnte er sie vera Jahren angestellt, um die Ursache des atmosphärischen Gewitters zu mögen, von seiner Erkenntlichkeit Gebrauch zu machen. Ihre foft- beweisen, ihre Bestätigung finden. Inzwischen hat sie schon den Vor. barfte Belohnung fanden fie ficherlich in der Wahrnehmung, daß fie zug, daß fie besser, ale jede andere Theorie, mit den Einzelnheiten der teinen Undanfbaren verpflichtet hatten, und daß ihr Schüßling för sie Beobachtung übereinstimmt; daß fie ein helles Licht auf die Natur der gine lebhafte Anerkennung bewahrt, die er ihnen nicht glänzender Vulfane wirft

. Dies sind Heerbe oder Behälter von Brennstoffen, die bezeugen konnte, als durch den seinem Advokaten gegebenen Auftrag, in feiner Berbindung mit dem sogenannten, nod unerwiesenen Cenihr edles Verfahren zur Kenntniß der Richter und Frankreiche zu bringen." tralfeuer zu stehen brauchen; vielmehr können diese Heerde, eine Art

Der in contumaciam verurtheilte General ftellte sich fünf Jahre Pulvermühlen, vom Bliße eines unterirdischen Gewitters getroffen, fich fpäter freiwillig vor seine Richter und zur Saft im Gefängniß l'Abbape. entzünden und explodiren. Erneuern sich die verzehrten Brennstoffer Sein Vertheidiger Dupin aber stellte dem Kriegsminifter Latour-Maya, dann find die Vulkane permanent; diese sind aber jeßt so selten, wie bourg vor, wie eine große Riederlage für die Regierung in Aussicht fie früher häufig waren. Ershöpfen sich die Stoffe, dann erlischt der ftehe, wenn sie den völlig Unschuldigen zur öffentlichen Vertheidigung Bulfan; die erloschenen Vulkane sind die zahlreichsten, und ihre Zahl vor Gericht treibe. Es würde neben der gewissen Freisprechung auch nimmt immer mehr zu. Wenn endlich in den Pausen durch demisde der großen Welt erzählt werden, wie der Herzog von Angoulème. an. Thätigkeiten oder durch Einsiderung falzhaltiger Substanzen die Brennder Spiße von regelmäßigen Truppen von Gilly, der blos, eine Hand. ftoffe fich von neuem erzeugen, so haben wir die ausseßenden Bul. po e veten benfeien colores fangen weer te artene kane, die gegenwärtig faft alle in ber Nahbarschaft des Meeres liegen. behandelte. Der betroffene Minister forberte Dupin auf, das ihm eben mündlich Gesagte niederzuschreiben, damit er ed im Ministerrath borlegen könne. Es geschab, und zwei Tage darauf war eine Dre

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- ftellung des sündhaften, hinfälligen Menschen gegen den heiligen, geo Semitische Sprachen und Literaturen.

rechten, doch barmherzigen Gott – lob des Schöpfert, des Gefeßes,

Jsraels, als des Erwählten und Gotterfennenden, Zions, des HeiligDie fynagogale Poesie des Mittelalters, von Dr. Zunz.*)

thums — Sehnsucht nach dem Heiligthum, Liebe zur Lehre, Vertrauen Ausgerüstet mit gründlichfter, das ganze, unabsehbare Gebiet der in die Verbeißungen - Werth eines frommen, fittlichen Lebenswandels, biblischen und nadbiblis en Literatur umfaffender Gelehrsamkeit Kraft des Gebets, das höher denn Dpfer - Wunsd nad Demüthimit dem bebarrlich eisernen Fleiß des Sammlers, der dem scheinbar gung der Feinde, Verwünschungen gegen fie, Ohnmacht der Gößen — Unbedeutenden dieselbe Sorgfalt, dieselbe Liebe wie dem Wichtigen Gott ift Beistand der Unterdrüdten 4. f. w. Den Shluß bildet bald zuwendet - mit dem Talente, ben ins Unglaubliche angebäuften Stoff Klage, bald Freude und Hoffnung, daß einst alle Nationen Gott zu bewältigen, zu ordnen und zu kleinerem oder größerem Ganzen zu erkennen. gestalten; durdglüht von religiöser Begeisterung für das überlieferte Schon früh werden Psalmstüde, die sich als Hymnen und Gebet Erbe der Väter, von Pietät gegen das Vermächtniß eines Shrift- charakterisiren, zum Tempeldienst verwendet. Prophetie und Psalmodie thums, das in der Urzeit auf dem Horeb wurzelt und bis auf die verförperten sich allmälig in zwei Personen: Moses und David. Jener neuesten Tage berab seine Hefte und Zweige in die fernsten Lande brachte das Wort Gottes an Israel, dieser trug das Wort Jsraels ftredt, ohne daß diese Begeisterung und Pietät den Blic des Philo. Gott vor; beide weisen fest und unwandelbar, jener auf die Vergangen, sophen und Humaniften, in des Wortes edelstem Sinne, befingen Heit, dieser auf die Zukunft. Dieses Gepräge blieb auch der Synaund trübten, der in jedem besonderen, nationalen Schriftthum nur das goge aufgebrüdt: die Lectionen hatten das Gefeß, die Vorträge die Glied fiebt eines Makrokosmus, einer Weltliteratur, in dem sich der Prophetie zum Inhalt; Psalmen und Psalmenverse lieferten den Geist der Menschheit verleiblicht und offenbaret: lo schreitet der Gebetsstoff. gelehrte Zunz unermüdlich fort auf der Bahn, die er seit einem Men Nach dem Falle Jerusalems und Batbers war die politische Nas penalter eingeschlagen hat. Und diesem unablässigen Streben, die tionalität vernichtet, aber der jüdische Geift lebte unbesiegt in Synajüdische Literatur ihrer Zsolirtheit zu entreißen, sie aus dem Ghetto, goge und Talmud. In den fabbathlichen und festlichen Vorträgen in das sie, mit dem angehängten gelben Lappen „rabbinisch" gezeichnet, pertritt der Weise den Propheten, der Vorbeter (auch Abgeorddurch die Theologen gebannt und von der frischen, freien Luft der neter der Gemeinde genannt) den Pfalmiften; doo waren deffet Weltliteraturmarktes verwiesen worden, zu erlösen und ihr die Ans Compositionen, weil die Tempelmusik fehlte, nicht rhythmisch. Die erkennung der Ebenbürtigkeit neben ihren anderen Schwestern zu er: Foren des Pfalmiften erfüllen den Midrasah; die Vorträge der Weisen, ringen diesem Streben verbanden wir das angezeigte Berk, bas bie Aussprüche der Prophetie, die Begebenheiten älterer Zeiten wer. fide feinen zwei Vorgängern (1. die gottesdienftlichen Vorträge der ben auf die Gegenwart angewandt und ihr angepaßt. Die Fremden Juden, biftorisc entwidelt 26., Berlin 1832, A. Asber; 2. zur Ge. und Tyrannen, denen Propheten den Untergang vertünden, die Pfal. schichte und Literatyr, Berlin 1845, bei Veit u. Comp.) in Gehalt, misten hoffend anwünschen, bausen als Legionen in der heiligen Stadt; Form und Geist würdig anreibt.

das perhaßte schadenfrohe Edom ift Rom. Die Erlösung aus AegypAuf 363 Seiten behandelt das Werk feinen Gegenstand unter ten ist die Bürgschaft des Messiah, aus dieser zuversichtlichen Hoffnung folgenden Uebersdriften: I. Psalmen; II. leiden; III. Piut, Selicha; schöpft Zorael ben Muth und die Kraft, zu dulden und seiner Lehre IV. Selicha-Digter; V. Zwei neuere Jahrhunderte. Außerdem sind treu zu bleiben. Umsonst werden unter Hadrian Besoneidung und auf S. 365-491 Beilagen in 26 Nummern und zwei Verzeichnisse Gefeßesftudium mit dem Tode bedroht: 3srael bewies seine Entgegeben.

idloffenheit, nicht in das heidnische Rom aufzugeben. 1. Aus dem ersten Shlafe sinnlicher Gebundenheit wurden die Das mittlerweile driftlich gewordene Rom brachte ben Zuben Bölfer duro orphische Klänge und Prophetenstimmen zur Abnung des keine Früchte; bas beidnische Rom unterdrückte, das christliche baßte Göttliden gewedt; der Mensch fing an zu beten, sein Leben auf das sie. Die Bischöfe nahmen für sich den Namen Israel in Anspruch und Göttlide zu richten; er wurde fromm. Aus der Gottesidee, dem Ers batten für die søwächeren Nightbristen nur Erniedrigung, Sohn und Bergebniß einzelner Verkündigungen und Drafelsprüse, geht die Fröme folgung. Unter diesen Verhältnissen bildete sich die Vortragøweise der migteit, aus der Lehre das Gebet bervor. Der das Allen Verhüllte Hagadiften aus, und der Wiederklang derselben tönte in den Gebeten, geiftig Schauende und Erfennenbe wird der Seber seines Bolfes und, wie früher in dem Psalm der Wieberklang der Propheten . weil der göttliche Geift aus ihm und durd ibn redet, der Verfündiger So warb im Laufe der Jahrhunderte das Gebet, oder eigentlich und Prophet, er offenbart als Bote (Angelus), Engel, den Widen der den Tempelfultus vertretende öffentliche Gottesdienst, das Banner, Gottes in freier Rede. Prophetie und Freiheit sind unzertrennlid. um welches das gemeindliche wie das religiöse, das denkende wie das Mit dem Tode der Freiheit ftarb die Prophetie. Wenn die Kultur dichtende Israel lich schaarte. Dem Gebete fielen allgemas die ges zur Knechtschaft und die Knechtschaft ins Elend geführt hat, dann sammten geistigen Søäße zu; barin ward aufgenommen: Nationalgewird die Klage laut, die das Bewußtsein der Sündhaftigkeit und der iwidte und Leiden, Bergangenheit und Zukunft, das Verhältniß des Schmerz über die Leiden hervorrufen. Wenn die Propheten verftum. Geiftes zum Urgeist

, des Einzelnen zur Menschheit, des Menschen zur men, reden die Psalmiften. Der Prophet beleuchtet die Sandlungen Natur. Die in Sdrift und Hagada aufgebäuften Stoffe wurden von und bestimmt die Zukunft , der Psalmendichter beklagt die Leiden und Dichtern der Synagoge bearbeitet

, und so ist aus den einfachen Ele: kann nur hoffen. Die ganze Vergangenheit, in der Propheten Munbe menter des ältesten Rituals: dem Schema (Bekenntniß der Einbeit ein Epos, wird im Psalm zur Elegie. – Das Píalmbuch ist ein

Das Pfalmbud ist eiņ Gotted), der Tefilla (bem eigentlichen Gebet), der Keduscha (dem Manifeft des unterbrüdten jüdischen Volfes. Und bei aller Verschie. Hymnug zur Verherrlichung Gottes), die reichfte gottesdienstliche Orddenbeit der Einzelheiten in Motiv und Ausführung hat das Ganze nung bervorgegangen, in fich allein eine Fundgrube von Religion einen durchgehenden Inhalt , der der Verfaffer sebr glüdlig mit Nor- und Geschichte, von Poesie und Philosophie

. Je mehr fich Zuba's les malpsalm bezeichnet. Der Verlauf der Gebanfenreibe ift: Betrach. ben und Sprache in die Synagoge zurüdzog, desto mehr Reiz batte tung – Aufforderung zum Gebet - Shilderung der unglüdlichen

Sdilderung der unglücklichen es für das jüngere Geschlecht, das im Beten Empfundene, in den VorLage Gram, den der Gegensatz der Leidenden und Frommen zu trägen Gelernte, fich in dichterischem Schmud ber heiligen Sprache den glüdlichen und gottlosen Unterbrüdern hervorruft - die Ab. vortragen, vorsingen zu laffen. So wurden in Piut und Selid a die trünnigen balten es mit den Hafjern – Rüdblid in die Vorzeit, Propheten and Psalmen verjüngt

. Für den geschichtlichen Stoff zu woran sich Betrachtungen über die Nationalgeschichte knüpfen - Ere Borträgen und Psalmen des Mittelalters sorgten: innerung an den Bund Gottes – Uebergang zum Bekenntniß der JI. Die Leiden. Diesen Abschnitt leitet der Verfafjer mit den Sduld, zur Reue und Kraft des Gebets – Strafrede - Gegenüber. Worten ein: „Wenn es eine Stufenleiter von Leiden giebt, fo bat

3ørael die höchste Staffel erstiegen; wenn die Dauer der Smerzen *) Berlin, Springer, 1855.3

und die Geduld, mit welcher sie ertragen werden, adeln, fo nehmen

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